DE4028522C2 - Vorrichtung zum Kompensieren des Radialschlags eines rotierenden Elements, insbesondere des Wickelrads einer Radwickelmaschine, und Verfahren zum Ermitteln der Ansteuersignale dafür - Google Patents
Vorrichtung zum Kompensieren des Radialschlags eines rotierenden Elements, insbesondere des Wickelrads einer Radwickelmaschine, und Verfahren zum Ermitteln der Ansteuersignale dafürInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Kompensie
ren des Radialschlags eines rotierenden Elements, insbeson
dere des Wickelrads einer Radwickelmaschine, gemäß dem Ober
begriff des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfahren
zum Ermitteln der Ansteuersignale dafür, gemäß
dem Patentanspruch 8.
Eine dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 entspre
chende Vorrichtung ist aus der GB-PS 1 077 134 bekannt.
Beim Gegenstand dieser Druckschrift ist beabsichtigt, die
Achse eines Werkstücks mit der Rotationsachse der Werk
stückdrehung in Übereinstimmung zu bringen. Hierzu wird das
Werkstück auf einer Platte angeordnet, die auf einem Kreuz
schlitten beweglich gelagert ist. Die Werkstückposition
wird mittels eines Meßfühlers erfaßt und nach jeweiliger
Umdrehung schrittweise solange korrigiert, bis die Werk
stückachse die gewünschte Position eingenommen hat. Es er
folgt somit kein kontinuierlicher Antrieb des rotierenden
Elements mit bestimmter Drehzahl, um über mehrere Zyklen
hinweg Meßergebnisse zu gewinnen und zu speichern.
Aus der DE 37 42 149 A1 ist eine Vorrichtung bekannt,
bei der eine statische und auch dynamische Unwucht eines
rotierenden Elements durch Meßfühler bestimmt wird. An der
Antriebsachse des rotierenden Elements sind Kraftmeßdosen
angeordnet, in Abhängigkeit von deren Ausgangssignalen über
Stellmotoren Ausgleichsgewichte radial so lange verfahren
werden, bis die Unwucht unter einen vorgewählten Wert abge
sunken ist. Diese Ausgestaltung ist allerdings verhältnis
mäßig platzaufwendig und sperrig, d. h. nicht kompakt auf
baubar. Ein eventueller Höhenschlag läßt sich hierbei nicht
mit Sicherheit kompensieren.
Die DE-OS 21 48 832 betrifft eine Vorrichtung zum Aus
wuchten von umlaufenden Körpern. Im Unterschied zur Kompen
sation des Radialschlags, bei der erreicht werden soll, daß
die Element-Mittelachse mit der Antriebs-Drehachse zusam
menfällt, geht es bei der Unwuchtbeseitigung um die Kompen
sation von Versetzungen zwischen dem Massenschwerpunkt des
Elements und der Antriebsachse. Ein eventueller Versatz
zwischen der Element-Mittelachse und der Antriebs-Drehachse
wird hierbei aber weder berücksichtigt noch kompensiert.
Bei dieser Druckschrift sind innerhalb einer hohlen Welle
Auswuchtgewichte vorhanden, die über Motoren so verstellt
werden können, daß die gewünschte Auswuchtung erreicht
wird.
Die DE-PS 3 86 714 ist ähnlich wie die DE-OS 21 48 832
auf eine Auswuchtvorrichtung gerichtet, bei der zur Aus
wuchtung ein Planetenradgetriebe eingesetzt wird. Über den
Ablauf der Messung sind dieser Druckschrift keinerlei Anga
ben entnehmbar.
Die DE-AS 19 62 877 betrifft eine Vorrichtung zum Zen
trieren eines Rotationskörpers, bei dem das Meßglied zu
gleich als Stellglied dient, das gegen den Rotationskörper
drückt und diesen solange verschiebt, bis eine Exzentrizi
tät beseitigt ist.
Die DE 38 32 236 A1 offenbart eine Anordnung zur dyna
mischen Kompensation von Rundlaufschwankungen bei Rotations
körpern, bei der ein Regler eingesetzt wird, dem die
Meßsignale einer den Umlauf des Rotationskörpers abtasten
den Meßeinrichtung zugeführt werden und dessen Ausgangssi
gnal die Verschiebung eines senkrecht zur Achse verstellba
ren, den Rotationskörper tragenden Lagers steuert.
