DE4032862A1 - Verfahren zur vorbehandlung metallischer oberflaechen fuer thermische spritzbeschichtungen - Google Patents
Verfahren zur vorbehandlung metallischer oberflaechen fuer thermische spritzbeschichtungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Haftgrundvorbereitung
für Spritzbeschichtungen, die auf metallische Körper
aufgetragen werden, um deren Volumen zu ergänzen oder spezielle
Oberflächeneigenschaften zu erzielen. Die Beanspruchung
der Spritzschicht erfolgt dabei insbesondere durch Fliehkräfte,
wie sie beispielsweise an fliehkraftbeanspruchten Turbinenlaufschaufeln
wirksam sind.
Oberflächenbeschichtungen erfahren eine wachsende Bedeutung
sowohl bei der Wiederherstellung abgetragenen Volumens von
Körpern als auch zur Sicherung spezieller zonal begrenzter
Eigenschaften an Flächen und Körpern. Die Auftragungen werden
eingesetzt zum Schutz des Trägerkörpers vor Korrosion,
Abrasion, Erosion und Verschleiß. Spritzschichten können
Laufeigenschaften verbessern, Freßneigungen zwischen Reibpaarungen
vermindern sowie elektrisch und thermisch isolieren.
Die Auftragungen werden zum Teil durch äußere Kräfte sowie
durch thermisch bedingte Spannungen bis an die Grenzen ihrer
im Vergleich zu Auftragsschweißungen niedrigen Haftfestigkeit
beansprucht. Die Haftfestigkeit ist ein besonderes
Qualitätskriterium für Spritzschichten, da aus der Größe
der Haftfestigkeit meist unmittelbar auf den Gebrauchswert
der Spritzschicht geschlossen werden kann. Die in der Praxis
erreichbaren Haftfestigkeitswerte hängen von der Untergrundvorbehandlung
der zu beschichtenden Flächen ab.
Ein besonderes
Charakteristikum dafür ist die Oberflächenrauhigkeit.
Zu ihrer Herstellung werden gewindeähnliche Riefen eingearbeitet
oder eine Oberflächenbearbeitung mit metallischen
oder keramischen Strahlmitteln - siehe DE-OS 28 16 283 -
durchgeführt, die eine gewünschte, die Oberflächenschichthaftung
verbessernde Oberflächentopographie erzeugt.
Ein Nachteil dieser Oberflächenvorbehandlungsmethode ist
die Ausführung der rauhen Oberfläche als geschlossene Fläche
mit zum Teil guten Haftscherfestigkeiten, die wesentlich
zur Sicherung der Beschichtung bei Schubbelastung zwischen
Tragschicht und Spritzschicht beiträgt.
Komplexe, die Schichtablösung zwischen Tragschicht und
Spritzschicht bedingende Krafteinwirkungen werden jedoch
damit insbesondere an fliehkraft- und tropfenschlagbeanspruchten
rotierenden Turbinenlaufschaufeln nur unzureichend
berücksichtigt und kompensiert. Das insbesondere mit keramischen
Strahlmitteln durchgeführte Aufrauhen ist durch die
auftretenden Stäube zudem umweltbelastend, gesundheitsschädigend
und birgt die Gefahr von Mineraleinlagerungen in den
Grundkörper in sich.
Die Erfindung hat zum Ziel, die Haftfähigkeit metallischer
Bauteiloberflächen für thermische Spritzbeschichtungen so
zu verbessern, daß eine hohe Haftzugfestigkeit zwischen
Bauteil und Spritzbeschichtung entsteht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein umweltschonendes
Verfahren zur Haftgrundvorbereitung zu entwickeln, das zur
Erhöhung der Haftzugkräfte eine besondere innige und hoch
belastbare Verbindung der Spritzbeschichtung mit der Bauteiloberfläche
ermöglicht und rißkeimbildende Mineraleinlagerungen
in den Grundkörper ausschließt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst, indem mittels
eines Strahlgerätes die positionierte Bauteiloberfläche
mit einem ständigen im Hochgeschwindigkeitsbereich austretenden
Wassertropfenstrahl beaufschlagt wird.
