DE4018803A1 - Verfahren und vorrichtung zur regelung eines oeffnungsvorganges, beispielsweise an einer karde - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur regelung eines oeffnungsvorganges, beispielsweise an einer kardeInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine
Vorrichtung zur Regelung eines Öffnungsvorganges, beispiels
weise an einer Karde oder Reinigungsmaschine, bei dem ein
Auflöseelement an einer Faservorlage vorbeibewegt wird und
aus dieser Faservorlage bei gleichzeitiger Verdünnung der
Faservorlage Fasern herauslöst und übernimmt.
Obwohl das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfin
dungsgemäße Vorrichtung vorzugsweise an einer Karde
eingesetzt wird, ist es bzw. ist sie keineswegs aus
schließlich mit einer Karde anzuwenden, sondern es bzw.
sie kann ganz allgemein zur Regelung des Antriebs von
Auflöseelementen eingesetzt werden, beispielsweise auch
bei einer Reinigungswalze einer Reinigungsmaschine.
Es sind heutzutage vielerlei Steuerungen und Regelungen
vorgeschlagen worden, die es ermöglichen, die Umlaufge
schwindigkeit von Auflöseelementen auf bestimmte
vorgegebene Werte hinzusteuern bzw. zu regeln und
darüberhinaus eine Anpassung an andere Parameter
ermöglichen.
Man ist bestrebt, bei möglichst hoher Produktion einer
vorgegebenen Qualität des Produktes zu erreichen, damit
das Endprodukt, nämlich das fertige Garn, ebenfalls
eine erwünschte Qualität erreicht und damit außerdem
der Ablauf der verschiedenen weiteren Schritte der
Garnherstellung nicht unnötig gestört ist, beispiels
weise durch häufige Fadenbrüche.
Am Beispiel einer Karde kann man sagen, daß die
Qualitätsmerkmale, die hier eine große Rolle spielen,
eine geringe Nissenzahl im Kardenband, nur kleine bis
keine Stapelschädigungen und kleiner Restschmutzgehalt
der Fasern sind.
Obwohl man bestrebt ist, Verfahren bzw. Vorrichtungen
zu entwickeln, womit die Nissenzahl, die Stapellänge
und der Restschmutzgehalt direkt während des Betriebes
der Karde gemessen werden können, ist dies noch nicht
in ausreichendem Maße gelungen, so daß die entspre
chenden Parameter mindestens in absehbarer Zukunft noch
durch Labormessungen festgestellt werden müssen. Aus
diesem Grunde können solche Parameter noch nicht unmit
telbar, d. h. "on-line" zur Steuerung des Herstellungs
verfahrens herangezogen werden. Aufgrund von gesammel
ten Erfahrungen weiß man heutzutage für jede Fasermi
schung in etwa die wünschenswerten Grundeinstellungen
der Parameter der Garnherstellungsmaschinen.
Selbst wenn man aber die Grundeinstellungen für die
verschiedene Parameter kennt und auch weiß, wie diese
Parameter gegenseitig verändert werden müssen während
des Hochlaufens und des Anhaltens der Maschine bzw. der
Anlage, bleibt immer noch ein sehr großer Spielraum für
die Optimierung der gegenseitigen Anpassungen der
Geschwindigkeiten, um die Qualität des hergestellten
Produktes zu erhöhen und zwar selbst dann, wenn keine
Produktionserhöhung angestrebt ist, beispielsweise weil
ein kritisches Teil der Anlage bereits an der
Obergrenze seiner Leistung eingestellt ist.
Es sind bereits einige Untersuchungen durchgeführt wor
den, um die sogenannte Kardierkraft an Hochleistungs
karden zu ermitteln, wohl mit dem Ziel optimale Formen
für die Stachelgarnituren zu entwickeln oder optimale
Einstellungen für die Auflösung der Faservorlage in
einzelne Fasern zu ermitteln.
Beispielsweise ist in den Melliand Textilberichten
2/1973, S. 107-115 ein Aufsatz von Dr. Ing. Peter Artzt
und Ing. grad. Osswald Schreiber zu finden, welcher die
Umstände im Bereich des Vorreißers oder Briseurs
untersucht. Die Autoren haben erkannt, daß die Faser im
Bereich zwischen der Speisemulde und Briseur einer
hohen Beanspruchung ausgesetzt sind und entweder zerris
sen oder in Flöckchenform zum Tambour transportiert
werden können, d. h. entweder mit Stapelkürzungen oder
einer unzureichenden Vorauflösung.
Als Maß für die Faserbeanspruchung wurde von diesen
Autoren das durch die Auflösung der zugeführten Fasern
entstehende Moment am Vorreißer ermittelt.
In der Praxis stellte sich aber heraus, daß die Messung
des Momentes am Vorreißer äußerst schwierig ist, da die
zu messenden Kräfte im Vergleich zu der massiven
Bauweise des Vorreißers sehr klein sind, was auch in
dem Aufsatz zum Ausdruck gebracht wird.
In einem späteren Aufsatz (Melliand-Textilberichte
9/1973, S. 885-888) berichten die gleichen Autoren über
eine photographische Methode zur Bestimmung der
Faserbelegung des Tambours, um die Güte der Vorauf
lösung und hiermit Abhängigkeit der Speisung und der
Vorreißerdrehzahl an Hochleistungskarden zu bestimmen.
Obwohl solche Messungen durchaus ihre Berechtigung
haben können und zur Durchführung von Versuchsreihen
geeignet sind, eignen sie sich jedoch nicht für die
direkte Steuerung beispielsweise der Betriebsdrehzahl
des Vorreißers.
