DE4119333C2 - Hydrostatischer Antrieb mit einem im offenen Kreislauf angeordneten Hydromotor - Google Patents
Hydrostatischer Antrieb mit einem im offenen Kreislauf angeordneten HydromotorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen hydrostatischen Antrieb mit
einem im offenen Kreislauf angeschlossenen Hydromotor, der
in beide Richtungen betreibbar ist, einer
Nachsaugeinrichtung, die im geöffneten Zustand die
Ablaufseite mit der Zulaufseite des Hydromotors verbindet,
wobei die Nachsaugeinrichtung durch den Druck in der
Ablaufseite in Öffnungsrichtung und durch den Druck in der
Zulaufseite in Schließrichtung beaufschlagbar ist, und mit
die Zulauf- bzw. Ablaufseite bestimmenden
Abtasteinrichtungen, wobei mittels der Abtasteinrichtungen
der Druck der Zulaufseite an die Nachsaugeinrichtung
weitergebbar ist.
Ein derartiger Antrieb ist aus der DE 38 10 943 A1 bekannt.
Dabei ist bereits eine in beiden Betreibseinrichtungen
wirksame gemeinsame Nachsaugeeinrichtung vorgesehen. Wenn
bei einem solchen Antrieb in bestimmten
Betriebssituationen, beispielsweise, wenn der Antrieb als
Fahrantrieb einer Baumaschine eingesetzt wird und diese
einen Berg hinabfährt, der Hydromotor Schleppleistung
aufnehmen muss, wird zum Erzielen einer Bremswirkung ein in
der ablaufseitigen Leitung angeordnetes, in der Regel
automatisch wirksames Bremsventil eingeschaltet.
Um auf der Zulaufseite kavitationsfreien Betrieb zu
ermöglichen, wird mittels einer Nachsaugeeinrichtung
Druckmittel von der Ablaufseite in die Zulaufseite
eingespeist.
Die Nachsaugeeinrichtung ist zwischen die beiden Seiten des
Hydromotors geschaltet und in Abhängigkeit vom zulaufseitigen
Druck und vom ablaufseitigen Druck mittels entsprechender
Steuerflächen gesteuert. Um zu erkennen, welche Seite des
Hydromotors die Zulauf- und welche die Ablaufseite ist und
dann die dort anstehenden Drücke zu der Nachsaugeeinrichtung
weiterleiten zu können, sind bei dem hydrostatischen Antrieb
der genannten Druckschrift des Standes der Technik zwei als
Vorsteuerventile ausgebildete Abtasteinrichtungen vorgesehen,
die jeweils einer Leitung des Hydromotors zugeordnet sind.
Jedes Vorsteuerventil erfaßt den Druckabfall in der zuge
ordneten Leitung, der dann entsteht, wenn das Bremsventil von
einem Druckmittelstrom durchflossen wird. An der Druck
differenz vor und hinter dem Bremsventil erkennen die Vor
steuerventile somit die Strömungsrichtung des Druckmittels
und damit, welche Seite des Hydromotors die Zulauf- bzw. die
Ablaufseite ist.
Das Vorsteuerventil der Zulaufseite leitet den Zulaufdruck
vor dem Bremsventil über ein Wechselventil auf die Nach
saugeeinrichtung und hält diese geschlossen, solange der
Zulaufdruck höher ist, als der Druck in der Ablaufleitung.
Das ablaufseitige Vorsteuerventil wird von dem Druckgefälle
vor und hinter dem Bremsventil so gesteuert, daß es die
Nachsaugeeinrichtung zum Tank entlasten will. Das Wechsel
ventil verhindert dies jedoch, solange Druck auf der Zulauf
seite vorhanden ist. Bricht jedoch der zulaufseitige Druck
zusammen, liegt nunmehr an keiner der beiden Seiten des
Wechselventils Druck an, so daß die Nachsaugeeinrichtung
öffnen kann und das Druckmittel von der Ablaufseite über die
Nachsaugeeinrichtung zur Zulaufseite fließen kann, wenn der
Druck in der Ablaufleitung höher ist als der Druck in der
Zulaufleitung.
Sobald infolge fließenden Druckmittels am Bremsventil ein
Druckabfall auftritt, sperrt das zugeordnete Vorsteuer
ventil die Weitergabe des ablaufseitigen Druckes an das
Wechselventil und sorgt so dafür, dass dort und damit an
der Nachsaugeeinrichtung zulaufseitiger Druck an der in
Schließrichtung wirksamen Steuerfläche ansteht. Bei
sinkenden Zulaufdruck überwiegt die Kraft, die aus dem
ablaufseitigen Druck herrührt, der an einer in Öffnungs
richtung wirksamen Steuerfläche ansteht, woraufhin die
Nachsaugeeinrichtung und Druckmedium von der Ablaufseite in
die Zulaufseite eingespeist wird.
