DE4102869A1 - Gleisbaumaschine zum verdichten der schotterbettung - Google Patents
Gleisbaumaschine zum verdichten der schotterbettungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine kontinuierlich verfahrbare
Gleisbaumaschine zum Verdichten der Schotterbettung
eines Gleises mit Fahrantrieb und einem auf Fahrwerken
abgestützten Maschinenrahmen, der wenigstens ein über
Antriebe beaufschlag- und höhenverstellbares Gleis-Sta
bilisationsaggregat mit über Spreizantriebe an die
Schieneninnenseiten anlegbaren und über Vibratoren in
etwa horizontale, quer zur Maschinenlängsrichtung ver
laufende Schwingungen versetzbaren Rollwerkzeugen auf
weist, sowie einem Nivellierbezugsystem zur Überwachung
der Absenkgröße zwischen Soll- und Ist-Lage des Gleises.
Es ist - gemäß AT-PS 3 80 280 - bereits eine kontinuier
lich verfahrbare Gleisbaumaschine bekannt, bei der eine
Gleisstopf-, Nivellier- und Richtmaschine mit einem
auf einem eigenen Maschinenrahmen angeordneten Gleis-
Stabilisationsaggregat verbunden ist. Letzteres kann
auch selbständig verfahrbar ausgebildet werden und un
abhängig von anderen Gleisbaumaschinen zum Einsatz kom
men. Mit dieser auch als dynamischer Gleisstabilisator
bezeichneten Gleisbaumaschine ist die Lagefestigkeit
und damit vor allem der Querverschiebewiderstand eines
Gleises mit einer infolge einer Unterstopfung od. dgl.
gelockerten Schotterbettung erheblich verbesserbar, in
dem die durch die Verkehrsbelastung in einem relativ
großen Zeitraum sich von selbst ergebende Schotterbett
verdichtung künstlich in einer einzigen Arbeitsdurch
fahrt vorweggenommen wird. Zu diesem Zweck werden beide
Schienen durch Rollwerkzeuge des Stabilisationsaggrega
tes erfaßt und der Gleisrost mittels als Unwuchten aus
gebildeter Vibratoren in horizontale, quer zur Maschi
nenlängsrichtung verlaufende Schwingungen versetzt.
Gleichzeitig wird durch am Maschinenrahmen befestigte,
vertikale Antriebe eine statische Auflast auf das Sta
bilisationsaggregat bzw. das Gleis aufgebracht und die
ses in die Schotterbettung "eingerieben", wodurch diese
verdichtet und das Gleis entsprechend abgesenkt wird.
Daraus resultiert neben einer dauerhaften und gleich
mäßig elastischen Schotterbettung auch eine Erhöhung
des durch die Reibung zwischen Schwelle und Schotter
bestimmten Querverschiebewiderstandes. Das Ausmaß der
Gleisabsenkung wird an Hand eines maschineneigenen
Nivellierbezugsystems kontrolliert und gesteuert.
Die Qualität der Schotterbettverdichtung läßt sich aus
der Größe des Querverschiebewiderstandes (QVW) ablei
ten, der die seitliche Lagestabilität des Gleises be
stimmt. Diese ist insbesondere für Hochgeschwindigkeits
strecken von besonderer Bedeutung. Die Messung dieses
QVW erfolgt üblicherweise getrennt vom Einsatz von
Gleisbaumaschinen. Ein Artikel in der Zeitschrift
"Internationales Verkehrswesen", Heft 1-2/81, Seiten
I-III, beschreibt beispielsweise eine solche Messung,
die an einzelnen Schwellen eines Gleises vorgenom
men wird. Dabei werden zuerst die jeweiligen Schienen
befestigungsmittel entfernt und ein Schottervorkopf
freigelegt, wonach man die Meßeinrichtung, die im we
sentlichen aus einem Hydraulikzylinder besteht, am
Schwellenkopf ansetzt und die Schwelle in ihrer Längs
richtung geringfügig verschiebt. Es werden sowohl die
auf die Schwelle einwirkende Kraft als auch der Ver
schiebeweg gemessen, woraus man Rückschlüsse auf den
QVW ziehen kann. Danach muß die Schwelle wieder in ihre
ursprüngliche Lage zurückverschoben werden. Diese Art
der Messung erfordert beträchtlichen Arbeitsaufwand
und kann überdies nur stichprobenweise eingesetzt wer
den, da die zu prüfenden Schwellen nicht zu nahe zu
einander liegen dürfen, um eine Beeinflussung des QVW
einer Schwelle durch die Schotterbewegung bei der vor
