DE4036279C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Ventilantrieb für eine Brenn
kraftmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Bei einer Brennkraftmaschine für ein Fahrzeug haben die Ven
tilsteuerzeiten der Ein- und Auslaßventile großen Einfluß auf
den volumetrischen Wirkungsgrad der Maschine, die Stabilität
bei Niedrigdrehzahl und die Leistung im Hochdrehzahlbereich.
Wenn die Ventilüberschneidungsperiode, in der sowohl die Ein-
als auch die Auslaßventile vor und nach dem oberen Totpunkt
geöffnet sind, lang wird, nimmt die angesaugte Luftmenge im
Hochdrehzahlbereich der Maschine aufgrund der Trägheit der
Einlaß- und der Auslaßluft zu. Dadurch wird der volumetrische
Wirkungsgrad bzw. der Füllungsgrad verbessert, wodurch die
Leistung der Maschine erhöht wird. In einem Niedrigdrehzahl
bereich der Maschine kann jedoch eine derart lange Ventil
überschneidungsperiode dazu führen, daß die Ansaugluft
zurückströmt oder zur Auslaßöffnung entweicht, so daß die
Drehzahl der Maschine instabil wird.
Es ist daher vorteilhaft, die Überschneidungsperiode im Nied
rigdrehzahlbereich zu verkürzen. Somit müssen die Ventilsteu
erzeiten im gesamten Drehzahlbereich der Maschine richtig ge
steuert werden, um die Stabilität der Maschinendrehzahl und
eine hohe Ausgangsleistung der Maschine unter allen Betriebs
bedingungen zu gewährleisten.
Zum Ändern der Ventilsteuerzeiten über bestimmte Drehzahlbe
reiche wurde in der JP-OS 1 96 406 ein Ventiltrieb vorge
schlagen, bei dem ein Nocken für einen Hochdrehzahlbereich
und ein Nocken für einen Niedrigdrehzahlbereich und entspre
chend zugeordnete Kipphebel vorhanden sind.
Ein Kipphebel wirkt dabei betriebsmäßig mit dem zugehörigen
Ventil zusammen, wobei beide Kipphebel durch einen Kolben in
einer Umschalteinrichtung drehzahlabhängig verbunden werden
können. Hierdurch kann der jeweils erforderliche Nocken aus
gewählt und die Ventilsteuerzeit verändert werden.
Zweckmäßigerweise besitzt aus Verschleiß- bzw. Reibungsgrün
den der Kipphebel für den Niedrigdrehzahlbereich eine Ein
griffsrolle, wobei diese mit dem Nocken für den Niedrigdreh
zahlbereich zusammenwirkt. Am Kipphebel für den Hochdrehzahl
bereich ist ein Gleitschuh angeordnet, welcher am Nocken für
hohe Drehzahlen angreift.
Die erwähnte Umschalteinrichtung nebst zugehörigem Kolben und
Zylinderbohrung ist in den Kipphebeln befindlich, wobei die
Verbindung der Kipphebel durch eine achsparallel zur
Nockenwelle erfolgende Bewegung des jeweiligen Kolbens
realisiert wird. Diese zur Nockenwelle achsparallele
Verbindung ist insbesondere im Moment der Koppelung bzw. der
Verbindung beider Kipphebel außerordentlich großen
Scherkräften ausgesetzt, so daß die Zuverlässigkeit eines
derart ausgestalteten Ventilantriebes gering ist.
Dadurch, daß die Umschalteinrichtung in den Kipphebeln mit
zur Nockenwelle achsparalleler Wirkungsrichtung angeordnet
ist, wobei die Kipphebel für den Niedrigdrehzahlbereich
gleichzeitig zur Aufnahme der Eingriffsrolle geeignet sein
müssen, ergeben sich fertigungstechnische Probleme und der
Nachteil eines großen Bauraumbedarfes sowie eine komplizierte
Montage.
