DE4107576C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem anastigmatischem Spiegelsystem mit drei
Spiegeln gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein solches Spiegelsystem ist in der US 41 01 195 beschrieben. Diese Druckschrift
beschreibt ein anastigmatisches, gattungsgemäßes Spiegelsystem,
bei dem 2 Spiegel in einer cassegrainartigen Konfiguration ein reelles
Zwischenbild erzeugen, welches mit einem dritten, sammelnden Spiegel wieder
abgebildet wird, wobei der Sekundärspiegel eine hohe Verlängerung der
Brennweite des Primärspiegels bewirkt und damit letztendlich eine nachteilige
Verzeichnung des Bildes; außerdem sind bei diesem System die Flächen relativ
stark gekrümmt, da ein reelles Zwischenbild erzeugt wird, und somit
der Erhöhung der Lichtstärke Grenzen gesetzt sind und der plane
Auskoppelspiegel eine Zentralbohrung erfordert.
Die US 47 33 955
beschreibt ein aus drei Spiegeln bestehendes, optisches System,
bei dem 3 asphärische Spiegel Verwendung finden, wobei die Bildebene
gegen die optische Achse geneigt ist und zusätzlich
der Hauptspiegel, der Tertiärspiegel und die Eintrittspupille außeraxial
angeordnet sind; die Herstellung und Justage dieser 3 Spiegel gestaltet
sich daher besonders schwierig.
Die DE-OS 22 28 501 schließlich
beschreibt ein afokales Zweispiegelsystem, bei dem zwei konfokale
Parabolspiegel eine Einschnürung von einfallendem Parallellicht bewirken;
dieses System ist von sich aus mit einer starker
Bildfeldwölbung verbunden.
Ausgehend von dem gattungsgemäßen Stand der Technik nach der US 41 01 195
hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt, ein solches bekanntes Spiegelsystem
zu verbesern im Hinblick auf die
Verwendung von möglichst wenigen und einfach ausgebildeten asphärischen
Spiegeln,
eine verminderte Verzeichnung und
eine möglichst hohe Lichtstärke.
Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Hierbei bilden der Parabolspiegel und der zerstreuende sphärische Spiegel
ein afokales Teilsystem, das eine Einschnürung eines parallelen Lichtbündels
um den Faktor Brennweite des Parabolspiegels durch Betrag der Brennweite
des sphärischen Zerstreuungsspiegels bewirkt, dergestalt, daß das vom Zerstreuungsspiegel
ausgehende Parallelbündel durch einen zum Rande hin zunehmenden
Öffnungsfehler überlagert ist, der dem Öffnungsfehler des sammelnden
sphärischen Spiegels entgegengesetzt ist. Hierbei ist der sphärische
Sammelspiegel so angeordnet, daß sich in seinem Krümmungsmittelpunkt
der Scheitel des zerstreuenden sphärischen Sekundärspiegels befindet.
Das erfindungsgemäße Objektiv bewirkt eine anastigmatische Abbildung.
Die überall einheitliche Bildfeldkrümmung dieses Objektives läßt sich
genauso wie bei einer klassischen Schmidtkamera behandeln. Es lassen sich
S/steme angeben, die über ein größeres Gesichtsfeld (bis zu 4 Grad)
beugungsbegrenzt abbilden.
Weitere Ausgestaltungen des Gegenstandes nach Anspruch 1 ergeben sich
aus den Unteransprüchen 2 bis 4.
Erste Wahl für die Abbildung von astronomischen Objekten sind das
Ritchey-Chretien Teleskop und die Schmidt-Kamera.
Unglücklicherweise beträgt das wirklich hochaufgelöste Feld eines
Ritchey-Chretien Teleskops nur einige Bogenminuten mit starker
Krümmung des Bildfeldes, das normalerweise mit brechenden Korrektoren
erweitert und geebnet wird. Die Spiegel sind asphärisch deformiert und
damit kostenintensitiv und kompliziert herzustellen. Die Lichtstärke des
Systems, die insbesondere für die Kurzeitexposition flächenhafter
Objekte wichtig ist, ist nur mäßig.
