DE4024599C2 - Hochfrequenz-Antenne eines Kernspintomographen - Google Patents
Hochfrequenz-Antenne eines KernspintomographenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine zirkular polarisie
rende Hochfrequenz-Antenne eines Kernspintomographen zum
Herstellen von Schnittbildern eines Untersuchungsobjekts,
insbesondere von Teilen eines menschlichen Körpers. Die
Antenne besteht aus vier Leiterstrukturen, die auf einer
Zylindermantelfläche angeordnet sind und vier Stromschlei
fen bilden.
Zum Herstellen von Schnittbildern eines Körpers und zur
Gelenkdiagnostik sowie zur Darstellung von Blutgefäßen
können bekanntlich Kernspintomographen verwendet werden,
bei denen durch rechnerische oder meßtechnische Analyse
integraler Protonenresonanzsignale aus der räumlichen Spin
dichte - oder auch der Relaxationszeitenverteilung eines
zu untersuchenden Körpers - ein Bild konstruiert wird. Der
zu untersuchende Körper, insbesondere ein menschlicher Kör
per, wird in ein starkes homogenes Magnetfeld, das soge
nannte Grundfeld, eingebracht, das die Kernspins im mensch
lichen Körper ausrichtet. Ferner sind Gradientenspulen vor
gesehen, die ein räumlich unterschiedliches Magnetfeld er
zeugen. Eine Hochfrequenz-Antenne regt die Kernspins an
und überträgt das von den angeregten Kernspins emittierte
Signal zu einem Empfänger. Diese Hochfrequenzantenne ist
im allgemeinen über Anpassungskapazitäten sowie eine Sen
de-und Empfangsweiche an einen Sender und an einen Empfän
ger angeschlossen.
Eine verhältnismäßig geringe Sendeleistung benötigen be
kanntlich zirkular polarisierende Antennen, da sie im we
sentlichen nur die für die Kernspinresonanz wirksame,
beispielsweise die
linksdrehende, Feldkomponente erzeugen. Eine solche Antenne
kann beispielsweise aus zwei orthogonal zueinander angeordneten
linear polarisierenden Antennensystemen bestehen, die über
einen 90°-Richtkoppler an einen Sender und einen Empfänger an
geschlossen sind. Das eingespeiste Sendesignal teilt sich mit
90°-Phasenverschiebung auf die beiden Systeme auf und erzeugt
das für die Kernspintomographie wirksame Drehfeld. Im Empfangs
fall stellt die Antenne zwei um 90° phasenverschobene Signal
quellen sowie zwei unkorrelierte Rauschquellen dar. Der
90°-Richtkoppler liefert dem Empfänger die phasenrichtige Summe
der Signale. Mit solchen Antennen erhält man eine Verbesserung
im Signal-Rauschverhältnis um wenigstens den Faktor √ und man
benötigt gegenüber linear polarisierenden Antennen nur etwa die
Hälfte der zugeführten Leistung, weil eine gegendrehende Feld
komponente nicht erzeugt wird (Journal of Magnetic Resonance 54
(1983), Seiten 324 bis 327).
In der Kernspintomographie werden zur Abbildung des Kopfberei
ches im allgemeinen Kernspintomographen verwendet, die eine den
Kopf dicht umgebende Kopfantenne enthalten. Aufgrund besonderer
Vorteile, beispielsweise ein besseres Signal-Rauschverhältnis
sowie geringerer Leistungsbedarf und auch besseres Eindringver
halten, werden zirkular polarisierende Kopfantennen bevorzugt.
Damit der Kopf des menschlichen Körpers leichter eingebracht
werden kann, ist man bestrebt, die Antenne teilbar auszuführen.
Solche Antennen sind universeller einsetzbar, sie können bei
spielsweise auch zur Abbildung eines in der Bewegung einge
schränkten, verletzten Kniegelenks verwendet werden. Bei einer
bekannten Ausführungsform eines Kernspintomographen mit einer
linear polarisierenden Antenne ist deshalb das hohlzylindrische
Spulensystem in der Zylinderachse derart teilbar ausgeführt,
daß eine untere festmontierte und eine obere abnehmbare Hälfte
entsteht. Eine Energiezufuhr erfolgt nur zur unteren Hälfte,
während die obere Hälfte mit der unteren induktiv gekoppelt
ist. In einer besonderen Ausführungsform kann auch eine Steck
verbindung zwischen den beiden Hälften vorgesehen sein und
somit beide Hälften an eine Stromversorgung angeschlossen wer
den (EP 0 142 760 A2).
