DE4039002A1 - Biologische strahlungsdetektion - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
biologischen Detektion von Strahlung durch Mikroorganismen, ins
besondere um die schädliche Wirkung auf den Menschen und die
Biosphäre zu untersuchen.
Diese Anforderungen bedürfen eines Detektors, dessen Empfind
lichkeitskurve insbesondere mit der Erytheminduktionskurve des
Menschen weitgehend übereinstimmt, der einen variablen Einsatz
ermöglicht, beispielsweise bei globalen Feldmessungen, und auch
von wenig geschultem Personal fehlerfrei bedient werden kann.
Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Meßkonzepte, insbe
sondere zur UV-B-Dosimetrie des terrestrischen UV-Lichtes mit
biologischer Wichtung bekannt.
So beschreibt D.S. Berger in Photochemistry and Photobiology,
1976, Band. 24, S. 587-593 eine Meßvorrichtung zur Bestimmung
von UV-Strahlung mit dem Ziel, die Empfindlichkeit des Detektors
dem Wirkungsspektrum für die Erytheminduktion beim Menschen an
zugleichen. Unter Einsatz einer Kombination geeigneter Filter
wird die Fluoreszenz einer Magnesiumwolframatschicht quantifi
ziert. Nachteilig bei dem beschriebenen Verfahren ist die
Wichtung bei der Anwendung als UV-Detektorfolie. Gemäß dem hier
beschriebenen Verfahren wird der kurzwellige Bereich des UV-B-
Spektrums zu schwach und der langwellige Bereich zu stark ge
wichtet. Eine Detektion der Ozonkonzentrations-abhängigen UV-
B-Variation ist daher mit diesem System schwer erfaßbar.
C.F. Wong, R. Fleming und S.J. Carter, Photochemistry and Photo
biology, 1989, Band 50, S. 611-615 beschreiben die Exposition
von Kunststoffolien, deren UV-Sensitivität dem oben genannten
Wirkungsspektrum ähnlich ist und die anschließende Ätzung sowie
photometrische Detektion des veränderten optischen Verhaltens
der Folie, beispielsweise aus Polycarbonat. Auch dieses Ver
fahren wichtet den kurzwelligen Bereich des UV-B-Spektrums zu
schwach und den langwelligen Bereich zu stark. In gleicher Weise
ist eine Detektion der Ozonkonzentrations-abhängigen UV-B-
Variation daher auch mit diesem System schwer erfaßbar.
K. Henriksen, K. Stamnes und P. Ostensen, Atmospheric Environ
ment, 1989, Band 23, S. 1573-1579 beschreiben die wellenlängen
auflösende Strahlungsleistungs-Messung des terrestrischen UV-A-
und UV-B-Strahlenbereiches. Die erhaltenen Werte könnten mit
geeigneten Wichtungsfaktoren noch verrechnet werden. Die sehr
kostenintensiven Messungen erfordern den Einsatz einer umfang
reichen Gerätekombination, insbesondere eine quarzkuppelabge
deckte Ulbricht-Kugel, einen automatischen motorgetriebenen
Doppelmonochromator, einen Photodetektor, einen Photomultiplyer
mit Hochspannungsquelle sowie entsprechende Rechner und Soft
ware.
R. M. Tyrrell, Photochemistry and Photobiology, 1978, S.
571-579, N. Munakata, Mutation Research, 82 (1981), S. 263-268
und G. Horneck et al., Science, 1984, Band 225, S. 226-228 be
schreiben biologische UV-Dosimetrie mit Mikroorganismen.
Bei diesem Verfahren werden Mikroorganismen in Suspension oder
als getrocknete Monolayer dem UV-Licht exponiert und anschlie
ßend die Überlebensrate bestimmt, bzw. die Mutationshäufigkeit
ermittelt. Hierbei stellt die Erbsubstanz der Organismen (Des
oxyribonukleinsäure-Polymer) das Haupt-Target für die UV-
Strahlung dar und ergibt somit eine direkte biologische Wichtung
der erhaltenen Strahlungsdosis. Allerdings sind die beschrie
benen Meßserien sehr arbeitsintensiv in der Auswertung, so daß
die beschriebenen Verfahren bisher keinen Eingang in die
routinemäßige Anwendungstechnik gefunden haben.
