DE4115347A1 - Verfahren und vorrichtung zur trennung, insbesondere klassierung eines feststoff-fluessigkeitsgemisches - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur trennung, insbesondere klassierung eines feststoff-fluessigkeitsgemischesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Trennung, insbesondere Klassierung eines
Feststoff-Flüssigkeitsgemisches, wobei das Feststoff-Flüssigkeitsgemisch
einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge
auf der einen Seite aufgegeben, durch die Zentrifugen
trommel geführt und dabei in eine leichte Phase und in
eine schwere Phase getrennt wird, die anschließend ge
trennt voneinander aus der Zentrifugentrommel ausgetragen
werden.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 36 20 912 ist eine
Vollmantel-Schneckenzentrifuge zum Trennen von Feststoff-Flüssigkeitsgemischen
bekannt, bei der das Feststoff-Flüssigkeitsgemisch
in der Zentrifugentrommel von der
Förderschnecke im Gleichstrom von links nach rechts be
wegt und dabei unter Einwirkung der Zentrifugalkraft die
Flüssigkeit vom Feststoff getrennt wird. Die in der Zen
trifugentrommel vom Feststoff abgetrennte Flüssigkeit
wird anschließend von am Schneckenkörper gleichmäßig über
den Umfang verteilt angeordneten Kanälen aufgenommen und
auf der linken Seite über Austragsöffnungen nach außen
abgeführt, während der Feststoff über an der Zentrifugen
trommel auf der rechten Seite gleichmäßig über den Umfang
verteilt angeordneten Düsen nach außen ausgetragen wird.
Die vom Feststoff abgetrennte Flüssigkeit, die die
leichte Phase darstellt, wird hierbei in der Zentrifugen
trommel, und zwar in der Nähe des Dickstoffaustrages um
180° umgelenkt und durch die am Schneckenkörper angeord
neten Kanäle in entgegengesetzter Richtung zum Feststoff
bzw. der schweren Phase durch die Zentrifugentrommel
transportiert und nach außen ausgetragen. Durch diese
starke Umlenkung der leichten Phase im Austragsbereich
der schweren Phase sind in diesem Bereich der Zentrifu
gentrommel Turbulenzen nicht zu vermeiden, die eine
scharfe Trennung, insbesondere Klassierung eines Fest
stoff-Flüssigkeitsgemisches nicht ermöglichen.
Ferner ist auch aus der US-PS 37 82 623 eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge
zur Trennung eines Feststoff-Flüssig
keitsgemisches bekannt, bei der das Feststoff-Flüssig
keitsgemisch in der Zentrifugentrommel zwar auch im
wesentlichen im Gleichstrom geführt und die darin vonein
ander getrennten Phasen an der der Gutaufgabeseite
gegenüberliegenden Seite aus der Zentrifugentrommel aus
getragen werden. Jedoch wird auch hierbei die leichte
Phase mit Hilfe eines gekrümmten Rohres in radialer Rich
tung nach innen in die Schneckenhohlwelle umgelenkt und
nach außen durch die Schneckenhohlwelle ausgetragen. Auch
hierbei sind Turbulenzen in der Zentrifugentrommel in
diesem Bereich nicht zu vermeiden, die ebenfalls eine
scharfe Trennung, insbesondere Klassierung eines Fest
stoff-Flüssigkeitsgemisches nicht ermöglichen. Dasselbe
gilt auch für die sogenannten bekannten Schälzentrifugen,
bei denen die schwere Phase in der Zentrifugentrommel ra
dial nach innen in die Schneckenhohlwelle aufgenommen und
durch diese nach außen ausgetragen wird.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in einer wesentlichen
verfahrens- und vorrichtungsmäßigen Verbesserung der
Trennung eines Feststoff-Flüssigkeitsgemisches, insbeson
dere jedoch einer Klassierung des Feststoff-Flüssigkeits
gemisches in einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge.
Diese Aufgabe wird verfahrenstechnisch dadurch gelöst,
daß sowohl die leichte Phase als auch die schwere Phase
im Gleichstrom durch die Zentrifugentrommel bis zu ihrem
Austrag an der der Gutaufgabeseite gegenüberliegenden
Seite geführt wird, wobei der Austrag der schweren Phase
durch düsenförmige Öffnungen im Trommelmantel weiter
außen und der Austrag der leichten Phasen durch Öffnungen
in der Nähe der Schneckenantriebswelle erfolgt. Durch
diese erfindungsgemäßen Maßnahmen werden in der Zentrifu
gentrommel keinerlei Turbulenzen etc. hervorgerufen, die
den Trennprozeß stören könnten, da beide Phasen ohne Um
lenkung durch die Zentrifugentrommel stets im Gleichstrom
bis zum Austrag völlig störungsfrei geführt werden. Auch
wird bei dem Verfahren gemäß der Erfindung die gesamte
Trommellänge für den Trennprozeß genutzt, so daß dadurch
nicht nur der Entwässerungseffekt bei der Trennung eines
Feststoff-Flüssigkeitsgemisches wesentlich verbessert
wird, sondern wodurch auch sehr vorteilhaft - wie die
Praxis gezeigt hat - eine Klassierung, insbesondere
Feinstkornklassierung erreicht wird. Die Zentrifuge kann
daher sowohl zur Trennung eines Flüssigkeits-Feststoffge
misches als auch als Klassieraggregat wirkungsvoll einge
setzt werden.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Erläuterung einer in
der Zeichnung im Längsschnitt dargestellten Vollmantel-
Schneckenzentrifuge gemäß der Erfindung zur Durchführung
des Verfahrens.
