DE4032696A1 - Verfahren zum innenauskleiden von rohrleitungen, insbesondere kanalisationsleitungen - Google Patents
Verfahren zum innenauskleiden von rohrleitungen, insbesondere kanalisationsleitungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Innenauskleiden
von Rohrleitungen insbesondere Kanalisationsleitungen,
bei dem ein mit Harz getränkter, außen mit einer Schutz
folie versehener Schlauch in kollabiertem Zustand in das
Rohr eingebracht wird, der Schlauch durch Einbringen von
Druckluft an Ort und Stelle aufgeblasen, das Harz durch
Aufbringen von Energie ausgehärtet wird und das den
Schlauch verschließende Endstück des Schlauches sodann
entfernt wird.
Ein solches Verfahren ist beispielsweise in der EP 03 01 204 A1
vorgeschlagen, bei der ein lichtreaktives Harz
verwendet wird, dessen Abbinden mit Hilfe einer sehr
starken UV-Quelle die durch den Schlauch gezogen wird,
geregelt wird.
Eine andere bekannte Methode ist die Einbringung von
Wasser, das entweder vorher oder in situ zum Aufblasen
und formbar Machen von thermoelastischen Schläuchen auf
geheizt wird.
Bei all diesen Verfahren ergibt sich jedoch das Problem,
daß, wenn eine zweite Rohrleitung in die erste Rohrlei
tung mündet, eine Verbindung zwischen dieser zweiten In
nenauskleidung und der ersten Innenauskleidung nicht
Hergestellt wird, da das verklebende Harz außen mit ei
ner Folie umgeben ist, und man auch nicht an den Ort ge
langen kann an dem eine Verklebung vorzunehmen ist, um
dort manuell zu verkleben. Meist sind keine Mann-Löcher
an den Stellen vorgesehen, an denen die Hausnebenleitun
gen in die Hauptleitungen einmünden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher ein Verfahren zu
schaffen, bei dem die Innenauskleidung einer abzweigen
den Rohrleitung insbesondere einer Nebenkalisations
leitung, an eine bereits bestehende Innenauskleidung ei
ner Hauptkanalisationsleitung angesetzt werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß
zum Innenauskleiden einer, von einer bereits mit einer
Innenauskleidung versehenen Hauptkanalisationsleitung
abzweigenden Nebenkanalisationsleitung die Schlauchfolie
dem Endstück des in den Nebenkanalisationsleitung einge
brachten Schlauches benachbart mit einer umlaufenden
Schwächung versehen wird, der Schlauch so weit in das
Nebenkanalisationsrohr eingezogen wird, daß die Schwä
chung mit der Innenauskleidung des Hauptkanalisations
rohres fluchtet, und der Schlauch mit Druckluft beauf
schlagt wird, so daß Harz durch die Perforation des
Schlauches austritt und sich mit der Innenauskleidung
des Hauptkanalisationsrohres dichtend verbindet.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind den
nachgeordneten Patentansprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird im folgenden näher erläutert.
Am Beginn des Auskleidens wird der Schlauch, der zur
Auskleidung benutzt werden soll, mit dem temperaturreak
tiven Harz getränkt.
Daran anschließend wird er vorzugsweise bevor er in die
Rohrleitung eingebracht wird noch einmal auf Dichtigkeit
geprüft, indem man ihn mit Luft aufbläst, damit man ihn
später mit Hilfe der eingebrachten Luft gegen die Innen
wand der auszukleidenden Rohrleitung pressen kann.
Damit man den Schlauch nun in die Nebenkanalisationslei
tung einziehen kann, wird in die Nebenkanalisationslei
tung zuerst ein Fiberglasstab von der Hausseite her bis
zur Hauptkanalisationsleitung hin durchgeschoben. An
schließend wird an den Fiberglasstab ein Seil befestigt,
das man mit dem Fiberglasstab zurück ins Haus zieht.
An dieses Seil wird nun das Endstück, der zur Hauptkana
lisation weisende Verschluß des Schlauches, der in das
Nebenkanalisationsrohr eingebracht werden soll, ange
bracht.
Mit Hilfe des Seiles zieht man nun den Schlauch in die
Nebenkanalisationsleitung ein.
An seinem anderen, der hausseitigen Ende wird nun ein
weiteres Endstück angebracht, so daß man zwei Endstücke
an dem Schlauch besitzt, die dazu dienen, den Schlauch
abzudichten und von denen eines Luftzuführungsschläuche
und Mittel zum Regulieren des Lufteinlasses und das an
dere Mittel zum Regulieren des Auslaßquerschnittes bein
halten.
Außerdem sind in diesen Endstücken auch die Sensoren,
die später zur Regelung der Druck-, Feuchtigkeits- und
Temperaturverhältnisse im Schlauch dienen, befestigt.
Nachdem der Schlauch soweit vorbereitet ist, beginnt man
damit, ihn zu expandieren, indem man Luft in ihn ein
bringt.