Demgegenüber besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung
darin, die Vorteile der biologischen UV-Dosimetrie mit Mikro
organismen mit denen der genannten kostengünstigen und einfachen
Verfahren zu kombinieren.
Die Lösung der vorgenannten Aufgabe besteht in einem Verfahren
zur biologischen Detektion von Strahlung durch Mikroorganismen,
wobei man
- a) Mikroorganismen in Form einer Beschichtung auf ein flächi ges Substrat aufbringt,
- b) gegebenenfalls erste ausgewählte Bereiche der Mikroorganis men-Beschichtung einer definierten Strahlungsdosis aus setzt,
- c) die gegebenenfalls der Strahlung ausgesetzten Bereiche vor der Einwirkung weiterer Strahlungsexposition schützt,
- d) anschließend weitere zweite ausgewählte Bereiche der Mikro organismen-Beschichtung der zu detektierenden Strahlung aussetzt,
- e) nach Beendigung der Strahlungsexposition in den gegebenen falls ersten und zweiten Bereichen der Mikroorganismen- Beschichtung die Biosynthese der Mikroorganismen initiiert und
- f) die Bildung von Biosyntheseprodukten, insbesondere die Zellinaktivierung und/oder die Wachstumshemmung der Mikro organismen in den gegebenenfalls ersten und zweiten Be reichen der Mikroorganismen-Beschichtung photometrisch be stimmt.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen insbeson
dere in der direkten biologischen Wichtung der absorbierten
Strahlung, da hauptsächlich die Erbsubstanz der Mikroorganismen
als Target dient und bei einer Schädigung zur Zellinaktivierung
oder Wachstumshemmung führt. Dies bedingt bekanntermaßen eine
geringere Proteinbildung gegenüber einem nicht exponierten
Mikroorganismus.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist außerordentlich preiswert und
einfach in der Handhabung sowie in der Auswertung.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich dergestalt realisieren,
daß man zunächst von einer handelsüblichen Kunststoffträgerfolie
mit einer hydrophilen Oberfläche ausgeht, auf die die biologi
sche Körnung, beispielsweise Bacillus subtilis-Sporen, aufge
tragen werden. Hierzu kann der Mikroorganismus bei erhöhter Tem
peratur in einer wäßrigen Trägermittellösung auf die Folie
appliziert werden und anschließend nach Erstarren der Träger
lösung das gebildete Gel getrocknet werden. Die so erhaltene
Folie ist im Dunkeln über mehrere Monate gut lagerungsfähig.
Zur biologischen Quantifizierung, insbesondere zur gewichteten
Detektion beispielsweise der UV-Strahlung des Sonnenlichtes,
werden die auf das Substrat aufgebrachten Mikroorganismen im
Freiland in geeigneten Expositionsbehältern, vorzugsweise in
horizontaler Lage, exponiert. Hierbei werden - sofern vorhanden
- Kalibrierungszonen abgedunkelt und nur ausgewählte Bereiche
des Substrates und des darauf befindlichen Mikroorganismus dem
Sonnenlicht exponiert. Bei dieser Exposition können metallbe
dampfte Neutralfilter und/oder Kantenfilter eingesetzt werden,
um beispielsweise bestimmte ausgewählte Wellenlängenbereiche zu
vermessen oder die gewünschten Meßzeiten einzustellen. Üblicher
weise werden die Bestrahlungsbedingungen so gewählt, daß der
Effekt innerhalb des Bereiches liegt, der von einer Kalibrie
rungskurve erfaßt wurde.
In Abhängigkeit von den Inkubationsbedingungen können sich un
terschiedliche Dosis-Effektkurven ergeben, so daß bevorzugter
weise die Substrate mit Kalibrierungsreihen versehen werden.
