DE4036713A1 - Verfahren zum signalisieren der geschwindigkeit eines fahrzeugs und schaltungsanordnung zur durchfuehrung dieses verfahrens - Google Patents
Verfahren zum signalisieren der geschwindigkeit eines fahrzeugs und schaltungsanordnung zur durchfuehrung dieses verfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Signalisieren der
Geschwindigkeit eines Fahrzeugs, welches mit einem Tacho
meter ausgerüstet ist, der durch eine Tachometerwelle ange
trieben ist.
Für manche Steuerungsaufgaben in Fahrzeugen benötigt man
ein geschwindigkeitsabhängiges Eingangssignal, z. B. für
das Steuern von Servoaggregaten, für die geschwindigkeits
abhängige Steuerung der Lautstärke von Autoradios oder der
Geschwindigkeit von Scheibenwischern, für das geschwindig
keitsabhängige Verstellen von Spoilern und anderes mehr.
Häufig werden Fahrzeuge erst nachträglich mit entsprechenden
Geräten und Einrichtungen ausgerüstet und dann stellt sich
die Frage, wie man am besten das geschwindigkeitsabhängige
Eingangssignal gewinnt.
Es ist bekannt, an einem der Enden der Tachometerwelle, also
am Getriebeanschluß oder am Anschluß des Anzeigeinstrumentes,
einen Drehgeber zwischenzuschalten. Nachteilig dabei ist, daß
dadurch der serienmäßige Zustand des Tachometers verändert
wird, daß die Einbauorte schlecht zugänglich sind, und daß
man wegen der sehr großen Typenvielfalt von Tachometern eine
entsprechend große Vielfalt von Drehgebern vorrätig halten
muß.
Es ist auch bekannt, die Tachometerwelle aufzuschneiden und
einen Drehgeber einzufügen. Nachteilig dabei ist erneut, daß
dadurch der serienmäßige Zustand des Tachometers verändert
wird. Außerdem ist die Funktionssicherheit vom handwerklichen
Geschick und von der Sorgfalt des Fachmanns (Automechaniker)
abhängig, welcher den Drehgeber einsetzt. Schließlich muß man
im Hinblick darauf, daß die Tachometerwellen keine einheit
lichen Abmessungen aufweisen, eine Anzahl von unterschiedlichen
Anpaßhülsen für die Montage vorrätig halten.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
Weg aufzuzeigen, wie ohne gravierende Veränderung des serienmäßigen
Zustandes eines Fahrzeuges im Wege der Nachrüstung
ein geschwindigkeitsabhängiges Signal gewonnen und in einer
solchen Bauform verwirklicht werden kann, die in allen Kraft
fahrzeugen eingesetzt werden kann.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den
im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen. Eine zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Schaltungsan
ordnung ist Gegenstand des Anspruchs 7. Vorteilhafte Weiter
bildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfordert
keinerlei Eingriff in den Tachometer oder in die Tachometer
welle. Da das von der Tachometerwelle abgestrahlte Laufge
räusch ausgewertet wird, genügt es, an irgend einer Stelle
der Tachometerwelle, zweckmäßigerweise an einer besonders
leicht zugänglichen Stelle, außen auf die biegsame Hülle,
in welcher die Tachometerwelle geführt ist, einen akustisch-
elektrischen Wandler, insbesondere ein Körperschallmikrofon
anzuordnen, welches die Laufgeräusche aufnimmt und in ein
elektrisches Signal umwandelt. Den Wandler aufzuklemmen,
ist in zweierlei Hinsicht günstig: Zum einen erzielt man
dadurch eine gute Einkopplung des Laufgeräusches in den
Wandler, zum anderen kann man bei einer Klemmbefestigung
ein und dieselbe Klemme für praktisch alle vorkommenden
Durchmesser von Tachometerwellen verwenden. Die Tachometer
welle und die sie umgebende Hülle bleiben dabei völlig un
verändert, der serienmäßige Zustand bleibt erhalten, was
für das Bewahren von Garantieansprüchen wichtig ist. Da
keinerlei Eingriffe in den Tachometer bzw. in die Tacho
meterwelle vorgenommen werden, ist die Montage denkbar ein
fach. Fehlerhafte Funktionen wegen falschen Einbaus des
akustisch-elektrischen Wandlers sind selbst dann kaum zu
befürchten, wenn dieser von einem Laien eingebaut wird.
