DE4035177C2 - Abschirmung von abgasführenden Teilen an einem Kraftfahrzeug - Google Patents
Abschirmung von abgasführenden Teilen an einem KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Abschirmung
von abgasführenden Teilen an einem Kraftfahrzeug gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Derartige Abschirmungen sind in unterschiedlicher
Ausführungsform bekannt. Sie haben die Aufgabe, die von
den abgasführenden Teilen durch Strahlung und/oder
Konvektion abgegebene Wärme von der Bodengruppe des
Kraftfahrzeugs fernzuhalten. Aus einem
einfachen Reflektorblech bestehenden Abschirmungen reichen
zur Wärmeabschirmung der abgasführenden Teile regelmäßig nicht
aus, insbesondere weil bei mit Katalysatoren ausgerüsteten
Kraftfahrzeugen die Teile der Auspuffanlage des
Kraftfahrzeugs und vor allem der Katalysator selbst eine
höhere Temperatur haben.
Die DE 37 33 285 A1 betrifft eine gattungsgemäße
Abschirmung bestimmter Einbau- oder Karosserieteile eines
Kraftfahrzeuges vor zu hoher Wärmebelastung durch dessen
abgasführende Teile, wozu die Abschirmung aus einer
Aluminiumfolie besteht, welche zum Schutz von
schallabsorbierenden Bauteilen, z. B. einer olio- und
hydrophobierende Schicht, insbesondere eines Vlieses dient.
Die wärmereflektierende Aluminiumschicht ist auch
perforiert, um den Durchtritt des Schalls zu dem
dahinterliegenden schallabsorbierenden Vlies zu
gewährleisten. Nachteilig dabei ist, daß die
schalldämmenden Eigenschaften eines Vlieses von seiner
Schichtdicke abhängen und eine mehrstoffige Abschirmung
einer Materialtrennung bedarf, bevor sie einer
Wiederverwendung zugeführt werden kann.
Zur Verbesserung der schalldämmenden Eigenschaften
derartiger Abschirmungen ist aus der DE-OS 38 02 993 bekannt, das Reflektorblech
mit einem schalldämmenden Stoff zu beschichten.
Hierbei läßt sich eine ausreichende
schalldämmende Wirkung zur Fahrgastzelle hin - jedoch
keine Schallabsorption zur Minderung des Luftschalls an
die Umwelt - aber nur durch verhältnismäßig dicke
schalldämmende Schichten erreichen, für die bei der
herkömmlichen Bauweise von Personenkraftwagen vor allem im
Bereich des Katalysators oftmals kein ausreichender Platz
zur Verfügung steht. Das Gewicht derartiger
schalldämmender Schichten ist notwendigerweise hoch.
Außerdem wird es zunehmend als nachteilig empfunden, daß
derartige Abschirmungen wegen ihres Verbundaufbaus beim
Verschrotten keine Materialrückgewinnung (Recycling) mit
vertretbarem Aufwand ermöglichen.
Ein Recycling des üblicherweise aus
Aluminium bestehenden Reflektorblechs wird durch die
innige Verbindung mit der nichtmetallischen
schallabsorbierenden Schicht nicht nur erschwert, sondern oft
sogar unmöglich gemacht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Abschirmung so zu optimieren, daß sie neben einem hohen Schallabsorptions-
Wirkungsgrad mit geringem Aufwand einer Materialrückgewinnung
(Recycling) zugeführt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Die schallabsorbierende Wirkung wird
dabei ohne die üblichen nichtmetallischen
Schalldämmaterialien erreicht. Deshalb kann die Abschirmung
ohne Schwierigkeiten dem Recycling zugeführt
werden, weil sie ausschließlich aus
einem stoff-einheitlichen Material besteht.
Durch die Anordnung der schallabsorbierenden Kammern
hinter den rasterartig angeordneten Durchbrechungen des
Reflektorblechs wird eine hohe Schallabsorptionswirkung
erzielt, wobei durch die Größe und Gestaltung der Kammern
die Absorptionswirkung auf das jeweilige Schallspektrum
abgestimmt werden kann.