Das Schmidt-Teleskop mit sphärischem Primärspiegel bietet hingegen vor
allem für die fotografische Aufzeichnung ein großes Gesichtsfeld mit
Zerstreuungsfiguren von minimal 1 Bogensekunde Durchmesser bei einer
hohen Lichtstärke. Nachteilig ist hier vor allem die kompiziert herzustellende
Korrektionsplatte, die nicht nur den absoluten Durchmesser des
Systems schnell nach oben begrenzt, sondern auch den spektralen Bereich
des erfaßbaren Spektrums mit einer Filterfunktion belegt. Der zweite
wesentliche Nachteil dieses Teleskops ist die verhältnismäßig große Baulänge
von etwa der 2fachen Systembrennweite. Bedenkt man, daß die Baulänge
eines Teleskops ungefähr in 3. Potenz in die Kosten eingeht, wird
dieser eminente Nachteil deutlich. Aus diesen Gründen hat wohl die
größte jemals gebaute Schmidtkamera nur eine freie Öffnung von 1,34 m.
Auf mannigfache Weise wurde insbesondere in der Amateurastronomie
versucht dem Übel der hohen Baulänge zu begegnen, wobei aber der
Nachteil eines brechenden Elementes in der
Öffnungsblende
sowie eine für astrofotografische Zwecke unbefriedigende Lichtstärke
erhalten blieb.
Auf der anderen Seite stehen noch heute in der professionellen - und wieder
Amateurastronomie - die klassischen Systeme, vor allem nach Newton und
Cassegrain, mit zumeist parabolischem Hauptspiegel.
Bei einem parabolischen Einzelspiegel beginnt sich allerdings der Asymmetriefehler
schon in wenigen Bogenminuten Abstand von der optischen Achse
bemerkbar und störend zu machen. Die wirklich guten
Gesichtsfelder kann man etwa mit N Bogenminuten annehmen, wobei N die
Öffnungszahl des Primärs bezeichnet.
Beim Cassegrain mit zumeist hyperbolischen Hilfsspiegeln wird überdies
noch ein starker Astigmatismus eingeführt. Dem Vorteil einer im Verhältnis
zur Brennweite geringen Baulänge seht hier der Nachteil einer nur
geringen Lichtstärke gegenüber.
Insgesamt sollte die Einführung eines 3-Spiegelsystems neben den
Forderungen nach hochauflösender Abbildung für ein Gesichtsfeld von
einem Grad oder mehr, sowie hoher Lichtstärke, auch der Forderung
Rechnung tragen, eine Korrekturmöglichkeit für die am weitesten verbreiteten
klassischen Systeme (die mit parabolischem Hauptspiegel) zu
liefern.
Hierzu soll die Erfindung gemäß den Ansprüchen 1 bis 4 einen Beitrag leisten
indem versucht wird, die Symmetrie des Schmidtsystems auf Spiegelsysteme
zu übertragen, wobei als Hauptspiegel ein Parabolspiegel Verwendung
findet. Hierbei dient ein afokales Teilsystem einerseits zur Bündeleinschürung
und Baulängenbegrenzung und andererseits zur Erzeugung einer
sphärischen Aberation, deren Funktion der einer Korrektionsplatte im
klassischen Schmidtsystem nahekommt.
Dieser Öffnungsfehler des afokalen Teilsysems rührt nur vom sphärischen
Zerstreuungsspiegel her, da der Parabolspiegel bekannterweise Öffnungsfehlerfreiheit
aufweist. Der abbildende Kugelspiegel schließlich maß demnach für
entgegengesetzt gleichen Öffnungsfehler dem Betrage nach die gleiche
Krümmung wie der zerstreuende Kugelspiegel haben. Aus der Symmetrieforderung
folgt, daß sich der Krümmungsmittelpunkt des sphärischen Sammelspiegels
auf dem Scheitelpunkt des sphärischen Zerstreuungsspiegels befinden
muß.
Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung unter
Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 4 und die Tabellen 1 bis 3. Dabei gibt
Fig. 1 eine Darstellung der Systemkonfiguration mit den wesentlichen
geometrischen Parametern (Hauptspiegel parabolisch,
Sekundär sphärisch/zerstreuend und
Teritiär sphärisch/sammelnd);
Fig. 2a, b Meridionale Durchrechnungen eines Beispielsystems;
Fig. 3 eine Systemkonfiguration wie in Fig. 1.
Tab. 1 die Flächenteilkoeffizienten und deren Summen in
Abhängigkeit von
der Vergrößerung V des afokalen Teilsystems aus Primärspiegel
und Sekundärspiegel;
Tab. 2 den Bilddurchmesser
in Bogensekunden in Abhängigkeit von der
Öffnungszahl des Primärspiegels;
Tab. 3 die Daten eines Spiegelsystems gemäß Fig. 2.
Bezeichnen wir nun in der Reihenfolge des Lichtweges durch das System
entsprechend Fig. 1 die Brennweiten der Spiegel mit f1, f2, f3 so ergeben
sich nachfolgende Beziehungen.
Wir definieren als Hilfsgröße die Vergrößerung des afokalen Teilsystems
aus Spiegel 1 und Spiegel 2 zu:
v = f1/f2 [1],
wobei unter f2 der Betrag von f2 verstanden werden soll.
Die Gesamtbrennweite des Systems ergibt sich zu:
fges = f1/f2 * f3 = v * f3 [2]
d. h. für den Fall f2 = f3 folgt:
fges = f1 [2a]
Die Öffnungszahl des Gesamtsystems ergibt sich analog zu:
Nges = fges/D1 = N1 *f3/f2 [3]
wobei D1 den Durchmesser und N1 die
Öffnungszahl des Primärs bezeichnet;
für den Fall f2 = f3 folgt:
Nges = N1 [3a].
Mit der Hilfsgröße v folgen die Flächenteilkoeffizienten für das
erfindungsgemäße System entsprechend Tab. 1.
Es gelten damit folgende
Ausdrücke für die Seidelschen Bildfehler 3. Ordnung:
Sphärische Querabweichung = -f/(16N³) * ΣI = 0 [4a]
Sphärische Längsabweichung = -f/(8N²) * ΣI = 0 [4b]
Sphärische Längsabweichung = -f/(8N²) * ΣI = 0 [4b]
Meridionale Koma, Querabweichung = -3f/(8N²) * TAN(g0) * ΣII = 0 [5a]
Meridionale Koma, Längsabweichung = -3f/(4N) * TAN(g0) * ΣII = 0 [5b]
Meridionale Koma, Längsabweichung = -3f/(4N) * TAN(g0) * ΣII = 0 [5b]
Tangentiale Querabweichung = -f/(4N) * TAN²(g0) * ΣIII = f/(4N) * TAN²(g0) [6a]
Sagittale Querabweichung = -f/(4N) * TAN²(g0) * ΣIV = f/(4N) * TAN²(g0) [6b]
Sagittale Querabweichung = -f/(4N) * TAN²(g0) * ΣIV = f/(4N) * TAN²(g0) [6b]
Querabweichung auf der Schale der mittleren Bildkrümmung = -f/(4N) * TAN²(g0) * ΣIIIa = = 0 [8]
Astigmatische Differenz = -f/2 * TAN²(g0)ΣIIIa = 0 [8]
Krümmungsradius der tangentialen Schale = -f/ΣIII = f [9a]
Krümmungsradius der sagittalen Schale = -f/ΣIV = f [9b]
Krümmungsradius der sagittalen Schale = -f/ΣIV = f [9b]
Radius der mittleren Bildkrümmung = -f/ΣIVa = f [10]
Hierbei ist die Lage der einzelnen Spiegel durch folgende Formeln
gegeben, wobei der Nullpunkt des Systems im Scheitelpunkt des parabolischen
Primärs liege:
a1 = 0 (so gewählt)
a2 = f1 * (1-1/v) [12]
a3 = f1 * (1-3/v) [13]
Die Werte ai stehen hier für die Koordinaten des Scheitelpunktes des
i-ten Spiegels mit i = (1, 22, 3).
