DE4110990A1 - Einrichtung zur pruefung von signallampen in eisenbahnanlagen - Google Patents
Einrichtung zur pruefung von signallampen in eisenbahnanlagenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1. Eine solche Einrichtung ist z. B. aus
"Eisenbahntechnische Praxis" 1959, Heft 3, Seiten 25 bis 26
bekannt. Mit Hilfe eines Überwacherrelais wird dort der in die
Kabelzuleitung fließende Speisestrom überwacht. Sinkt der
Speisestrom unter einen vorgegebenen, von der Rückfallerregung des
Überwacherrelais abhängigen Schwellenwert, so fällt das
Überwacherrelais ab und meldet den Ausfall der Signallampe.
Es sind eine ganze Reihe weiterer Schaltungen bekannt, die diese
bekannte Einrichtung, vor allem hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit
zusammen mit langen Kabelzuleitungen, verbessern.
Alle diese bekannten Einrichtungen überwachen den Speisestrom und
setzen deshalb den Betrieb der Signallampe voraus. Ist die Lampe
dunkel geschaltet, so kann sie mit den o.g. Einrichtungen nicht
überwacht werden. Ein während einer Betriebspause eintretender
Ausfall wird erst bemerkt, wenn die Lampe in Betrieb genommen
werden soll und dann ihren Dienst versagt.
Soll die Funktionsfähigkeit einer Signallampe außerhalb der
Betriebsphasen geprüft werden, so bedarf es hierzu einer
Kaltfadenüberwachung, wie sie z. B. aus der DE 34 19 121 C2,
Anspruch 3 und Spalte 4, Zeilen 5 bis 9 bekannt ist. Eine solche
Kaltfadenüberwachung erfolgt mittels besonderer, auf die
Sekundärseite des Lampentransformators führender
Überwachungsstromkreise und bedingt einen hohen zusätzlichen
Schaltungsaufwand.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung
anzugeben, die eine Kaltfadenprüfung von Signallampen vom Stellwerk
aus, ohne in der Außenanlage angeordnete Überwachungsschaltmittel
erlaubt.
Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
Die Einrichtung nach der Erfindung nutzt die Tatsache, daß sich der
induktive Widerstand der Primärwicklung des Lampentransformators in
Abhängigkeit des an dessen Sekundärwicklung wirksamen ohmschen
Signallampenwiderstandes ändert.
Zur Beurteilung des Widerstandes der Primärwicklung wird diese in
bestimmten Zeitabständen, in Reihe mit einem Meßwiderstand, in
einen Meßstromkreis geschaltet. Die am Meßwiderstand abfallende
Spannung oder der durch den Meßwiderstand fließende Strom werden
durch eine einfache Schaltung ausgewertet. Außer dem Meßwiderstand,
der Auswerteschaltung und einer Meßspannungsquelle, die sich alle
im Stellwerk befinden, werden keine zusätzlichen Schaltungsteile,
vor allem keine zusätzlichen Kabeladern für die Kaltfadenprüfung
benötigt. Der Meßstrom ist dabei so klein, daß ein Aufleuchten der
Signallampe infolge des Meßstromes sicher ausgeschlossen werden
kann.
Ausgestaltungen der Einrichtung nach der Erfindung beschreiben die
Unteransprüche 2 bis 6.
So ist die Verwendung eines Spannungswandlers als Meßwiderstand und
gleichzeitiges Potentialtrennmittel zwischen Signalstromkeis und
Auswerteschaltung Gegenstand des Patentanspruchs 2.
Eine kapazitive Ankopplung der Auswerteschaltung an den
Meßwiderstand und die potentialgetrennte Ankopplung über einen
Optokoppler sehen die Patentansprüche 3 und 4 vor.