In der DE 38 05 143 C1 ist ein Walzenlager für Druckma
schinen beschrieben, bei dem eine Walze über ein Walzenauf
nahmestück in einer Exzenterbuchse gelagert ist, die mecha
nisch verstellbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung zum Kompensieren des Radialschlags eines rotierenden
Elements zu schaffen, die sich durch einfachen, kompakten
Aufbau auszeichnet und eine zuverlässige Radialschlagkom
pensation ermöglicht, sowie ein Verfahren zum Ermitteln der
Ansteuersignale für eine solche Vorrichtung anzugeben.
Diese Aufgabe wird mit den im Anspruch 1 bzw. 8
genannten Merkmalen gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat den Vorteil, daß
sie im wesentlichen zentrisch im Innern des rotierenden
Elements angebracht werden kann und daher raumsparend auf
genommen ist, so daß der Gesamtaufbau der Vorrichtung kom
pakt ist.
Auf Grund des motorischen Antriebs der im folgenden auch
als Verstellexzenter bezeichneten Verstelleinrichtung kann
diese sehr präzise auch um feine Winkelbeträge verstellt
werden, so daß eine sehr genaue Kompensation eines
eventuellen Radialschlags, im folgenden auch als Höhen
schlag bezeichnet, des rotierenden Elements gewährleistet
werden kann.
Die Genauigkeit der Einstellung ist auf Grund der im we
sentlichen zentrischen Anordnung des Verstellexzenters noch
weiter erhöht, da Verstellungen des Verstellexzenters auf
Grund des geringen Winkelabstands zur Drehachse nur mit ge
ringem Hebelarm wirksam sind, so daß sich sehr feine Stu
fungen der Exzentrizitätskompensation durchfahren und ein
stellen lassen.
Vorzugsweise sind die Motoren im wesentlichen in axialer
Richtung angeordnet, so daß die in Radialrichtung
gesehene Bauhöhe des Verstellexzenters und damit der gesamten
Kompensationsvorrichtung verhältnismäßig gering ist.
Insbesondere ist es vorteilhaft, eine zumindest partiell
als Hohlwelle ausgebildete Welle zu verwenden und einen
der Motoren im Inneren der Welle anzuordnen. Damit
wird für den Motor kein zusätzlicher Raum benötigt.
Insbesondere wenn der Motor mit Planetengetriebe ausge
stattet ist, ist es möglich, eine Verdrehung des Ge
triebe-Außenkranzes und damit der damit verbundenen
Welle zu erreichen, während je nach Einspannzustand der
Sonnenrad-Achse oder der Planetenräder-Achse eine rela
tive Drehung auch der damit gekoppelten Komponenten
oder bei Bedarf eine Festhaltung von deren Lage steuer
bar ist. Der Einsatz eines Planetengetriebes bewirkt
weiterhin, daß das Ausmaß der Umdrehung des Getriebeau
ßenkranzes oder der anderen Getriebe-Abtriebskomponen
ten aufgrund des großen Untersetzungsverhältnisses sehr
feinfühlig mit hoher Präzision erfolgen kann.
Speziell bei Verbindung des Planetengetriebe-Sonnenrads
mit dem inneren Drehelement des Verstellexzenters kann
eine sehr feinstufige Verstellung der Winkellage zwi
schen der das Planetengetriebe umschließenden Welle und
dem inneren Drehelement durchgeführt werden.
Vorteilhafterweise ist der andere Motor als Schrittmo
tor ausgebildet und in bevorzugter Ausgestaltung auf
der dem Planetengetriebe gegenüberliegenden Seite des
inneren Drehelements angeordnet. Dies erlaubt einer
seits eine sehr einfache Steuerung des Motors durch Zu
führung einer entsprechenden Anzahl von Impulsen, wobei
die vom Motor jeweils eingenommene Winkellage stets de
finiert ist. Weiterhin ist auch die geometrische Anord
nung der Motoren bei sehr einfacher Montage übersicht
lich und reparaturfreundlich.
Durch exzentrische Anordnung der Welle des Schrittmo
tors in bezug auf die Eingriffsachse des anderen Motors
bzw. des mit diesem gekoppelten Getriebes läßt sich in
einfacher und stabiler Weise eine Exzentrizität ein
stellen, deren Größe und Richtung von dem Ausmaß der
gegenseitigen Verdrehung der beiden Motoren bestimmt
ist.
