DE4022462A1 - Luftverbringbares unterwasser-projektil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Projektil gemäß dem Oberbegriff des An
spruches 1.
Ein derartiges Projektil ist als sogenannter Flugzeugtorpedo aus
der DE-PS 11 26 274 bekannt. Um die am Torpedo-Heck vorgesehenen
Richtungs-Steuermittel möglichst rasch nach dem Eintauchen in das
Wasser wirksam werden lassen zu können, ist dort vorgesehen, vor
dem eigentlichen Projektil einen Stirnkörper verkleinerter Stirn
fläche zu positionieren, die so ausgelegt ist, daß eine beim Ein
tauchen in das Wasser zwangsläufig auftretende Kavitationsblase
entsprechend kleinen Durchmessers schon relativ weit vor der eigentli
chen Projektil-Stirn entsteht. Dadurch soll sichergestellt werden,
daß auch schon vor Übergang in den (eigentlich angestrebten) kavi
tationsfreien Lauf des Projektils durch das Wasser die Strömung
längs der Mantelfläche des Torpedokörpers verläuft, so daß dessen
Organe zur Bewegungsbeeinflussung wirksam werden können.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein luftver
bringbares Unterwasser-Projektil zu schaffen, das auch ohne Aus
stattung mit Lenkorganen und selbst unter gegenüber der Wasser-Ober
fläche flachem Einschußwinkel richtungsstabil in das Wasser eintritt
und sich dort auch ohne Antrieb unter geschoßartig-hoher Geschwin
digkeit richtungsstabil weiterbewegt; wobei dieses Projektil auch
vor dem Eintauchen ins Wasser stabile Flugeigenschaften in Luft
eröffnen und preisgünstig erstellbar sowie aus eingeführten Waffen
verbringbar sein soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst,
daß gemäß dem Kennzeichnungsteil des Patentanspruches 1 bei einem
eingeführten Unterkaliber-Penetrator der Frontbereich des Schwerme
tall-Kernes nach Entfernen der ballistischen Haube unter Ausbildung
einer quer zur Längsachse gelegenen ebenen Stirnfläche gekürzt wird,
hinter der sich nach einem axial kurzen Zylinder koaxial ein Zylinder
oder ein gestreckter spitzwinkliger Kegelstumpf anschließt, der
über eine umlaufend vorspringende Stufe in den Original-Durchmesser
des Wuchtgeschoß-Kernes übergeht, ehe sich der Befestigungsbereich
für einen Treibspiegel anschließt.
Nach dieser Auslegung der nur leichten Modifikation in der Geometrie
einer eingeführten Munition ergibt sich ein Unterwasser-Laufkörper,
der große Laufstrecken stabil und zielgenau mit projektilartiger
Geschwindigkeit durch das Wasser zurücklegen kann, so daß mit auf
Überwasser-Schiffen eingeführten Waffen Unterwasser-Zielobjekte
(wie insbesondere Tauchboote oder geortete Minen) zielsicher getrof
fen und damit in ihrer Funktionsbereitschaft zumindest eingeschränkt
werden können.
Denn die hohe Dichte des Schwermetall-Penetratorkernes und dessen
schlanke Form ermöglichen große Laufstrecken unter geringem Geschwin
digkeitsverlust im Wasser. Die Richtungsstabilisierung erfolgt in
erster Linie durch die senkrecht zur Projektil-Längsachse angeord
nete kreisförmige Stirnfläche reduzierten Durchmessers, die eine
relativ dicht aber nicht ganz an der Kern-Mantelfläche anliegende
Kavitationsblase im Wasser hervorruft, von der radial orientierte
Rückstellkräfte auf das Kern-Heck hervorgerufen werden, wenn dieses
aus der axialen Bewegungsrichtung ausbrechen sollte.
