DE4020502A1 - Verfahren zur extrapolation einer sich zeitlich aendernden messgroesse - Google Patents
Verfahren zur extrapolation einer sich zeitlich aendernden messgroesseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Extrapolation
einer sich zeitlich ändernden Meßgröße x an einer Regelstrecke
mit Ausgleich, die näherungsweise von erster Ordnung
ist und die dynamisch im wesentlichen durch eine
Zeitkonstante T charakterisiert ist, an die eine zeitlich
konstante Eingangsgröße K y angelegt wird und bei der zwischen
der Ausgangsgröße x(t), der Eingangsgröße K y, der
Zeitkonstante T und der ersten Ableitung der Ausgangsgröße
nach der Zeit (t) der Zusammenhang
besteht.
Der Anfahrvorgang eines Regel- oder Steuerprozesses ist
häufig mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, da entweder
ein sehr vorsichtiges und langsames Annähern der
Regelgröße an den Soll-Wert oder aber ein starkes Überschwingen
in Kauf genommen werden muß. Derartige Probleme
treten beispielsweise bei der Steuerung beziehungsweise
Regelung elektrisch beheizter Durchlauferhitzer sowie
auch bei Raumtemperaturreglern auf.
Elektrisch beheizte Durchlauferhitzer sind im allgemeinen
mit mindestens einem Heizwendel fester und bekannter Leistung
ausgestattet. Die Schaltintervalle der Heizwendel,
das heißt, die Zeiträume der Leistungsabgaben sind dabei
sowohl von der zu erreichenden Aufheiztemperatur als auch
von der pro Zeiteinheit durchfließenden Wassermenge abhängig.
Es gilt:
wobei Dm die Durchflußmenge, Pm die Leistung, ϑd die Temperatur
nach einem Teil der Heizstrecke, ϑe die Temperatur
vor der ersten Heizwendel und c die spezifische Wärme
bedeuten. Die dem Wasser bis zum Erreichen der Soll-Temperatur
ϑSoll zuzuführende Leistung ergibt sich demnach
zu
P = c · Dm (ϑSoll - ϑe).
Folglich ist
Unmittelbar nach dem Einschalten ist die Meßgröße ϑd jedoch
noch viel kleiner als der Beharrungswert ϑdE so daß
eine viel zu große Leistung P errechnet wird. Bei Zufuhr
dieser Leistung kann es leicht zu einem Überschwingen der
Temperatur kommen. Bekannt ist, daß die Änderungsgeschwindigkeit
x des Meßwertes, bezogen auf die Zeitkonstante
T der Meßwerterfassung unter Einbeziehung einer
Konstanten K nach folgender Beziehung ermittelbar ist:
wobei y die Stellgröße ist.
Diese Gleichung, die auch in der Form = f (x, y) geschrieben
werden kann, ist für y = const. geometrisch als
eine Gerade mit der Steigung darstellbar. Der Endpunkt
dieser fallenden Geraden ist der Wert im Beharrungszustand,
das heißt = 0.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Extrapolation eines sich zeitlich ändernden Meßwertes,
insbesondere des Temperaturverlaufes bei einem elektrischen
Durchlauferhitzer, anzugeben. Dadurch sollen
frühzeitig und unabhängig von der Zeitkonstanten T des
Temperaturfühlers verwertbare Aussagen über den Beharrungszustand
ϑdE und damit letztlich über die Schaltintervalle
der Leistungsabgabe möglich sein.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der
Beharrungswert xE der Meßgröße x(t) aus einem Momentwert
x₁ der Meßgröße, der zum gleichen Zeitpunkt bestehenden
ersten Ableitung der Meßgröße nach der Zeit ₁ und dem
Differentialquotienten der ersten Ableitung der Meßgröße
x₁ und der Meßgröße ₁ gemäß folgender Gleichung ermittelt
wird:
Wesentlich ist, daß durch Messung von K, x(t) und (x)
aus der Steigerung der Wert im Beharrungszustand für x
mit t→∞ und = 0 unabhängig von der Zeitkonstanten T
zu einem sehr frühen Zeitpunkt errechnet werden kann. Es
zeigt sich, daß eine verwertbare Aussage über den Beharrungswert
xE bereits nach einer Zeitdauer zur Verfügung
steht, die etwa 25% des Ausgleichsvorganges zuzüglich
einer Totzeit beträgt.