her gemessenen Schwelle auszuschließen. Außerdem führt
diese bekannte Art der Messung zwangsläufig zu einer
Beeinträchtigung des zuvor durch den Gleisstabilisator
verbesserten QVW.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun darin,
eine kontinuierlich verfahrbare Gleisbaumaschine der
eingangs beschriebenen Art zu schaffen, mit welcher
der Querverschiebewiderstand (QVW) eines Gleises ratio
nell und rasch feststellbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Gleisbau
maschine der eingangs beschriebenen Art gelöst, die
durch eine Meßvorrichtung zur Messung der Schwingungs
amplituden des Gleises und bzw. oder des Gleis-Stabili
sationsaggregates gekennzeichnet ist. Die Erfindung geht
davon aus, daß sich der QVW mit zunehmender Schotterver
dichtung und daraus resultierender verstärkter Reibung
der dicht gelagerten Schottersteine an der Schwelle er
höht. Folglich wird den Gleisschwingungen in Abhängig
keit vom Grad der Schotterverdichtung ein unterschied
lich hoher Widerstand entgegengesetzt, der schließlich
zu einer Beeinflussung der Schwingungsamplitude führt.
Das heißt, daß sich der Verdichtungsgrad also umgekehrt
proportional zur Größe der Schwingungsamplitude des
Gleises verhält. Durch die erfindungsgemäße Meßvorrich
tung besteht nunmehr erstmals die Möglichkeit, über
diese Veränderung der Schwingungsamplitude den QVW in
einer kontinuierlichen Meßfahrt zu ermitteln. Dabei ist
von ganz besonderem Vorteil, daß diese Messung praktisch
ohne wesentlichen konstruktiven Mehraufwand unter Ein
satz des Gleisstabilisators durchführbar ist. Außerdem
wird durch diese neue Art der Messung des QVW die Gleis
lagestabilität in keiner Weise beeinträchtigt. Diese
neuartige Messung ist besonders für
Hochgeschwindigkeitsstrecken von wesentlicher Bedeutung,
da nunmehr jede gefährliche Schwachstelle bezüglich der
Seitenlagestabilität genauestens erfaßbar und sofort
durch eine erneute Gleisunterstopfung bzw. eine lokale
Gleisabsenkung eliminierbar ist, so daß letztendlich
eine homogen verdichtete Schotterbettung mit einem
einen konstanten Querverschiebewiderstand aufweisenden
Gleis vorliegt. Dieses Gleis ist daher sofort nach der
Durcharbeitung mit Höchstgeschwindigkeit befahrbar.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist
die Meßvorrichtung zwischen zwei in Maschinenlängsrich
tung hintereinander befindlichen Gleis-Stabilisations
aggregaten angeordnet und zur formschlüssigen Anlage an
eine Schiene des Gleises ausgebildet. Durch diese Anord
nung der Meßvorrichtung wird gewährleistet, daß die
Schwingungsamplitudenmessung des Gleises an der Stelle
erfolgt, an der die Schwingung des Gleisrostes am
größten ist und wo daher die Messung mit der größtmög
lichen Genauigkeit und Zuverlässigkeit erfolgen kann.
Durch die formschlüssige Anlage an die Schiene ist eine
dämpfungsfreie, vollständige Übertragung der Gleis
schwingungen auf die Meßvorrichtung sichergestellt.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfin
dung sieht vor, daß die Meßvorrichtung mit einem auf
der Schiene des Gleises abrollbaren Meßrad verbunden
und als Schwingweg- bzw. Beschleunigungsaufnehmer aus
gebildet ist, wobei das Meßrad mit zwei zur gleichzei
tigen Anlage an die Schienenkopfinnen- und -außenkante
vorgesehenen, im Querschnitt keilförmigen Spurkränzen
versehen ist. Durch diese Ausbildung der Meßvorrich
tung wird sichergestellt, daß jegliche Bewegung des
Gleises in horizontaler, quer zum Gleis verlaufender
Richtung ohne Verzögerung auf das Meßrad und von diesem
auf den Schwingweg- bzw. Beschleunigungsaufnehmer
übertragen wird. Durch das keilförmige Profil liegt
das Meßrad auch bei durch Abnützung unterschiedlich
breitem Schienenkopf formschlüssig an beiden Schienen
kopf-Längsseiten an.