Aufgabe der Erfindung ist daher die Schaffung eines Ventilan
triebes mit einer kompakten, zuverlässigen Umschalteinrich
tung zur drehzahlabhängigen Selektion entsprechender Nocken,
wobei gleichzeitig die Größe und das Gewicht des gesamten
Ventilantriebes verringert und die Montage vereinfacht werden
soll.
Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit den kenn
zeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1, wobei die Un
teransprüche vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes
des Hauptanspruches umfassen.
Dem Grundgedanken der Erfindung folgend ist der Kolben der
Umschalteinrichtung senkrecht zur Achse der Welle der Ein
griffsrolle bzw. in einer Ebene, die senkrecht zur Kipphebel
achse oder der Achse der Nockenwelle liegt, angeordnet und
wird in dieser Ebene bewegt, wodurch der Kipphebel für den
Hochdrehzahlbereich mit dem Kipphebel für den Niedrigdreh
zahlbereich verbindbar ist.
Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer
Merkmale und Vorteile anhand der Beschreibung von Ausfüh
rungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die bei liegenden
Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in:
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Ventilantrieb gemäß
der Erfindung;
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Ventilantrieb;
Fig. 3 eine teilweise weggeschnittene Ansicht des
Ventilantriebs;
Fig. 4 einen vergrößerten Schnitt durch eine Um
schalteinrichtung nach der Erfindung;
Fig. 5a ein Blockschaltbild einer Steuereinrichtung
nach der Erfindung;
Fig. 5b ein Diagramm, das Beziehungen zwischen der
Maschinendrehzahl und dem Maschinendrehmoment
zeigt;
Fig. 6a und 6b Schnittansichten, die jeweils den Betrieb des
Ventilantriebs in einem Niedrig- und in einem
Hochdrehzahlbereich der Maschine erläutern;
Fig. 7 ein Diagramm, das die Verläufe der Ventilhübe
bei der Erfindung zeigt;
Fig. 8 eine Draufsicht auf ein zweites Ausführungs
beispiel des Ventilantriebs nach der Erfin
dung; und
Fig. 9 ein Diagramm, das Beziehungen zwischen Reib
drehmomenten eines Gleitschuhs und einer Ein
griffsrolle und der Maschinendrehzahl zeigt.
Nach den Fig. 1-4 umfaßt eine Brennkraftmaschine, in der
der Ventilantrieb verwendbar ist, einen Zylinderkopf 1 mit
einer gegabelten Einlaßöffnung 2, einem Paar von Einlaß
ventilen 3, 3′, von denen jedes im Zylinderkopf 1 über eine
Ventilführung 4 verschiebbar angeordnet ist. Jedes Ventil
hat einen Ventilteller 3a, der mit einem Ventilsitz 5 der
Einlaßöffnung 2 in Anlage gelangt, und ein Ventilschaftende
3b mit einem Ventilfederhalter 6. Eine Ventilfeder 7 ist
zwischen dem Ventilfederhalter 6 und dem Zylinderkopf 1
angeordnet und beaufschlagt jedes Ventil 3, 3′ gegen den
Ventilsitz 5.
Ein Ventilantrieb 10 für die Einlaßventile 3, 3′ umfaßt
eine Nockenwelle 11 und eine Kipphebelachse 12, die paral
lel mit der Nockenwelle 11 verläuft und am Zylinderkopf 1
fest montiert ist. Die Nockenwelle 11 ist betriebsmäßig mit
der Kurbelwelle der Maschine verbunden und läuft mit der
halben Geschwindigkeit der Kurbelwelle um. Auf der Nocken
welle 11 ist ein Nocken 14 für Hochdrehzahl geformt, und
ein Paar von Nocken 13, 13′ für Niedrigdrehzahl ist auf
entgegengesetzten Seiten des Nockens 14 für Kochdrehzahl
geformt. Der Nocken 14 für Hochdrehzahl hat einen solchen
Grundkreis 14b und eine Nockenerhebung 14a, daß ein vorbe
stimmter großer Hub und ein großer Öffnungswinkel für das
Ventil im Hochdrehzahlbereich der Maschine erhalten werden.