Entsprechend einer ersten vorteilhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei einem elektrisch
beheizten Durchlauferhitzer mit Steuerung der Leistungszufuhr
in Abhängigkeit von der Einlauftemperatur
ϑe, dem Soll-Wert der Auslauftemperatur und der Temperatur
ϑd, die von einem Temperaturfühler nach einer ersten
Teilstrecke des Heizkanals geliefert wird, der Beharrungswert
ϑdE durch Bildung der ersten Ableitung der
Temperatur d und des Differentialquotienten der ersten
Ableitung der Temperatur d und der gemessenen Temperatur
ϑd gemäß der Gleichung
ermittelt.
Dazu ist insbesondere ein Temperaturfühler innerhalb des
Durchflußbereiches nach etwa ¼ bis ¹/₃ der Durchflußstrecke
vorgesehen. Die an dieser Stelle erreichte Wassertemperatur
ϑd ist von der pro Zeiteinheit durchfließenden
Wassermenge, das heißt vom Durchfluß Dm abhängig
und somit auch ein Maß für den Durchfluß Dm. Die einzustellende
Auslauftemperatur ϑSoll ist bei konstanter an
der Heizwendel anliegender Spannung U über die Veränderung
der Leistung der nachfolgenden Heizwendeln einstellbar.
Zur Erhöhung der Auslauftemperatur ist die Leistung
entsprechend zu erhöhen, das heißt, es ist an nachfolgenden
Heizwendeln Spannung anzulegen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen gekennzeichnet beziehungsweise werden
nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten
Ausführung der Erfindung an Hand der Figuren näher dargestellt.
Es zeigt
Fig. 1 ein Funktionsschema eines elektrischen
Durchlauferhitzers,
Fig. 2 den zeitlichen Verlauf der Temperatur, der elektrischen
Spannung und des Durchflusses bei einem elektrischen
Durchlauferhitzer,
Fig. 3 die Parameterabhängigkeit der zeitlichen Entwicklung
einer Meßgröße,
Fig. 4 die Abhängigkeit der Änderungsgeschwindigkeit einer
Meßgröße von dieser Meßgröße,
Fig. 5 wie Fig. 4 für die Meßgröße Temperatur bei einem
elektrischen Durchlauferhitzer und
Fig. 6 eine weitere Veranschaulichung des funktionalen
Zusammenhanges zwischen der Änderungsgeschwindigkeit der
Temperatur und dieser Temperatur.
Das Kernstück eines in Fig. 1 stark schematisiert dargestellten
elektrischen Durchlauferhitzers ist eine Vielzahl
von Heizwendeln 1, 2 und 3 welche in einem Wasserströmungsbereich
4 eingesetzt sind. Das in Pfeilrichtung
fließende Wasser hat zunächst die Einlauftemperatur ϑe.
Bei an den Heizwendeln 1, 2 und 3 angelegter konstanter
Spannung U₁, U₂ und U₃ wird das Wasser während des Passierens
der Heizwendeln 1, 2 und 3 allmählich aufgeheizt.
Nach einem Teil der Heizstrecke ist ein Temperaturfühler
6 zur Ermittlung einer Zwischentemperatur ϑd angeordnet.
Ein weiterer Temperaturfühler 5 vor der Heizwendel 1
dient der Ermittlung der Einlauftemperatur ϑe. Zum Beispiel
wird an die erste Heizwendel 1 eine konstante Spannung
U₁ angelegt. Von dieser Heizwendel 1 wird dann die
Leistung Pn abgegeben. Die Leistung der übrigen Heizwendeln
wird durch eine hier nicht dargestellte elektrische
Leistungssteuerung, zum Beispiel eine Schwingungspaketsteuerung,
so eingestellt, daß die gewünschte Soll-
Auslauftemperatur ϑSoll erreicht wird. Diese Leistung
wird bestimmt aus . Wegen der großen
Totzeiten innerhalb des Heizsystems wird die Auslauftemperatur
nicht geregelt, sondern über eine Steuerung, bei
der alle Störgrößen (Durchfluß, Einlauftemperatur, Netzspannung)
erfaßt werden, bestimmt.