Vorteilhafterweise ist nach einem weiteren Erfindungs
merkmal der Schwingweg- bzw. Beschleunigungsaufnehmer
am Achslager des Meßrades befestigt. Durch diese Pla
zierung des Meßaufnehmers können die horizontalen
Schwingungen des Gleises auf einfachstem und direktestem
Wege über das Meßrad abgenommen werden.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung ist die Meßvorrichtung durch Gummilager mit
dem Maschinenrahmen bzw. einem Tastorgan des Bezug
systems verbunden. Diese elastische Lagerung der Meß
vorrichtung gewährleistet, daß das Meßergebnis nicht
durch Schwingungseinflüsse des Maschinenrahmens bzw.
des Tastorganes verfälscht wird.
Eine besonders vorteilhafte Ausführung der Erfindung
sieht vor, daß die Meßvorrichtung zur kontinuierli
chen Messung der horizontalen Schwingungsamplitude des
Gleises aus einem mit dem Maschinenrahmen verbundenen
und zur optischen Abtastung einer Schiene bzw. einer
formschlüssig an dieser anliegenden Referenzbasis an
geordneten optoelektronischen Sensor gebildet ist. Da
durch wird die Möglichkeit geschaffen, die horizonta
len Schwingungen des Gleises vom Maschinenrahmen aus
berührungsfrei zu messen. Dies ist insofern von beson
derem Vorteil, als damit die Meßvorrichtung nicht den
permanent hohen Querbeschleunigungskräften des schwin
genden Gleises ausgesetzt ist.
Für diese berührungslose Messung kann in vorteilhafter
Weise zur Erhöhung der Genauigkeit die Referenzbasis
mit einer Leuchtdiode versehen sein.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist
eine zusätzliche Meßvorrichtung zur Messung der hori
zontalen Schwingungsamplituden mit dem Gleis-Stabili
sationsaggregat verbunden. Damit ist eine Kontrollmög
lichkeit der ersten Meßvorrichtung gegeben, wobei bei
einer Divergenz zwischen den Meßergebnissen der beiden
Meßvorrichtungen verschiedene Rückschlüsse, z. B. auf
eine mangelhafte Schienenbefestigung, gezogen werden
können.
Die in Anspruch 9 angeführte vorteilhafte Ausbildung
einer Meßvorrichtung zeichnet sich durch einen einfa
chen und daher den besonders hohen Belastungen bestens
standhaltenden Aufbau aus.
Die Erfindung ist weiters auf ein Verfahren zur Messung
des Querverschiebewiderstandes gerichtet, wobei das
Gleis mit Hilfe einer kontinuierlich auf diesem fahren
den Gleisbaumaschine in etwa horizontale, quer zur
Maschinenlängsrichtung verlaufende Schwingungen ver
setzt und die Amplitude dieser Gleisschwingungen kon
tinuierlich gemessen wird. Mit diesem verfahren ist es
möglich, den für die Verwerfungssicherheit des Gleises
maßgeblichen QVW erstmals kontinuierlich zu messen und
zu kontrollieren. Somit werden auch auf kürzeste Gleis
abschnitte beschränkte Inhomogenitäten der Schotter
bettverdichtung zuverlässig erkannt, da die Messung
lückenlos erfolgt. Es können daher insbesondere Hoch
geschwindigkeitsstrecken bereits nach der Messung und
gegebenenfalls durchgeführten Korrekturen uneinge
schränkt freigegeben werden. Ferner zeichnet sich das
Verfahren dadurch aus, daß die Gleislage in keiner
Weise durch die Messung selbst gestört wird. Meßfahr
ten des Stabilisators mit kontinuierlicher
Amplitudenmessung können auch Hinweise auf die notwen
dige Art der Gleisdurcharbeitung geben. Stark ver
schmutzter oder zerkleinerter Schotter wird andere
QVW-Werte aufweisen. Bei stark verschmutzter Bettung
bzw. zerkleinertem Schotter ist z. B. eine Bettungs
reinigung angebrachter als ein Durchstopfen. Ebenfalls
sichtbar in der Schwingwegaufzeichnung werden lockere
Befestigungen, fehlende Unterlagsplatten oder sonstige
defekte Schienenbefestigungen sein.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Variante des er
findungsgemäßen Verfahrens wird die Schwingungserre
gung des Gleises für die kontinuierliche Messung des
Querverschiebewiderstandes mit Hilfe eines Gleis-Sta
bilisationsaggregates nach dessen Arbeitseinsatz im
Rahmen einer eigenen Meßfahrt durchgeführt, wobei die
Frequenz der horizontalen Schwingungen des Gleis-Sta
bilisationsaggregates im Vergleich zur Arbeitsfrequenz