Die Erfindung eignet sich deshalb hervorragend für Zwecke
der Nachrüstung.
Analysiert man das Laufgeräusch der Tachometerwelle nach
den darin enthaltenen Frequenzen, stellt man fest, daß mit
der Drehzahl der Tachometerwelle korrelierte Frequenzen
darin auffällig stark, d. h. mit besonders großer Amplitude,
vertreten sind. Erfindungsgemäß wird deshalb das vom Wand
ler gelieferte elektrische Signal nach Frequenzen analysiert
und ein Signal mit einer Kenngröße gebildet, die der aufge
fundenen, auffällig stark vertretenen Frequenz proportional
ist. Bei dieser Kenngröße kann es sich z. B. um eine der Dreh
zahl der Tachometerwelle proportionale Analogspannung oder
um eine der Drehzahl proportionale Impulsfrequenz handeln.
Das vom Wandler gelieferte elektrische Signal enthält darüber
hinaus Frequenzen, die mit der Drehzahl der Tachometerwelle
nicht in eindeutiger Weise korreliert sind. Je mehr man von
diesen Frequenzen unterdrücken kann, desto auffälliger hebt
sich die gesuchte Frequenz von den anderen Frequenzen des
Signales ab. Es ist deshalb in Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen, daß das elektrische Signal gefiltert wird, um
Frequenzen zu unterdrücken, die außerhalb eines die ver
mutete auffällige Frequenz umgebenden Frequenzbereiches liegen.
Im einfachsten Fall geht man so vor, daß man eine Tief
paßfilterung durchführt und alle höher frequenten Signal
anteile unterdrückt, die oberhalb einer Grenzfrequenz lie
gen, die durch die Drehzahl der Tachometerwelle bei der
vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges bestimmt
wird. Vorzugsweise führt man jedoch eine noch weitergehende
Filterung durch, indem man das Signal einer Bandpaßfilte
rung unterzieht und die Mittenfrequenz des durchgelassenen
Frequenzbereiches der auffällig stark vertretenen Frequenz
nachführt. Man hat dann ein Fenster von vorgegebener Band
breite, welches im infragekommenden Frequenzbereich ver
schoben werden kann, wobei die Verschiebung so vorgenommen
wird, daß die aufgefundene auffällige, mit der Drehzahl
der Tachometerwelle korrelierte Frequenz innerhalb dieses
Fensters, vorzugsweise etwa in seiner Mitte, liegt. Darin
liegt keine prinzipielle Schwierigkeit, da das Verfahren
seinen Ausgangspunkt immer bei stillstehendem Fahrzeug
nimmt, so daß man zu Beginn des Verfahrens die untere
Grenze des Fensters zu Null wählen kann, wodurch sicherge
stellt ist, daß nach Beginn des Verfahrens die gesuchte
Frequenz auf jeden Fall aufgefunden wird. Sie kann des
halb von Beginn an verfolgt und die Mittenfrequenz ent
sprechend verschoben werden.
