DE4111411A1 - Rotor mit einem schutzmantel - Google Patents
Rotor mit einem schutzmantelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Rotor gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Es ist bekannt Rotoren, die bruchgefährdete Bauelemente ent
halten, mittels eines Schutzmantels gegen Beschädigungen zu
schützen. Solche Beschädigungen können verursacht werden
durch radiale Fliehkräfte als Folge hoher Umfangsgeschwin
digkeiten, magnetische Anzugskräfte, Erschütterungen, Fall
kräfte, thermische Ausdehnungskräfte usw.
Als Schutzmantel sind dünnwandige Rohre aus Metall oder Glas
faser- bzw. Kohlefasergeflechten bekannt, die über den Rotor
geschoben und verklebt werden. Solche Rohre müssen paßgenau
ausgeführt werden und verursachen dadurch hohe Kosten.
Aus der US-PS 49 18 802 ist es bekannt, die Permanentmagnet-
Segmente eines Rotors mittels eines dünnwandigen Metallzylin
ders von außen her in radialer Richtung zu haltern. Dabei ist
der Innendurchmesser des Metallzylinders etwas kleiner als der
Außendurchmesser der zu halternden Permanentmagnete. Beim
Aufpressen des Metallzylinders wird dieser elastisch gedehnt.
Die Magnete werden auf diese Weise sicher gehalten. Hierbei muß
insbesondere der Innendurchmesser des Metallzylinders eine
hohe Paßgenauigkeit aufweisen.
Es ist auch bekannt bei Rotoren von Elektromotoren, die Per
manentmagnete mittels eines Schutzmantels gegen Beschädigungen
zu schützen. Dieser Schutzmantel wird durch Umwickeln und Ver
kleben der Rotoren mit Drähten, Bändern oder Geflechten aus
Metall-, Kohle- oder Glasfasern erzeugt. Zur Erzielung gleich
mäßiger dünner Schichten ist ein aufwendiger Wickelprozeß sowie
eine Nachbehandlung der Oberfläche erforderlich. Zudem können
Risse an den Nahtstellen auftreten und bei der Nachbearbeitung
die Fasern verletzt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, die hier in Rede stehenden Ro
toren so zu verbessern, daß bei gleichzeitiger Erhöhung der
Sicherheit die Kosten bei der Herstellung solcher Rotoren ge
senkt werden.
Die Lösung der Aufgabe ist im kennzeichnenden Teil des An
spruchs 1 angegeben.
Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Weiterbildungen der Er
findung ergeben sich aus den im folgenden beschriebenen und
in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen sowie
aus den Unteransprüchen.
Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Rotors
gemäß dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung eines erfin
dungsgemäßen Rotors;
Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III des
Rotors gemäß Fig. 2 und
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung eines Schutz
mantels gemäß Fig. 2 und 3.
Fig. 1 zeigt einen Rotor 1 wie er beispielsweise in schnellaufenden
Elektromotoren Verwendung findet. Der Rotor 1 be
steht aus einer Welle 2, auf der eine ferromagnetische Hülse 3
befestigt ist. Auf dem Außenmantel der Hülse 3 sind permanent
magnetische Rotorpole 4 angebracht. Um bei sehr hohen Umfangs
geschwindigkeiten oder anderen hohen Belastungen zu verhin
dern, daß sich die Rotorpole 4 lösen, ist ein Schutzmantel 5
um diese Rotorpole 4 herum angeordnet.
In Fig. 2 und 3 ist ein erfindungsgemäßer Rotor dargestellt,
der im wesentlichen dem in Fig. 1 entspricht. Der Schutzmantel
5 besteht hier aber nicht aus einer Hülse oder einem Geflecht
sondern aus einer Schraubenfeder 51 mit Windungen 52. Die Win
dungen 52 sind gleichmäßig, vorzugsweise aneinanderliegend, auf
die gesamte axiale Länge der Rotormantels verteilt angeordnet.
Die Schraubenfeder 51 ist als Zugfeder ausgebildet, deren Win
dungen 52 mit leichter Vorspannung aufeinander liegen, wobei
der Innendurchmesser d der entspannten Feder 51 gleich oder
kleiner ist als der Durchmesser des Rotors.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen Schutzmantels 5 für
den Rotor 1 wird im folgenden beschrieben. Die Rotorober
fläche wird mit einer Kleberschicht versehen. Zum Beispiel durch
Aufdrehen der Feder 51 wird der Innendurchmesser der Feder ver
größert. Die Feder läßt sich so leicht über den Rotor 1 ziehen
oder schieben. Nach dem Aufschieben schlingen sich die Draht
windungen 52 paßgenau um die Rotoroberfläche, wobei die Zugfeder
entlastet wird. Der auf der Rotoroberfläche aufgebrachte Kle
ber härtet ohne zusätzliche Vorrichtungen aus. Vorteilhafter
weise wird der Innendurchmesser der entspannten Feder 51 klei
ner gewählt als der Durchmesser des Rotors, um eine straffere
bzw. enge Umschlingung zu erreichen. Dadurch wird ein Tole
ranzausgleich sowie auch eine hohe Rundlaufgenauigkeit am
Außendurchmesser des Schutzmantels gewährleistet. Eine Nachbe
arbeitung ist nicht erforderlich.