reduziert wird. Auf diese Weise ist es möglich, die
Qualität der Stabilisierung im Rahmen gewisser für die
Meßfahrt optimierter Parameter rasch und optimal zu
kontrollieren, um so etwaige Problemstellen, die dem
geforderten Querverschiebewiderstand nicht entsprechen,
sofort im Anschluß an den Arbeitseinsatz der Maschine
festzustellen. Eruierte Inhomogenitäten in der Schot
terverdichtung sind sofort im Anschluß an die Meßfahrt
auf einfachstem Wege durch eine lokale, mit derselben
Maschine durchgeführte Gleisabsenkung bzw. Gleisunter
stopfung eliminierbar.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand von in den
Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher
beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer kontinuierlich ver
fahrbaren Gleisbaumaschine zum Verdichten der Schot
terbettung eines Gleises mit einer erfindungsgemäßen
Meßvorrichtung,
Fig. 2 eine stark vergrößerte Teil-Seitenansicht der
Meßvorrichtung gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht der Meßvorrichtung gemäß Linie III
in Fig. 2,
Fig. 4 eine Seitenansicht eines zweiten Ausführungs
beispieles einer erfindungsgemäßen Meßvorrichtung und
Fig. 5 eine schematisierte, stark vereinfachte Drauf
sicht auf eine weitere Ausführungsvariante der Er
findung.
Eine in Fig. 1 dargestellte Gleisbaumaschine 1 bzw.
Gleisstabilisator weist einen durchgehenden, langge
streckten Maschinenrahmen 2 auf, der sich über weit von
einander distanzierte Drehgestellfahrwerke 3 auf Schie
nen 4 eines Gleises 5 abstützt. Für die kontinuierliche
Arbeitsvorfahrt der als Regelfahrzeug ausgebildeten Ma
schine 1 ist jedem Fahrwerk 3 ein Fahrantrieb 6 zugeord
net, während ein weiterer, hydrodynamischer Fahrantrieb
7 für die Überstellfahrt vorgesehen ist. Die Beauf
schlagung sämtlicher Antriebe der Maschine 1 erfolgt
durch eine zentrale Energieversorgungseinrichtung 8 so
wie ein Hydraulikaggregat 9. Endseitig angeordnete Fahr
bzw. Arbeitskabinen 10 beinhalten Bedienungs- und Steuer
einrichtungen 11 sowohl für die Vorfahrt der Maschine 1
als auch für den Arbeitseinsatz von zwei mittig zwischen
den Fahrwerken 3 mit dem Maschinenrahmen 2 verbundenen
und in Gleislängsrichtung hintereinander angeordneten
Gleis-Stabilisationsaggregaten 12. Diese weisen aus
Spurkranzrollen 13 und Rollentellern 14 bestehende Roll
werkzeuge 15 auf, welche über - nicht näher dargestellte
- Spreizantriebe an die Innenseiten der Schienen 4 an
legbar und mittels eines eigenen Vibrationsantriebes 16
mit etwa horizontalen, quer zur Maschinenlängsrichtung
verlaufenden Schwingungen beaufschlagbar sind. Verti
kale, am Maschinenrahmen 2 angelenkte und als Hydrau
likzylinder ausgebildete Antriebe 17 dienen zur Über
tragung einer statischen Auflast auf das Gleis 5. Die
damit erzielbare Gleisabsenkung wird an Hand eines
Nivellierbezugsystems 18 gesteuert, welches als Meßbasis
eine zwischen den Fahrwerken 3 gespannte Drahtsehne 19
pro Schiene 4 aufweist. Ein höhenverstellbares, als
Spurkranzrolle ausgebildetes Tastorgan 20 wird zwischen
den beiden Gleis-Stabilisationsaggregaten 12 auf dem
Gleis 5 geführt und trägt - je Schiene 4 - einen mit
der jeweiligen Drahtsehne 19 zusammenwirkenden Höhen
meßfühler 21. Ferner ist eine im folgenden noch näher
beschriebene Meßvorrichtung 22 mit dem Tastorgan 2o ver
bunden, welche die Schwingungsamplituden des durch die
Gleis-Stabilisationsaggregate 12 in Vibration versetz
ten Gleises 5 mißt. Zusätzlich ist noch eine weitere
als Beschleunigungsaufnehmer ausgebildete Meßvorrich
tung 23 an einem der synchronisierten Gleis-Stabilisa
tionsaggregate 12 angeordnet, um dessen Schwingungs
amplituden zu messen und so eine Kontrollmöglichkeit
der Meßvorrichtung 22 zu schaffen. Ein Aufzeichnungs
gerät 24 sowie ein Gleisgeometrie-Computer 25 der be
kannten Art sind in einer der Fahr- bzw. Arbeitskabinen 10
vorgesehen, um die durch die Meßvorrichtungen 22, 23 er
zielten Meßergebnisse zu registrieren und für eine spä
tere Auswertung zu speichern.