Vorzugsweise umfaßt der Verstellexzenter drei im we
sentlichen konzentrische Elemente, die über Lager mit
einander gekoppelt sind. Damit verfügt der Verstellex
zenter über einen einfachen Aufbau. Hierbei kann der äußere
Motor die Winkellage des inneren und mittleren Elements
bezüglich der Rotationsachse und der andere Motor die
Verdrehlage zwischen dem äußeren Element des Verstell
exzenters und der Rotationsachse verstellen, so daß
die Resultierende der Exzentrizitäten nach Größe und
Winkellage die Exzentrizität des rotierenden Elements
kompensiert.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausfüh
rungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen nä
her beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 eine Schnittansicht eines Ausführungs
beispiels der Vorrich
tung,
Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf den in
neren Abschnitt eines bei der Vorrichtung
gemäß Fig. 1 eingesetzten Verstellexzen
ters,
Fig. 3 bis 6 schematisch unterschiedliche Verstellpo
sitionen des Verstellexzenters, und
Fig. 7 einen Programmablaufplan.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
ist ein allgemein mit 1 bezeichneter Verstellexzenter
mit einer Welle 2 verbunden, die über Lager 3, 4 in ei
nem Flanschrohr 5 drehbar gelagert ist. Das Flansch
rohr 5 ist an einer Wandung 6 befestigt, die ein Be
standteil der hinsichtlich ihres rotierenden Elements
bezüglich dessen Höhenschlags zu kompensierenden Ma
schine bildet. Insbesondere ist die Maschine eine Rad
wickelmaschine für die Aufwicklung von Kondensatorfo
lien und dergleichen auf Wickelräder, wobei das jeweils
eingesetzte Wickelrad zusammen mit seinen Antriebskom
ponenten das rotierende Element bildet. Beim Betrieb
der Radwickelmaschine wird auf die Wickelrad-Aufnahme
jeweils ein Wickelrad aufgespannt und dieses mit den
Kondensatorfolien und dergleichen bewickelt. Nach Auf
füllung des Wickelrads mit der aufgewickelten Folie
wird dieses ausgetauscht und durch ein neues, noch
leeres Wickelrad ersetzt, das dann bewickelt wird.
Beim Betrieb einer solchen Radwickelmaschine kann sich
das Problem stellen, daß die Wickelräder zusammen mit
ihrer Aufspannung gewisse, jeweils unterschiedliche Ex
zentrizität zeigen, die zu einem Höhenschlag des Wic
kelrads führt. Dies begründet Ungleichmäßigkeiten des
Aufwickelvorgangs und ggf. unterschiedliche Spannungen
an den aufgewickelten Folien, was nachteilig sein kann.
Dieser Nachteil kann mit der Vorrich
tung beseitigt werden.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist die Welle 2 parti
ell als Hohlwelle ausgebildet, kann jedoch auch durch
gehend als Hohlwelle ausgeformt sein. Im Inneren der
Welle 2 ist ein Motor 7 angeordnet. Der Motor 7 ist
vorzugsweise als Motor mit Planetengetriebe ausgestal
tet, da dieser sehr kompakt mit kleinem Radius in der
Welle 2 untergebracht werden kann. Der Motor 7 kann
aber auch von anderer Ausführung sein. Der Außenkranz
des Planetengetriebes ist mit der Wandung der Welle 2
verbunden, so daß diese gemeinsam drehen können. Die
Mittelachse der Welle 2 und des Motors 7 stimmen mit
der Drehachse des Hauptantriebs, der vorzugsweise die
Welle 2 antreibt, überein. Der Motor 7 wird durch eine
Schraube 22 in der Hohlwelle befestigt.
Das Sonnenrad des Planetengetriebes (oder in abgeänder
ter Ausführungsform die Planetenräder) ist mit einer
Welle 8 verbunden, die als ein Abtrieb des Motors 7
bzw. des mit ihm gekoppelten Planetengetriebes dient
und kraftschlüssig in eine Bohrung 9 eines inneren
Drehelements 10 des Verstellexzenters 1 eingreift. Bei
Bewegung der Achse 8 verdreht sich somit das innere
Drehelement 10 in gleichem Ausmaß. Auf der der Bohrung
9 axial gegenüberliegenden Seite des inneren Drehele
ments 10 ist eine weitere Bohrung 11 eingebracht, in
die eine Welle eines als Schrittmotor ausgebildeten Motors 12 kraftschlüssig
eingreift.
Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind die
Bohrungen 9 und 11 exzentrisch zueinander angeordnet,
so daß sich die räumliche Lage der Achse des Motors 12
bei Verdrehung des inneren Drehelements 10 ändert.
Der Motor 12 ist vorzugsweise als Schrittmotor ausge
staltet, kann aber auch von anderer Art sein. Die Aus
gestaltung als Schrittmotor hat jedoch den Vorteil ei
ner einfachen und präzisen Steuerbarkeit durch Zufüh
rung von Impulsen entsprechender Anzahl.
Der Motor 12 ist über Befestigungsmittel 13, zum Beispiel
in Form von Schrauben, mit einem mittleren Dreh
teil 14 des Verstellexzenters 1 fest verbunden.
Zwischen dem inneren Drehelement 10 und dem mittleren
Drehteil 14 ist ein Lager 15 vorhanden, das beispiels
weise als Nadellager ausgebildet ist, und eine gegen
seitige Verdrehung des Drehelements 10 und des Drehteils 14 erlaubt,
deren Ausmaß durch die Verdrehung des Motors 12 bestimmt
wird.
Am Außenumfang des mittleren Drehteils 14 des Verstell
exzenters 1 ist ein Lager 16 vorhanden, das beispiels
weise gleichfalls als Nadellager ausgestaltet ist. Au
ßenseitig des Lagers 16 ist ein Zwischenadapter 17 als rotierendes Element vor
handen, der bei Einsatz bei einer Radwickelmaschine als
Wickelrad-Zwischenadapter für die Aufnahme des nicht
dargestellten Wickelrads dient.
An der axial außenliegenden Seite, d. h. an der dem Mo
tor 12 zugewandten Seite des Zwischenadapters 17 ist
ein Anschlagring 18 angebracht, der als Axialanschlag
für das Lager 16 dient, das auf seiner Innenseite, wie
aus Fig. 1 ersichtlich, durch Vorsprünge des mittleren
Drehteils 14 festgelegt ist.
Die Welle 2 ist über ihren Außenflansch an dem Zwi
schenadapter 17 lösbar befestigt. Dies erfolgt z. B.
über eine Schraubenmutterverbindung aus Bolzen 20,
Mutter 21 und Tellerfedern 19. Im Normalfall sind der
Zwischenadapter 17 und die Welle 2 fest miteinander verspannt, so daß
bei Drehung des Zwischenadapters 17 während des norma
len Maschinenbetriebs eine drehfeste Verbindung zwi
schen dem Zwischenadapter 17 und der Welle 2 vorliegt. Um dies zu ge
währleisten, ist zusätzlich ein Bolzen 23 in einem
Langloch 24 des Zwischenadapters 17 geführt. Die Breite
des Langlochs 24 entspricht dem Durchmesser des Bol
zens 23, während die Länge des Langlochs so groß ge
wählt ist, daß die maximalen Exzentrizitäten einge
stellt werden können. Damit dreht sich während des Nor
malbetriebs der Radwickelmaschine der Zwischenadapter
17 zusammen mit der Welle 2 in den Lagern 3, 4, ohne
daß die Motoren 7 und 12 belastet oder verstellt wer
den.
Lediglich bei einer Neujustierung der Exzentrizitäts
kompensation, beispielsweise bei Aufsetzen eines neuen
Wickelrads, wird die Spannvorrichtung zwischen dem Zwischenadapter
17 und der Welle 2 durch Spannen der Tellerfedern 19 durch
Belastung in Richtung zum Bolzenkopf gelöst. Dies kann
z. B. durch Pneumatik- oder Hydraulikzylinder, Magnete
oder Motoren mit Schraubgetriebe bewerkstelligt werden.
Die Exzentrizitätseinstellung erfolgt stets in einer
vorgegebenen Ruhewinkellage der Welle 2. Der Bolzen 20
durchsetzt im Zwischenadapter 17 eine querschnittsgrö
ßere Durchgangsbohrung, so daß bei der Exzentereinstel
lung Verschiebungen zwischen dem Zwischenadapter 17 und
dem Bolzen 20 bzw. dem Außenflansch der Welle 2 möglich
sind.