Wie die Zeichnung zeigt, besteht die Vollmantel-Schnec
kenzentrifuge aus einem verhältnismäßig langausgebil
deten, zylindrischen Trommelmantel (1) und einem daran
anschließenden konischen Trommelmantel (2) mit darin ko
axial angeordneter Förderschnecke (3). Der die Schnecken
wendel (4) tragende Schneckentragkörper (5) der Förder
schnecke (3) ist als Hohlwelle ausgebildet, in die für
die Zuführung eines Feststoff-Flüssigkeitsgemisches in
die Zentrifuge ein Gutzulaufrohr (6) koaxial eingeführt
ist. An der der Aufgabeseite gegenüberliegenden rechten
Seite sind im Ubergangsbereich vom zylindrischen Trommel
mantel (1) zum konischen Trommelmantel (2) Austragsöff
nungen (7), insbesondere Düsen, gleichmäßig über den Um
fang verteilt angeordnet, durch die die schwere Phase im
Betrieb der Zentrifuge in Pfeilrichtung (8) aus der Zen
trifugentrommel ausgetragen wird. Für den Austrag der
leichten Phase, die in Strömungsrichtung (Pfeil 9) des
Feststoff-Flüssigkeitsgemisches gesehen mit Abstand hin
ter der schweren Phase aus der Zentrifugentrommel er
folgt, sind im Endbereich des konischen Trommelmantels
(2) Austragsöffnungen (10) vorgesehen, die ebenfalls
gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnet sind.
Dadurch, daß der Austrag der leichten Phase (Pfeil 11)
mit Abstand hinter der schweren Phase (Pfeil 8) im Endbe
reich des konischen Trommelmantels (2) aus der Zentrifu
gentrommel erfolgt, kann sehr vorteilhaft auf den Trenn
effekt, insbesondere Klassiereffekt des jeweils der Zen
trifuge zugeführten Feststoff-Flüssigkeitsgemisches Ein
fluß genommen werden. Dies wird einerseits dadurch er
reicht, daß die Schneckenwendel (12) im konischen Trom
melmantel (2) mit einer geringeren Steigung ausgelegt ist
als die Schneckenwendel (4) im zylindrischen Trommelman
tel (1). Durch diese Auslegung der Schneckenwendel (12)
mit einer geringeren Steigung als die Schneckenwendel (4)
im konischen Trommelmantel wird ein weitestgehend stö
rungsfreier Austrag der leichten Phase (Pfeil 11) aus der
Zentrifugentrommel gewährleistet. Die Schneckenwendel
(12) im Bereich des konischen Trommelmantels (2) kann je
doch gegebenenfalls auch mit einer der Schneckenwendel
(4) entgegengesetzt gerichteten Steigung ausgelegt sein,
um den Austrag der leichten Phase zu begünstigen. Auf
diese Weise kann sehr vorteilhaft Einfluß auf den jeweils
gewünschten Trennschnitt des im Feststoff-Flüssigkeitsge
misch vorhandenen Kornspektrums genommen und der Trenn
schnitt je nach Bedarf nach oben oder nach unten verlegt
werden, und zwar im wesentlichen durch eine Variation der
Austragsöffnungen in ihrer Weite und/oder Anzahl. Weiter
hin läßt sich mit dieser in der Zeichnung dargestellten
Zentrifuge gemäß der Erfindung, bei der der zylindrische
Trommelmantel (1) sehr vorteilhaft eine Länge aufweist,
die etwa dem vierfachen Trommeldurchmesser entspricht,
eine Verschiebung des Körnungstrennschnittes nach unten
oder nach oben in einfacher Weise auch durch eine Verän
derung der Differenzdrehzahl zwischen der Zentrifugen
trommel und der Förderschnecke, oder durch eine Verän
derung der Austragsöffnungen (10) in ihrer Weite und/oder
durch einen Austausch von Feststoffaustragsdüsen, die in
die Austragsöffnungen (7) eingesetzt werden können, mit
unterschiedlichem Öffnungsquerschnitt erreichen. Hierbei
kann es aber auch besonders zweckmäßig sein, daß die Wan
dung der Öffnungen (7) oder auch die der darin angeordne
ten Düsen für den Austrag der schweren Phase schräg bis
tangential nach außen, entgegen der Trommeldrehrichtung
verlaufend angeordnet wird.
