DE4111123C2 - Vorrichtung zur Steuerung eines Fahrzeugantriebs - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Steuerung
eines Fahrzeugantriebs, der einen Antriebsmotor, vorzugsweise
einen Verbrennungsmotor aufweist, dessen Abgabewelle eine Hydraulikpumpe
treibt, die auf einen die Antriebsenergie für die
Fahrzeugräder liefernden Hydraulikmotor arbeitet, wobei die von
der Hydraulikpumpe an den Hydraulikmotor abzugebende Antriebs
leistung durch Bewegung mindestens eines Betätigungselementes
steuerbar ist, das mit dem Antriebsmotor gekoppelt ist.
Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DD 2 59 601 A1) ist
das Betätigungselement, das durch ein Fußpedal gebildet wird,
über eine Umschalteinheit mit dem Antriebsmotor und der Hydraulikpumpe
gekoppelt, so daß es wahlweise entweder auf den Antriebsmotor
wirken kann, um das zugehörige Fahrzeug im normalen
Fahrbetrieb zu bewegen, oder auf die Hydraulikpumpe wirken kann,
um das Fahrzeug in einem Arbeitsbetrieb, etwa einem Reinigungs-
oder Schleppbetrieb zu bewegen.
Der Antrieb einer Arbeitsmaschine, wie beispielsweise eines
Kommunalschleppers, eines Schmalspurschleppers oder einer Straßenreinigungsmaschine
mittels eines Hydraulikmotors hat den
Vorteil, daß eine stufenlose Steuerung möglich ist, so daß das
Fahrzeug ohne die bei Verbrennungsmotoren üblichen Schaltvorgänge
mit sehr genau steuerbarer Drehzahl, jedoch verhältnismäßig
niedriger Fahrgeschwindigkeit bewegt werden kann, wobei
der Hydraulikmotor auch ausreichend Leistung abgibt, um nicht
nur das Fahrzeug selbst, sondern auch zusätzliche, mit dem Fahrzeug
gekoppelte Geräte zu bewegen. Dabei
kann die Ansprechempfindlichkeit des Fahrzeugantriebes einstellbar
sein, wie dies in der DE 39 10 108 A1 beschrieben ist.
Ein Nachteil bei diesen bekannten Fahrzeugantrieben besteht
darin, daß der Antriebsmotor, der ein Verbrennungsmotor,
insbesondere ein Dieselmotor sein kann, im Betrieb durch
Einstellung über einen Handgashebel auf maximale Drehzahl
eingestellt wird und somit die Hydraulikpumpe immer mit der
maximalen Leistung antreibt. Es ist daher erforderlich, die
Hydraulikpumpe gegen Schäden durch diese Dauerbelastung zu
sichern, etwa durch eine sogenannte Druckabschneidung, wozu
jedoch recht aufwendige Konstruktionen erforderlich sind.
Darüber hinaus ist selbstverständlich der Vollgas-Lauf des
Verbrennungsmotors störend, denn dadurch wird nicht nur eine
große Menge Kraftstoff verbraucht, sondern insbesondere ergibt
sich eine Umweltbelastung durch Lärm und Verschmutzung.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine einfach aufgebaute Vorrichtung
zur Steuerung eines Fahrzeugantriebs zu schaffen, durch die das
Betriebsverhalten deutlich verbessert wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Vorrichtung der eingangs
erwähnten Art erfindungsgemäß derart ausgestaltet, daß das
Betätigungselement bei
Verstellung zur Erhöhung der von der Hydraulikpumpe abzugebenden
Antriebsleistung die Drehzahl des Antriebsmotors erhöht, wobei
das Betätigungselement vorzugsweise ein vom Fahrer verlagerbares
Fußpedal ist.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird also mit der an sich
üblichen Steuerung der Hydraulikpumpe für den Antrieb des
Hydraulikmotors auch unmittelbar der Verbrennungsmotor gesteuert,
so daß bei einer Bewegung des Betätigungselementes in Richtung
auf die Abgabe von Leistung von der Hydraulikpumpe an den
Hydraulikmotor die Drehzahl des Antriebsmotors erhöht wird,
dieser also die Hydraulikpumpe so antreibt, daß sie die erforder
liche Leistung an den Hydraulikmotor abgeben kann.