Man sieht, für v<3 liegt der Tertiär zwischen Primär und Sekundär, für
v<3 liegt der Tertiär auf der dem Sekundär abgewandten Seite des Primärs
und schließlich für v=3 fallen die Scheitelpunkte von Tertiär und Primär
zusammen.
Dabei gibt Tab. 1 die Flächenteilkoeffizienten und deren Summen in
Abhängigkeit von v. Das ist zwar nur die erste Näherung entsprechend
bis Formel [13], dafür aber übersichtlich und zeigt,
daß für die Summen die v-Abhängigkeit herausfällt. Die einzige
Ausnahme bildet die Verzeichnung.
Man erkennt, daß Sphäre, Koma und Astigmatismus Null werden
und eine überall einheitliche Bildfeldkrümmung vom Betrag der
Hauptspiegelbrennweite auftritt.
Durch den erzwungenen Abstand zwischen Sekundär- und Tertiärspiegel -
bedingt durch die Symmetrieforderung - projiziert sich nun die
Korrektion des Öffnungsfehlers, insbesondere bei lichtstarken Systemen
(N1<5), auf etwas zu weit außenliegende Bereiche des Tertiärs.
Dem kann nun, wie die Reihenentwicklung der sphärischen Längsaberrationen
für beide Spiegel zeigt, dadurch begegnet werden, daß man dem Tertiär
einen geringfügig größeren Krümmungsradius, d. h. eine etwas größere
Brennweite, gibt. Natürlich wird nun auch der Abstand vom Scheitelpunkt
des Sekundärs etwas vergrößert. Es gelten dann folgende modifizierte
Formeln, wobei df3 den notwendigen Brennweitenzuwachs des Tertiärs
bezeichnen möge:
df3 = 0.01 * Faktor * f2/(N1)²; 6<Faktor<8 [14]
f3 = f2 + df3 [15]
a3 = f1 * (1-3/v) - 2 * df3 [16]
Tab. 2 gibt einen Überblick der optimalen Bilddurchmesser in Bogensekunden
in Abhängigkeit von der Öffnungszahl des Primärs.
| Bilddurchmesser in Bogensekunden in Abhängigkeit von der Öffnungszahl N1 des Primärs | |
| Bilddurchmesser in Bogensekunden | |
| N1 | |
| 28.28 | |
| 1.0 | |
| 3.38 | 1.5 |
| 0.82 | 2.0 |
| 0.26 | 2.5 |
| 0.10 | 3.0 |
| 0.06 | 3.5 |
| 0.02 | 4.0 |
| 0.01 | 4.5 |
| 0.00 | 5.0 |
Der beobachtete Bilddurchmesser wird recht gut durch folgende Formel
dargestellt:
Bilddurchmesser
= (800)½ . . * (1/N1)⁵
= 28.284 . . * (1/N1)⁵
= (800)½ . . * (1/N1)⁵
= 28.284 . . * (1/N1)⁵
Für Öffnungszahlen N1<5 dürfen die beiden Sphären sogar
"identisch" sein, was die Herstellungskosten weiter reduziert, da man
sie gemeinsam schleifen kann. Der Korrektionszustand, der schon ab
Öffnungszahlen N1<3 als hervorragend bezeichnet werden kann, bleibt,
wie die exakte Durchrechnung des Systems zeigt, erfreulicherweise über
ein größeres Feld erhalten.
Die Fig. 2 stellt die Ergebnisse der exakten Durchrechnung im Brennpunkt
im meridionalen Schnitt dar.
