DE4031241A1 - Digitales uebertragungssystem - Google Patents
Digitales uebertragungssystemInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein digitales Übertragungssystem
mit mindestens einer Betriebsstrecke zur Übertragung von
Digitalsignalen und mit mindestens einer Ersatzstrecke.
Die Ersatzstrecke dient zur Übertragung der Digitalsi
gnale insbesondere bei einem Ausfall und/oder einer Stö
rung der Betriebsstrecke.
Die Übertragungsstrecken (Betriebsstrecken) von Übertra
gungssystemen enthalten in der Regel jeweils sende- und
empfangsseitige Leitungsendstellen und zwischengeschalte
te Regeneratoren. Dabei übernehmen die Leitungsendstellen
die Anpassung der Digitalsignale an die Eigenschaften des
Übertragungsmediums, z. B. elektrisch-optische Wandlung,
während die Regeneratoren der Erneuerung der Digitalsi
gnale dienen, um einen erforderlichen Signal-Rauschab
stand der Digitalsignale einzuhalten. Ein wesentliches
Qualitätsmerkmal von digitalen Übertragungssystemen ist
neben der durch die Bitfehlerrate des zu Übertragenden
Digitalsignals bestimmten Übertragungsqualität die Ver
fügbarkeit der Übertragungsstrecken. Zur Erhöhung dieser
Verfügbarkeit können einer Betriebsstecke eine oder meh
rere Ersatzstrecken zugeordnet werden. Diese übernimmt
dann beim Ausfall bzw. bei einer Störung der Betriebs
strecke die Übertragung der Digitalsignale. Die Umschal
tung kann in Abhängigkeit von der Übertragungsqualität
der Betriebsstrecke auch selbsttätig erfolgen. Hierdurch
wird die Verfügbarkeit der Übertragungsstrecken erhöht
und somit die Ausfallzeiten von digitalen Übertragungs
systemen verringert. Da sich die Ersatzstrecke mit den
Leitungsendgeräten und den Zwischenregeneratoren im
Störungsfall einer Betriebsstrecke nach erfolgtem Um
schalten auf die Ersatzstrecke erst wieder auf das "neue"
Digitalsignal synchronisieren muß, kann es nach dem Um
schaltevorgang zu einer erhöhten Bitfehlerrate bei der
Übertragung kommen. Soll bereits bei einer verhältnis
mäßig geringen Bitfehlerrate eines auf der Betriebs
strecke übertragenen Digitalsignals eine Ersatzschaltung
erfolgen, so kann es hierdurch kurzzeitig sogar zu einem
Ansteigen der Bitfehlerrate des nun auf der Ersatzstrecke
übertragenen Digitalsignals kommen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein digitales
Übertragungssystem der eingangs genannten Art anzugeben,
das ein verringertes Ansteigen der Bitfehlerrate beim Um
schalten einer Betriebsstrecke auf die Ersatzstrecke auf
weist.
Diese Aufgabe wird bei einem digitalen Übertragungssystem
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß bei einer
über einer vorgebbaren Fehlerschwelle liegenden Bitfeh
lerrate eines auf einer Betriebsstrecke übertragenen Di
gitalsignals oder bei manueller Umschaltung einer Be
triebsstrecke eine mehrstufige Umschaltung auf die Er
satzstrecke erfolgt.
Kommt es auf einer Betriebsstrecke beispielsweise infolge
eines fehlerhaften Regenerators zu einer Bitfehlerrate
des Digitalsignals, die über der vorgebbaren Fehler
schwelle liegt, so erfolgt kein abruptes Umschalten des
auf der gestörten Betriebsstrecke übertragenen Digitalsi
gnals auf die Ersatzstrecke. Die Umschaltung erfolgt in
mehreren Stufen, so daß sich die Ersatzstrecke auf das
Digitalsignal zunächst synchronisieren kann, bevor das
Digitalsignal über die Ersatzstrecke freigegeben wird.