Die gesuchte Frequenz kann unmittelbar durch Filterung
des Signales bestimmt werden. Die gesuchte Frequenz ist
aber dann besonders einfach zu erkennen, wenn das Signal
einer Fouriertransformation unterworfen wird, wodurch man
anstelle eines zeitkontinuierlichen Signales ein Spektrum,
bei der mit einem Rechner durchzuführenden Fouriertrans
formation ein Linienspektrum, erhält, in welchem bei der ge
suchten Frequenz eine besonders ausgeprägte Spektrallinie
erscheint, deren Amplitude auffällig aus dem Rauschanteil
des Spektrums hervorsticht, und zwar umso deutlicher, je
niedriger der Rauschanteil ist, weshalb es auch bei Durch
führung einer Fouriertransformation bevorzugt ist, das
Signal vorher einer Filterung zu unterziehen, durch welche
insbesondere die höheren Frequenzen, welche den Rauschan
teil überwiegend bestimmen, unterdrückt werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren läßt sich nicht nur
die Drehzahl einer Tachometerwelle und damit die Fahrzeug
geschwindigkeit ermitteln und signalisieren. Das erfindungsgemäße
Verfahren kann auch übertragen werden auf andere
Arten von Wellen, um deren Drehzahl zu ermitteln und zu
signalisieren.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten
Zeichnungen dargestellt und werden nachfolgend beschrieben.
Fig. 1 zeigt im Querschnitt durch eine Welle, insbe
sondere eine Tachometerwelle, die Anordnung
eines Körperschall-Sensors zur Aufnahme des
Laufgeräusches der Welle,
Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild einer ersten Schal
tungsanordnung und
Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild einer zweiten Schal
tungsanordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Fig. 1 zeigt eine rotierende Welle 1, welche von einer
Wellenführung 2 oder Lagerung umgeben ist. Bei einer Tacho
meterwelle ist die Wellenführung 2 üblicherweise ein durch
eine Wendelfeder verstärkter Schlauch. Auf der Außenseite
der Wellenführung liegt ein Körperschall-Sensor 3, dessen
Vorderseite guten Kontakt zur Wellenführung 2 hat. Der Kör
perschall-Sensor 3 ist mittels eines aus zwei Halbringen 6
und 7 bestehenden Spannringes, der durch eine Spannfeder 8
zugehalten wird, auf der Außenseite der Wellenführung fest
geklemmt. In einem der Halbringe befindet sich eine Ausnehmung,
in welcher der Körperschall-Sensor 3 in elastisch nachgeben
des und schalldämmend wirkendes Material 4 eingebettet ange
ordnet ist. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß der
Körperschall-Sensor vor allem die Laufgeräusche der Welle 1,
nicht aber störende Geräusche aus der Umgebung aufnimmt.
Durch ein Anschlußkabel 5 ist der Körperschall-Sensor 3
mit einer Auswerteschaltung verbunden, welche beispielhaft
in den Fig. 2 und 3 dargestellt ist.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Schaltungsanordnung liefert
der Körperschall-Sensor 5 ein elektrisches Signal, welches
durch einen Verstärker 10 verstärkt und durch ein schmal
bandiges Bandpaßfilter 11 gefiltert wird, dessen Mittenfre
quenz veränderlich ist. Das vom Bandpaßfilter 11 durchge
lassene Signal wird durch einen Analog-Digital-Wandler 12
digitalisiert und einem Mikrorechner 13 eingegeben, der
zusammen mit dem Bandpaßfilter 11 in einer Regelschleife
liegt und die Mittenfrequenz des Bandpaßfilters so
steuert, daß die Amplitude des durchgelassenen Signals
ein Maximum annimmt. Der Mikrorechner 13 steuert einen
Ausgangssignalformer 14 an, in welchem ein Signal mit
einer Kenngröße gebildet wird, welche der Mittenfrequenz
proportional ist, bei der das vom Bandpaßfilter 11 durch
gelassene Signal sein Maximum hat. Das Ausgangssignal
kann z. B. eine der Mittenfrequenz proportionale Analog
spannung oder Pulsfrequenz sein.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Schaltungsbeispiel wird
das Ausgangssignal des Körperschall-Sensors 5 durch einen
Verstärker 10 verstärkt, durch ein Tiefpaßfilter von seinem
höher frequenten Anteil befreit, durch einen Analog-
Digital-Wandler 12 digitalisiert und einem Mikrorechner 13
eingegeben, in welchem das Signal einer schnellen Fourier
transformation (FFT) unterzogen wird. Es entsteht dabei
ein Linienspektrum, welches die spektrale Leistungsdichte
in Abhängigkeit von der Frequenz zeigt, also angibt, wie
stark eine bestimmte Frequenz im Signal vertreten ist.
