DE4023267A1 - Platten-, folien- oder bandfoermiges traegermaterial fuer offsetdruckplatten, verfahren zu seiner herstellung und seine verwendung - Google Patents
Platten-, folien- oder bandfoermiges traegermaterial fuer offsetdruckplatten, verfahren zu seiner herstellung und seine verwendungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft platten-, folien- oder
bandförmiges Trägermaterial für Offsetdruckplatten,
bestehend aus vorbehandeltem Aluminium oder einer
seiner Legierungen, das auf wenigstens einer Seite
eine hydrophile Beschichtung aus einem saure
Seitengruppen enthaltenden Polymeren trägt, ein
Verfahren zur Herstellung eines Trägermaterials sowie
die Verwendung eines Trägermaterials.
Trägermaterialien für Offsetdruckplatten werden entweder
vom Verbraucher direkt oder vom Hersteller vorbeschichteter
Druckplatten ein- oder beidseitig mit
einer lichtempfindlichen Schicht (Kopierschicht)
versehen, mit deren Hilfe ein druckendes Bild auf
photomechanischem Wege erzeugt wird. Nach Herstellung
des druckenden Bildes trägt der Schichtträger die
druckenden Bildstellen und bildet zugleich an den
bildfreien Stellen (Nichtbildstellen) den hydrophilen
Bilduntergrund für den lithographischen Druckvorgang.
An einen Schichtträger für lichtempfindliches
Material zum Herstellen von lithographischen Platten
sind deshalb folgende Anforderungen zu stellen:
- - Die nach der Belichtung relativ löslicheren Teile der lichtempfindlichen Schicht müssen durch eine Entwicklung leicht zur Erzeugung der hydrophilen Nichtbildstellen rückstandsfrei vom Träger zu entfernen sein.
- - Der an den Nichtbildstellen freigelegte Träger muß eine große Affinität zu Wasser besitzen, d. h. stark hydrophil sein, um beim lithographischen Druckvorgang schnell und dauerhaft Wasser aufzunehmen um gegenüber der fetten Druckfarbe ausreichend abstoßend zu wirken.
- - Die Haftung der lichtempfindlichen Schicht vor, bzw. der druckende Teil der Schicht nach der Belichtung muß in einem ausreichenden Maß gegeben sein, um eine hohe Druckauflage zu garantieren.
Als Basismaterial für derartige Schichtträger können
Aluminium-, Stahl-, Kupfer-, Messing- oder Zink-,
aber auch Kunststoff-Folien oder Papier verwendet
werden. Diese Rohmaterialien werden durch geeignete
Bearbeitungsmaßnahmen, wie z. B. Körnung, Mattverchromung,
oberflächliche Oxidation und/oder
Aufbringen einer Zwischenschicht, in Schichtträger
für Offsetdruckplatten überführt. Aluminium, das
heute wohl am häufigsten verwendete Basismaterial für
Offsetdruckplatten, wird nach bekannten Methoden wie
Trockenbürstung, Naßbürstung, Sandstrahlen, chemische
und/oder elektrochemische Behandlung oder eine
Kombination hiervon oberflächlich aufgerauht. Zur
Steigerung der Abriebfestigkeit kann das aufgerauhte
Substrat noch einem Anodisierungsschritt zum Aufbau
einer dünnen Oxidschicht unterworfen werden.
In der Praxis werden die Trägermaterialien,
insbesondere anodisch oxidierte Trägermaterialien auf
der Basis von Aluminium, oftmals zur Verbesserung der
Schichthaftung, zur Steigerung der Hydrophilie
und/oder zur Erleichterung der Entwickelbarkeit der
lichtempfindlichen Schichten vor dem Aufbringen einer
lichtempfindlichen Schicht einem weiteren Behandlungsschritt
unterzogen, dazu zählen beispielsweise
die folgenden Methoden:
In der DE-C 9 07 147 (=US-A 27 14 066), der DE-B
14 71 707 (=US-A 31 81 461 und US-A 32 80 734) oder
der DE-A 25 32 769 (=US-A 39 02 976) werden Verfahren
zur Hydrophilierung von Druckplattenträgermaterialien
auf der Basis von gegebenenfalls anodisch
oxidiertem Aluminium beschrieben, in denen diese
Materialien ohne oder mit Einsatz von elektrischem
Strom mit wäßriger Natriumsilikat-Lösung behandelt
werden.
Aus der DE-A 11 34 093 (=US-A 32 76 868) und der DE-
C 16 21 478 (=US-A 41 53 461) ist es bekannt,
Polyvinylphosphonsäure oder Mischpolymerisate auf der
Basis von Vinylphosphonsäure, Acrylsäure und
Vinylacetat zur Hydrophilierung von Druckplattenträgermaterialien
auf der Basis von gegebenenfalls
anodisch oxidiertem Aluminium einzusetzen. Es wird
auch der Einsatz von Salzen dieser Verbindungen
erwähnt, aber nicht näher spezifiziert.
Der Einsatz komplexer Fluoride des Titans, Zirkons
oder Hafniums gemäß der DE-B 13 00 415 (=US-A
34 40 050) führt ebenfalls zu einer zusätzlichen
Hydrophilierung von Aluminiumoxidschichten auf Druckplattenträgermaterialien.
Neben diesen besonders bekanntgewordenen Hydrophilierungsmethoden
ist beispielsweise auch noch der
Einsatz folgender Polymeren auf diesem Anwendungsgebiet
beschrieben worden:
In der DE-B 10 56 931 wird der Einsatz von
wasserlöslichen, linearen Mischpolymeren auf der
Basis von Alkyl-vinylethern und Maleinsäureanhydriden
in lichtempfindlichen Schichten für Druckplatten
beschrieben. Besonders hydrophil sind von diesen
Mischpolymeren solche, bei denen die
Maleinsäureanhydridkomponente nicht oder mehr oder
weniger vollständig mit Ammoniak, einem Alkalihydroxid
oder einem Alkohol zur Reaktion gebracht
wurde.
Aus der DE-B 10 91 433 ist die Hydrophilierung von
Druckplattenträgermaterialien auf der Basis von
Metallen mit filmbildenden organischen Polymeren, wie
Polymethacrylsäure oder Natriumcarboxymethylcellulose
oder -hydroxyethylcellulose bei Aluminiumträgern oder
einem Mischpolymeren aus Methylvinylether und
Maleinsäureanhydrid bei Magnesiumträgern bekannt.
Zur Hydrophilierung von Druckplattenträgermaterialien
aus Metallen gemäß der DE-B 11 73 917 (=GB-
A 9 07 718) werden zunächst wasserlösliche polyfunktionelle
Amino-Harnstoff-Aldehyd-Kunstharze oder
sulfonierte Harnstoff-Aldehyd-Kunstharze verwendet,
die auf dem Metallträger in einen wasserunlöslichen
Zustand ausgehärtet werden.
Zur Herstellung einer hydrophilen Schicht auf Druckplattenträgermaterialien
werden gemäß der DE-B
12 00 847 (=US-A 32 32 783) auf dem Träger zunächst
a) eine wäßrige Dispersion eines modifizierten
Harnstoff-Formaldehyd-Harzes, eines alkylierten
Methylol-Melamin-Harzes oder eines Melamin-Formaldehyd-
Polyalkylenpolyamin-Harzes aufgebracht, darauf b)
eine wäßrige Dispersion einer Polyhydroxy- oder
Polycarboxyverbindung, wie Natriumcarboxymethylcellulose,
und abschließend wird die so
überzogene Unterlage c) mit einer wäßrigen Lösung
eines Zr-, Hf-, Ti oder Th-Salzes behandelt.
In der DE-B 12 57 170 (=US-A 29 91 204) wird ein
Mischpolymeres als Hydrophilierungsmittel für
Druckplattenträgermaterialien beschrieben, das neben
Acrylsäure-, Acrylat-, Acrylamid- oder Methacrylamid-
Einheiten noch Si-trisubstituierte Vinylsilan-
Einheiten enthält.
Aus der DE-A 14 71 706 (=US-A 32 98 852) ist der
Einsatz von Polyacrylsäure als Hydrophilierungsmittel
für Druckplattenträgermaterialien aus Aluminium,
Kupfer oder Zink bekannt.
