DE4022722A1 - Verfahren und vorrichtung zum herstellen eines rohranschlusses - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum herstellen eines rohranschlussesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Herstellen eines Rohranschlusses, bei
dem ein Rohr mit einem Befestigungsflansch verbunden
wird und das Rohr in eine Matrizenhülse eines Werkzeugs
verformt wird.
Aus der US-PS 41 47 385 ist eine Rohrmuffe bekannt, die
formschlüssig mit einem freien Ende eines dünnwandigen
Rohres verpreßbar ist. Hierzu sind in der Rohrmuffe
mehrere durch einen Ringsteg voneinander getrennte Ring
nuten angeordnet, in die das dünnwandige Rohr einpreß
bar ist. Dieses Einpressen eines Abschnittes des Rohres
in die Ringnuten erfolgt über einen bekannten, zwischen
zwei Spannringen zusammendrückbaren elastomeren
Expander eines Zugstempels in einem Werkzeug. Diese
Spannringe eines derartigen bekannten Expanders sind so
geschlitzt ausgeführt, daß sie sich mit einem zunehmen
den Quetschdruck radial aufweiten können. Bei einem
solchen Quetschvorgang hinterläßt der sich aufweitende
geschlitzte Spannring einen radialen Abdruck an der
Innenfläche von harten Rohren und kratzt bei weichen
Rohren die Innenumfangsfläche an, was zu Ermüdungs
brüchen führen kann. Auch ist eine Überbrückung von
relativ großen Toleranzbandbreiten von Innendurchmes
sern verschiedener Anwendungsrohre, wie z. B. von
Rohren für die Luftfahrt und von Rohren für den Kraft
fahrzeugbau nicht möglich, da diese von den ge
schlitzten Spannringen nicht zu überbrücken sind und es
auch in kurzer Zeit zu Ermüdungserscheinungen des Werk
stoffs und somit zu einem Bruch der Spannringe kommen
würde.
Um gesickte Rohre ohne eine Verbindung mit einem
weiteren Rohr oder Hülsenelement herzustellen zu kön
nen, sind spezielle Rollwerkzeuge bekannt. Auch können
die Ringsicken im Rohr mittels eines axialen Stauchvor
gangs hergestellt werden. Bei beiden Arbeitsverfahren
wird die Rohrstruktur verändert und geschwächt und es
können sich Risse bilden. Um dies zu vermeiden, ist es
erforderlich dickwandige Rohre zu verwenden, die aber
wiederum schwerer sind und einen erhöhten Platzbedarf
benötigen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine einfach herzustel
lende Rohrverbindung zu schaffen, die neben einer ab
soluten Dichtheit leicht sowie schwingungsresistent
ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale
des Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind durch die Merkmale der Unteransprüche gekenn
zeichnet.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen da
rin, daß die halbkreisförmigen Ringsicken im Rohr in
einem Werkzeug über einem elastomerischen Expander
hergestellt werden, über den der Rohrwerkstoff in Ring
nuten einer Matrizenhülse des Werkzeugs gepreßt wird.
Bei einer solchen Verfahrensweise wird das Rohr le
diglich aufgeweitet, ohne daß das Fasergefüge in nach
teiliger Weiser verändert oder gar verletzt wird.
Der Expander des Preßwerkzeugs wird im Gegensatz zum
Stand der Technik zwischen zwei Spannringen gehalten,
die mit kegeligen Innenaufnahmen geführt sind und in
denen sich entsprechend ausgebildete Stirnflächen des
Expanders abstützen. Sie weisen einen, an den Innendurch
messer des Rohres maßlich in einem engen Toleranzbe
reich angepaßten Durchmesser auf, so daß eine defi
nierte radiale Aufweitung des Expanders erreicht wird.
Ferner werden durch die geschlossenen Spannringe Be
schädigungen der Rohrinnenwandung vermieden und radiale
Abdrücke unterbunden. Auch wird durch die kegeligen
Aufnahmen im Spannring möglich, daß der Expander beim
Zusammendrücken entlang der Kegelfläche gleiten kann,
ohne sich hierbei besonders abzunützen.
Der Öffnungswinkel der kegeligen Innenaufnahme sowie
der Winkel des Außenkegels des Expanders können eine
Größe in Abhängigkeit von der Art des Rohres der Wand
dicke und dem Quetschdruck aufweisen, um ein optimales
Gleiten und radiales Aufweiten des Expanders zu erzie
len.
Der Rohranschluß, im wesentlichen bestehend aus dem
Rohr mit Flansch wird in einem Arbeitsgang im Werkzeug
hergestellt, indem der Flansch gleichzeitig mit dem
Preßvorgang des Expanders auf dem Rohr festgesetzt
wird. Im wesentlichen bildet sich ein Ringabsatz oder
der Flansch wird durch eine entsprechende Rillenaus
bildung an seiner Innenoberfläche am Rohr festgehalten.