Bei einem hydrostatischen Antrieb gemäß der DE 35 19 148 A1
sind zur Erzielung einer Nachsaugefunktion zwei
federbelastete Speiseventile vorgesehen, die jeweils durch
eine als Vorsteuerventil ausgebildete Abtasteinrichtung
steuerbar sind. Die Vorsteuerventile sind von einem an dem
Bremsventil auftretenden Druckabfall gesteuert. Das
jeweilige Vorsteuerventil ist zusammen mit einer Drossel
und einem Rückschlagventil parallel zum jeweiligen
Speiseventil geschaltet und in einer Parallelleitung
angeordnet, wobei zwischen der Drossel und dem Rückschlag
ventil eine Steuerleitung an den in Schließrichtung
wirkenden Steuerraum des Speiseventils geführt ist.
Im Bremsbetrieb, d. h. bei einem an dem Bremsventil
auftretenden Druckabfall, wird das Vorsteuerventil des
der Ablaufseite zugeordneten Speiseventils in eine
Durchflußstellung geschaltet, wodurch ein Durchgang in der
entsprechenden Parallelleitung vorbereitet ist. Das in der
Parallelleitung angeordnete Rückschlagventil verhindert
einen Druckmittelstrom in der Parallelleitung, solange der
Druck in der Zulaufseite den Druck in der Ablaufseite
übersteigt. Sofern der Druck in der Ablaufseite den Druck
in der Zulaufseite übersteigt, wird das entsprechende
Rückschlagventil geöffnet, wodurch in der durch das
Vorsteuerventil geöffneten Parallelleitung ein Druckmittel
strom von der Ablaufseite zur Zulaufseite strömt. Hierdurch
wird der federseitige Steuerdruckraum des Speiseventils,
der zwischen der Drossel und dem Rückschlagventil an die
Parallelleitung angeschlossen ist, entlastet, wodurch das
Speiseventil durch den Druck in der Ablaufseite in eine
Durchflußstellung beaufschlagt wird, in der Druckmittel von
der Ablaufseite zur Zulaufseite des Hydromotors strömen
kann. Beim Gegenstand der DE 35 18 148 A1 umfasst die
Steuerung der Speiseventile jeweils ein Vorsteuerventil,
eine Drossel und ein Rückschlagventil. Die aus den beiden
Speiseventilen bestehende Nachsaugeeinrichtung weist somit
eine aufwendige Steuerung auf.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde,
einen gattungsgemäßen hydrostatischen Antreib zu
vereinfachen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die
Abtasteinrichtung von jeweils einem parallel zu einem
Bremsventil geschaltenen, in Fließrichtung zum Hydromotor
öffnenden Rückschlagventil gebildet werden, dessen
Schaltstellung zur Erkennung der Ablauf- bzw.
Zulaufseite dient, wobei bei geöffneten Rückschlagventil
der Druck in der Zulaufseite an die Nachsaugeeinrichtung
weitergebbar ist. Der erfindungswesentliche Gedanke besteht
demnach darin, zur Erfassung der Zulauf- und Ablaufseite
des Hydromotors die Schaltstellung von den Bremsventilen
(es ist sowohl möglich zwei einfach wirkende Bremsventile
als auch ein gemeinsames doppelt wirkendes Bremsventil
vorzusehen) parallel geschalteten Rückschlagventilen
abzufragen, wodurch festgestellt wird, welche der zu dem
Hydromotor führenden Leitungen die Zulaufleitung ist,
um deren Druckniveau an die Nachsaugeeinrichtung weiter
zugeben. Die bei den gattungsgemäßen hydrostatischen
Antrieben des Standes der Technik benötigen speziellen
Vorsteuerventile
können daher entfallen. Somit ist die Zahl der Bauteile
verringert und der Aufbau vereinfacht, denn die Rückschlag
ventile, die erfindungsgemäß zu ihrer eigentlichen Funktion
zusätzlich die Funktion von Abtasteinrichtungen übernehmen,
sind in der Regel ohnehin Bestandteile der/des Bremsventil(s).
