DE4030806A1 - Verfahren zur erhoehung der spannungsfestigkeit und verbesserung des kriechstromverhaltens von isolationsstrecken und anwendung dieses verfahrens auf vakuumschalter - Google Patents
Verfahren zur erhoehung der spannungsfestigkeit und verbesserung des kriechstromverhaltens von isolationsstrecken und anwendung dieses verfahrens auf vakuumschalterInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erhöhung der
Spannungsfestigkeit und Verkleinerung der Kriechströme von Iso
lationsstrecken. Daneben bezieht sich die Erfindung auf die An
wendung dieses Verfahrens bei Vakuumschaltern mit einem metal
lischen Schaltgefäß. In diesem Zusammenhang bezieht sich die
Erfindung auch auf einen derartigen Vakuumschalter mit gegenein
ander beweglichen Kontakten in einem Schaltgefäß aus metalli
schen Teilen, mit einer inneren Isolationsstrecke zwischen den
geöffneten Kontakten und einer äußeren Isolationsstrecke zwi
schen den metallischen Teilen des Schaltgefäßes.
Zwischen dem beweglichen und dem festen Schaltstück einer Vaku
umschaltröhre befindet sich eine äußere Isolationsstrecke, so
daß sich bei geöffneten Kontakten aufgrund der inneren Isola
tionsstrecke eine galvanische Trennung ergibt. Die äußere Isola
tionsstrecke wird z. B. durch einen Keramik-Isolatorring reali
siert, der an beiden Stirnflächen durch eine Metall/Keramik-
Verbindung mit den Metallflanschen bzw. Metallkappen des Schalt
gehäuses verbunden ist.
Aus Kostengründen soll die Länge des Keramik-Isolatorringes mög
lichst gering gehalten werden. Zwar liegt die Spannungsfestig
keit einer derartigen Isolationsstrecke vakuumseitig, d. h. bei
einem Vakuumdruck < 10-3mbar, bei ca. 40 kV/mm. Im Außenraum,
d. h. gegen die Umgebung, sinkt bei Atmosphärendruck dieser Wert
auf ca. 3 kV/mm ab.
Zur Verbesserung der Spannungsfestigkeit und Verminderung von
Kriechströmen im Außenraum wurde bereits vorgeschlagen, eine
Ummantelung des Keramikisolators durch einen Isolierschlauch,
welcher als Schrumpfschlauch ausgebildet ist, vorzusehen, wobei
dieser Isolierschlauch breiter als die Isolatorlänge ist. Dane
ben ist es bekannt, durch Abdeckung von eventuell vorhandenen
Spitzen am Metall-Keramik-Übergang die Spannungsfestigkeit zu
erhöhen. Schließlich wird in der DE-OS 28 33 820 ein Vakuum
schalter mit einem ein Isolierelement enthaltendem Vakuumgefäß
zur Aufnahme eines feststehenden Kontaktes und eines beweglichen
Kontaktes beschrieben, der durch eine auf der Außenfläche des
Isolierelementes vorgesehene Beschichtung aus einer Fettverbin
dung eines wasserabstoßenden Materials und durch ein Isolier
rohr aus wasserabstoßendem, aufschrumpfbaren Material auf der
Beschichtung aus der Fettverbindung gekennzeichnet ist.
Speziell der Einsatz eines Isolierschlauches hat den Nachteil
einer begrenzten Haltbarkeit des Kunststoffes in aggressiven
Industrieatmosphären, bei Bestrahlung mit UV-Anteilen im Freien
und anderer störender Einflüsse. Insbesondere kann unter den
Schrumpfschlauch Feuchtigkeit kriechen, so daß sich Spannungs
festigkeit und Kriechstromverhalten verschlechtern.
Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, die Spannungsfestig
keit und das Kriechstromverhalten der Keramik im Außenraum zu
verbessern, ohne daß Isolierschläuche mit den erwähnten Nachtei
len verwendet werden müssen.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die wirksa
me Isolationsstrecke durch eine Beschichtung aus isolierendem
Material vergrößert ist. Bei einem Bauteil mit bereits vorhande
ner Isolationsstrecke wird dazu durch thermisches Spritzen eine
Schicht hergestellt, die sowohl die Isolationsstrecke als auch
die angrenzenden metallischen Bereiche des Bauteiles haftfest
bedeckt.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird das thermische Spritzen
vorteilhafterweise dazu angewandt, um einen Keramikisolator als
Isolationsstrecke und damit verbundene metallische Teile mit dem
Isolierwerkstoff durchgehend zu beschichten. Dies kann einer
seits mit einem Plasmaspritzverfahren oder andererseits mit ei
nem Hochgeschwindigkeits-Flammspritzverfahren erfolgen. Als
Isolationswerkstoff wird vorzugsweise ein keramisches Pulver,
z. B. Al2O3, verwendet.