Hierdurch wird das sonst beim Ersatzschalten auftretende
Ansteigen der Bitfehlerrate weitestgehend vermieden. Auch
bei manuell durchgeführten Ersatzschaltungen ist damit
ein "sanftes" Umschalten gewährleistet. Lediglich bei To
talausfall einer Betriebsstrecke wird, um möglichst
schnell zu reagieren, unverzögert umgeschaltet.
Bei einer Ausgestaltungsform wird als mehrstufige Um
schaltung in einem ersten Schritt das erste Ende der ge
störten Betriebsstrecke sendeseitig auf die Ersatzstrecke
geschaltet, in einem zweiten Schritt wird das zweite Ende
der gestörten Betriebsstrecke sende- und empfangsseitig
auf die Ersatzstrecke geschaltet und in einem dritten
Schritt wird das erste Ende der gestörten Betriebsstrecke
auch empfangsseitig auf die Ersatzstrecke umgeschaltet.
Dabei bewirkt das im ersten Schritt bereits auf die Er
satzstrecke geschaltete Digitalsignal eine Synchronisie
rung der Ersatzstrecke, ohne daß die Ersatzstrecke be
reits empfangsseitig umgeschaltet wird.
Bei einer weiteren Ausgestaltungsform ist zur Steuerung
der mehrstufigen Umschaltung zwischen dem ersten und dem
zweiten Ende der gestörten Betriebsstrecke und/oder der
Ersatzstrecke mindestens ein Steuerkanal vorgesehen. Die
ser überprüft die einzelnen Stufen der Ersatzumschaltung
mittels Steuerdatenaustausch auf Richtigkeit. Dabei er
folgt eine vollständige mehrstufige Umschaltung jeweils
erst nach Rückbestätigung des vorhergehenden Schritts
über den Steuerkanal.
Bei einer weiteren Ausgestaltungsform werden auch nach
erfolgter einstufiger oder mehrstufiger Umschaltung einer
gestörten Betriebsstrecke auf die Ersatzstrecke die Digi
talsignale an die gestörte Betriebsstrecke gesendet. Da
mit wird eine Fehlersuche unter Betriebsbedingungen er
möglicht. Darüberhinaus wird ein Zurückschalten nach Be
seitigung der Störung der gestörten Betriebsstrecke mög
lich, ohne daß die zuvor gestörte Betriebsstrecke wieder
auf das Datensignal synchronisiert werden muß.
Bei einer weiteren Ausgestaltungsform ist am Anfang und
am Ende jeder Betriebsstrecke und der Ersatzstrecke je
weils eine Kanaleinheit einschaltbar, wobei den Kanalein
heiten am Anfang der Betriebsstrecken und der Ersatz
strecke jeweils eine erste Steuereinheit und den Kanal
einheiten am Ende der Betriebsstrecken und der Ersatz
strecke eine zweite Steuereinheit zugeordnet ist, und wo
bei die Kanaleinheit von der ersten und zweiten Steuer
einheit ansteuerbare Schaltmittel aufweisen, mit denen
eine Betriebsstrecke über eine über die Kanaleinheiten
verlaufende Verbindungsleitung auf die Ersatzstrecke um
schaltbar ist. Die den Kanaleinheiten jeweils zugeordnete
gemeinsame Verbindungsleitung ermöglicht es, das digitale
Übertragungssystem durch einfaches "Anhängen" von weite
ren Kanaleinheiten an die gemeinsame Verbindungsleitung
auf einfache Weise auch im Betrieb weiter auszubauen oder
abzurüsten bzw. zu warten. Hierdurch wird auch die Ver
fügbarkeit der Betriebsstrecken erhöht.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltungsform ist die Ver
bindungsleitung zwischen den Kanaleinheiten als symmetri
sche Leitung ausgebildet. Durch die symmetrische Ausbil
dung der Verbindungsleitung wird die Beeinflussung der zu
übertragenden Digitalsignale minimiert.
Bei einer weiteren Ausgestaltungform wird ohne Störung
einer Betriebsstrecke auf dem Ersatzkanal ein Digitalsi
gnal mit niedriger Prioriät übertragen. Da der Ersatzka
nal lediglich im Störungsfall zum Einsatz kommt, kann
während des störungsfreien Betriebs des Digitalübertra
gungssystems die Ersatzstrecke zur Übertragung von Daten
mit geringer Priorität verwendet werden.