Die einzelnen Kammern bilden sog. Helmholtz-Resonatoren,
deren Verwendung zur Schalldämmung bekannt ist. So ist es aus der DE-OS 34 12 432
bekannt, ein schallabsorbierendes
Bauelement auf nebeneinander angeordneten,
doppelbecherförmigen Schallabsorptionselementen
aufzubauen. Wegen seines verhältnismäßig komplizierten
Aufbaus und seines Bauvolumens ist ein
solches Bauelement aber nicht zur Verwendung bei den besonderen Einbau
verhältnissen in einem Kfz geeignet.
Bekannt sind auch rein schallabsorbierende Bauelemente zur
Abschirmung des Motorraums eines Kraftfahrzeugs,
wobei auf der Rückseite eine Wabenstruktur vorgesehen
ist (EP 2 44 755). Die Waben sind mit einer Folie
verschlossen. Diese Bauelemente haben normalerweise keine für den
genannten Einsatzbereich ausreichende Wärmebeständigkeit
und Wärmeabschirmwirkung.
Durch die napfförmigen
Vertiefungen des an der Rückseite des Reflektorblechs
befestigten Kammerblechs läßt sich in
fertigungstechnisch sehr einfacher Weise eine Abschirmung
herstellen, der gleichzeitig eine hohe
Schallabsorptionswirkung hat, ohne daß hierfür die
üblichen nichtmetallischen Schalldämmaterialien verwendet
werden müßten, die ein Recycling erschweren oder unmöglich
machen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des
Erfindungsgedankens sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen
näher erläutert, die in der Zeichnung dargestellt sind.
Es zeigt
Fig. 1 einen vereinfachten Längsschnitt durch eine
erfindungsgemäße Abschirmung,
Fig. 2 einen schematischen Querschnitt durch eine unter
der Bodengruppe eines Kraftfahrzeugs im Auspufftunnel
angeordnete Abschirmung und
Fig. 3-9 abgewandelte Ausführungsformen von Abschirmungen
in Darstellungen gemäß der Fig. 1.
In Fig. 1 ist ein Abschnitt einer Abschirmung in einer
grundsätzlichen Ausführungsform im Längsschnitt
dargestellt. Die (in den Fig. jeweils untenliegende)
Vorderseite wird von einem Reflektorblech 1 gebildet,
das in einem Raster angeordnete Durchbrechungen 2
aufweist. Das beispielsweise aus Aluminium hergestellte
Reflektorblech 2 bildet einerseits das tragende Bauteil der
Abschirmung; andererseits wirkt das Reflektorblech 1 als
Reflektor zur Abschirmung der Wärmestrahlung.
Hinter jeder Durchbrechung 2, die bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel jeweils mit einem sich zur Rückseite
erstreckenden Kragen 3 ausgeführt ist, der eine
versteifende und akustische Wirkung hat, ist eine
schallabsorbierende Kammer 4 angeordnet. Die Kammern 4
werden durch napfförmige runde, quadratische oder anders
gestaltete Vertiefungen eines an der Rückseite des
Reflektorblechs 1 befestigten Kammerblechs 5 gebildet. Das
Kammerblech 5 kann mit dem an der Vorderseite angeordneten
Reflektorblech 1 durch Schweißen, durch mechanische
Verbindungselemente, wie Schrauben oder Niete 6, oder
durch ein mechanisches Fügeverfahren verbunden sein,
beispielsweise Bördeln.
Die in die Kammern 4 durch die Durchbrechungen 2
eintretende Schallwellen werden durch Schwingungen der in
der Kammer 4 enthaltenen Luftsäule absorbiert. Die Größe
der Kammern 4 wird zweckmäßigerweise so gewählt, daß eine
verstärkte Absorption des im Einzelfall auftretenden
Schwingungsspektrums erreicht wird. Die Kammern 4 wirken
durch ihr Luftvolumen zusätzlich wärmedämmend, ohne daß
hierfür ein übliches nichtmetallisches Wärmedämmaterial
verwendet werden müßte. Da die gesamte Abschirmung aus
einem einheitlichen Werkstoff hergestellt werden soll,
beispielsweise Aluminiumblech, ist ein Recycling ohne
Schwierigkeiten möglich.
Das Reflektorblech 1 und das daran angebrachte Kammerblech 5
bilden gemeinsam einen Körper von verhältnismäßig hoher
Formsteifigkeit, so daß zur Herstellung dünnes Blech
verwendet werden kann. Dadurch ergibt sich eine erhebliche
Gewichtsverringerung.