Jeder Nocken 13, 13′ für Niedrigdrehzahl hat einen solchen
Grundkreis 13b und eine solche Nockenerhebung 13a, so daß in
einem Niedrigdrehzahlbereich ein vorbestimmter kleiner Hub
und ein kleiner Öffnungswinkel der Ventile erhalten werden.
Auf der Kipphebelachse 12 ist an ihren jeweiligen Enden
entsprechend den Nocken 13, 13′ für Niedrigdrehzahl ein
Paar von schrägen L-förmigen Kipphebeln 15, 15′ für Nied
rigdrehzahl befestigt. Ein schräger Kipphebel 17 für Hoch
drehzahl ist auf der Kipphebelachse 12 zwischen den Kipp
hebeln 15, 15′ für Niedrigdrehzahl entsprechend dem Nocken
14 für Hochdrehzahl schwenkbar befestigt. Das Ende jedes
Kipphebels 15 (15′) für Niedrigdrehzahl greift am Ventil
schaftende 3b des Ventils 3 (3′) über eine Justierschraube
16 (16′) an. In jeder Oberseite der Kipphebel 15, 15′ ist
eine tiefe Nut 19 geformt. Eingriffsrollen 20 und 20′ sind
auf einer Welle 21 drehbar befestigt und liegen in jeweili
gen Nuten 19. Die Welle 21 ist durch die Kipphebel 15, 15′
geführt und daran befestigt. Ein Teil des Unfangsabschnitts
jeder Eingriffsrolle 20 (20′) springt aus der Nut 19 nach
oben vor, so daß er an dem entsprechenden Nocken 13 (13′)
für Niedrigdrehzahl anliegt.
Der Kipphebel 17 für Hochdrehzahl ist U-förmig, so daß er
nicht mit der Welle 21 kollidiert. Der Kipphebel 17 für
Hochdrehzahl hat ein oberes freies Ende 17a, an dem ein
Gleitschuh 17b zur Anlage an dem zweiten Nocken 14 geformt
ist. Ein unteres freies Ende 17c greift an einer Feder 18
an, so daß das obere Ende 17a ständig gegen den Nocken 14
für Hochdrehzahl gedrückt wird.
Ein Paar von Umschalteinrichtungen 30 ist im Kipphebel 17
parallel angeordnet.
Nach Fig. 4 hat jede Umschalteinrichtung 30 eine in einem
oberen Teil des Kipphebels 17 geformte Bohrung 31, die über
der Welle 21 senkrecht zur Wellenachse liegt. In der Boh
rung 31 ist ein Kolben 34 verschiebbar angeordnet. Ein
Trennelement 32 ist in der Mitte der Bohrung 31 angeordnet
und begrenzt gemeinsam mit dem Kolben 34 eine Ölkammer 33
in der Bohrung 31. Der Kolben 34 hat eine Kolbenstange 34a,
die durch die Bohrung 31 auf der anderen Seite des Trenn
elements 32 verläuft. Am Ende der Kolbenstange 34a ist ein
Haltering 35 befestigt. Eine Feder 36 ist zwischen dem
Trennelement 32 und dem Kolben 34 angeordnet und beauf
schlagt den Kolben 34 in eine Einfahrstellung. Eine Ringnut
37 ist auf dem Umfang der Welle 21 an einer dem Kolben 34
gegenüberliegenden Stelle geformt. Die Ölkammer 33 steht
über eine Leitung 38 mit einem Ölkanal 39 in der Kipphebel
achse 12 in Verbindung.