Aus Fig. 2 und 3 geht der konstruktive Aufbau der in
Fig. 1 angedeuteten Meßvorrichtung 22 hervor. Im Bereich
oberhalb einer Schiene 4 ist mit einer Achse 26 des
Tastorganes 20 eine vertikale Führungsplatte 27 fest ver
bunden, die zwei vertikal verlaufende Langlöcher 28 auf
weist. In diesen ist eine im wesentlichen parallel zur
Gleisebene verlaufende, plattenförmige Halterung 29 höhen
verstellbar geführt bzw. mit der Führungsplatte 27 lösbar
verbunden. Parallel zur Halterung 29 bzw. unterhalb der
selben befindet sich eine Tragplatte 30, die von der Hal
terung 29 durch Gummilager 31 distanziert bzw. elastisch
damit verbunden ist. Die Tragplatte 30 ist über vertika
le Radstützen 32 mit einem auf der Schiene 4 des Gleises
5 abrollbaren Meßrad 33 verbunden, welches zur formschlüs
sigen Anlage an die Schiene 4 mit zwei im Querschnitt
keilförmigen Spurkränzen 34 versehen ist. Am Achslager 35
des Meßrades 33 ist ein Schwingweg- bzw. Beschleunigungs
aufnehmer 36 zur kontinuierlichen Messung der horizonta
len Schwindungsamplitude des Gleises 5 befestigt. Dieser
Schwingweg- bzw. Beschleunigungsaufnehmer 36 kann ebenso
wie bei der direkt am Stabilisationsaggregat 12 befestig
ten Meßvorrichtung 23 als elektrodynamischer, induktiver,
kapazitiver, ohmscher, piezoelektrischer od. dgl. Aufneh
mer ausgebildet sein. Eine Leitung 37 gibt die gemesse
nen Impulse an das Aufzeichnungsgerät 24 weiter.
Die Funktionsweise der erfindungsgemäß ausgestatteten
Gleisbaumaschine 1 wird im folgenden - unter Bezugnahme
auf die Fig. 1 bis 3 - näher beschrieben.
Nach durchgeführter Gleislagekorrektur durch eine Gleis
stopf-, Nivellier- und Richtmaschine erfolgt eine erste
Arbeitsdurchfahrt mit der Gleisbaumaschine 1 zum Zwecke
der Gleisstabilisierung und Schotterbettverdichtung, um
die unvermeidbare Anfangssetzung des Gleises 5 nach der
Stopfung gezielt vorwegzunehmen und das Gleis 5 maßge
recht abzusenken. Unmittelbar daran anschließend wird
die Meßvorrichtung 22 bzw. das Meßrad 33 in Eingriff
mit der Schiene 4 gebracht und die Maschine 1 neuerlich
kontinuierlich über das soeben bearbeitete und stabi
lisierte Gleis 5 verfahren, wobei diesmal die Gleis-
Stabilisationsaggregate 12 nur zur Schwingungsanregung
des Gleisrostes für den Meßvorgang eingesetzt werden
und keine neuerliche Verdichtung bzw. Absenkung des
Gleises erwünscht ist. Aus diesem Grund hat die vom
Vibrationsantrieb 16 erzeugte Schwingung nun eine klei
nere Frequenz als bei der vorigen Arbeitsdurchfahrt, und
auch die von den Antrieben 17 aufgebrachte statische
Auflast wird verringert. Der Schwingweg- bzw. Beschleu
nigungsaufnehmer 36 mißt nun über das formschlüssig auf
der Schiene 4 abrollende Meßrad 33 kontinuierlich die
Amplitude der horizontalen Gleisschwingungen, während
gegebenenfalls eine zweite, als Beschleunigungsaufneh
mer ausgebildete Meßvorrichtung 23 die Amplitude der
erregenden Schwingung der Gleis-Stabilisationsaggregate
12 mißt. Die Meßergebnisse werden über Leitungen 37 an
das Aufzeichnungsgerät 24 bzw. den Gleisgeometrie-Com
puter 25 weitergegeben, wo sie zur Auswertung gespei
chert werden. Bei Über- oder Unterschreitung bestimm
ter Grenzwerte des gewünschten Querverschiebewiderstan
des werden die ermittelten Problemstellen im Gleis 5 sofort
durch den neuerlichen Einsatz einer Stopfmaschine und/
oder des Gleisstabilisators nachbehandelt. Danach kann
die Strecke ohne Einschränkungen für den Hochgeschwin
digkeitsverkehr freigegeben werden.