Eine weitere Arbeit der beiden Autoren ist in den
Melliand-Textilberichten 4/1974, S. 317-323
beschrieben. Hier befassen sie sich u. a. mit der
Untersuchung der Auflösekraft im Bereich zwischen
Tambour und Wanderdeckel, zu welchem Zweck eine
Meßplatte verwendet wurde, die an zwei Biegestäben an
den Steg eines Deckelstabes montiert war. Auf dieser
Meßplatte waren Dehnmeßstreifen angebracht. Es stellte
sich heraus, daß durch den kreisförmigen Weg des
Wanderdeckels über den Deckelbogen an der Karde der
Eigengewichtseinfluß der Meßplatte auf die Verformung
der Biegestäbe ein Vielfaches des eigentlichen
Meßwertes durch die Kardierkraft ausmachte. Um diese
Schwierigkeit zu umgehen, wurde versucht einen zweiten
passiven Meßwertgeber anzubringen, der möglichst genau
die gleichen elastischen und geometrischen Eigenschaf
ten wie der aktive Meßwertgeber hat. Der Unterschied
lag nur darin, daß der passive Meßwertgeber mit keiner
Garnitur versehen wurde. Der Gewichtsunterschied wurde
an der Stärke der Meßplatte ausgeglichen. Der passive
Meßwertgeber wurde am gleichen Deckelstab und in
gleicher Weise wie der aktive Meßwertgeber montiert, so
daß er die gleiche Lage wie dieser einnimmt und somit
an seiner Dehnmeßstreifenvollbrücke die gleiche
Verstimmung infolge der Verformung der Biegestäbe durch
die Eigengewichtskomponente eintritt.
Mittels eines Operationsverstärkers gelingt es dann,
die Meßsignale so zu kompensieren, daß man eine
Spannung erhält, die proportional zur Kardierkraft ist.
Zusammengefaßt stellten die Autoren fest, daß die
Kardierkraft in der Zone Tambour-Deckel ein direktes
Maß für die mechanische Beanspruchung der Fasern in
dieser Zone darstellt. Weiterhin stellten sie fest, daß
eine schlechte Vorauflösung zu hoher mechanischer
Beanspruchung der Faser führt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein
Verfahren bzw. eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei dem bzw. bei der es möglich ist,
einen Öffnungsvorgang kontinuierlich zu überwachen und
so einzustellen, daß die Qualität des Produktes und
daher auch des aus diesem Produkt hergestellten Garnes
bei der gewählten Produktionsgeschwindigkeit stets ein
Optimum darstellt bzw. die Produktionsgeschwindigkeit
jeweils bei einem Maximum liegt, ohne Qualitätseinbußen
hinnehmen zu müssen.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung verfahrensmä
ßig vor, daß der Auflösegrad während des Öffnungsvorganges
ermittelt und ein dem Auflösegrad entsprechendes Ausgangssig
nal in die Regelung eingespeist wird, daß die Regelung eine
Veränderung wenigstens eines die Auflösung beeinflussenden
Parameters, beispielsweise einen der nachfolgenden Parameter
vornimmt:
- a) die relative Geschwindigkeit des Auflöseelementes an der Faservorlage vorbei,
- b) der gegenseitige Abstand des Auflöseelementes und der Faservorlage, oder
- c) die Lage (Winkelstellung und/oder wirksame Länge) der Nadeln einer Garnitur des Auflöseelementes,
und dabei anhand des Ausgangssignals prüft, ob diese
Veränderung zu einer erhöhten Auflösung geführt hat und sich
entsprechend dem Ergebnis dieser Prüfung entweder für eine
weitere Veränderung im gleichen Sinne oder für eine
Veränderung in entgegengesetztem Sinne oder für keine
weitere Änderung entscheidet, jedoch vorzugsweise bei allen
möglichen Veränderungen bereits festgelegte Obergrenzen
berücksichtigt.
Als Obergrenze der maximalen relativen Geschwindigkeit des
Auflöseelements an der Faservorlage vorbei, wird vorzugs
weise ein Wert in die Regelung eingegeben, bei dem Faserbe
schädigungen oder Fehler in der nachfolgenden Garnproduktion
nicht oder nur in tolerierbarem Maße auftreten.
Der Auflösegrad wird vorzugsweise mittels einer mit dem
Auflöseelement selbst oder mit einem diesem nachgeschal
teten Auflöse- oder Transportelement zusammenwirkende,
den Auflösungsgrad der vom jeweiligen Element getrage
nen Fasern ermittelnden Meßeinrichtung ermittelt. Diese
Meßeinrichtung ist vorzugsweise durch ein mit dem
jeweiligen Element zusammenarbeitendes stationäres
Kämmsegment bestimmt, welches in die vom jeweiligen
Element getragenen Fasern eingreift, wobei die auf das
Kämmsegment wirkende Kraft oder eine dazu proportionale
Größe als für den Auflösungsgrad repräsentatives Signal
herangezogen wird.
Vorrichtungsmäßig zeichnet sich die Erfindung durch
einen die relative Geschwindigkeit des Auflöseelementes
an der Faservorlage vorbei regelnden Regelkreis, durch
eine mit dem Auflöseelement selbst oder einem nachfol
genden Auflöse- oder Transportelement zusammenwirkende,
den Auflösegrad der vom jeweiligen Element getragenen
Fasern messende Einrichtung, deren Ausgangssignal einem
im Regelkreis vorgesehenen Speicher zugeführt ist,
durch eine im Regelkreis eine Erhöhung der relativen
Geschwindigkeit verursachende Einrichtung, durch einen
den im Speicher gespeicherten historischen Wert bzw.
die im Speicher gespeicherten historischen Werte des
Ausgangssignals vor der Erhöhung mit dem Ausgangssignal
nach der Erhöhung vergleichende Einrichtung und durch
eine den Ausgang des Vergleiches berücksichtigende und
die relative Geschwindigkeit beeinflussende
Einrichtung aus.
Eine derartige Vorrichtung zeichnet sich vorzugsweise
durch einen dem Regelkreis zugeordneten Speicher für
die Obergrenze der maximalen relativen Geschwindigkeit
aus, bei der Fadenbeschädigungen oder Fehler bei der
nachfolgenden Garnproduktion nicht oder nur in
tolerierbarem Maße auftreten.
Die vorliegende Erfindung geht zunächst von dem
Gedanken aus, daß auch bei Anlagen, wo gewisse Teile
bereits an der Leistungsgrenze arbeiten, eine Qualitäts
steigerung des Produktes unter manchen Umständen
erreichbar ist, ohne die Produktion drosseln zu müssen.