Der Arbeitsdruck beträgt 2500-3500 bar und die weiteren
variablen Arbeitsparameter betreffen die Düsenform für die
Wassertropfengröße, den Abstand zwischen Düse und Werkstückoberfläche
und die Relativgeschwindigkeit zwischen
Wassertropfenstrahl und Werkstückoberfläche bei der Vorschubbewegung.
Zur Verstärkung des erosiven Effektes können
dem Wasser feste Partikel als Zusätze beigemischt werden.
Die mit den erosiven Auswaschungen erzeugte Oberflächentopographie
weist scharfkantige Risse, Gräben, Krater und
Vorsprünge mit großer Oberfläche und hohen Verklammerungs-
und Anschmelzeigenschaften auf. Das dabei erhalten gebliebene
erosionsfestere natürliche Tragegerüst des Werkstoffes
bildet anschließend für die aufgetragene thermische Spritzbeschichtung
wiederum das Tragegerüst und bewirkt somit die
für die Fliehkraft erforderliche hohe Haftzugfestigkeit.
Weiterhin sichert das Verfahren die angestrebte Umweltfreundlichkeit
und gewährleistet, daß die bearbeitete Oberfläche
frei von rißkeimbildenden Materialeinlagerungen ist.
Durch leicht einstellbare Druckvarianten lassen sich zudem
die Grundkörpereigenschaften unproblematisch während der
Bearbeitung berücksichtigen.
Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert.
Der zur Spritzbeschichtung ausgewählte Schaufelblattbereich
wird mit einer geeigneten Positioniervorrichtung so zu der
Düse eines Strahlgerätes ausgerichtet, daß der mit einem
Druck von 2500-3500 bar auftreffende Wassertropfenstrahl
diesen Schaufelblattbereich fortlaufend linienförmig bestreicht.
Entsprechend dem zu bearbeitenden Werkstoff sind die
einstellbaren Parameter so auszulegen, daß eine optimale
erosive Auswaschung der Weichstoffe aus der Gefügestruktur
erreicht wird. Neben dem Druck des Wassertropfenstrahles
sind als zusätzliche Parameter die Düsenform zur Formung
der Wassertropfengröße, der Abstand zwischen Düse und zu
beaufschlagender Werkstückoberfläche, die Relativgeschwindigkeit
zwischen Wassertropfenstrahl und Werkstückoberfläche
und die Zusammensetzung des Wassers von Bedeutung.
Der Wassertropfenstrahl wird solange über die zu bearbeitende
Fläche geführt, bis die gewünschte erosive Oberflächenrauhigkeit
erreicht ist.
Erst mit diesem Verfahren kann auf relativ einfache Art
eine Erhöhung der Haftzugfestigkeit für die nachfolgend
aufgebrachte thermische Spritzschicht erzielt werden.
Claims (1)
- Verfahren zur Vorbehandlung metallischer Oberflächen für thermische Spritzbeschichtungen insbesondere fliehkraftbeanspruchter Turbinenlaufschaufeln mittels eines Strahlgerätes, gekennzeichnet dadurch, daß mit dem Strahlgerät auf die positionierte Bauteilfläche ein ständiger Wassertropfenstrahl als gesteuerte Erosion mit einem Druck von 2500-3500 bar auftrifft, wobei entsprechend der Festigkeit des Bauteilwerkstoffes dem Wasser abrasiv wirkende Zusätze beigemischt werden können und die Düsenform, der Düsenabstand und die Relativgeschwindigkeit zwischen Wassertropfenstrahl und Bauteilfläche variabel sind.
Priority Applications (1)
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| DE19904032862 DE4032862A1 (de) | 1990-10-12 | 1990-10-12 | Verfahren zur vorbehandlung metallischer oberflaechen fuer thermische spritzbeschichtungen |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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ID=6416406
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
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- 1990-10-12 DE DE19904032862 patent/DE4032862A1/de not_active Withdrawn
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