DE4029956A1 - Phosphatierverfahren - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Phosphatieren von
Metalloberflächen, die mindestens teilweise aus Aluminium
bestehen, mittels Zink, Phosphat und Fluorid enthaltender
Phosphatierungslösungen.
Es ist bekannt, dünne Phosphatschichten auf
Metalloberflächen aus Aluminium, Stahl und verzinktem Stahl
aufzubringen, die für eine nachfolgende organische
Beschichtung eine geeignete Lackgrundlage bilden. Die
hierfür eingesetzten Phosphatierungslösungen können außer
Zink- und Phosphationen beispielsweise Nickel-, Mangan-,
Magnesium-, Kalzium-, Kupfer-, Kobalt-, Alkali- und/oder
Ammoniumionen enthalten. Darüberhinaus enthalten die
Phosphatierungslösungen in der Regel beschleunigend wirkende
Zusätze wie Nitrat, Nitrit, Chlorat, Bromat, Peroxid,
m-Nitrobenzolsulfonat, Nitrophenol oder Kombinationen
hiervon. Weiterhin können sie Anionen, wie Chlorid, Nitrat
und Sulfat, zur Wahrung der Elektroneutralität und
schichtverfeinernde Zusätze, wie Hydroxicarbonsäuren,
Aminocarbonsäuren oder kondensierte Phosphate, enthalten.
Für die Behandlung insbesondere von Aluminium und seinen
Legierungen ist ein zusätzlicher Gehalt an komplexen
und/oder einfachen Fluoriden üblich.
Bei der Phosphatierung von Metalloberflächen, die nur oder
teilweise Aluminiumoberflächen aufweisen, tritt häufig das
Problem auf, daß auf der Aluminiumfläche oder -teilfläche
keine grauen, gleichmäßig geschlossenen
Zinkphosphatschichten entstehen, sondern stattdessen
schwarze, zum Teil abwischbare Beläge gebildet werden, die
eine unbefriedigende Haftung und Korrosionsbeständigkeit in
Verbindung mit einer Lackierung aufweisen.
Aufgabe der Erfindung ist es, durch geeignete Maßnahmen
dafür zu sorgen, daß das Problem nicht auftritt und
einwandfreie Phosphatschichten auch auf der Aluminiumfläche
bzw. -teilfläche gebildet werden.
Bestandteil der Lösung der Aufgabe ist zunächst die
Erkenntnis, daß die Ursache der mangelhaften
Schichtausbildung im Eintrag von Titan als Titanverbindung
oder von löslichen Titanpartikeln in die
Phosphatierungslösung liegt. Dieses Titan kann durch
Einschleppung aus titanphosphathaltigen
Aktivierungslösungen, durch Eintrag über die zugesetzten
Ergänzungschemikalien, durch Korrosion von titanhaltigen
Anlagenwerkstoffen oder durch sonstige Quellen in die Lösung
gelangen.
Die endgültige Lösung der Aufgabe besteht darin, das
man von der Phosphatierlösung aufgenommenes, die
Schichtbildung störendes Titan durch Zugabe von SiO-haltigen
Verbindungen ausfällt und nach Abtrennung der Ausfällung die
erforderliche Konzentration an freiem Fluorid erneut
einstellt. Es wird angenommen, daß die Ausfällung des Titans
als phosphathaltige Verbindung erfolgt.
Entsprechend einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
wird die SiO-haltige Verbindung in Form von
Alkalimetasilikaten, -orthosilikaten, -disilikaten und/oder
Siliziumdioxid zugegeben. Dabei ist es besonders
vorteilhaft, SiO-haltige Verbindungen in einer derartigen
Menge zuzugeben, daß bei Einbringung in Form von
Alkalimetasilikat, -orthosilikat und/oder -disilikat die
Konzentration 0,05 bis 1 g/l Phosphatierungslösung und bei
Einbringung in Form von Siliziumdioxid 0,5 bis 10 g/l
Phosphatierungslösung (jeweils ber. als Si) beträgt.
Sofern als SiO-haltige Verbindungen Alkalisilikate wie
Metasilikate, Orthosilikate oder Disilikate zugegeben
werden, sieht einen weitere vorteilhafte Ausgestaltung der
Erfindung vor, gleichzeitig oder zuvor Salpetersäure
und/oder Phosphorsäure zuzugeben, wobei die Menge derart
gewählt werden sollte, daß auf 1 l Phosphatierungslösung,
0,5-5 g HNO3 (ber. zu 100%) und/oder,
0,75-7,5 g H3PO4 (ber. zu 100%),
entfallen.
0,5-5 g HNO3 (ber. zu 100%) und/oder,
0,75-7,5 g H3PO4 (ber. zu 100%),
entfallen.
Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung unterstützt man die Fällung des Titans durch
Zugabe von Eisen III, wobei eine Zugabe von 0,01 bis
0,25 g/l Phosphatierungslösung besonders vorteilhaft ist.
Die einzelnen Verfahrensschritte können diskontinuierlich,
entweder in vorgebenen Zeitabständen oder aber nach Bedarf
in Produktionspausen durchgeführt werden.