Die Meßergebnisse sind jedoch auch als Hinweis auf eine
erforderliche Bettungsreinigung heranziehbar, da stark
verschmutzter oder zerkleinerter Schotter andere QVW-
Werte aufweisen wird als Schotter in gutem Zustand.
Ebenso sind lockere Befestigungen, fehlende Unterlags
platten oder sonstwie defekte Schienenbefestigungsmit
tel über die Schwingwegaufzeichnung feststellbar.
Eine weitere Möglichkeit des Einsatzes der
Meßvorrichtung 22 besteht darin, den QVW bereits vor
der Gleisdurcharbeitung im Rahmen einer eigenen Meß
fahrt zu ermitteln, um so aufgefundenen Schwachstel
len von vorneherein besonderes Augenmerk schenken zu
können.
Eine in Fig. 4 dargestellte Meßvorrichtung 38 zur Mes
sung der Schwingungsamplitude eines Gleises 39 besteht
aus einer mit einem Maschinenrahmen 40 einer als
Gleisstabilisator ausgebildeten Gleisbaumaschine 41
verbundenen optoelektronischen Sensor 43. Dieser weist
CCD-(charge coupled device) Zeilen mit einer Vielzahl
von lichtempfindlichen Kristallen auf. Die Photonen des
Lichtes erzeugen Ladungsträger an den betreffenden
Stellen des Kristalls, so daß ein Ladungsabbild der
Helligkeitswerte im Kristall entsteht. Einem Objektiv
44 des optoelektronischen Sensors 43 gegenüberliegend
ist eine Leuchtdiode 45 vorgesehen, die mit einem zwei
keilförmige Spurkränze aufweisenden Meßrad 46 und da
mit mit einer Schiene 47 des Gleises 39 formschlüssig
in Verbindung steht. Dieses Meßrad 46 ist über Gummi
lager 48 mit einem höhenverstellbaren Tastorgan 49
eines Nivellierbezugsystems verbunden.
Das Licht der durch die formschlüssige Verbindung mit
der Schiene 47 mit dem Gleis 39 schwingenden Leucht
diode 45 erzeugt einentsprechendes Ladungsabbild in
den CCD-Zeilen, das eine exakte Bestimmung der jewei
ligen Schwingungsamplitude des Gleises 39 ermöglicht.
Zur Erfassung der Leuchtdiode 45 auch in Gleisbögen,
in denen es zu einer Querverschiebung bezüglich des
Maschinenrahmens 40 kommt, ist das Objektiv 44 derart
eingestellt, daß der gesamte Querverschiebebereich der
Leuchtdiode 45 erfaßt ist.
Schließlich ist in Fig. 5 noch ein weiteres Beispiel
einer als kapazitiver Wegaufnehmer 50 ausgebildeten
Meßvorrichtung 51 zur Messung der Schwingungsamplitude
eines Gleises 52 dargestellt. Dieser auch als Diffe
renzialkondensator bezeichnete Wegaufnehmer 50 setzt
sich im wesentlichen aus zwei mit einem Maschinenrah
men 53 verbundenen Kondensatorplatten 54 und einer
dritten Kondensatorplatte 55 zusammen. Diese ist mit
einem keilförmig ausgebildeten und auf dem Gleis 52 ab
rollbaren Meßrad 56 zur ungedämpften Aufnahme der
Gleisquerschwingungen verbunden. Diese verursachen
eine Relativverschiebung der mittigen Kondensator
platte 55 in bezug auf die zwei gegenüberliegenden
Kondensatorplatten 54, wodurch eine der Schwingungs
amplitude des Gleises proportionale und genau meßbare
Ladungsänderung entsteht.
