DE4035534A1 - Verfahren zum herstellen eines rotors fuer verdraengermaschinen - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines faserverstärkten Rotors für Verdrängermaschinen.
Rotationsverdrängermaschinen zum Verdichten von Gasen
und zum Pumpen von Fluiden haben zwei Rotoren mit sich
im Verzahnungseingriff abwälzenden Profilen, wobei
diese Profile entweder mit gerader Verzahnung, bei
spielsweise für Gebläse, oder mit schraubenförmiger
Verzahnung, beispielsweise für Schraubenverdichter,
vorliegen. Die Rotoren sind längliche Körper von über
die gesamte Länge im wesentlichen konstantem Ver
zahnungsprofil, wobei sich die Querschnittsform des
Profils über die Länge drehen kann.
Versuche, die Rotore im Spritzgußverfahren herzu
stellen, sind weitgehend fehlgeschlagen, weil aufgrund
der chemischen Reaktion und des nachfolgenden Abkühlens
ein Materialschwund entsteht, bei dem sich die komplexe
Form des Rotorkörpers in undefinierter Weise verändert.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Materialstärke im
Rotorkörper wegen der Flügelform örtlich sehr unter
schiedlich ist und daß an dickwandigen Stellen der
Materialschwund viel größer ist als an dünnwandigen
Stellen. Von Rotoren für Verdrängermaschinen wird eine
extrem hohe Maßhaltigkeit gefordert, weil die zusammen
wirkenden komplementär geformten Rotoren den Dichtspalt
bilden. Es hat sich herausgestellt, daß mit der
üblichen Spritzgußtechnik keine den gestellten Anforde
rungen entsprechende Maßhaltigkeit der Rotorkörper
erreichbar ist.
DE 39 03 067 A beschreibt ein Verfahren zum Herstellen
eines Rotors für Verdrängermaschinen, bei dem ein poly
merer Werkstoff in eine Negativform des Rotors einge
füllt wird, so daß der Werkstoff von unten nach oben in
der Negativform ansteigt, bis er diese schließlich aus
füllt. Der polymere Werkstoff wird anschließend in der
Form gehärtet und der Rotor wird schließlich aus der
Form entnommen. Die Besonderheit dieses bekannten Ver
fahrens liegt darin, daß beim Einfüllen des Polymer
materials in die Gießform eine schlagartige Erwärmung
erfolgt und daß die Reaktion des Kunststoffs in der
Gießform von unten nach oben abläuft, wodurch im Falle
von Materialschwund flüssiger Kunststoff nachfließt.
Bei diesem bekannten Verfahren kann auch in die Gieß
form eine Verstärkungseinlage eingestellt werden, die
später in dem fertigen Rotor enthalten ist. Das
bekannte Verfahren läßt jedoch nur die Verwendung einer
im wesentlichen ringförmigen oder ellipsenförmigen
Verstärkungseinlage zu, die die Rotorwelle nach Art
eines Gürtels umgibt und nicht das gesamte Rotorvolumen
erfassen kann.
Die Rotoren von Verdrängermaschinen sind beim Betrieb
einer hohen mechanischen und ggf. auch thermischen oder
chemischen Belastung ausgesetzt. Sie müssen daher eine
große mechanische Festigkeit haben, die mit den
üblichen thermoplastischen Kunststoffen nicht erreicht
werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung eines Rotors für Verdrängermaschinen
anzugeben, mit dem Rotoren mit extrem hoher und örtlich
gleichmäßiger Festigkeit herstellbar sind.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst ein
Plattenmaterial aus faserverstärktem Kunststoff herge
stellt. Aus dem Plattenmaterial werden Scheiben, welche
der Querschnittsform des Rotors entsprechen, heraus
getrennt. Diese Scheiben werden zu einem Schichtstapel
in eine Negativform eingebracht und schließlich unter
Anwendung von Wärme zusammengepreßt. Die Erwärmung
erfolgt über die Erweichungstemperatur des Kunststoffs
hinaus, so daß die Kunststoffkomponenten der Scheiben
ineinander verlaufen und miteinander verschmelzen. Jede
der Scheiben enthält eine Struktur aus Verstärkungs
fasern, die sich im gesamten Scheibenvolumen erstreckt.
Der aus dem Scheibenstapel hergestellte Rotor enthält
dann die Verstärkungsfasern, die das gesamte Rotor
volumen einnehmen.