Wenn der Grundkreis des Nockens 14 für Hochdrehzahl den
Kipphebel 17 für Hochdrehzahl berührt, wird der Raum zwi
schen dem Grund der Nut 37 auf der Welle 21 und der Innen
wand der Bohrung 31 im Kipphebel 17 für Hochdrehzahl maxi
mal. Zu diesem Zeitpunkt wird der Ölkammer 33 Öl zugeführt,
der Kolben 34 wird in Richtung zur Welle 21 gedrückt und in
den Raum zwischen der Ringnut 37 und der Bohrung 31 am
oberen Ende 17a eingeführt. Somit sind der Kipphebel 17 und
die Welle 21 und damit die Kipphebel 15, 15′ miteinander
vereinigt. Während die Kipphebel in dieser Weise verbunden
sind, sind die Eingriffsrollen 20 und 20′ von den Nocken 13
und 13′ für Niedrigdrehzahl mit Ausnahme des Grundkreises
getrennt.
Gemäß Fig. 5a, die ein Steuersystem für die Umschaltein
richtung 30 zeigt, umfaßt die hydraulische Steuereinheit
des Systems eine Pumpe 41, die mit einer Ölwanne 40 in
Verbindung steht, in der sich ein Schmierölvorrat befindet,
ein Reduzierventil 42 zur Regelung des Schmieröldrucks,
eine Leitung 43 zur Ölzufuhr zu den zu schmierenden Teilen
und ein elektromagnetisch betätigtes Umschaltventil 45, das
über einen Kanal 44 mit der Pumpe 41 verbunden ist. Das
Umschaltventil 45 steht ferner mit dem Ölkanal 39 in Ver
bindung, der über die Leitung 38 mit der Ölkammer 33 ver
bunden ist. Das Umschaltventil 45 wird durch Impulse von
einer elektronischen Steuereinheit 50 betätigt.
Der Steuereinheit 50 wird eine Maschinendrehzahl Ne von
einem Kurbelwinkelsensor 46, ein Drosselklappenöffnungsgrad
8 von einem Drosselklappenlagesensor 47 und eine Kühlmittel
temperatur Tw von einem Kühlmitteltemperatursensor 48 zuge
führt. Die Steuereinheit 50 hat einen Drehzahlbereichsbe
stimmungsteil 51, dem die Maschinendrehzahl Ne und der
Drosselklappenöffnungsgrad a zugeführt werden. Der Be
reich der Maschinendrehzahl Ne wird nach Maßgabe einer Re
ferenzdrehzahl NI bestimmt. Wie Fig. 5b zeigt, ist die Re
ferenzdrehzahl NI bei einer Maschinendrehzahl vorgegeben,
bei der eine Kurve TL, die den Drehmomentverlauf der Nocken
13, 13′ für Niedrigdrehzahl zeigt, und eine Kurve TH, die
den Drehmomentverlauf des Nockens 14 für Hochdrehzahl
zeigt, einander schneiden. Die Referenzdrehzahl NI wird so
korrigiert, daß der Hochdrehzahlbereich bei geringer Ma
schinenlast, die durch einen kleinen Drosselklappenöff
nungsgrad bestimmt ist, erweitert und der Niedrigdrehzahl
bereich bei hoher Maschinenlast, die durch einen großen
Drosselklappenöffnungsgrad bestimmt ist, erweitert wird. Es
wird also in Abhängigkeit von der Referenzdrehzahl NI be
stimmt, ob sich die Maschine in einem Hoch- oder einem
Niedrigdrehzahlbereich befindet.
Das Ausgangssignal des Bestimmungsteils 51 wird einem Kor
rekturbestimmungsteil 53 zugeführt, dem außerdem die Kühl
mitteltemperatur Tw vom Kühlmitteltemperatursensor 48 zu
geführt wird, so daß bei kalter Maschine der Niedrigdreh
zahlbereich ungeachtet der Maschinendrehzahl Ne gewählt
wird. Ein Drehzahlbereichssignal vom Korrekturbestimmungs
teil 53 wird dem Umschaltventil 45 durch einen Ausgabeteil
52 zugeführt. Wenn ein Niedrigdrehzahlbereich bestimmt ist,
wird das elektromagnetische Umschaltventil 45 betätigt und
zieht Öl aus der Ölkammer 33 der Umschalteinrichtung 30 ab.