Wesentlich für eine scharfe Trennung bzw. Eindickung,
insbesondere Klassierung eines Feststoff-Flüssigkeitsge
misches in einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge ohne
Siebteil, wie sie beispielsweise in der Zeichnung darge
stellt ist, ist es, daß darin sowohl die leichte Phase
als auch die schwere Phase auf einer verhältnismäßig lan
gen Strecke im Gleichstrom durch die Zentrifugentrommel
bis zu ihrem Austrag an der der Gutaufgabeseite gegen
überliegenden Seite geführt wird, wobei der Austrag der
schweren Phase durch die düsenförmigen Öffnungen (7) im
Trommelmantel (1) weiter außen und der Austrag der leich
ten Phase durch die Öffnungen (10) in der Nähe der
Schneckenantriebswelle (5) erfolgt. Durch diese Maßnahmen
gemäß der Erfindung wird ein sich über die Gesamtlänge
der Zentrifugentrommel erstreckender, völlig störungs
freier Absetzvorgang der im Feststoff-Flüssigkeitsgemisch
befindlichen Feststoffe erreicht.
Zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung kann
selbstverständlich anstatt der in der Zeichnung darge
stellten Vollmantel-Schneckenzentrifuge auch eine im
Durchmesser-Längenverhältnis kleiner oder größer ausge
bildete Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit eben denselben
Vorteilen eingesetzt werden, die mit einem zylindrisch
konisch ausgebildeten Trommelmantel oder nur mit einem
zylindrischen Trommelmantel ausgestattet ist. In einem
solchen Falle sind dann die Austragsöffnungen für die
leichte Phase in der der Gutaufgabeseite gegenüberlie
genden Stirnwand in der Nähe der Schneckenwelle anzu
ordnen. Darüber hinaus kann es gegebenenfalls auch
zweckmäßig sein, bei einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge
mit zylindrisch-konischem Trommelmantel die düsenförmigen
Austragsöffnungen für die schwere Phase im unteren Be
reich des konischen Trommelmantels anzuordnen. Die
düsenförmigen Austragsöffnungen für die schwere Phase
können hierbei gegebenenfalls auch im Trommelmantel in
Richtung der Trommelachse verlaufend angeordnet werden,
so daß auch beim Austritt der schweren Phase aus der Zen
trifugentrommel keine Umlenkung erfolgt.
Claims (6)
1. Verfahren zur Trennung, insbesondere Klassierung
eines Feststoff-Flüssigkeitsgemisches in einer im
wesentlichen horizontal angeordneten Vollmantel-
Schneckenzentrifuge, der das Feststoff-Flüssigkeits
gemisch auf der einen Seite aufgegeben, durch die
Zentrifugentrommel geführt und dabei in eine leichte
Phase und in eine schwere Phase getrennt wird, die
anschließend getrennt voneinander aus der Zentrifu
gentrommel ausgetragen werden, dadurch gekennzeich
net, daß sowohl die leichte Phase (11) als auch die
schwere Phase (8) im Gleichstrom durch die Zentrifu
gentrommel (1, 2) bis zu ihrem Austrag an der der
Gutaufgabeseite gegenüberliegenden Seite geführt
wird, wobei der Austrag der schweren Phase (8) durch
düsenförmige Öffnungen (7) im Trommelmantel (1) wei
ter außen und der Austrag der leichten Phase (11)
durch Öffnungen (10) in der Nähe der Schneckenan
triebswelle (5) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Austrag der leichten Phase (11) - in Strö
mungsrichtung (9) des Feststoff-Flüssigkeitsge
misches gesehen - mit Abstand hinter der schweren
Phase (8) aus der Zentrifugentrommel (1, 2) erfolgt.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den
Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch eine ver
hältnismäßig lang ausgebildete Vollmantel-Schnecken
zentrifuge mit zylindrisch-konischem Trommelmantel
(1, 2) ohne Siebteil und mit axialer Zuführung (6)
des Feststoff-Flüssigkeitsgemisches auf der einen
Seite in den zylindrischen Trommelmantel (1) sowie
mit Austragsöffnungen (10) für die leichte Phase
(11) und die schwere Phase (8) auf der gegenüber
liegenden Seite, wobei die Austragsöffnungen (8),
insbesondere Düsen, für die schwere Phase (8) im
Endbereich des zylindrischen Trommelmantels (1) und
die Austragsöffnungen (10) für die leichte Phase
(11) im Endbereich des konischen Trommelmantels (2)
angeordnet sind.
4. Vollmantel-Schneckenzentrifuge nach Anspruch 3, da
durch gekennzeichnet, daß der zylindrische Trommel
mantel (1) eine Länge aufweist, die etwa dem 4
fachen Trommeldurchmesser entspricht.
5. Vollmantel-Schneckenzentrifuge nach Anspruch 3 oder
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneckenwendel
(12) im konischen Trommelmantel (2) mit einer gerin
geren Steigung ausgelegt ist als die Schneckenwendel
(4) im zylindrischen Trommelmantel (1).
6. Vollmantel-Schneckenzentrifuge nach Anspruch 3, 4
oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung der
düsenförmigen Öffnungen (7) für den Austrag der
schweren Phase schräg bis tangential nach außen,
entgegen der Trommeldrehrichtung verlaufend angeord
net ist.
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