Die hydrophile Schicht auf einem Druckplattenträgermaterial
gemäß der DE-C 21 07 901 (=US-A
37 33 200) wird aus einem wasserunlöslichen
hydrophilen Acrylat- oder Methacrylat-Homopolymeren
oder -Copolymeren mit einer Wasserabsorption von
mindestens 20 Gew.-% gebildet.
In der DE-B 23 05 231 (=GB-A 14 14 575) wird eine
Hydrophilierung von Druckplattenträgermaterialien
beschrieben, bei der auf den Träger eine Lösung oder
Dispersion eines Gemisches aus einem Aldehyd und
einem synthetischen Polyacrylamid aufgebracht wird.
Aus der DE-A 23 08 196 (=US-A 38 61 917) ist eine
Hydrophilierung von aufgerauhten und anodisch
oxidierten Aluminium-Druckplattenträgern mit Ethylen-
oder Methylvinylether-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren,
Polyacrylsäure, Carboxymethylcellulose,
Natrium-poly(vinylbenzol-2,4-disulfonsäure) oder
Polyacrylamid bekannt.
In der DE-B 23 64 177 (=US-A 38 60 426) wird eine
hydrophile Haftschicht für Aluminium-Offsetdruckplatten
beschrieben, die zwischen der anodisch
oxidierten Oberfläche des Druckplattenträgers und der
lichtempfindlichen Schicht angeordnet ist und neben
einem Celluloseether noch ein wasserlösliches Zn-,
Ca-, Mg-, Ba-, Sr-, Co- oder Mn-Salz enthält. Das
Schichtgewicht der hydrophilen Haftschicht an
Cellulosether beträgt 0,2 bis 1,1 mg/dm², ein
gleiches Schichtgewicht wird auch für die wasserlöslichen
Salze angegeben. Das Gemisch aus
Celluloseether und Salz wird in wäßriger Lösung,
gegebenenfalls unter Zusatz eines organischen
Lösemittels und/oder eines Tensids, auf den Träger
aufgetragen.
Zur Verdichtung anodisch oxidierter Aluminiumoberflächen
gemäß der US-A 36 72 966 werden nach
ihrer Versiegelung zur Vermeidung von Sealbelägen
wäßrige Lösungen von Acrylsäure, Polyacrylsäure,
Polymethacrylsäure, Polymaleinsäure oder Copolymeren
von Maleinsäure mit Ethylen oder Vinylalkohol
eingesetzt.
Die Hydrophilierungsmittel für Druckplattenträgermaterialien
nach der US-A 40 49 746 enthalten
salzartige Reaktionsprodukte aus wasserlöslichen
Polyacrylharzen mit Carboxylgruppen und Polyalkylenimin-
Harnstoff-Aldehyd-Harzen.
In der GB-A 12 46 696 werden als Hydrophilierungsmittel
für anodisch oxidierte Aluminium-
Druckplattenträger hydrophile Kolloide, wie
Hydroxyethylcellulose, Polyacrylamid, Polyethylenoxid,
Polyvinylpyrrolidon, Stärke oder Gummi
arabicum, beschrieben.
Die EP-B 01 49 490 beschreibt zur Hydrophilierung
Verbindungen, die neben Aminogruppen zusätzlich
Carboxyl- bzw. Carboxylatgruppen, Sulfogruppen oder
Hydroxylgruppen enthalten, geht aber von Monomeren
aus und beschreibt ein Molekulargewicht von 1000 als
Obergrenze.
Aus dem Stand der Technik ist auch der Einsatz von
solchen Metallkomplexen zur Hydrophilierung von
Druckplattenträgermaterialien bekanntgeworden, die
niedermolekulare Liganden aufweisen, dazu zählen
beispielsweise:
- - Komplexionen aus zwei- oder mehrwertigen Metallkationen und Liganden, wie Ammoniak, Wasser, Ethylendiamin, Stickstoffoxid, Harnstoff oder Ethylendiamintetraacetat nach der DE-A 28 07 396 (=US-A 42 08 212),
- - Eisencyanid-Komplexe wie K₄(Fe(CN)₆) oder Na₃(Fe(CN)₆) in Anwesenheit von Heteropolysäuren, wie Phosphormolybdänsäure oder ihren Salzen und von Phosphaten nach der US-A 37 69 043 oder und US-A 44 20 549 oder
- - Eisencyanid-Komplexe in Anwesenheit von Phosphaten und Komplexbildnern wie Ethylendiamintetraessigsäure für elektrophotographische Druckplatten mit Zinkoxidoberfläche nach der US-A 36 72 885.
In der EP-A 00 69 320 (=US-A 44 27 765) wird ein
Verfahren beschrieben, in dem Salze von Polyvinylphosphonsäuren,
Polyvinylsulfonsäuren, Polyvinylmethylphosphinsäuren
und anderen Polyvinylverbindungen
als Nachbehandlungsmittel eingesetzt
werden.
In der US-A 42 14 531 wird ein Verfahren zur
Behandlung bildtragender Offsetdruckplatten mit
Polyacrylamid oder einer Mischung von Polyacrylamid
und Polyacrylsäure benutzt.
In der SU-A 6 47 142 wird ein Copolymeres aus
Acrylamid und Vinyl-Monomeren zur Hydrophilierung von
Offsetdruckplatten eingesetzt.
In der DE-C 26 15 075 (=GB-A 14 95 895) wird ein
Polyacrylamid zu dem gleichen Zweck benutzt.
Die DE-C 10 91 433 beschreibt ein Verfahren zur
Nachbehandlung von Offsetdruckplattenträgern mit
Polymeren von Methacrylsäure, Methylvinylether und
Maleinsäureanhydrid.
Acrylamid zur Behandlung von Druckplattenträgern wird
auch in der DE-A 25 40 561 erwähnt.
Zum gleichen Zweck, insbesondere zur Verbesserung der
Lagerfähigkeit von Druckplatten, beschreibt die DE-A
29 47 708 u. a. Ni-Salzlösungen von Acrylamid und
Acrylsäure sowie Acrylamid und Vinylpyrrolidon.
All die oben beschriebenen Methoden sind jedoch mit
mehr oder weniger großen Nachteilen behaftet, so daß
die so hergestellten Trägermaterialien oft nicht mehr
den heutigen Erfordernissen des Offsetdrucks
hinsichtlich Entwicklerfestigkeit, Wasserführung,
Freilaufverhalten und Auflagebeständigkeit genügen:
- - So muß nach der Behandlung mit Alkalisilikaten, die zu guter Entwickelbarkeit und Hydrophilie führen, eine gewisse Verschlechterung der Lagerfähigkeit von darauf aufgebrachten lichtempfindlichen Schichten hingenommen werden, und die Auflage einer so nachbehandelten Druckplatte sinkt drastisch.
- - Die Komplexe der Übergangsmetalle begünstigen zwar prinzipiell die Hydrophile von anodisch oxidierten Aluminiumoberflächen, sie haben jedoch den Nachteil, sehr leicht in Wasser löslich zu sein, so daß sie beim Entwickeln der Schicht mit wäßrigen Entwicklersystemen, die neuerdings in zunehmenden Maße Tenside und/oder Chelatbildner enthalten, die eine große Affinität zu diesen Metallen besitzen, leicht entfernt werden können. Dadurch wird die Konzentration der Übergangsmetallkomplexe auf der Oberfläche mehr oder weniger stark reduziert, was zu einer Abschwächung der hydrophilen Wirkung führen kann.
- - Bei der Behandlung von Trägern mit wasserlöslichen Polymeren ohne Verankerungsmöglichkeiten führt deren gute Löslichkeit besonders in wäßrig-alkalischen Entwicklern, wie sie überwiegend zum Entwickeln von positiv arbeitenden lichtempfindlichen Schichten verwendet werden, ebenfalls zur deutlichen Abschwächung der hydrophilierenden Wirkung.
- - Monomere, hydrophile Verbindungen, wie z. B. in der EP-B 149 490 beschrieben, haben ganz allgemein den Nachteil, daß sie während des Entwicklungs- bzw. Druckprozesses relativ schnell von der freigelegten Nichtbildstellenoberfläche weggewaschen werden und ihre hydrophile Wirkung verlieren, da nicht genügend Verankerungsstellen in der Oberfläche gegeben sind.