Die bei einer Verstellung des Verstellexzenters erfor
derliche Erregung der Motoren 7 und 12 kann über nicht
dargestellte Kontakte erfolgen, die ledig
lich während eines Justiervorgangs so bewegt werden,
daß sie von außen zugänglich sind, während sie im Nor
malfall in zurückgezogener Position ohne Zugreifbarkeit
von außen gehalten sind. Die Anschlüsse der Motoren 7
und 12 können aber auch dauerhaft von außen zugänglich
bleiben.
Die für eine Exzentrizitäts-Messung erforderliche Meß
schaltung kann üblichen Aufbau aufweisen.
Für die Exzentrizitäts-Messung muß jedoch
keine eigene Meßeinrichtung eingesetzt, sondern hierfür kann
vielmehr eine bei einer Radwickelmaschine üblicherweise
bereits vorgesehene Meßanordnung eingesetzt werden, die die
Winkelbewegungen einer am Umfang des Wickelrads beweg
lich aufliegenden Schwinge mißt. Die Schwinge ist an
ihrem anderen Ende drehbar gelagert und folgt somit in
ihrer jeweiligen Winkellage eventuellen Höhenschlagbe
wegungen des Wickelrads bei dessen Umlauf. Ist das Wic
kelrad im Idealfall völlig konzentrisch gelagert und
besitzt keinerlei Unwucht oder Höhenschlag, bleibt die
Winkellage der auf dem umlaufenden Wickelrad aufliegen
den Schwinge unverändert. Bei Exzentrizitäten des ein
gesetzten Wickelrads oder seiner Lagerung führt dieses
aber während seines Umlaufs Exzentrizitätsbewegungen
aus, die zu entsprechenden periodischen Winkelverände
rungen der Schwingenlage führen. Die Amplitude sowie
die Phasenlage dieser Schwingenbewegungen gegenüber der
Wickelrad-Nullposition sind ein genaues Maß für die je
weilige Exzentrizität des gerade eingesetzten Wickel
rads.
Über die an der Schwinge angeordnete Meßeinrichtung
lassen sich die Schwingenbewegungen, insbesondere unter
Einsatz einer elektrischen Lichtschranke, aber auch auf
anderem, beispielsweise magnetischem Wege, sehr genau
nach Umrechnung der Winkelbewegung in eine Radiusbewe
gung in einer Größenordnung von 100stel Millimeter mes
sen.
Da diese Meßanordnung bei Radwickelmaschinen von vorn
herein vorhanden ist, ist es nicht erforderlich, ir
gendwelche zusätzlichen Meßaufnehmer anzuordnen. Insbe
sondere ist es in diesem Fall nicht erforderlich, an
oder in der Welle 2 oder an oder im Verstellexzenter 1
eine zusätzliche, platzbeanspruchende Meßanordnung vor
zusehen, so daß der Aufbau kompakt gehalten werden
kann. Die Erfassung der Exzentrizität erfordert in die
sem Fall lediglich eine zusätzliche Auswertung der Aus
gangssignale des Meßaufnehmers an der Schwinge, aber
keine sonstigen zusätzlichen Maßnahmen.
In Fig. 7 ist ein Programmablaufplan dargestellt, ge
mäß dem die Exzentrizitäts-Messung und der Exzentrizi
täts-Ausgleich bei der beschriebenen Vorrichtung
erfolgen kann. Beim Start der Exzentrizitäts-Messung
und -Kompensation wird zunächst in einem Schritt S1 der
Verstellexzenter 1 so eingestellt, daß seine Verstell
größen u und v den Wert Null haben. Diese Einstellung
ist schematisch in Fig. 5, linke Hälfte, dargestellt.
Wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, ist der Verstellexzen
ter 1 in dieser Position so justiert, daß die Exzentri
zitäten des Drehelements 10 und des mittleren Drehteils 14 sich kompensieren,
die resultierende Exzentrizität also Null ist. Damit
befindet sich der Verstellexzenter in seiner Neutral
stellung.
Die Einstellung des Verstellexzenters 1 in diese Neu
tralstellung erfolgt durch Lösen des Bolzens 20 (Span
nen der Tellerfedern 19) und entsprechende Verdrehung
des Verstellexzenters 1 über die Motoren 7 und 12, wo
nach der Zwischenadapter 17 und die Welle 2 wieder miteinander verspannt
werden.
