DE4114180A1 - Ultraschallwandler - Google Patents
UltraschallwandlerInfo
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Description
Ultraschallwandler werden heute in einer Vielzahl von Anwendungen zur berührungslosen
Abstandsmessung eingesetzt. Je nach der Anwendung werden in diesen Meßsystemen, die
nach dem sogenannten Echolot bzw. Impulslaufzeitverfahren arbeiten, Ultraschallwandler
mit einem sehr schmalen Schallstrahl oder einem sehr breiten Schallstrahl benötigt.
Will man beispielsweise mit einem Ultraschall-Echolot-System einzelne Flaschen auf einem
Fließband zählen, ist ein Ultraschallwandler mit einem sehr schmalen Schallstrahl wün
schenswert.
Auf der anderen Seite möchte man bei berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen für
fahrerlose Transportsysteme oder bei Abstandswarngeräten für Kraftfahrzeuge eine Flä
che in Fahrtrichtung abtasten, die mindestens so breit wie das jeweilige Fahrzeuge ist und
eine Höhe von bis zu 1,5 Metern hat. Will man diese Aufgaben mit Ultraschall-Echolot-
System lösen, werden Ultraschallwandler benötigt, die einen breiten Schallstrahl haben,
jedoch sollte der Öffnungswinkel des Schallstrahls auch nicht größer als 45° sein. Versuche
haben ergeben, daß für derartige Anwendungen ein Öffnungswinkel des Schallstrahls von
40° optimal ist. Der Schallstahl sollte vorzugsweise über seinem gesamten Winkelbereich
keine Einbrüche in der Schallintensität haben, um eine lückenlose Abtastung der Fläche zu
gewährleisten.
In den Patentschriften DE-PS 34 01 979 C2 und DE-PS 25 41 492 werden Ultraschall
wandler beschrieben, die mit einer sogenannten λ/4-Anpaßschicht aus einem syntaktischen
Schaum arbeiten. Den Patentschriften ist zu entnehmen, daß es Aufgabe der Erfindungen
war, eine Schallstrahlung mit besonders geringem Öffnungswinkel zu realisieren. Es ist
bekannt, daß mit dem in den diesen Patenten beschriebenen Verfahren keine Ultraschall
wandler mit großem Öffnungswinkel zu realisieren sind.
Die Offenlegungsschriften DE 31 37 745 A1 und DE 38 26 799 A1 beschreiben Ultra
schallwandler, die aus einem Schwingtöpfchen mit einem auf dem Topfboden angebrach
ten piezokeramischen Schwinger und ein in das Schwingtöpfchen eingebrachtem Dämp
fungsmaterial bestehen. Dieses Dämpfungsmaterial hat die Aufgabe, das Schwingungssy
stem ausreichend zu dämpfen, um möglichst kurze Nachschwingzeiten zu erhalten.
Durchmesser und Dicke der Schwingmembran bestimmen die Resonanzfrequenz des Ultra
schallwandlers und den Öffnungswinkel des Schallstrahls.
Wandler dieser Bauart werden vorzugsweise auf der ersten Oberschwingung betrieben, da
hier die Wandler ihre größte Empfindlichkeit haben. Bei dieser Betriebsart bilden sich rota
tionssymmetrisch - ausgehend vom Mittelpunkt der Schwingmembran - ein Schwingungs
bauch, ein Schwingungsknoten, ein Schwingungsbauch und am äußeren Rand, dem Auf
hängungspunkt der Schwingmembran, wieder ein Schwingungsknoten aus. Die beiden
Schwingungsbäuche schwingen zueinander mit einer Phasenverschiebung von 180°. Dies
verursacht den für diese Wandler typischen Schallstrahl mit einer breiten Hauptschallkeule
und der ausgeprägten rotationssymmetrischen Schallnebenkeule. Gerade diese Schallne
benkeule ist für die Eingangs beschriebenen Anwendungen von großem Nachteil, da die
Schallintensität zwischen der Schallnebenkeule und der Schallhauptkeule sehr stark ein
bricht und in diesem Bereich somit keine Echos empfangen werden können. Ein weiterer
Nachteil ist, daß durch die Schallnebenkeule der Öffnungswinkel des Schallstrahl für die
praktische Anwendung zu groß wird. Versuche, mit Schalltrichtern den Öffnungswinkel
des Schallstrahl zu verkleinern, haben zu keiner befriedigenden Lösung geführt.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Ultraschallwandler
dieser Art so weiterzubilden, daß nur die Hauptschallkeule für die gestellten Meßaufgaben
genutzt wird und die rotationssymmetrische Schallnebenkeule so weit unterdrückt wird,
daß sie keine auswertbaren Signale mehr liefert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruch 1 gelöst.