Hierzu werden ausgewählte Bereiche des Substrates und der Mikro
organismus-Beschichtung einer definierten Strahlungsdosis, vor
zugsweise mit einer künstlichen Strahlungsquelle, exponiert, die
eine bekannte, konstante Beleuchtungsstärke und spektrale Zu
sammensetzung besitzt (Sonnensimulationsanlage). Der so belich
tete Bereich wird von einer Reihe verschiedener Neutralfilter
abgedeckt, deren Transmissionswert beispielsweise von etwa 100%
bis 0,4% reicht.
In der Figur wird eine Kalibrierungsreihe eines UV-Detektorfilms
dargestellt, dessen einzelne Segmente unterschiedlich lange
einer Strahlenquelle (simuliertes Sonnenlicht) exponiert wurden.
Nach Beendigung der Strahlungsexposition in den Kalibrierungs
bereichen und den der zu detektierenden Strahlung ausgesetzen
Bereichen wird die Biosynthese der Mikroorganismen-Beschichtung
initiiert. Der Film wurde anschließend inkubiert, gefärbt und
die optische Dichte des Farbstoffes bestimmt. Die genannten Ex
positionszeiten in Minuten ergeben sich aus der Umrechnung der
Transmissionswerte der eingesetzten Neutralfilter.
Das Grundprinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht also
in der Immobilisierung der Mikroorganismen, gegebenenfalls in
einem Träger auf einem Substrat. So ist es möglich, die Mikro
organismen auch durch geeignete chemische oder auch adsorptive
Bindung an das Substrat zu binden, beispielsweise als Mono
schicht.
Das Auswertungsprinzip besteht darin, die Strahlungsdosis-ab
hängige Abnahme von Biosyntheseprodukten zu quantifizieren.
Hierzu wird das Substrat und die darauf aufgebrachte Mikroorga
nismen-Beschichtung bei geeigneter Temperatur in ein steriles
Bakterien-Nährmedium eine festgelegte Zeit inkubiert. Dabei
keimen überlebende Sporen aus und wachsen zu Mikrokolonien von
beispielsweise 10 bis 100 Einzellern heran. Das dabei gebildete
Protein kann mit bekannten Färbungsverfahren und Entfärbungs
verfahren selektiv angefärbt werden. Nach dem Waschen, bei
spielsweise mit reinem Methanol, wird die Mikroorganismen-Be
schichtung erneut getrocknet und die Extinktion beim längs
welligen Absorptions-Maximum des verwendeten Farbstoffes be
stimmt. Bereiche mit hohen Extinktionswerten (viel Protein) ent
sprechen dabei niedrigen UV-Dosen, während Areale mit niedrigen
Extinktionswerten (wenig Protein) Bereichen entsprechen, die
hohen UV-Dosen ausgesetzt waren. Die jeweiligen Extinktionswerte
der Expositionsbereiche können nun mit den Werten der
Kalibrierungsreihe verglichen werden. Als relative biologisch
wirksame UV-Dosis-Einheit kann beispielsweise die Zeit der Wir
kung definiert werden, die nach einminütiger Exposition mit der
Kalibrierungslichtquelle erzielt wird. Bei Anwendung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens zur biologischen Detektion von Strahlung
durch Mikroorganismen im Rahmen von standardisierten Verfahren
kann selbstverständlich im Einzelfall auf die entsprechende
Kalibrierung verzichtet werden, so daß die notwendige Auswertung
lediglich darin besteht, die Mikroorganismen-Beschichtung nach
der Strahlungsexposition unter standardisierten Inkubationsbe
dingungen zu behandeln und ebenso die Anfärbung und Extinktions
messung unter definierten Bedingungen durchzuführen. Im Gegen
satz zu den bisher im Stand der Technik bekannten Auswertungs
verfahren der biologischen Detektion von Strahlung durch Mikro
organismen stellt somit das erfindungsgemäße Verfahren eine
außerordentlich große Vereinfachung dar.
Vorteilhafterweise wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch
Aufbringen des Mikroorganismus in Form eines Gels eine gleich
mäßige Sporendichte pro Flächeneinheit des Substrats erhalten.
