DE4114006A1 - Verfahren zum messen des sauerstoffgehalts von kohlendioxydhaltigen gasen - Google Patents
Verfahren zum messen des sauerstoffgehalts von kohlendioxydhaltigen gasenInfo
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Description
Für die Messung des Sauerstoffgehaltes von Gasen, z. B. Auto
abgasen, werden häufig elektrochemische Meßzellen verwendet,
die eine mit einem Elektrolyt getränkte Elektrode aus porösem
Blei und eine Edelmetallelektrode enthalten. Das ganze ist in
einem Kunststoffbehälter eingebaut, welcher mit einer gasdurch
lässigen Membran abgeschlossen ist, durch die das Meßgas diffun
diert. Werden die beiden Elektroden über einen Widerstand mit
einander verbunden, so fließt ein Strom, der unter bestimmten
Bedingungen proportional zum Sauerstoffgehalt des Meßgases ist.
Bei diesem Vorgang wird das Blei oxydiert und verbraucht.
Derartige Meßzellen, die aus den US-Patentschriften 34 29 796
und 37 67 552 bekannt sind, sind empfindlich gegen kohlendioxyd
haltige Meßgase. Wird nämlich eine solche Meßzelle über längere
Zeit der Einwirkung von kohlendioxydhaltigem Gas ausgesetzt,
so kann sie derart vergiftet werden, daß eine reproduzierbare
Sauerstoffmessung nicht mehr gewährleistet ist. Die Dauer, wäh
rend der Kohlendioxyd auf die Meßzelle einwirken darf, ohne daß
die Meßeigenschaften der Zelle beeinträchtigt werden, ist um
so kürzer, je höher die Kohlendioxydkonzentration ist. Diese
Meßzellen haben allerdings die Eigenschaft, sich nach einer
gewissen Zeit zu regenerieren, wenn sie einer kohlendioxyd
armen Atmosphäre, z. B. Luft, ausgesetzt werden. Wird eine
solche Zelle aber sehr lange einem kohlendioxydhaltigen Gas
ausgesetzt, wird sie bleibend geschädigt und muß ausgetauscht
werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ver
fahren der eingangs beschriebenen Art anzugeben, das zuverläs
sig Fehlmessungen des Sauerstoffgehaltes von Gasen verhindert,
die dadurch entstehen, daß die Meßzelle unerkannt zu lange koh
lendioxydhaltigem Gas ausgesetzt wird. Die Betriebsbereitschaft
der Meßzelle soll nicht unnötig lange unterbrochen werden.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den im kennzeichnen
den Teil des Anspruchs 1 angegebenen Maßnahmen gelöst.
Mit dem neuen Verfahren wird durch zeitliches Aufintegrieren
des Kohlendioxydgehaltes des Meßgases und durch zeitliche
Abintegration, wenn die Meßzelle kohlendioxydarmem Gas ausge
setzt ist, ein Summenwert gebildet, der in etwa dem jeweiligen,
durch die Kohlendioxydbelastung bedingten Zustand der Meßzelle
entspricht. Bei der Bildung des Summenwertes kann der Kohlen
dioxydanteil (PO) berücksichtigt werden, bei dem die Meßzelle
weder geschädigt noch regeneriert wird, indem nicht das Inte
gral über den Kohlendioxydanteil (P) des Meßgases, sondern über
die Differenz (P-PO) gebildet wird. In der Praxis, z. B. bei
der Messung des Kohlendioxydanteils in Autoabgasen, wo der
Kohlendioxydanteil etwa 15% beträgt und zum Regenerieren Gas
mit einem Kohlendioxydanteil von weniger als 1%, z. B. Luft,
verwendet wird, genügt es im allgemeinen, das Integral des
Kohlendioxydanteils zu bilden und während der Regenerierungs
phasen mit einer konstanten Rate den Summenwert zu verringern.
