DE4028721C2 - Verfahren und Anordnung zur Ermittlung der Restlebensdauer von Schaltgeräten - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Ermittlung der Restlebensdauer von SchaltgerätenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine
Anordnung zur Ermittlung der Restlebensdauer von Schalt
geräten.
Aus der DE 27 27 378 C2 ist eine Einrichtung zur
Kontrolle der Betriebsfähigkeit von elektrischen Schalt
geräten bekannt, bei der ein Augenblickswert des Ab
schaltstromes erfaßt und einem elektronischen Funktions
speicher, in dem der Abbrand der Schaltstücke in Abhängig
keit von der Höhe des abzuschaltenden Stromes gespeichert
ist, zugeführt wird. Dabei wird bei jeder Abschaltung ein
dem Stromaugenblickswert entsprechender Abbrandwert in
einen Summierspeicher eingegeben. Wenn die Summe der Ab
brandwerte einen vorgebbaren Sollwert überschreitet, kann
ein Signal abgegeben werden. Dieser bekannten Einrichtung
liegt dabei die Überlegung zugrunde, daß die Lichtbogen
zeiten und auch die Ströme und Stromflußzeiten bei allen
Abschaltungen einem statischen Mittelwert entsprechend
gleich sind.
Weiterhin ist aus der DE 26 40 921 A1 Vakuumschalt
gerät mit einer Einrichtung zur Überwachung der Schalt
stücke bekannt, bei dem ein Spannungsabfall an einem
Teil des Trägerbolzens eines Schaltstückes einer Zähl
schaltung zugeführt wird. Die Zählschaltung kann bei
spielsweise als Coulometer ausgebildet sein. Zum Ansteuern
der Zählschaltung wird der gesamte Strom erfaßt, der
während eines Abschaltvorgangs über die Schaltstücke
fließt.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ohne konstruktive Veränderung des Schaltgerätes mit hoher
Genauigkeit dessen Restlebensdauer zu bestimmen. Dabei
sollen nur Meßwerte verwendet werden, die in den Zulei
tungen gemessen werden können.
Die vorgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit
den Merkmalen des Anspruchs 1. Die Restlebensdauer des
Schaltgeräts ergibt sich aus der Messung des Stromes und
der Spannung am Schaltgerät. Beim Ausschaltvorgang wird
der Strom integriert. Als Integrationsintervall kann die
Verharrzeit des Lichtbogens auf den Kontaktstücken gewählt
werden. Diese entspricht im wesentlichen der Zeit zwischen
dem Öffnen der Kontakte und dem Zeitpunkt, zu dem der
Lichtbogen die Kontakte verläßt. Das Integrationsintervall
ist beispielsweise durch einen vorgegebenen Bereich der
Schaltstreckenspannung festgelegt. Aus dem Stromintegral
wird bei jedem Ausschaltvorgang in einer Auswerteeinheit
die über die Kontakte geflossene Ladung berechnet und
aufsummiert. Die aufgelaufene Ladungssumme wird in der
Auswerteeinheit mit einem vorgegebenen schaltgeräte
typischen Ladungsgrenzwert verglichen und die Differenz
als Maß für die Restlebensdauer genommen. Der Ladungs
grenzwert erweist sich dabei als ein von der Belastung der
Kontakte und der Schaltzahl unabhängiges Maß für den
Abbrand. Eine Anpassung an unterschiedliche Schaltgeräte
erhält man durch experimentelle Bestimmung der jeweiligen
Ladungsgrenzwerte und deren Vorgabe an die Auswerteein
heit.
