DE4108460A1 - Verfahren zur schnellen regelung und steuerung eines prozesses in einem reaktor und messeinrichtung zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zur schnellen regelung und steuerung eines prozesses in einem reaktor und messeinrichtung zur durchfuehrung des verfahrensInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur
Regelung und Steuerung eines Prozesses in einem
vorzugsweise durchströmten Reaktor, in dem sprunghafte
Änderungen eines Parameters z. B. der
Reaktionstemperatur auftreten können.
Bekanntlich zeigen Thermometer und andere aktive
Sensoren als Meßeinrichtung die Änderung eines
Parameters nur mit einer gewissen durch die
Meßeinrichtung bedingten Verzögerung an. Eine von den
verzögerten Signalen der Meßeinrichtung aktivierte
Regeleinrichtung führt zu einer weiteren Verzögerung,
bis eine Regelung oder Steuerung wirksam wird.
Hierdurch können schwere Störungen eines Prozesses und
Fehlproduktionen eintreten.
Bei Thermometern kann das Zeitverhalten der Anzeige
nach einer sprunghaften Veränderung der zu messenden
Temperatur als Sprungantwort angegeben werden. Üblich
ist die Angabe einer Übergangsfunktion, die die auf die
Sprunghöhe bezogene Sprungantwort in einer bestimmten
Übergangszeit angibt (vergl. VDI/VDE-Richtlinie 3522
von Juni 1987).
Ein Verfahren, bei dem sprunghafte Änderungen der
Reaktionstemperatur auftreten können, ist die
Herstellung von LDPE (Hochdruckpolyethylen). Hierbei
wird das Reaktionsmedium beispielsweise in einen
mehrere hundert Meter langen, rohrförmigen, gekühlten
Reaktor eingeleitet, in dessen Verlauf die exotherme
Reaktion zu einer Temperaturerhöhung oder mehreren
Temperaturerhöhungen bis zu einem ersten Maximum oder
mehreren Maxima führt, in dem nach einem Zurückgehen
der Temperatur gegebenenfalls weiteres, kaltes
Reaktionsgas eingeleitet wird und abhängig vom
jeweiligen Reaktor in weiteren Zonen ähnliche
Temperaturmaxima auftreten. In dem Reaktor steht das
Gas unter einem hohen Druck von z. B. mehreren tausend
bar. Das Reaktions-Produkt tritt schließlich als Fluid
durch ein Entlastungs- oder Druckregelventil in einen
Separator aus. Dieser Prozeß ist dergestalt isotherm zu
führen, daß eine Zersetzungstemperatur nicht erreicht
wird. Die Werte für die maximalen Temperaturen werden
so festgelegt, daß eine gewisse Sicherheit gegen die
Überschreitung einer maximal zulässigen Temperatur
besteht. Hierdurch wird die Produktionsleistung
beträchtlich vermindert, ohne daß ausgeschlossen werden
kann, daß sich nicht doch z. B. aufgrund von Änderungen
in der Zusammensetzung der Ausgangsstoffe oder der
Initiator- oder Radial-Konzentration eine
Temperaturerhöhung und insbesondere ein plötzlich
einsetzender sprunghafter Temperaturanstieg, der zur
Überschreitung der Zersetzungstemperatur führt,
einstellt. Dieser sprunghafte Temperaturanstieg tritt
überwiegend im Bereich der hohen Betriebstemperaturen,
aber auch bei niedrigerer Temperatur am Anfang des
Reaktors auf. Es handelt sich um einen instabilen
Zustand, der sich ohne sofortige Gegenmaßnahme in und
entgegen der Strömung ausbreiten kann.
In dem durchströmten Reaktor sind in Abständen
Thermoelemente angeordnet, die in kurzen
Zeitintervallen abgefragt werden. Bei ausgeführten
Anlagen werden die gemessenen Temperaturwerte auf einem
Bildschirm angezeigt, so daß bei unzulässigen
Abweichungen der angezeigten Werte z. B. durch
Änderung des Druckes im Reaktor das Eintreten
unzulässiger Werte von Hand oder durch Regelung oder
durch automatisches Abschalten des Reaktors vermieden
werden soll. Da die gemessenen und angezeigten Werte
nur mit Verzögerung die tatsächlichen Temperaturen
wiedergeben und insbesondere sprunghafte Änderungen
nicht schnell genug erkannt werden können, erfolgt
erfahrungsgemäß die Regel- oder Steuermaßnahme häufig
zu spät.
Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, insbesondere
in einem langen, durchströmten Reaktor Änderungen der
tatsächlichen Prozeßparameter, die auch sprunghaft
erfolgen können, zu erfassen und zur Regelung oder
Steuerung einzusetzen, bevor die Parameter einen
unzulässigen Wert erreichen oder überschreiten, oder
den Zeitraum, in dem ein unzulässiger Wert vorliegt,
möglichst kurz zu halten. Insbesondere ist es die
Aufgabe der Erfindung, bei der Herstellung von LDPE
sprunghafte Erhöhungen der Reaktionstemperatur zu
erfassen, möglichst bevor eine tatsächliche Störung des
Prozesses eintritt und den gesamten Prozeß durch
Erhöhung der lokalen Betriebstemperaturen isotherm mit
noch ausreichender Temperaturdifferenz zum instabilen
Zustand zu verbessern.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, daß
der Meßwert eines geeigneten Parameters an wenigstens
einer Meßstelle in äquidistanten kleinen
Zeitintervallen abgefragt und mit dem jeweils
vorhergehenden Meßwert verglichen wird und daß bei
einer Differenz beider Meßwerte des Parameters, die auf
eine unzulässige, insbesondere sprunghafte Veränderung
der tatsächlichen Parameterwerte hindeutet, ein den
Prozeß regelnder oder abschaltender Mechanismus
aktiviert wird. Bei der Auswertung der zu übertragenden
Meßwerte sind die Übertragungsfunktion des
Meßwertaufnehmers und die äquidistanten Zeitintervalle
der Meßwerterfassung zu berücksichtigen. Die Auswertung
erfolgt zweckmäßigerweise in einem Industrie-Rechner
oder mehreren parallelen Rechnern oder mittels eines
DCS-Systems (Distributed Control System), das auch die
Signale für die Regelung oder Steuerung abgibt.
Im Falle des bereits genannten Reaktors für die
Herstellung von LDPE werden an einer Vielzahl von
Meßstellen Thermoelemente eingesetzt, die die
Temperatur an den Meßstellen in äquidistanten
Zeitintervallen messen und die Meßwerte an den oder die
Rechner abgeben. Die Übergangsfunktion für jede
Meßstelle ist gegebenenfalls durch Kalibrieren
gesondert festzustellen und in den oder die Rechner
einzugeben. Durch einen geeigneten Algorithmus kann aus
der Änderung zweier aufeinander folgender
Temperaturwerte in dem Zeitintervall auf eine etwa
sprunghafte tatsächliche Temperaturänderung und damit
auf eine wenigstens lokal unzulässige Veränderung der
Reaktion geschlossen sowie gegebenenfalls auch auf die
Gefahr hingewiesen werden, daß hierdurch die
tatsächliche lokale Temperatur die maximal zulässige
Temperatur im Reaktor erreicht, und es kann daher durch
rechtzeitig einsetzende Regelung diese Gefahr
verringert oder sogar ausgeschlossen werden.
Zur Regelung beim LDPE-Prozeß kommt eine Änderung
insbesondere eine Verminderung des Drucks durch
entsprechende Einstellung des Entlastungsventils am
Ende des Reaktor in Frage. Eine Änderung kann jedoch
auch erfolgen durch Verändern der zur
Temperaturerhöhung beitragenden Menge eines Initiators,
beispielsweise eines innerhalb der Zonen als
zusätzlicher Sauerstoffträger zugegebenen Peroxids.
Eine Abschaltung des Prozesses erfolgt über
Notentspannungsventile mit totaler Druckentlastung des
Reaktors.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Überwachung und
Regelung beziehungsweise Steuerung eines LDPE-Prozesses
beschränkt, sondern kann mit Vorteil auch bei anderen
Prozessen in durchströmten Reaktoren wie z. B. in
behälterähnlichen Reaktoren (z. B. Autoklaven) oder
Reaktoren auch mit mehreren parallelen Rohren und
beispielsweise bei Ethylenoxid-Reaktoren angewendet
werden. Auch können andere Parameter als die
Temperatur, wie z. B. eine im wesentlichen sprunghafte
Konzentrationsänderung gleichermaßen mittels aktiver
Sensoren ähnlicher Übertragungsfunktionen ausgewertet
werden.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel wird anhand eines
LDPE-Prozesses in einem mehrere hundert Meter langen
Rohrreaktor beschrieben. Fig. 1 zeigt mit der Kurve a
den erwünschten Temperaturverlauf in dem Reaktor über
der Reaktorlänge L. Als maximal erlaubte Temperatur im
Reaktor wird Tmax mit ca. 300 bis 400°C angenommen.