Das Beispiel gemäß Fig. 2a, b gibt für eine Öffnungszahl N1=3 die
geometrische Strahlvereinigung in der Auffangebene anhand des
Äquivalents zur weltgrößten Schmidtkamera.
Die angegebenen Systemdaten korrespondieren mit Tab. 3.
Der Koordinatenursprung gibt die Lage des idealen verzeichnungsfreien
Bildpunktes.
Das Licht kommt in der Abbildung nach der gedachten Reflektion
am Tertiär von links.
Die obere Abbildung gibt die Strahlvereinigung für parallel
zur optischen Achse einfallendes Licht.
Der betrachtete Ausschnitt ist hier 0.01 mm×0.06 mm.
Zu beachten ist, daß die Ebene des kleinsten geometrischen
Zerstreuungsscheibchens um 0,033 mm über den Gaussfokus
hinaus vom Tertiär weg verschoben ist. Siehe dazu Parameter
Verschbg. Der spährische Restfehler beträgt etwa 0.1″.
Die untere Abbildung gibt die Strahlvereinigung bei 1°
Gesichtsfelddurchmesser.
Die Verschiebung relativ zum Koordinatenursprung in horizontaler
Richtung ist verursacht durch die Bildfeldkrümmung,
während diejenige in vertikaler Richtung Ausdruck der moderaten
Verzeichnung des Systems ist.
Der betrachtete Ausschnitt ist hier 0.1 mm×0.6 mm.
Als freie Öffnung für das Beispiel in der Fig. 2 wurde der Korrektionsplattendurchmesser
der größten existierenden Schmidtkamera der Welt mit
1,34 mm ausgewählt. Die Öffnungszahl des Primärs wurde mit N1=3
angesetzt, also einer letztendlichen Systembrennweite von ca. 4 m, die
der Original-Schmidtkamera entspricht. Die Baulänge des Systems
beträgt nun nur 1/3 der Original-Schmidtkamera also = 2,67 m.
Für die verbleibende Bildfeldkrümmung gilt folgende Formel:
rKrümm = f1 *f2/(f2-v * df3) [17]
Zum Abschluß seien noch einige Betrachtungen über die dem System immanente
Vignettierung angestellt, die auftritt, will man keine zu große
Obstruktion zulassen. Zur Bezeichnung der Größe siehe Fig. 3.
D3 = D2 = D1/v [18]
DBild = 2TAN(DFeld/2) * fges [19]
DBlende = D2 + (v-1)/v - DBild [20]
DVignette = D2 + (v²-1)/v - DBild [21]
DeltaVig = (²v-1)/v - DBild [22]
Setzt man einmal als zulässige, maximale Vignettierung an, daß die Projektion
des parallelen Bündels, ausgehend vom Sekundär auf den Tertiär,
für einen gegebenen Einfallswinkel (g0=DFeld/2) sich um nicht mehr als
maximal 1/3 D3 gegenüber dem Mittelpunkt von D3 verschieben soll, so
folgt für das dann maximal übertragbare Gesichtfeld folgende Formel
DFeld ≅ 6°/N1 yy[23]
Wie man sieht, heißt das, daß insbesondere für lichtstarke Systeme mit
N1<5 ansehnliche Felder mit noch tolerierbarer Vignettierung übertragbar
sind.
Selbst vignettefreie klassische Systeme, die praktisch meist nicht
streng realisiert sind, um die Obstruktion kleinzuhalten, erzeugen
allein durch die zum Gesichtsfeldrand hin teilweise beträchtlich vergrößerten
Zerstreuungsfiguren einen weit größeren Reichweitenverlust für
punktförmige Strahlungsquellen, als diese schwache Vignettierung bewirken
kann.
In Fig. 3 ist die maximale Vignettierung für ein System mit v=3 und
einem Gesichtsfeld nach Formel [23] dargestellt.