Fig. 2 zeigt eine spezielle Ausführungsform einer in der
beschriebenen Weise aufgebauten Abschirmung 7, die in
einem Auspufftunnel 8 unter der Bodengruppe 9 eines
Kraftfahrzeugs angeordnet ist und zur Abschirmung eines
abgasführenden Teils 10 des Kraftfahrzeugs dient,
beispielsweise eines Auspuffrohres, das eine Lärm- und
Wärmequelle bildet.
Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform sind die
schallabsorbierenden Kammern 4 unterschiedlich groß
ausgeführt. Die Größe der Kammern 4 richtet sich nach der
jeweils zu dämmenden Schallfrequenz und wird in optimaler
Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes gewählt.
Fig. 2 zeigt eine Bördelverbindung 11 der Ränder des
Reflektorblechs 1 und des Kammerblechs 5. Dadurch wird eine
zusätzliche Versteifung erreicht.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 erfolgt die
Verbindung zwischen dem Reflektorblech 1 und dem
Kammerblech 5 dadurch, daß die Ränder einiger
Durchbrechungen 2, vorzugsweise jeder zweiten
Durchbrechung 2, jeweils in ein Loch des Kammerblechs 5
eingreifen und dort mit einer Bördelung 12 befestigt sind.
Diese Durchbrechungen 2 münden in schallabsorbierende
Kammern 4′, die zwischen dem Kammerblech 5 und einem an
der Rückseite angebrachten Deckblech 5a gebildet werden.
Gegenüber der einfachen Ausführungsform nach Fig. 1 hat
die Ausführung nach Fig. 3 den Vorteil, daß die gesamte
Rückseite des Reflektorblechs 1 mit schallabsorbierenden
Kammern 4 bzw. 4′ besetzt ist, wodurch nicht nur eine
besonders hohe Schallabsorptionwirkung, sondern auch eine
wesentlich erhöhte Wärmedämmwirkung erzielt wird. Die
Verbindung des Kammerblechs 5 mit dem Deckblech 5a kann
auch hier in der bereits beschriebenen Weise erfolgen,
beispielsweise durch Schweißen oder durch Niete 6′.
Hiervon unterscheidet sich die Ausführung nach Fig. 4 nur
dadurch, daß das zweite, hintere Deckblech 5b ebenfalls
Vertiefungen 13 aufweist, durch die die Kammern 4′
vergrößert werden. Da die nach vorn ragenden Vorsprünge 14
des Deckblechs 5b schmal sind und daher nur eine geringe
Berührungsfläche mit dem Kammerblech 5 haben, wird die
mögliche Wärmeleitung zwischen dem Kammerblech 5 und dem
Deckblech 5b verringert. Dies führt zu einer Erhöhung der
Wärmedämmwirkung.
Eine andere Maßnahme, die Wärmeabstrahlung an der
Rückseite der Abschirmung zu verringern, besteht darin,
an der Rückseite eine Verkleidung 15
anzubringen (Fig. 5), die zusätzlich zu dem
Deckblech 5a bzw. 5b oder anstelle dieses
Deckblechs unmittelbar an der Rückseite des Kammerblechs
5 angebracht werden kann. Beim dargestellten
Ausführungsbeispiel in Fig. 5 besteht diese Verkleidung 15
aus mehreren strukturierten, geprägten Folien. Um die
Möglichkeit des Recycling zu erhalten, besteht auch diese
Verkleidung 15 aus demselben Material wie das
Reflektorblech 1 und das Kammerblech 5, vorzugsweise
Aluminium.
Das in Fig. 6 gezeigte Ausführungsbeispiel unterscheidet
sich von dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 nur dadurch,
daß die Durchbrechungen 2 durch eine schalldurchlässige
dünne Folie 16 verschlossen sind, die zwischen dem
Reflektorblech und dem Kammerblech 5 als durchgehende Folie
angeordnet ist. Es handelt sich dabei um eine
dünne Aluminiumfolie oder um ein Aluminiumvlies.