Aus der DE-PS 19 36 552 war zwar bereits ein Meßverfahren
zur Messung des bei Ausschaltungen entstehenden Schalt
stückabbrandes von Hochleistungsschaltern bekannt, bei dem
ebenfalls der über die Schaltkontakte fließende Aus
schaltstrom gemessen und durch Integration die Ladung
bestimmt wird. Eine Integrationszeit, die von einer oberen
und einer unteren Schwelle der gemessenen Schaltstrecken
spannung abhängt, ist aber dort nicht zu entnehmen. Die
Erfindung beruht dagegen auf der Erkenntnis, daß zwischen
dem Abbrand auf den Kontakten und der Ladung, die speziell
während der Brenndauer des Lichtbogens über die Kontakte
fließt, ein Zusammenhang besteht. Dabei stellt eine unter
maximaler Belastung der Kontakte bis zu deren Abnutzung
ermittelte Ladungssumme auch bei geringerer Belastung der
Kontakte und höherer Schaltzahl einen gültigen Grenzwert
dar.
Eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver
fahrens, bei der ein Stromwandler aus Primär- und Sekun
därwicklung sowie ein Schaltgerät hintereinander in einer
Speiseleitung angeordnet sind, ist durch die Gesamtheit
der Merkmale des Anspruches 2 gekennzeichnet.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung
Bezug genommen, in der eine Anordnung zur Durchführung des Ver
fahrens gemäß der Erfindung schematisch veranschaulicht ist.
In der dargestellten Ausführungsform enthält eine Speiseleitung
2 eine Reihenschaltung eines Schaltgerätes 4 mit einem Strom
wandler 6. Diese Komponenten können ein- oder mehrphasig, vor
zugsweise dreiphasig, ausgebildet sein. An die Sekundärwicklung
des Stromwandlers 6 ist ein erster Gleichrichter 8a angeschlos
sen. Durch die Gleichrichtung des Wechselstromes ist die Mes
sung unabhängig davon, ob der Schaltvorgang in einer positiven
oder einer negativen Halbwelle des Stromes stattfindet. Der
gleichgerichtete Strom wird einer ersten Einrichtung 10a zur
Pegelanpassung zugeführt und dort auf einen zur weiteren
Auswertung geeigneten Pegel gebracht. Die Einrichtung 10a zur
Pegelanpassung ist mit einem Integrator 12 und der Integrator
12 ist mit einer Auswerteeinheit 16 verbunden. Die Auswerte
einheit 16 kann beispielsweise in einen in der Figur nicht
dargestellten Rechner integriert oder mit diesem verbunden
sein, der beispielsweise als Anzeigemedium einen Bildschirm in
einer zentralen oder dezentralen Warte verwendet. Parallel zum
Schalt gerät 4 wird ein zweiter Gleichrichter 8b an die Speise
leitung 2 angeschlossen, welcher die während eines Schaltvor
gangs am Schaltgerät 4 abfallende Spannung gleichrichtet und
einer zweiten Einrichtung 10b zur Pegelanpassung vorgibt. Die
zweite Einrichtung 10b zur Pegelanpassung ist mit einem Fen
sterdiskriminator 14 verbunden, dem beispielsweise von Hand
oder über einen Rechner ein Spannungsbereich vorgegeben ist,
innerhalb dessen der Strom im Integrator 12 integriert wird.
Dieser Spannungsbereich ist ein Maß für die Verharrzeit, in
welcher der Lichtbogen während des Schaltvorgangs zwischen den
Kontakten des Schaltgeräts 4 steht, und wird in Abhängigkeit
von der gewählten Spannungsebene und dem Aufbau des Schaltge
räts, beispielsweise der Zahl seiner Löschbleche, gewählt. Im
Niederspannungsbereich kann das Fenster dieser Lichtbogen
spannung beispielsweise zwischen 0,5 und 200 V, vorzugsweise
aber zwischen 10 und 60 V gewählt werden. Der Fensterdiskri
minator 14 ist mit einer Steuereinheit 18 verbunden, welche
dem Integrator 12 ein Startsignal S vorgibt, und damit die In
tegration des Stromes anstößt, wenn die Bogenspannung die
untere Schwelle, beispielsweise 10 V, überschreitet. Wenn die
Bogenspannung die obere Schwelle, beispielsweise 60 V, über
schreitet, gibt die Steuereinheit 18 dem Integrator 12 ein
Stopp-Signal S′ vor und der Integrationsvorgang ist beendet.