Die Erfassung der Schaltstellung der Rückschlagventile kann
auf verschiedene Weise erfolgen. So ist es z. B. möglich, die
Schaltstellung mittels elektrischer Kontakte zu ermitteln,
die wiederum mit elekromagnetischen Ventilen in Wirkver
bindung stehen, deren Aufgabe es ist, gegebenenfalls eine
Verbindung von der als Zulaufseite festgestellten Seite des
Hydromotors zu der Nachsaugeeinrichtung herzustellen. Die
Ermittlung der Schaltstellung der Rückschlagventile kann aber
auch rein hydraulisch erfolgen. Bei einem hydrostatischen
Antrieb mit einer Nachsaugeeinrichtung, an der in Öffnungs
richtung wirksame Steuerflächen vorgesehen sind, von denen
eine erste Steuerfläche mit dem zulaufseitigen Druck
beaufschlagt ist und eine zweite Steuerfläche mit dem
ablaufseitigen Druck, und an der eine in Schließrichtung
wirksame Steuerfläche vorgesehen ist, der die Abtast
einrichtungen vorgeschaltet sind und die mit dem
zulaufseitigen Druck beaufschlagbar ist, erfolgt dies gemäß
einer vorteilhaften Weiterbildung des Erfindungsgegenstands
dadurch, daß bei geöffnetem Rückschlagventil eine Verbindung
zwischen der Zulaufseite des Hydromotors und der in Schließ
richtung wirksamen Steuerfläche der Nachsaugeeinrichtung
hergestellt ist. Die in Öffnungsrichtung wirksamen Steuer
flächen an der Nachsaugeeinrichtung sind bevorzugt flächen
gleich. Die in Schließrichtung wirksame Steuerfläche ist so
groß, wie die in Öffnungsrichtung wirksamen Steuerflächen
zusammen.
Wegen dieser Steuerflächenverhältnisse ist dafür gesorgt, daß
der in Öffnungsrichtung wirkende ablaufseitige Druck in der
Lage ist, die Nachsaugeeinrichtung zu öffnen, wenn der in
Schließrichtung wirkende zulaufseitige Druck geringer wird
als der ablaufseitige Druck.
In einer zweckmäßigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
hydrostatischen Antriebs, dessen Nachsaugeeinrichtung an
einem Stufenkolben gebildete Steuerflächen aufweist, ist
vorgesehen, daß der Stufenkolben einen Kanal aufweist, an den
die Räume vor den beiden in Öffnungsrichtung wirksamen
Steuerflächen angeschlossen sind und in den ein Wechselventil
geschaltet ist, dessen Ausgang unter Zwischenschaltung einer
Drossel mit dem Raum vor der in Schließrichtung wirkenden
Steuerfläche verbunden ist. Dadurch wird ein undefinierter
Schaltzustand der Nachsaugeeinrichtung beim Anfahren des
hydrostatischen Antriebs vermieden.
Dort würde ohne die beschriebene Vorrichtung folgendes
ablaufen: Beim Anfahren wird mittels eines Steuerwegeventils
eine der beiden zum Hydromotor führenden Leitungen mit der
Förderleitung einer Druckenergiequelle verbunden.
In der Ausgangsstellung sind zunächst beide Rückschlagventile
geschlossen. Der nun einsetzende Strom an Druckmittel wird
auch der in Öffnungsrichtung wirkenden Steuerfläche der
Nachsaugeeinrichtung mitgeteilt, die in Folge fehlenden
ablaufseitigen Gegendrucks öffnet, wodurch Druckmittel zu
beiden Seiten des Hydromotors fließt. Zwar wird auch in
diesem Zustand das zulaufseitige Rückschlagventil irgendwann
öffnen und die in Schließrichtung wirkende Steuerfläche mit
zulaufseitigem Druck beaufschlagt werden und somit die
Nachsaugeeinrichtung schließen, dabei kann es aber zu einem
unerwartetem Anfahrruck kommen.
Dies wird durch die vorgeschlagene Ausgestaltung verhindert.
Der an einer der in Öffnungsrichtung wirksamen Steuerflächen
anstehende zulaufseitige Druck wird durch den Kanal und das
Wechselventil im Stufenkolben der in Schließrichtung
wirksamen Steuerfläche mitgeteilt, aufgrund deren größeren
Fläche die Nachsaugeeinrichtung geschlossen bleibt. Nachdem
das zulaufseitige Rückschlagventil geöffnet hat, wird die in
Schließrichtung wirksame Steuerfläche an der Nachsauge
einrichtung vom Rückschlagventil aus mit Druckmittel
versorgt. Eine Drossel verhindert, daß größere Mengen an
Druckmittel von der genannten Steuerfläche durch den Kanal zu
der in Öffnungsrichtung wirksamen Steuerfläche und damit zur
zulaufseitigen Leitung zurückfließt.