Es wird dann, je nach Typ der verwendeten Meßzelle, nur vorge
geben, welches Verhältnis die Dauer der Meßphasen bei einem
bestimmten Anteil von Kohlendioxyd zur Dauer der Regenerie
rungsphasen haben soll. In einem praktischen Fall ist bei einem
Kohlendioxydanteil von 15% im Meßgas dieses Verhältnis 1 : 1.
Anhand der Zeichnung werden im folgenden die Erfindung sowie
Ergänzungen und Ausgestaltungen näher beschrieben und erläu
tert.
Fig. 1 zeigt eine prinzipielle Anordnung zur Durchführung des
neuen Verfahrens.
In den Fig. 2 und 3 wird anhand von Diagrammen das neue Ver
fahren verdeutlicht.
In Fig. 1 ist mit 4 ein Analysengerät bezeichnet, dem mittels
eines Dreiwegeventils 2 wahlweise über eine Leitung 1 ein Meß
gas, im Ausführungsbeispiel das Abgas eines Verbrennungsmotors,
oder über eine Leitung 3 Luft zugeführt werden kann und das die
Anteile von drei Komponenten des Meßgases, nämlich Kohlen
monoxyd, Kohlendioxyd und Kohlenwasserstoffe in elektrische
Signale umsetzt und an ein Auswertegerät 6, z. B. einen Rechner
zum Ermitteln des sogenannten Lambda-Wertes, liefert. Vom
Analysengerät 4 wird das Meßgas bzw. die Luft einer elektro
chemischen Sauerstoff-Meßzelle 5 zugeführt, die ein dem Sauer
stoffanteil des Meßgases entsprechendes Signal dem Rechner 6
zuführt. Die Meßzelle 5 ist gegen Kohlendioxyd empfindlich; bei
längerer Einwirkung des Meßgases, das im Falles eines Verbren
nungsmotors einen Meßgasanteil von 15% hat, werden ihre
Meßeigenschaften beeinträchtigt, die Meßwerte sind nicht mehr
reproduzierbar. Sie kann aber dadurch regeneriert werden, daß
sie mit kohlendioxydarmem Gas, z. B. Luft, gespült wird. Aus
diesem Grunde ist das Dreiwegeventil 2 vorgeschaltet, das
im Ausführungsbeispiel zwischen der Meßgasleitung 1 und dem
Analysengerät 4 sitzt, und über das wahlweise Meßgas oder ruft
zugeführt werden kann. Im Ausführungsbeispiel wird es von einer
gestrichelt dargestellten Ventilsteuerung 8 betätigt, die ihrer
seits von einer Überwachungseinheit 7 gesteuert wird, das die
vom Analysengerät 4 ermittelten Kohlendioxydwerte aufsummiert.
Die Steuerung kann in der Freigabe und dem Sperren von Meßphasen
bestehen, die von Hand eingeleitet werden. Die entsprechenden
Meldesignale werden dem Rechner 6 zugeführt. In Fig. 1 sind
zwecks einer klaren Darstellung die Überwachungseinheit 7 und
die Auswerteeinheit 6 als verschiedene Blöcke dargestellt.
Selbstverständlich kann die Integration der Kohlendioxydwerte
auch vom Auswertegerät 6 übernommen werden, da dies im allge
meinen einen hierzu geeigneten Rechner enthält.
Aufgabe der Überwachungseinheit 7 ist, dafür zu sorgen, daß die
Beströmung der Meßzelle 5 mit kohlendioxydhaltigem Gas nicht zu
lange andauert und daß, wenn eine Belastung mit kohlendioxydhal
tigem Gas stattgefunden hat, der Meßzelle genügend Zeit für die
Regeneration gegeben wird. Im Ausführungsbeispiel soll das Ver
hältnis zwischen der Beströmungszeit mit einem Gas von ca. 15%
Kohlendioxydanteil und der Erholzeit etwa 1 : 1 betragen.