Insbesondere wird das erfindungsgemäße Verfahren bei Vakuum
schaltern mit einem metallischen Schaltgefäß angewandt. Bei ei
nem solchen Vakuumschalter ist eine thermisch gespritzte Schicht
über die äußere Isolationsstrecke hinaus auf den metallischen
Teilen des Schaltgefäßes aufgebracht. Vorteilhafterweise sind
beide Kappen des Schaltgefäßes auf dem sich der Isolationsstrek
ke anschließenden Ringbereich mit der thermisch gespritzten
Schicht versehen.
Da die thermischen Spritzverfahren gut beherrschbar sind, läßt
sich das erfindungsgemäße Verfahren mit vergleichsweise gerin
gem Aufwand realisieren. Die durch thermische Spritzen erzeugte
Beschichtung hat vorteilhafterweise nur eine geringe und nach
außen eine geschlossene Porosität. Es entsteht somit an der
Oberfläche des Schaltgerätes eine verwitterungsfeste Isolations
strecke, die bis zu hohen Temperaturen auch bei aggressiven
Medien beständig ist.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Ver
bindung mit den Patentansprüchen, wobei insbesondere in der An
wendung für Vakuumschalter auf die einzige Figur der Zeichnung
verwiesen wird. Die Figur zeigt einen Vakuumschalter in schemati
scher, teilweise geschnittener Darstellung.
Ein Vakuumschalter benötigt ein luftdichtes Schaltgefäß 1, bei
spielsweise mit zwei metallischen Kappen 2 und 3 und einem da
zwischen angeordneten Ring 4 aus keramischem Isolationsmate
rial, für potentialmäßig getrennte Anschlüsse. Durch jeweilige
Metall/Keramik-Verbindungen der Teile 2 bzw. 3 mit dem Teil 4
ist das Schaltgefäß vakuumdicht ausgebildet.
In das vakuumdichte Schaltgefäß 1 sind zwei Kontaktbolzen 5 und
6 eingebracht, wobei der Kontaktbolzen 5 starr mit der oberen
Metallkappe 2 verbunden und der Kontaktbolzen 6 über einen Fe
derbalg 7 in der Längsrichtung des Schaltgefäßes beweglich aus
gebildet ist. Auf den Kontaktbolzen 5 und 6 sitzen innerhalb
des Schaltgefäßes 1 Schaltstücke 8 und 9.
Über einen nicht dargestellten Antrieb kann der bewegliche Kon
taktbolzen mit dem Kontaktstück 9 verschoben werden, so daß sich
innerhalb des Vakuums bei Öffnen der Kontaktstücke 8 und 9 eine
Isolationsstrecke ergibt, die einen Strom zu unterbrechen vermag.
Nach außen sind die Kontaktbolzen 5 und 6 über den Keramikring 4
gegeneinander isoliert, so daß sich hier eine äußere Isolations
strecke ergibt.
Derartige Vakuumschalter sind in unterschiedlichster Auslegung
Stand der Technik. Das Schaltvermögen wird dabei nicht nur durch
den Kontakthub innerhalb des Schaltgefäßes 1 sowie Aufbau und
Material der Kontaktstücke 8 und 9 selbst bestimmt, sondern auch
durch die Spannungsfestigkeit der durch den Keramikring 4 defi
nierten äußeren Isolationsstrecke. Aus Kostengründen soll die
Höhe des Keramikringes 4 möglichst gering gehalten werden können.
Die Spannungsfestigkeit ist daher der Höhe des Keramikringes
proportional. Dabei zeigt sich bei einem bekannten Vakuumschal
ter, daß die Spannungsfestigkeit beispielsweise vakuumseitig
bei ca. 40 kV/mm, im Außenraum bei Atmosphärendruck dagegen bei
etwa 3 kV/mm liegt.
Letztere Diskrepanz läßt sich wesentlich verringern, wenn das
gesamte Schaltgefäß 1 mit einer Keramikbeschichtung versehen
ist und auch die metallischen Kappen 2 und 3 eine Isolations
schicht aufweisen. Darüber hinaus wird dadurch das Kriechstrom
verhalten wesentlich verbessert.
In der Figur ist die keramische Beschichtung im Schnitt durch
die Struktur 10 angedeutet. Selbstverständlich ist es sinnvoll,
nur die starren und nicht zu kontaktierenden Teile, d. h. nicht
etwa den beweglichen Kontaktbolzen 6, mit der Beschichtung zu
versehen. Gegebenenfalls sollen auch nur bestimmte Bereiche der
metallischen Teile 2 und 3 beschichtet sein, was durch eine
Maskentechnik realisiert werden kann.
Als Beschichtungstechnik für vergleichsweise dicke, fest anhaf
tende Schichten, die in kürzester Zeit hergestellt werden kön
nen, kommen alle thermischen Spritzverfahren in Frage. Diese
sind beispielsweise das Plasmaspritzen, welches insbesondere im
Niederdruckbereich von 20 bis 100 mbar angewandt werden kann.