Claims (11)
1. Kontinuierlich verfahrbare Gleisbaumaschine
zum Verdichten der Schotterbettung eines Gleises mit
Fahrantrieb und einem auf Fahrwerken abgestützten Ma
schinenrahmen, der wenigstens ein über Antriebe beauf
schlag- und höhenverstellbares Gleis-Stabilisations
aggregat mit über Spreizantriebe an die Schieneninnen
seiten anlegbaren und über Vibratoren in etwa horizon
tale, quer zur Maschinenlängsrichtung verlaufende
Schwingungen versetzbaren Rollwerkzeugen aufweist, so
wie einem Nivellierbezugsystem zur Überwachung der Ab
senkgröße zwischen Soll- und Ist-Lage des Gleises,
gekennzeichnet durch eine Meßvor
richtung (22, 23; 38; 51) zur Messung der Schwingungsampli
tuden des Gleises (5; 39; 52) und bzw. oder des Gleis-
Stabilisationsaggregates (12).
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Meßvorrichtung (22) zwischen zwei in
Maschinenlängsrichtung hintereinander befindlichen
Gleis-Stabilisationsaggregaten (12) angeordnet und zur
formschlüssigen Anlage an eine Schiene (4) des Gleises
(5) ausgebildet ist.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (22) mit einem
auf der Schiene (4) des Gleises (5) abrollbaren Meßrad
(33) verbunden und als Schwingweg- bzw. Beschleuni
gungsaufnehmer (36) ausgebildet ist, wobei das Meßrad
(33) mit zwei zur gleichzeitigen Anlage an die Schie
nenkopfinnen- und -außenkante vorgesehenen, im Quer
schnitt keilförmigen Spurkränzen (34) versehen ist.
4. Maschine nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schwingweg- bzw. Beschleunigungsauf
nehmer (36) am Achslager (35) des Meßrades (33) be
festigt ist.
5. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (22)
durch Gummilager (31) mit dem Maschinenrahmen (2) bzw.
einem Tastorgan (20) des Bezugsystems (18) verbunden
ist.
6. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (38) zur
kontinuierlichen Messung der horizontalen Schwingungs
amplitude des Gleises (39) aus einem mit dem Maschinen
rahmen (40) verbundenen und zur optischen Abtastung
einer Schiene bzw. einer formschlüssig an dieser anlie
genden Referenzbasis (42) angeordneten optoelektroni
schen Sensor (43) gebildet ist.
7. Maschine nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Referenzbasis (42) mit einer Leucht
diode (45) versehen ist.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche Meßvor
richtung (23) zur Messung der horizontalen Schwingungs
amplituden mit dem Gleis-Stabilisationsaggregat (12)
verbunden ist.
9. Maschine nach einem der Ansprüche 1, 2 oder
5, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (51)
als kapazitiver Wegaufnehmer (50) ausgebildet ist, der
zum einen Teil mit einem formschlüssig auf einer Schie
ne des Gleises (52) geführten Meßrad (56) und zum ande
ren Teil mit dem Maschinenrahmen (53) verbunden ist.
10. Verfahren zur Messung des Querverschiebe
widerstandes eines Gleises, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Gleis (5) mit Hilfe
einer kontinuierlich auf diesem fahrenden Gleisbauma
schine (1) in etwa horizontale, quer zur Maschinen
längsrichtung verlaufende Schwingungen versetzt und die
Amplitude dieser Gleisschwingungen kontinuierlich gemes
sen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schwingungserregung des Gleises (5)
für die kontinuierliche Messung des Querverschiebewi
derstandes mit Hilfe eines Gleis-Stabilisationsaggrega
tes (12) nach dessen Arbeitseinsatz im Rahmen einer
eigenen Meßfahrt durchgeführt wird, wobei die Frequenz
der horizontalen Schwingungen des Gleis-Stabilisations
aggregates (12) im Vergleich zur Arbeitsfrequenz redu
ziert wird.
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