Insbesondere Agarosegel haftet sehr gut auf Kunststoffolien und
insbesondere Polyesterfolien mit hydrophiler Oberfläche. Die
Beschichtung bleibt bei allen weiteren Arbeitsschritten (Inku
bation, Färbung, Entfärbung, Trocknung und Auswertung) an der
Substratfolie haften. Das Einbetten der Mikroorganismen in das
Agarosegel gewährleistet eine gute Fixierung auf der Trägerfolie
und eine hohe Überlebensrate der unbestrahlten Sporen, so daß
die Folie über Monate lagerungsfähig ist. Für den Fall der De
tektion von UV-Strahlung gewährleistet die UV-transparente Aga
rosematrix ein gutes Keimen der Sporen und das Heranwachsen zu
geeigneten Mikrokolonien. Das Anfärben der Biosyntheseprodukte
auf der Folie ist komplikationslos. Die Strahleneffektmessung
(Dosisbestimmung) ist durch einfache photometrische Bestimmung
der Remission bei einem ausgewählten Maximum des verwendeten
Farbstoffs, üblicherweise des längswelligen Maximums des ver
wendeten Farbstoffs, direkt auf der Folie möglich. Durch kom
binierte Messung mit verschiedenen Kantenfiltern ist eine ge
zielte Sensibilität im UV-A, UV-A- und UV-B- und UV-A- bis UV-
C-Bereich möglich. Eine Dosisraten-Abhängigkeit im Bereich der
terrestrischen UV-Intensitäts-Variationsbereiche konnte nicht
festgestellt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dahingehend ausgelegt, daß
ein additiver Effekt der Strahlungsdosen beobachtet wird. Auch
nach unterschiedlicher Lagerungsdauer konnte festgestellt wer
den, daß die UV-Sensibilität der Folie gleichgeblieben ist. Die
Strahlungsempfindlichkeit ist nur in äußerst geringem Maße vom
Einstrahlwinkel abhängig, so daß dieser Faktor üblicherweise
vernachlässigt werden kann. Auch die Temperatur hat praktisch
keinen Einfluß auf die UV-Sensibilität. Die Luftfeuchtigkeit
sollte bei den Bestrahlungen möglichst konstant gehalten werden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das erfin
dungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet, daß man durch die
Verwendung von Kantenfiltern den zu detektierenden Wellenlängen
bereich der Strahlung auswählt. Insbesondere kann somit das er
findungsgemäße Verfahren zur Detektion von ultravioletter
Strahlung, insbesondere im UV-A-, -B- und C-Bereich, eingesetzt
werden. In gleicher Weise ist die Dosimetrie im Bereich der
Röntgenstrahlung möglich.
Die Art und Weise der Aufbringung der Mikroorganismen-Beschich
tung auf das flächige Substrat ist im Rahmen der vorliegenden
Erfindung unkritisch. Insbesondere bevorzugt wird die Mikro
organismen-Beschichtung daher als Suspension des Mikroorganismus
mit anschließender Trocknung auf das Substrat aufgebracht.
Die direkte biologische Wichtung und Dosimetrie der absorbierten
Strahlung kann vorzugsweise durch die Messung von gebildeten
Biosyntheseprodukten der der Strahlung exponierten Bereiche be
stimmt werden.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Er
findung besteht darin, daß man
- a) Bacillus subtilis-Sporen in einer Trägerlösung suspendiert, auf eine Kunststoffolie oder Glasoberfläche, insbesondere eine Polyesterfolie unter Erhalt eines Gels aufträgt und trocknet,
- b) gegebenenfalls erste ausgewählte Bereiche der Mikroorganis men-Beschichtung, gegebenenfalls unter Verwendung einer Reihe von Neutralfiltern, einer definierten Strahlungsdosis aussetzt,
- c) die gegebenenfalls der Strahlung ausgesetzten Bereiche der Mikroorganismen-Beschichtung abdeckt,
- d) anschließend weitere zweite ausgewählte Bereiche der Mikro organismen-Beschichtung der zu detektierenden Strahlung aussetzt,
- e) das flächige Substrat und die Mikroorganismen-Beschichtung in einem sterilen Bakterienmedium inkubiert und dabei Proteine bildet und
- f) das gebildete Protein mit einem Farbstoff selektiv anfärbt und die Extinktion der der Strahlung exponierten Bereiche photometrisch bestimmt.