- - Auch die Kombination eines Gemisches aus einem wasserlöslichen Polymeren, wie einem Celluloseether, und einem wasserlöslichen Metallsalz führt, da die Schichtgewichte und damit die Schichtstärke relativ hoch gewählt werden (siehe DE-B 23 64 177), zu einer verminderten Kopierschichthaftung, die sich beispielsweise darin äußern kann, daß beim Entwickeln Teile der Entwicklerflüssigkeit Bildstellen unterwandern.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, Trägermaterialien
für Offsetdruckplatten mit guten Hydrophilierungseigenschaften
herzustellen, die als Träger
für positiv, negativ oder elektrophotographisch
arbeitende lichtempfindliche Schichten geeignet sind,
ohne daß ihre Lagerfähigkeit vermindert wird,
Reaktionen zwischen dem Hydrophilierungsmittel und
der lichtempfindlichen Schicht auftreten oder die
Schichthaftung verringert wird.
Die Erfindung geht aus von einem platten-, folien-
oder bandförmigen Trägermaterial für Offsetdruckplatten,
bestehend aus mechanisch, chemisch oder
elektrochemisch aufgerauhtem und gegebenenfalls
anodisierten Aluminium oder einer seiner Legierungen,
das auf wenigstens einer Seite eine hydrophile
Beschichtung aus einem saure Seitengruppen enthaltenden
Polymeren trägt.
Die Lösung der Aufgabe besteht darin, daß das hydrophile
Polymere mit wiederkehrenden Einheiten zusätzlich
zu den sauren Seitengruppen noch basische, zu
einer Protonierung befähigte Gruppen enthält.
Die Weiterbildung des Trägermaterials ergibt sich aus
den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 19.
Das Mischpolymere besteht zu mindestens 2 Mol-% aus
Einheiten mit einer basischen Seitengruppe,
gegebenenfalls nichtionischen Einheiten, und zu
mindestens 2 Mol-% aus Einheiten mit einer sauren, zur
Salzbildung - vorzugsweise mit einem zwei- oder
höherwertigen Metallkation - befähigten Seitengruppe.
Als Monomereinheiten mit basischen Seitengruppen kommen
Verbindungen, die aliphatische oder aromatische
Aminogruppen, insbesondere tertiäre Aminogruppen,
enthalten, in Betracht, beispielsweise Dimethylaminoethylacrylat,
Dimethylaminoethylmethacrylat und
Vinylpyridin.
Als nicht-ionische Komponente können Vinylverbindungen
eingesetzt werden, z. B. Acrylsäureester,
wie Ethyl-, Propyl-, Butyl-, Hexyl- und Decylacrylat
sowie die entsprechenden Methacrylsäureester und
Styrol, Isopren und Butadien.
Als saure Komponenten kommen u. a. Carbon-, Sulfon-
und Phosphonsäuren in Betracht, z. B. Acryl-, Methacryl-,
Vinylphosphon-, Vinylsulfon-, Malein-,
Itacon-, Vinylbenzoe-, Vinylnaphthoe-, Vinylphenylsulfon-,
Vinylphenylphosphon- und Zimtsäure.
Das Verhältnis der Monomereinheiten kann in weiten
Bereichen variiert werden. So können z. B. die Molverhältnisse
der sauren zu den basischen Monomereinheiten
von 2 : 98 bis 98 : 2 variiert werden. Besonders
bevorzugt ist jedoch ein Verhältnis von etwa 1 : 1
(äquimolar). Dazu können im Mischpolymerisat noch
nicht-ionische, neutrale Gruppen zur Löslichkeitseinstellung
zum Einsatz kommen.
Die sauren Gruppen bewirken eine gute Haftung auf dem
(anodisierten) Aluminiumsubstrat; die basischen Gruppen
bewirken im sauren Wischwasser eine zusätzliche
Hydrophilierung der Nichtbildstellen sowie eine
Haftverbesserung durch Wechselwirkung mit
Schichtbestandteilen in den Bildstellen. Dadurch, daß
die Gruppen an einem Polymerengerüst verankert sind,
sind zahlreiche Verankerungsstellen zur Schicht und
zum Träger gegeben, und die Gefahr eines Wirkungsverlustes
während des Druckprozesses verringert sich
sehr stark. Das mittlere Molekulargewicht liegt bei
mindestens 1000, bevorzugt zwischen 5000 und
50 000. Doch können auch Polymere mit noch höherem
mittleren Molekulargewicht als 50 000 mit technischem
Vorteil verwendet werden. Die Mischpolymeren werden
bevorzugt in Wasser unter Zusatz von Säuren oder
Laugen gelöst, so daß ein pH-Wert zwischen 1 und 13,
bevorzugt zwischen 3 und 10 eingestellt wird. Die
beschriebenen Verbindungen können auch in Form ihrer
Metall- oder Ammoniumsalze eingesetzt werden,
besonders bevorzugt sind dabei die Salze zwei- und
höherwertiger Metalle.
Zur Herstellung von Metallsalzen der Mischpolymeren
werden die Metallkationen im allgemeinen in Form
ihrer Salze mit Mineralsäure-Anionen oder als Acetate
eingesetzt; dabei werden die zwei-, drei- oder
vierwertigen, insbesondere die zweiwertigen, bevorzugt.
Die Kationen der Beschichtung sind insbesondere
V5+-, Bi3+-, Al3+-, Fe3+-, Zr4+-, Sn4+-, Ca2+-,
Ba2+-, Sr2+-, Ti3+-, Co2+-, Fe2+-, Mn2+-, Ni2+-,
Cu2+-, Ce4+-, Zn2+- oder Mg2+-Ionen.
Die Herstellung dieser Umsetzungsprodukte kann auf
einfache Weise in wäßriger Lösung bei Temperaturen
von 20 bis 100°C, vorzugsweise bei 25 bis 40°C,
erfolgen. Zu der wäßrigen Polymerenlösung wird das
Metallsalz, gelöst in Wasser, bzw., falls notwendig,
gelöst in verdünnter Mineralsäure, langsam zugetropft.
Dabei tritt die sofortige Umsetzung der Reaktionskomponenten
zu den vorher beschriebenen Produkten
ein. Der schnelle Reaktionsschritt kann sich
- in Abhängigkeit vom eingesetzten Metallkation - in
sofort eintretender Farbänderung der Lösung oder
durch Niederschlagsbildung zeigen.
Zur Reinigung können die Produkte durch Neutralisieren
der Reaktionslösung mit verdünnten Alkalihydroxid-
oder Ammoniaklösung ausgefällt werden,
wobei die nichtumgesetzten Ausgangsprodukte in der
Lösung zurückbleiben. Die Ausbeuten dieser Reaktionen
liegen über 90%. Es ist auch möglich, statt der
beschriebenen Säureformen der Polymeren deren Salzformen
mit einem einwertigen Kation, wie Natrium-
oder Ammoniumsalz, einzusetzen.
Zur Behandlung der Aluminiumoberfläche zur Herstellung
der erfindungsgemäßen Trägermaterialien für
Offsetdruckplatten werden die wäßrigen Lösungen der
Mischpolymeren mit Konzentrationen von 0,001 bis
10%, vorzugsweise mit Konzentrationen von 0,1 bis
1%, eingesetzt.
Die Behandlung dieser Substrate mit den Lösungen
erfolgt zweckmäßigerweise durch Tauchen von Formaten
oder durch Durchführen des Substratbandes durch ein
Bad dieser Lösungen. Dabei erweisen sich Temperaturen
von 20 bis 95°C, vorzugsweise von 40 bis 80°C, und
Verweilzeiten von 1 s bis 10 min, vorzugsweise von
2 s bis 1 min, für den praktischen Einsatz am
günstigsten. Eine Steigerung der Badtemperatur
beschleunigt die Chemisorption der Mischpolymeren und
der Polymer-Metall-Komplexe auf dem Substrat. Dadurch
ist es möglich, insbesondere bei einer kontinuierlichen
Bandbehandlung, die Verweilzeiten erheblich
zu reduzieren. An die Tauchbehandlung schließt sich
dann zweckmäßig ein Spülschritt mit Wasser an. Das
derart behandelte Substrat wird anschließend
zweckmäßig bei Temperaturen von 110 bis 130°C
getrocknet. Der pH-Wert zwischen 1 bis 13, bevorzugt
auf einen pH-Wert von 3 bis 10, und insbesondere auf
einen Wert von 4 bis 8, eingestellt.