Üblicherweise sind bei hydrostatischen Antrieben Druck
begrenzungsventile vorgesehen, die jeweils bei einge
schaltetem Bremsventil eine Überlastung der ablaufseitigen
Leitung verhindern, indem sie bei Erreichen des Maximal
drucks zur Gegenseite hin öffnen. Da bei den beschriebenen
Antriebssystemen bereits eine Verbindung zwischen den beiden
Seiten des Motors durch die Nachsaugeeinrichtung gebildet
ist, erweist es sich gemäß einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung als günstig, daß die Bremsventile in Öffnungs
richtung wirksame Steuerflächen aufweisen, die mit dem
zwischen dem Bremsventil und dem Hydromotor anstehenden Druck
beaufschlagbar sind. Auf diese Weise können separate Druck
begrenzungsventile entfallen, wodurch der hydrostatische
Antrieb weiter vereinfacht wird.
Die Druckbegrenzungsfunktion wird von den Bremsventilen mit
übernommen. Sobald bei eingeschaltetem, also in Drossel
stellung befindlichem Bremsventil ein bestimmter ablauf
seitiger Druck am Hydromotor überschritten wird, beginnt das
Bremsventil wieder zu öffnen. Zu diesem Zweck ist neben einer
in Öffnungsrichtung wirksamen Steuerfläche, die mit dem
zulaufseitigen Druck beaufschlagt ist, eine zusätzliche
Steuerfläche vorhanden, die ebenfalls in Öffnungsrichtung
wirksam ist und mit dem ablaufseitigen Druck, also dem Druck
zwischen diesem Bremsventil und dem Hydromotor beaufschlagt
ist.
Eine weitere Vereinfachung durch Verringerung der Zahl der
Bauteile ergibt sich, wenn jeweils ein Bremsventil mit einem
Rückschlagventil zu einer Baueinheit zusammengefaßt ist.
Bei den gattungsgemäßen hydrostatischen Antrieben kommen
häufig Axialkolbenmotoren (z. B. in Schrägscheibenbauweise
oder in Schrägachsenbauweise) zum Einsatz, die mit Brems
ventilen, Nachsaugeeinrichtung und Druckbegrenzungsventilen
nachgerüstet werden. Diese Bauteile werden dazu am Hydromotor
angeflanscht, was die Abmessungen des Aggregats vergrößert
und darüber hinaus eine Schutzvorrichtung oder von vornherein
eine sehr massive Bauweise dieser Bauteile erforderlich
macht, um beim Einsatz unter erschwerten Bedingungen, wie sie
beispielsweise bei Baufahrzeugen vorkommen, mechanischen
Beschädigungen vorzubeugen. Es ist daher vorteilhaft, die
beiden jeweils aus Bremsventil und Rückschlagventil
gebildeten Baueinheiten und die Nachsaugeeinrichtung in die
Steuerbodenaufnahme des Axialkolbenmotors zu integrieren,
wodurch zum einen der Platzbedarf verringert wird und zum
andern die genannten Bauteile geschützt untergebracht sind.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand
des in den Figuren schematisch dargestellten Ausführungs
beispieles näher erläutert.
Dabei zeigt:
Fig. 1 einen Schaltplan eines erfindungsgemäßen
hydrostatischen Antriebs;
Fig. 2 einen Schnitt durch die Steuerbodenaufnahme
einer Axialkolbenmaschine.
Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt aus dem Schnitt nach
Fig. 2.
Eine hydrostatische Verstellpumpe 1 ist über eine Förderleitung
2 und ein Steuerwegeventil 3 an die beiden Hauptleitungen 4
und 5 eines umsteuerbaren Hydromotors 6 angeschlossen, der
gegebenenfalls auch verstellbar ausgebildet sein kann. Mit
dem Steuerwegeventil 3 werden wechselweise die beiden
Hauptleitungen 4 und 5 des Hydromotors 6 an die Förderleitung
2 der Verstellpumpe 1 angeschlossen, wobei jeweils die nicht
angeschlossene Hauptleitung 4 oder 5 mit einem Druckmittel
behälter 7 verbunden ist.
In der Hauptleitung 4 ist ein Bremsventil 7 angeordnet, das
in Richtung zur Drosselstellung federkraftbelastet ist.
Analog dazu ist in der Hauptleitung 5 ein Bremsventil 10
angeordnet, das in Richtung zur Drosselstellung federkraft
belastet ist.
Eine in Öffnungsrichtung wirksame Steuerdruckfläche 8 des
Bremsventils 7 bzw. der Raum vor dieser Steuerdruckfläche 8
steht mit einem Leitungsabschnitt 5a der Hauptleitung 5 in
Verbindung. Der Leitungsabschnitt 5a befindet sich zwischen
dem Steuerwegeventil 3 und dem Bremsventil 10. Analog dazu
steht eine in Öffnungsrichtung wirksame Steuerdruckfläche 11
des Bremsventiles 10 bzw. der Raum vor dieser Steuerfläche 11
mit einem Leitungsabschnitt 4a der Hauptleitung 4 in
Verbindung. Der Leitungsabschnitt 4a befindet sich zwischen
dem Steuerwegeventil 3 und dem Bremsventil 7.