Die Systemkonfiguration ist wie in Fig. 1, insbesondere mit
Veranschaulichung der gesichtsfeldabhängigen Parameter nach den
Formeln [18] bis [22] und dem maximal übertragbarem Gesichtsfeld
nach [23]. Hier als Beispiel mit N1=2 und v=3.2.
Die Tab. 3 gibt schließlich ein Beispielsystem mit optimierten Parametern
an.
Als Beispiel dient das Äquivalent zur weltgrößten Schmidtkamera.
Als Schlußbemerkung sei erwähnt, daß bezüglich Abbildungsqualität und
Lichtstärke nur die klassischen Schmidtsysteme dem erfindungsgemäßen
System nahe kommen. Das allerdings aus geometrischen Gründen resultierende,
kleinere übertragbare Gesichtsfeld des erfindungsgemäßen Systems,
im Vergleich zur klassischen Schmidtkamera, mag als Nachteil gelten.
Demgegenüber spricht für das erfindungsgemäße System die wesentlich
reduzierte Baulänge (auf etwa 1/3) und der Wegfall der Korrektionsplatte,
was vor allem Kosten einspart und den beobachtbaren Spektralbbereich erweitert.
Die hohe Bildqualität, selbst im Vergleich zur Original-Schmidtkamera, ist
im wesentlichen auf 2 Ursachen zurückzuführen:
Zum einen der Wegfall der wellenlängenabhängigen Dispersion im erfindungsgemäßen System. Der andere bemerkenswerte Umstand ist folgender:
Während beim Original Schmidtsystem für Einfallswinkel ungleich Null die Korrektion nicht vollkommen sein kann - da sich, wie schon Schmidt selbst bemerkte, dann die Korrektion auf eine Ellipse projiziert (d. h. die korrigierende Eintittspupille steht nicht parallel zur Tangentialebene des beleuchteten Teils des Kugelspiegels) - ist im erfindungsgemäßen System die Parallelität zwischen simulierter Eintrittspupille bezüglich des beleuchteten abbildenden Kugelspiegelausschnitts und der Tangentialebene an diesen besser gegeben.
Zum einen der Wegfall der wellenlängenabhängigen Dispersion im erfindungsgemäßen System. Der andere bemerkenswerte Umstand ist folgender:
Während beim Original Schmidtsystem für Einfallswinkel ungleich Null die Korrektion nicht vollkommen sein kann - da sich, wie schon Schmidt selbst bemerkte, dann die Korrektion auf eine Ellipse projiziert (d. h. die korrigierende Eintittspupille steht nicht parallel zur Tangentialebene des beleuchteten Teils des Kugelspiegels) - ist im erfindungsgemäßen System die Parallelität zwischen simulierter Eintrittspupille bezüglich des beleuchteten abbildenden Kugelspiegelausschnitts und der Tangentialebene an diesen besser gegeben.
Claims (4)
1. Anastigmatisches Spiegelsystem mit drei Spiegeln, bei dem ein
sammelnder Hauptspiegel einfallendes Parallellicht zunächst auf einen
Zerstreuungsspiegel zurückreflektiert, welcher das auf ihn einfallende
Licht seinerseits auf einen Sammelspiegel reflektiert, von wo aus es
einem Detektor zugeführt wird, wobei die optischen Achsen aller drei
Spiegel zusammenfallen, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hauptspiegel parabolisch und der Zersetzungsspiegel sowie der Sammelspiegel sphärisch ausgebildet ist,
daß der Krümmungsmittelpunkt des Sammelspiegels im Scheitelpunkt des Zerstreuungsspiegels liegt und der Abstand zwischen Zerstreuungsspiegel und Hauptspiegel durch die Differenz der Beträge der Brennweiten dieser beiden Spiegel gegeben ist, daß der Krümmungsradius des Sammelspiegels den Krümmungsradius des Zerstreuungsspiegels um einen Anteil überschreitet, der bei höchstens ein Prozent liegt und der dadurch gegeben ist, daß sphärische Abbildungsfehler, die durch die räumliche Trennung des Sammelspiegels vom Zerstreuungsspiegel bedingt sind und zu einer Verschiebung der auf den Sammelspiegel auftreffenden Lichtstrahlen von dessen optischer Achse weg nach außen führen, korrigiert sind, wobei sich Abbildungsfehler der beiden sphärischen Spiegel gegenseitig ausgleichen und das Durchmesserverhältnis des auf den Hauptspiegel einfallenden Lichtbündels zu dem von dem Zerstreuungsspiegel reflektierten Lichtbündel gleich dem Verhältnis der Beträge der Brennweiten dieser beiden Spiegel ist.