Der Erfindung liegt dabei der Gedanke zugrunde, die Bedämpfung des Schwingsystems
nicht in das Schwingtöpfchen einzubringen, sondern auf der dem Ausbreitungsmedium
zugewandten Seite der Schwingmembran. Das Dämpfungsmaterial wird ringförmig auf der
Außenseite der Schwingmembran aufgebracht und deckt den Bereich zwischen inneren und
äußeren Schwingungsknoten vollständig ab. Bei einer solchen Ausbildung absorbiert das
Dämpfungsmaterial den durch den zweiten Schwingungsbauch abgestrahlten Anteil des
Schallstrahls und läßt in diesem Bereich der Schwingmembran auch keinen Empfang von
Echosignalen zu. Für dieses Dämpfungsmaterial wird vorzugsweise ein Silikonkautschuk
oder ein geschlossenporiger Schaumstoff verwendet.
Bei einer bevorzugten Ausführung ragt das Dämpfungsmaterial noch über den äußeren
Rand der Schwingmembran hinaus und umschließt zugleich die umlaufende Topfwan
dung. Vorteilhaft ist, daß das Dämpfungsmaterial hier zu einem Formteil ausgearbeitet wer
den kann. Somit kann das Schwingelement einfach in das Formteil eingepreßt werden, was
den fertigungstechnischen Aufwand erheblich reduziert.
Die Erfindung und deren vorteilhafte Ausgestaltungen werden nachstehend anhand der
Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Ausführung des Ultraschallwandlers.
Fig. 2 zeigt ein Beispiel für ein Richtdiagramm eines erfindungsgemäßen Ultraschall
wandlers.
Fig. 3 zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Ultraschallwandlers.
Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des Ultraschallwandlers.
In Fig. 5 ist als Schnittzeichnung dargestellt, wie die Schwingmembran auf ihrer 1. Ober
schwingung arbeitet.
Fig. 6 zeigt ein Richtdiagramm eines Ultraschallwandlers nach dem Stand der Technik.
In Fig. 5 ist ein Ultraschallwandler nach dem Stand der Technik mit einem topfförmigen
Schwingelement (1), seiner Schwingmembran (2) und der auf der Innenseite des
Schwingelements befestigte piezokeramische Schwinger (3) zu sehen. Die beiden Drähte
(4) dienen zum elektrischen Anschluß des Schwingers. Wegen der besseren Übersicht ist
in der Zeichnung das üblicherweise in das Schwingtöpfchen eingebrachte Dämpfungsmate
rial nicht dargestellt.
Die Schwingmembran schwingt auf ihrer 1. Oberschwingung. Die Momentaufnahmen der
maximalen Membranauslenkungen zeigen den im Mittelpunkt der Membran liegenden
Schwingungsbauch (22), den sich daran anschließenden rotationssymmetrischen Schwin
gungsknoten (21), den äußeren rotationssymmetrischen Schwingungsbauch (23) und den
äußeren Schwingungsknoten (20), der mit dem Aufhängungspunkt der Membran zusam
menfällt.
In dem Richtdiagramm in Fig. 6 sieht man die für einen Ultraschallwandler gemäß
Fig. 5 typische rotationssymmetrische Hauptschallkeule (100) und die rotationssymme
trische Schallnebenkeule (101).
Fig. 1 zeigt eine Ausführung der erfindungsgemäßen Weiterbildung des Ultraschallwand
lers. Auf der dem Ausbreitungsmedium zugewandten Seite der Schwingmembran (2) ist
ringförmig ein Dämpfungsmaterial (30) aufgebracht. Das Dämpfungsmaterial deckt die
Schwingmembran zwischen dem inneren Schwingungsknoten (21) und dem äußeren
Schwingungsknoten (20) vollständig ab.
Über die Materialeigenschaften und die Schichtdicke des Dämpfungsmaterials wird das
Nachschwingverhalten des Schwingsystems und die Bedämpfung der Schallnebenkeule
eingestellt. Neben der halbkreisförmigen Ausgestaltung der Wulst sind auch andere For
men möglich. Wichtig ist nur, daß die Wulst eine Materialstärke hat, die die Schallneben
keule ausreichend bedämpft.
Das Richtdiagramm in Fig. 2 zeigt, daß durch das außen auf der Schwingmembran auf
gebrachte Dämpfungsmaterial nun die Nebenschallkeule vollständig unterdrückt wird.