Der fertige Rotor besteht aus einer Kunststoffmatrix
mit eingebetteten Verstärkungsfasern. Als Kunststoff
wird vorzugsweise ein Thermoplast benutzt, z. B. ein
Polyamid (PA), Polycarbonat (PC) oder ein Polyphenylen
sulfid (PPS). Als Verstärkungseinlage eignen sich
vorzugsweise Wirrfaservliese, Gewebe, Gewirke oder
Gestricke. Die Fasern sollten in allen drei Raumrich
tungen orientiert sein, so daß sich eine hohe Zug
festigkeit des Rotors auch in Längsrichtung des Rotors
ergibt. Es ist daher zweckmäßig, das Plattenmaterial so
herzustellen, daß auch solche Fasern vorhanden sind,
die eine in Dickenrichtung der Platte verlaufende
Orientierungskomponente haben. Die Verstärkungsfasern
können Glasfasern, Kohlefasern oder Aramidfasern sein.
Sie sollten einen möglichst hohen Anteil am Platten
material haben, der bis zu 80% betragen kann.
Im folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Herstellung
des Plattenmaterials,
Fig. 2 das Heraustrennen einer dem Rotorquerschnitt
entsprechenden Scheibe aus dem Plattenmaterial
und
Fig. 3 einen Schnitt durch die Negativform während des
Zusammenpressens des Scheibenstapels.
Gemäß Fig. 1 ist ein aus zwei Walzen 10, 11 bestehendes
Walzenpaar vorgesehen, durch dessen Walzenspalt eine
Bahn 12 aus Verstärkungsfasern hindurchläuft. Bei der
Bahn 12 handelt es sich um eine Matte, die vorzugsweise
aus einem Wirrfaservlies besteht. Vor dem Walzenspalt
befindet sich eine Schlitzdüse 13, die von einem
Extruder 14 mit thermoplastischem Kunststoff gespeist
wird. Der aus der Schlitzdüse 13 austretende Kunststoff
wird auf die Bahn 12 aufgetragen und er durchläuft den
Walzenspalt zusammen mit der Bahn 12. Dabei wird die
Bahn 12 mit dem Kunststoff durchtränkt und zwischen den
Walzen 10,11 gepreßt. Das aus dem Walzenspalt aus
tretende Material bildet das Plattenmaterial 15, das
auf dem Transporttisch 16 abgeführt wird und härtet.
Das Plattenmaterial 15 hat eine Stärke von 1-2 mm. In
der Kunststoffmatrix befinden sich in gleichmäßiger
Verteilung die Verstärkungsfasern der Bahn 12.
Das Plattenmaterial 15 wird in gleichmäßige Stücke 15a
zerteilt, von denen eines in Fig. 2 dargestellt ist.
Mit einem Stanzwerkzeug wird aus dem Stück 15a eine
Scheibe 17 ausgestanzt, die dem Querschnitt des herzu
stellenden Rotors entspricht. Die Scheibe 17 kann ein
Loch 18 aufweisen, durch das später die Rotorwelle
hindurchgesteckt wird. Man erkennt, daß die Scheibe 17
im wesentlichen rund ist und abstehende Flügel 19
aufweist, die den späteren Rotorflügeln entsprechen.
Die Scheiben 17 sind sämtlich untereinander gleich.
Eine Vielzahl solcher Scheiben wird in den Formhohlraum
21 der in Fig. 3 dargestellten Negativform 20 einge
legt. Der Formhohlraum 21 ist entsprechend der Kontur
des herzustellenden Rotors geformt. Im vorliegenden
Fall handelt es sich um den weiblichen Rotor eines
Schraubenverdichters, bei dem die Flügel 19 wendel
förmig um die Rotorachse herum verlaufen. Der Rotor hat
über seine Länge hinweg konstante Querschnittsform,
wobei der Rotorquerschnitt jedoch schraubenförmig
gewunden ist. Jede der Scheiben 17 füllt den Quer
schnitt des Formhohlraums 21 aus. In den Formhohlraum
21 werden die Scheiben 17 übereinanderliegend einge
führt, so daß sie einen Scheibenstapel bilden. Wegen
der gewundenen Umfangskontur des Formhohlraums 21 sind
jeweils zwei benachbarte Scheiben 17 des Scheiben
stapels geringfügig um die Achse herum gegeneinander
verdreht.
Nachdem die gesamte Länge des Formhohlraums 21 mit
Scheiben gefüllt ist, wird eine Rotorwelle 22 in die
Negativform 20 eingebracht. Diese Rotorwelle 22 besteht
aus Metall und sie erstreckt sich durch die Öffnungen
18 sämtlicher Scheiben 17. Ein kegelstumpfförmiger
Wellenstumpf 23 der Rotorwelle wird von einer kegel
förmigen Aufnahme 24 der Negativform 20 aufgenommen.
