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DE402149C - Einfuehrung von Chlor in Fluessigkeiten - Google Patents

Einfuehrung von Chlor in Fluessigkeiten

Info

Publication number
DE402149C
DE402149C DEO13788D DEO0013788D DE402149C DE 402149 C DE402149 C DE 402149C DE O13788 D DEO13788 D DE O13788D DE O0013788 D DEO0013788 D DE O0013788D DE 402149 C DE402149 C DE 402149C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
chlorine
liquid
lime
milk
liquids
Prior art date
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Expired
Application number
DEO13788D
Other languages
English (en)
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Individual
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Individual
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Publication date
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Priority to DEO13788D priority Critical patent/DE402149C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE402149C publication Critical patent/DE402149C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B7/00Halogens; Halogen acids
    • C01B7/01Chlorine; Hydrogen chloride

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Water By Oxidation Or Reduction (AREA)
  • Physical Or Chemical Processes And Apparatus (AREA)

Description

  • Einführung von Chlor in Flüssigkeiten. Bei der Einführung von Chlor in Flüssigkeiten, insbesondere bei der Herstellung von Chlorwasser, Hypochloritlösungen oder Lösungen von freier unterchloriger Säure, ist bisher stets so verfahren worden, daß man das Chlor in Gestalt gasförmigen. Chlors mit den Flüssigkeiten vereinigt hat; dies erfordert mehr oder weniger umfangreiche und komplizierte Absorptionsvorrichtungen.
  • Benutzt man als Ausgangsmaterial das im Handel befindliche flüssige Chlor, so entweicht es beim öffnen des auf den Behälter angebrachten Ventils in einer dem Öffnungsquerschnitt und Druck entsprechenden Menge in Gasform. Hierbei kühlt sich jedoch das in dem Behälter befindliche flüssige Chlor infolge der Vergasung erheblich ab, wodurch der Druck in dem Behälter sinkt, so daß es vielfach notwendig ist, die Behälter anzuwärmen. Andererseits wird durch die Reaktion des gasförmigen Chlors mit den Flüssigkeiten selbst oder mit den in ihnen gelösten oder suspendierten Stoffen Wärme frei, die durch Abkühlung beseitigt werden muß.
  • Es ist nun schon verschiedentlich versucht worden, diese Nachteile dadurch zu vermeiden, daß man das Chlor als flüssiges Chlor der Absorptionsflüssigkeit zugeführt hat. Es sollte z. B. so vorgegangen werden, daß das flüssige Chlor in den gleichen Raum, in welchem sich die Absorptionsflüssigkeit befand, hineinversprühtwurde; doch wurde ausdrücklich zur Bedingung gemacht, daß das Versprühen des flüssigen Chlors außerhalb der Absorptionsflüssigkeit stattfinden sollte. Von anderer Seite wurde vorgeschlagen, das flüssige Chlor in eine innerhalb der Absorptionsflüssigkeit liegende offene Rohrschlange zu leiten, so daß durch die Wärmeabsorption, welche beim Übergang des Chlors vom flüssigen in den gasförmigen Zustand vor sich geht, die Absorptionsflüssigkeit herabgekühlt und auf diese Weise dem Auftreten von Reaktionswärme bei der Verbindung des Chlors mit dem in der Absorptionsflüssigkeit enthaltenen Alkalien entgegengearbeitet wurde. Vorübergehend ist auch erwähnt worden, daß man das flüssige Chlor unmittelbar in die Absorptionsflüssigkeit einleiten kann, so daß die Expansion nicht in einer vorgeschalteten Rohrschlange, sondern in der Flüssigkeit selbst stattfinden würde; aber praktisch brauchbare Vorschläge, wie dies geschehen kann, sind nicht gegeben worden.
  • :Nachstehend soll nun einverfahren und eine Vorrichtung beschrieben werden, welche den bei der direkten Expansion von flüssigem Chlor in eine Absorptionsflüssigkeit zu er- . füllenden Anforderungen gerecht wird.