Der Drahtquerschnitt der Feder 51 kann rechteckig oder rund
sein. Wichtig ist, daß er in seiner gesamten Länge möglichst
geringe Toleranz in der Dicke aufweist.
Parameter zur Beeinflussung der Wirksamkeit des erfindungsge
mäßen Schutzmantels 5 sind im wesentlichen der Drahtdurchmes
ser, der Windungsdurchmesser, die Steigung der Windungen und
das Material der Feder.
Der als Schraubenfeder 51 ausgeführte Schutzmantel 5 ist in
Fig. 3 auf einem im Schnitt dargestellten Rotor und in Fig. 4
separat in Perspektive gezeigt, worin der Innendurchmesser d
und der Außendurchmesser D mittels Doppelpfeil dargestellt sind.
Für die Ummantelung (Schutzmantel 5) von Rotoren in Elektromo
toren, insbesondere permanentmagnetischen Rotoren, kann es von
Vorteil sein, die Feder 51 in magnetisch leitendem Material
(z. B. Stahl) auszuführen. Es entsteht durch die Ummantelung
somit kein wesentlicher magnetischer Abfall bzw. keine nen
nenswerte Vergrößerung des magnetischen Luftspaltes. Bei dün
nem Federdrahtquerschnitt kann der Nachteil des magnetischen
Kurzschlusses zwischen den Magnetpolen vernachlässigt werden,
da das Federmaterial sehr früh in magnetische Sättigung ge
langt. Ist dieser Nebeneffekt unerwünscht, sollte nicht-ferro
magnetisches Federmaterial verwendet werden.
Die Hauptbelastung des Rotors durch die Fliehkräfte erfolgt in
radialer Richtung. Dies ist sehr ungünstig für Klebeverbin
dungen, die nur kleine Zugkräfte aufnehmen können.
Durch die Federummantelung ergibt sich hier ein sehr positiver
Effekt:
Radiale Fliehkräfte versuchen die Feder aufzudrehen, d. h. es
entstehen zwischen den Federwindungen und dem Kleber Scher
kräfte, die der Kleber im Gegensatz zu Zugkräften sehr leicht
aufnehmen kann.
Permanentmagnetbestückte Rotoren können auf verschiedenen We
gen fertigungstechnisch realisiert werden. Fortschrittliche
Methoden sind, Permanentmagnetringe durch Spritzguß-, Preß- und
Sinterprozesse herzustellen. Hierbei kann die komplette Rotor
welle 2 oder der als Hülse 3 ausgebildete Magneträger ein Ein
legeteil sein, so daß der Fügevorgang Magnetring-Rotor ent
fällt.
Es wird vorgeschlagen, die Schraubenfeder 51 ebenfalls als
Einlegeteil zu verwenden. Somit würde der komplette Rotor 1 in
einem Arbeitsgang hergestellt.
Im Gegensatz zu starren Hülsen aus Metall, Glasfaser- oder Koh
lefasergeflecht entstehen keine Passungstoleranzen, da sich
die (evtl. vorgespannte) Feder 51 an die Wand des Preß- oder
Spritzwerkzeuges anschmiegt.
Zudem ist bei starren Hülsen, die nicht maßgenau sind, eine
Deformierung und Zerstörung durch hohe Preßdrücke zu erwarten.
Die Feder 51 weicht den Preßdrücken aus, indem sie sich noch
stärker an die Wandfläche des Werkzeuges anlegt.
Durch die Rillenkontur der Federhülse wird zusätzlich ein
Formschluß erreicht.
Wenn die Feder 51 als Einlegeteil in einer Spritz- oder Preß
form zur Herstellung des Rotors 1 verwendet wird, gibt es be
züglich des Durchmessers der Feder 51 als Zugfeder bzw. Druck
feder grundsätzlich zwei Methoden:
1. Federdurchmesser (entspannt) ≦ Preßformdurchmesser. Die Feder 51 paßt sich infolge des Einpreßdruckes der Guß masse an die Kontur der Preßform an. Im Regelfall ist eine Aushebeschräge erforderlich (leicht konische Zylinderform).
