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Maschine zum Stempeln flacher Gegenstände, beispielsweise Schuhsohlen.
Es ist bei Stempelmaschinen, insbesondere solchen zum Stempeln der Sohlen von Schuhwerk,
bekannt, die Stempelung in zwei Arbeitsstufen vorzunehmen, derart, daß zunächst
die Maschine entsprechend der Dicke der Sohle eingestellt und dann erst der eigentliche
Stempelabdruck hervorgebracht wird. Diese Anordnung dient dem Zweck, bei Werkstücken
verschiedener Dicke stets einen gleichmäßigen Stempeldruck zu erzielen. Bei der
älteren Einrichtung waren diese beiden Arbeitsstufen auf die beiden beim Stempeln
zusammenwirkenden Maschinenteile, nämlich den Stempelkopf und das Werkstückauflager,
verteilt, und die nachgiebige Bewegung des Stempelkopfes zum Anpassen an die Werkstückdicke
wurde durch eine Reibungsverbindung hervorgebracht.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung werden die beiden Bewegungsstufen
dem Werkstückauflager erteilt, so daß der Stempelkopf während des Stempelns vollständig
fest bleibt. Dies ergibt die Möglichkeit einer mehr gedrängten Ausführung des Stempelkopfes
und der Anbringung größerer Stempelräder. Ferner wird jedes Verrücken der Stempel
beim Abdrucken verhindert, so daß der Stempelabdruck stets gerade und in der gewünschten
Richtung ausgeprägt wird. Andererseits ist der .Stempelkopf in zwei etwa um 18o°
gegeneinander versetzte Stellungen einstellbar, so daß bei jeder gewünschten Stellung
des Stempeldruckes die größere Länge des Werkstückes nach vorn zeigt. Beispielsweise
kann man, wenn eine Sohle in der Nähe der Ferse gestempelt werden soll, die Typen
des Stempelabdruckes in der einen oder anderen Richtung, so daß sie entweder von
der Spitze oder der Ferse aus gelesen werden können, abdrücken, ohne daß man die
Sohle drehen müßte. Im letzteren Fall müßte für die eine Stellung des Abdruckes
die Stempelmaschine über nahezu die ganze Länge der Sohle hinübergreifen, wodurch
de Größe der Maschine sehr erhöht würde.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung dargestellt.
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Am Maschinengestell 2, in welchem unten die übliche Kraftwelle gelagert
ist, befindet sich ein überhängender Arm 4, in dessen Ende eine Bohrung 6 angebracht
ist. In diese Bohrung greift ein zylindrischer Teil io des Stempelkopfes 8 ein.
Ein Gewindezapfen i2 am Stempelkopf ist durch einen am Arm 4 festen Ring hindurchgeführt
und trägt oben eine Handmutter 16, durch welche die Fläche 18 des Stempelkopfes
gegen die untere Fläche des Armes 4 gezogen werden kann. Der Stempelkopf besitzt
einen Paßstift 2o, der in eine zweier Bohrungen 22, 24 des Armes 4 eingesetzt werden
kann und den Stempelkopf in zwei um 18o' versetzten Stellungen sichert. Nach Lösung
d-r Handmutter 16 kann der Stempelkopf so weit gesenkt werden, daß der Stift 2o
aus dem Loch 22, 24 heraustritt, worauf eine Drehung des Stempelkopfes möglich ist.
Auf einen wagerechten Zapfen 26 des Stempelkopfes sind drei Stempelräder 28 aufgesetzt,
die durch einen über das Ende des Zapfens greifenden Haken 32 gehalten werden. Der
Haken ist an einem um den Zapfen 36 schwingbaren Arm angebracht und wird durch einen
federnden Drücker 38 in Verschlußlage gehalten. Federnde Drücker 42, die in Einschnitte
4o am inneren Rand der. Stempelräder einfallen, sichern die Stempelräder in der
richtigen Lage. Die Verdrehung der Stempelräder kann durch ein Zahnrad 44 erleichtert
werden, das mit den Stempeln in Eingriff steht und um einen Zapfen 46 mit der Hand
gedreht werden kann. Neben den
Stempelrädern ist noch ein fester
Stempel 48 am Stempelkopf angebracht.