Fig. 2 zeigt in einem ersten Diagramm zwei mögliche Kurvenverläufe
für die gemessene Temperatur ϑd in Abhängigkeit
von der Zeit. Um eine bestimmte Auslauftemperatur
ϑSoll zu erreichen, muß die erforderliche Leistung nach
obengenannter Gleichung ermittelt und den Heizwendeln
zugeführt werden. Im Beharrungszustand gehört hierzu am
Meßort des Temperaturfühlers 3 der Zwischentemperatur ein
Wert ϑdE. Ziel ist, diesen Regelprozeß mit möglichst geringem
Zeitaufwand und ohne starkes Überschwingen der
einzustellenden Temperatur zu realisieren. Nach einer
system- und trägheitsbedingten Totzeit tT steigt die gemessene
Temperatur ϑd exponential an. Bis zum Erreichen
des Beharrungswertes ϑdE wird dafür die Zeit t₄ benötigt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zielt nun aber darauf
ab, den Beharrungswert ϑdE bereits vor Ablauf des
Zeitraumes t₄ zu ermitteln, so daß bereits vor dem Erreichen
dieser Temperatur ϑdE und damit der Auslauftemperatur
ϑSoll die Energiezufuhr nach einem hier nicht beschriebenen
Algorithmus so angepaßt werden, daß ein Überschwingen
der Auslauftemperatur über den gewünschten Wert
ϑSoll hinaus vermieden wird. Wie das ϑd/t-Diagramm
zeigt, läßt sich durch Anlegen einer Tangente an die meßbare
Temperaturverlaufskurve bereits nach einem bestimmten
Zeitraum T eine Aussage über den Beharrungswert ϑdE
extrapolieren. Der Zeitraum T ist wesentlich kleiner als t₄.
Während des Anlaufprozesses liegt an der Heizwendel 1 eine
konstante Spannung U₁ an. Die Spannung U₁ kann nur den
Wert U₁ oder durch Abschaltung den Wert Null annehmen.
Aus den Meßwerten ϑd und ϑe des Temperaturfühlers ergibt
sich ein Durchfluß Dm entsprechend dem dritten
Diagramm. Das heißt, daß beim Anlaufen zunächst ein viel
zu hoher Durchfluß ermittelt und für die Leistungsberechnung
zugrunde gelegt wird. Damit wird dem Heizsystem eine
zu hohe Leistung zugeführt, so daß mit einem erheblichen
Überschwingen gerechnet werden muß.
Weitere in der Fig. 3 dargestellte Diagramme zeigen den
zeitlichen Verlauf der Regelgröße x bei unterschiedlichen,
aber konstanten Stellgrößen Y₁ und Y₂. Der Beharrungswert
XE1 hängt dabei von dem Y₁-Level und der Beharrungswert
XE2 von dem Y₂-Level ab. Verschiedene Zeitkonstanten
T₁ und T₂ beeinflussen nicht die Höhe des Beharrungswertes
XE1 beziehungsweise XE2, wohl aber die bis
zur Einstellung des Beharrungswertes XE1 beziehungsweise
XE2 erforderliche Zeit.
Um völlige Unabhängigkeit der Beharrungswertermittlung
von der Zeitkonstanten zu erreichen, wird die Änderungsgeschwindigkeit
der Regelgröße, das heißt des Meßwertes,
in Abhängigkeit von diesem Meßwert dargestellt. Eine solche
Kurvenschar für verschiedene Stellgrößen Y₁ und Y₂
sowie verschiedene Zeitkonstanten T₁ und T₂ ist in Fig. 4
dargestellt. Es ist ersichtlich, daß die zu Y₁ gehörenden
Kurven sowohl für T₁ als auch für T₂ auf dem Beharrungswert
XE1 gerichtet sind und die zu Y₂ gehörenden
Kurven sowohl für T₁ als auch für T₂ den Beharrungswert
XE2 ansteuern.