Die Behandlung des Aluminiumsubstrates mit den Salzen
der Copolymeren kann auch als Zweistufen-Prozeß
durchgeführt werden. Dabei wird das Substrat im
ersten Schritt beispielsweise in eine 0,01- bis
10%ige, vorzugsweise 0,1- bis 5%ige, wäßrige Lösung
des Ausgangspolymeren getaucht. Danach kann das Substrat
ohne vorherige Spülung oder Trocknung in ein
zweites Bad überführt werden, das eine 0,1%ige bis
gesättigte, vorzugsweise 0,5- bis 10%ige, wäßrige
Salzlösung mit den weiter oben aufgeführten mehrwertigen
Metallionen enthält. Die Spülung und Trocknung
wird wie beim Ein-Stufen-Verfahren durchgeführt. Bei
der Zwei-Stufen-Behandlung werden die oben
beschriebenen Umsetzungsprodukte auf dem Substrat
während der Behandlung gebildet. Durch diese Verfahrensvariante
können auch die in stark sauren
Medien schwer löslichen Umsetzungsprodukte von dreiwertigen
Metallionen auf das Substrat aufgebracht
werden.
Eine Bestimmung des Gewichts der aufgebrachten hydrophilen
Beschichtung ist problematisch, da bereits
geringe Mengen des aufgebrachten Produkts deutliche
Effekte zeigen und verhältnismäßig stark in und an
der Oberfläche des Trägermaterials verankert sind. Es
kann jedoch davon ausgegangen werden, daß die
aufgebrachte Menge deutlich unter 1 mg/dm² liegt,
insbesondere unter 0,8 mg/dm².
Die so hergestellten erfindungsgemäßen Trägermaterialien
können dann mit verschiedenen lichtempfindlichen
Schichten zur Herstellung von Offsetdruckplatten
beschichtet werden.
Als geeignete Substrate zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Trägermaterialien zählen solche aus Aluminium
oder einer seiner Legierungen. Dazu gehören
beispielsweise:
- - "Reinaluminium" (DIN-Werkstoff Nr. 30 255), d. h. bestehend aus 99,5% Al und den folgenden zulässigen Beimengungen von (maximale Summe von 0,5%) 0,3% Si, 0,4% Fe, 0,03% Ti, 0,02% Cu, 0,07% Zn und 0,03% Sonstigem, oder
- - "Al-Legierung 3003" (vergleichbar mit DIN-Werkstoff Nr. 30 515), d. h. bestehend aus 98,5% Al, den Legierungsbestandteilen 0 bis 0,3% Mg und 0,8 bis 1,5% Mn und den folgenden zulässigen Beimengungen von 0,5% Si, 0,5% Fe, 0,2% Ti, 0,02% Zn, 0,1% Cu und 0,15% Sonstigem.
Jedoch ist das erfindungsgemäße Verfahren auch auf
andere Aluminiumlegierungen anwendbar.
Die in der Praxis sehr häufig anzutreffenden Aluminiumträgermaterialien
für Druckplatten werden im allgemeinen
vor Aufbringen der lichtempfindlichen
Schicht noch mechanisch (z. B. durch Bürsten und/oder
mit Schleifmittel-Behandlungen), chemisch (z. B. durch
Ätzmittel) oder elektrochemisch (z. B. durch Wechselstrombehandlung
in wäßrigen HCl- oder HNO₃-Lösungen)
aufgerauht. Für die vorliegende Erfindung werden
insbesondere Aluminium-Druckplatten mit elektrochemischer
Aufrauhung eingesetzt.
Im allgemeinen liegen die Verfahrensparameter in der
Aufrauhstufe in folgenden Bereichen: die Temperatur
des Elektrolyten zwischen 20 und 60°C, die Wirkstoff-
(Säure-, Salz-)Konzentration zwischen 5 und
100 g/l, die Stromdichte zwischen 15 und 130 A/dm²,
die Verweilzeit zwischen 10 und 100 s und die
Elektrolytströmungsgeschwindigkeit an der Oberfläche
des zu behandelnden Werkstücks zwischen 5 und
100 cm/s; als Stromart wird meistens Wechselstrom
eingesetzt, es sind jedoch auch modifizierte Stromarten,
wie Wechselstrom mit unterschiedlichen Amplituden
der Stromstärken, für den Anoden- und
Kathodenstrom möglich.
Die mittlere Rauhtiefe Rz der aufgerauhten Oberfläche
liegt dabei im Bereich von etwa 1 bis 15 µm,
insbesondere im Bereich von 2 bis 7 µm.
Die Rauhtiefe wird nach DIN 4768 (in der Fassung vom
Oktober 1970) ermittelt, die Rauhtiefe Rz ist dann
das arithmetische Mittel aus den Einzelrauhtiefen
fünf aneinandergrenzender Einzelmeßstrecken. Die
Einzelrauhtiefe ist definiert als der Abstand zweier
Parallelen zur mittleren Linie, die innerhalb der
Einzelmeßstrecken das Rauhheitsprofil am höchsten
bzw. am tiefsten Punkt berühren. Die Einzelmeßstrecke
ist der fünfte Teil der senkrecht auf die mittlere
Linie projizierten Länge des unmittelbar zur
Auswertung benutzten Teils des Rauhheitsprofils. Die
mittlere Linie ist die Linie parallel zur allgemeinen
Richtung des Rauhheitsprofils von der Form des
geometrisch-idealen Profils, die das Rauhheitsprofil
so teilt, daß die Summe der werkstofferfüllten
Flächen über ihr und der werkstofffreien Flächen unter
ihr gleich sind.
Nach dem elektrochemischen Aufrauhverfahren schließt
sich dann in einer weiteren, gegebenenfalls anzuwendenden
Verfahrensstufe eine anodische Oxidation
des Aluminiums an, um beispielsweise die Abrieb- und
Haftungseigenschaften der Oberfläche des Trägermaterials
zu verbessern. Zur anodischen Oxidation
können die üblichen Elektrolyte, wie H₂SO₄, H₃PO₄,
H₂C₂O₄, Amidosulfonsäure, Sulfobernsteinsäure, Sulfosalicylsäure
oder deren Mischungen, eingesetzt
werden. Es wird beispielsweise auf folgende Standardmethoden
für den Einsatz von H₂SO₄ enthaltenden wäßrigen
Elektrolyten für die anodische Oxidation von
Aluminium hingewiesen (s. dazu z. B. M. Schenk, Werkstoff
Aluminium und seine anodische Oxidation,
Francke Verlag - Bern, 1948, Seite 760; Praktische
Galvanotechnik, Eugen G. Leuze Verlag - Saulgau,
1970, Seite 395 ff. und Seiten 518/519; W. Hübner und
C. T. Speiser, Die Praxis der anodischen Oxidation des
Aluminiums, Aluminium Verlag - Düsseldorf, 1977,
3. Auflage, Seiten 137 ff.):
- - Das Gleichstrom-Schwefelsäure-Verfahren, bei dem in einem wäßrigen Elektrolyten aus üblicherweise ca. 230 g H₂SO₄ pro 1 Liter Lösung bei 10 bis 22°C und einer Stromdichte von 0,5 bis 2,5 A/dm² während 10 bis 60 min anodisch oxidiert wird. Die Schwefelsäurekonzentration in der wäßrigen Elektrolytlösung kann dabei auch bis auf 8 bis 10 Gew.-% H₂SO₄ (ca. 100 g/l H₂SO₄) verringert oder auch auf 30 Gew.-% (365 g/l H₂SO₄) und mehr erhöht werden.
- - Die "Hartanodisierung" wird mit einem wäßrigen H₂SO₄ enthaltenden Elektrolyten einer Konzentration von 166 g/l H₂SO₄ (oder ca. 230 g/l H₂SO₄) bei einer Betriebstemperatur von 0 bis 5°C, bei einer Stromdichte von 2 bis 3 A/dm², einer steigenden Spannung von etwa 25 bis 30 V zu Beginn und etwa 40 bis 100 V gegen Ende der Behandlung und während 30 bis 200 min durchgeführt.