Weiterhin gibt es andere Gebiete, wo man aus der
Befürchtung einer verminderten Qualität die Produktions
geschwindigkeit unangemessen niedrig setzt, obwohl
eventuell bei höheren Geschwindigkeiten und daher
höherer Produktion eine verbesserte Qualität erreicht
werden könnte.
Ausgehend von diesen Überlegungen erkennt die Erfindung
weiterhin an, daß man durch eine geeignete Meßeinrich
tung vornehmlich in Form eines stationären Kämmsegmen
tes eine Information über den Auflösungsgrad der von
einem bestimmten Öffnungselement kommenden Fasern
erhalten kann, wenn man die von diesen Fasern auf das
Kämmsegment ausgeübte Kraft mißt. Bei verbesserter
Auflösung wird diese Kraft nämlich kleiner, so daß man
untersuchen kann, ob eine Erhöhung der relativen
Geschwindigkeit des Auflöseelementes zu einer vermin
derten Kraft am Kämmsegment führt und daraus schließen
kann, daß die Erhöhung der Geschwindigkeiten wohl zu
einer Qualitätsverbesserung geführt hat. Leider kann
dieses Verfahren nicht uneingeschränkt angewendet
werden, da man schließlich einen Zustand erreicht, bei
dem die erhöhte Geschwindigkeit des Auflöseelementes zu
Stapelkürzungen führt, wodurch ebenfalls die am Kämm
segment gemessene Kraft absinkt, woraus man fälschli
cherweise schließen konnte, daß die erfolgte Erhöhung
der Geschwindigkeit vorteilhaft gewesen ist, obwohl in
der Tat dies nicht zutrifft.
Um diesen Umstand zu vermeiden, wird daher erfindungs
gemäß so vorgegangen, daß man wohl die Obergrenzen der
Geschwindigkeit der einzelnen Auflöseelemente bei
bestimmten Fasermischungen bzw. Sorten ermittelt, dann
aber versucht, unterhalb dieser Obergrenze eine optima
le Geschwindigkeit festzustellen, bei der die gemessene
Kraft ein Minimum ist, d. h. der Auflösegrad ein Maximum
darstellt.
Am Beispiel einer Karde sieht man deutlich, welche
Vorteile mit der Erfindung erreichbar sind.
Der Materialdurchsatz bei einer Karde ist schließlich
durch die Drehgeschwindigkeit der Speisewalze am
Eingang der Karde bestimmt, da sämtliches Material, das
durch die Speisewalze läuft, schließlich am Ausgang der
Karde als Kardenband erscheinen muß (abgesehen vom
Materialabgang aufgrund der Reinigung des Produktes).
Die Bandnummer wird dann durch den sogenannten Verzug
der Karde bestimmt, was durch das Verhältnis der
Umfangsgeschwindigkeit der Dofferwalze zur Umfangsge
schwindigkeit der Speisewalze bestimmt wird. Zwischen
der Speisewalze und der Dofferwalze liegen aber der
Vorreißer und der Tambour. Zwar muß die Tambourgeschwin
digkeit relativ genau an die Umfangsgeschwindigkeit der
Dofferwalze angepaßt werden, um die Übergabe des
Faserflors vom Tambour auf die Dofferwalze nicht zu
beeinträchtigen, es ist jedoch durchaus möglich, die
Drehgeschwindigkeit des Vorreißers innerhalb von weiten
Grenzen zu variieren. Die Bestimmung, welche Drehge
schwindigkeit des Vorreißers zu einer optimalen
Qualität führt, war in der Vergangenheit schwer zu
erreichen. Mit der Erfindung wird nun automatisch die
Drehgeschwindigkeit des Vorreißers an ein Optimum
gesetzt, wobei die optimale Geschwindigkeit wohl
unterhalb der Obergrenze liegen muß, dennoch aber den
höchstmöglichen Wert im Bereich bis zu dieser Obergren
ze annehmen soll. Gelingt es auf diese Weise, die erwünschte
Qualität herzustellen, so kann man überlegen, ob nicht mit
einer höheren Speisewalzengeschwindigkeit und damit schließ
lich auch mit einer höheren Produktion gearbeitet werden
kann, und bei Durchführung dieser Änderung kann weiterhin
untersucht werden, ob durch Regelung der Vorreißergeschwin
digkeit auch bei der erhöhten Produktion eine optimale
Qualität erreichbar ist. Man sieht anhand dieses Beispiels,
daß dieProduktion der Karde bei einer Meß- bzw. Optimierungs
reihe konstant bleibt, so daß eine Komplizierung des Verfah
rens durch eine Änderung der gemessenen Kraft aufgrund
steigender Produktion (kg/st) nicht eintritt.
Wichtig ist auch, daß es nicht unbedingt notwendig ist, den
Öffnungsgrad direkt am Öffnungselement selbst zu messen.
Anhand des oben erläuterten Beispiels sieht man, daß die
Messung vorzugsweise am Tambour erfolgt (beispielsweise aus
Platzgründen) anstatt am Vorreißer selbst, obwohl auch dies
grundsätzlich möglich wäre.
Die Qualität des Kardenbandes läßt sich aber nicht nur mit
der Drehgeschwindigkeit des Vorreißers bestimmten. Beispiels
weise ist die Kardierarbeit im Bereich des Wanderdeckels
durch die Umlaufgeschwindigkeit des Wanderdeckels beeinfluß
bar. Statt den Auflösegrad am Wanderdeckel selbst zu messen,
wird erfindungsgemäß so vorgegangen, daß ein im Betrieb sta
tionäres Kämmsegment nach dem Wanderdeckel angeordnet wird,
um so den durch die Kardierarbeit im Bereich des Wanderdec
kels erfolgten Auflösungsgrad zu ermitteln. Auch hier wird
mittels der Erfindung der Auflösegrad nicht am Auflösungsele
ment selbst sondern an einem diesem nachgeschalteten Element
ermittelt.
Bei der Anwendung der Erfindung an einer Reinigungsmaschine
kann mittels eines zur Messung des Öffnungsgrades eingesetz
ten Kämmsegmentes festgestellt werden, ob bei einer höheren
Drehgeschwindigkeit der Reinigungswalze eine höhere Produk
tion ohne Qualitätseinbußen erreicht werden kann.