Der Gegenstand des Patentanspruchs 5, schließlich, ermöglicht mit
wenig zusätzlichem Aufwand eine gleichzeitige Funktionsüberwachung
der zur Kaltfadenprüfung eingesetzten Schaltungsteile, während in
Anspruch 6 die Auswertung der über den Zustand der Signallampe
Aufschluß gebenden Meßgröße durch einen möglicherweise bereits
vorhandenen und für andere Zwecke genutzten Rechner beschrieben ist.
Anhand von zwei Figuren sollen nun Ausführungsbeispiele der
Einrichtung nach der Erfindung eingehend beschrieben und ihre
Funktion erklärt werden.
Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild einer einfachen Einrichtung
nach der Erfindung,
Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild einer Einrichtung nach der
Erfindung mit Funktionsüberwachung.
In Fig. 1 wird eine Signallampe L über einen Lampentransformator LT
in bekannter Weise betrieben. Lampe und Lampentransformator
befinden sich im Außenbereich A eines Stellwerks ST. Die
Primärwicklung des Lampentransformators ist über eine bis zu 6,5 km
lange Kabelzuleitung, welche Kabeladern K1 und K2 enthält, mit der
Stellwerkseinrichtung verbunden. Der Betriebswechselstrom, den die
Signallampe aus einer Speiseeinrichtung SP bezieht, fließt über die
Primärwicklung eines Überwachertransformators UT, mit dessen
Sekundärwicklung eine hier nicht dargestellte Überwachungsschaltung
US, z. B. ein Überwacherrelais verbunden ist.
Für die Kaltfadenprüfung sind eine Meßspannungsquelle QM, hier ein
einfacher, z. B. netzgespeister Trenntransformator, eine schematisch
durch einen Wechsler eines Relais wiedergegebene
Anschaltvorrichtung AN, ein Spannungswandler W und eine
Auswerteschaltung AS vorgesehen.
Grundsätzlich kann als Meßspannungsquelle auch das die Signallampe
während der Betriebsphasen speisende Wechselspannungsnetz verwendet
werden. Ein besonderer Meßspannungstransformator wird dadurch
eingespart.
Die Anschaltvorrichtung verbindet eine erste Klemme der
Meßspannungsquelle abwechselnd mit einer von beiden Kabeladern K1
oder K2. Die zweite Klemme der Meßspannungsquelle ist über die
Primärwicklung des Spannungswandlers permanent mit der Kabelader K2
verbunden.
Es fließt damit ständig ein Meßstrom durch die Primärwicklung des
Spannungswandlers, der jedoch unterschiedliche Werte annimmt, je
nachdem, mit welcher Kabelader die erste Klemme der
Meßspannungsquelle verbunden ist. Ist die Meßspannung mit der
Kabelader K1 verbunden, so fließt der Meßstrom (bei
dunkelgeschalteter Signallampe, d. h. abgetrennter
Signallampenspeisung) über die Kabelader K1, die Primärwicklung des
Lampentransformators LT und die Kabelader K2 in die Primärwicklung
des Spannungswandlers W. Ist die Meßspannung mit der Kabelader K2
verbunden, liegt sie direkt an der Primärwicklung des
Spannungswandlers an und ein vom induktiven Widerstand des
Spannungswandlers abhängiger Meßstrom stellt sich ein.
Der über die Primärwicklung des Lampentransformators fließende
Meßstrom darf nicht so hoch ansteigen können, daß die Signallampe
zum Leuchten gebracht wird. Im störungsfreien Betrieb ist dies
durch die hohe Eingangsimpedanz der Primärwicklung des
Spannungswandlers oder eines vergleichbaren induktiven
Meßwiderstandes gewährleistet. Um auch bei Kurzschluß des
Meßwiderstandes oder der Auswerteeinrichtung sicherzustellen, daß
der Meßstrom keine zu hohen Werte erreicht, kann dieser zusätzlich
z. B. durch entsprechende Auslegung des die Meßspannungsquelle
bildenden Transformators begrenzt werden.