Eine Dichtheit zwischen dem gestickten Rohr und einem
Anschlußgehäuse oder dergleichen kann über ein zwischen
den Ringsicken angeordneten Dichtring erfolgen, der
dann die Dichtfunktion ausübt. Es ist aber auch mög
lich, das Rohrende gegen einen Absatz eines Anschluß
gehäuses axial zu verspannen, daß sich die Ringsicken
radial aufweiten und gegen die Aufnahmebohrung im Ge
häuse pressen und so eine Dichtheit erzielt wird.
Ein derartiger Rohranschluß besteht in vorteilhafter
Weise aus wenigen Teilen und wird unter Vermeidung von
Lötungen, Schweißungen, Klebungen oder dergleichen Ver
bindungsverfahren in einem einzigen Arbeitsvorgang her
gestellt, wobei in besonderen Fällen auch der Dichtring
entfallen kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher be
schrieben. Es zeigen:
Fig. 1 ein Werkzeug mit einem elastischen Expander um
Herstellen von Ringsicken in einer Matrizen
hülse, wobei die obere Zeichnungshälfte den
Ausgangszustand und die untere Zeichnungs
hälfte den Endzustand des Rohres zeigen,
Fig. 2 gemäß dem Stand der Technik eine Einzelheit
des zwischen zwei geschlitzten Spannringen
abgestützten Expanders,
Fig. 3 eine erfindungsgemäße Einzelheit des zwischen
zwei geschlossenen und kegeligen Aufnahmen
aufweisenden Spannringen abgestützten Expan
ders,
Fig. 4 ein Rohr mit zwischen zwei Ringsicken ange
ordneten Dichtring und einem Befestigungs
flansch im Schnitt und
Fig. 5 ein Rohr mit zwei Ringsicken und einem Befesti
gungsflansch ohne Dichtring, wobei in der
oberen Zeichnungshälfte ein Ausgangszustand
und in der unteren Zeichnungshälfte der dicht
ende Verbindungszustand im Anschlußgehäuse
gezeigt ist.
Wie in Fig. 1 näher dargestellt, wird zum Herstellen von
Ringsicken 1, 2 an einem Rohr 3 eine Matrizenhülse 4
verwendet, die in einem Werkzeug 5 unverschieblich ge
halten ist. Innerhalb des Rohres 3 ist ein elastomerer
Expander 6 zwischen Spannringen 7 und 8 angeordnet,
zwischen denen ein Zugstempel 9 des Expanders 6 zusam
mendruckbar ist und sich hierbei radial aufweitet.
Der Expander 6 wird sich beim Zusammendrücken in ra
dialer Richtung derart aufweiten, daß die den Ringnuten
10, 11 in der Matrizenhülse 4 gegenüberliegende Rohr
wandung in die Ringnuten 10, 11 hineinquetschbar ist,
was in der unteren Zeichnungshälfte der Fig. 1 darge
stellt ist. Bei diesem Quetschvorgang kann gleichzeitig
ein übergestreckter Befestigungsflansch 12 mitverbunden
werden.
Der Expander 6 ist vorzugsweise zwischen zwei geschlos
senen Spannringen 7 und 8 gehalten, die jeweils Innen
kegel 13, 14 zur stützenden Aufnahme der freien
Stirnenden 15, 16 des Expanders 6 aufweisen (Fig. 3).
Diese Stirnenden 15, 16 sind mit korrespondierend zu
den Innenkegeln 13, 14 ausgebildeten Außenkegeln ver
sehen. Der Öffnungswinkel der Innenkegel 13, 14 kann
entsprechend den Erfordernissen gewählt werden. Insbe
sondere sind die Spannringe 7, 8 im Durchmesser in Ab
stufungen von 0,10 mm ausgebildet, so daß alle mög
lichen Bereiche von Rohrinnendurchmesser abgedeckt
sind. In Fig. 2 sind die Spannringe nach dem Stand der
Technik mit Schlitzen 30 versehen, die ein nachteiliges
Aufweiten bewirken.
Der Befestigungsflansch 12 wird auf dem Rohr 3 gleich
zeitig mit dem Herstellen der Ringsicken 1 und 2 in der
Matrizenhülse 4 festgesetzt. Hierzu wird die Rohrwan
dung in Pfeilrichtung 17 gegen die innere Umfangsfläche
18 des Flansches 12 gepreßt und hierbei bildet sich
hinter der Stirnfläche 19 des Flansches 12 ein Ringab
satz 20. In Fig. 1 ist ein mögliches Werkzeug 5 zur
Herstellung eines solchen Rohranschlusses gezeigt. Die
innere Umfangsfläche 18 des Flansches 12 kann auch mit
Rillen oder dergleichen Einkerbungen versehen sein, was
nicht näher dargestellt ist, in die sich dann das Wan
dungsmaterial des Rohres 3 hineinkrallt.
Das Rohr 3 gemäß Fig. 4 kann, wie dargestellt, zwei
Ringsicken 1 und 2 mit einem zwischenliegenden Dicht
ring 21 aufweisen. Denkbar wäre aber auch nur eine Ring
sicke 1 oder 2, die in einer entsprechenden Matrizen
hülse herstellbar ist. Über den Flansch 12 erfolgt eine
Befestigung an einem Gehäuse 22, wie in Fig. 5 darge
stellt ist.