Bei einem derartigen Aufbau ist es somit nicht mehr erforderlich,
den Antriebsmotor dauernd mit maximaler Drehzahl zu fahren, um
dem Hydraulikmotor für jeden Betriebsfall die ausreichende
Antriebsenergie zuzuführen, sondern der Antriebsmotor wird
entsprechend der tatsächlich benötigten Antriebsenergie gesteu
ert, so daß weder die Hydraulikpumpe durch einen dauernden
Maximalbetrieb des Antriebsmotors belastet wird noch die vorstehend
erwähnten Umweltbelastungen einschließlich des hohen Treibstoff
verbrauches auftreten.
Es sei erwähnt, daß bei Einsatz der erfindungsgemäßen Steuerung
eine Hydraulikpumpe verwendet wird, die bezogen auf die erforder
liche Antriebsenergie für den Hydraulikmotor verhältnismäßig groß
dimensioniert ist, damit die Hydraulikpumpe auch bereits bei
geringer Drehzahl des Antriebsmotors ausreichend Leistung für den
Antrieb des Hydraulikmotors liefert.
Besteht der Antriebsmotor aus einem Verbrennungsmotor, etwa einem
Dieselmotor, so kann das Betätigungselement mechanisch, etwa über
ein Gestänge oder einen Bowden-Zug, mit der Einspritzpumpe des
Verbrennungsmotors gekoppelt sein, so daß ein sehr einfacher und
wenig störanfälliger Aufbau vorhanden ist.
Während im üblichen Betrieb der den Antriebsmotor bildende
Verbrennungsmotor im Stillstand des Fahrzeugs mit seiner
Leerlaufdrehzahl läuft und erst bei Bewegung des auf ihn und die
Hydraulikpumpe wirkenden Betätigungselementes die Drehzahl des
Verbrennungsmotors hochgefahren und so die erforderliche
Antriebsleistung geliefert wird, kann es vorkommen, daß der
Benutzer des Fahrzeugs in einzelnen Fällen von vornherein weiß,
daß für das Anfahren eine ungewöhnlich große Leistung benötigt
wird, etwa wenn das Fahrzeug mit entsprechenden Zusatzein
richtungen oder -geräten gekoppelt ist. Um diese im Einzel
fall erforderliche hohe Leistung für das Anfahren liefern zu
können, kann mit der Einspritzpumpe mechanisch ein von Hand
verstellbarer Drehzahleinsteller, etwa nach Art eines Handgashe
bels gekoppelt sein, so daß der Benutzer den Drehzahleinsteller
vor Verlagerung des Betätigungselementes bzw. Fußpedals so
verstellt, daß der Verbrennungsmotor mit höherer Drehzahl läuft
und somit bereits in diesem Ausgangsstadium eine ausreichend hohe
Leistung für das dann erfolgende Anfahren zur Verfügung stellt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der schematisch und stark
vereinfacht ein Ausführungsbeispiel zeigenden Figur näher
erläutert.
Der dargestellte Schlepper 1 hat an einem Rahmen 2 gehalterte,
angetriebene Hinterräder 3 und mittels eines Steuerrades 6
steuerbare Vorderräder 4. Auf dem Rahmen ist eine Fahrerkabine
mit Sitz 5 sowie ein Motorgehäuse vorgesehen, in dem sich ein den
Antriebsmotor bildender Dieselmotor 7 befindet, mit dem ein
Lüfter 8 gekoppelt ist und dessen Abtriebswelle 11 sich nach
hinten erstreckt und dort mit der Antriebswelle einer Hydraulik
pumpe 10 verbunden ist. Die Hydraulikpumpe 10 ist mit einem
Hydraulikmotor 14 gekoppelt, der den Antrieb für die
Hinterräder 3 bildet.
Die Fahrtsteuerung erfolgt mittels Fußpedalen 15 und 16, von
denen das Fußpedal 15 für Vorwärtsfahren und das Fußpedal 16 für
Rückwärtsfahren bestimmt ist, wobei die Fußpedale 15 und 16 mit
einer Vorrichtung zur Einstellung der Ansprechempfindlichkeit
zusammenarbeiten, wie sie in der DE-OS 39 10 108 beschrieben ist,
zu der auch der angedeutete Stellhebel 12 dient.