Bei einer weiteren Ausgestaltungsform sind den Betriebs
strecken Prioritäten zuordbar. Diese Prioritäten sind
entsprechend den Anforderungen des digitalen Übertra
gungssystems frei vorgebbar. Hierdurch wird das Zugriffs
recht auf die Ersatzstrecke für den unwahrscheinlichen
Fall geregelt, daß zwei oder mehr Betriebsstrecken zur
gleichen Zeit eine Störung aufweisen und ersatzgeschaltet
werden müssen. Durch diese Prioritätszuordnung wird die
Betriebsstrecke mit der niedrigeren Priorirät erst dann
ersatzgeschaltet, nachdem die Betrieb strecke mit der
höheren Priorität automatisch zurückgeschaltet oder ma
nuell von der Ersatzschaltung ausgeschlossen wurde.
Bei einer Ausgestaltungsform sind durch die Steuereinheit
insbesondere die Funktionen: Änderung der Fehlerraten,
Änderung der Prioritäten, Umschalten auf einen zweiten
Steuerkanal, manuelles Umschalten einer Betriebsstrecke
mit oder ohne Berücksichtigung der Prioriäten, Sperren
von Strecken, sichern der Einstellungen in einem nicht
flüchtigen Speicher sowie Ausgabe eines Protokolls aus
führbar. Mit Hilfe dieser, beispielsweise über eine Ta
statur mit zugeordnetem Mikroprozessor, eingebbaren Funk
tionen ist das digitale Übertragungssystem auf einfache
Weise auf verschiedene Konfigurationen und Betriebsbe
dingungen anpaßbar.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild eines digitalen Übertra
gungssystems.
Fig. 2a bis 2d zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines digitalen Übertragungssystems.
Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild einer Kanaleinheit eines
Ersatzschaltgerätes.
Fig. 4 zeigt ein Blockschaltbild eines Ersatzschaltge
rätes für ein digitales Übertragungssystem.
Das in Fig. 1 dargestellte digitale Übertragungssystem
weist Multiplexeinrichtungen MI1 . . . MIn, MIe am Anfang so
wie Multiplexeinrichtungen MII1 . . . MIIn, MIIe am Ende eines
Leitungssystems mit Betriebsstrecken B1 . . . Bn sowie mit ei
ner Ersatzstrecke E auf. Dabei bilden die Multiplexein
richtungen MI1 . . . MIn, MIe am Anfang des Leitungssystems
einen ersten Übertragungsort I und die Multiplexeinrich
tungen MII1 . . . MIIn, MIIe am Ende des Leitungssystems ei
nen zweiten Übertragungsort II. Auf den Betriebsstrek
ken B1 . . . Bn sowie der Ersatzstrecke E sind Digitalsi
gnale D1 . . . Dn, LP übertragbar. An jedem Ende jedes Lei
tungsabschnittes, d. h. am Ende jeder Betriebsstrek
ke B1 . . . Bn sowie an beiden Enden der Ersatzstrecke E sind
Leitungsendstellen L angeordnet. Zwischen den Leitungs
endstellen L an den Enden der Betriebsstrecken und der
Ersatzstrecke sind jeweils Regeneratoren R eingeschal
tet. Jedes Ende der Betriebsstrecken B1 . . . Bn und der Er
satzstrecke E ist an jeweils eine identisch aufgebaute
Kanaleinheit K angeschlossen. Dabei wird aus den Kanal
einheiten K an einem Ende der Betriebsstrecken B1 . . . Bn und
einer jeweils zugeordneten Steuereinheit StI, StII je
weils eine Ersatzschalteinrichtung EI, EII gebildet. Die
Steuereinheiten StI, StII sind über einen Steuerkanal St
miteinander verbunden. Den Kanaleinheiten K ist außerdem
in den Ersatzschalteinrichtungen EI, EII jeweils eine an
die Ersatzstrecke E anschließbare Verbindungsleitung V
zugeordnet.