Eine zweite Steuerdruckfläche 9 des Bremsventils 7, die
ebenfalls in Öffnungsrichtung wirksam ist, bzw. der Raum vor
dieser Steuerdruckfläche 9 steht mit einem Leitungsabschnitt
4b der Hauptleitung 4 zwischen dem Hydromotor 6 und dem Brems
ventil 7 in Verbindung. Analog dazu steht eine zweite
Steuerdruckfläche 12, die ebenfalls in Öffnungsrichtung
wirksam ist, bzw. der Raum vor dieser Steuerdruckfläche 12
mit einem Leitungsabschnitt 5b der Hauptleitung 5 zwischen
dem Hydromotor 6 und dem Bremsventil 10 in Verbindung.
Zu dem Bremsventil 7 parallel geschaltet ist ein Rückschlag
ventil 13, das in Richtung zum Hydromotor 6 hin öffnet. Das
Rückschlagventil 13 ist darüber hinaus an den Leitungsab
schnitt 4b angeschlossen und an eine gestricht dargestellte
Leitung 14, wobei diese beiden Leitungen bei geöffnetem
Rückschlagventil miteinander verbunden sind und bei
geschlossenem Rückschlagventil nicht. Analog dazu ist zu dem
Bremsventil 10 ein Rückschlagventil 15 parallel geschaltet,
das in Richtung zum Hydromotor 6 hin öffnet. Das Rückschlag
ventil 15 ist darüber hinaus an den Leitungsabschnitt 5b
angeschlossen und an die bereits erwähnte Leitung 14, wobei
diese beiden Leitungen bei geöffnetem Rückschlagventil
miteinander verbunden sind und bei geschlossenem
Rückschlagventil nicht.
Es ist weiterhin eine Nachsaugeeinrichtung 16 vorgesehen, die
einen Stufenkolben 17 aufweist. An dem Stufenkolben 17 ist
eine in Schließrichtung wirksame Steuerfläche 18 gebildet,
wobei der Raum vor dieser Steuerfläche an die Leitung 14
angeschlossen ist. In Öffnungsrichtung wirksam sind eine
erste Steuerfläche 19, wobei der Raum vor dieser Steuerfläche
mit dem Leitungsabschnitt 5a verbunden ist und eine zweite
Steuerfläche 20, die als Ringfläche ausgebildet ist. Die
Nachsaugeeinrichtung 16 ist in den Leitungsabschnitt 4a, also
den Leitungsabschnitt zwischen dem Steuerwegeventil 3 und dem
Bremsventil 7 geschaltet und zwar derart, dass die
Steuerfläche 20 ständig mit dem Druck aus diesem
Leitungsabschnitt der Hauptleitung 4 beaufschlagbar ist.
Der Teil des Leitungsabschnitts 4a, der sich zwischen der
Nachsaugeeinrichtung 16 und dem Bremsventil 7 befindet, sei
im folgenden mit Leitungsabschnitt 4c bezeichnet. In dem
Stufenkolben 17 ist ein Kanal 21 vorgesehen, an den die
Räume vor der in Öffnungsrichtung wirksamen ersten
Steuerfläche 19 und der zweiten Steuerfläche 20
angeschlossen sind und in den ein Wechselventil 22
geschaltet ist, dessen Ausgang unter Zwischenschaltung
einer Drossel 23 mit dem Raum vor der in Schließrichtung
wirksamen Steuerfläche 18 verbunden ist.
Die Wirkungsweise des beschriebenen hydrostatischen Antriebs
ist wie folgt: Vor dem Anfahren befindet sich das
Steuerwegeventil 3 in Neutralstellung (Mittelstellung). Die
Hauptleitungen 4 und 5 sind drucklos, die Bremsventile 7
und 10 sind infolge Federkraft in Drosselstellung, die
Nachsaugeeinrichtung 16 und die Rückschlagventile 13 und 15
sind ebenfalls infolge Federkraft geschlossen.
