DE4116926A1 - Vorrichtung zur abwasserklaerung nach dem belebtschlammverfahren insbesondere mit denitrifizierung - Google Patents
Vorrichtung zur abwasserklaerung nach dem belebtschlammverfahren insbesondere mit denitrifizierungInfo
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- C02F—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur
Abwasserklärung nach dem Belebtschlammverfahren, ins
besondere mit Denitrifikation.
Die Abwasserreinigung nach dem Belebtschlammverfah
ren erfolgt üblicherweise in großen Belebungsbecken,
die über Zulaufleitungen mit Steuerwehren, ggf. aus
einem Vorbecken zur Vergleichmäßigung des Abwasser
stromes über Düker beschickt werden.
Eine besonders nützliche Art der Abwasserreinigung
nach dem Belebtschlammverfahren, bei der sowohl eine
Bildung schwer absetzbarer Schlämme vermieden wird
als auch eine erfolgreiche Denitrifizierung statt
finden kann, wird von der Anmelderin in den EP-OS
02 00 875 und 02 84 976 angegeben: Danach wird in
regelmäßigen Zeitabständen Abwasser in zeitlich be
grenzten Schüben zum Belebungsbecken hinzugegeben
und für eine Denitrifizierung gleichzeitig die Be
lüftung abgestellt oder soweit gedrosselt, daß an
oxische Bedingungen vorliegen. Während dieser an
oxischen Phase wird im Becken vorhandenes Nitrat
weitgehend aufgezehrt, dessen ausreichende Konzen
trationsminderung Auslöser für die erneute Aufnahme
der Belüftung im Becken ist.
Es hat sich gezeigt, daß insbesondere für die
ses Verfahren ein Vorrichtungskonzept besonders zweck
mäßig ist, bei dem mehrere Einzelbecken vorgesehen
werden und ein für alle Becken gemeinsamer Zulauf
ausreichend groß dimensioniert und in ausreichender
Höhe angeordnet wird, so daß eine dem intermittieren
den Betrieb angemessene Abwasserspeicherung und
Schnellentleerung in jeweils eines der Becken mög
lich ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist demgemäß gekenn
zeichnet durch mehrere Einzelbecken, die über eine
gemeinsame Zulaufleitung mit Abwasser beschickt
werden, wobei die Zulaufleitung oberhalb des
maximalen Wasserspiegels der Becken angeordnet und
horizontal sowie als Speicherraum für eine insbeson
dere schubweise Abwasserzufuhr zu den einzelnen
Becken ausgebildet und mit schnellöffnenden Schie
bern für die Spontanentleerung in das jeweilige
Becken versehen ist.
Eine solche als Verteiler und Reservoir für Schnell
entleerung wirkende obere Zulaufleitung (oder Rinne)
mit angemessener Speicherkapazität, über die auch
der Rücklaufschlamm transportiert wird, kann stern
förmig, mit Gabelungen oder anders ausgebildet
sein. Besonders zweckmäßig ist jedoch eine die
Einzelbecken verbindende Ringleitung.
Eine solche Rinne ermöglicht neben der Speicherung
und Spontanzugabe mit dem Ziel der Optimierung der
Denitrifikation die Rückhaltung von Spitzenzuflüs
sen (z. B. NH₄-N-Zulaufspitze) und die dosierte Zu
gabe in Zeiten geringen Zulaufes.
Für eine vollständige Entleerung des Inhalts der
Zulaufleitung, insbesondere als Zufuhrschwall beim
o. g. intermittierenden Belebtschlamm-Verfahren, ist
zweckmäßigerweise der Boden der Leitung oberhalb
des durch die Stellung eines verstellbaren Überlauf
wehrs bestimmten maximalen Wasserspiegels der Becken.
Besonders zweckmäßig ist die Ausbildung der Zulauf
leitung als (insbesondere geschlossene) Doppelrinne,
wobei die untere Rinne unterhalb des durch
entsprechende Wehrstellung gegebenen minimalen
Wasserspiegels der Becken angeordnet ist und als
Ableitung für das Schlamm-/Wasser-Gemisch zu dem
oder den Absetz- bzw. Nachklärbecken dient.