Die Anwendung dieser Darstellungsweise auf die Meßgröße
ϑd bei einem elektrischen Durchlauferhitzer zeigt Fig. 5.
Die Änderungsgeschwindigkeit der gemessenen Temperatur
ϑd in Abhängigkeit von dieser Temperatur ϑd nimmt,
ausgehend von einem Maximum, linear ab. Bei ϑd = 0, das
heißt am Kreuzungspunkt mit der Abszisse ist der Beharrungswert
ϑdE1 für eine Heizwendelleistung P₁ beziehungsweise
ϑdE2 für eine Heizwendelleistung P₂ erreicht.
Wie aus Fig. 6 hervorgeht, genügen zwei Meßwerte
d1 und d2, um aus der Steigung der d/ϑd-Geraden
den Beharrungswert ϑdE zu ermitteln.
Entscheidend ist, daß bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
zur Ermittlung des Beharrungswertes keine systeminternen
und zeitlich in undefinierter Weise veränderliche Parameter,
wie zum Beispiel Zeitkonstanten, zu berücksichtigen
sind.
Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht
auf das vorstehend angegebene bevorzugte Ausführungsbeispiel.
Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar,
welche von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich
anders gearteten Ausführungen Gebrauch machen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Extrapolation einer sich zeitlich
ändernden Meßgröße x an einer Regelstrecke mit
Ausgleich, die näherungsweise von erster Ordnung
ist und die dynamisch im wesentlichen durch eine
Zeitkonstante T charakterisiert ist, an die eine
zeitlich konstante Eingangsgröße K y angelegt
wird und bei der zwischen der Ausgangsgröße
x(t), der Eingangsgröße K y, der Zeitkonstante T
und der ersten Ableitung der Ausgangsgröße nach
der Zeit (t) der Zusammenhang
besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Beharrungswert
xE der Meßgröße x(t) aus einem Momentwert
x₁ der Meßgröße, der zum gleichen Zeitpunkt
bestehenden ersten Ableitung der Meßgröße nach
der Zeit ₁ und dem Differentialquotienten der
ersten Ableitung der Meßgröße ₁ und der Meßgröße
x₁ gemäß folgender Gleichung ermittelt wird:
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei einem elektrisch beheizten Durchlauferhitzer
mit Steuerung der Leistungszufuhr
in Abhängigkeit von der Einlauftemperatur ϑe,
dem Soll-Wert der Auslauftemperatur und der Temperatur
ϑd, die von einem Temperaturfühler nach
einer ersten Teilstrecke des Heizkanals geliefert
wird, der Beharrungswert ϑdE durch Bildung
der ersten Ableitung der Temperatur d und des
Differentialquotienten der ersten Ableitung der
Temperatur d und der gemessenen Temperatur ϑd
gemäß der Gleichung
ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wassertemperatur ϑd nach einer
Teilstrecke ermittelt wird, die etwa ¼ bis ¹/₃
der Heizkanallänge beträgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4020502A DE4020502A1 (de) | 1989-07-01 | 1990-06-27 | Verfahren zur extrapolation einer sich zeitlich aendernden messgroesse |
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3921783 | 1989-07-01 | ||
| AT84290A AT394910B (de) | 1990-04-10 | 1990-04-10 | Verfahren zur steuerung der auslauftemperatur bei einem elektrisch beheizten durchlauferhitzer |
| DE4020502A DE4020502A1 (de) | 1989-07-01 | 1990-06-27 | Verfahren zur extrapolation einer sich zeitlich aendernden messgroesse |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4020502A1 true DE4020502A1 (de) | 1991-01-10 |
Family
ID=27146794
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4020502A Ceased DE4020502A1 (de) | 1989-07-01 | 1990-06-27 | Verfahren zur extrapolation einer sich zeitlich aendernden messgroesse |
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| Country | Link |
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