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Unter dem Stempelkopf ist ein Tisch 5o angebracht, auf welchen die
zu stempelnde Sohle aufgelegt wird. Durch einen verstellbaren Anschlag
96, der durch Zapfen 98 und Klemmschraube ioo gesichert wird, wird
die Stellung der Sohle auf dem Tisch bestimmt.
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Der Tisch 5o ist mit einem runden Stiel 5z versehen, der in eine Muffe
54 eingesetzt ist. Die Muffe 54 kann sich um ein kleines Stück in der festen, einen
Teil des Gestelles 2 bildenden Lagermuffe 56 verschieben. Eine in die feste Muffe
eingesetzte spitze Schraube 6o greift in ein entsprechend gestaltetes Loch 58 der
beweglichen Muffe 54 ein und dient zu deren Einstellung. Federn 62 sind in Löcher
der Muffe 54 eingesetzt und drücken gegen die Unterseite des Tisches 50, so daß
sie diesen anzuheben und die Muffe 54 zu senken streben.
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In Querschlitze 88 der Muffe 54 ist eine verschiebbare Rolle 86 eingesetzt,
die in einen Ausschnitt des Tischstieles 52 eingreift und mit einer Keilfläche go
dieses Tisches zusammenwirkt. Eine zweite, etwas mehr der Senkrechten genäherte
Keilfläche 84 ist an einem Block 82 angeordnet, der in dem Ausschnitt des Stieles
52 verschiebbar ist. An dem Block 82 ist ein Stift 64 befestigt, der in Schlitze
66 des Stieles 52 und 68 der Muffe 54 hineinfaßt. An den Zapfen 64 greift eine Lenkstange
7o an, deren gegabeltes Ende 72 einen Gleitstein 74 auf einem Exzenterzapfen an
der Antriebswelle umfaßt. Eine in eine Bohrung der Lenkstange eingesetzte Feder
78, die sich gegen den Gleitstein stützt, sucht die Lenkstange nach oben zu halten.
Unterhalb des Gleitsteins 74 ist noch ein Anschlagklotz 8o zwischen den Enden 72
der Stange 70 angebracht. Auf einem dickeren Teil 76 des Exzenterzapfens ist noch
eine Rolle 92 angebracht, die mit der unteren Fläche 94 der Muffe 54 in Berührung
treten kann.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Die gezeichnete Lage
ist die Ruhelage. Das Werkstück wird eingeführt und durch den Anschlag
96 auf dem Tisch 5o eingestellt. Darauf wird die Maschine angelassen und
ihre Welle macht eine vollständige Umdrehung.
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des des ersten Teiles der Umdrehung hebt die Lenkstange 7o den Block
82 an, wobei der Stift 64. eine Aufwärtsbewegung des Tisches 50 unter der
Wirkung der Federn 62 zuläßt. Die Muffe 54 bleibt in der unteren, durch Einstellung
der spitzen Schraube 6o bestimmten Lage. Die Rolle 86 verschiebt sich unter der
Wirkung der Keilfläche 84 nach rechts. Auf diese Weise wird das Werkstück gegen
den Stempelkopf nachgiebig angehoben, und wenn es diesen erreicht hat, bleibt der
Tisch stehen, und bei der weiteren Aufwärtsbewegung des Blockes 82 drückt die Keilfläche
84 die Rolle 86 gegen die Keilfläche go, wodurch der Block mit dem Tisch 5o und
der Muffe 54 festgekuppelt wird. Bei der weiteren Drehung gibt somit die Feder 78
nach, und durch ihre Spannung wird die Kraft geregelt, mit welcher Tisch, Werkstück
und Stempelkopf zusammengepreßt werden. Diese Kraft ist so groß, daß die Teile fest
zusammengehalten werden, aber nicht groß genug, um einen Abdruck des Stempels zu
erzielen. Bei der weiteren Drehung der Welle kommt dann die Rolle 92 mit der Fläche
94 in Berührung und hebt die Muffe 54 und den durch die Rolle 86 damit unnachgiebig
gekuppelten Tisch 5o zwangläufig um ein bestimmtes Stück an. Dabei wird der Stempel
auf dem Werkstück abgedrückt, so daß man stets gleich scharfe Stempelung auch bei
verschieden dicken und harten Sohlen erzielt. Durch die spitze Schraube 6o wird
die Ausgangslage der Muffe 54 und damit die Tiefe des Stempelabdruckes bestimmt.