Neben den im vorhergehenden Absatz bereits genannten
Verfahren zur anodischen Oxidation von Druckplattenträgermaterialien
können beispielsweise noch die
folgenden Verfahren zum Einsatz kommen: die anodische
Oxidation von Aluminium in einem wäßrigen, H₂SO₄
enthaltenden Elektrolyten, dessen Al3+-Ionengehalt
auf Werte von mehr als 12 g/l eingestellt wird (nach
der DE-A 28 11 396=US-A 42 11 619), in einem
wäßrigen, H₂SO₄ und H₃PO₄ enthaltenden Elektrolyten
(nach der DE-A 27 07 810=US-A 40 49 504) oder in
einem wäßrigen, H₂SO₄ und Al3+-Ionen enthaltenden
Elektrolyten (nach der DE-A 28 36 803=US-A
42 29 226).
Zur anodischen Oxidation wird bevorzugt Gleichstrom
verwendet, es kann jedoch auch Wechselstrom oder eine
Kombination dieser Stromarten (z. B. Gleichstrom mit
überlagertem Wechselstrom) eingesetzt werden. Die
Schichtgewichte an Aluminiumoxid bewegen sich im
Bereich von 1 bis 10 g/m², entsprechend einer
Schichtdicke von etwa 0,3 bis 3,0 µm.
Als lichtempfindliche Schichten sind grundsätzlich
alle Schichten geeignet, die nach dem Belichten,
gegebenenfalls mit einer nachfolgenden Entwicklung
und/oder Fixierung, eine bildmäßige Fläche liefern,
von der gedruckt werden kann. Sie werden entweder
beim Hersteller von vorsensibilisierten Druckplatten
oder direkt vom Verbraucher auf eines der üblichen
Trägermaterialien aufgebracht.
Neben den auf vielen Gebieten verwendeten Silberhalogenide
enthaltenden Schichten sind auch verschiedene
andere bekannt, wie sie z. B. in "Light-Sensitive
Systems" von Jaromir Kosar, John Wiley Verlag,
New York 1965 beschrieben werden: die Chromate und
Dichromate enthaltenden Kolloidschichten (Kosar,
Kapitel 2); die ungesättigte Verbindungen
enthaltenden Schichten, in denen diese Verbindungen
beim Belichten isomerisiert, umgelagert, cyclisiert
oder vernetzt werden (Kosar, Kapitel 4); die
photopolymerisierbare Verbindungen enthaltenden
Schichten, in denen Monomeren oder Präpolymeren
gegebenenfalls mittels eines Initiators beim
Belichten polymerisieren (Kosar, Kapitel 5); und die
o-Diazo-chinone, wie Naphthochinondiazide, p-Diazochinone
oder Diazoniumsalz-Kondensate enthaltenden
Schichten (Kosar, Kapitel 7). Zu den geeigneten
Schichten zählen auch die elektrophotographischen
Schichten, d. h. solche, die einen anorganischen oder
organischen Photoleiter enthalten. Außer den lichtempfindlichen
Substanzen können diese Schichten
selbstverständlich noch andere Bestandteile, wie z. B.
Harze, Farbstoffe oder Weichmacher enthalten.
Insbesondere können die folgenden lichtempfindlichen
Massen oder Verbindungen bei der Beschichtung der
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Trägermaterialien eingesetzt werden:
positiv arbeitende, o-Chinondiazid-, bevorzugt o- Naphthochinondiazid-Verbindungen, die beispielsweise in den DE-C 8 54 890, 8 65 109, 8 79 203, 8 94 959, 9 38 233, 11 09 521, 11 44 705, 11 18 606, 11 20 273 und 11 24 817 beschrieben werden;
negativ arbeitende Kondensationsprodukte aus aromatischen Diazoniumsalzen und Verbindungen mit aktiven Carbonylgruppen, bevorzugt Kondensationsprodukte aus Diphenylamindiazoniumsalzen und Formaldehyd, die beispielsweise in den DE-C 5 96 731, 11 38 399, 11 38 400, 11 38 401, 11 42 871, 11 54 123, den US-A 26 79 498 und 30 50 502 und der GB-A 7 12 606 beschrieben werden;
negativ arbeitende, Mischkondensationsprodukte aromatischer Diazoniumverbindungen, beispielsweise nach der DE-A 20 24 244, die mindestens je eine Einheit der allgemeinen Typen A(-D)n und B, verbunden durch ein zweibindiges, von einer kondensationsfähigen Carbonylverbindung abgeleitetes Zwischenglied, aufweisen. Dabei sind diese Symbole wie folgt definiert: A ist der Rest einer mindestens zwei aromatische carbo- und/oder heterocyclische Kerne enthaltenden Verbindung, die in saurem Medium an mindestens einer Position zur Kondensation mit einer aktiven Carbonylverbindung befähigt ist. D ist eine an ein aromatisches Kohlenstoffatom von A gebundene Diazoniumsalzgruppe; n ist eine ganze Zahl von 1 bis 10 und B der Rest einer von Diazoniumgruppen freien Verbindung, die in saurem Medium an mindestens einer Position des Moleküls zur Kondensation mit einer aktiven Carbonylverbindung befähigt ist;
positiv arbeitende Schichten, die eine bei Bestrahlung Säure abspaltende Verbindung, eine Verbindung, die mindestens eine durch Säure abspaltbare C-O-C-Gruppe aufweist (z. B. eine Orthocarbonsäureestergruppe, eine Carbonsäureamidacetalgruppe oder eine Acetalgruppe) und gegebenenfalls ein Bindemittel enthalten;
negativ arbeitende Schichten aus photopolymerisierbaren Monomeren, Photoinitiatoren, Bindemitteln und gegebenenfalls weiteren Zusätzen. Als Monomeren werden dabei beispielsweise Acryl- und Methacrylsäureester oder Umsetzungsprodukte von Diisocyanaten mit Partialestern mehrwertiger Alkohole eingesetzt, wie es beispielsweise in den US-A 26 70 863 und 30 60 023 und den DE-A 20 64 079 und 23 61 041 beschrieben wird. Als Photoinitiatoren eignen sich u. a. Benzoin, Benzoinether, Mehrkernchinone, Acridinderivate, Phenazinderivate, Chinoxalinderivate, Chinazolinderivate oder synergistische Mischungen verschiedener Ketone. Als Bindemittel können eine Vielzahl löslicher organischer Polymeren Einsatz finden, z. B. Polyamide, Polyester, Alkydharze, Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenoxid, Gelatine oder Celluloseether;
negativ arbeitende Schichten gemäß der DE-A 30 36 077, die als lichtempfindliche Verbindung ein Diazoniumsalz-Polykondensationsprodukt oder eine organische Azidoverbindung und als Bindemittel ein hochmolekulares Polymeres mit seitenständigen Alkenylsulfonyl- oder Cycloalkenylsulfonylurethan-Gruppen enthalten.