Bei Vermeidung der Verwendung eines Dichtringes 21
können die Ringsicken 1 und 2 auch eine genügende Dicht
funktion ausüben. Hierzu stützt sich das Rohrende 23 an
einem kegeligen Absatz 24 des Gehäuses 22 ab und wird
über den Flansch 12 axial in Pfeilrichtung 25 ver
spannt, so daß sich die Sickböden derart aufweiten, daß
sie sich an die zylindrische Innenwand 26 des Gehäuses
22 pressen können. Es ergeben sich somit drei hinterein
ander angeordnete Dichtflächen 27, 28 und 29, wobei die
erste Dichtfläche 27 sich zwischen dem kegeligen Absatz
24 und der Sicke 1, die zweite Dichtfläche 28 zwischen
der Ringsicke 1 und der zylindrischen Innenwandung 26
und die dritte Dichtfläche 29 zwischen Ringsicke 2 und
der zylindrischen Innenwandung 26 ergibt.
Das Rohr 3 kann auch mit einer Antikorrosionsbeschich
tung versehen sein, die sich dann an die Innenwand 26
des Gehäuses 22 preßt und eine zusätzliche Dichtheit
gewährleistet.
Claims (9)
1. Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Rohr
anschlusses, bei dem ein Rohr mit einem Befesti
gungsflansch verbunden wird und das Rohr in eine
Matrizenhülse eines Werkzeugs verformt wird, da
durch gekennzeichnet, daß das Rohr (3) in eine mit
wenigstens einer halbkreisförmigen Ringnut (10 oder
11) versehene entfernbare Matrizenhülse (4) eines
Ziehwerkzeugs (5) eingelegt wird und angrenzend der
Befestigungsflansch (12) auf dem Rohr (3) angeord
net ist und das Rohr im Bereich der Ringnut (10
oder 11) und des Flansches (12) über einen einge
führten elastomeren Expanders (6) eines Zugstempels
(9) zwischen zwei geschlossenen kalibrierten Spann
ringen (7, 8) zusammengezogen wird und daß die um
fangsseitige Rohrwand in die Nut (10 oder 11) der
Matrizenhülse (4) hineingepreßt wird und sich als
erhabener Ringsicke (1 oder 2) ausbildet und das
Rohr (3) im Bereich des Flansches (12) zum Fest
setzen aufgeweitet wird und sich ein an die freie
Stirnfläche (19) des Befestigungsflansches (12)
anschließender Ringabsatz (20) ausformt.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Ma
trizenhülse (4) wenigstens zwei mit einem Abstand
zueinander angeordnete halbkreisförmige Ringnuten
(10 und 11) angeordnet sind.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Spannringe (7, 8) des elastomeren
Expanders (6) jeweils zentrisch angeordnete kegeli
ge Innenaufnahmen (13, 14) aufweisen, die korrespon
dierend mit gegenüberstehenden kegelig ausgebil
deten Stirnenden (15, 16) des Expanders (6) ange
ordnet sind.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Öffnungswinkel (α) der kegeligen Innenauf
nahme (13, 14) eine Größe in Abhängigkeit von der
Wanddicke des Rohres, dem Quetschdruck und dem Werk
stoff aufweist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spannringe (7, 8) einen Außendurchmesser aufweisen,
der in etwa dem Innendurchmesser des Rohres ent
spricht.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Befestigungsflansch (12) an seiner dem Rohr (3)
zugerichteten inneren Umfangsfläche (18) Rillen
aufweist, in denen eingepreßte Wandungsabschnitte
des Rohres (3) krallend angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Rohrende (23) in einem Anschlußgehäuse (22) über
ein zwischen den Ringsicken (1, 2) angeordneten
O-Ring (21) dichtend angeordnet und der rohrfeste
Flansch (12) mit dem Anschlußgehäuse (22) verbunden
ist.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
eine Stirnseite des mit wenigstens zwei Ringsicken
(1 und 2) versehenden Rohrende (23) an einer
stirnseitigen Dichtfläche (27) des Anschlußgehäuses
(22) abgestützt ist und die Ringsicken (1 und 2)
unter radialer Spannung dichtend an einer zylin
drischen Innenumfangsfläche (26) des Anschlußge
häuses (22) anliegen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich
net, daß der Befestigungsflansch (12) mit einem die
radiale Spannung der Ringsicken (1 und 2) erzeu
genden axialen Klemmabstand (a) zum Anschlußgehäuse
(22) angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904022722 DE4022722A1 (de) | 1990-07-17 | 1990-07-17 | Verfahren und vorrichtung zum herstellen eines rohranschlusses |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904022722 DE4022722A1 (de) | 1990-07-17 | 1990-07-17 | Verfahren und vorrichtung zum herstellen eines rohranschlusses |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4022722A1 true DE4022722A1 (de) | 1992-01-23 |
| DE4022722C2 DE4022722C2 (de) | 1992-09-24 |
Family
ID=6410454
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904022722 Granted DE4022722A1 (de) | 1990-07-17 | 1990-07-17 | Verfahren und vorrichtung zum herstellen eines rohranschlusses |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4022722A1 (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4022722C2 (de) | 1992-09-24 |
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