daß der Hauptspiegel parabolisch und der Zersetzungsspiegel sowie der Sammelspiegel sphärisch ausgebildet ist,
daß der Krümmungsmittelpunkt des Sammelspiegels im Scheitelpunkt des Zerstreuungsspiegels liegt und der Abstand zwischen Zerstreuungsspiegel und Hauptspiegel durch die Differenz der Beträge der Brennweiten dieser beiden Spiegel gegeben ist, daß der Krümmungsradius des Sammelspiegels den Krümmungsradius des Zerstreuungsspiegels um einen Anteil überschreitet, der bei höchstens ein Prozent liegt und der dadurch gegeben ist, daß sphärische Abbildungsfehler, die durch die räumliche Trennung des Sammelspiegels vom Zerstreuungsspiegel bedingt sind und zu einer Verschiebung der auf den Sammelspiegel auftreffenden Lichtstrahlen von dessen optischer Achse weg nach außen führen, korrigiert sind, wobei sich Abbildungsfehler der beiden sphärischen Spiegel gegenseitig ausgleichen und das Durchmesserverhältnis des auf den Hauptspiegel einfallenden Lichtbündels zu dem von dem Zerstreuungsspiegel reflektierten Lichtbündel gleich dem Verhältnis der Beträge der Brennweiten dieser beiden Spiegel ist.
2. Spiegelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den
Systembrennpunkt des Spiegelsystems eine konvexplane Bildfeldebnungslinse
einbringbar ist.
3. Spiegelsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
in den Strahlengang des Spiegelsystems im Bereich des Systembrennpunktes
ein gegenüber der optischen Achse des Spiegelsystems geneigter, Newtonscher
Planspiegel einbringbar ist, der das Beobachtungslicht zur visuellen
Beobachtung seitlich auskoppelt.
4. Spiegelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der parabolische Hauptspiegel als außeraxialer Spiegel
ausgebildet ist, um die Vignettierung des Spiegelsystems herabzusetzen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914107576 DE4107576A1 (de) | 1991-03-07 | 1991-03-07 | Katoptrisches objektiv fuer die astronomie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914107576 DE4107576A1 (de) | 1991-03-07 | 1991-03-07 | Katoptrisches objektiv fuer die astronomie |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4107576A1 DE4107576A1 (de) | 1992-09-10 |
| DE4107576C2 true DE4107576C2 (de) | 1993-05-19 |
Family
ID=6426852
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914107576 Granted DE4107576A1 (de) | 1991-03-07 | 1991-03-07 | Katoptrisches objektiv fuer die astronomie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4107576A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4322536A1 (de) * | 1993-07-02 | 1995-01-12 | Frank Gallert | Aplanatisches und anastigmatisches Spiegelsystem mit ebenen Bildfeld |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1991
- 1991-03-07 DE DE19914107576 patent/DE4107576A1/de active Granted
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4322536A1 (de) * | 1993-07-02 | 1995-01-12 | Frank Gallert | Aplanatisches und anastigmatisches Spiegelsystem mit ebenen Bildfeld |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4107576A1 (de) | 1992-09-10 |
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Legal Events
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8122 | Nonbinding interest in granting licences declared | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: GALLERT, FRANK, O-1183 BERLIN, DE SCHMIEDECKE, MIC |
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