Die oben genannte Ausführungsform ist keinesfalls auf den ange
gebenen Mikroorganismus beschränkt. Vielmehr kann auch nach
dieser Ausführungsform jeder strahlungssensitive Mikroorganismus
eingesetzt werden.
Weiterhin ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung eine Vor
richtung zur Detektion von Strahlung durch Mikroorganismen. Die
so bezeichnete Vorrichtung besteht aus einem flächigen Substrat
und einer darauf befindlichen Mikroorganismen-Beschichtung, wo
bei der Mikroorganismus eine gewisse Sensitivität gegenüber der
zu detektierenden Strahlung aufweist.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird daher als flächiges Substrat eine Kunststoffolie,
insbesondere eine Polyesterfolie mit hydrophiler Oberfläche,
ausgewählt.
Notwendiges Kriterium der Mikroorganismen-Beschichtung ist die
Sensibilität gegenüber der zu detektierenden Strahlung. Die Art
und Weise des Aufbaus dieser Mikroorganismen-Beschichtung ist
daher von geringerer Bedeutung. Besonders vorteilhafte Ergeb
nisse werden jedoch erhalten, wenn die Mikroorganismen-Beschich
tung eine Monoschicht des Mikroorganismus selbst ist. Als in
gleicher Weise vorteilhaft hat sich eine Mikroorganismen-Be
schichtung in Form eines Gels mit darin suspendiertem Mikroor
ganismus herausgestellt. Aufgrund der außerordentlich guten
Trocknungseigenschaften von Agarosegel wird dieses Gel besonders
bei der Verwendung von Bacillus subtilis-Sporen bevorzugt ein
gesetzt.
Auf eine handelsübliche, 250 µm dicke Polyesterträgerfolie mit
einer hydrophilen Oberfläche und einer Größe von 12·26 cm
wurde die biologische Körnung (Mikroorganismen-Beschichtung)
aufgebracht. Hierzu wurden Bacillus subtilis-Sporen in 70°C
warmer, 0,5%iger Agaroselösung suspendiert und auf die Folie
appliziert (pro 100 cm2 Folienoberfläche 20 ml Lösung mit
5·107 Sporen). Nach dem Erstarren der Agarose-Lösung wird das
Gel bei 65°C über Nacht getrocknet.
Zur Kalibrierung aufgrund unterschiedlicher Dosis-Effekt-Kurven,
bedingt durch die Abhängigkeit von den Inkubationsbedingungen
wurde daher die Folie mit Kalibrierungsreihen versehen. Hierzu
wurden in 2 cm Abstand von den Folienlängskanten 20·1,6 cm
große Bereiche 20 min einer künstlichen Strahlungsquelle ausge
setzt, die eine konstante Beleuchtungsstärke und spektrale Zu
sammensetzung besaß (Sonnensimulationsanlage). Der so belichtete
Bereich wurde von 10 verschiedenen Neutralfiltern abgedeckt,
deren Transmissionswert von ca. 100 bis 0,4% reicht.
Zur biologisch gewichteten Quantifizierung der UV-Dosis wurden
dann die oben exponierten Bereiche der Folie abgedeckt und die
Folien im Freiland in geeigneten Expositionsbehältern in hori
zontaler Lage exponiert. Lediglich ausgewählte Bereiche in der
Folienmitte wurden dem Sonnenlicht exponiert.
Nach Beendigung der Strahlungsexposition wurde die Folie bei
34,5°C in 500 ml sterilem Bakteriennährmedium bei leichter Be
wegung 4 h inkubiert. Dabei keimten überlebende Sporen aus und
wuchsen zu Mikrokolonien von 10 bis 100 Einzellern heran. Das
dabei gebildete Protein wurde mit einer 60 minütigen Färbung und
60 minütiger Entfärbung selektiv angefärbt. Als Farbstoff diente
Coomassie-Farbstoff. Nach dem Trocknen der Folie wurde diese mit
100%igem Methanol gereinigt, erneut getrocknet und die Extink
tion der exponierten Bereiche bei λ = 590 nm vermessen.