Wird die in der Sekundärwicklung des Spannungswandlers induzierte
Spannung gemessen, so wird bei intakter Signallampe nur eine
geringe Anderung in Abhängigkeit vom Takt der Anschaltvorrichtung
festgestellt. Der Widerstand der Kabeladern und der Widerstand des
durch die Signallampe belasteten Lampentransformators sind klein
gegenüber dem induktiven Widerstand des Spannungswandlers. Tritt
jedoch eine Unterbrechung des Lampenfadens auf, so entfällt die
sekundärseitige Belastung des Lampentransformators und seine
Primärwicklung nimmt einen hohen induktiven Widerstand an. Die
Primärwicklungen des Lampentransformators und des Spannungswandlers
bilden dann einen induktiven Spannungsteiler und die an der
Primärwicklung des Spannungswandlers abfallende Spannung geht auf
etwa die Hälfte der direkt anliegend gemessenen Meßspannung zurück.
Die Auswerteschaltung stellt auf der Sekundärseite des
Spannungswandlers jetzt eine Wechselspannung fest, deren Amplitude
sich im Takt der Anschaltvorrichtung verdoppelt bzw. halbiert.
Diese Amplitudenänderung kann nun mit einem vorgegebenen Wert
verglichen werden, den sie bei Glühfadenbruch sicher übersteigt. Es
kann die Abgabe einer Störungsmeldung davon abhängig gemacht werden.
Die Einrichtung nach Fig. 2 unterscheidet sich von der nach Fig. 1
dadurch, daß die beiden Kabeladern K1 und K2 mit Meßspannungen
unterschiedlicher Phasenlage verbunden werden.
Zur Erzeugung dieser unterschiedlichen Meßspannungen ist der die
Meßspannungen liefernde Transformator (Meßspannungsquelle QM)
sekundärseitig mit einer Mittelanzapfung versehen, die auf
Bezugspotential (hier Erdpotential) gelegt ist. Zusätzlich enthält
der Meßspannungstransformator eine zweite Sekundärwicklung zur
Gewinnung einer Vergleichswechselspannung.
Die Auswerteschaltung ist hier über einen Kondensator C kapazitiv
an einen anstelle des Spannungswandlers verwendeten, induktiven
Meßwiderstand RM angekoppelt. Letzterer verhält sich wie die
Primärwicklung des im vorstehenden Ausführungsbeispiel verwendeten
Spannungswandlers und könnte auch hier durch eine solche ersetzt
werden.
Die Auswerteschaltung AS enthält hier einen Gleichrichter GL, einen
nachgeschalteten Tiefpaß TP und einen Schwellenwertschalter SW.
Zusätzlich sind eine Phasenvergleichsschaltung PH und ein
ausgangsseitiges Und-Glied UG vorhanden.
Die am Meßwiderstand RM abgegriffene Wechselspannung gelangt über
den Kondensator C an den Eingang des Gleichrichters, der sie
gleichrichtet und dem Tiefpaß zuführt.
Der Tiefpaß ist so bemessen, daß er die Wechselspannungsfrequenz
sperrt, mit der langsameren Frequenz der Anschaltvorrichtung
ablaufende Spannungsänderungen dagegen durchläßt. Diese werden,
z. B. nach abermaliger Gleichrichtung, in dem nachgeschalteten
Schwellenwertschalter mit einer vorgegebenen Schwellspannung UR
verglichen. Das Ausgangssignal wird nicht direkt zur
Störungsmeldung verwendet, sondern vorher in dem ausgangsseitigen
Und-Glied UG mit dem Ausgangssignal der Phasenvergleichsschaltung
PH konjuntiv verknüpft.
Diese Phasenvergleichsschaltung, der die am Meßwiderstand
abgegriffene Spannung ebenfalls zugeführt wird, vergleicht die
Phasenlage dieser Spannung mit der Phasenlage der am
Meßspannungstransformator gewonnenen Vergleichswechselspannung.