Eine besonders günstige Art der Ausgestaltung des Verfahrens
besteht darin, die Verfahrensschritte kontinuierlich in
einem Nebenkreislauf durchzuführen und dadurch die
Konzentration an Titan ständig unterhalb eines vorgegebenen
Maximalwertes zu halten.
Zur Abtrennung des Niederschlages sind beispielsweise
Filter, Zentrifugen, Schrägklärer oder Absetzbehälter
geeignet.
Die Einstellung der Fluoridkonzentration auf den Sollwert
erfolgt am zweckmäßigsten elektrometrisch mit Hilfe einer
fluoridsensitiven Elektrode. Dabei wird üblicherweise die
gleiche Fluoridverbindung, die auch zum Ansatz der
Phosphatierungslösung diente, zugegeben.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor,
zusammen mit der erneuten Einstellung der
Fluoridkonzentration auch die anderen Komponenten der
Phosphatierungslösung auf den jeweiligen Sollwert
einzustellen.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die
Konzentration des Titans unterhalb der Grenze, ab der
Beeinträchtigung der Phosphatschichtausbildung auf
Aluminiumoberflächen auftritt, gehalten werden. Insbesondere
gelingt es, die Titankonzentration unter 10 mg/l,
vorzugsweise unter 5 mg/l zu halten. In diesem Fall wird die
Fähigkeit zur einwandfreien Phosphatschichtausbildung
aufrechterhalten.
Das erfindungsgemäße Verfahren gibt aber auch die
Möglichkeit, Phosphatierungslösungen, die ihre Fähigkeit,
einwandfreie Phosphatschichten auf Aluminiumoberflächen zu
bilden, bereits verloren haben, derart zu reaktivieren, daß
sie in die Lage gebracht werden, wiederum einwandfreie
Phosphatschichten auf Aluminiumoberflächen auszubilden.
Die Erfindung wird anhand des folgenden Ausführungsbeispiels
beispielsweise und näher erläutert.
In einer Tauchanlage zur Erzeugung von Phosphatüberzügen auf
Blechteilen aus Aluminium, Stahl und verzinktem Stahl in der
Stufe der Phosphatierung kam eine Phosphatierungslösung
folgender Zusammensetzung zum Einsatz:
1,4 g/l Zn
0,8 g/l Ni
1,0 g/l Mn
5,1 g/l Na
13,0 g/l P₂O₅
7,1 g/l NO₃
0,12 g/l Si
0,1 g/l NO₂
1,2 g/l F
0,20 g/l F, elektrometrisch
0,8 g/l Ni
1,0 g/l Mn
5,1 g/l Na
13,0 g/l P₂O₅
7,1 g/l NO₃
0,12 g/l Si
0,1 g/l NO₂
1,2 g/l F
0,20 g/l F, elektrometrisch
Freie Säure: 1,6 Punkte
Gesamt-Säure: 26,0 Punkte
Badtemperatur: 53°C
Behandlungszeit: 3 min
Gesamt-Säure: 26,0 Punkte
Badtemperatur: 53°C
Behandlungszeit: 3 min
Der Stufe der Phosphatierung ging eine Stufe der Aktivierung
mit einer titanphosphathaltigen Suspension der
Zusammensetzung
30 mg/l Ti
300 mg/l P₂O₅
270 mg/l Na
80 mg/l CO₃
60 mg/l SO₄
300 mg/l P₂O₅
270 mg/l Na
80 mg/l CO₃
60 mg/l SO₄
voraus.
Zu Beginn der Behandlung betrug die Konzentration an Titan
in der Phosphatierungslösung <1 mg/l. Die Beschaffenheit der
Phosphatschicht war auf Stahl, Zink und Aluminium jeweils
grau, feinkristallin und geschlossen.
Durch Verschleppung von den Blechteilen anhaftender
Flüssigkeit aus dem Aktivierungsbad wurde nach Durchsatz
einer Oberfläche von 6000 m2/m3 Badlösung in der Stufe der
Phosphatschichtbildung folgendes Ergebnis erhalten:
auf Stahl:
graue, feinkristalline geschlossene Phosphatschicht,
graue, feinkristalline geschlossene Phosphatschicht,
auf Zink:
graue, feinkristalline geschlossene Phosphatschicht,
graue, feinkristalline geschlossene Phosphatschicht,
auf Aluminium:
schwarze, z. T. abwischbare Beläge.
schwarze, z. T. abwischbare Beläge.
Die Konzentration an Titan in der Phosphatierungslösung
betrug 15 mg/l.