Die folgende Tabelle gibt die erhaltenen Anteile biologisch ge
wichteten UV-Lichts in verschiedenen Strahlungsquellen wieder.
Neben der Quantifizierung des Sonnenlichts wurde auch eine
Philips-Heimsonne und eine 1000 Watt Xenon-Lampe mit Spezial
filter zur Sonnenlichtsimulation in den jeweiligen Abständen
vermessen.
Claims (10)
1. Verfahren zur biologischen Detektion von Strahlung durch
Mikroorganismen, wobei man
- a) Mikroorganismen in Form einer Beschichtung auf ein flächi ges Substrat aufbringt,
- b) gegebenenfalls erste ausgewählte Bereiche der Mikroorganis men-Beschichtung einer definierten Strahlungsdosis aus setzt,
- c) die gegebenenfalls der Strahlung ausgesetzten Bereiche vor der Einwirkung weiterer Strahlungsexposition schützt,
- d) anschließend weitere zweite ausgewählte Bereiche der Mikro organismen-Beschichtung der zu detektierenden Strahlung aussetzt,
- e) nach Beendigung der Strahlungsexposition in den gegebenen falls ersten und zweiten Bereichen der Mikroorganismen- Beschichtung die Biosynthese der Mikroorganismen initiiert und
- f) die Bildung von Biosyntheseprodukten, insbesondere die Zellinaktivierung und/oder die Wachstumshemmung der Mikro organismen in den gegebenenfalls ersten und zweiten Be reichen der Mikroorganismen-Beschichtung photometrisch be stimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
durch die Verwendung von Kantenfiltern die zu detektierenden
Wellenlängenbereiche der Strahlung auswählt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 zur Detektion von Röntgen
strahlung oder ultravioletter Strahlung, insbesondere im UV-A-,
-B- und -C-Bereich.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-3, da
durch gekennzeichnet, daß man die Mikroorganismen-Beschichtung
als Suspension auf das Substrat aufbringt und das sich bildende
Gel anschließend mit den Sporen trocknet.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-4, da
durch gekennzeichnet, daß man die Überlebensrate und/oder die
Mutationshäufigkeit der der Strahlung exponierten Bereiche be
stimmt.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-5, da
durch gekennzeichnet, daß man
- a) Bacillus subtilis-Sporen in einer Trägerlösung suspendiert, auf eine Polyesterfolie unter Erhalt eines Gels aufträgt und trocknet,
- b) gegebenenfalls erste ausgewählte Bereiche der Mikroorganis men-Beschichtung, gegebenenfalls unter Verwendung einer Reihe von Neutralfiltern, einer definierten Strahlungsdosis aussetzt,
- c) die gegebenenfalls der Strahlung ausgesetzten Bereiche der Mirkoorganismen-Beschichtung abdeckt,
- d) anschließend weitere zweite ausgewählte Bereiche der Mikro organismen-Beschichtung der zu detektierenden Strahlung aussetzt,
- e) das flächige Substrat und die Mikroorganismen-Beschichtung in einem sterilen Bakterienmedium inkubiert und dabei Pro teine bildet und
- f) das gebildete Protein mit einem Farbstoff selektiv anfärbt und die Extinktion der der Strahlung exponierten Bereiche photometrisch bestimmt.
7. Vorrichtung zur Detektion von Strahlung durch Mikroorganis
men bestehend aus einem flächigen Substrat und einer darauf be
findlichen Mikroorganismen-Beschichtung.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
das flächige Substrat eine Kunststoffolie ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mikroorganismen-Beschichtung eine Monoschicht des Mikro
organismus ist.
10. Vorrichtung nach Ansprüchen 7 oder 8, gekennzeichnet, durch
ein getrocknetes Gel mit dem darin befindlichen Mikroorganismus.
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| DE4039002C2 DE4039002C2 (de) | 1994-12-01 |
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ID=6419767
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| DE4039002A Expired - Lifetime DE4039002C2 (de) | 1990-12-06 | 1990-12-06 | Biologische Strahlungsdetektion |
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| US5371004A (en) | 1994-12-06 |
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