Durch die Verkürzung der Kern-Spitze erfolgt eine Vorverlegung des
Schwerpunktes und dadurch eine Erhöhung der Richtungsstabilität
des Kernes sowohl in Luft wie auch im Wasser. Eine zusätzliche Sta
bilisierung kann durch Pfeilflügel am Heck des Kernes erfolgen,
deren radiale Erstreckung von der Kern-Achse fort gegebenenfalls
auf das für die Luftverbringung vorgesehene Rohrkaliber zu reduzieren
ist. Dieses Leitwerk eines serienmäßigen Wuchtgeschosses (lediglich
abgedreht auf das Verbringungskaliber) liefert eine erhebliche Ver
besserung der Stabilisierung des Fluges durch die Luft und nach
dem Eintauchen in das Wasser die sonst nur vom Heck des Projektil
körpers ausgehenden Rückstellkräfte. Wenn dann mit dem Geschwindig
keitsabbau im Wasser schließlich die anfangs bis zum Heckbereich
sich erstreckende Kavitationsblase verschwindet, dann haben die
schneidenförmigen Leitwerksflügel immer noch strömungsmechanische
Stabilisierungswirkung im Wasser.
Die hinter der Kavitations-Stirnfläche in den verkürzten Frontbe
reich des Schwermetall-Kernes eingearbeitete kreisringförmige Stufe
fördert das richtungsstabile Eintauchen ins Wasser auch unter fla
chen Einschußwinkeln gegenüber der Wasseroberfläche. Denn unter
flachen Eintauchwinkeln besteht grundsätzlich die Gefahr, daß das
Projektil nicht zuerst mit der ebenen Stirnfläche eintaucht, sondern
(schon vor Ausbildung einer Kavitationsblase) mit einem Teil der
dahintergelegenen Mantelfläche die Wasseroberfläche berührt; was
zu einer undefinierten Anströmung quer zur Projektil-Bewegungsrichtung
und damit zu einem aufrichtenden Moment führt, das Eintauchstörungen
zur Folge hat, wenn nicht dadurch sogar der weitere Bewegungsablauf
im Wasser instabil wird. Die Ausbildung von einer oder von mehreren
radialen koaxialen Stufen, deren Durchmesser von der ebenen Stirn
fläche zum Kern-Durchmesser ansteigen, bewirkt jedoch, daß an jeder
der einzelnen Stufen bei flachen Einschußwinkeln Kavitationserschei
nungen ausgelöst werden; die zwar noch keine symmetrische Kavita
tionsblase um das gesamte Projektil herum zur Folge haben, aber
doch richtungsstabilisierende Kavitationsräume auf der Eintauchseite
hervorrufen. Dadurch wird eine großflächigere Anströmung der eintau
chenden Mantelfläche auf der Projektilunterseite vermieden, die
zu den erwähnten Lauf-Instabilitäten führen würde, und somit das
Eintauchverhalten auch unter den kritischen flachen Einschußwinkeln
erheblich verbessert.
Zusätzliche Alternativen und Weiterbildungen sowie weitere Merkmale
und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen
und, auch unter Berücksichtigung der Darlegungen in der Zusammenfas
sung, aus nachstehender Beschreibung eines in der Zeichnung unter
Beschränkung auf das Wesentliche etwas abstrahiert aber angenähert
maßstabsgerecht skizzierten bevorzugten Realisierungsbeispiels zur
erfindungsgemäßen Lösung. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt
im Axial-Längsschnitt das erfindungsgemäß aus einem handelsüblichen
Wuchtgeschoß erstellte Unterwasser-Projektil.
Ein handelsübliches Wuchtgeschoß 11, wie etwa das eingeführte Unter
kaliber-Hartkerngeschoß DM33 (105 mm), weist eine ballistische Haube 12
auf, die wenigstens den Frontbereich 13 des Schwermetall-Kernes 14
sowie einen gegebenenfalls davor angeordneten zusätzlichen Durch
schlagkörper 15 überspannt. Der Mittelteil des Kernes 14 trägt einen
in umlaufende Widerhaken-Rillen 16 nach vorne kraftschlüssig ein
greifenden Treibspiegel 17, der bekanntlich nach Abschuß des Wucht
geschosses 11 aus einem Waffenrohr aufgrund der Luftangriffskräfte
rückwärts aus den Widerhaken-Rillen 16 freihebt und sich in einzelne
abfallende Keilschalen zerlegt (in der Zeichnung nicht näher ausge
führt). Auf dem Heck 18 des Penetrator-Kernes 14 sind Stabilisie
rungs-Flügel 19 eines Leitwerks angeordnet. Zum Verschuß aus einem
Rohr entsprechend kleinkalibrigeren Durchmessers wie im Falle der
bei der Marine
eingeführten 76 mm-Geschütze ist ein Treibspiegel 17 entsprechend
reduzierten Durchmessers auf den Kern 14 zu montieren, und die ge
gebenenfalls schon mit dem Kern-Heck 18 verbundenen Treibspiegel 17
sind auf einen dagegen etwas geringeren Durchmesser D′ zu kürzen,
etwa abzudrehen.
Zur Umgestaltung dieses Wuchtgeschosses 11 in ein auch unter flachem
Winkel luftverbringbares Unterwasser-Projektil 20 wird die ballisti
sche Haube 12 vom Kern 14 entfernt und dessen Frontbereich 13 (gege
benenfalls mit davor angeordnetem Durchschlagkörper 15) gekürzt,
etwa einfach mit einem Schneidstahl abgestochen. Hinter der dadurch
entstehenden ebenen Stirnfläche 21, nämlich bei einer Distanz d,
die der Größenordnung des Doppelten des Durchmessers des Kernes 14
entspricht, wird in die Kern-Mantelfläche 22 eine kragenförmig umlau
fende Stufe 23 eingestochen, die den Durchmesser des Kernes 14 hier
etwa um 20% verjüngt. Diese Stufe 23 stört nicht beim Lauf durch
Wasser, da sie innerhalb des Durchmessers einer von der flachen
Projektil-Stirn 25 ausgelösten Kavitationsblase liegt. Vor der Stufe
23 ist ein spitzwinkliger Kegelstumpf 24 eingedreht, dessen Stirn
25 einen Durchmesser in der Größenordnung von 60% des Durchmessers
des Kernes 14 aufweist. Vor der Kegelstumpf-Stirn 25 verbleibt ein
flacher Zylinder 26 gleichen Durchmessers, dessen axiale Höhe etwa
ein Drittel seines Radius ausmacht.
So ist durch einfachste mechanische Bearbeitung aus einem problemlos
verfügbaren Unterkaliber-Wuchtgeschoß 11 ein Unterwasser-Projektil 20
höchster Leistungsfähigkeit erstellbar, was den richtungsstabilen
Übergang aus der Luft ins Wasser auch unter flachem Eintauchwinkel
sowie die richtungsstabile Höchstgeschwindigkeitsfortbewegung nach
dem Eintauchen ins Wasser und seine Durchschlagwirkung beim Treffer
in einem Zielobjekt betrifft.
Claims (3)
1. Luftverbringbares kavitierendes Unterwasser-Projektil,
dadurch gekennzeichnet,
daß es als unterkalibrig verschießbares, modifiziertes Standard-
Wuchtgeschoß (11) ausgelegt ist, dessen von einer ballistischen
Haube (12) befreiter und verkürzter Frontbereich (13) des Ker
nes (14) wenigstens eine ringförmig radial zurückspringende Stu
fe (23) und distanziert davor einen gegenüber dem Durchmesser
des Kernes (14) kleineren flachen Zylinder (26) mit quer zur
Kern-Längsachse gelegener ebener Stirnfläche (21) aufweist.
2. Projektil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem hinter der Stirnfläche (21) gelegenen Zylinder
(26) und der nachfolgenden Stufe (23) sich ein spitzwinkliger
gestreckter Kegelstumpf (24) erstreckt.
3. Projektil nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß sein Kern (14) im Bereiche des Heck (18) mit radial reduzier
ten Stabilisierungs-Flügeln (19) ausgestattet ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE4022462A DE4022462A1 (de) | 1990-07-14 | 1990-07-14 | Luftverbringbares unterwasser-projektil |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE4022462A DE4022462A1 (de) | 1990-07-14 | 1990-07-14 | Luftverbringbares unterwasser-projektil |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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|---|---|---|---|
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Owner name: DIEHL STIFTUNG & CO., 90478 NUERNBERG, DE |
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