In der bevorzugten Ausführung in Fig. 3 umschließt das Dämpfungsmaterial (40) zusätz
lich die umlaufende Topfwandung des Schwingelements (1). Das Dämpfungsmaterial ist
zu einem Formteil ausgearbeitet, in dem das Schwingelement nachträglich eingepreßt und
durch eine umlaufende Lippe (41) gehalten wird.
Schwingelement und Formteil können anschließend durch Preßsitz in ein Gehäuse einge
bracht werden.
Es ist auch möglich, das Dämpfungsmaterial durch ein Spritzverfahren direkt auf das
Schwingelement aufzutragen. In diesem Fall ist das Dämpfungsmaterial fest mit dem
Schwingelement verbunden, wodurch Wasser- und Schmutzeinschlüsse zwischen Dämp
fungsmaterial und Schwingkörper vermieden werden.
In der Ausführung der Erfindung nach Fig. 4 ist das Schwingelement (1) in ein dünn
wandiges Formteil (50) eingesetzt. Die kleinere Trichteröffnung hat einen Durchmesser,
der etwa dem des Schwingungsknoten (21) entspricht. Der Rand dieser Trichteröffnung
und die Schwingmembran sind mit einem Silikonkautschuk (52) abgedichtet. Das Form
teil ist vorzugsweise aus einem schlag- und witterungsfestem Kunststoff gefertigt. In dem
Zwischenraum zwischen Schwingelement und Formteil ist ein Dämpfungsmaterial (51)
eingebracht. Da das Dämpfungsmaterial in dieser Ausführungsform gegen äußere Umwelt
einflüsse geschützt ist, kann hierfür auch ein flockiger Stoff wie Glaswolle benutzt wer
den.
Abschließend sollen die Vorteile der Erfindung noch einmal zusammengefaßt werden:
Ultraschallwandler, die aus einem topfförmigen Schwingelement und einem auf dem Topf
boden aufgebrachten piezokeramischen Schwinger aufgebaut sind, haben ihre größte Emp
findlichkeit, wenn sie auf der 1. Oberschwingung betrieben werden. In dieser Betriebsart
bildet sich jedoch ein Schallstrahl mit einer rotationssymmetrischen Hauptschallkeule und
einer rotationssymmetrischen Schallnebenkeule aus.
Erfindungsgemäß wird auf der Schwingmembran der ringförmige Bereich zwischen inne
rem und äußerem Schwingungsknoten mit einem akustischen Dämpfungsmaterial abge
deckt. Diese vorteilhafte Ausgestaltung bewirkt, daß die Schallnebenkeule vollständig
unterdrückt wird und so die Hauptschallkeule mit ihrer vollen Empfindlichkeit für die Ein
gangs beschriebenen Meßaufgaben genutzt werden kann. Das aufgebrachte Dämpfungsma
terial bedämpft zusätzlich das Schwingsystem, wodurch die üblicherweise in das Schwing
töpfchen eingebrachte Bedämpfung entfallen kann. Über den Durchmesser und die Dicke
der Schwingmembran kann der Öffnungswinkel der Hauptschallkeule variiert werden.
Claims (4)
1. Ultraschallwandler zur Aussendung und zum Empfang von Ultraschallschwingungen
vorgegebener Wellenlänge in einem gasförmigen Ausbreitungsmedium, bestehend aus ei
nem topfförmigen Schwingelement mit einer umlaufenden Seitenwand, wobei auf dem als
Schwingmembran wirkenden Topfboden ein piezokeramischer Schwinger angebracht ist
dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem Ausbreitungsmedium zugewandten Seite
der Schwingmembran, ausgehend vom ersten Schwingungsknoten auf der Schwingmem
bran bis zum äußeren Rand des Schwingelements, ein akustisches Dämpfungsmaterial aus
reichender mechanischer Stabilität ringförmig aufgebracht ist.
2. Ultraschallwandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befestigung
des Schwingelements in einem Gehäuse das aufgebrachte Dämpfungsmaterial noch über
den äußeren Rand des Schwingelements hinausragt und zugleich den Topfmantel mit um
schließt.
3. Ultraschallwandler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das aufge
brachte Dämpfungsmaterial fest mit dem Schwingelement verbunden ist.
4. Ultraschallwandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein dünnwandi
ges, trichterförmiges Formteil ausreichender mechanischer Stabilität vor der Schwingmem
bran angebracht ist und die kleinere Öffnung des Formteils einen Durchmesser hat, der in
der gleichen Größenordnung liegt wie der des ersten Schwingungsknoten der Schwing
membran und daß diese Öffnung zentriert über dem ersten Schwingungsknoten auf der
Schwingmembran liegt, wobei das akustisches Dämpfungsmaterial in dem Hohlraum zwi
schen dem Formteil und dem Schwingelement ringförmig eingebracht ist.
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