Als "Doppelrinne" werden dabei auch Anordnungen
bezeichnet, bei denen die Einzelrinnen nicht
unmittelbar aneinander grenzen, also keine ge
meinsame Wand haben und sich hinsichtlich des
Fassungsvermögens erheblich voneinander unter
scheiden.
Vorzugsweise ist in die ein- oder mehrstöckige Zu
laufleitung eine begehbare Bedienungsbrücke einbezogen.
Der geschlossene Ring und die besondere konstruktive
Ausbildung der Rinne ermöglichen die Außerbetrieb
nahme einzelner Becken (Notumlauf) ohne die Störung
des Abwasserreinigungsverfahrens.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgend beschrie
benen speziellen Ausführungsform mit vier Einzelbecken,
die über eine Ringleitung mit Abwasser versorgt werden,
noch besser verständlich werden. Dabei wird Bezug
genommen auf die angefügten Zeichnungen; es zeigen
schematisch:
Fig. 1 eine Aufsicht auf die Anordnung von
Becken und Ringleitung;
Fig. 2 ein Schema für die bevorzugte doppel
stöckige Rinne mit Bedienungsbrücke;
Fig. 3 die in Fig. 2 gezeigte Anordnung ge
schnitten in Rinnenrichtung (Schema) und
Fig. 4 eine zu Fig. 3 analoge, aber detailliertere
Darstellung.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung von vier Belebungsbecken
(I-IV), die über eine Ringleitung A nacheinander
mit Abwasser schubweise durch Spontanentleerung
(in wenigen Minuten) in eines der Becken durch Be
tätigung eines schnellöffnenden und -schließenden
Absenkschiebers beschickt werden. Mit S sind Schie
ber angedeutet für die Entleerung der Rinne A in
jeweils eines der Becken. Diese Schieber können wie
gezeigt seitlich oder im Rinnenboden vorgesehen sein.
Die Rinne A kann - bei allgemein horizontaler Anordnung -
geringe Neigungen im Boden zu den jeweiligen Ent
leerungsstellen hin aufweisen. B′ bedeutet den Ab
lauf zur Nachklärung über die untere Rinne B.
Fig. 2 zeigt eine konstruktive Ausgestaltung einer
erfindungsgemäßen Doppelrinne, bei der eine Zulauf
rinne A mit hoher Speicherkapazität oberhalb einer un
terhalb des Wasserspiegels angeordneten Rinne B
vorgesehen ist, über die behandelten Abwasser zu
den Nachklärbecken geführt wird. Beide Rinnen (A und
B) sind im vorliegenden Fall nur im Bereich des
Trägers G miteinander verbunden, während das Becken
wasser sonst frei dazwischen zirkulieren kann.
Über der doppelstöckigen Rinne befindet sich eine
Bedienungsbrücke C. Diese Konstruktion bietet die
Möglichkeit, Einrichtungen zur Umwälzung des Wassers
wie D sicher aufzuhängen und zu Wartungszwecken zu
demontieren.
Die Belüftung des Beckens erfolgt über den Becken
boden verteilt und ist hier nicht näher dargestellt.
In Fig. 3 sind die durch ein nicht dargestelltes ver
stellbares Überlaufwehr festgelegten minimalen und
maximalen Wasserspiegel im Belebungsbecken E angedeutet.
Durch Regulierung der Wehrstellung kann der Ablauf
aus den Belebungsbecken vergleichmäßigt werden. In
Fig. 4 erkennt man einen Regelschieber F in der
oberen Rinne A, die im übrigen den Absenkschieber S
für den Schnellablauf des aufgestauten Abwassers
in das Becken E enthält. Dieser ist als Tafelschie
ber ausgebildet und in Fig. 3 nur schematisch an
gedeutet.