Die Anordnung für das Fußpedal 16 enthält einen Lenker 17, der
die nicht bezeichnete Pedalwelle über einen Kopplungsarm 18 mit
einem Stellteil 19 verbindet, dessen Verstellung den Hydraulik
strom von der Hydraulikpumpe 10 zum Hydraulikmotor 14 steuert.
Wird daher der Lenker 17 in der in der DE-OS 39 10 108 be
schriebenen Weise durch Betätigung des Fußpedals 15 verlagert,
so daß sich der Anlenkpunkt des Kopplungsarms 18 am Lenker 17 in
der Figur nach rechts bewegt, bewirkt die dadurch erfolgende
Verlagerung des Stellteils 19 den Beginn der Zufuhr von Hydrau
likflüssigkeit von der Hydraulikpumpe 10 zum Hydraulikmotor 14
bzw. eine Erhöhung der auf diese Weise dem Hydraulikmotor 14
zugeführten Leistung. An dem dem Anlenkpunkt von Kopplungsarm 18
am Lenker 17 gegenüberliegenden Ende des Lenkers 17 ist ein
gegebenenfalls flexibel ausgebildeter Kopplungsarm 20 oder ein
Bowden-Zug angelenkt, dessen anderes Ende am schwenkbaren
Betätigungshebel 21 der Einspritzpumpe 9 des Dieselmotors 7
angreift. Wenn daher durch Heruntertreten des Fußpedals 15 der
Lenker 17 in der vorstehend beschriebenen Weise um die Pedalwelle
verdreht wird, bewegt sich das mit dem Kopplungsarm 20 verbundene
Ende des Lenkers 17 in der Figur nach links, so daß der Betäti
gungshebel 21 der Einspritzpumpe 9 im Uhrzeigersinn verschwenkt
wird. Dadurch wird dem Dieselmotor 7 von der Einspritzpumpe 9
mehr Brennstoff zugeführt und so seine Drehzahl erhöht.
Im Normalbetrieb läuft der Dieselmotor 7 auf einer vorgegebenen
Leerlaufdrehzahl und dreht somit die Abgabewelle 11 verhältnis
mäßig langsam, was dazu führt, daß die Hydraulikpumpe 10 keine
oder nur eine minimale Leistung an den Hydraulikmotor 14 abgibt.
Wird vom Benutzer das Fußpedal 15 heruntergetreten, so dreht sich
der Lenker 17 im Uhrzeigersinn und verschwenkt dadurch einerseits
den Betätigungshebel 21 der Einspritzpumpe 9, so daß die Drehzahl
des Dieselmotors 7 erhöht und dadurch der Hydraulikpumpe 10
Leistung zugeführt wird. Andererseits verschwenkt er das
Stellteil 19, so daß auf diese Weise dem Hydraulikmotor 14 von
der Hydraulikpumpe 10 Leistung zum Antrieb der Hinterräder 3
zugeführt wird. Infolge der Kopplung von Verschwenkung des
Betätigungshebels 21 und des Stellteils 19 sind daher die
Erhöhung der Drehzahl des Dieselmotors 7 und die Abgabe von
Leistung von der Hydraulikpumpe 10 an den Hydraulikmotor 14
aneinander angepaßt.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß die Hydraulikpumpe 10 so
dimensioniert sein muß, daß sie bereits bei verhältnismäßig
geringer Drehzahl der Abgabewelle 11 des Dieselmotors 7 aus
reichende Antriebsleistung an den Hydraulikmotor 14 abgibt.
An den schwenkbar gehalterten Hebel 21 der Einspritzpumpe 9 des
Dieselmotors 7 ist außerdem ein Bowden-Zug 22 angeschlossen, der
über einen Handhebel 23 nahe dem Lenkrad 6 verstellt werden kann.