positiv arbeitende, o-Chinondiazid-, bevorzugt o- Naphthochinondiazid-Verbindungen, die beispielsweise in den DE-C 8 54 890, 8 65 109, 8 79 203, 8 94 959, 9 38 233, 11 09 521, 11 44 705, 11 18 606, 11 20 273 und 11 24 817 beschrieben werden;
negativ arbeitende Kondensationsprodukte aus aromatischen Diazoniumsalzen und Verbindungen mit aktiven Carbonylgruppen, bevorzugt Kondensationsprodukte aus Diphenylamindiazoniumsalzen und Formaldehyd, die beispielsweise in den DE-C 5 96 731, 11 38 399, 11 38 400, 11 38 401, 11 42 871, 11 54 123, den US-A 26 79 498 und 30 50 502 und der GB-A 7 12 606 beschrieben werden;
negativ arbeitende, Mischkondensationsprodukte aromatischer Diazoniumverbindungen, beispielsweise nach der DE-A 20 24 244, die mindestens je eine Einheit der allgemeinen Typen A(-D)n und B, verbunden durch ein zweibindiges, von einer kondensationsfähigen Carbonylverbindung abgeleitetes Zwischenglied, aufweisen. Dabei sind diese Symbole wie folgt definiert: A ist der Rest einer mindestens zwei aromatische carbo- und/oder heterocyclische Kerne enthaltenden Verbindung, die in saurem Medium an mindestens einer Position zur Kondensation mit einer aktiven Carbonylverbindung befähigt ist. D ist eine an ein aromatisches Kohlenstoffatom von A gebundene Diazoniumsalzgruppe; n ist eine ganze Zahl von 1 bis 10 und B der Rest einer von Diazoniumgruppen freien Verbindung, die in saurem Medium an mindestens einer Position des Moleküls zur Kondensation mit einer aktiven Carbonylverbindung befähigt ist;
positiv arbeitende Schichten, die eine bei Bestrahlung Säure abspaltende Verbindung, eine Verbindung, die mindestens eine durch Säure abspaltbare C-O-C-Gruppe aufweist (z. B. eine Orthocarbonsäureestergruppe, eine Carbonsäureamidacetalgruppe oder eine Acetalgruppe) und gegebenenfalls ein Bindemittel enthalten;
negativ arbeitende Schichten aus photopolymerisierbaren Monomeren, Photoinitiatoren, Bindemitteln und gegebenenfalls weiteren Zusätzen. Als Monomeren werden dabei beispielsweise Acryl- und Methacrylsäureester oder Umsetzungsprodukte von Diisocyanaten mit Partialestern mehrwertiger Alkohole eingesetzt, wie es beispielsweise in den US-A 26 70 863 und 30 60 023 und den DE-A 20 64 079 und 23 61 041 beschrieben wird. Als Photoinitiatoren eignen sich u. a. Benzoin, Benzoinether, Mehrkernchinone, Acridinderivate, Phenazinderivate, Chinoxalinderivate, Chinazolinderivate oder synergistische Mischungen verschiedener Ketone. Als Bindemittel können eine Vielzahl löslicher organischer Polymeren Einsatz finden, z. B. Polyamide, Polyester, Alkydharze, Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenoxid, Gelatine oder Celluloseether;
negativ arbeitende Schichten gemäß der DE-A 30 36 077, die als lichtempfindliche Verbindung ein Diazoniumsalz-Polykondensationsprodukt oder eine organische Azidoverbindung und als Bindemittel ein hochmolekulares Polymeres mit seitenständigen Alkenylsulfonyl- oder Cycloalkenylsulfonylurethan-Gruppen enthalten.
Es können auch photohalbleitende Schichten, wie sie
z. B. in den DE-C 11 17 391, 15 22 497, 15 72 312,
23 22 046 und 23 22 047 beschrieben werden, auf die
Trägermaterialien aufgebracht werden, wodurch hochlichtempfindliche,
elektrophotographische Schichten
entstehen.
Die aus den erfindungsgemäßen Trägermaterialien
erhaltenen beschichteten Offsetdruckplatten werden in
bekannter Weise durch bildmäßiges Belichten oder
Bestrahlen und Auswaschen der Nichtbildbereiche mit
einem Entwickler, vorzugsweise einer wäßrigen
Entwicklerlösung, in die gewünschte Druckform
überführt. Überraschenderweise zeigen Offsetdruckplatten,
deren Basisträgermaterialien erfindungsgemäß
behandelt werden, gegenüber solchen Platten, die zum
Vergleich mit hochpolymerer Acrylsäure, mit polymerer
Vinylphosphonsäure oder nur mit heißem Wasser behandelt
wurden, einen deutlich geringeren
Farbschleier und eine verbesserte Hydrophilie. Auch
die Haftung der lichtempfindlichen Schicht auf der
Oberfläche des Trägers war bei den erfindungsgemäß
behandelten Mustern besser als bei den Vergleichsproben.
Ein walzblankes Aluminiumband (DIN-Werkstoff Nr.
30 255) der Dicke 0,3 mm wird mit einer wäßrigalkalischen
2%igen Beizlösung bei erhöhter Temperatur
von etwa 50 bis 70°C entfettet. Die
elektrochemische Aufrauhung der Aluminiumoberfläche
erfolgt mit Wechselstrom und in einem
HNO₃ enthaltenden Elektrolyten; dabei wird eine
Oberflächenrauhigkeit mit einem Rz-Wert von 6 µm
erhalten. Die anschließende anodische Oxidation
wird entsprechend dem in der DE-A 28 11 396
beschriebenen Verfahren in einem schwefelsäurehaltigen
Elektrolyten durchgeführt; das
Oxidgewicht beträgt etwa 3,0 g/m².
Ein so hergestellter Träger ist in den Tabellen
2 und 3 mit der Nummer 1 bezeichnet.
Das derart vorbereitete Aluminiumband wird anschließend
durch ein 60°C warmes Bad aus einer
0,5%igen Lösung geführt, die eines der erfindungsgemäßen
Polymeren oder eine der Vergleichssubstanzen
(A bis C), die mit H₃PO₄ oder NaOH
auf einen pH-Wert von 5 bis 6 eingestellt
wurden, enthält. Die Zusammensetzungen dieser
Lösungen sind in Tabelle 1 aufgelistet. Die
Verweilzeit im Bad beträgt 30 s. Danach wird in
einem Spülschritt die überschüssige Lösung mit
Leitungswasser entfernt und das Band mit
Heißluft bei Temperaturen zwischen 100 und
130°C getrocknet.
Ein walzblankes Aluminiumband (DIN-Werkstoff Nr.
30 515) der Dicke 0,3 mm wird mit einer wäßrig-
alkalischen 2%igen Beizlösung bei erhöhter Temperatur
von etwa 50 bis 70°C entfettet. Die
elektrochemische Aufrauhung der Aluminiumoberfläche
erfolgt mit Wechselstrom und in einem
Salzsäure enthaltenden Elektrolyten; dabei wird
eine Oberflächenrauhigkeit mit einem Rz-Wert von
6 µm erhalten. Die anschließende anodische
Oxidation wird entsprechend dem in der DE-A 28 11 396
beschriebenen Verfahren in einem
schwefelsäurenhaltigen Elektrolyten durchgeführt;
das Oxidgewicht beträgt etwa 3,0 g/m².
Ein so hergestellter Träger ist in den Tabellen
2 und 3 mit der Nummer 2 bezeichnet.
Das derart vorbereitete Aluminiumband wird anschließend
durch ein 50°C warmes Bad aus einer
0,5%igen Lösung geführt, die eines der erfindungsgemäßen
Polymeren oder eine der Vergleichssubstanzen
(A bis C), die mit H₃PO₄ oder NaOH
auf einen pH-Wert zwischen 5 und 6 eingestellt
wurden, enthält. Die Zusammensetzungen dieser
Lösungen sind in Tabelle 1 aufgelistet.
Ein walzblankes Aluminiumband (DIN-Werkstoff Nr.
30 255) der Dicke 0,2 mm wird mit einer wäßrig-
alkalischen 2%igen Beizlösung bei erhöhter
Temperatur von etwa 50 bis 70°C entfettet.
Anschließend wird der Träger unter Anwendung
schneidender Körnmittel gebürstet. Dabei wird
eine Oberflächenrauhigkeit mit einem Rz-Wert von
4 µm erhalten. Die anschließende anodische Oxidation
erfolgt nach dem in der DE-C 16 71 614
(=US-A 35 11 661) beschriebenen Verfahren in
einem Phosphorsäure enthaltenden Elektrolyten.
Das Oxidgewicht beträgt 0,9 g/m². Das derartig
bearbeitete Aluminiumband wird in Bleche der
Größe 50×45 cm geschnitten.
Ein so hergestellter Träger ist in Tabelle 2 mit
der Nummer 3 bezeichnet.
Die derartig vorbereiteten Träger werden in ein
60°C warmes Bad einer wäßrigen Lösung von 0,4%
eines der in Tabelle 1 unter A bis N angeführten
Polymeren, das H₃PO₄ oder NaOH auf einen pH-Wert
zwischen 5 und 6 eingestellt wurde, getaucht.
Die Verweilzeit im Bad beträgt 60 s. Danach wird
in einem Spülschritt die überschüssige Lösung
mit entsalztem Wasser entfernt und der Träger an
der Luft getrocknet.
Die unter A1 bis A3 beschriebenen Trägermaterialien,
die jeweils mit 13 verschiedenen Lösungen behandelt
wurden, ergaben insgesamt 39 nachbehandelte Träger.
Sie sind zusammen mit den weiter unten erläuterten
Meßergebnissen in Tabelle 2 aufgeführt.
