DE4030742A1 - Massenspektrometer fuer ionisation unter atmosphaerendruck - Google Patents
Massenspektrometer fuer ionisation unter atmosphaerendruckInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Massenspektrometer für Ionisa
tion unter Atmosphärendruck.
In der Massenspektroskopie wird die genaue Masse mit Hilfe
eines beobachteten Massenspektrums ermittelt. Zu diesem
Zweck ist eine entsprechende Anzeigeeinrichtung bzw. ein
Maßstab in dem Massenspektrometer erforderlich. Die dem be
obachteten Massenspektrum entsprechende Masse kann durch
Lesen einer Markierung bestimmt werden.
Diese Massenmarkierung zeigt jedoch nicht immer korrekte
Werte an. Es ist deshalb vor Durchführung der Massenspek
troskopie eine Korrektur der Massenmarkierung bzw. eine
Massenkalibrierung vorzunehmen.
Die Massenkalibrierung wird gewöhnlich unter Verwendung ei
ner Bezugsprobe vorgenommen, deren Masse des entsprechenden
Massenspektrums bekannt ist. Dabei wird das Massenspektrum
der Bezugsprobe mit dem Massenspektrometer beobachtet und
die Massenmarkierung so kalibriert, daß der Fehler zwischen
der beobachteten Masse und der bekannten Masse der Be
zugsprobe zu 0 wird.
Der Massenbereich einer einzelnen Bezugsprobe ist jedoch
begrenzt. Es ist deshalb erforderlich, die Bezugsprobe ent
sprechend der zu messenden Probe zu variieren, wobei im
Falle einer zu messenden Probe mit großem Massenbereich zur
Durchführung der Massenkalibrierung auch mehrere Arten ver
schiedener Bezugsproben verwendet werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Massenspek
trometer für Ionisation unter Atmosphärendruck zu schaffen,
bei dem die Massenkalibrierung für einen großen Massenbe
reich ohne Verwendung bestimmter Bezugsproben durchgeführt
werden kann und bei dem auch eine feine Massenkalibrierung
möglich ist.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Patent
anspruch 1 angegeben. Die Unteransprüche haben vorteilhafte
Weiterbildung des Erfindungsgedankens zum Inhalt.
Erfindungsgemäß wird die Massenkalibrierung unter Verwen
dung von Wasser-Komplexionen aus der Atmosphäre als Be
zugsprobe durchgeführt.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Aus
führungsbeispieles anhand der Zeichnungen. Es zeigt:
Fig. 1 das Blockdiagramm des Aufbaus eines Massenspektro
meters für Ionisation unter Atmosphärendruck gemäß einer
Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 2 die Darstellung eines Teil-Massenspektrums von Was
ser-Komplexionen bei Anlegen einer Driftspannung von 100 V;
Fig. 3 die Darstellung eines Teil-Massenspektrums von Was
ser-Komplexionen bei Anlegen einer Driftspannung von 250 V;
Fig. 4 die Darstellung des gesamten Massenspektrums von
Wasser-Komplexionen zur Verwendung bei der Massenkali
brierung.
Gemäß Fig. 1 wird ein Massenspektrometer für Ionisation
unter Atmosphärendruck gemäß einer Ausführungsform der Er
findung zur Durchführung der Massenspektroskopie einer
Probe zusammen mit einem Flüssigchromatographen LC
verwendet.
Das Massenspektrometer für Ionisation unter Atmosphären
druck weist eine Schnittstelle 1 mit einem Ionisationsbe
reich 10, einem Zwischendruckbereich 20 und einem Analy
sebereich 30, sowie weiterhin einen Massenspektrometer 2,
eine Leistungsversorgung 3 für Heizelemente, eine Drift
spannungsquelle 4 und eine Datenverarbeitungs- und Steuer
einheit 5 zur Steuerung dieser Einheiten auf.
Der Ionisationsbereich 10 ist zur Atmosphäre (9,9×104 Pa)
geöffnet und weist eine Desolvationskammer 11 und eine Io
nisationskammer 12 auf, die mit der Desolvationskammer 11
in Verbindung steht. Die Desolvationskammer 11 enthält
Heizelemente 13 zur Erhitzung ihres Innenbereiches, sowie
ein Thermometer 14 zur Erfassung der Temperatur des Inneren
der Desolvationskammer 11. Eine Elektrode 15 für Korona
entladung erstreckt sich in die Ionisationskammer 12, die
mit einer Spannungsquelle 16 mit 5-10 KV verbunden ist.
Der Analysebereich 30 enthält eine elektrostatische Linse
31, durch die Ionen der Probe zu dem Massenspektrometer 2
geführt werden. Der Analysebereich 30 und ein
Verbindungsbereich 32 zwischen dem Analysebereich 30 und
dem Massenspektrometer 2 sind luftdicht verschlossen und
stehen unter einem geringen Druck von nicht mehr als
1,3×10-3 Pa.
Der Zwischendruckbereich 20 zwischen dem Ionisationsbereich
10 und dem Analysebereich 30 ist mit einer Vacuum- oder
Kryo-Pumpe zur Evakuierung dieses Zwischendruckbereiches 20
verbunden, wobei der Druck im Inneren dieses Bereiches auf
einem Wert von zwischen 1,3×101 bis etwa 1,3×102 Pa ge
halten wird.
Der Ionisationsbereich 10 und der Analysebereich 30 stehen
miteinander über ein Paar Mikroloch-Elektroden 21 und 22
des Zwischendruckbereiches 20 in Verbindung, die fluchtend
zueinander ausgerichtet sind. Über die Spannungsquelle 23
wird eine Ionen-Beschleunigungsspannung von etwa 3-4 KV
zwischen die Elektroden 21 und 22 gelegt.
Im folgenden soll nun die Arbeitsweise dieses Massenspek
trometers beschrieben werden.
Zunächst fließt eine aus dem Flüssigchromatographen LC aus
tretende bewegliche Phase und eine Probe durch eine Röhre
aus Polytetrafluorethylen in einen Nebulierer N. Die beweg
liche Phase und die Probe werden in dem Nebulierer N durch
Erhitzen nebuliert und fließen in den Ionisationsbereich
10. In der Desolvationskammer 11 des Ionisationsbereiches
10 werden die nebulierte bewegliche Phase und die Probe mo
lekular verdampft.
Die Moleküle der beweglichen Phase und der Probe werden in
der Ionisationskammer 12 durch die Koronaentladung an der
Elektrode 15 ionisiert. Die ionisierten Moleküle der
beweglichen Phase unterliegen einer molekularen Reaktion
mit den Molekülen der Probe, worauf Protonen von den
ionisierten Molekülen der beweglichen Phase zu den nicht
ionisierten Molekülen der Probe übertragen werden und diese
ionisieren. Die ionisierten Moleküle der Probe werden durch
die Ionenbeschleunigungsspannung zwischen den Elektroden 21
und 22 beschleunigt, fließen durch den Analysebereich 30
in das Massenspektrometer 2 und werden dort analysiert. In
dem Moment, in dem eine Driftspannung zwischen die
Elektroden 21 und 22 angelegt wird, werden die ionisierten
Moleküle der Probe und der beweglichen Phase beschleunigt
und stoßen auf neutrale Teilchen. Da die Moleküle der be
weglichen Phase im Vergleich zu den ionisierten Molekülen
der Probe nur eine schwache Bindung aufweisen, zerfallen
erstere beim Stoß mit anderen neutralen Teilchen. Dadurch
wird verhindert, daß die Moleküle der beweglichen Phase in
den Analysebereich 30 übertreten, wodurch die Ana
lyseeigenschaften verbessert werden.
In der Ionisationskammer 12 kann die Luftfeuchtigkeit ioni
siert werden, um gleichzeitig Wasser-Komplexionen zu erzeu
gen. Die Wasser-Komplexionen erzeugen im Massenspektrometer
2 ein Rauschen, was die Analyseeigenschaften verschlech
tert.