Bei der Teilung einer zirkular polarisierenden Hochfrequenz-An
tenne eines Kernspintomographen derart, daß man ein Teil des
hohlzylindrischen Spulensystems abnehmen oder aufklappen kann,
ergibt sich das Problem, daß resonanzstromführende Leiter zu
unterbrechen sind. Im zusammengesetzten Zustand der Hochfre
quenzantenne müssen diese somit über Kontakte, beispielsweise
Steckkontakte, galvanisch oder über große Flächen kapazitiv
verbunden werden. Diese Kontakte müssen den vollen hochfrequen
ten Resonanzstrom führen und beeinflussen somit unmittelbar die
Leerlaufgüte der Hochfrequenz-Antenne sowie die Stabilität
ihrer Resonanzfrequenz.
Eine bekannte Ausführungsform einer Hochfrequenz-Antenne eines Kernspinto
mographen zum Herstellen von Schnittbildern eines Untersuchungsobjekts, ins
besondere von Teilen eines menschlichen Körpers, besteht aus
vier H-förmigen Leiterstrukturen, die auf einer Zylindermantel
fläche derart angeordnet sind, daß die seitlichen Schenkel je
weils einen Teil eines Ringes bilden und durch einen in Achs
richtung verlaufenden Streifenleiter miteinander verbunden
sind. Bei dieser zirkular polarisierenden Hochfrequenz-Antenne
ist jeweils eine der Leiterstrukturen mit den beiden benach
barten kapazitiv gekoppelt und bildet mit diesen jeweils eine
Stromschleife. Zur kapazitiven Kopplung ist bei dieser Antenne
an beiden Enden des Hohlzylinders jeweils ein Ring (guard ring)
aus elektrisch leitendem Material, beispielsweise Kupfer, vor
gesehen. Diese Ringe bilden mit den Schenkeln der H-förmigen
Leiterstrukturen jeweils eine verteilte Kapazität, die als
Kopplungskapazität wirkt (Book of Abstracts; Society of Magne
tic Resonance in Medicine, 3rd Annual Meeting, Aug. 13-17,
1984, New York).
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, diese zirkular
polarisierende Hochfrequenz-Antenne für einen Kernspintomogra
phen mechanisch teilbar auszuführen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit den
Merkmalen des Anspruchs 1. Von den durch die Aufteilung
gebildeten Stromschleifen kann wenigstens eine, vorzugsweise
jedoch zwei, d. h. die Hälfte der Hochfrequenz-Antenne, heraus
nehmbar oder aufklappbar ausgeführt sein.
In einer Ausführungsform der Hochfrequenz-Antenne mit Leiter
strukturen, die aus dünnen, elektrisch leitfähigen Schichten
besteht, werden diese Leiter im allgemeinen auf einem Träger
angeordnet, der aus elektrisch nichtleitendem Material, bei
spielsweise aus Plexiglas, bestehen kann. In dieser Ausfüh
rungsform wird vorteilhaft die Leiterstruktur mit dem zuge
ordneten Teil des Trägers mechanisch aufgeteilt und abnehmbar
ausgeführt.
Der besondere Vorteil der aufgeteilten zirkular polarisierenden
Hochfrequenz-Antenne besteht darin, daß der bewegliche Teil der
Antenne ohne elektrische Kontakte abgenommen werden kann.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung
Bezug genommen, in deren Fig. 1 eine Seitenansicht einer Hoch
frequenz-Antenne für einen Kernspintomographen gemäß der Erfin
dung schematisch veranschaulicht ist. Fig. 2 zeigt eine per
spektivische Darstellung der Hochfrequenz-Antenne.
In der dargestellten Ausführungsform einer zir
kular polarisierenden Hochfrequenz-Antenne gemäß der Erfindung
enthält diese Hochfrequenz-Antenne vier Stromschleifen 2 bis 5,
die jeweils aus zwei U-förmigen Leiterteilen bestehen, die in
der Figur mit 12 bis 19 bezeichnet sind. Die einander gegen
überstehenden seitlichen Schenkel der U-förmigen Leiterteile 12
bis 19 sind jeweils über eine Resonanzkapazität miteinander
verbunden, von denen in der Figur nur vier sichtbar und mit 6
bis 9 bezeichnet sind. Die Stromschleifen 2 bis 5 bestehen aus
bandförmigen oder streifenförmigen Leitern aus Metall, insbe
sondere Kupfer, die in der Figur mit 12 bis 19 bezeichnet sind.
Diese Leiter sind vorzugsweise als dünne Beschichtung ausge
führt, deren Dicke im allgemeinen 100 µm nicht wesentlich über
steigt und insbesondere etwa 35 µm betragen kann. Diese dünnen
Beschichtungen werden dann vorzugsweise auf einem hohlzylindri
schen Träger angeordnet, der ebenfalls derart geteilt ist, daß
von den Stromschleifen 2 bis 5 wenigstens eine herausnehmbar
ist. In der dargestellten Ausführungsform ist der Träger 20
derart in Trägerteile 21 und 22 aufgeteilt, daß eines dieser
Teile, bespielsweise der Trägerteil 21, mit den Stromschleifen
2 und 3 abnehmbar ist. In dieser Ausführungsform wird dann im
allgemeinen das andere Trägerteil 22 an einer Patientenliege
fest angebracht sein.