Fig. 7 zeigt eine demgegenüber abgewandelte
Ausführungsform, bei der die Folie 16 glatt an der
Rückseite der ohne Rand ausgeführten Durchbrechungen 2
anliegt. In beiden Fällen bewirkt die Folie 16, daß die
Kammern 4 gegen Schmutzeintritt verschlossen sind, wobei
aber der Schall durch die dünne Folie 16 im wesentlichen
unbehindert eintreten kann. Eine weitere Wirkung der Folie
16 besteht darin, daß sie die Wärmereflexion auf den
Bereich der Durchbrechungen 2 ausdehnt. Durch den
Verschluß der Kammern 4 wird auch deren Wärmedämmwirkung
erhöht.
Bei der Ausführung nach Fig. 8 ist an der Rückseite einer
gemäß Fig. 1 aufgebauten Abschirmung eine aus beispielsweise
Aluminiumwolle, gegebenenfalls mit Aluminiumfolie bestehende
wärme- und schalldämmende Schicht 18 angeordnet,
die eine ähnliche
Wirkung hat wie die Verkleidung 15 bei der Ausführung nach
Fig. 5.
Eine weitere abgewandelte Ausführungsform ist in Fig. 9
dargestellt. Hierbei werden die Kammern 4 durch eine
Wabenstruktur gebildet. Zwischen dem vorderen, mit den
Durchbrechungen 2 versehenen Reflektorblech 1 und dem
hinteren Kammerblech 5 erstrecken sich Trennwände 19, die
die einzelnen Kammern 4 gegeneinander abschotten. Die
Trennwände 19 können mit dem Reflektorblech 1 oder mit dem
Kammerblech 5 einstückig ausgebildet sein, so daß ein
Wabenmaterial entsteht, dessen Waben die Kammern 4 bilden.
Obwohl in diesem Zusammenhang bisher von "Blech" bzw.
"Reflektorblechen" gesprochen wurde, ist darauf
hinzuweisen, daß stattdessen auch Kunststoffe verwendet
werden können, beispielsweise Formteile aus Polyimid sowie
Folien und Vliese aus Polyimid. Auch hierbei wird aber
darauf geachtet, daß alle Teile aus einem einheitlichen
Werkstoff bestehen, damit die Recycling-Möglichkeit
gegeben ist.
Claims (8)
1. Abschirmung von abgasführenden Teilen an einem Kraftfahrzeug,
insbesondere von Auspuffleitungen, Auspufftöpfen und/oder
Katalysatoren, gegenüber der Bodengruppe des Kraftfahrzeuges,
mit einem die Abschirmungsvorderseite bildenden
Reflektorblech, welches ein Raster von Durchbrechungen
aufweist, und mit einer Schalldämmeinrichtung,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Reflektorrückseite hinter jeder Durchbrechung (2)
eine schallabsorbierende Kammer (4) angeordnet ist, wobei die
schallabsorbierenden Kammern (4) durch napfförmige
Vertiefungen eines an der Rückseite des Reflektorblechs
befestigten Kammerblechs (5) gebildet werden, und
daß die Abschirmung aus stoffeinheitlichem Blechmaterial
besteht.
2. Abschirmung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Reflektorblech (1) mit dem Kammerblech (5) durch
Schweißen verbunden ist.
3. Abschirmung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Reflektorblech (1) mit dem Kammerblech (5) durch
mechanische Verbindungselemente (6) verbunden ist.
4. Abschirmung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Reflektorblech (1) mit dem Kammerblech (5) durch
mechanische Fügeverfahren verbunden ist.
5. Abschirmung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Reflektorblech (1) mit dem Kammerblech (5) durch
Bördelung (12) an Durchbrechungen (2) verbunden ist,
hinter denen durch ein Deckblech (5′) ebenfalls jeweils
eine schallabsorbierende Kammer (4′) gebildet ist.
6. Abschirmung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Rückseite der Abschirmung eine Verkleidung
(15, 18) angebracht ist.
7. Abschirmung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Durchbrechungen (2) mit einer schalldurchlässigen
Folie (16) verschlossen sind.
8. Abschirmung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammern (4) durch eine Wabenstruktur des
Reflektorblechs (1) oder des Kammerblechs (5) gebildet
werden.
Priority Applications (1)
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1990
- 1990-11-06 DE DE19904035177 patent/DE4035177C2/de not_active Expired - Fee Related
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN101886569A (zh) * | 2009-05-15 | 2010-11-17 | 株式会社神户制钢所 | 隔热体的安装结构 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4035177A1 (de) | 1992-05-14 |
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