Aufgrund dieser Tatsache ist es üblich (JP-PS 11 82 305),
das Innere der Desolvationskammer 11 mittels der Heizele
mente 13, die mit der Leistungsquelle 3 verbunden sind, auf
etwa 400 Grad zu erhitzen, sodaß die Wasser-Komplexionen
leicht zerlegbar werden. Anschließend wirkt die
Driftspannung auf die zerlegbaren Wasser-Komplexionen ein,
sodaß sie mit neutralen Teilchen zusammenstoßen und
zerfallen. Dadurch werden bessere analytische Eigenschaften
erzielt.
Erfindungsgemäß werden die Wasser-Komplexionen, welche
bisher vor dem Analysevorgang beseitigt worden waren, zur
Massenkalibrierung verwendet. Die Temperatur im Inneren der
Desolvationskammer 11 wird dabei auf einem bestimmten Wert
von nicht mehr als 400 Grad gehalten, wodurch die Wasser-
Komplexionen bis zu einem gewissen Grade stabil bleiben.
Die Driftspannung wird zur Zerlegung der spezifischen
Wasser-Komplexionen angelegt, sodaß ein Bezugs-Massen
spektrum mit einem gewünschten Massenbereich erzielt wird.
Die Driftspannung wird zur Änderung der zu zerlegenden
Wasser-Komplexionen variiert, wodurch das Bezugsmassen
spektrum mit verschiedenen Massenbereichen erhalten wird.
Dieser Vorgang wird zur Erzielung eines großen Massen
bereiches des Bezugs-Massenspektrums von geringen Massen,
z. B. 19 zu hohen, z. B. 991 wiederholt.
Bei geringen Temperaturen in der Desolvationskammer 11 kön
nen die Wasser-Komplexionen kaum zerfallen. Folglich kann
auch bei Anlegen einer hohen Driftspannung ein geeignetes
Bezugs-Massenspektrum nicht erzielt werden. Im Gegensatz
dazu können bei einer Temperatur von mehr als 150 Grad in
der Desolvationskammer 11 die Wasser-Komplexionen weitest
gehend zerfallen, sodaß auch bei Anlegen einer geringen
Driftspannung ein Bezugs-Massenspektrum für höhere Massen
nicht erzielt werden kann. Folglich muß, um ein Bezugs-Mas
senspektrum zu erhalten, insbesondere bei der Masseneichung
die Temperatur im Inneren der Desolvationskammer 11 in
einem Eich-Temperaturbereich gehalten werden, der zwischen
Raumtemperatur und 150 Grad liegt.
Bei dieser Ausführungsform wird die Temperatur im Inneren
der Desolvationskammer 11 auf der vorbestimmten Eichtempe
ratur gehalten und bei jeder Driftspannungsänderung um 10 V
oder 20 V im Bereich von 100 V bis 200 V wird ein Teil
eines Bezugs-Massenspektrums in dem Massenspektrometer 2
erzeugt. Zum Beispiel kann, wie in Fig. 2 gezeigt, bei
Anlegen einer Driftspannung von 100 V ein Teil-Massen
spektrum für Massen von 200-1000 erzielt werden. Im
Vergleich dazu kann bei Anlegen einer Driftspannung von 250 V,
wie in Fig. 3 gezeigt, ein weiteres Teil-Massenspektrum
für Massen von 19-350 erzielt werden. Die Teil-
Massenspektren, die bei jeder Änderung der Driftspannung
erzielt werden, werden aufeinanderfolgend in der
Datenverarbeitungs-Steuereinheit 5 gespeichert und dann zu
einem Gesamt-Bezugsmassenspektrum für Wasser-Komplexionen,
wie in Fig. 4 gezeigt, synthetisiert, deren Massen von
19-1000 reicht.
Zuerst wird das Massenspektrum von Wasser-Komplexionen be
obachtet, deren Masse 19 (= M + H) ist, (M ist das Moleku
largewicht, H bezeichnet ein Proton), sowie die Massen
spektren der Wasser-Komplexionen, deren Masse m die fol
gende Gleichung erfüllt:
m = 18 n + 19
wobei n eine natürliche Zahl darstellt. Es werden also Mas senspektren der jeweils 18-fachen Masse beobachtet.
m = 18 n + 19
wobei n eine natürliche Zahl darstellt. Es werden also Mas senspektren der jeweils 18-fachen Masse beobachtet.