  • Wenn Chlor aus dem flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, tritt eine erhebliche Volumenvergrößerung ein, wie sich aus dem Verhältnis der spei. Gewichte von rund ', 1 400 g für 1 1 flüssiges Chlor gegen 3 g für gasförmiges Chlor ergibt; das Volumen des Chlorgases ist also etwa 47omal so groß als das des flüssigen Chlors. Entsprechend dieser großen Ausdehnung würden sich, wenn man flüssiges Chlor einfach in die Absorptionsflüssigkeit hineinfließen ließe, ungeheuer große Gasblasen bilden, welche größtenteils aus der Absorptionsflüssigkeit heraus in die Luft entweichen würden. Das erste Erfordernis ist also, dafür zu sorgen, daß das flüssige Chlor äußerst fein in der Absorptionsflüssigkeit verteilt und mit dieser so ver- ' mischt wird, daß die bei der Expansion entstehenden Gasblasen von der Absorptionsflüssigkeit aufgenommen werden können, ehe sie die Flüssigkeitsoberfläche erreichen.
  • Als Absorptionsflüssigkeit können Wasser, Lösungen von Alkalien, Suspensionen von Erdalkalien, organische Substanzen und andere in Anwendung kommen.
  • Die feine Verteilung des Chlors findet nach dem nachstehend beschriebenen Verfahren in der Weise statt, daß der Strahl flüssigen Chlors unterhalb der Oberfläche der Absorptionsflüssigkeit austritt und unmittelbar an der Austrittsstelle in diese von einem Flüssigkeitsstrahl getroffen wird, der ihn in feinste Teilchen aufteilt. Die Bewegungsrichtung der beiden Strahlen zueinander wird vorzugsweise rechtwinklig wie bei einem Inhalator gestellt, doch können sie auch parallel bzw. konzentrisch wie bei einem Gebläse oder in irgendeinem anderen Winkel erfolgen.
  • In den Abb. i und a sind zwei Ausführungsbeispiele für eine Inhalator- und gebläseartige Vorrichtung zur Ausübung des Ver- j fahrens gegeben. Es bezeichnen i das Ventil, durch welches das flüssige Chlor eintritt und a die ebenfalls durch ein Ventil kontrollierte Flüssigkeitszuleitung. Die zur Herstellung dieser Vorrichtungen benutzten Materialien können verschiedener Natur sein, müssen jedoch Chlor in Gegenwart von Feuchtigkeit Widerstand leisten können. Von Metallen sind hierzu vornehmlich Silber und Platin, von anderen Substanzen Glas, Hartgummi, Porzellan oder Steinzeug geeignet. Da diese Mischvorrichtungen sich unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche befinden sollen, ist der Raum um das Chlorventil auch stets mit Flüssigkeit gefüllt, so daß die gesamte Wärmemenge, die bei der Expansion des Chlors verbraucht wird, der Flüssigkeit entnommen werden muß. Durch den scharf an der Mündung des Chlorventils vorbeigehenden Strahl der eintretenden Flüssigkeit wird das flüssige Chlor in feinste Teilchen aufgeteilt, wobei gleichzeitig durch die Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstrahls eine ständige gründliche Durchmischung der Gesamtflüssigkeit stattfindet.
  • Diese Einrichtung wird vorteilhaft in einem senkrechten geschlossenen Gefäß, vorzugsweise von Zylinderform, am besten aus Glas (Abb. 3 Nr. 3), untergebracht, und dieses Gefäß wird mit einem Ablaufrohr q. versehen, dessen Auslauf dicht unter dessen oberem Ende angebracht ist, so daß die Zerstäubungseinrichtung stets unterhalb des Flüssigkeitsspiegels sich befindet. Ist das Gefäß aus Glas, so gestattet es jederzeit eine Kontrolle des Reaktionsvorganges.
  • Die fertige Reaktionslösung fließt durch das Ablaufrohr q der Verbrauchsstelle oder einem Vorratsbehälter 5 zu.
  • Für die Herstellung organischer chlorierter Substanzen, beispielsweise Chlorbenzol, bietet dieses Verfahren erhebliche Vorteile, da die starke Abkühlung des expandierten flüssigen Chlors die sonst unumgängliche Kühlung fast oder vollständig überflüssig macht.
  • Bei der Herstellung von Substanzen, wie Acetylentetrachlorid und anderen mehr, zu deren Herstellung eine Beleuchtung mittels aktinischer Strahlen wichtig ist, besitzt die Anwendung eines Glasgefäßes als Reaktionskammer einen ganz besonderen Vorteil, da es eine intensive allseitige Beleuchtung der Reaktionsstelle von außen her gestattet, ohne komplizierte Konstruktionen, wie sie so vielfach vorgeschlagen sind, zur Beleuchtung innerhalb des Reaktionsbehälters zu erfordern.
  • Ebenso vorteilhaft läßt sich die Vorrichtung bei der Herstellung von Hypochloritlösungen, wie sie zur Bleicherei gebraucht werden, z. B. Calciumhypochloritlösungen, verwenden. Man kann hierbei entweder in üblicher Weise vorgehen, indem man Kalkmilch in solcher Menge anwendet, daß der vorhandene Kalk stets in einem geringen Überschuß über die aequivalente Chlormenge vorhanden ist. Nach erfolgter Reaktion fließt dann die erzeugte Calciumhypochloritlösung nebst dem überschüssigen Kalk in einen Klärbehälter, welcher entweder absatzweise gefüllt und nach der nötigen Anzahl von Stunden von dem abgesetzten Schlamm befreit werden kann, oder er kann so eingerichtet werden, daß aus ihm kontinuierlich ein Strahl geklärter Calciumhy pochloritlösung während der ganzen Dauer des lusammenbringens von flüssigem Chlor und Kalkmilch abläuft.
