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Wassergaserzeuger mit darüberliegendem, von den Warmblasegasen beheiztem
Dampfkessel. Bei dem Betriebe von Wassergaserzeugern hat man bereits vorgeschlagen,
die Abwärme der Generatorgase, die beim Warmblasen entstehen, für die Dampferzeugung
nutzbar zu machen, indem man sie von der Abgaseschaltvorrichtung des Wassergaserzeugers
aus durch die Züge eines darüberliegenden Dampfkessels leitete. Diese Anordnung
zeigte folgende Nachteile r. Die Eigenwärme der Generatorgase ging infolge der Wärmeausstrahlung
des zwischen dem Gaserzeuger und dem Dampfkessel liegenden Zwischenstückes teilweise
verloren.
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z. Die zwischen dem Gaserzeuger und dem Dampfkessel,liegende Abgaseschaltvorrichtung
wird sehr stark erhitzt und verursacht infolgedessen leicht Betriebsstörungen.
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3. Die Strahlung des Gaserzeugerdeckels sowie die Eigenwärme des heißen
Wassergases und des unzersetzten Dampfes beim Gasen von unten werden nicht zur Dampferzeugung
ausgenutzt.
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Diese Nachteile werden nach der Erfindung dadurch vermieden, daß der
Verbrennungsraum der Warmblasegase unmittelbar über der Gaserzeugerfüllung liegt,
und daß die Abgaseschaltvorrichtung hinter den Kesselzügen angeordnet ist. Zu diesem
Zwecke wird der Oberteil des Gaserzeugers etwas länger ausgeführt und der Dampfkessel
gewissermaßen als Deckel des Gaserzeugers unmittelbar darauf gesetzt. Der Oberteil
des Gaserzeugers bildet somit gleichzeitig den Feuerraum des Dampfkessels, in den
Zweitluft (Sekundärluft) zur Verbrennung der in den Warmblasegasen enthaltenen brennbaren
Gase eingeleitet wird. Die Abgase ziehen vom Feuerraum aus durch die Züge des Barüberliegenden
Dampfkessels, erzeugen in diesem den für die Wassergasherstellung nötigen Dampf
und gelangen durch die erst am Ende des Kessels angeordnete Abgaseschaltvorrichtung
nach dem Schornstein. Durch diese Einrichtung wird somit eine bessere Ausnutzung
der Wärme und die Schonung der Schaltvorrichtung erzielt.
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Ferner wird durch die Erfindung der Vorteil erreicht, daß beim Betriebe
des Wassergaserzeugers der Warmblasevorgang ohne Gebläse durchgeführt werden kann,
indem die Luft durch den natürlichen Zug zugeführt wird. Die Generatorgase enthalten
hierbei hauptsächlich
Kohlenoxydgas, das mit der in den Oberteil
des Gaserzeugers einströmenden Zweitluft verbrannt und für die Dampferzeugung ausgenutzt
wird. Durch die Rückgewinnung der in der erhöhten Kohlenoxydgasmenge der Generatorgase
enthaltenen Wärme wird somit ein wirtschaftliches Arbeiten durch den Betrieb mit
natürlichem Zug erreicht.
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Wenn bei der Wassergaserzeugung durch die Brennstoffsäule von unten
Dampf eingeleitet wird, füllt das Wassergas den Raum zwischen der Brennstoffsäule
und der Abgaseschaltvorrichtung, also den Feuerraum, und die Züge des Dampfkessels
aus. Um nun zu vermeiden, daß zu Beginn des Blasevorganges beim Öffnen der Abgaseschaltv
orrichtung Wassergas nach außen tritt oder Luft nach innen gelangt und dadurch explosible
Gasgemische gebildet werden, wird der Betrieb nach der Erfindung so durchgeführt,
daß während oder nach dem Gasungsvorgange in den Feuerraum und die Kesselzüge Spüldampf
geleitet wird, so daß sich in diesen Räumen zu Beginn des Blasevorganges nur Dampf
befindet.
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Die Zeichnung veranschaulicht als Ausführungsbeispiel der Erfindung
einen Wassergaserzeuger in senkrechtem Längsschnitt.
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Der Brennstoff wird in den Schacht i des Wassergaserzeugers 2 durch
die verschließbare Öffnung 3 eingebracht und auf dem Rost q. gelagert. Der Oberteil
des Gaserzeugers 2 ist über die Brennstoffsäule hinaus verlängert und bildet den
Feuerraum 5 für den Dampfkessel 6, der unmittelbar darüber angeordnet und mit dem
Dampfentnahmeventil 7 versehen ist.
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Zur Erzeugung von Wassergas und Dampf wird zunächst die Brennstoffschicht
warmgeblasen, indem durch den Windschieber 8 Erstluft (Primärluft) unter den Rost
q. und durch den Vergasungsschacht i geleitet wird. Die entstehenden Generatorgase
werden dann durch Zweitluft, die durch den Windschieber 9 in den Feuerraum 5 eintritt,
völlig verbrannt und zur Dampferzeugung ausgenutzt, indem sie die Züge io des Dampfkessels
6 bestreichen, bevor sie durch die Abgaseschaltvorrichtung ii in den Schornstein
i2 entweichen. Die Abgase können vo_rber -noch durch Wärmeaustauscher geführt werden,
um den Rest ihrer Eigenwäime zum Vorwärmen des Dampfkesselspeisewassers sowie der
Erst- und Zweitluft zu verwerten.
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Ist die Brennstoffschicht warmgeblasen und genügend Dampf für den
Gasungsvorgang erzeugt, so werden die Schaltvorrichtungen für Wind und Abgase 8,
9 und ii geschlossen und dann das Gasventil 13 und das Dampfventil 1q. geöffnet.
Das aus dem Kohlenstoff des Brennstoffes und dem Dampf sich bildende Wassergas gelangt
mit dem unzersetzt gebliebenen Dampf durch das Gasventil 13 und die Rohrleitung
15, 16 nach der Kühler- und Reinigeranlage.
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Damit sich in den Zügen io und im Feuerraum 5 kein Wassergas ansammelt,
wird während oder nach dem Gasungsvorgang durch diese Räume mit Hilfe des unterhalb
der Abgaseschaltvorrichtung ii angeschlossenen Ventils 17 Spüldampf hindurchgeleitet
und mit ihm das Wassergas durch das Gasventil i3 und die Rohrleitung 15, 16 abgeführt.
Durch Schließen der Dampfventile i¢ und 17 und des Gasventils 13 wird der
Gasungsvorgang beendet, nach Bedarf Brennstoff durch die Öffnung 3 nachgefüllt und
dann wieder warmgeblasen. Der darauffolgende Gasungsvorgang kann in umgekehrter
Richtung vor sich gehen, indem das untere Gasventil 18 und das obere Dampfventil
i9 geöffnet werden, wobei das Spül-
dampfventil 17 geschlossen bleiben kann.
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Bei der beschriebenen Einrichtung kann der Warmblasevor_gang statt
mit Hilfe eines Windgebläses rnit näfürlichem Zug -durchgeführt werden, indem bei
geöffneten Windschiebern 8 und 9 durch den Schornsteinzug die Erstluft in den Vergasungsschacht
= und die Zweitluft in den Feuerraum 5 eingesaugt wird. Das sich im Vergasungsschacht
i bildende Kohlenoxydgas wird im Feuerraum 5 vollständig verbrannt und zur Dampferzeugung
ausgenutzt.
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Natürlich kann der während des Warmblasens erzeugte Dampf außer für
die Wassergasherstellung auch noch für andere Zwecke benutzt werden, wenn der Warmblasevorgang
länger ausgedehnt wird.