Wenn dagegen ein Hochdrehzahlbereich bestimmt ist, wird das
Umschaltventil 45 so betätigt, daß es der Ölkammer 33 Öl
zuführt.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 6a, 6b und 7 wird nachstehend
der Betrieb des Ventilantriebs beschrieben.
Wenn im Drehzahlbereichsbestimmungsteil 51 nach Maßgabe der
Maschinendrehzahl Ne und des Drosselklappenöffnungsgrads
R bestimmt wird, daß die Drehzahl Ne kleiner als die Refe
renzdrehzahl NI ist, läßt das Umschaltventil 45 Öl aus der
Ölkammer 33 jeder Umschalteinrichtung 30 ab. Somit beauf
schlagt die Feder 36 den Kolben 34, so daß dieser in das
Innere des Kipphebels 17 zurückgezogen wird, wie Fig. 6a
zeigt. Damit werden die Kipphebel 15, 15′ für Niedrigdreh
zahl und der Kipphebel 17 für Hochdrehzahl voneinander ge
trennt. Somit wirken die Kipphebel 15, 15′ für Niedrigdreh
zahl auf die Nocken 13, 13′ für Niedrigdrehzahl, so daß
jedes Ventil 3, 3′ mit einem kleinen Hub und einem kleinen
Ventilöffnungsgrad öffnet, wie die Kurve lL in Fig. 7
zeigt, so daß eine stabile Verbrennung stattfindet und da
mit ein stabiles Maschinendrehmoment erhalten wird. Da die
Eingriffsrollen 20, 20′ mit den Nocken 13, 13′ in Kontakt
stehen, ist die Reibung zwischen ihnen gering. Inzwischen
schwingt der von der Feder 18 gegen den Nocken 14 für
Rochdrehzahl beaufschlagte Kipphebel 17 leer.
Wenn der Kipphebel 17 für Hochdrehzahl auf dem Grundkreis
14b des Nockens 14 liegt, liegen auch die Kipphebel 15, 15′
für Niedrigdrehzahl auf den Grundkreisen 13b der Nocken 13,
13′ für Niedrigdrehzahl. Infolgedessen befinden sich die
Kipphebel 15, 15′ und 17 in oberen Stellungen unter Bildung
eines großen Zwischenraums zwischen der Kipphebelachse 21
und dem Kipphebel 17. Somit kann der Kolben 34 der Um
schalteinrichtung 30 in diesen Zwischenraum eintreten.
Wenn der Drehzahlbereichsbestimmungsteil 51 der Steuerein
heit 50 bestimmt, daß die Maschinendrehzahl im Hochdreh
zahlbereich liegt (Ne≧NI), wird das Umschaltventil 45 so
betätigt, daß es der Ölkammer 33 jeder Umschalteinrichtung
30 Öl zuführt.
Der Kolben 34 wird durch den Druck des Öls in der Kammer 33
verschoben und zwischen das obere Ende 17a des Kipphebels 17
und die Ringnut 37 der Welle 21 eingeführt, wie Fig. 6b
zeigt, wenn die Kipphebel an den Grundkreisen liegen. Somit
wird der Kipphebel 17 für Hochdrehzahl mit den Kipphebeln
15, 15′ für Niedrigdrehzahl über den Kolben 34 und die
Welle 21 verbunden. Wenn der Kipphebel 17 auf die Nocken
erhebung 14a des Nockens 14 für Hochdrehzahl wirkt, liegt
die Eingriffsrolle 20, 20′ nicht an den Nockenerhebungen
13a der Nocken 13, 13′ für Niedrigdrehzahl an, wie Fig. 6b
zeigt. Somit werden die Ventile 3, 3′ mit großem Hub und
großem Öffnungsgrad geöffnet, wie die Kurve lH in Fig. 7
zeigt. Der Nocken 14 für Hochdrehzahl greift am Kipphebel
17 über den Gleitschuh 17b an. Da jedoch der Nocken mit
hoher Drehzahl umläuft, wird die Reibung zwischen beiden
durch einen zwischen dem Gleitschuh 17b und den Nocken 14
gebildeten Ölfilm verringert.