  • Will man in einer dieser beiden Weisen arbeiten, so ist, um Chlorverluste durch Chloratbildung zu vermeiden, eine gewisse Sorgfalt in der Regulierung des Chlor- und Kalkmilchstrornes vonnöten.
  • Vorteilhafter arbeitet man, wenn man dem Kalkmilchstrom eine beliebige Menge von Chlor, und zwar vorzugsweise so viel zufügt, als die Lösung irgend aufnehmen kann, ohne daß Chlor unabsorbiert entweicht und dann diese übersättigte Lösung, gegebenenfalls unter kräftiger Durchmischung, in den Klärbehälter einfließen lädt und dafür sorgt, daß in diesem ständig eine ausreichende Menge von Kalkmilch vorhanden ist, um den Überschuß von Chlor zu neutralisieren. Man kann also ohne besondere Sorgfalt auf die Einstellung der Chlor- und Kalkmilchmenge doch mit Sicherheit und ohne eine Chloratbildung befürchten zu müssen, eine stets gleichmäßig neutrale bzw. schwach alkalische Calciumhypochloritlösung erzeugen. Sinkt dann gelegentlich die zugeführte Chlormenge bzw. steigert sich die Kalkmilchmenge, so daß ein Überschuß an freiem Kalk in der erzeugten Lösung vorhanden ist, so setzt sich dieser Überschuß in dem Klärbehälter ab, um später, wenn wieder eine überchlorierte Lösung in den Behälter eintritt, von dem überschüssigen Chlor zu neutralem Calciumhypochlorit gelöst zu werden. Bei Anwendung eines Glaszylinders als Reaktionsgefäß wird die Beobachtung erleichtert, da sich ohne weiteres an der Färbung und dem Trübungsgrade der Lösung erkennen lädt, ob diese über- oder unterchloriert ist.
  • In der beschriebenen Weise lädt sich auch, um ein weiteres Anwendungsbeispiel auzuführen, Chlorhydrat mit Leichtigkeit in beliebigen Mengen erzeugen, indem man als Absorptionsflüssigkeit Wasser von normaler Wasserleitungstemperatur benutzt. Durch die Wärmeabsorption des expandierenden Chlors wird diese Temperatur so weit erniedrigt, daß sich Chlorhydrat in großen Mengen, und zwar in fein kristallinischer Form, abscheidet, das als feiner Brei durch das Ablaufrohr des Reaktionszylinders abläuft. Auch hierbei ist es vorteilhaft, zur Verfolgung des Reaktionsverlaufs ein Reaktionsgefäß aus Glas zu benutzen. Chlorhydrat eignet sich vorzüglich zur Vornahme von Chlorreaktionen, für die Chlor von hoher Konzentration und doch in feiner reaktionsfähiger Verteilung benötigt wird, wie sie weder beim gasförmigen noch beim flüssigen Chlor gegeben ist, und zwar ohne daß man, wie bei Anwendung flüssigen Chlors, genötigt ist, unter Druck zu arbeiten. Mittels des beschriebenen Verfahrens und Vorrichtung ist es leicht, Chlorhydrat einfach und in beliebigen Mengen ohne alle Chlorverluste, herzustellen.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPpÜCHE: i. Verfahren zur Einführung von Chlor in Flüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, daß man flüssiges Chlor unterhalb der Oberfläche der Reaktionsflüssigkeit durch einen Flüssigkeitsstrahl, der in einem Winkel oder parallel bzw. konzentrisch einen Strahl flüssigen Chlors trifft, innerhalb der Absorptionsflüssigkeit fein zerstäubt. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß- man bei Benutzung von Kalkmilch und ähnlichen Substanzen als Absorptionsflüssigkeit diese in einer beliebigen, beispielsweise lediglich zur Absorption des Chlors ausreichenden Menge einführt und die resultierende Flüssigkeit durch einen in einem vorgelagerten Behälter befindlichen Überschuß von Kalkmilch usw. fließen lädt, wobei der die Kalkmilch enthaltende Behälter vorzugsweise gleichzeitig als Klärbehälter dient. 3. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Verstäubungsvorrichtung an i unteren Ende eines senkrecht stehenden, vorzugsweise aus Glas gefertigten und unter Umständen von Beleuchtungsvorrichtungen umgebenen Gefäßes befindet, das an seinem oberen Ende mit einem Ablaufrohr versehen ist.
DEO13788D 1923-07-15 1923-07-15 Einfuehrung von Chlor in Fluessigkeiten Expired DE402149C (de)

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