Die Negativform 20 ist mit einer Heizvorrichtung 25
versehen, um die im Stapel befindlichen Scheiben 17
aufzuheizen. Das untere Ende des Formhohlraums 21 ist
durch die Bodenfläche 26 begrenzt, die eine Anlage
fläche für den Scheibenstapel bildet. Das obere Ende
des Formhohlraums 21 ist offen. In dieses Ende ragt ein
Druckstück 28 hinein, das gleitend auf der Rotorwelle
22 angeordnet ist und ebenfalls erwärmt wird. Das
Druckstück 28 hat die Form der herzustellenden Ver
zahnung des Rotors, so daß es sich in den Formhohlraum
21 eindrehen kann. Auf das Druckstück 28 wirkt über ein
Axiallager 29 ein Stempel 30, mit dem ein axialer Druck
ausgeübt werden kann. Unter dem Einfluß der Druckkraft
des Stempels 30 preßt das Druckstück 28 die Scheiben 17
zusammen, wobei das Druckstück 28 in den Formhohlraum
21 hinein nachrücken kann.
Durch die in der Negativform herrschende Temperatur von
etwa 330°C und den hohen Druck des Stempels 30 er
weicht die Kunststoffmatrix der Platten 17, so daß die
Platten untereinander verschweißt und fest verbunden
werden. Der thermoplastische Kunststoff füllt dabei
sämtliche Hohlräume aus und er bildet insbesondere eine
kontinuierliche und glatte Oberflächenschicht, die
ganzflächig eng an der Wand des Formhohlraums 21
anliegt.
Das Härten des Kunststoffs erfolgt anschließend durch
Abkühlung der Negativform, während der vom Stempel 30
ausgeübte Druck fortgesetzt wird. Dadurch werden
Materialschwindungen während des Abkühlens weitgehend
vermieden.
Schließlich wird der aus den Scheiben 17 hergestellte
Rotorkörper zusammen mit der aus Metall bestehenden
Rotorwelle 22 aus der Negativform entnommen. Der Rotor
körper haftet fest an der Rotorwelle 22. Zur Verbesse
rung dieser Haftung kann die Rotorwelle 22 im Bereich
des Rotorkörpers eine aufgerauhte Struktur haben, z. B.
Längsnuten, in die die Kunststoffmatrix der Scheiben 17
hineingedrückt wird, so daß eine Verhakung zwischen
Rotorkörper und Rotorwelle entsteht.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung eines Rotors für Ver
drängermaschinen, mit folgenden Schritten:
- a) Herstellen eines Plattenmaterials (15) aus faserverstärktem Kunststoff,
- b) Heraustrennen von Scheiben (17), welche die Querschnittsform des herzustellenden Rotors haben, aus dem Plattenmaterial,
- c) Aufeinanderstapeln der Scheiben (17) in einer Negativform (20) des herzustellenden Rotors,
- d) axiales Zusammenpressen des Scheibenstapels in der Negativform (20) unter Wärmezufuhr und
- e) Abkühlenlassen und Aushärten des entstan denen Rotors.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß während des Abkühlens der Preßdruck beibe
halten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Platte (15) mit einer Verstär
kungseinlage (12) hergestellt wird, deren Fasern
in allen drei Raumrichtungen orientiert sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als Verstärkungseinlage ein Wirrfaservlies
benutzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Volumenanteil der Fasern
in der Platte (15) zu etwa 80% gewählt wird.
6. Rotor für eine Verdrängungsmaschine, mit einer
Rotorwelle (22) und einem die Rotorwelle um
gebenden Rotorkörper, der schraubenförmige Flügel
aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rotorkörper aus aufeinandergeschichteten
faserverstärkten Scheiben (17) besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4035534A DE4035534C2 (de) | 1990-11-08 | 1990-11-08 | Verfahren zur Herstellung eines Rotors für Rotationskolbenmaschinen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4035534A DE4035534C2 (de) | 1990-11-08 | 1990-11-08 | Verfahren zur Herstellung eines Rotors für Rotationskolbenmaschinen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4035534A1 true DE4035534A1 (de) | 1992-05-14 |
| DE4035534C2 DE4035534C2 (de) | 1996-08-14 |
Family
ID=6417884
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4035534A Expired - Fee Related DE4035534C2 (de) | 1990-11-08 | 1990-11-08 | Verfahren zur Herstellung eines Rotors für Rotationskolbenmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4035534C2 (de) |
Cited By (2)
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| DE19543879C2 (de) * | 1995-11-24 | 2002-02-28 | Guenter Kirsten | Schraubenverdichter mit Flüssigkeitseinspritzung |
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1990
- 1990-11-08 DE DE4035534A patent/DE4035534C2/de not_active Expired - Fee Related
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| JP 1-305190 A, in Patents Abstr. of Japan, Sect. M., Vol.14, 1990, Nr.93, (M-939) * |
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| DE19543879C2 (de) * | 1995-11-24 | 2002-02-28 | Guenter Kirsten | Schraubenverdichter mit Flüssigkeitseinspritzung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4035534C2 (de) | 1996-08-14 |
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