Der Signalanteil mit einer Frequenz, die mit der Drehzahl
der Welle übereinstimmt, sticht auffällig aus dem Rausch
anteil des Spektrums hervor und kann deshalb durch den
Mikrorechner 13 ermittelt werden. Der Mikrorechner über
mittelt die so bestimmte Frequenz an den Ausgangssignal
former 14, welcher ein Ausgangssignal mit einer Kenn
größe bildet, die der ihm übermittelten Frequenz pro
portional ist.
Claims (11)
1. Verfahren zum Signalisieren der Geschwindigkeit eines
Fahrzeugs, welches mit einem Tachometer ausgerüstet
ist, der durch eine Tachometerwelle angetrieben ist, durch
- - Aufnehmen des Laufgeräusches der Tachometerwelle (1),
- - Umwandeln des Laufgeräusches in ein elektrisches Signal,
- - Analysieren des Signals auf eine auffällig stark darin vertretene Frequenz, und
- - Bilden eines Signals mit einer Kenngröße, die der aufge fundenen, auffällig stark vertretenen Frequenz proportional ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das elektrische Signal gefiltert wird, um Frequenzen
außerhalb eines die vermutete auffällige Frequenz umgebenden
Frequenzbereichs zu unterdrücken.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Signal einer Tiefpaßfilterung unterzogen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Signal einer Bandpaßfilterung unterzogen und
die Mittenfrequenz des durchgelassenen Frequenzbereiches
der auffällig stark vertretenen Frequenz nachgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das elektrische Signal
einer Fouriertransformation unterworfen und das dadurch
erhaltene Frequenzspektrum auf eine auffällig stark ver
tretene Frequenz untersucht wird.
6. Übertragung des Verfahrens nach einem der vorstehenden
Ansprüche auf das Ermitteln und Signalisieren der
Drehzahl einer Welle.
7. Schaltungsanordnung zum Durchführen des Verfahrens
nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeich
net durch
- - einen Körperschall-Sensor (3) mit elektrischem Ausgangs signal zur Anbringung an einem Lager oder an einem anderen Führungsteil (2) der Welle (1),
- - einen Frequenzanalysator (13),
- - und einen Ausgangssignalformer (14), welcher ein Signal mit einer Kenngröße bildet, die der am stärksten ver tretenen Frequenz proportional ist.
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß dem Körperschall-Sensor (3) ein Tief
paßfilter (15) nachgeordnet ist.
9. Schaltungsanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß dem Körperschall-Sensor (3) ein Band
paßfilter (11) nachgeordnet ist.
10. Schaltungsanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Mittenfrequenz des Bandpaßfilters
(11) durch den Frequenzanalysator (13) gesteuert ist, um
sie der am stärksten vertretenen Frequenz nachzuführen.
11. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der Frequenzanalysator
(13) ein Rechner ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904036713 DE4036713A1 (de) | 1990-11-16 | 1990-11-16 | Verfahren zum signalisieren der geschwindigkeit eines fahrzeugs und schaltungsanordnung zur durchfuehrung dieses verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19904036713 DE4036713A1 (de) | 1990-11-16 | 1990-11-16 | Verfahren zum signalisieren der geschwindigkeit eines fahrzeugs und schaltungsanordnung zur durchfuehrung dieses verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4036713A1 true DE4036713A1 (de) | 1992-05-21 |
Family
ID=6418477
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19904036713 Ceased DE4036713A1 (de) | 1990-11-16 | 1990-11-16 | Verfahren zum signalisieren der geschwindigkeit eines fahrzeugs und schaltungsanordnung zur durchfuehrung dieses verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4036713A1 (de) |
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