Durch phasenempflindliche Gleichrichtung kann hier z. B. ein
Wechselspannungssignal mit der Frequenz der Anschaltvorrichtung
gewonnen werden, welches, wie oben im Zusammenhang mit der Prüfung
der Amplitude der gemessenen Spannung beschrieben, gleichgerichtet
und mit der der Phasenvergleichsschaltung zugeführten vorgegebenen
Referenzspannung UR verglichen werden kann.
Der Ausgang des Und-Gliedes liefert nur dann ein das Intaktsein des
Signallampenfadens anzeigendes Signal auf eine Ausgangsleitung AL,
wenn sowohl die für den Ausfall des Lampenfadens charakteristischen
Spannungsänderungen am Meßwiderstand ausbleiben als auch die
Phasenvergleichsschaltung ein Ausgangssignal liefert, das den
regelmäßigen Wechsel der Phasenlage der am Meßwiderstand
abfallenden Spannung anzeigt.
Ein Ausfall der Anschaltvorrichtung, z. B., der sonst nicht bemerkt
würde, wird so durch Ausbleiben des Phasenlagenwechsels erkannt.
Claims (6)
1. Einrichtung zur Kaltfadenprüfung von in der Außenanlage eines
Stellwerks befindlichen Signallampen, welche über eine
Kabelzuleitung und einen in der Nähe der jeweiligen Signallampe
befindlichen Lampentransformator vom Stellwerk aus gespeist und
durch Auswertung des Speisestroms im Betrieb überwacht werden,
dadurch gekennzeichnet, daß im Stellwerk
eine Anschaltvorrichtung (AN) vorgesehen ist, die bei
Dunkelschaltung der Signallampe (L) die zur Primärwicklung des
Lampentransformators (LT) führenden Kabeladern (K1, K2) abwechselnd
mit einer Klemme einer Meßwechselspannungsquelle (QM) verbindet,
deren andere Klemme über einen induktiven Meßwiderstand (W) mit
einer der Kabeladern verbunden ist und daß eine Auswerteschaltung
(AS) vorgesehen ist, welche den am Meßwiderstand auftretenden
Spannungsabfall oder den durch den Meßwiderstand fließenden Strom
mißt und daraufhin prüft, ob eine im Wechseltakt der
Anschaltvorrichtung (AN) auftretende Änderung des Spannungsabfalles
oder des durch den Meßwiderstand fließenden Stromes einen
vorgegebenen Schwellenwert überschreitet und eine Störungsmeldung
auslöst, wenn dies der Fall ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
induktive Meßwiderstand durch die Primärwicklung eines
Spannungswandlertransformators gebildet wird und daß die
Auswerteschaltung mit der Sekundärwicklung dieses
Spannungswandlertransformators verbunden ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auswerteschaltung an den Meßwiderstand kapazitiv angekoppelt ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auswerteschaltung mit der Schaltstrecke eines Optokopplers
verbunden ist, dessen Leuchtdiodenstrecke dem Meßwiderstand
parallelgeschaltet ist.
5. Einrichtung nach einem der Anspruch 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßspannungsquelle (QM) zwei Meßspannungen
entgegengesetzter Phasenlage liefert und die Anschaltvorrichtung
jede Kabelader mit einer anderen Klemme der Meßspannungsquelle
verbindet und daß die Auswerteschaltung eine
Phasenvergleichsschaltung (PH) enthält, die die Phasenlage der am
Meßwiderstand abfallenden Spannung oder die des durch den
Meßwiderstand fließenden Stromes mit der Phasenlage einer der
Meßspannungen vergleicht und eine Störungsmeldung abgibt, wenn kein
Wechsel der Phasenlage im Takt der Anschaltvorrichtung erfolgt.
6. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Auswerteschaltung ein Rechner mit vorgeschaltetem
Analog/Digitalwandler ist.
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