In dem Moment, in dem der Druck in dem Schlauch genügend
gesteigert wird, tritt Harz durch die Perforation in der
Außenfolie aus bzw. reißt eine Schwächung ein, so daß
Harz austreten kann und sich mit der an dem Ort des Aus
tretens vorhandenen Innenauskleidung der Hauptkanalisa
tion verbinden kann.
Zum Aufblasen wird normale Außenluft verwendet, da man
keinen Teil des Schlauches abbinden lassen möchte, so
lange nicht die endgültige Form erreicht ist.
Wenn der Schlauch seine Expansion beendet hat und man
ihn mit einigem inneren Überdruck, üblicherweise 2 bar,
gegen die Innenwand der Nebenkanalisationsleitung ge
preßt hat, kann man damit beginnen, erwärmte Luft einzu
bringen, die möglichst schnell durch den Schlauch treten
soll, da die von der Einbringstelle entfernte Teile des
Schlauches in der gleichen Art und Weise wie die vorde
ren Teile abbinden sollen.
Die Benutzung von Wasserdampf als Transportmedium der
Wärmeenergie erleichtert die oben beschriebenen Maßnah
men, da Dampf wesentlich mehr Energie über größere
Strecken transportieren kann.
Es ist jedoch erwünscht, den Wassergehalt des Dampfes
ebenfalls zu kontrollieren. Daher wurde in dem Verfahren
noch ein Entzug eines Teiles des im erzeugten Dampf be
findlichen Wassers vorgesehen.
Realisiert wird dieser Entzug mittels eines Kondensa
tors, der auch erlaubt, das so entzogene Wasser wieder
neu zu verwenden.
Nachdem die gewünschte Temperatur erreicht ist, wird
über eine längere, vom verwendeten Harz abhängige Zeit,
typisch 2 Std., diese Temperatur unter Beibehaltung des
Druckes aufrechterhalten, bis das Harz aushärtet.
Zum Abschluß wird eine Temperung zur Verhinderung von
nachträglichem Schrumpfen, sowie eine Endaushärtung
durch Nachsintern durchgeführt. Zum Abschluß können die
Endstücke vom neuausgekleideten Rohrleitungsteil ent
fernt werden. An der Hausseite ist dies kein Problem, an
der im Hauptkanalisationsrohr liegenden Seite wird man
das Endstück abfräsen und zur Wiederverwendung an die
Oberfläche bringen.
Dadurch, daß das nachträgliche Schrumpfen nach dem Ab
binden unterbleibt und sogar ein Anpreßdruck gegen das
Altrohr verbleibt kann die Festigkeit in Verbindung mit
dem Altrohr erhöht werden und unerwünschter Ringspalt
unterbleibt.
Die Festigkeit der neuen geschaffenen Auskleidung kann
durch Veränderung des Gewebeaufbaus und der Dicke sehr
einfach verändert werden.
Ohne Probleme kann die ausgehärtete Auskleidung die er
forderlichen Stabilitätsanforderungen des Altrohres
übernehmen. Dies geschieht mit der bei Verwendung von
glasfaserverstärkten Kunststoffen üblichen Elastizität.
Ebenso kann durch das breite Spektrum an Harzen Ausklei
dungen geschaffen werden, die für die unterschiedlich
sten zu führenden Medien geeignet sind, z. B. für Medien
in einem pH-Bereich von 1 bis 12 oder für Medien mit
sehr hohen Temperaturen (bis 110°C) in Dauerbelastung.
Auch können Harze geschaffen werden, die direkt mit ei
nem Tonrohr in Verbindung treten können, obwohl es immer
zu bevorzugen ist, daß bereits eine Innenauskleidung der
Hauptkanalisation vorhanden ist.
Die im Vergleich zu anderen Methoden geringe Quer
schnittsverringerung wird zusätzlich noch dadurch kom
pensiert, daß man ein erheblich glatteres Rohr erhält,
daß bei einer Rauhigkeit Kb < 0,02 mm (rechnerische Be
triebsrauhigkeit kW = 0,25 mm) den Verlust an Quer
schnitt in den hydrodynamischen Berechnungen mehr aus
gleicht.
Die Innenauskleidung kann auch mit Harzen geschaffen
werden, die es erlauben, die Leitung nach dem Aushärten
als Trinkwasserleitungen nach dem Lebensmittelgesetz zu
verwenden.