Durch Schalten des Steuerwegeventils 3 nach in der Figur
links wird die Hauptleitung 5 des Hydromotors 6 mit der
Förderleitung 2 der Verstellpumpe 1 verbunden. Druckmittel
fließt daher in den Leitungsabschnitt 5a der Hauptleitung 5
und zu der Steuerdruckfläche 8 des Bremsventils 7, also dem
nun ablaufseitigen Bremsventil, sowie zu der in
Öffnungsrichtung wirksamen ersten Steuerfläche 19 des
Stufenkolbens 17 der Nachsaugeeinrichtung 16. Dort gelangt
das Druckmittel durch den Kanal 21 und das Wechselventil 22
zu dem Raum vor der in Schließrichtung wirksamen
Steuerfläche 18. Da die Steuerfläche 18 größer ist als die
Steuerfläche 19, bleibt die Nachsaugeeinrichtung 16
geschlossen. Das Druckmittel fließt über das sich nun
öffnende Rückschlagventil 15 und den Leitungsabschnitt 5b
zum Hydromotor 6. In der Hauptleitung 5
baut sich infolge der Belastung des Hydromotors 6 durch einen
angeschlossenen Verbraucher ein zulaufseitiger Druck auf, der
den genannten Steuerflächen mitgeteilt wird. Das ablauf
seitige Bremsventil 7 öffnet daher. Die Nachsaugeeinrichtung
16 bleibt geschlossen, da der zulaufseitige Druck nicht nur
der Steuerfläche 19, sondern infolge des geöffneten
Rückschlagventils 15 auch der Steuerfläche 18 mitgeteilt
wird. Auch zusammen mit der Wirkung des an der zweiten
Steuerfläche 20 anstehenden ablaufseitigen Drucks wird der
Stufenkolben 17 nicht nach in der Figur links bewegt, solange
der ablaufseitige Druck geringer ist als der zulaufseitige
Druck.
Wenn nun der Hydromotor 6 unter bestimmten Betriebs
bedingungen Energie von dem angeschlossenen Verbraucher
aufnimmt, ändern sich die Druckverhältnisse in den Leitungs
abschnitten 4a, 4b, 5a und 5b der Hauptleitungen 4 und 5. Der
Hydromotor 6 arbeitet dann als Pumpe, wobei es zu einem
Druckanstieg in der Hauptleitung 4 und zu einem Druckabfall
in der Hauptleitung 5 kommt.
Je nach Druckabfall im Leitungsabschnitt 5a der Hauptleitung
5 und der Kennlinie der Federkraftbelastung beginnt das
Bremsventil 7 zu schließen, um so eine Bremswirkung auf den
Hydromotor 6 ausüben zu können und dessen Drehzahl zu
begrenzen.
Unabhängig davon, ob das Bremsventil 7 in Betrieb gesetzt
wird oder nicht, ändern sich durch den Druckabfall im
zulaufseitigen Leitungsabschnitt 5a und den Druckanstieg im
ablaufseitigen Leitungsabschnitt 4c auch die Kräfte
verhältnisse am Stufenkolben 17 der Nachsaugeeinrichtung 16.
Der an der Steuerfläche 20 anstehende ablaufseitige Druck
erzeugt eine Kraft, die größer ist als die Summe der aus dem
zulaufseitigen Druck, der an der zur Steuerfläche 20
korrespondierenden Gegenfläche der Steuerfläche 18 ansteht,
herrührenden Kraft und der Federkraft, die den Stufenkolben
17 in Schließrichtung beaufschlagen. Daher öffnet die
Nachsaugeeinrichtung 16 und Druckmittel wird aus dem
ablaufseitigen Leitungsabschnitt 4c in den zulaufseitigen
Leitungsabschnitt 5a eingespeist, um dort Kavitation am
Hydromotor 6 zu verhindern.
Der beschriebene Vorgang funktioniert auch in umgekehrter
Richtung, wenn also die Hauptleitung 4 mit der
Förderleitung 2 der Verstellpumpe 1 verbunden wird, um die
Drehrichtung des Hydromotors 6 zu ändern.
Die Nachsaugeeinrichtung 16 wird dabei jeweils, in
Abhängigkeit vom zulauf- und ablaufseitigen Druck
gesteuert, wobei das "Abtasten" der Rückschlagventile 13
und 15 dafür sorgt, dass jeweils immer der zulaufseitige
Druck der Steuerfläche 18 mitgeteilt wird.
In Fig. 2 ist ein Schnitt durch die Steuerbodenaufnahme 24
einer Axialkolbenmaschine gezeigt. Fig. 3 stellt einen
vergrößerten Ausschnitt davon dar. Es werden für gleiche
Bauteile wie in Fig. 1 gleiche Bezugszeichen verwendet.