Danach wird in einem Schritt S2 ein Suchlauf gestartet,
bei dem das rotierende Element, im Ausführungsbeispiel
das Wickelrad, mit einer bestimmten Drehzahl angetrie
ben wird. Während der Umdrehung des rotierenden Ele
ments im Schritt S3 wird die Exzentrizität des rotie
renden Elements samt aller an der Drehung beteiligten
Komponenten, soweit sie die Wickelrad-Exzentrizität be
einflussen, fortlaufend gemessen. Weiterhin werden im
Schritt S3 die gemessenen Werte für die Exzentrizitäts
winkel und -radien, d. h. das Ausmaß der Exzentrizität
gespeichert. Beim Schritt S3 können durch vielfache
Wiederholung des Meßvorgangs Werte für die Exzentrizi
tät und ihre Winkellage in entsprechender Anzahl gewon
nen werden, so daß durch Anwendung statistischer Ver
fahren hieraus nicht nur ein resultierender Wert für
die Exzentrizität und ihre Winkellage, sondern zusätz
lich auch der mittlere quadratische Fehler der Messung
ermittelt werden kann.
Anschließend wird in einem Schritt S4 der Suchlauf
beendet und anschließend im Schritt S5 Werte für B und
W, sowie, aus diesen Werten, für u′ und v berechnet.
In Fig. 3, rechte Hälfte, sind diese Werte schematisch
eingetragen. Der Wert B bezeichnet den Radius der Ex
zentrizität, d. h. das Ausmaß der Abweichung des Exzen
trizitäts-Mittelpunkts von der Rotationsachse. Dies
stellt die Amplitude der Exzentrizität dar. Der Wert W
repräsentiert die Winkellage des Exzentrizitäts-Radius
von der Null-Lage. Aus den Werten B und W können die
Einstellwerte u′ und v für die Einstellung der beiden
Exzenterscheiben des Verstellexzenters 1 ermittelt wer
den. Dies geschieht in folgender Weise. Gemäß der Dar
stellung in Fig. 3, rechte Hälfte, haben die Polar-Ko
ordinaten der Punkte 0, 01 und 02 die Werte 0 (0,0); 01
(R, u′) = (5, u′) und 02 (B, W). Der Radius R entspricht
dem Abstand zwischen dem Punkt 01 und dem Null-Punkt
und besitzt beim Ausführungsbeispiel den Wert 5. Die
einzelnen Größen hängen über folgende Funktionen mit
einander zusammen:
u′ = f (B, W) = f (u′, v)
W = f (u′, v), w′ = 180° - W
B = f (v).
W = f (u′, v), w′ = 180° - W
B = f (v).
Hieraus ergibt sich:
B² - 2 · B · R · cos (w′ - u′) = 0
Auf die dargestellte Skalierung bezogen, beträgt
vprakt = v/36 (°).
In einem Schritt S6 werden die berechneten Werte B, W,
u′ und v angezeigt. Danach wird die Verbindung des Ver
stellexzenters 1 mit dem Zwischenadapter 17 gelöst
(Schritt S7) und dann die berechneten Werte u′ und v am
Verstellexzenter 1 eingestellt (Schritt S8). Diese Ein
stellung erfolgt durch entsprechende Ansteuerung der
Motoren 7 und 12. Dies kann automatisch erfolgen, so
daß kein manueller Eingriff der Bedienungsperson (mit
Ausnahme der Verstellexzenter-Lösung im Schritt S7)
notwendig ist.
Nach Einstellung der ermittelten Werte u′ und v wird
die Vorrichtung im Schritt S9 wieder gespannt, d. h. der
Bolzen 20 und die Mutter 21 miteinander verspannt
(Schritt S9). Danach wird im Schritt S10 nochmals ein
Kontrollauf durchgeführt. In diesem Kontrollauf wird
die Exzentrizität, die im Idealfall Null sein sollte,
nochmals überprüft. Werden hierbei Exzentrizitäten
festgestellt, d. h. ist noch ein restlicher Höhenschlag
vorhanden, so wird im Entscheidungsschritt S11 zum
Schritt S2 zurückgesprungen, d. h. der Suchlauf und Ein
stellzyklus erneut durchfahren.