Der Betriebszustand der Umschalteinrichtung 30 wird in
Abhängigkeit vom Drosselklappenöffnungsgrad R geändert,
so daß der Kraftstoffverbrauch und die Beschleunigungs
charakteristiken verbessert werden. Bei kalter Maschine,
die aufgrund der Kühlmitteltemperatur Tw bestimmt wird,
werden die Ventile wie im Niedrigdrehzahlbereich geöffnet,
so daß die Maschinendrehzahl stabil und das Warmlaufen der
Maschine verbessert wird.
Gemäß Fig. 8, die ein zweites Ausführungsbeispiel zeigt,
sind auf der Nockenwelle 11 ein Paar von Nocken 39, 39′ für
Hochdrehzahl und ein Nocken 38 für Niedrigdrehzahl zwischen
den Nocken 39, 39′ geformt. Ein Paar von Kipphebeln 41, 41′
für Hochdrehzahl ist auf der Kipphebelachse 12 an Stellen,
die den Nocken 39, 39′ für Hochdrehzahl entsprechen,
schwenkbar befestigt. Ein gegabelter Kipphebel 40 für Nied
rigdrehzahl ist auf der Kipphebelachse 12 zwischen den
Kipphebeln 41 und 41′ für Hochdrehzahl schwenkbar befe
stigt. Die Gabelenden des Kipphebels 40 sind mit den
Schaftenden 3b der Ventile 3, 3′ durch die Justierschrauben
16, 16′ verbunden. Eine Eingriffsrolle 42, die auf einer
Welle 43 drehbar angeordnet ist, greift an dem Nocken 38
für Niedrigdrehzahl ebenso wie beim ersten Ausführungsbei
spiel an. Beide Enden der Welle 43 ragen jeweils unter die
Kipphebel 41 und 41′ für Hochdrehzahl.
Die Umschalteinrichtung 30 ist in jedem Kipphebel 41, 41′
für Hochdrehzahl vorgesehen. Der Kolben der Umschaltein
richtung 30 ist in den Raum zwischen einem Endabschnitt 43a
(43b) der Welle 43 und dem Kipphebel 41 (41′) für Hochdreh
zahl so eingeführt, daß bei Aktivierung die Kipphebel 41,
41′ für Hochdrehzahl mit dem Kipphebel 40 für Niedrigdreh
zahl verbunden sind. Die übrige Konstruktion und die wei
teren Funktionen entsprechen dem ersten Ausführungsbei
spiel.
Die Maschinendrehzahl kann auch unter Bezugnahme auf andere
Faktoren als den Drosselklappenöffnungsgrad und die Kühl
mitteltemperatur bestimmt werden. Ferner kann die Erfindung
mit einem Ventilantrieb für die Auslaßventile oder einem
Ventilantrieb für eine Einventil-Brennkraftmaschine mit
einem einzigen Einlaß- und einem einzigen Auslaßventil
Anwendung finden.