Besonders vorteilhafte Varianten des erfindungsgemäßen Ver
fahrens bzw. der Vorrichtung sind den Unteransprüchen zu
entnehmen, wobei den Vorrichtungen der Patentansprüche 12
und 14 besondere Bedeutung zukommen.
Es soll betont werden, daß es eine ganze Reihe von variablen
Parametern gibt, die die Qualität des Produktes beeinflussen
können. Beispielsweise sind folgende veränderbare Maßnahmen
bei einer Karde mit der vorliegenden Erfindung einstellbar:
Auflösegrad am Briseur und Tambour,
Tambourdrehzahl im Verhältnis zur Leistung (Leistung ist gegeben durch das Wattengewicht und durch die Einspeisegeschwindigkeit an der Speisewalze),
Drehgeschwindigkeit im Verhältnis zur Tambourgeschwindigkeit,
Tambourgeschwindigkeit im Verhältnis zum Rohstoff (Art des Rohstoffes und Länge des Stapels sowie Schmutzgehalt),
Briseurgeschwindigkeit im Verhältnis zum Rohstoff,
Briseurgeschwindigkeit im Verhältnis zur Tambourgeschwindigkeit,
Einstellung der Arbeitselemente, z. B. Garniturabstand zwischen Briseur und Tambour, Tambour und Wanderdeckel und Tambour und Abnehmer.
Auflösegrad am Briseur und Tambour,
Tambourdrehzahl im Verhältnis zur Leistung (Leistung ist gegeben durch das Wattengewicht und durch die Einspeisegeschwindigkeit an der Speisewalze),
Drehgeschwindigkeit im Verhältnis zur Tambourgeschwindigkeit,
Tambourgeschwindigkeit im Verhältnis zum Rohstoff (Art des Rohstoffes und Länge des Stapels sowie Schmutzgehalt),
Briseurgeschwindigkeit im Verhältnis zum Rohstoff,
Briseurgeschwindigkeit im Verhältnis zur Tambourgeschwindigkeit,
Einstellung der Arbeitselemente, z. B. Garniturabstand zwischen Briseur und Tambour, Tambour und Wanderdeckel und Tambour und Abnehmer.
Alle solche Maßnahmen beinhalten bei einer bestimmten
Karde mit vorgegebenen Garnituren eine Veränderung
entweder einer relativen Geschwindigkeit oder eines
relativen Abstandes oder eine Änderung einer
Fasermischung, und alle diese veränderbaren Parameter können
mit der vorliegenden Erfindung on-line gemessen werden.
Die Erfindung wird nachfolgend näher erläutert anhand von
Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung, in
welcher zeigt:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer geregelten
Karde,
Fig. 2 ein Detail der Meßeinrichtung der Karde gemäß Fig. 1
Fig. 3 eine schematische Seitenansicht einer geregelten
Karde ähnlich der Karde der Fig. 1, wobei aber die
Muldenplatte um die Drehachse der Speisewalze
verschiebbar ist,
Fig. 4 eine Detailzeichnung der Verstelleinrichtung der
Muldenplatte der Ausführung gemäß Fig. 3,
Fig. 5 eine schematische Seitenansicht einer Reinigungsma
schine mit einer erfindungsgemäßen Regelung,
Fig. 6 ein Querschnitt durch eine Auflösewalze einer
Reinigungsmaschine, teilweise und halbschematisch
dargestellt, und
Fig. 7 ein Teil der Auflösewalze von Fig. 6 in Blickrich
tung VII der Fig. 6 dargestellt.
Die in Fig. 1 gezeigte gesteuerte Karde 101 umfaßt von links
nach rechts gesehen, am Kardeneingang ein Fasereinspeisemit
tel 102, mit strichpunktierter Linie dargestellt, eine Vor
reißerwalze 103, auch Briseur genannt, ein Tambour 104 mit
dem Deckel 105, eine Faserflor-Abnahmewalze 106, auch Doffer
walze genannt, und eine Faserflorverdichtungseinheit 107 zum
Bilden eines Kardenbandes 108. Das Fasereinspeisemittel 102
umfaßt eine dreh- und antreibbare Speisewalze 109, auch
Speisezylinder genannt und eine mit diesem zusammenwirkende
Speiseplatte 110, auch Muldenplatte genannt, welche um eine
Schwenkachse 111 schwenkbar gelagert ist.
Die Speisewalze 109 ist stationär angeordnet und die
Schwenkbarkeit der Speiseplatte 110 wird durch eine
Stellschraube 112 in der Bewegungsrichtung von der
Speisewalze 109 weg sowie durch einen Anschlag in der
entgegengesetzten Richtung begrenzt. Die Speisewalze
109 wird durch einen Getriebemotor 113 angetrieben.
Im Betrieb wird die Faserwatte 20 auf eine Zuführplatte
114 dem Fasereinspeisemittel 102 zugeführt. Durch die
Drehung der Speisewalze 109 in Umfangsrichtung U wird,
in an sich bekannter Weise, die Faserwatte der
wesentlich schneller drehenden Vorreißerwalze als
komprimierte Fasermatte zugespeist.
Die Vorreißerwalze löst einzelne Fasern aus der
Fasermatte heraus und transportiert diese auf ihrer aus
Stachelgarnituren bestehende Oberfläche zu dem Tambour
104. Die Übergabe der aufgelösten Fasern von der
Vorreißerwalze zu dem Tambour findet in dem Bereich
statt, wo die beiden Elemente einander nahekommen. Der
so gebildete Faservlies auf dem Tambour wird dann auf
diesem zum Wanderdeckel 105 transportiert.
Das zwischen Tambour 104 und Deckel 105 verarbeitete
Faservlies wird von der Dofferwalze 106 abgenommen und
an die Faservliesverdichtungseinheit 107 weiterge
leitet, in welcher das Faservlies zum Kardenband 108
verdichtet wird.
Das Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeit der Doffer
walze 106 zur Umfangsgeschwindigkeit der Speisewalze
109 ergibt das sogenannte Verzugsverhältnis der Karde.
Im weiteren wird durch das Einführen der Fasermatte 20
die Speiseplatte 110 so weit von der Speisewalze 109
weggeschwenkt, bis die Speiseplatte an der Stellschrau
be 112 ansteht. Diese Lage der Speiseplatte 110 wird
als Betriebslage bezeichnet. Mit Hilfe dieser Stell
schraube 112 wird demnach das Maß der Verdichtung der
zwischen Speiseplatte und Speisewalze 109 befindlichen
Faserwatte 20 festgelegt. Diese Klemmwirkung verursacht
später beschriebene meßbare Größen im Fasereinspeise
mittel 102, mittels welchen fortlaufend ein der Dichte
der "eingeklemmten" Faserwatte 20 entsprechendes Signal
116 gewonnen wird.
Zur Gewinnung des Signals 116 werden, wie auch in Fig.
2 gezeigt, zwei Signale 116a, 116b von links und rechts
an der Schwenkachse 111 der Speiseplatte 110 angebrach
ten Dehnungsmeßstreifen 139 herangezogen, welche die
Querkraft der Lagerzapfen der Speisemulde fühlen. Diese
Signale 116a, 116b sind an einen Meßverstärker 116c
angelegt, welcher die Signale zunächst addiert und dann
verstärkt, so daß das Signal 116 entsteht, welches ein
verstärktes Mittelwertsignal darstellt. Der Meßwert
verstärker 116c wandelt die Signale der DMS-Aufnehmer
um in eine DC-Spannung, die zwischen -10 und +10 Volt
liegt.
Das Signal 116 wird einer Steuerung 117, zusammen mit
einem Stellwertsignal 118 für die Wattendicke, einem
Drehzahlsignal 119 der Dofferwalze 106 und einem Dreh
zahlsignal 120 der Getriebemotorwelle 121 eingegeben,
wobei das Stellwertsignal 118 und das Drehzahlsignal
119 der Dofferwalze 106 einen vorgegebenen Wert haben.
Der Wert des Stellwertsignales 118 kann an einem
Dekadenschalter 118A gewählt werden und bestimmt
schließlich die gewünschte Bandnummer.
Die Steuerung "verarbeitet" die vorgenannten Signale zu
einem Ausgangssignal 122, das an einen Multiplikator 41
angelegt ist. Der Multiplikator 41 erhält über eine
Leitung 40 ein Signal, welches wie in der deutschen
Patentanmeldung P 38 21 238.2 beschrieben, eine
Korrektur der Steuerung aufgrund der herrschenden
absoluten Luftfeuchtigkeit vornimmt. Somit multipli
ziert der Multiplikator 41 das Ausgangssignal 122 mit
dem über die Leitung 40 erhaltenen Signal, wodurch das
Ausgangssignal 122 entsprechend der absoluten
Luftfeuchtigkeit korrigiert wird (deutsche Patentanmeldung P 38 21 238.2). Das Ausgangssignal
des Multiplikators 41 bestimmt die Drehzahl des
Getriebemotors 113, entsprechend der Abweichungen in
der Dichte der Faserwatte 20 im Klemmspaltbereich 123
derart, daß die Dichte der Faserwatte beim Verlassen
des Klemmspaltbereiches im wesentlichen ausgeglichen
ist. Durch die Störgrößenaufschaltung, die durch den
Multiplikator 41 bewirkt wird, ist die Steuerung der
Dichte der Faserwatte 20 bereits korrigiert, um
Schwankungen der absoluten Luftfeuchtigkeit zu berück
sichtigen, so daß das Kardenband 108 und das aus diesem
hergestellten Faserband schließlich die erwünschte
Bandnummer haben, ohne Beeinflussung durch die absolute
Luftfeuchtigkeit.
Die Steuerung 117 setzt sich dabei im wesentlichen aus
einem Mikrocomputer 117A der Firma Texas Instr., Typ
990/100MA mit der notwendigen Anzahl EPROMs Typ
TMS2716, ebenfalls von Texas Instruments, zur
Programmierung der Steuerfunktionen, sowie einer
Regeleinheit 117B Typ D10 AKNRV 419 D-R der Firma Areg
Bundesrepublik Deutschland, Gemmrigheim, zusammen. Die
Regeleinheit 117B verstärkt ein vom Mikrocomputer
abgegebenes Drehzahlsignal zum Ausgangssignal 122 und
nimmt das Signal 120 zur Kontrolle und Regelung der
Speisewalzendrehzahl auf.
Das Einlaufsignal 116 wird zunächst in einer Stufe 117C
verarbeitet. In regelmäßigen, kurz nacheinander folgen
den Zeitabschnitten wird der Mittelwert des Einlauf
signals neu berechnet, und zwar aus einer festen Anzahl
der zuletzt gelesenen Werte. Auf diese Weise kann man,
falls erwünscht, die Langzeitabweichung der Vorlage
feststellen (Driftfilter). In sehr kurzen Zeitabständen
von etwa 100 ms wird in der Stufe 117C der Momentanwert
des Einlaufsignals mit dem Mittelwert verglichen und
die Abweichung dem Mikrocomputer 117A als Istwert
mitgeteilt. Letzterer ist als PI-Regler programmiert
und errechnet aus dem Sollwert der Dekaden anhand des
in den EPROMs vorgegebenen Regelalgorithmus sowie
vorprogrammierter gerätespezifischer Daten einen
Regelwert y, der den Sollwert für den Areg-Regler 117B
bildet und diesem zugeführt wird, wie schematisch
mittels des entsprechenden Pfeils zwischen den Blöcken
117A und 117B angedeutet ist.
Es ist bei dieser Anordnung ebenso möglich, den
Multiplikator 41 zwischen die Blöcke 117A und 117B zu
setzen, so daß der Sollwert des Areg-Reglers entspre
chend der absoluten Luftfeuchtigkeit korrigiert wird.
Es ist auch möglich, die Funktionen der Stufe 117C in
dem Mikrocomputer durchzuführen, durch Einbau entspre
chender EPROMs oder durch entsprechende Programmierung,
so daß eine getrennte Stufe 117C entbehrlich ist.
Der Areg-Regler stellt eine selbständige, dem Regel
motor 113 vorgeschaltete Regelelektronik dar. Der vom
Mikrocomputer 117A vorgegebene Sollwert wird in der
Regelelektronik mit dem Tacho-Istwert 120 verglichen,
die Differenz verstärkt und über die Leistungskreise
dem Motor zugeführt. Die Regelelektronik 117B arbeitet
als Spannungsdosierung und führt dem Motor nur so viel
Spannung zu, wie zum Aufbringen des geforderten Drehmo
ments und Einhalten der Drehzahl erforderlich ist.
Die soweit besprochene Kardensteuerung ist bereits in
diesem Umfang in der deutschen Patentanmeldung
P 38 21 238.2 beschrieben. Zusätzlich zu den bisher
beschriebenen Teilen beinhaltet die Karde eine Quali
tätsregelung, die nunmehr im einzelnen beschrieben
wird.
Der Vorreißer 103 ist erfindungsgemäß von einem Motor
150 angetrieben, der direkt auf der Welle des
Vorreißers sitzt. Es handelt sich bei diesem Motor um
einen Drehstrommotor mit einem Frequenzumrichter,
welcher von einem Mikrocomputer 151 aus über die
Leitung 152 steuerbar ist. Der Mikrocomputer 151 ist
Teil einer Regelung 153, welche außerdem aus einem
Speicher 154 und einem Vergleicher 155 besteht.
Oberhalb des Vorreißers 103 befindet sich ein mit einer
Stachelgarnitur versehenes Kämmsegment 155, wobei die
Stachelgarnitur nicht gezeigt ist, jedoch genau so wie
eine übliche Deckelgarnitur ausgelegt werden kann. Das
Kämmsegment 155 erstreckt sich über die gesamte Breite
des Tambours und ist in seinen Abmessungen einem übli
chen stationären Deckelsegment ähnlich. Im Gegensatz zu
einem herkömmlichen Deckelsegment ist es jedoch an
einer Drehachse 156 angelenkt, so daß die vom Tambour
ausgeübte Kardierkraft versucht, das Kämmsegment 155 in
Gegenuhrzeigersinn um die Achse 156 zu verdrehen. Dies
wird durch einen mechanischen Anschlag 157 verhindert,
wobei bei der eigentlichen Ausführung zwei solche
Anschläge vorgesehen sind, und zwar ein Anschlag an
jeder Stirnseite der Karde. Jeder Anschlag ist auch mit
Dehnmeßstreifen versehen, so daß die auf den Anschlag
ausgeübte Kraft mittels dieser Dehnmeßstreifen erfaßbar
ist. Die genaue Anordnung der Dehnmeßstreifen wird hier
nicht beschrieben, sie ist jedoch in vergleichbaren
Anordnungen bestens bekannt. Die Signale von den Dehn
meßstreifen der beiden Anschläge werden über jeweilige
Leitungen 158, 159 einem Meßwertverstärker 160 zuge
führt, welcher entsprechend dem Meßwertverstärker 116c
ein verstärktes Mittelwertsignal erzeugt, das über die
Leitung 161 der Regelung 153 zugeführt wird. Die über
die Leitung 161 kommenden Signale werden in zeitlichen
Abständen abgetastet und im Speicher 154 vorübergehend
gespeichert. Man bemüht sich, nur eine relativ geringe
Zahl von gespeicherten Werten im Speicher 154 zu behal
ten, und alte Daten werden nach kurzer Zeit gelöscht
und durch neue Daten ersetzt. Dies könnte beispiels
weise durch ein Schieberegister realisiert werden, bei
spielsweise ein solches mit 32 Speicherplätzen, wobei
16 neue Werte pro Sekunde in diesen Speicher eingelesen
werden.
Der Mikroprozessor 151 bildet ständig den Mittelwert der
gespeicherten Werte, welche er über den Bus 162 aus dem
Speicher entnimmt. Der so gebildete Mittelwert wird an den
Vergleicher 155 angelegt. Letzterer erhält auch direkt aus
dem Speicher 154 den Wert des zuletzt über die Leitung 161
eingespeisten Signals (oder einen neueren Mittelwert) und
bildet den Quotient des zuletzt eingetroffenen Mittelwertes
geteilt durch den zuletzt eingetroffenen Wert (bzw. älteren
Mittelwert geteilt durch den neueren Mittelwert). Das
Ergebnis dieser Teilung wird dann mittels der Leitung 165 an
einen Multiplikator 166 angelegt. An den anderen Eingang des
Multiplkators 166 wird über die Leitung 167 ein Regelsignal
vom Mikroprozessor 151 angelegt, welches die erwünschte
Drehzahl des Motors 150 darstellt.
Dieses Signal wird vom Computer 151 ermittelt und zwar
aufgrund einer Tabelle im Speicher 154, welche für jede
Fasersorte bzw. Mischung im voraus berechnete Werte der
Drehzahl des Vorreißers 104 für bestimmte Drehzahlen
der Speisewalze 109 enthält. Der Computer wählt den
passenden Wert aus dem Speicher 154 in Kenntnis der
derzeit verwendeten Fasermischung, welche dem Regler
153 über die Tastatur 168 mitgeteilt wird, und unter
Berücksichtigung der tatsächlichen Drehzahl der Speise
walze 109, welche dem Computer ständig über die Leitung
169 mitgeteilt wird. Über die Leitung 171 erhält der
Computer auch ein Signal über die Ist-Drehzahl des
Vorreißers 103 bzw. des diesen direkt antreibenden
Motors 150.
Der Computer prüft das Drehzahlsignal, das über die Leitung
171 erhalten wird, um festzustellen, ob dieses Signal die
ebenfalls im Speicher 154 gespeicherte Obergrenze erreicht
hat, wobei die Obergrenzwerte ebenfalls in Form einer
Tabelle im Speicher 154 gespeichert sind und zwar je nach
Drehzahl der Speisewalze 109.
Die Tabellen der Obergrenzwerte und die Tabellen der Aus
gangswerte für die Drehzahl des Vorreißers 103 im Vergleich
zu der Drehzahl der Speisewalze 109 können entweder in
EPROMs vorliegen oder individuell über die Tastatur 168 ein
gegeben werden.
Durch diese Tabellenform wird sichergestellt, daß beim Anlau
fen der Karde bzw. beim Anhalten derselben der Vorreißer 103
stets im erwünschten Drehzahlbereich bleibt. Die erfindungs
gemäße Regelung kann mit Vorteil so ausgelegt werden, daß
sie nur nach dem Hochlaufen der Karde bzw. der betreffenden
Anlage in Betrieb genommen wird.
Aus der vorhergehenden Beschreibung ist ersichtlich, daß der
Multiplikator 166 den Nennwert der über die Leitung 167 vom
Mikrocomputer 151 erhaltenen Soll-Drehzahl des Vorreißers
mit dem über die Leitung 165 erhaltenen Signal multipliziert
und hierbei das Soll-Drehzahlsignal für den Vorreißer 103 er
höht bzw. herabsetzt, je nach dem ob der zuvor ermittelte
Wert des Kardierkraftsignals kleiner oder größer ist als der
kurz zuvor ermittelte Mittelwert. Durch die Mittelwertbildung
werden Schwankungen des Kardierkraftsignals ausgeglichen.
Wenn nun der Computer 151 feststellt, daß die über die
Leitung 171 erhaltene Ist-Drehzahl der im Speicher
enthaltenen Grundeinstellung der Soll-Drehzahl ent
spricht, so wird automatisch das Soll-Drehzahlsignal um
einen kleinen Bruchteil, beispielsweise 1%, erhöht,
damit der Vorreißer immer näher an die festgelegte
Obergrenze kommt, vorausgesetzt diese ist noch nicht
erreicht. Führt diese Erhöhung zu einer Abnahme der
momentanen Kardierkraft im Vergleich zu dem bisherigen
Mittelwert, so kann dies als Maß dafür gewertet werden,
daß die Auflösung durch die erhöhte Geschwindigkeit des
Vorreißers besser geworden ist. Eine weitere Erhöhung
der Geschwindigkeit des Vorreißers kann vorgenommen
werden, um zu sehen, ob eine weitere Abnahme der
Kardierkraft erfolgt. Dieses Verfahren kann so lange
fortgesetzt werden, bis die Obergrenze erreicht ist.
Sollte nach Erhöhung der Geschwindigkeit die Kardier
kraft zunehmen, was beispielsweise darauf zurückgeführt
werden könnte, daß der Vorreißer nun große Flocken aus
der Faserwatte herausreißt, statt einzelne Fasern aus
dieser herauszulösen, so wird über den Vergleicher die
Geschwindigkeit automatisch zurückgesetzt, was vom
Computer über die Leitung 171 erfaßt wird. Aufgrund des
Ausmaßes der Geschwindigkeitsveränderung kann der
Computer nun entscheiden, ob eine weitere Änderung der
Geschwindigkeit angebracht ist und ggf. diese über die
Leitung 167 vornehmen. Auf diese Weise tastet sich der
Computer 153 immer näher an den optimalen Wert heran.
Wenn dieser Wert feststeht, so kann ggf. die erfindungsgemä
ße Regelung angeschaltet und die Anlage mit diesem optimalen
Wert weitergefahren werden.
Wie anfangs angedeutet, ist die Erfindung keineswegs
auf Geschwindigkeitsänderungen beschränkt. Beispiels
weise könnte der Computer 153 so ausgelegt sein, daß er
den Abstand zwischen dem Vorreißer und dem Tambour
ändert und ebenfalls aufgrund der Kardierkraftmessung
mittels der Dehnmeßstreifen an den Anschlägen 157
entscheidet, ob diese Veränderung des Abstandes sich im
positiven oder negativen Sinne ausgewirkt hat. Die
Obergrenze der Veränderung ist hier als der minimale
Abstand zwischen dem Vorreißer und dem Tambour zu
verstehen, der erforderlich ist, um mechanische Beschä
digungen der Garnituren zu vermeiden.
Die Erfindung ist insofern vielseitig anwendbar, als jeweils
ein "Meß-Kardierelement" nach jeder Verstellmöglichkeit
vorgesehen werden kann, innerhalb welcher die Auflösung der
Faserflocken geschieht.
Die Fig. 3 und 4 zeigen beispielsweise, daß die Muldenplatte
110 um die Drehachse 200 der Speisewalze 109 verschoben
werden kann, was einen unterschiedlichen Auslösegrad der
Faserflocken zwischen der Speisewalze 109 und dem Vorreißer
103 zur Folge hat. Das darauffolgende Kämmsegment bzw. die
darauffolgende Kardierplatte 155 mit Meßdosen 157, welches
zwangsläufig nicht primär eine Kardier- sondern lediglich
eine Meßfunktion hat, d.h. der Abstand dieses Kardierelemen
tes zur Oberfläche des Briseurs muß konstant bleiben, hat
die Funktion, den Auflösegrad zwischen Speisewalze 109 und
Vorreißer 103 zu messen. Diese Messung kann auch in der
Vorkardierzone erfolgen, wie bei dem Beispiel der Fig. 1
gezeigt, wie auch in der Nachkardierzone geschehen, jeweils
durch ein kurz nach dem Bereich des Auflösens angeordnetes
Kämmsegment, ebenfalls mit entsprechend vorgegebenen und
fixem Abstand zu Oberfläche des Tambours 104.
Eine mögliche Verstelleinrichtung für die Muldenplatte ist
in Fig. 4 gezeigt. Sie besteht hier aus einem elektrisch ver
stellbaren Spindelmotor 202, welcher an seinem einen Ende
204 am Kardengestell 206 angelenkt ist, wobei das freie Ende
208 der Spindel 210 an einer verstellbaren Platte 212 ange
lenkt ist, welche die Drehachse 111 der Muldenplatte trägt.