Das Bremsventil 7 ist mit dem Rückschlagventil 13 zu einer
patronenförmigen Baueinheit 25 zusammengefaßt. Analog dazu
ist auch das Bremsventil 12 mit dem Rückschlagventil 15 zu
einer patronenförmigen Baueinheit 26 zusammengefaßt. Zur
Erläuterung des Aufbaus dieser Baueinheiten 25 und 26 wird
der Einfachheit halber im folgenden auf die Baueinheit 25
Bezug genommen. Das Bremsventil 7 hat die Form einer
abgestuften Hülse, die mit mehreren Reihen von
Querbohrungen 7a, 7b und 7c versehen ist. Die Querbohrungen
7b der mittleren Reihe weisen Längsschlitze auf. Das
Bremsventil 7 ist an seinem in der Figur linken Ende durch
einen eingepreßten oder eingeschraubten Stopfen 27
verschlossen,
der federkraftbelastet ist und daher das Bremsventil 7 nach
in der Figur rechts drückt. Der Stopfen 27 weist eine
Längsbohrung 28 auf, die mit Querbohrungen 29 und mit einer
mit den Querbohrungen 29 verbundenen äußeren Ringnut 30
versehen ist. Die Ringnut 30 steht mit einer Querbohrung 31
in dem hülsenförmigen Bremsventil 7 in Verbindung, wobei
die Querbohrung 31 ständig mit der Leitung 14 verbunden
ist, die sowohl an die Nachsaugeeinrichtung 16 als auch an
eine zur Querbohrung 31 analogen Querbohrung in der
Baueinheit 26 angeschlossen ist.
In der Längsbohrung 28 ist längsbeweglich und nach in der
Figur rechts federkraftbelastet das pilzförmig ausgebildete
Rückschlagventil 13 angeordnet, das eine Längsbohrung 32
aufweist, mit Querbohrungen 33 versehen ist und im Bereich
des Pilzkopfes Querkanäle aufweist, die der Leitung 4a in
Fig. 1 entsprechen.
Die patronenförmige Baueinheit 25 ist von zwei in die
Steuerbodenaufnahme 24 eingearbeiteten Ringnuten 34 und 35
umgeben, von denen die in der Figur linke Ringnut 34 an
einen der in der Figur nicht dargestellten Steuerkanäle der
Axialkolbenmaschine angeschlossen ist, der mit den Arbeits
zylindern der Zylindertrommel verbunden ist, und von denen
die in der Figur rechte Ringnut 35 mit der Leitung 4 in
Verbindung steht.
In die Leitung 4 ist die Nachsaugeeinrichtung 16
geschaltet, deren Einzelteile den bereits in Fig. 1
dargestellten Teilen entsprechen.
Unter Bezugnahme auf den bereits geschilderten
Funktionsablauf des erfindungsgemäßen hydrostatischen
Antriebs sei im folgenden noch kurz die Funktionsweise der
in Fig. 2 dargestellten Elemente beschrieben: Bei
angetriebenem Axialkolben-Hydromotor, wenn also Druckmittel
durch den Leitungsabschnitt 5a bzw. durch den dem
Leitungsabschnitt 5a entsprechenden Kanal der Steuerboden
aufnahme 24 einströmt und ein Druck aufgebaut wird, wird
dieser Druck durch einen in der Figur nicht dargestellten
Kanal auch der Steuerfläche 8 an dem hülsenförmigen
Bremsventil 7 mitgeteilt, so dass dieses entgegen
Federkraft öffnet.
Dadurch wird die Ringnut 34 über die Querbohrungen 7b und
7c mit der Ringnut 35 und damit mit dem ablaufseitigen
Leitungsabschnitt 4c bzw. dem dieser Leitung entsprechenden
Kanal der Steuerbodenaufnahme verbunden. Der zulaufseitige
Druck wird darüberhinaus in der bereits geschilderten Weise
der Steuerfläche 18 des Stufenkolbens 17 der
Nachsaugeeinrichtung 16 mitgeteilt, so dass diese geöffnet
bleibt.
Ändern sich nun die Druckverhältnisse infolge
Belastungsumkehr an dem Axialkolben-Hydromotor, so bewegt
sich oberhalb eines bestimmten ablaufseitigen Drucks das
Bremsventil 7 wieder nach in der Figur rechts, wobei durch
die Längsschlitze der Querbohrungen 7b eine Drosselwirkung
erzielt wird und somit das Bremsventil 7 seine Bremswirkung
entfaltet. Im Falle, dass der ablaufseitige Druck zu groß
wird, wird das Bremsventil 7 wieder in Richtung zur
Öffnungsstellung, d. h. nach in der Figur links verschoben,
was mit Hilfe der Steuerfläche 9 geschieht, die an einem
Absatz des hülsenförmigen Bremsventils 7 gebildet ist.
Unabhängig davon wirkt der ablaufseitige Druck auch an der
Steuerfläche 20 des Stufenkolbens 17 der
Nachsaugeeinrichtung 16 und bewegt den Stufenkolben 17 nach
in der Figur links wodurch Druckmittel von der Ablaufseite
zur Zulaufseite fließen kann.