Sich bei ähnlichen Methoden ergebende Probleme, die da
durch entstehen, daß wegen der eintretenden Abkühlung
der Luft im Schlauch sehr heiße Luft verwendet werden
muß, man aber andererseits auf den Druck ungeändert auf
rechterhalten muß, da eine Erhöhung des Druckes bei ei
nigen Rohrleitungen z. B. bei solchen aus Zement zum
Platzen führen kann, und dadurch ein erheblicher, sehr
schneller Druckanstieg entstand, als man Heißluft in den
Schlauch einbrachte, da sie sich mit der vorhandenen re
lativ kalten Luft zu warmer Luft vermischte, die ein er
heblich größeres Volumen als die beiden Komponenten be
sitzt, kann man vermeiden, da man zum einen die erzeugte
Heißluft mit Außenluft vermischen kann und so die Tempe
ratur herabsetzen kann und zum anderen mit Hilfe der
Drucksensoren in beiden Endstücken den Luftdruck im
Schlauch immer den gerade herrschenden Temperaturver
hältnissen, die ebenfalls durch Sensoren im Schlauch er
mittelt werden anpassen kann in dem man den Querschnitt
der Lufteintritts- oder Luftaustrittsöffnung entspre
chend steuert.
Zur Vermeidung des Rückeindringens von bereits in den
Schlauch eingebrachten Dampfes in den Dampferzeuger bzw.
in die Mischeinrichtung sind übrigens weitere Rück
schlagventile vorgesehen.
Claims (8)
1. Verfahren zum Innenauskleiden von Rohrleitungen,
insbesondere Kanalisationsleitungen, bei dem ein mit
Harz getränkter, außen mit einer Schutzfolie versehener
Schlauch in kollabiertem Zustand in das Rohr einge
bracht wird, der Schlauch durch Einbringen von Druck
luft an Ort und Stelle aufgeblasen wird, das Harz durch
Aufbringen von Energie ausgehärtet wird und das den
Schlauch verschließende Endstück des Schlauches sodann
entfernt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
zum Innenauskleiden einer von einer bereits mit einer
Innenauskleidung versehenen Hauptkanalisationsleitung
abzweigenden Nebenkanalisationsleitung die Schlauchfo
lie dem Endstück des in die Nebenkanalisationsleitung
eingebrachten Schlauches benachbart mit einer umlaufen
den Schwächung versehen wird, der Schlauch so weit in
das Nebenkanalisationsrohr eingezogen wird, daß die
Schwächung mit der Innenauskleidung des Hauptkanalisa
tionsrohrs fluchtet, und der Schlauch mit Druckluft be
aufschlagt wird, so daß Harz durch die Perforation des
Schlauches austritt und sich mit der Innenauskleidung
des Hauptkanalisationsrohrs dichtend verbindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die umlaufende Schwächung in der Schlauchfolie eine
Perforation ist.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schwächung elliptisch
auf dem äußeren Umfang der Schlauchfolie umläuft.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch in die Neben
kanalisationsleitung von dem der Hauptrohrleitung ge
genüberliegende Ende eingebracht wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch in die Neben
kanalisationsleitung eingebracht wird, in dem ein Fie
berglasstab in die Nebenkanalisationsleitung einge
bracht wird, mit dem ein Beil wieder von der Hauptkana
lisationsleitung her in die Nebenkanalisationsleitung
gezogen wird, wobei mit dem Seil der Schlauch eingezo
gen wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß, während der Schlauch in
die Nebenkanalisationsleitung eingebracht wird, mit ei
ner Kamera von der Hauptkanalisationsleitung aus beo
bachtet wird wann und wie das Endstück die gewünschte
Position erreicht.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß temperaturaushärtendes Harz
verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Endstück, an dem ein
Haken befestigt ist, an dem Ende des Schlauches ver
wandt wird, das zur Hauptkanalisationsrichtung weist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904032696 DE4032696A1 (de) | 1990-10-15 | 1990-10-15 | Verfahren zum innenauskleiden von rohrleitungen, insbesondere kanalisationsleitungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904032696 DE4032696A1 (de) | 1990-10-15 | 1990-10-15 | Verfahren zum innenauskleiden von rohrleitungen, insbesondere kanalisationsleitungen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4032696A1 true DE4032696A1 (de) | 1992-04-16 |
| DE4032696C2 DE4032696C2 (de) | 1993-07-15 |
Family
ID=6416328
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904032696 Granted DE4032696A1 (de) | 1990-10-15 | 1990-10-15 | Verfahren zum innenauskleiden von rohrleitungen, insbesondere kanalisationsleitungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4032696A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2004079251A1 (en) * | 2003-03-03 | 2004-09-16 | Enviro Global Pty Limited | Pipe connection repair apparatus |
| EP3062010A1 (de) * | 2015-02-25 | 2016-08-31 | PipeSol Oy | Auskleidung und verfahren zur überwachung der qualität von rohrleitungsrenovierung nach der renovierung |
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| EP0301204A1 (de) * | 1987-07-29 | 1989-02-01 | SOFTLINING AG Systems for Relining | Schlauch für die Innenerneuerung von Rohrleitungen und Verwendung desselben |
| DE3732694A1 (de) * | 1987-09-29 | 1989-04-13 | Roland Herr | Verfahren und vorrichtung zum auskleiden von kanaelen |
-
1990
- 1990-10-15 DE DE19904032696 patent/DE4032696A1/de active Granted
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4032696C2 (de) | 1993-07-15 |
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