Wird der Handhebel 23 aus seiner Null-Stellung, in der er den
Betätigungshebel 21 nicht verlagert, verschwenkt, so erfolgt über
den Bowden-Zug 22 eine Verschwenkung des Betätigungshebels 21 und
damit eine Erhöhung der Kraftstoffzufuhr von der Einspritzpumpe
9 zum Dieselmotor 7, so daß der Dieselmotor 7 mit einer gegenüber
der Leerlaufdrehzahl erhöhten Drehzahl läuft und in diesem
Zustand, unabhängig von der Betätigung des Fußpedals 15 bereits
erhöhte Leistung an die Hydraulikpumpe 10 abgibt. Wird diese
daher durch Betätigung des Fußpedals 15 veranlaßt, Leistung an
den Hydraulikmotor 14 abzugeben, so steht gegenüber dem Anlaufen
aus dem Leerlauf des Dieselmotors 7 mehr Leistung zur Verfügung,
durch die ein Anfahren des höher belasteten Fahrzeugs 1 möglich
wird.
Es sei darauf hingewiesen, daß zusätzlich zu dem Fußpedal 15 für
die Vorwärtsfahrt, wie bereits erwähnt, auch ein Fußpedal 16 für
die Rückwärtsfahrt vorhanden ist. Die Betätigung des Fußpedals
16 wirkt in der in der DE-OS 39 10 108 beschriebenen Weise
ebenfalls auf die Hydraulikpumpe 10, und darüber hinaus ist das
Fußpedal 16 ebenfalls in nicht dargestellter Weise mit dem
Betätigungshebel 21 der Einspritzpumpe 9 gekoppelt, so daß die
gleiche Wirkung wie über den Kopplungsarm 20 des Fußpedals 15
erreicht wird.
Claims (4)
1. Vorrichtung zur Steuerung eines Fahrzeugantriebs, der einen
Antriebsmotor (7), vorzugsweise einen Verbrennungsmotor
aufweist, dessen Abgabewelle (11) eine Hydraulikpumpe (10)
treibt, die auf einen die Antriebsenergie für die Fahrzeugräder
(3) liefernden Hydraulikmotor (14) arbeitet, wobei die
von der Hydraulikpumpe (10) an den Hydraulikmotor (14) abzugebende
Antriebsleistung durch Bewegung mindestens eines
Betätigungselementes (15; 16) steuerbar ist, das mit dem
Antriebsmotor (7) gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
das Betätigungselement (15) bei Bewegung zur Erhöhung der
von der Hydraulikpumpe (10) abzugebenden Antriebsleistung
die Drehzahl des Antriebsmotors (7) erhöht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Betätigungselement (15; 16) ein vom Fahrer verlagerbares
Fußpedal ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 für einen Fahrzeugantrieb
mit einem aus einem Verbrennungsmotor (7) bestehenden Antriebsmotor,
dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungs
element (15; 16) mechanisch mit der Einspritzpumpe (9) des
Verbrennungsmotors (7) gekoppelt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit
der Einspritzpumpe (9) mechanisch ein von Hand verstellbarer
Drehzahleinsteller (23) gekoppelt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4111123A DE4111123C2 (de) | 1991-04-04 | 1991-04-04 | Vorrichtung zur Steuerung eines Fahrzeugantriebs |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4111123A DE4111123C2 (de) | 1991-04-04 | 1991-04-04 | Vorrichtung zur Steuerung eines Fahrzeugantriebs |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4111123A1 DE4111123A1 (de) | 1992-10-08 |
| DE4111123C2 true DE4111123C2 (de) | 1994-07-14 |
Family
ID=6428925
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4111123A Expired - Fee Related DE4111123C2 (de) | 1991-04-04 | 1991-04-04 | Vorrichtung zur Steuerung eines Fahrzeugantriebs |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
| JP2001200735A (ja) * | 2000-01-18 | 2001-07-27 | Honda Motor Co Ltd | 作業機のスロットル調整装置 |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DD259601B5 (de) * | 1987-04-09 | 1994-03-10 | Kroll Fahrzeugbau Und Umweltte | Steuereinrichtung fuer hydrostatisch-mechanische antriebssysteme von fahrzeugen |
| DE3910108A1 (de) * | 1989-03-29 | 1990-10-04 | Hako Gmbh & Co | Vorrichtung zur einstellung der ansprechempfindlichkeit eines die antriebsleistung eines fahrzeugantriebs steuernden betaetigungselementes |
-
1991
- 1991-04-04 DE DE4111123A patent/DE4111123C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4111123A1 (de) | 1992-10-08 |
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