Wird diese Temperatur an wenigstens einer Stelle
erreicht, ist davon auszugehen, daß eine Dekomposition
stattgefunden hat und daher das Produkt im Reaktor
unbrauchbar geworden ist. Sicherheitshalber wurde
bisher der Prozeß so geführt, daß die höchsten
normalerweise eintretenden Temperaturen in
ausreichendem Abstand von Tmax bleiben. Die erste
Reaktorzone geht von L0 bis L1, die zweite Zone von L1
bis L2 usw. Bei z. B. L2 wird das Produktgemisch durch
das Entlastungsventil abgegeben. In der ersten Zone
kann zusätzlich bei L0 und/oder L 1 geregelt Peroxid
zugeführt werden. Eine solche Zuführung kann auch in
der zweiten Zone vorgesehen sein. Über den Reaktor ist
eine Vielzahl von Meßstellen li mit Thermoelementen
vorhanden. Die Meßwertaufnehmer leiten ihre Signale
z. B. über Transmitter an ein DCS-System, in dem die
Meßwerte gespeichert und ausgewertet werden. Relativ
unbedeutende Meßwertschwankungen führen noch nicht zum
Einsetzen eines Regelmechanismus.
Tritt nun im Reaktor bei L0 beginnend oder dicht vor
der Meßstelle li in dem Reaktionsgemisch eine
unerwünschte Reaktion ein, die die Temperatur
sprunghaft auf Tzi erhöht, bleibt die gemessene und in
herkömmlicher Weise angezeigte Temperaturerhöhung bei
li nach einem Zeitintervall tau wegen der Verzögerung
der Thermoelemente erheblich unter der tatsächlichen
Temperatur, die der gestrichelt gezeichneten Kurve b in
Fig. 1 entsprechen mag, bei der die erhöhte Temperatur
nach einem ersten Intervall tau noch unter Tmax bleibt.
Nach der Erfindung soll aus der von dem Thermoelement
einer Meßstelle ermittelten Temperaturerhöhung auf die
tatsächliche sprunghaft eingetretene Temperatur
geschlossen werden, und es soll weiterhin der Prozeß
möglichst so beeinflußt werden, daß sich die lokal
normalen Temperaturen wieder einstellen, daß aber auf
jeden Fall die Ausbreitung der Temperaturerhöhung auf
den gesamten Inhalt des Reaktors verhindert wird.
Fig. 2 zeigt den zeitlichen Verlauf der tatsächlichen
und der angezeigten Temperatur für einen Meßpunkt,
z. B. bei li von Fig. 1. T0 entspricht Ti in Fig. 1 und
ist der Sollwert der Temperatur am Meßpunkt li. Tau ist
ein Zeitintervall am Meßpunkt von z. B. konstant gleich
250 msec., einem für DCS-Systeme geeignetes
Zeitintervall, jedoch sind mit erhöhtem Rechneraufwand
auch noch kürzere Intervalle möglich. T2 ist die
angezeigte Temperatur am Ende des Zeitintervalls tau.
Tz entsprechend Tzi in Fig. 1 ist die tatsächliche
Temperatur oder Sprungtemperatur, die in Fig. 2 als am
Anfang des Zeitintervalls plötzlich aufgetreten und
danach konstant bleibend dargestellt ist. Der vom
Meßwertaufnehmer mit Verzögerung angezeigte
Temperaturverlauf ist mit der Kurve d dargestellt, und
diese Kurve erreicht den Wert Tz asymptotisch erst nach
einer großen Vielzahl von Intervallen tau. Aus den
Temperaturen T0 und T2 kann bei einem konstanten
beziehungsweise äquidistanten Zeitintervall und mit
Hilfe eines konstanten für die Meßeinrichtung
charakteristischen Kennwertes alpha, der auf der
Übergangsfunktion beruht und einmalig durch in einem
Labor ermittelte Meßdaten gegebenenfalls für jeden
Reaktorort gesondert festgestellt und ermittelt werden
kann, die momentane Sprungtemperatur Tz errechnet
werden.
Tz=T2+alpha (T2 T0).
Tz=T2+alpha (T2 T0).
Die Ermittlung kann auch über mehrere äquidistante
Zeitintervalle tau erfolgen und daher auch zeitlich
gemittelte Änderungen der Temperatur Tz voraussagen.