Wenn die Exzentrizität (nach der ersten Einstellung
oder einer nochmaligen Nacheinstellung) genügend gering
ist, wird zu nachfolgenden Schritten S12 und S13 über
gegangen, bei denen die Maschine in aktiven Einsatz ge
nommen wird, d. h. beim Ausführungsbeispiel der Aufwic
kelvorgang auf das aufgespannte Wickelrad eingeleitet
und über das Wickel-Programm gesteuert wird.
Eine bevorzugte Ausgestaltung des vorstehend beschrie
benen Verfahrens zum Kompensieren des Höhenschlags des
rotierenden Elements, bei dem der Höhenschlag des ro
tierenden Elements nach Größe und Richtung gemessen und
eine Kompensationseinrichtung entsprechend dem Meßer
gebnis eingestellt wird, wobei die Kompensationsein
richtung vor der Messung in eine Null-Lage eingebracht
wird, in der sie keinen eigenen Höhenschlag erzeugt,
und nach Messung und Einstellung der Kompensationsein
richtung entsprechend dem Meßergebnis zumindest ein
nochmaliger Testlauf unter Messung des Höhenschlags
durchgeführt wird, besteht darin, daß die Einstellung
der Kompensationseinrichtung beim oder nach der Durch
führung des Testlaufes mindestens noch einmal verändert
wird und auch hierbei der Höhenschlag erneut gemessen
wird, wobei die Kompensationseinrichtung schließlich
auf diejenige Einstellung eingestellt wird, bei der der
kleinste Höhenschlag gemessen wurde. Hierbei ist es
möglich, die Veränderung der Einstellung der Kompensa
tionseinrichtung während der nachfolgenden Testläufe in
kleinen Schritten gegenüber dem jeweils vorhergehenden
Wert zu verändern und jeweils zu beurteilen, bei wel
cher Einstellung sich der kleinste Fehler ergibt.
Es wird hierbei der mittlere quadratische Fehler
errechnet und die Kompensationseinrichtung schließlich
so eingestellt, daß der mittlere quadratische Fehler
des Höhenschlags am geringsten ist.
Durch diese wiederholten Testläufe läßt sich auch ein
Höhenschlag, der beispielsweise in der Aufnahme des ro
tierenden Elements oder in eventuellen Fehlern der Aus
richtung der Elementspeichen und dergleichen seine Ur
sache hat, zuverlässig feststellen, so daß die Kompen
sationseinrichtung schließlich in eine Einstellung ge
bracht wird, die optimale Werte bringt. Mit den vorste
hend angegebenen Verfahrensschritten wird somit eine
Optimierung der Kompensation erreicht.
In den Fig. 3 bis 6 sind unterschiedliche Verstell
exzenter-Einstellungen zur Kompensation unterschiedli
cher gemessener Höhenschläge dargestellt. In Fig. 3,
linke Hälfte, ist eine Verstellexzenter-Einstellung ge
zeigt, mit der sich ein gemessener Höhenschlag mit den
Werten B ungefähr 3 mm und W = 60° kompensieren läßt.
Die jeweiligen Werte für B und W sind in den Fig. 3
bis 6 jeweils an den zugehörigen Kompensationseinstel
lungen eingetragen.
Wie aus den Fig. 3 bis 6 ersichtlich ist, weist die
äußere Verstellexzenter-Scheibe das radial verlaufende
Langloch 24 auf, in dem der Bolzen 23 zur Fixierung des Verstell
exzenters in der jeweiligen Einstellposition eingreift.
In den Fig. 3 bis 6 liegt der gestrichelt gezeich
nete Kreis jeweils konzentrisch zur Gesamt-Drehachse
des rotierenden Elements, während die mit durchgezoge
nen Linien dargestellten Kreise die einzelnen Exzenter
scheiben veranschaulichen. Über die an den einzelnen
Exzenterscheiben vorhandenen Zahlen und die Pfeile u
und v läßt sich die jeweilige Verstellung der Exzenter
scheiben augenfällig ablesen.