Der Phosphatierungslösung wurden daraufhin nacheinander
zugegeben (jeweils auf die Phosphatierungslösung bezogen):
2,0 g/l HNO₃ (ber. als 100%)
1,9 g/l Na₂SiO₃ · 5 H₂O
0,1 g/l Fe III als Fe(NO₃) · 9 H₂O
1,9 g/l Na₂SiO₃ · 5 H₂O
0,1 g/l Fe III als Fe(NO₃) · 9 H₂O
Der entstandene Niederschlag wurde abfiltriert, anschließend
der Fluoridgehalt (elektrometrisch) und die Freie Säure auf
die Sollkonzentration eingestellt. Danach betrug die
Titankonzentration 1 mg/l. Auf Stahl, Zink und Aluminium
wurden daraufhin wieder jeweils graue, feinkristalline und
geschlossene Phosphatschichten erhalten.
Claims (8)
1. Verfahren zum Phosphatieren von Metalloberflächen, die
mindestens teilweise aus Aluminium bestehen, mittels
Zink, Phosphat und Fluorid enthaltender
Phosphatierungslösungen, dadurch gekennzeichnet, daß man
von der Phosphatierungslösung aufgenommenes, die
Schichtbildung störendes Titan durch Zugabe von
SiO-haltigen Verbindungen ausfällt und nach Abtrennung
der Ausfällung die erforderliche Konzentration an freiem
Fluorid erneut einstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man die SiO-haltige Verbindung in Form von
Alkalimetasilikat, -orthosilikat, -disilikat und/oder
Siliziumdioxid einbringt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man bei Zugabe der SiO-haltigen Verbindung in Form
von Alkalimetasilikat, -orthosilikat, und/oder -disilikat
0,05 bis 1 g/l Phosphatierungslösung zugibt (ber. als
Si).
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man bei Zugabe der SiO-haltigen Verbindung in Form von
Siliziumdioxid 0,5 bis 10 g/l Phosphatierungslösung
zugibt (ber. als Si).
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
man bei Zugabe von Alkalimetasilikat, -orthosilikat
und/oder -disilikat gleichzeitig oder zuvor Salpetersäure
und/oder Phosphorsäure in Mengen von,
0,5-5 g HNO3 (ber. zu 100%) und/oder,
0,75-7,5 g H3PO4 (ber. zu 100%),
pro 1 Phosphatierungslösung zugibt.
0,5-5 g HNO3 (ber. zu 100%) und/oder,
0,75-7,5 g H3PO4 (ber. zu 100%),
pro 1 Phosphatierungslösung zugibt.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Fällung des Titans
durch Zugabe von Eisen-III-Verbindungen unterstützt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Verfahrensschritte
der Zugabe von SiO-haltiger Verbindung, Fällung von Titan
und erneuter Einstellung der Fluoridkonzentration
kontinuierlich in einem Nebenkreislauf durchführt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß man mit der Einstellung der
erforderlichen Fluoridkonzentration auch die anderen
wirksamen Bestandteile der Phosphatierungslösung auf
ihren Sollwert einstellt.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4029956A DE4029956A1 (de) | 1990-09-21 | 1990-09-21 | Phosphatierverfahren |
| DE59104766T DE59104766D1 (de) | 1990-09-21 | 1991-08-20 | Phosphatierverfahren. |
| EP91202119A EP0478028B1 (de) | 1990-09-21 | 1991-08-20 | Phosphatierverfahren |
| US07/749,191 US5135583A (en) | 1990-09-21 | 1991-08-23 | Phosphating process |
| JP3253092A JPH04246178A (ja) | 1990-09-21 | 1991-09-04 | リン酸塩処理方法 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4029956A DE4029956A1 (de) | 1990-09-21 | 1990-09-21 | Phosphatierverfahren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4029956A1 true DE4029956A1 (de) | 1992-03-26 |
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ID=6414710
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4029956A Withdrawn DE4029956A1 (de) | 1990-09-21 | 1990-09-21 | Phosphatierverfahren |
| DE59104766T Expired - Lifetime DE59104766D1 (de) | 1990-09-21 | 1991-08-20 | Phosphatierverfahren. |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE59104766T Expired - Lifetime DE59104766D1 (de) | 1990-09-21 | 1991-08-20 | Phosphatierverfahren. |
Country Status (4)
| Country | Link |
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| EP (1) | EP0478028B1 (de) |
| JP (1) | JPH04246178A (de) |
| DE (2) | DE4029956A1 (de) |
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| JPH0819531B2 (ja) * | 1989-03-02 | 1996-02-28 | 日本ペイント株式会社 | 金属表面のリン酸亜鉛処理方法 |
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1990
- 1990-09-21 DE DE4029956A patent/DE4029956A1/de not_active Withdrawn
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1991
- 1991-08-20 EP EP91202119A patent/EP0478028B1/de not_active Expired - Lifetime
- 1991-08-20 DE DE59104766T patent/DE59104766D1/de not_active Expired - Lifetime
- 1991-08-23 US US07/749,191 patent/US5135583A/en not_active Expired - Fee Related
- 1991-09-04 JP JP3253092A patent/JPH04246178A/ja active Pending
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| EP0478028A3 (en) | 1992-04-15 |
| US5135583A (en) | 1992-08-04 |
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| EP0478028A2 (de) | 1992-04-01 |
| DE59104766D1 (de) | 1995-04-06 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8130 | Withdrawal |