Durch die untere Rinne B fließt das Wasser-/Schlamm-
Gemisch zum Nachklärbecken. Diese Rinne enthält Um
lenkklappen H, die eine gesonderte Außerbetriebnahme
einzelner Becken durch Verhinderung von Rückfluß
aus den anderen Becken ermöglicht. Damit können ein
zelne Becken unabhängig von der vorstehend geschil
derten Verfahrensweise außer Betrieb genommen werden.
Claims (6)
1. Vorrichtung zur Abwasserklärung nach dem Belebt
schlammverfahren, insbesondere mit Denitrifikation,
gekennzeichnet durch
mehrere Einzelbecken, die über eine gemeinsame Zu
laufleitung mit Abwasser beschickt werden, wobei
die Zulaufleitung oberhalb des maximalen Wasserspie
gels der Becken angeordnet und horizontal sowie
als Speicherraum für eine insbesondere schubweise
Abwasserzufuhr zu den einzelnen Becken ausgebildet
und mit schnellöffnenden Schiebern für die
Spontanentleerung in das jeweilige Becken versehen
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zulaufleitung als Ringleitung ausgebildet
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zulaufleitung als Doppelrinne ausgebildet
ist mit unterer unterhalb des minimalen Wasserspie
gels der Becken angeordneter Ableitung für das
Schlamm-/Wasser-Gemisch zu dem oder den Absetz- bzw.
Nachklärbecken.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zulaufleitung als geschlossene Doppelrinne
ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
den Einbezug einer Bedienungsbrücke in die ein-
oder mehrstöckige Zulaufleitung.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
den einzelnen Becken zugeordnete Umlenkklappen
in der Rinne B zur gesonderten Außerbetriebnahme
einzelner Becken.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914116926 DE4116926A1 (de) | 1990-05-31 | 1991-05-24 | Vorrichtung zur abwasserklaerung nach dem belebtschlammverfahren insbesondere mit denitrifizierung |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4017529 | 1990-05-31 | ||
| DE19914116926 DE4116926A1 (de) | 1990-05-31 | 1991-05-24 | Vorrichtung zur abwasserklaerung nach dem belebtschlammverfahren insbesondere mit denitrifizierung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4116926A1 true DE4116926A1 (de) | 1991-12-05 |
| DE4116926C2 DE4116926C2 (de) | 1992-06-11 |
Family
ID=25893707
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914116926 Granted DE4116926A1 (de) | 1990-05-31 | 1991-05-24 | Vorrichtung zur abwasserklaerung nach dem belebtschlammverfahren insbesondere mit denitrifizierung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4116926A1 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3508126A1 (de) * | 1985-03-07 | 1986-09-11 | Kernforschungsanlage Jülich GmbH, 5170 Jülich | Verfahren und vorrichtung zur abwasserreinigung nach dem belebtschlammverfahren |
| EP0284976A2 (de) * | 1987-03-28 | 1988-10-05 | Forschungszentrum Jülich Gmbh | Abwasserreinigungsverfahren mit schubweiser Abwasserzufuhr zum Belebungsbecken |
-
1991
- 1991-05-24 DE DE19914116926 patent/DE4116926A1/de active Granted
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3508126A1 (de) * | 1985-03-07 | 1986-09-11 | Kernforschungsanlage Jülich GmbH, 5170 Jülich | Verfahren und vorrichtung zur abwasserreinigung nach dem belebtschlammverfahren |
| EP0200875A2 (de) * | 1985-03-07 | 1986-11-12 | Forschungszentrum Jülich Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zur Abwasserreinigung nach dem Belebtschlammverfahren |
| EP0284976A2 (de) * | 1987-03-28 | 1988-10-05 | Forschungszentrum Jülich Gmbh | Abwasserreinigungsverfahren mit schubweiser Abwasserzufuhr zum Belebungsbecken |
| DE3710325A1 (de) * | 1987-03-28 | 1988-10-13 | Kernforschungsanlage Juelich | Abwasserreinigungsverfahren mit schubweiser abwasserzufuhr zum belebungsbecken |
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| DE-Z.: Korrespondenz Abwasser 35(1988), S. 231-4 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4116926C2 (de) | 1992-06-11 |
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Legal Events
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