Der Integrator 12 gibt das Stromintegral der Auswerteeinheit 16
vor. Mit Hilfe eines Reset-Signals R stellt die Steuereinheit
18 den Integrator für den nächsten Schaltvorgang zurück. In der
Auswerteeinheit 16 werden bei jedem Schaltvorgang aus den je
weiligen Stromintegralen die entsprechenden Ladungswerte er
mittelt und aufsummiert. Aus der Differenz der aufgelaufenen
Ladungssumme zu einem vorgegebenen schaltgerätespezifischen
Ladungsgrenzwert kann dann die Restlebensdauer des Schaltgerä
tes ermittelt werden. Bei einer externen Anfrage, beispiels
weise nach der aktuellen Ladungssumme oder der verbleibenden
Lebensdauer gibt die Steuereinheit 18 der Auswerteeinheit 16
erst dann ein Freigabesignal F zur Ausgabe des Wertes vor, wenn
der Integrationsprozeß abgeschlossen ist und ein stabiler Meß
wert zur Verfügung steht.
In einer weiteren, vereinfachten Ausführungsform der Anordnung
kann zur Festlegung des Integrationsintervalls statt des Fen
sterdiskriminators 14 ein Photodetektor vorgesehen sein. Dieser
Photodetektor kann beispielsweise direkt an den Kontakten vor
gesehen sein oder aber auch das Licht des Lichtbogens über ei
nen Lichtwellenleiter erhalten, dessen ein Ende bei den Kontak
ten angeordnet ist. Dieser Photodetektor kann beispielsweise
der Auswerteeinheit 16 während der Verharrzeit des Lichtbogens
auf den Kontaktstücken ein Signal vorgeben, bei dessen steigen
der Flanke der Integrator 12 von der Auswerteeinheit 16 ein
Startsignal erhält und bei dessen fallender Flanke der Integra
tor 12 von der Auswerteeinheit 16 ein Stop-Signal erhält.
Claims (2)
1. Verfahren zur Ermittlung der Restlebensdauer von
Schaltgeräten mit folgenden Merkmalen:
- a) Während des Ausschaltvorgangs wird die Schaltstrecken spannung am Schaltgerät gemessen,
- b) es wird der Strom gemessen, der über die Kontakte fließt,
- c) während einer durch eine untere und eine obere Schwelle der Schaltstreckenspannung vorgegebenen Zeit wird die ser Strom über die Zeit integriert und die über die Kontakte geflossene Ladung ermittelt,
- d) diese ermittelte Ladung wird mit einem schaltgerätespe zifischen Ladungsgrenzwert verglichen und
- e) aus dem Vergleich wird die Restlebensdauer des Schalt gerätes abgeleitet.
2. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
1, bei der ein Stromwandler (6) aus Primär- und Sekundär
wicklung sowie ein Schaltgerät (4) hintereinander in einer
Speiseleitung (2) angeordnet sind,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- a) an die Sekundärwicklung des mit seiner Primärwicklung in die Speiseleitung geschalteten Stromwandlers (6) ist ein erster Gleichrichter (8a) angeschlossen, an dessen Gleichstromausgang eine Reihenschaltung einer ersten Einheit (10a) zur Pegelanpassung mit einem Integrator (12) und einer Auswerteeinheit (16) ange schlossen ist,
- b) dem Schaltgerät (4) ist ein zweiter Gleichrichter (8b) parallelgeschaltet, an dessen Gleichspannungsausgang eine Reihenschaltung einer zweiten Einheit (10b) zur Pegelanpassung mit einem Fensterdiskriminator (14) und einer Steuereinheit (18) angeschlossen ist,
- c) ein erster und ein zweiter Ausgang der Steuereinheit (18) sind mit einem zweiten und einem dritten Eingang des Integrators (12) verbunden und
- d) ein dritter Ausgang der Steuereinheit (18) ist mit der Auswerteeinheit (16) verbunden.
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