In Fig. 2 ist eine Ausführungsform einer zirkular polarisie
senden Hochfrequenz-Antenne gemäß der Erfindung perspektivisch
dargestellt, die beispielsweise als Kopfantenne dienen kann und
deren Länge L beispielsweise 280 mm und deren Durchmesser D
beispielsweise etwa 260 mm betragen kann. Aus dieser Darstel
lung ist ersichtlich, daß beispielsweise die U-förmigen Leiter
13 und 14 dadurch entstanden sind, daß der mittlere Schenkel
einer H-förmigen Leiterstruktur 24 in Achsrichtung aufgeteilt
ist. Die dadurch entstandenen mittleren Schenkel der U-förmigen
Leiter 13 und 14 können beispielsweise in einem Abstand von
etwa 2 bis 10 mm, vorzugsweise etwa 5 mm, auf dem Trägerteil 21
des Trägers 20 angeordnet sein. Zu den Stromschleifen 2 bis 5
gehört jeweils noch eine weitere Resonanzkapazität, von denen
in der Figur nur die zur Stromschleife 2 und 3 gehörenden
Resonanzkapazitäten sichtbar sind und mit 26 und 27 bezeichnet
sind. Die ortsfeste Anordnung des Trägerteils 22 mit den Strom
schleifen 4 und 5 ist durch einen Unterbau 30 und die bewegli
che Ausführung des Trägerteils 21 mit den Stromschleifen 2 und
3 ist durch einen Richtungspfeil 32 angedeutet.
Von den Stromschleifen 2 bis 5 werden je zwei benachbarte
Stromschleifen mit 90°-Phasenverschiebung gespeist. Hierbei
erfolgt die Hochfrequenzeinkopplung beispielsweise mittels der
bekannten Anpaß- und Symmetriernetzwerke an zwei beliebigen
benachbarten Resonanzkapazitäten, beispielsweise an den Reso
nanzkapazitäten 8 und 9, wobei die Speiseströme 90°-Phasendif
ferenz zueinander aufweisen. In diesem Beispiel werden also
die Stromschleifen 4 und 5 gespeist, während die Ströme in den
Stromschleifen 2 und 3 aufgrund der Kopplung über das elektro
magnetische Feld angeregt werden. Die beiden passiv gekoppelten
Stromschleifen können nun beim Einbringen des Patienten ohne
Kontakte abgenommen werden. Jeder abnehmbare Stromkreis ent
spricht einem Öffnungswinkel von 90°. Die Hochfrequenz-Antenne
kann somit an den einander um 180° gegenüberliegenden Stellen
des Trägers 20 kontaktlos geöffnet und wieder geschlossen
werden.
Claims (2)
1. Zirkular polarisierende Hochfrequenz-Antenne eines Kern
spintomographen zum Herstellen von Schnittbildern eines
Untersuchungsobjekts, inbesondere von Teilen eines mensch
lichen Körpers, welche Antenne aus vier Leiterstrukturen
besteht, die auf einer Zylindermantelfläche angeordnet
sind und vier Stromschleifen bilden, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
- a) die Stromschleifen (2 bis 5) bestehen jeweils aus zwei U-förmigen Leitern (12 bis 19), bei denen die Enden der seitlichen Schenkel spiegelsymmetrisch einander gegen überstehen und jeweils durch eine Resonanzkapazität (6 bis 9) überbrückt sind,
- b) die Stromschleifen (2 bis 5) sind auf einem Träger (20 sowie 26, 27) angeordnet, der wenigstens einen Teil eines Hohlzylinders bildet,
- c) der Träger (20) ist derart wenigstens zwischen zwei Stromschleifen (2 bis 5) in Achsrichtung aufgeteilt, daß wenigstens eine der Leiterschleifen (2 bis 5) ab nehmbar ist, ohne daß elektrische Kontakte erforderlich sind.
2. Hochfrequenz-Antenne nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Träger (20) derart
an zwei an seinem Umfang einander gegenüberliegenden Stel
len in Achsrichtung aufgeteilt ist, daß mit einem entste
henden beweglichen Trägerteil (21) zwei Stromschleifen (2,
3) abnehmbar sind.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8120 | Willingness to grant licences paragraph 23 | ||
| 8125 | Change of the main classification |
Ipc: G01R 33/3415 |
|
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |