DE4019865C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Meßeinrichtung zur Messung der
Wanddicke bzw. der Ungleichwandigkeit an laufenden Rohren
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei bekannten Wanddickenmeßvorrichtungen, die nach dem
Ultraschallprinzip arbeiten, wird der Sensor mit einem
Ankoppelmedium, insbes. Wasser, an das Rohr angedrückt (vgl.
beispielsweise DE-PS 38 04 388).
Bei einer Meßeinrichtung der genannten Art (etwa nach der
US-PS 40 27 527) sind die Ultraschallsonden in einer zwei
teilig ausgebildeten Haltevorrichtung angeordnet. In der
Meßstellung stützen sich die Teile im Sinne einer Dreipunkt-
Abstützung jeweils mittels Rollen auf dem Rohr ab. Damit
ergeben sich Schwierigkeiten einerseits hinsichtlich der
Messung von Rohren mit unterschiedlichen Durchmessern und
andererseits hinsichtlich der Messung bei hohen Geschwin
digkeiten.
Bei einer weiteren Meßvorrichtung (etwa nach der GB-PS
13 70 946) werden die am Umfang des Rohres verteilten
Ultraschallsonden in einem Rahmen gehalten, über deren
Verstellbarkeit werden keine Angaben gemacht.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Meß
einrichtung der genannten Art so auszubilden, daß sie sich
universell einsetzen läßt.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Ultraschallsonden jeweils in zugeordneten Sondenhaltern
angeordnet sind, die in den Radialkanälen zwischen einer
Ausgangsstellung und der Meßstellung beweglich geführt sind,
wobei die Sondenhalter in der Ausgangsstellung jeweils durch
eine Feder im Abstand vom Rohr gehalten sind, daß die
Sondenhalter in der Meßstellung gegen die Wirkung der Feder
hydraulisch verschiebbar sind, bis sie elastisch an das Rohr
angedrückt sind, wobei in der Haltevorrichtung ein Flüssig
keitskanal vorgesehen ist, der in eine Kammer mündet, die
zwischen dem hinteren Ende des Sondenhalters und einem im
Radialkanal angeordneten Stützring gebildet wird.
Es ist zwar aus der DE-PS 29 12 996 bekannt, Ultraschall
sonden in Sondenhaltern anzuordnen und diese starr am Umfang
einer Matrize einer Rohrziehvorrichtung anzuschrauben,
dadurch wird der Fachmann jedoch nicht dazu angeregt, die
Messung direkt am Rohr vorzunehmen.
Die JP-OS 21 10 309 bezieht sich lediglich auf die Dicken
messung an stationär angeordneten Proben.
Mit der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung wird erreicht, daß
sich der geforderte Abstand zwischen Rohroberfläche und
Ultraschallsonde automatisch einstellen läßt. Es hat sich
gezeigt, daß mit der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung auch
bei hohen Geschwindigkeiten (maximal 500 m/min) der laufen
den Rohre eine gute Ankopplung zwischen Ultraschallsonden
und dem Meßobjekt erzielt wird. In der Meßstellung der
Sondenhalter verhindert das Flüssigkeitspolster zwischen
Sondenhaltern und Rohr den direkten Kontakt der Sondenhalter
mit dem schnellbewegten Rohr, gleichzeitig wird eine für die
Schallübertragung nötige Flüssigkeitssäule aufgebaut.
Nach bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung ist die
Flüssigkeitsleitung jeweils in den Sondenhaltern vorgesehen
oder als Ringraum zwischen Ultraschallsonde und Sondenhalter
ausgebildet.
Dabei ist die Kammer vorzugsweise über eine Bohrung im
Sondenhalter mit der Flüssigkeitsleitung verbunden. Auf
diese Weise wird die zum Verschieben der Sondenhalter
benötigte Hydraulikflüssigkeit gleichzeitig als Meßflüssig
keit verwendet.
Nach einer erfindungsgemäßen Alternative ist auch eine
getrennte Speisung der Flüssigkeitsleitung möglich.
Bei der Ankopplung werden gute Meßsignale erhalten, wenn in
der Meßstellung bei Einspeisung einer reinen Flüssigkeit
(insbesondere Öl) der Abstand der Ultraschallsonden von der
Rohroberfläche maximal etwa 12-15 mm beträgt, bei Einspei
sung einer verunreinigten Flüssigkeit maximal etwa 3 mm.
Für den Einsatz der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung über
einen großen Durchmesserbereich empfiehlt es sich, daß die
Krümmung des rohrseitigen Endes des Sondenhalters derjenigen
des größten Rohrdurchmessers entspricht.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein reales Rohr zur Darstellung
der Ungleichwandigkeit U,
Fig. 2 einen Horizontalschnitt durch eine Rohrziehvorrichtung mit
der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung,
Fig. 3 einen Schnitt nach Linie III-III in Fig. 2 mit
Sondenhaltern in Ausgangsstellung,
Fig. 4 einen Schnitt nach Linie III-III der Fig. 2 mit
Sondenhaltern in Meßstellung und
Fig. 5 schematisch die Regelung der Ungleichwandigkeit durch
Verstellung des Einlaufwinkels α in die Ziehmatrize.
Bei einem realen Rohr nach Fig. 1 werden die Extremwerte smax und
smin gemessen. Dabei sind die Ungleichwandigkeit U und die auf
die mittlere Wanddicke bezogene Ungleichwandigkeit Ub folgen
dermaßen definiert (DIN 1754):
In Fig. 2 ist im Horizontalschnitt eine Ziehvorrichtung 1 darge
stellt, die aus einem Matrizenhalter 2 und einer Ziehmatrize 3
besteht, durch welche unter Verwendung eines fliegenden Dorns 4
ein Rohr 5 gezogen wird, dessen Wandstärke bzw. Ungleichwandig
keit gemessen werden soll. Die Ziehrichtung ist durch die einge
zeichnete Pfeilrichtung gegeben.
Weil sich gezeigt hat, daß bei Trommelziehmaschinen die maximalen
Wanddickenunterschiede in der Horizontalebene liegen, besteht die
Meßeinrichtung im vorliegenden Fall im wesentlichen aus zwei in
einer Horizontalebene angeordneten, piezoelektrischen Ultra
schallsonden 6, mit denen die Wandstärke bzw. Ungleichwandigkeit
U in bekannter Weise nach der Impuls-Echo Methode gemessen wird.
Die Ultraschallsonden 6 sind außerhalb der Ebene der Ziehmatrize
3, also - in Ziehrichtung des Rohres 5 gesehen - hinter der
Ziehmatrize 3 angeordnet. Die Ultraschallsonden 6 sind in
Sondenhaltern 7 montiert, die in kreisförmigen Radialkanälen S
zwischen einer Ausgangsstellung und der Meßstellung geführt sind.
Das rohrseitige Ende 7′ der Sondenhalter 7 weist eine Krümmung
auf, welche derjenigen des größten zu bearbeitenden Rohrdurch
messers entspricht.
Das hintere Ende 7′′ des Sondenhalters 7 setzt sich mit einem
rohrförmigen Stutzen 9 fort, der das Versorgungskabel 10 für die
Ultraschallsonde 6 aufnimmt, und wird von einer Verdrehsicherung
11 abgeschlossen. Der Stutzen 9 durchtritt einen im Radialkanal S
fest montierten Stützring 12. Zwischen Verdrehsicherung 11 und
Stützring 12 ist eine Feder 13 angeordnet.
In der in Fig. 3 dargestellten Ausgangsstellung liegt das hintere
Ende 7′′ des Sondenhalters 7 unter der Wirkung der Feder 13 am
Stützring 12 an. Um die Meßstellung nach Fig. 4 zu erreichen,
wird der Sondenhalter 7 gegen die Wirkung der Feder 13 hydrau
lisch verschoben, indem Ziehöl aus einem im Matrizenhalter 2
befindlichen Kanal 14 in die Kammer 15 gelangt, die zwischen dem
hinteren Ende 7′′ des Sondenhalters 7 und dem Stützring 12
gebildet wird. Der Kanal 14 ist mit der nicht näher dargestellten
Versorgungsleitung für das Ziehöl verbunden. Das Ziehöl drückt
den Sondenhalter 7 samt Ultraschallsonde 6 elastisch an das Rohr
5.
Die Kammer 15 steht gleichzeitig über eine Bohrung 16 mit einer
Flüssigkeitsleitung 17 im Sondenhalter 7 in Verbindung, die aus
dem rohrseitigen Ende 7′ in Richtung der Rohroberfläche austritt.
Auf diese Weise fließt ein Teil des Öls durch die Leitung 17 und
bildet dadurch die für die Schallübertragung benötigte Flüssig
keitssäule 18. Die Bohrung 16 im Sondenhalter 7 wirkt als Dros
sel. Im Verhältnis zu der zur Verfügung stehenden Andruckfläche
des hinteren Endes 7′′ des Sondenhalters 7 ist der Durchmesser
der Bohrung 16 so zu wählen, daß ein problemloses Andrücken des
Sondenhalters 7 samt Ultraschallsonde 6 möglich ist.
Da das Öl mit Kupferabrieb stark angereichert ist, ist die
Dämpfung der Schallwellen durch die Kupferteilchen so stark, daß
die Flüssigkeitssäule 18 zwischen Ultraschallsonde 6 und Rohr
oberfläche höchstens 3 mm betragen sollte. Das durch den Spalt 19
abfließende Öl erzeugt ein Flüssigkeitspolster zwischen
Sondenhalter 7 und Rohr 5 und verhindert damit den direkten
Kontakt des Sondenhalters 7 mit dem schnell bewegten Rohr 5.
Das für die Messung benötigte Ziehöl wird durch eine nicht näher
dargestellte Abstreifvorrichtung wieder vom Rohr 5 entfernt.
Wenn eine andere Rohrabmessung verarbeitet werden soll, so ist
lediglich die Ziehmatrize 3 zu wechseln. An der Meßeinrichtung
muß nicht umgerüstet werden.