Wenn bei umgekehrter Drehrichtung des Hydromotors der
Leitungsabschnitt 4a als Zulaufleitung dient, strömt das
Druckmittel über die Querbohrungen 7c zum Pilzkopf des
Rückschlagventils 13 und drückt dieses nach in der Figur
links auf. Druckmittel strömt daher sowohl in den Ringkanal
34, um von dort aus den Hydromotor anzutreiben, als auch
durch die Querkanäle, die den Leitungsabschnitt 4a in Fig.
1 entsprechen, in die Längsbohrung 32 des Rückschlagventils
13 und von dort über die Querbohrungen 33 zu den
Querbohrungen 31 und der Ringnut 30 des Bremsventils 7, von
wo aus es über die Leitung 14 zur Steuerfläche 18 des
Stufenkolbens 17 der Nachsaugeeinrichtung 16 strömt.
Claims (6)
1. Hydrostatischer Antrieb mit einem im offenen Kreislauf angeschlossenen
Hydromotor, der in beide Richtungen betreibbar ist, einer Nachsaugeeinrichtung,
die im geöffneten Zustand die Ablaufseite mit der Zulaufseite des Hydromotors
verbindet, wobei die Nachsaugeeinrichtung durch den Druck in der Ablaufseite in
Öffnungsrichtung und durch den Druck in der Zulaufseite in Schließrichtung
beaufschlagbar ist, und mit die Zulauf- bzw. die Ablaufseite bestimmenden
Abtasteinrichtungen, wobei mittels der Abtasteinrichtungen der Druck der
Zulaufseite an die Nachsaugeeinrichtung weitergebbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abtasteinrichtungen von jeweils einem parallel zu einem
Bremsventil (7, 10) geschalteten, in Fließrichtung zum Hydromotor (6) öffnenden
Rückschlagventil (13, 15) gebildet werden, dessen Schaltstellung zur Erkennung
der Ablauf- bzw. Zulaufseite dient, wobei bei geöffnetem Rückschlagventil (13, 15)
der Druck in der Zulaufseite an die Nachsaugeeinrichtung (16) weitergebbar ist.
2. Hydrostatischer Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der
Nachsaugeeinrichtung (16) in Öffnungsrichtung wirksame Steuerflächen (19, 20)
vorgesehen sind, von denen eine erste Steuerfläche (19) mit dem zulaufseiteigen
Druck (5a) und eine zweite Steuerfläche (20) mit dem ablaufseitigen Druck (4c)
beaufschlagt ist, und wobei eine in Schließrichtung wirksame Steuerfläche (18)
vorgesehen ist, der die Abtasteinrichtungen (13, 15) vorgeschaltet sind und die mit
dem zulaufseitigen Druck (5a) beaufschlagbar ist, wobei bei geöffnetem
Rückschlagventil (13, 15) eine Verbindung (14) zwischen der Zulaufseite des
Hydromotors (6) und der Schließrichtung wirksamen Steuerfläche (18) der
Nachsaugeinrichtung (16) hergestellt ist.
3. Hydrostatischer Antrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuer
flächen (19, 20) der Nachsaugeeinrichtung (16) an einem Stufenkolben (17)
gebildet sind, daß der
Stufenkolben (17) einen Kanal (21) aufweist, an den die
Räume vor den beiden in Öffnungsrichtung wirksamen
Steuerflächen (19, 20) angeschlossen sind und in den ein
Wechselventil (22) geschaltet ist, dessen Ausgang unter
Zwischenschaltung einer Drossel (23) mit dem Raum vor der
in Schließrichtung wirkenden Steuerfläche (18) verbunden
ist.
4. Hydrostatischer Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsventile (7, 10)
jeweils in Öffnungsrichtung wirksame Steuerflächen auf
weisen, die mit dem zwischen dem Bremsventil (7, 10) und dem
Hydromotor (6) anstehenden Druck beaufschlagbar sind.
5. Hydrostatischer Antrieb nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß jeweils ein Bremsventil (7, 10) mit
einem Rückschlagventil (13, 15) zu einer Baueinheit (25, 26)
zusammengefaßt ist.
6. Hydrostatischer Antrieb nach Anspruch 5, wobei der Hydro
motor als Axialkolbenmotor ausgebildet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden jeweils aus Bremsventil
(7, 10) und Rückschlagventil (13, 15) gebildeten Baueinheiten
(25, 26) und die Nachsaugeeinrichtung (16) in die Steuer
bodenaufnahme (24) integriert sind.
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| DE19914119333 DE4119333C2 (de) | 1991-06-12 | 1991-06-12 | Hydrostatischer Antrieb mit einem im offenen Kreislauf angeordneten Hydromotor |
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