Weist die Auswertung im Rechner der aufeinanderfolgend
gemessenen Temperaturen T0 und T2 an wenigstens einer
Meßstelle darauf hin, daß die tatsächliche Temperatur
vom vorgegebenen Sollwert abweicht und sich erheblich
erhöht oder ein Temperatursprung eingetreten ist, so
kann hieraus auf eine wenigstens lokal eingetretene
unerwünschte Reaktion im Reaktor geschlossen werden,
und es können vom Rechner aus Maßnahmen zur Beseitigung
der Störung schneller als bei Abwarten der verzögerten
Anzeige der trägen Meßeinrichtung eingeleitet werden.
So können beispielsweise spontan der Druck oder die
zusätzliche Zugabe von Peroxid reduziert werden,
wodurch eine anlaufende Zersetzungsreaktion noch ohne
größeren Produktionsausfall wieder auf normale
Bedingungen zurückgeführt werden kann. Gegebenenfalls
ist der Prozeß durch Druckentlastung des ganzen
Reaktors abzubrechen.
Infolge der schnellen Ermittlung sprunghaft
auftretender Änderungen kann der Prozeß in dem Reaktor
bei höherer Temperatur (Kurve a in Fig. 1) mit einer
verbesserten Ausbeute durchgeführt werden, da die
Gefahr des Eintretens unzulässiger Reaktionen und der
Überschreitung von Tmax deutlich vermindert ist.
Darüber hinaus ist die erfindungsgemäße Verbesserung
für das Anfahren einer Anlage vorteilhaft, wobei über
längere Zeit labile Zustände bestehen.
Somit werden z. B. bei der LDPE-Herstellung durch
frühzeitiges Erkennen von insbesondere sprunghaften
Temperaturveränderungen und daraus abgeleitete
Maßnahmen zur Regelung und Steuerung des Prozesses eine
Anzahl von Vorteilen erzielt. Das Verfahren zur
Regelung von Prozeßbedingungen (Variation des
Prozeßdruckes, der Zugabemenge von Initiatoren, von
Kühlmedien, von Drehzahl von Autoklavrührern, von
Kaltgasmengen usw.) oder zur Steuerung z. B. durch
Unterbrechung des Prozesses ist insbesondere für
durchströmte Reaktoren geeignet, um in ihnen lokal
auftretende Änderungen der Reaktion, die an z. B.
sprunghaften Temperaturänderungen zu erkennen sind,
möglichst schnell und bevor sie sich über die ganze
Länge des Reaktors erstrecken auf die normalen
Reaktionsverhältnisse zurückzuführen.
Fig. 3 zeigt schematisch eine Meßeinrichtung zur
Signalverarbeitung, wobei nur zwei Thermoelemente 11
und 12 dargestellt sind, die die Temperatur an
verschiedenen Meßstellen im Reaktor messen. Die
Thermoelemente arbeiten mit Operationsverstärkern
13, 14 zusammen und diese leiten die Meßwerte an
AD-Wandler 15, 16 weiter, die mit einem DCS-System 17
verbunden sind, welches auf einen Regler 18
gegebenenfalls einwirkt. In dem DCS-System sind die
charakteristischen Daten der einzelnen Meßstellen sowie
vorherige Meßwerte der Meßstellen gespeichert und
werden mit den jeweils neuen Werten verglichen, wobei
das DCS-System auch die Abfrage der Meßwerte in den
vorgegebenen Zeitintervallen vornimmt. Mit dem Regler
18 können je nach dem verwendeten Reaktor und Prozeß
der Reaktionsdruck, die Initiatormenge, die
Reaktionskaltgasmenge, die Drehzahl von
Autoklav-Rührern, die Menge an Kühlmedien usw. variiert
werden.
Bei der Meßeinrichtung gemäß Fig. 4 ist für jedes
Thermoelement 11, 12 nach dem zugeordneten AD-Wandler
15, 16 ein Mikrocomputer 21, 22 vorgesehen, der die
spezifischen Daten der jeweiligen Meßstelle enthält und
vergleicht und der räumlich nahe der Meßstelle
außerhalb des Reaktors angeordnet wird. Von den
Mikrocomputern 21, 22 werden im wesentlichen nur
Meßwerte über ein Datenbus-System 23 an einen
Mikrocontroller 24 weitergegeben, die auf Abweichungen
von dem lokalen Sollwert des isotherm durchzuführenden
Prozesses hindeuten. Die Mikrocomputer tragen zu einer
Vereinfachung und Beschleunigung der Signalverarbeitung
bei, die innerhalb weniger msec. erfolgt. Unter
Signalverarbeitung im Mikrocomputer wird Einlesen,
Filterung, Berechnung und Ausgabe der ermittelten Werte
verstanden.