Beim Stand der Technik wird bei Verwendung einer bekannten
Bezugsprobe, z. B. Polyäthylenglykol 400, nur ein Massen
spektrum erzielt, deren Massen von 250 bis 700 reichen. Mit
Polyäthylenglykol 600 kann ein Massenspektrum mit Massen
von 400 bis 1000 erzielt werden. Es ist sehr schwierig, mit
einer einzelnen spezifischen bekannten Bezugsprobe einen
weiten Massenbereich, z. B. von 19 bis 1000 abzudecken. Wei
terhin wird beim Stand der Technik das Massenspektrum für
das jeweils 44-fache jeder Masse beoabachtet. Es ist des
halb wie bei der Verwendung von Wasser-Komplexionen nicht
möglich, eine feine Masseneichung durchzuführen.
Mit der oben beschriebenen Ausführungsform ist es deshalb
möglich, beim Aufheizen der Desolvationskammer von Umge
bungstemperatur auf die Nenntemperatur (400 Grad) für Mas
senspektroskopie, in dem Moment, in dem die Temperatur im
Inneren der Desolvationskammer in dem vorbestimmten Eichbe
reich liegt, die oben beschriebenen Operationen durchzufüh
ren, und dabei die Masseneichung ohne Unterbrechung der
Massenspektroskopie vorzunehmen.
Weiterhin kann die Masseneichung einfach und schnell mit
großer Genauigkeit durchgeführt werden, da erfindungsgemäß
die Feuchtigkeit der Atmosphäre an Stelle von spezifischen
Bezugsproben verwendet wird.
Claims (3)
1. Massenspektrometer für Ionisation unter Atmosphären
druck, gekennzeichnet durch:
- - einen zur Atmosphäre offenen Ionisationsbereich (10) mit einer Desolvationskammer (11) und einer Ionisati onskammer (12),
- - Vorrichtungen (15, 16) in dem Ionisationsbereich (10) zur Ionisierung von zu messenden Proben in der Ionisationskammer (12),
- - Vorrichtungen (3, 13) zum Heizen des Inneren der Desolvationskammer (11),
- - einen Massenanalysebereich (30) mit einem Massenspek trometer (2), in dem das Massenspektrum der Probe ge messen wird,
- - einen Zwischendruckbereich (20), durch den Komplex ionen der Probe von der Ionisationskammer (12) zu dem Massenanalysebereich (30) übertreten,
- - Vorrichtungen zur Eichung einer Massenskalierung des Massenspektrometers durch Verwendung von Wasser- Komplexionen,
- - Vorrichtungen (21, 22) zur Beschleunigung der Komplex ionen in dem Zwischendruckbereich (20), und
- - Vorrichtungen (5) zur Steuerung der Heizvorrichtung (13) zur Einstellung einer Temperatur in der Desolva tionskammer (11), sowie der Beschleunigungsvorrichtung (21, 22) zur Beschleunigung der Komplexionen.
2. Massenspektrometer nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
Wasser-Komplexionen, die durch Ionisierung der in der
Atmosphäre enthaltenen Wassermoleküle entstanden sind.
3. Massenspektrometer nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Beschleunigung durch eine
zwischen dem Ionisationsbereich (10) und dem Massen-
Analysebereich (30) angelegte Driftspannung erfolgt, und
daß die Steuervorrichtung (5) eine Steuereinheit zur
Einstellung der Driftspannung aufweist.
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| DE4213079A1 (de) * | 1991-04-22 | 1992-11-12 | Fuji Electric Co Ltd | Fuehler zur ermittlung einer substanz von hoher relativer molekuelmasse |
| FR2685977A1 (fr) * | 1992-01-07 | 1993-07-09 | Air Liquide | Electrode d'interface et ensemble d'analyse de gaz a spectrometre de masse comportant une telle electrode. |
Also Published As
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| GB2237444B (en) | 1994-01-12 |
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