Im störungsfreien Betrieb werden über die n-Betriebskanä
le B1 . . . Bn die in den Multiplexeinrichtungen MI1 . . . MIn,
MII1 . . . MIIn zusammengefaßten Digitalsignale D1 . . . Dn
übertragen. Auf dem Ersatzkanal E kann während eines stö
rungsfreien Betriebes der Betriebsstrecken B1 . . . Bn ein
Digitalsignal LP mit niedrigerer Priorität (Low Priority)
übertragen werden. Die Betriebskanäle B1 . . . Bn sowie der
Ersatzkanal E können dabei durch Koaxialkabelverbindun
gen, durch Glasfaserkabel oder beispielsweise durch
Richtfunkverbindungen realisiert sein. Die Leitungsend
stellen L übernehmen die Anpassung der Digitalsi
gnale D1 . . . Dn, LP an die Eigenschaften der jeweiligen Be
triebsstrecke, z. B. elektrisch-optische Wandlung. Die Re
generatoren R dienen der Erneuerung der Digitalsi
gnale D1 . . . Dn, LP, um einen erforderlichen Signalrausch
abstand einzuhalten.
Ein wesentliches Qualitätsmerkmal von digitalen Übertra
gungssystemen ist neben der durch die Bitfehlerrate der
zu übertragenden Digitalsignale D1 . . . Dn, LP bestimmten
Übertragungsqualität auch die Verfügbarkeit der Übertra
gungsstrecken. Aus diesem Grund ist bei dem in Fig. 1
dargestellten Ausführungsbeispiel eines digitalen Über
tragungssystems den n-Betriebsstrecken B1 . . . Bn die Er
satzstrecke E zugeordnet. Diese übernimmt beim Ausfall
bzw. bei einer Störung einer Betriebsstrecke die Übertra
gung des auf der gestörten Betriebsstrecke übertragenen
Digitalsignals. Das Übertragungssystem ist somit vom
Typ n+1. Beim Einsatz eines Systems vom Typ n+1 geht man
von der Tatsache aus, daß aufgrund der relativ geringen
Ausfallwahrscheinlichkeit heute verfügbarer, insbesondere
leitergebundener Übertragungssysteme die Wahrscheinlich
keit für den gleichzeitigen Ausfall zweier Betriebs
strecken sehr gering ist. Obwohl dabei für n-Betriebs
strecken tatsächlich nur ein Ersatzkanal zur Verfügung
steht, scheint aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit
des gleichzeitigen Ausfalls zweier Betriebsstrecken jeder
Betriebsstrecke eine Ersatzstrecke alleine zur Verfügung
zu stehen. Eine in den Ersatzschalteinrichtungen EI, EII
festlegbare Prioritätenzuordnung regelt dabei das Zu
griffsrecht der einzelnen Betriebsstrecken B1 . . . Bn auf
den Ersatzkanal E für den unwahrscheinlichen Fall, daß
zwei oder mehr Betriebskanale zur gleichen Zeit ersatzge
schaltet werden müßten. Erst nachdem die Betriebsstrecke
mit der höheren Priorität automatisch zurückgeschaltet
oder manuell von der Ersatzschaltung ausgeschlossen wur
de, wird die Betriebsstrecke mit der niedrigeren Priori
tat ersatzgeschaltet.
Die Ersatzschaltgeräte EI, EII sind modular aus den so
wohl für die Betriebsstrecken B1 . . . Bn als auch für die
Ersatzstrecke E gleich aufgebauten Kanaleinheifen K auf
gebaut. Hierdurch wird erreicht, daß beispielsweise bei
als Einschübe ausgebildeten Kanaleinheiten K keine Ver
wechselung zwischen einer Kanaleinheit K für eine Be
triebsstrecke und die Ersatzstrecke möglich ist. Das
durch die Verbindungsleitung V realsierte Bus-System für
die Ersatzschaltung der Digitalsignale D1 . . . Dn ermöglicht
es, auch im Betrieb der Ersatzschalteinrichtungen EI, EII
weitere Betriebsstrecken hinzuzufügen bzw. bereits ge
schaltete Kanaleinheiten außer Betrieb zu nehmen. Durch
die symmetrische Ausbildung des Bus-Systems der Verbin
dungsleitung V wird eine minimale Beeinflussung der Digi
talsignale erreicht.
Damit einerseits Ersatzschaltvorgänge möglichst schnell
durchgeführt werden und andererseits Störungen durch Er
satzschaltvorgänge vermieden werden, wird je nach Ersatz
schaltkriterium zwischen zwei Ersatzschaltarten unter
schieden: einstufige und mehrstufige Ersatzschaltun
gen. Die einstufige Ersatzschaltung (schnelle Ersatz
schaltung) wird bei Totalausfall der Betriebsstrecke (Si
gnalausfall) durchgeführt. Die mehrstufige Ersatzschal
tung (langsame Ersatzschaltung) ermöglichtes, daß sich
die Ersatzstrecke E zuerst auf das Digitalsignal der ge
störten Betriebsstrecke synchronisieren kann, bevor die
Daten weitergegeben werden. Die Steuereinheiten StI, StII
überwachen dabei die Auslösung bzw. die Sperrung von Er
satzschaltungen. Darüber hinaus werden in den Steuerein
heiten StI, StII der Ersatzschalteinrichtungen EI, EII
auch die Kriterien zur Auslösung von Ersatzschaltungen
festgelegt. So erfolgt bei einem Totalausfall einer Be
triebsstrecke, d. h. wenn über einer Betriebsstrecke eine
Datenübertragung eines Digitalsignals D1 . . . Dn beispiels
weise durch Unterbrechung einer Glasfaserverbindung un
möglich ist, eine Alarmierung der Ersatzschaltgerä
te EI, EII über die jeweilige Leitungsendstelle L. Über
Steuereingänge S können die Ersatzschalteinrich
tungen EI, EII diesen Alarm detektieren. Die betroffene
Betriebsstrecke wird dann sofort ersatzgeschaltet. Wird
der dringende Alarm wieder gelöscht, so wird die Ersatz
schaltung aufgehoben.
Das Ersatzschaltkriterium für eine mehrstufige Ersatz
schaltung wird durch die durch die Bitfehlerrate des zu
übertragenden Digitalsignals bestimmte Übertragungsquali
tät einer Betriebsstrecke festgelegt. Dabei werden durch
die Auswertung eines sogenannten Leitungscodes des über
eine Betriebsstrecke übertragenen Digitalsignals Codefeh
ler ermittelt und zur Identifizierung eines fehlerhaften
Regenerators bzw. einer fehlerhaften Betriebsstrecke ver
wendet. Diese sogenannten Grundleitungstelegramme werden
von der jeweiligen Ersatzschalteinrichtung ausgewertet.
Hieraus kann die Bitfehlerrate der jeweiligen Betriebs
strecke ermittelt werden. Steigt dabei die Bitfehlerrate
einer Betriebsstrecke über eine vorgebbare Fehlerschwelle
und sinkt somit die Übertragungsqualität der Betriebs
strecke, so erfolgt eine mehrstufige Umschaltung auf die
Ersatzstrecke. Hierdurch wird das sonst beim Ersatzschal
ten auftretende Ansteigen der Bitfehlerrate weitestgehend
vermieden. Damit kann auch beim manuell durchgeführten
Ersatzschalten eine nahezu ungestörte Übertragung des je
weiligen Digitalsignals gewährleistet werden. Dabei wurde
bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel aus
Gründen der Übersichtlichkeit in den Kanaleinheiten ver
einfachend lediglich ein Schalter eingezeichnet.
Die Fig. 2a bis 2d zeigen die einzelnen Schritte einer
mehrstufigen Umschaltung einer Betriebsstrecke B1 auf ei
ne Ersatzstrecke E. In den Fig. 2a bis 2d ist darge
stellt, daß über die Betriebsstrecke B1 ein Digitalsi
gnal D1 und über die Ersatzstrecke ein Digitalsignal LP
mit niedriger Priorität übertragen wird. Die Betriebs
strecke B1 sowie die Ersatzstrecke E weist an jedem Ende
jeweils eine Leitungsendstelle LI1, LII1, L1E, LIIE sowie
zwischengeschaltete Regeneratoren R1, RE auf. Die Ersatz
schalteinrichtungen EI, EII sind über einen Steuerkanal S
miteinander verbunden. In Fig. 2a ist mit Hilfe eines in
der Betriebsstrecke B1 eingezeichneten Hochspannungspfei
les angedeutet, daß bei der Betriebsstrecke B1 eine Stö
rung vorliegt. Liegt diese Störung über der durch die
vorgebbare Fehlerschwelle liegenden Bitfehlerrate, so
wird von den Ersatzschalteinrichtungen EI, EII eine mehr
stufige Umschaltung eingeleitet. Dazu erfolgt, wie in
Fig. 2b dargestellt, in einem ersten Schritt in der Er
satzschalteinrichtung E1 ein sendeseitiges Umschalten des
Digitalsignals D1 auf die Ersatzstrecke E. Hierdurch kann
sich die Ersatzstrecke E bereits auf das Digitalsignal D1
synchronisieren. Über den Steuerkanal St wird der Ersatz
schaltbefehl an die Ersatzschalteinrichtung EII gegeben.
In Fig. 2c ist dargestellt, wie im zweiten Schritt somit
bei der Ersatzschalteinrichtung EII die Digitalsignale D1
der Betriebsstrecke B1 sowohl sende- als auch empfangs
seitig auf die Ersatzstrecke E umgeschaltet werden. Diese
Umschaltung wird über den Steuerkanal St an die erste Er
satzschalteinrichtung EI bestätigt. Diese Bestätigung
wird über den Steuerkanal St von der ersten Ersatzschalt
einrichtung EI empfangen und ausgewertet. Daraufhin wer
den bei der ersten Ersatzschalteinrichtung EI die Digi
talsignale D1 der Betriebsstrecke B1 auch empfangsseitig
auf die Ersatzstrecke E umgeschaltet. Hierdurch wird das
beim einstufigen Umschalten auftretende Ansteigen der
Bitfehlerrate weitestgehend vermieden. In den Fig. 2a
bis 2d ist dargestellt, daß auch während des gesamten Um
schaltvorgangs bzw. auch nach erfolgter Umschaltung der
gestörten Betriebsstrecke B1 auf die Ersatzstrecke E die
Digitalsignale D1 an die gestörte Betriebsstrecke B1 ge
sendet werden. Hierdurch wird eine Fehlersuche unter Be
triebsbedingungen ermöglicht und somit die Störbeseiti
gung erleichtert. Darüber hinaus wird ein Zurückschalten
nach Beseitigen der Störung der gestörten Betriebsstrecke
möglich, ohne daß die zuvor gestörte Betriebsstrecke wie
der auf das Digitalsignal D1 synchronisiert werden muß.
Das in Fig. 3 dargestellte Blockschaltbild einer Kanal
einheit K zeigt einen möglichen Aufbau für eine Ersatz
schalteinrichtung für eine mehrstufige Ersatzschaltung.