Die von den Ultraschallsonden 6 gelieferten Meßsignale können zur
Regelung der Wandstärke bzw. der Ungleichwandigkeit U verwendet
werden.
In Fig. 5 ist beispielsweise schematisch dargestellt, daß die von
den Ultraschallsonden 6 gelieferten Meßsignale zu einem Daten
aufzeichnungssystem 20 geliefert werden, das Einrichtungen 21 (in
Form von Rollen usw.) zur Verstellung des Einlaufwinkels α des
Rohres 5 in die Ziehmatrize 3 regelt. (S. die eingezeichnete
Pfeilrichtung).
Die Abwickel- bzw. Aufwickeltrommel sind durch Ziffer 22 bzw. 23
angedeutet.
Mit einer Rohrziehvorrichtung 1 der beschriebenen Art wurden u. a.
Rohre 5 der Abmessung 46,2×2,6 mm mittels einer Matrize 3 mit
einem Durchmesser von 35,7 mm verarbeitet. Die bezogene Ungleich
wandigkeit Ub der einlaufenden Rohre betrug etwa 8%. Nach einem
ersten Zug wurde sie durch die beschriebene Regelung im Mittel
auf 4,3% verringert.
Nach einem weiteren Zug mittels einer Matrize mit einem Durch
messer von 30,1 mm wurde sie auf 1,2% verringert. Im Mittel nahm
die bezogene Ungleichwandigkeit Ub nach zwei Zügen um 85% ab.
Claims (7)
1. Meßeinrichtung zur Messung der Wanddicke bzw. der Ungleich
wandigkeit an laufenden Rohren (5), wobei die Meßeinrichtung
Ultraschallsonden (6) aufweist, die jeweils in Radialkanälen
(8) einer das Rohr (5) umgebenden Haltevorrichtung (2)
angeordnet sind, wobei in der Meßstellung eine Flüssig
keitsleitung (17) ein Flüssigkeitspolster zwischen Ultra
schallsonden (8) und dem Rohr (5) speist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ultraschallsonden (6) jeweils in zugeordneten Sondenhaltern (7) angeordnet sind, die in den Radialkanälen (8) zwischen einer Ausgangsstellung und der Meßstellung beweglich geführt sind,
daß die Sondenhalter (7) in der Ausgangsstellung jeweils durch eine Feder (13) im Abstand vom Rohr (5) gehalten sind,
daß die Sondenhalter (7) in der Meßstellung gegen die Wirkung der Feder (13) hydraulisch verschiebbar sind, bis sie elastisch an das Rohr (5) angedrückt sind,
wobei in der Haltevorrichtung (2) ein Flüssigkeitskanal (14) vorgesehen ist, der in eine Kammer (15) mündet, die zwischen dem hinteren Ende (7′′) des Sondenhalters (7) und einem im Radialkanal (8) angeordneten Stützring (12) gebildet wird.
daß die Ultraschallsonden (6) jeweils in zugeordneten Sondenhaltern (7) angeordnet sind, die in den Radialkanälen (8) zwischen einer Ausgangsstellung und der Meßstellung beweglich geführt sind,
daß die Sondenhalter (7) in der Ausgangsstellung jeweils durch eine Feder (13) im Abstand vom Rohr (5) gehalten sind,
daß die Sondenhalter (7) in der Meßstellung gegen die Wirkung der Feder (13) hydraulisch verschiebbar sind, bis sie elastisch an das Rohr (5) angedrückt sind,
wobei in der Haltevorrichtung (2) ein Flüssigkeitskanal (14) vorgesehen ist, der in eine Kammer (15) mündet, die zwischen dem hinteren Ende (7′′) des Sondenhalters (7) und einem im Radialkanal (8) angeordneten Stützring (12) gebildet wird.
2. Meßeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeitsleitung (17) jeweils in den Sondenhal
tern (7) vorgesehen ist.
3. Meßeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeitsleitung (17) jeweils als Ringraum
zwischen Ultraschallsonde (6) und Sondenhalter (7) ausge
bildet ist.
4. Meßeinrichtung nach Anspruch 1 und 2 oder 1 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammer (15) über eine Bohrung (16) im Sondenhalter
(7) mit der Flüssigkeitsleitung (17) verbunden ist.
5. Meßeinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
4,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Meßstellung bei Einspeisung einer reinen Flüs
sigkeit der Abstand der Ultraschallsonden (6) von der
Rohroberfläche maximal etwa 12-15 mm beträgt.
6. Meßeinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
4,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Meßstellung bei Einspeisung einer verunreinigten
Flüssigkeit der Abstand der Ultraschallsonden (6) von der
Rohroberfläche maximal etwa 3 mm beträgt.
7. Meßeinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Krümmung des rohrseitigen Endes (7′) des Sondenhal
ters (7) derjenigen des größten Rohrdurchmessers entspricht.
Priority Applications (1)
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE19904019865 DE4019865A1 (de) | 1990-06-22 | 1990-06-22 | Messeinrichtung zur messung der wanddicke bzw. der ungleichwandigkeit an laufenden rohren und rohrziehvorrichtung mit mindestens einer solchen messeinrichtung |
Publications (2)
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ID=6408847
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