Claims (11)
1. Verfahren zur schnellen Regelung und Steuerung
eines Prozesses in einem Reaktor durch zeitlich
äquidistant aufeinanderfolgende Messungen eines
Parameters und dessen Anzeige und einer sich
hieraus ergebenden Maßnahme zur Beeinflussung des
Prozesses, dadurch gekennzeichnet, daß an einer
Meßstelle für den zu überwachenden
Prozeß-Parameter Meßwerte abgefragt und
aufeinanderfolgende Meßwerte miteinander
verglichen werden und bei sich änderndem
Parameter, dessen tatsächlicher Wert unter
Berücksichtigung der äquidistanten Zeitintervalle
und der Übergangsfunktion des Meßwertaufnehmers in
einem Rechner ermittelt wird und bei auf eine
Störung hindeutenden Abweichungen des
tatsächlichen Parameterwertes vom Sollwert die
Abweichung zum Einleiten von Maßnahmen zur
Vermeidung und/oder Behebung der Störung verwendet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Prozeß-Parameter die Temperatur ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Prozeß eine
Stoffumwandlung in einem durchströmten behälter-
oder rohrähnlichen Reaktor ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Prozeß die Herstellung von LDPE in einem
Rohrreaktor ist.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vielzahl
von Meßstellen mit Thermoelementen nacheinander in
dem durchströmten Reaktor angeordnet sind, deren
Meßwerte abgefragt, gespeichert und verglichen und
daß die aus ihnen ermittelten tatsächlichen
Temperaturen auch bildlich dargestellt werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in einem
DCS-System oder in Industrie-Rechnern jeweils die
Meßwerte wenigstens der ersten und zweiten
aufeinanderfolgenden Messung jeder Meßstelle
gespeichert und über einen geeigneten Algorithmus
die tatsächliche Änderung des überwachten
Parameters innerhalb und außerhalb des
Zeitintervalls ermittelt und bei unzulässigen
Änderungen des Parameters ein Steuer- oder
Regelmechanismus von dem Rechner oder mehreren
Rechnern einleitet wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Daten jeder
Meßstelle in einem nahe der Meßstelle angeordneten
Mikrocomputer gespeichert sind und dort
aufeinanderfolgende Meßwerte verglichen werden
und auf Temperaturänderungen hinweisende Meßwerte
einem Mikrocontroller zugeleitet werden, der bei
unzulässigen Werten des überwachten Parameters
einen Steuer- oder Regelmechanismus einleitet.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Regelmechanismus bei der
Herstellung von LDPE den Druck im Reaktor durch
Öffnen des Entlastungsventils oder der
Notentspannungsventile und/oder die Zudosierung
des Sauerstoffträgers vermindert.
9. Meßeinrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 8 unter Verwendung
wenigstens eines Meßwertaufnehmers für einen
Parameter sowie Einrichtungen zur Umwandlung,
Weiterleitung und Speicherung von Signalen sowie
deren Auswertung zur gegebenenfalls notwendigen
Beeinflussung eines Reglers für
Verfahrensbedingungen, dadurch gekennzeichnet, daß
die Einrichtung zur Signalverarbeitung so
ausgebildet ist, daß sie Meßwerte in konstanten
kurzen Zeitintervallen vom Meßwertaufnehmer (11,
12) unter Berücksichtigung seiner
Übergangsfunktion abfragt, jeweils wenigstens zwei
aufeinanderfolgende Meßwerte vergleicht und bei
Abweichungen, die auf eine vom Meßwertaufnehmer
wegen dessen Trägheit noch nicht ermittelte
sprunghafte Änderung des Parameters hindeuten, auf
den Regler (18) einwirken kann.
10. Meßeinrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß für von mehreren
Meßwertaufnehmern (11, 12) abgefragt
digitalisierte Signale ein DCS-System (17)
vorgesehen ist.
11. Meßeinrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß jedem von mehreren
Meßwertaufnehmers (11, 12) eines Reaktors ein
Mikrocomputer (21, 22) in räumlicher Nähe
zugeordnet ist, in dem die digitalisierten Signale
des Meßwertaufnehmers unter Berücksichtigung
seiner Übergangsfunktion vorübergehend gespeichert
und verglichen werden und der nur Abweichungen an
einen Mikrocontroller (24) weiterleitet.
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