Gemäß der Erfindung ist die Eingriffsrolle zwischen dem
Nocken und dem Kipphebel für Niedrigdrehzahl vorgesehen,
wodurch das zum Antreiben des Kipphebels erforderliche
Drehmoment und somit der Kraftstoffverbrauch verringert
werden. Wie Fig. 9 zeigt, erhöht sich das Reibdrehmoment
der Eingriffsrolle mit der Maschinendrehzahl. Da jedoch
zwischen dem Nocken und dem Kipphebel für Hochdrehzahl der
Gleitschuh vorgesehen ist und die Eingriffsrolle leicht
sein muß, kann das Höchstdrehmoment der Eingriffsrolle ver
ringert werden, wodurch Größe und Gewicht des Ventilan
triebs vermindert werden. Ein großer Teil der Eingriffs
rolle liegt im Inneren des Kipphebels, so daß die Höhe der
Nockenwelle nicht größer wird. Die Umschalteinrichtung zur
Wahl der jeweiligen Gruppe von Nocken und Kipphebeln umfaßt
einen Kolben, der in einen Zwischenraum zwischen der Welle
der Eingriffsrolle und dem Gleitschuh eingeführt ist, so
daß die Konstruktion kompakt und ihre Montage ungeachtet
der Anwesenheit der Eingriffsrolle einfach ist. Da außerdem
die Einrichtung nach Maßgabe der Maschinenbetriebsbedin
gungen hydraulisch betätigt wird, erfolgt die Wahl des
Kipphebels mit hoher Präzision. Da die Grundkreise der
Nocken voneinander verschieden sind, können die Gleitstücke
willkürlich ausgelegt sein. Da außerdem der Grundkreis des
Nockens für Niedrigdrehzahl einen großen Durchmesser hat,
kann der Nocken eine gleichmäßige Kontur erhalten, wodurch
Geräusche vermindert werden, die beim Auftreffen der Ven
tile auf die Ventilsitze erzeugt werden.
Claims (3)
1. Ventilantrieb für eine Brennkraftmaschine mit wenigstens einem
Einlaß- und Auslaßventil, mit einer Nockenwelle, die
einen Nocken (13, 13′) für Niedrigdrehzahl und einen Nocken (14) für Hochdrehzahl
trägt, mit einem Kipphebel (15, 15′) für Niedrigdrehzahl, der betriebsmäßig
mit einem der Ventile zusammenwirkt, mit einem Kipphebel (17)
für Hochdrehzahl, wobei die Kipphebel von den Nocken zur
Betätigung der Ventile bewegt werden, mit einem Kolben (34) in einer Umschalteinrichtung
(30) zum Verbinden des Kipphebels (15, 15′) für Niedrigdrehzahl mit dem
Kipphebel (17) für Hochdrehzahl, so daß die Kipphebel (15, 15′) vom Nocken (14) für Hochdrehzahl
gemeinsam betätigbar sind,
mit einer Eingriffsrolle (20, 20′) im Kipphebel (15, 15′) für
Niedrigdrehzahl, welche die Eingriffsrolle mit dem Nocken (13,
13′) für Niedrigdrehzahl in Eingriff bringbar ist, und mit einem am
Kipphebel für Hochdrehzahl (17) angeordnet und den Nocken für Hochdrehzahl
(14) angreifenden Gleitschuh (17b), dadurch gekennzeichnet,
daß sich der Kolben (34) der Umschalteinrichtung (30)
im wesentlichen in einer senkrecht zur Kipphebelachse
(12) bzw. zur Achse der Nockenwelle (11) liegenden Ebene bewegt.
2. Ventilantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwei Nocken (13, 13′) und zwei Kipphebel (15, 15′) für
Niedrigdrehzahl zur Betätigung eines Paares von Einlaßventilen
(3, 3′) vorgesehen sind,
daß der Kipphebel (17) für Hochdrehzahl zwischen den Kipphebeln
für Niedrigdrehzahl (15, 15′) befindlich ist und daß der Kolben (34)
der Umschalteinrichtung (30) mit der
gemeinsamen Welle (21) der Eingriffsrollen (20, 20′) in den Kipphebeln
für Niedrigdrehzahl (15, 15′) in Eingriff bringbar ist.
3. Ventilantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwei Kipphebel (41, 41′) für Hochdrehzahl
vorgesehen sind und daß der Kipphebel für Niedrigdrehzahl (40)
zwischen den Kipphebeln für Hochdrehzahl (41, 41′) liegt und zur Betätigung
eines Ventilpaares (3, 3′) gabelartig ausgebildet ist.
Applications Claiming Priority (2)
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Publications (3)
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| DE (1) | DE4036279C3 (de) |
| GB (1) | GB2238353B (de) |
Families Citing this family (17)
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