Die Kanaleinheit ist dabei in beiden Übertragungsrich
tungen jeweils symmetrisch aufgebaut. So werden ankommen
den Digitalsignale D11an, D12an jeweils zunächst einem
Entzerrer En zugeführt, dessen Ausgang zur Auswertung für
eine Signalausfallerkennung D verwendet wird. Das Signal
am Ausgang der Signalausfallerkennung D wird als Steuer
signal Lo an die externe Steuereinheit sowie an eine Lo
gikschaltung L der Kanaleinheit K geliefert. Wird ein Si
gnalausfall erkannt, so wird mit Hilfe eines Oszilla
tors O ein Alarmsignal (AIS = Alarm Indication Signal)
erzeugt und über Schalter 3, 4 in die jeweils abgehende
Richtung eingespeist. Das Signal am Ausgang des Entzer
rers En wird über den Schalter 3, bzw. über Schalter 2, 4
an ein Entscheider-Flip-Flop F sowie einen Baustein T zur
Taktrückgewinnung geleitet, wobei der Ausgang des Flip-
Flops F über einen Sender Se die Digitalsignale D11ab,
D12ab wieder absendet. Die Verbindungsleitung zum An
schluß weiterer Kanaleinheiten erfolgt über die Ein
gänge V1ab, V1an, V2an, V2ab. Dabei sind im störungsfrei
en Zustand über die Schalter 1, 2 die Verbindungslei
tungen so geschaltet, daß die durch die Kanaleinheit K
geführten Digitalsignale nicht auf die Verbindungslei
tungen V1ab, V1an, V2an, V2ab geleitet werden. Lediglich
im Störungsfall kann insbesondere eine mehrstufige Um
schaltung der Digitalsignale auf die Verbindungsleitungen
und somit zur Ersatzstrecke erfolgen. Dabei wird in einem
ersten Schritt über den Schalter 1 das ankommende Digi
talsignal D11an sendeseitig auf die Ersatzstrecke, d. h.
auf die Verbindungsleitung V1ab geschaltet. In einem
zweiten Schritt wird im Zusammenwirken mit der Kanalein
heit der Ersatzstrecke das zweite Ende der gestörten Be
triebsstrecke sende- und empfangsseitig auf die Ersatz
strecke umgeschaltet, d. h. über den Schalter 2 wird im
Zusammenwirken mit den Schaltern der Kanaleinheit der Er
satzstrecke das Signal V2an als Signal D12ab zugeschal
tet. In einem dritten Schritt wird schließlich das erste
Ende der gestörten Betriebsstrecke auch empfangsseitig in
der Kanaleinheit der Ersatzstrecke auf die Ersatzstrecke
umgeschaltet.
Fig. 4 zeigt das Blockschaltbild einer Ersatzschaltein
richtung E. Diese enthält n+1 Kanaleinheiten K für n-Be
triebsstrecken B1 . . . Bn und eine Ersatzstrecke E eine
Steuereinheit StI, eine Stromversorgungseinrichtung U so
wie eine Signalisiereinrichtung SIG. Die Kanaleinheiten K
sind an eine Ersatzstrecke E sowie n-Betriebsstrecken
B1 . . . Bn anschließbar. Die Stromversorgungseinrichtung U
versorgt dabei die Kanaleinheiten K, die Signalisierungs
einrichtung SIG sowie die Steuereinheit StI. Die Kanal
einheiten K sind über eine Verbindungsleitung V miteinan
der verbunden. Dazu verläuft als Verbindungsleitung V von
der Kanaleinheit K der Ersatzstrecke E über die Kanalein
heiten der n-1 Betriebsstrecken zur Kanaleinheit K der
n-ten Betriebsstrecke Bn eine aus Hin- und Rückleitung
bestehende Stichleitung. Darüber hinaus sind an die Ka
naleinheiten sowie an die Steuereinheit StI drei Steuer
leitungen Lo, In, Sw angeschlossen. Die Steuerleitung Lo
dient der Signalausfallüberwachung (Loss of input), die
Steuerleitung In dient der Identifizierung einer Kanal
einheit K (Insertion information). Die Steuerleitung Sw
überträgt das Umschaltsignal (Switch) von der Steuerein
heit StI an die jeweilige Kanaleinheit K. Die Steuerlei
tungen Lo zur Signalausfallüberwachung sowie die Steuer
leitung Sw sind darüber hinaus an die Signalisierungsein
richtung SIG angeschlossen. Die Steuereinrichtung StI ist
über einen Eingang S für eine Steuerleitung mit einer am
anderen Ende eines Übertragungssystems angeordneten in
Fig. 2 nicht dargestellten zweiten Steuereinheit verbind
bar. Über den Anschluß G der Steuereinheit StI werden
Grundleitungstelegramme beispielsweise von Leitungsend
geräten der Betriebsstrecken eingespeist.