2. Federdurchmesser ≧ Preßformdurchmesser. Die Feder 51 wird so vorgespannt, daß sich der Federdurch messer verkleinert und in die Preßform eingesetzt wird. Die Feder 51 fügt sich an die Werkzeugform an. Auch hier ist normalerweise eine Aushebeschräge erforderlich. Die einge brachte Vergußmasse hält die Feder form- und stoffschlüssig fest. Nach dem Entformen werden die geringen Federkräfte zur Entspannung durch die form- und stoffschlüssigen Scherkräfte der Vergußmasse aufgenommen.
1. Federdurchmesser (entspannt) ≦ Preßformdurchmesser. Die Feder 51 paßt sich infolge des Einpreßdruckes der Guß masse an die Kontur der Preßform an. Im Regelfall ist eine Aushebeschräge erforderlich (leicht konische Zylinderform).
2. Federdurchmesser ≧ Preßformdurchmesser. Die Feder 51 wird so vorgespannt, daß sich der Federdurch messer verkleinert und in die Preßform eingesetzt wird. Die Feder 51 fügt sich an die Werkzeugform an. Auch hier ist normalerweise eine Aushebeschräge erforderlich. Die einge brachte Vergußmasse hält die Feder form- und stoffschlüssig fest. Nach dem Entformen werden die geringen Federkräfte zur Entspannung durch die form- und stoffschlüssigen Scherkräfte der Vergußmasse aufgenommen.
Die Einbringung der Feder gemäß der Methode 1. hat den Vorteil
des problemlosen Einlegens, aber den Nachteil einer gewissen
Ungenauigkeit. Schon ein geringes Spiel am Außendurchmesser
kann nach Einpressen der Vergußmasse (beispielsweise magneti
sches Material für die Rotorpole) dazu führen, daß der Außen
durchmesser an einer Stelle des Innendurchmessers der Werkzeug
form anliegt und damit eine Unwucht erzeugt.
Die Einbringung der Feder gemäß der Methode 2. erfordert einen
höheren Aufwand beim Einlegen. Der größere Außendurchmesser
gegenüber der Werkzeugform wird mittels Verdrehen der Feder
verringert und dann in die Werkzeugform eingelegt. Dadurch
liegen die Windungen der Feder mit ihrem Außendurchmesser
bündig am Innendurchmesser der Werkzeugform an. Nach Einpressen
der Vergußmasse und Entnahme aus dem Werkzeug ist hier eine
Nachbearbeitung am Außendurchmesser des Rotors nicht mehr
notwendig.
Claims (14)
1. Rotor mit zylindrischer Außenfläche, insbesondere für
Elektromotoren, der in radialer Richtung aus einem oder
mehreren Teilbereichen besteht, die hohen Belastungen aus
gesetzt sind, mit einem Schutzmantel,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Schutzmantel (5) ein federndes Bauteil ist.
2. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das federnde Bauteil als Schrauben
feder (51) mit Windungen (52) ausgeführt ist.
3. Rotor nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schraubenfeder (51)
eine Zugfeder ist.
4. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Windungen
(52) der Feder (51) im entspannten Zustand aneinander lie
gen.
5. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Windungen
(52) der Feder (51) im entspannten Zustand einen Abstand
zueinander aufweisen.
6. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß der am Rotor
(1) anliegende Innendurchmesser der Feder (51) im nicht
montierten, entspannten Zustand der Feder kleiner oder
gleich dem Rotordurchmesser ist.
7. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß der am Rotor
(1) anliegende Innendurchmesser der Feder (51) im nicht
montierten, entspannten Zustand der Feder größer als der
Rotordurchmesser ist.
8. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Feder
(51) durch einen Kleber auf dem Rotor fixiert ist.
9. Rotor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Feder
(51) aus ferromagnetischem Material besteht.
10. Rotor nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Feder (51) aus nicht
oder geringfügig magnetischem Material besteht.
11. Verfahren zur Herstellung eines Rotors nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Feder (51) als Einlegeteil in ei
nem Spritz-, Sinter-, Guß- oder Preßverfahren am Rotor (1)
fixiert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß der gesamte Rotor (1), bestehend aus Welle
(2), Hülse (3), Permanentmagnete (4) und Feder (51) als
Einlegeteile in eine Form gebracht werden und in einem Ar
beitsgang hergestellt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, da
durch gekennzeichnet, daß der Außen
durchmesser der Feder (51) im entspannten Zustand
kleiner oder gleich dem Formdurchmesser ist.
14. Verfahren nach Anspruch 10 oder Anspruch 11, da
durch gekennzeichnet, daß der Außen
durchmesser der Feder (51) im entspannten Zustand
größer als der Formdurchmesser ist und somit die Feder
(51) vorgespannt in die Form eingelegt oder eingepreßt
und durch eine Vergußmasse gehalten wird.
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