Außer der unter A1 bis A3 beschriebenen
Tauchbehandlung wurden einige Träger einer
elektrochemischen Nachbehandlung unterworfen, die im
folgenden beschrieben wird.
Träger aus dem Beispiel A2 werden in eine 0,2%ige
Lösung der Präparate A bis N (Tabelle 1) bei 40°C
getaucht. Die Träger werden als Anode geschaltet und
mit 10 Volt Gleichstrom 20 s behandelt. Danach wird
in einem die überschüssige Lösung mit
entsalztem Wasser entfernt, und die Träger werden an
der Luft getrocknet. In Tabelle 3 sind die so hergestellten
Träger und die Ergebnisse der unten
beschriebenen Messungen zusammengestellt.
Mit jedem der nach den Beispielen gewonnenen
Trägermaterialien wurden folgende Messungen durchgeführt:
Als Maß für die Alkaliresistenz einer Aluminiumoxidschicht
gilt die Auflösegeschwindigkeit der Schicht
in Sekunden in einer alkalischen Zinkatlösung. Die
Schicht ist umso alkalibeständiger, je länger sie zur
Auflösung braucht. Die Schichtdicken sollten in etwa
vergleichbar sein, da sie natürlich auch einen
Parameter für die Auflösegeschwindigkeit darstellen.
Man bringt einen Tropfen einer Lösung aus 500 ml H₂O
dest., 480 g KOH und 80 g Zinkoxid auf die zu
untersuchende Oberfläche und bestimmt die Zeitspanne
bis zum Auftreten von metallischem Zink, was an
einer Schwarzfärbung der Untersuchungsstelle zu
erkennen ist. Dieser "Zinkattest" ist in der Spalte 4
der Tabelle 2 erwähnt. Diese Methode ist beispielsweise
in der US-A 39 40 321, Spalten 3 und 4,
Zeilen 29 bis 68 und Zeilen 1 bis 8 beschrieben.
Die Prüfung wird anhand von Randwinkelmessungen
gegenüber einem aufgesetzten Wassertropfen durchgeführt.
Dabei wird der Winkel bestimmt zwischen der
Trägeroberfläche unter dem Tropfen und einer durch
den Berührungspunkt des Tropfens gelegten Tangente;
er liegt im allgemeinen zwischen 0° und 90°. Die
Benetzung ist umso besser je kleiner der Winkel ist.
Auf diese Randwinkelmessungen beziehen sich die
Angaben in Spalte 5 der Tabelle 2.
Ein Stück eines jeden der in den Träger-
Beispielen A1 bis A3 beschriebenen Träger wird
mit folgender Lösung beschichtet:
6,6 Gew.-Teile Kresol-Formaldehyd-Novolok (mit
dem Erweichungsbereich 105 bis
120°C nach DIN 53 181),
1,1 Gew.-Teile des 4-(2-Phenyl-prop-2-yl)-phenylesters der Naphthochinon- (1,2)-diazid-(2)-sulfonsäure-(4),
0,6 Gew.-Teile 2,2′-Bis-(naphthochinon-(1,2)-diazid- (2)-sulfonyloxy-(5))- dinaphthyl-(1,1′)-methan,
0,24 Gew.-Teile Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)- sulfochlorid-(4),
0,08 Gew.-Teile Kristallviolett,
91,36 Gew.-Teile Lösemittelgemisch aus 4 Vol-Teilen Ethylenglykolmonomethylether, 5 Vol-Teilen Tetrahydrofuran und 1 Vol-Teil Butylacetat.
1,1 Gew.-Teile des 4-(2-Phenyl-prop-2-yl)-phenylesters der Naphthochinon- (1,2)-diazid-(2)-sulfonsäure-(4),
0,6 Gew.-Teile 2,2′-Bis-(naphthochinon-(1,2)-diazid- (2)-sulfonyloxy-(5))- dinaphthyl-(1,1′)-methan,
0,24 Gew.-Teile Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)- sulfochlorid-(4),
0,08 Gew.-Teile Kristallviolett,
91,36 Gew.-Teile Lösemittelgemisch aus 4 Vol-Teilen Ethylenglykolmonomethylether, 5 Vol-Teilen Tetrahydrofuran und 1 Vol-Teil Butylacetat.
Die beschichteten Träger werden im Trockner bei
Temperaturen bis 120°C getrocknet. Die so
hergestellten Druckplatten werden unter einer
Positivvorlage belichtet und mit einem Entwickler der
folgenden Zusammensetzung entwickelt:
5,3 Gew.-Teile Natriummetasilikat×9 H₂O,
3,4 Gew.-Teile Trinatriumphosphat×12 H₂O,
0,3 Gew.-Teile Natriumdihydrogenphosphat (wasserfrei),
91,0 Gew.-Teile Wasser.
3,4 Gew.-Teile Trinatriumphosphat×12 H₂O,
0,3 Gew.-Teile Natriumdihydrogenphosphat (wasserfrei),
91,0 Gew.-Teile Wasser.
Die erhaltenen Druckformen werden optisch im Hinblick
auf evtl. in den Nichtbildstellen noch vorhandene
Farbstoffreste (Blauschleier) beurteilt. Das Ergebnis
ist in Spalte 6 der Tabelle 2 aufgeführt.
Ein Stück eines jeden der in den Träger-
Beispielen A1 bis A3 beschriebenen Träger wird
mit der folgenden negativ arbeitenden lichtempfindlichen
Schicht versehen:
16,75 Gew.-Teilen einer 8%igen Lösung des
Umsetzungsproduktes eines
Polyvinylbutyrals mit einem
Molekulargewicht von 70 000
bis 80 000, bestehend aus
71 Gew.-% Vinylbutyral-,
2 Gew.-% Vinylacetat- und
27 Gew.-% Vinylalkohol-Einheiten,
mit Propenylsulfonylisocyanat,
2,14 Gew.-Teilen 2,6-Bis-(4-azido-benzal)-4- methylcyclohexanon,
0,23 Gew.-Teilen (R)Rhodamin 6 GDN extra und
0,21 Gew.-Teilen 2-Benzoylmethylen-1-methyl- β-naphthothiazolin in
100 Vol-Teilen Ethylenglykolmonomethylether und
50 Vol-Teilen Tetrahydrofuran.
2,14 Gew.-Teilen 2,6-Bis-(4-azido-benzal)-4- methylcyclohexanon,
0,23 Gew.-Teilen (R)Rhodamin 6 GDN extra und
0,21 Gew.-Teilen 2-Benzoylmethylen-1-methyl- β-naphthothiazolin in
100 Vol-Teilen Ethylenglykolmonomethylether und
50 Vol-Teilen Tetrahydrofuran.
Die Träger werden getrocknet, wie unter dem Punkt D1
beschrieben.
Das Trockenschichtgewicht beträgt 0,75 g/m². Die
Reproduktionsschicht wird unter einer Negativvorlage
35 s lang mit einer Metallhalogenid-Lampe von 5 kW
Leistung belichtet. Die belichtete Schicht wird mittels
eines Plüschtampons mit einer Entwicklerlösung
folgender Zusammensetzung
5 Gew.-Teile Natriumlaurylsulfat,
1 Gew.-Teil Natriummetasilikat×5 H₂O,
94 Vol-Teile Wasser
1 Gew.-Teil Natriummetasilikat×5 H₂O,
94 Vol-Teile Wasser
entwickelt.
Die Nichtbildstellen der erhaltenen Druckformen
werden optisch im Hinblick auf evtl. noch vorhandene
Schichtreste beurteilt. Das Ergebnis dieser Beurteilung
im Vergleich zum Stand der Technik (A) steht
in Spalte 7 der Tabelle 2.
In der Tabelle 2 bedeuten die Zeichen
- schlechter als der Stand der Technik gemäß
dem Vergleichsbeispiel der Lösung A,
○ gleich gut wie der Stand der Technik gemäß dem Vergleichsbeispiel der Lösung A,
+ besser als der Stand der Technik gemäß dem Vergleichsbeispiel der Lösung A.
○ gleich gut wie der Stand der Technik gemäß dem Vergleichsbeispiel der Lösung A,
+ besser als der Stand der Technik gemäß dem Vergleichsbeispiel der Lösung A.