Claims (9)
1. Digitales Übertragungssystem mit mindestens einer Be
triebsstrecke (B1 . . . Bn) zur Übertragung von Digitalsigna
len (D1 . . . Dn) und mit mindestens einer Ersatzstrecke (E),
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer über einer vorgebbaren Fehlerschwelle lie
genden Bitfehlerrate eines auf einer Betriebsstrec
ke (B1 . . . Bn) übertragenen Digitalsignals (D1 . . . Dn) oder bei
manueller Umschaltung einer Betriebsstrecke (B1 . . . Bn) eine
mehrstufige Umschaltung auf die Ersatzstrecke (E) er
folgt.
2. Übertragungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als mehrstufige Umschaltung in einem ersten Schritt
das erste Ende (EI) der Betriebsstrecke (B1 . . . Bn) sende
seitig auf die Ersatzstrecke (E), in einem zweiten
Schritt das zweite Ende (EII) der Betriebsstrec
ke (B1 . . . Bn) sende- und empfangsseitig auf die Ersatz
strecke (E) geschaltet wird und in einem dritten Schritt
das erste Ende (EI) der Betriebsstrecke (B1 . . . Bn) auch
empfangsseitig auf die Ersatzstrecke (E) umgeschaltet
wird.
3. Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Steuerung der mehrstufigen Umschaltung zwischen
dem ersten (EI) und zweiten (EII) Ende der Betriebs
strecke (B1 . . . Bn) und/oder der Ersatzstrecke (E) minde
stens ein Steuerkanal (S) vorgesehen ist.
4. Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß auch nach erfolgter einstufiger oder mehrstufiger Um
schaltung einer Betriebsstrecke (B1 . . . Bn) auf die Ersatz
strecke (E) die Digitalsignale (D1 . . . Dn) an die Betriebs
strecke (B1 . . . Bn) gesendet werden.
5. Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Kanaleinheiten am Anfang der Betriebsstrec
ken (B1 . . . Bn) und der Ersatzstrecke (E) jeweils eine erste
Steuereinheit (StI) und den Kanaleinheiten (K) am Ende
der Betriebsstrecken (B1 . . . Bn) und der Ersatzstrecke (E)
eines zweite Steuereinheit (StII) zugeordnet ist, wobei
die Kanaleinheit (K) von der ersten und zweiten Steuer
einheit (StI, StII) ansteuerbare Schaltmittel aufweisen,
mit denen eine Betriebsstrecke (B1 . . . Bn) über eine über
die Signaleinheiten (K) verlaufende Verbindungsleitung
(V) auf die Ersatzstrecke (E) umschaltbar ist.
6. Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungsleitung (V) als symmetrische Leitung
ausgebildet ist.
7. Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß ohne Störung einer Betriebsstrecke (B1 . . . Bn) auf der
Ersatzstrecke (E) ein Digitalsignal mit niedriger Priori
tät übertragen wird.
8. Übertragungssystem nach einem der Anspüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Betriebsstrecken (B1 . . . Bn) Prioritäten zuordbar
sind.
9. Übertragungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Steuereinheit (StI, StII) insbesondere die
Funktionen: Änderung der Fehlerraten, Änderung der Prio
ritäten einer Strecke, Umschalten auf einen zweiten
Steuerkanal, manuelles Umschalten einer Betriebsstrecke
mit oder ohne Berücksichtigung der Prioritäten, Sperren
von Strecken, Sichern der Einstellungen in einem nicht
flüchtigen Speicher sowie Ausgabe eines Protokolls aus
führbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904031241 DE4031241A1 (de) | 1990-10-04 | 1990-10-04 | Digitales uebertragungssystem |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904031241 DE4031241A1 (de) | 1990-10-04 | 1990-10-04 | Digitales uebertragungssystem |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4031241A1 true DE4031241A1 (de) | 1992-04-09 |
| DE4031241C2 DE4031241C2 (de) | 1993-02-11 |
Family
ID=6415481
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904031241 Granted DE4031241A1 (de) | 1990-10-04 | 1990-10-04 | Digitales uebertragungssystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4031241A1 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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-
1990
- 1990-10-04 DE DE19904031241 patent/DE4031241A1/de active Granted
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4031241C2 (de) | 1993-02-11 |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
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| 8331 | Complete revocation |