Fig. 2 veranschaulicht die Funktion der Anoranung nach Fig. 1.
Fig. 2a zeigt ein Zeitdiagramm, nach dem Meßphasen, in denen
Belastung der Meßzelle so groß, daß eine exakte Messung nicht
mehr sichergestellt ist. Die Überwachungseinheit 7 gibt daher
ein Meldesignal ab, aufgrund dessen mit dem Beginn der nächsten
Meßphase gewartet wird, bis der Summenwert unter den Grenzwert
S1 sinkt. Liegt der Summenwert zwischen den Grenzwerten S2 und
S3 als Zeichen für eine erhebliche Kohlendioxydbelastung der
Meßzelle, wird die nächste Meßphase erst dann freigegeben, wenn
der Summenwert auf 0 gesunken ist und damit die Regeneration
der Meßzelle sichergestellt ist. Überschreitet der Summenwert
auch noch den obersten Grenzwert S3, ist eine vollständige
Regeneration der Meßzelle nicht mehr gewährleistet, so daß sie
ausgewechselt werden muß. Eine so hohe Belastung kann z. B.
dann auftreten, wenn während einer Messung das Gerät abgestellt
und für mehrere Tage stillgesetzt wird. Eine solche Schädigung
der Meßzelle kann dadurch vermieden werden, daß mittels eines
Ausschaltprogramms beim Ausschalten der Meßanordnung das Drei
wegeventil 2 in die Stellung gebracht wird, in der das Analy
sengerät 4 und die Meßzelle 5 mit Luft gespült werden und die
Spülung für einige Minuten aufrechterhalten wird, so daß mit
Sicherheit die Meßzelle 5 einem Gas mit weniger als 1% Kohlen
dioxydgehalt ausgesetzt ist.
Die Grenzwerte S1, S2, S3 sind in Verbindung mit den Steigungen
beim Auf- und Abintegrieren des Summenwertes so gewählt, daß
der jeweilige Summenwert in etwa den tatsächlichen Belastungs
zustand der Meßzelle mit Kohlendioxyd angibt. Kleinere Abwei
chungen schaden nicht, da nach längeren Meßpausen und auch
während des Betriebs, wenn der Schwellwert S2 überschritten
wird, die Zelle immer wieder völlig regeneriert wird und auf
die Kohlendioxydbelastung 0, also einen definierten Zustand,
zurückgebracht wird.
Beim Ausschalten der Meßanordnung werden der zuletzt gemessene
Kohlendioxydwert und die Uhrzeit des Ausschaltens in einem
Speicher, der zweckmäßig mit einer Batterie gepuffert ist,
hinterlegt. Nach dem Wiedereinschalten werden die gespeicherten
Werte dazu benützt, ein entsprechendes Integral für die Zeit zu
bilden, in der die Meßanordnung ausgeschaltet war. Auf diese
ein Gas mit 15% Kohlendioxydanteil gemessen wird, und Regene
rationsphasen dargestellt sind. Die erste Meßphase beginnt mit
der Minute 1 und dauert 3 Min. Die folgende Regenerationsphase
dauert 2 Min., die anschließende Meßphase ebenfalls 2 Min. bei
15% Kohlendioxydanteil.
Fig. 2b zeigt den zeitlichen Verlauf des durch Integration
des Kohlendioxydanteils gebildeten Summenwertes und dessen Ver
mindern während der Regenerationsphasen. Zu Beginn der ersten
Meßphase ist der Summenwert 0. Wegen der Konstanz des Kohlen
dioxydanteils steigt dann der Summenwert während der ersten
Meßphase linear an, bis er nach 3 Min. den Wert 45% = min
erreicht. Danach wird die Meßzelle mit Luft gespült und der
Summenwert wird verringert. Da bei einem Kohlendioxydanteil von
15% das Verhältnis von Meß- zu Regenerationszeiten 1 : 1 be
tragen soll, wird der Summenwert in der Zeiteinheit um densel
ben Betrag vermindert, um den er während der Meßphase erhöht
wurde. In der anschließenden Meßphase während der Minuten 6 bis
8 steigt der Summenwert wieder an, und zwar, da der Kohlen
dioxydanteil wieder 15% beträgt, mit derselben Steigung wie in
der ersten Meßphase. Bei kleinerem Kohlendioxydanteil wird die
Steigung geringer, bei höherem Kohlendioxydanteil höher.
Fig. 2b zeigt, daß zwar, wenn das Verhältnis 1 : 1 von Meß
phase zu Regenerationsphase eingehalten wird, die Spitzen des
Summenwertes kann ansteigen, daß aber dann, wenn eine Meßphase
zu lange dauert oder mehrere lange Meßphasen mit mehreren kur
zen Regenerationsphasen abwechseln, der Summenwert beträchtlich
ansteigen kann. Es besteht daher die Gefahr, daß die Meßzelle
durch das Kohlendioxyd vergiftet wird und fehlerhafte Meßwerte
abgibt. Um dieser Gefahr zu begegnen, sind, wie aus Fig. 3
ersichtlich, Grenzwerte S1, S2, S3 vorgesehen, mit denen die
Summenwerte zu Beginn einer Meßperiode verglichen werden. Ist
zu Beginn einer Messung der Summenwert kleiner als der unterste
Grenzwert S1, ist die Meßzelle nur schwach mit Kohlendioxyd
belastet, und eine Messung ist jederzeit möglich. Befindet sich
der Summenwert zwischen den Grenzwerten S1 und S2, ist unter
ungünstigen Umständen, z. B., wenn infolge einem hohen Kohlen
dioxydanteils oder einer langen Meßperiode, die Kohlendioxyd
Weise wird auch die Zeit, in der das Meßgerät nicht in Betrieb
war, dazu verwendet, den Summenwert zu erhöhen oder zu ver
ringern und bei Beginn einer Messung den Belastungszustand der
Meßzelle anzuzeigen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Messen des Sauerstoffgehaltes von kohlendioxyd
haltigen Gasen mittels einer Sauerstoff-Meßzelle, deren Meß
eigenschaften durch die Einwirkung von Kohlendioxyd beeinträch
tigt werden und die mit einem Gas niedrigen Kohlendioxydgehal
tes regenerierbar ist, dadurch gekennzeich
net,
- - daß während Meßphasen der Kohlendioxydgehalt des Meßgases gemessen und durch Integration über die Zeit ein Kohlen dioxyd-Summenwert gebildet wird,
- - daß während Regenerierungsphasen, in denen die Meßzelle einem Gas mit niedrigem Kohlendioxydgehalt ausgesetzt ist, der Kohlendioxyd-Summenwert mit einer Rate vermindert wird, die kleiner oder gleich der Regenerationsrate ist,
- - daß, wenn der Kohlendioxyd-Summenwert einen ersten Grenzwert (S1) übersteigt, ein Meldesignal, auf das die Meßzelle regene riert wird, erzeugt wird, und daß, wenn der Kohlendioxyd-Su mmenwert den ersten Grenzwert (S1) unterschreitet, ein Freigabesignal für eine Meßphase gegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß, wenn der Kohlendioxyd-Summenwert
zwischen einem zweiten (S2) und einem dritten Grenzwert liegt,
die Meßzelle so lange regeneriert wird, bis der Summenwert
auf 0 vermindert ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß, wenn der Kohlendioxyd-Summen
wert einen dritten, über dem zweiten Grenzwert (S2) liegenden
Grenzwert (S3) übersteigt, ein Meldesignal erzeugt wird, das
eine bleibende Schädigung der Meßzelle anzeigt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßzelle mit einem Gas
mit einem Kohlendioxyd-Gehalt von weniger als 1%, vorzugsweise
Luft, regeneriert wird.
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