Gegebenenfalls kommt auch das Hochgeschwindigkeits-Flammspritz-
Verfahren in Frage. Bei geeigneter Prozeßführung entstehen
Schichten vorgegebener Dicke mit nach außen geschlossener Poro
sität und guter Anbindung zur Unterlage. Bei Anwendung anderer
Verfahren, die keine geschlossene Porosität erreichen, kann die
Schicht vorgegebener Dicke in einfacher Weise, - z. B. durch Glas
oder Epoxydharz - entweder nur an der Oberfläche oder im Tränk
verfahren insgesamt versiegelt werden. Dies ist deshalb von
Bedeutung, da nur so ein Unterkriechen der Schicht durch Wasser
oder eine Wasseraufnahme in der Schicht wirksam unterdrückt
wird, was ansonsten bei offener Porosität dem angestrebten Er
gebnis entgegenstünde.
In Versuchen wurde ein fließfähiges Pulver aus Aluminiumoxid
(Al2O3) mit einem Plasmabrenner im Niederdruckbereich bei etwa
60 mbar oder an Luft auf das Schaltgefäß 1 gespritzt. Dabei wur
de der Keramikring 4 und der zylindrische Bereich der metalli
schen Kappen 2 und 3 mit einer geschlossenen Schicht versehen,
die durchgehend gut haftet. Das Ergebnis ist eine vergrößerte
Spannungsfestigkeit des Kerramikisolators 4 im Außenraum durch
die längere Kriechstrecke und insbesondere auch durch Überdecken
von eventuell vorhandenen Metallspitzen an den Metall-Keramik-
Übergängen.
Es hat sich gezeigt, daß mit Aluminiumoxid eine verwitterungs
feste Isolationsstrecke geschaffenn werden kann, die bis zu ho
hen Temperaturen beständig ist. Insbesondere können speziell
für die Anwendung des Vakuumschalters die Schaltgefäße auch
nach der thermischen Beschichtung den üblichen Ausheizvorgängen
bei 250 bis 400°C zur Erreichung eines guten Endvakuums unter
zogen werden. Die so ertüchtigten Vakuumschalter weisen eine
verbesserte Spannungsfestigkeit auf, die ansonsten nur durch
eine erheblich längere Keramik als Isolationsstrecke oder durch
eine Profilkeramik erreicht werden konnte.
Auch bei anderen Anwendungsfällen, bei denen die Spannungsfe
stigkeit und das Kriechstromverhalten von Isolationsstrecken
verbessert werden soll, kann das beschriebene Verfahren einge
setzt werden. Insofern ist die Erfindung auch unabhängig von
Vakuumschaltern anwendbar.
Claims (11)
1. Verfahren zur Erhöhung der Spannungsfestigkeit und Verklei
nerung der Kriechströme von Isolationsstrecken, dadurch
gekennzeichnet, daß die wirksame Isolations
strecke eines Bauteiles durch eine Beschichtung aus isolieren
dem Material vergrößert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine bei einem Bauteil bereits vorhan
dene Isolationsstrecke und daran angrenzende metallische Berei
che des Bauteiles durch thermisches Spritzen mit Isolierwerk
stoff beschichtet werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Isolierwerkstoff mittels
Plasmaspritzen im Niederdruckbereich von 20 bis 100 mbar oder
bei Atmosphärendruck auf das Bauteil aufgebracht wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Isolierwerkstoff mittels
Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen bei Atmosphärendruck auf das
Bauteil aufgebracht wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß als Isolierwerkstoff kera
misches Pulver, z. B. Al2O3, verwendet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß in einem zusätzlichen Verfahrens
schritt eine Versiegelung der Beschichtung, beispielsweise durch
Oberflächenabdeckung oder durch Tränkung, erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß für die Versiegelung Glas oder Epoxydharz
verwendet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der Ansprüche 2 bis 7,
gekennzeichnet durch die Anwendung bei Va
kuumschaltern.
9. Vakuumschalter mit gegeneinander beweglichen Kontakten in
einem Schaltgefäß aus metallischen Teilen, mit einer inneren
Isolationsstrecke zwischen den geöffneten Kontakten und einer
äußeren Isolationsstrecke zwischen den metallischen Teilen des
Schaltgefäßes, dadurch gekennzeichnet,
daß eine thermisch gespritzte Schicht (10) über die äußere Iso
lationsstrecke (4) hinaus auf den metallischen Teilen (2, 3)
des Schaltgefäßes (1) aufgebracht ist.
10. Vakuumschalter nach Anspruch 9, wobei das Schaltgefäß aus
zwei topfartigen Kappen als metallische Teile mit jeweils einem
Bodenbereich und einem zylindrischen Bereich und einem dazwi
schenenliegenden Keramikring als äußere Isolationsstrecke be
steht, dadurch gekennzeichnet, daß die
thermisch gespritzte Schicht (10) den zylindrischen Teil der
Kappen (2, 3) weitgehend abdeckt.
11. Vakuumschalter nach Anspruch 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die thermisch gespritzte Schicht
(10) eine geschlossene Porosität hat.
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