Claims (11)
1. Vorrichtung zum Kompensieren des Radialschlags eines
rotierenden Elements, insbesondere des Wickelrads einer Rad
wickelmaschine, mit einer Motoren aufweisenden Einrichtung
zum Verstellen des durch eine Antriebseinrichtung
angetriebenen rotierenden Elements zum Ausgleich des
Radialschlags, mit einer Meßeinrichtung zum Messen des
Radialschlags des rotierenden Elements nach Größe und
Winkellage und zur Abgabe entsprechender Meßsignale, und mit
einer Auswerte- und Ansteuereinrichtung zur Auswertung der
Meßsignale und Bildung von Ansteuersignalen für die Motoren,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einrichtung zum Verstellen des rotierenden Elements
zwei ineinander angeordnete, durch die Motoren verstellbare
Verstellexzenter aufweist, deren Verstellachsen parallel zur Dreh
achse des rotierenden Elements liegen, daß die An
triebseinrichtung zum fortlaufenden Antrieb des rotierenden
Elements bei der Messung des Radialschlags ausgebildet
ist, daß die Meßeinrichtung zum fortlaufenden Messen des Ra
dialschlags ausgebildet ist, und daß die Auswerte- und Ansteuer
einrichtung zur fortlaufenden Speicherung gemessener Werte
für die Größe und Winkellage des Radialschlags und zur Bil
dung der Ansteuersignale auf der Grundlage des kleinsten
quadratischen Fehlers ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Motoren (7, 12) axial zur Welle (2) angebracht sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß einer der Motoren (7) im Inneren der mindestens
teilweise als Hohlwelle ausgebildeten Welle (2) angeordnet
und mit einem Planetengetriebe ausgestattet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Sonnenrad des Planetengetriebes mit dem radial innen
liegenden Verstellexzenter (1) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse eines der
Motoren (12) exzentrisch zur Abtriebswelle des anderen Motors
(7) und/oder eines zwischengeschalteten Getriebes angeordnet
und mit dem inneren Verstellexzenter verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der eine Motor (12) als Schrittmotor ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellexzenter über Lager (15, 16)
gekoppelt sind.
8. Verfahren zum Ermitteln der Ansteuersignale für eine
Vorrichtung zum Kompensieren des Radialschlags nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, mit folgenden Schritten:
Bringen der Verstellexzenter in eine Ausgangsstellung,
fortlaufendes Drehen des rotierenden Elements, Messen und Abspeichern von Werten für die Größe und die Winkellage des Radialschlags,
Berechnung der Ansteuersignale aus den gemessenen Werten auf der Grundlage des kleinsten quadratischen Fehlers.
Bringen der Verstellexzenter in eine Ausgangsstellung,
fortlaufendes Drehen des rotierenden Elements, Messen und Abspeichern von Werten für die Größe und die Winkellage des Radialschlags,
Berechnung der Ansteuersignale aus den gemessenen Werten auf der Grundlage des kleinsten quadratischen Fehlers.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausgangsstellung die Neutralstellung ist.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausgangsstellung eine bereits kompensierte Stellung ist.
11. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausgangsstellung zwischen aufeinanderfolgenden Meßläufen
in kleinen Schritten verändert wird, daß jeweils der kleinste
quadratische Fehler der gemessenen Werte der jeweiligen
Meßläufe ermittelt wird und die dem Minimalwert der kleinsten
quadratischen Fehler entsprechenden Ansteuersignale verwendet
werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904028522 DE4028522C2 (de) | 1990-09-07 | 1990-09-07 | Vorrichtung zum Kompensieren des Radialschlags eines rotierenden Elements, insbesondere des Wickelrads einer Radwickelmaschine, und Verfahren zum Ermitteln der Ansteuersignale dafür |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904028522 DE4028522C2 (de) | 1990-09-07 | 1990-09-07 | Vorrichtung zum Kompensieren des Radialschlags eines rotierenden Elements, insbesondere des Wickelrads einer Radwickelmaschine, und Verfahren zum Ermitteln der Ansteuersignale dafür |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4028522A1 DE4028522A1 (de) | 1992-03-12 |
| DE4028522C2 true DE4028522C2 (de) | 1994-09-29 |
Family
ID=6413867
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904028522 Expired - Fee Related DE4028522C2 (de) | 1990-09-07 | 1990-09-07 | Vorrichtung zum Kompensieren des Radialschlags eines rotierenden Elements, insbesondere des Wickelrads einer Radwickelmaschine, und Verfahren zum Ermitteln der Ansteuersignale dafür |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4028522C2 (de) |
Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4028522A1 (de) | 1992-03-12 |
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