Ein gemäß Beispiel 15 der Tabelle 2
hergestellter, anodisch oxidierter Träger wird
zur Herstellung einer elektrophotographisch
arbeitenden Offsetdruckplatte mit folgender
Lösung beschichtet:
10 Gew.-Teile 2,5-Bis-(4′-diethylaminophenyl)-
1,3,4-oxadiazol,
10 Gew.-Teile eines Mischpolymerisats aus Styrol und Maleinsäureanhydrid mit einem Erweichungspunkt von 210°C,
0,02 Gew.-Teile (R)Rhodamin FB (C. I. 45 170),
300 Gew.-Teile Ethylenglykolmonomethylether.
10 Gew.-Teile eines Mischpolymerisats aus Styrol und Maleinsäureanhydrid mit einem Erweichungspunkt von 210°C,
0,02 Gew.-Teile (R)Rhodamin FB (C. I. 45 170),
300 Gew.-Teile Ethylenglykolmonomethylether.
Die Träger werden getrocknet, wie unter dem Druck D1
beschrieben.
Die Schicht wird im Dunkeln mittels einer Corona auf
etwa 400 V negativ aufgeladen. Die aufgeladene Platte
wird in einer Reprokamera bildmäßig belichtet und anschließend
mit einem elektrophotographischen Suspensionsentwickler
entwickelt, der eine Dispersion von
3,0 Gew.-Teilen Magnesiumsulfat in einer Lösung von
7,5 Gew.-Teilen Pentaerythritharzester in 1200 Vol-Teilen
eines Isoparaffingemisches mit einem
Siedebereich von 185 bis 210°C darstellt. Nach
Entfernen der überschüssigen Entwicklerflüssigkeit
wird der Entwickler fixiert und die Platte während
60 s in eine Lösung aus
35 Gew.-Teilen Natriummetasilikat×9 H₂O,
140 Gew.-Teilen Glycerin,
550 Vol-Teilen Ethylenglykol und
140 Vol-Teilen Ethanol
140 Gew.-Teilen Glycerin,
550 Vol-Teilen Ethylenglykol und
140 Vol-Teilen Ethanol
getaucht. Die Platte wird dann mit einem kräftigen
Wasserstrahl abgespült, wobei die nicht mit Toner
bedeckten Stellen der Photoleiterschicht entfernt
werden. Die Platte ist dann druckfertig. Die Nichtbildstellen
der Platte zeigen eine gute Hydrophilie
und lassen auch nach der Einwirkung alkalischer
Lösungen keine Zeichen eines Angriffs erkennen. Es
lassen sich mit der Druckform mehrere zehntausend
Drucke erzielen.
Die Tabelle 2 zeigt, daß die erfindungsgemäßen Produkte
in vielen Eigenschaften besser sind als der Stand der
Technik, in keiner jedoch schlechter als dieser.
Die Tabelle 3 zeigt, daß bei den elektrochemisch
nachbehandelten Trägern entsprechend gute Werte wie in
Tabelle 2 erhalten werden, wobei insbesondere die
Werte für das Zinkattest noch verbessert sind.
Außer den vorbeschriebenen Tests, die mit allen
Trägern durchgeführt wurden, wurden Träger, die nach
den Beispielen 1 bis 3 der Tabelle 2 hergestellt
worden waren, wie im Beispiel D1 beschrieben, mit
einer positiv arbeitenden lichtempfindlichen Schicht
beschichtet und durch Belichten und Entwickeln
Druckformen hergestellt. Damit wurden Druckversuche
unternommen, die einwandfreie Drucke bis zu einer
Druckauflage von 210 000 lieferten. Eine Druckform,
die mit einem Träger des Vergleichsbeispiels A
(Tabelle 2) in analoger Weise hergestellt wurde,
zeigte ein schlechteres Freilaufverhalten. Nach
170 000 Drucken wurden feine Rasterpunkte nicht mehr
richtig wiedergegeben.
Claims (19)
1. Platten-, folien- oder bandförmiges Trägermaterial
für Offsetdruckplatten, bestehend aus
mechanisch, chemisch oder elektrochemisch aufgerauhtem
und gegebenenfalls anodisiertem Aluminium
oder einer seiner Legierungen, das auf wenigstens
einer Seite eine hydrophile Beschichtung aus einem
saure Seitengruppen enthaltenden Polymeren trägt,
dadurch gekennzeichnet, daß das hydrophile Polymere
mindestens 2 Mol-% Einheiten mit sauren Seitengruppen
und zusätzlich zu den sauren Seitengruppen noch
mindestens 2 Mol-% Einheiten mit basischen, zu einer
Protonierung befähigten Gruppen enthält.
2. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das hydrophile Polymere ein
Mischpolymeres aus einer mit basischen Gruppen
versehenen Monomereinheit und einer saure Gruppen
tragenden Monomereinheit ist.
3. Trägermaterial nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das basische Gruppen tragende
Monomere eine Aminogruppe ist.
4. Trägermaterial nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Aminogruppe mindestens eine
Alkyl- oder Arylgruppe enthält.
5. Trägermaterial nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das saure Gruppen tragende
Monomere eine Carboxylgruppe enthält.
6. Trägermaterial nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das saure Gruppen tragende
Monomere eine Sulfonsäuregruppe enthält.
7. Trägermaterial nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das saure Gruppen tragende
Monomere eine Phosphonsäuregruppe enthält.
8. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Mischpolymere neben den
sauren und basischen Seitengruppen noch zusätzliche
Einheiten ohne Säure/Base-Wirkung enthält.
9. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Mischpolymere ein mittleres
Molekulargewicht von mindestens 1000 hat.
10. Trägermaterial nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Mischpolymere ein mittleres
Molekulargewicht von 5000 bis 50 000 hat.
11. Trägermaterial nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Mischpolymere ein Molekulargewicht
von mehr als 50 000 hat.
12. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Monomerenverhältnis der im
Mischpolymeren vorhandenen basischen Monomereinheiten
zu den sauren Monomereinheiten im Bereich von 2 : 98
bis 98 : 2 liegt.
13. Trägermaterial nach Anspruch 12, dadurch
gekennzeichnet, daß das Molverhältnis der basischen
zu den sauren Monomereinheiten äquimolar ist.
14. Trägermaterial nach Anspruch 13, dadurch
gekennzeichnet, daß das Molverhältnis der ionischen
zu den nicht-ionischen Monomereinheiten von 4 : 96 bis
zu 100 : 0 reicht.
15. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die sauren Seitengruppen als
Metallsalze mit Metallkationen vorliegen.
16. Trägermaterial nach einem der Ansprüche 1
bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallkation
der Beschichtungen V5+-, Bi3+-, Al3+-, Fe3+-, Zr4+-,
Sn4+-, Ca2+-, Ba2+-, Sr2+-, Ti3+-, Co2+-, Fe2+-,
Ce4+-, Mn2+-, Ni2+-, Cu2+-, Zn2+- oder Mg2+-Ion ist.
17. Verfahren zur Herstellung eines
Trägermaterials für Offsetdruckplatten nach einem der
Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das
Aluminium oder eine seiner Legierungen mit den
gelösten Mischpolymeren in einer Konzentration von
0,02 bis 5,0 Gew.-% in wäßriger, gegebenenfalls
saurer Lösung durch Tauch- oder elektrochemische
Behandlung beschichtet und die Schicht anschließend
getrocknet wird.
18. Verfahren zur Herstellung eines
Trägermaterials nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aluminium oder eine
seiner Legierungen zuerst mit einer 0,01- bis
10,0%igen Lösung der erfindungsgemäßen Polymeren und
anschließend mit einer 1,0%igen bis gesättigten,
vorzugsweise wäßrigen Lösung eines Salzes mit den
Kationen V5+-, Bi3+-, Al3+-, Fe3+-, Zr4+-, Sn4+-,
Ca2+-, Ba2+-, Sr2+-, Ti3+-, Co2+-, Fe2+-, Mn2+-,
Ni2+-, Cu2+-, Ce4+-, Zn2+- oder Mg2+-Ion behandelt
und die aus den Umsetzungsprodukten erzeugte Schicht
getrocknet wird.
19. Verwendung eines Trägermaterials nach einem
der Ansprüche 1 bis 16 für die Beschichtung mit
lichtempfindlichen Substanzen.
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