Die Platte 212 weist einen bogenförmigen Schlitz 214 mit
Radius S auf, dessen Krümmungszentrum auf der Drehachse 200
der Speisewalze 109 liegt. Innerhalb des Führungsschlitzes
befinden sich zwei Zapfen 216, welche mit den Seitenbegren
zungen des Führungsschlitzes 214 zusammenarbeiten und sicher
stellen, daß die erwünschte Einstellung der Muldenplatte um
die Drehachse der Speisewalze 109 erfolgt. Die Zapfen 216
sind an einem Plattenteil 218 befestigt, das gegenüber dem
Maschinengestell 206 der Karde fest angeordnet ist. Durch
Ausfahren bzw. Einfahren des Spindelmotors wird daher die
Platte 212 und somit auch die Muldenplatte 110 um die Dreh
achse 200 der Speisewalze 109 verschoben, wobei die Anord
nung so getroffen ist, daß eine Veränderung des Abstandes
zwischen der Muldenplatte und der Drehachse 200 nicht
eintritt.
Es ist allerdings nicht absolut erforderlich, daß die das
Kämmsegment bildende Kardierplatte stets unmittelbar nach
dem überwachten Auslöseelement angeordnet ist. Es leuchtet
ein, daß bei einer Verbesserung der Auflösung, beispielswei
se zwischen Speisewalze 109 und Vorreißer 103 die Auflösung
der Fasern im gesamten Kardierprozeß verbessert wird, so daß
für die Feststellung, ob die Auflösung zwischen der Speise
walze 109 und dem Vorreißer 103 verbessert ist, beispielswei
se auch ein in der Nachkardierzone angeordnetes Kämmsegment
herangezogen werden kann. Bevorzugt ist jedoch eine Anord
nung, bei der das unterhalb des Vorreißers 103 angeordnete
Kämmsegment 155 die Auswirkung der Verstellung der Mulden
platte ermittelt, während das Kämmsegment 155 in der Vorkar
dierzone die Auswirkung der Verstellung der Drehgeschwindig
keit des Vorreißers ermittelt und das Kämmsegment 155 in der
Nachkardierzone die Auswirkung der Verstellung der Umlaufge
schwindigkeit der Wanderdeckel feststellt.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Abstand des Vor
reißers vom Tambour zu verstellen und den hieraus resultie
renden Auflösungsgrad mittels des in der Vorkardierzone
angeordneten Kämmsegmentes 155 zu ermitteln.
Die Verstellbarkeit zwischen Vorreißer und Tambour sowie
zwischen dem Deckel und dem Tambour ist bereits in der
europäischen Schrift 00 15 974 beschrieben und kann auch mit
der Abstandsmeßeinrichtung kombiniert werden, die in der
deutschen Patentanmeldung P 39 13 996.4 beschrieben ist.
Bei allen Varianten wird ein Element, das den Auflösegrad
beeinflußt, verstellt, im Sinne einer angestrebten Verbes
serung der Auflösung, die Auswirkung dieser Verstellung
macht sich beinahe sofort bemerkbar in den Meßsignalen der
Druckmeßdose 157 der zugeordneten Kardierplatte 155 und ein
Computer führt einen Vergleich zwischen diesem Signal und
dem historischen Wert des Signals durch, um zu ermitteln, ob
die Verstellung zu einer Verbesserung des Auflösegrades
geführt hat. Wenn eine solche Verbesserung eintritt, so wird
eine weitere Verstellung im gleichen Sinne vorgenommen und
ein neuer Vergleich durchgeführt. Auf diese Weise tastet man
sich immer näher an die mögliche Obergrenze der Verstellung.
Wenn aber der Vergleich ungünstig ausfällt, was darauf
hinweist, daß die Auflösung verschlechtert wird, so wird die
Verstellung rückgängig gemacht bis zu der Einstellung, wo
die besten Ergebnisse erreicht worden sind.
Die oben besprochene Idee mit verschiedenen Varianten ist
noch weiter ausdehnbar, indem beispielsweise immer nach
einer Kardierplatte mit Kardierfunktion eine Kardierplatte
mit Meßfunktion folgt, so daß der Auflösegrad pro
Kardierplatte festgestellt werden kann.
Besondere Vorsicht muß dann angewandt werden, wenn zur Verän
derung des Auflösegrades die Drehzahl eines Elements verän
dert wird, welche mit einer Änderung der Produktion verbun
den ist. Es leuchtet ein, daß wenn eine Steigerung der Dreh
geschwindigkeit zu einer Steigerung der Produktion führt,
dies höchstwahrscheinlich auch zu einer Steigerung der gemes
senen Kardierkraft führen wird, so daß unter diesen Umstän
den die Aussagekraft einer sich steigenden Kardierkraft nur
mit Vorsicht zu genießen ist. Gegebenenfalls muß ein Rechner
die aufgrund der Drehzahl hervorgerufene Kraftveränderung
als Korrekturfaktor berücksichtigen, um den effektiven Auflö
segrad aus den Meßsignalen des Kämmsegmentes zu extrahieren.
Eine weitere Ausführung der Erfindung ist in der Fig. 5 sche
matisch dargestellt. Die in Fig. 5 abgebildete Maschine
stellt eine Reinigungsmaschine dar, mit der Faserflocken ge
reinigt werden, die über eine Leitung 301 und einen Speise
kopf mit Gebläse 302 in einen Lamellenschacht 303 abgelie
fert werden. Das in dem Schacht 303 befindliche Flockenmate
rial wird mittels einer Blindtrommel 304 und einer Siebtrom
mel 305 aus dem unteren Ende des Schachtes 303 herausgezogen
und über ein Speisewalzenpaar 307 einer eine Spitzgarnitur
tragenden Reinigungswalze 308 zugeführt. Während der Bewe
gung zwischen der Blindtrommel 304 und der Siebtrommel 305
werden duch Absaugen durch die Siebtrommel Staub und andere
leichte Verunreinigungen aus der Flockenmasse entzogen. Die
aus den lockeren Flocken herausgequetschte Luft wird über
die Leitung 309 abgezogen. Im Bereich der Reinigungswalze
308, welche als Öffnungselement arbeitet, werden die Flocken
geöffnet, d. h. in kleinere Faserflocken zerteilt und über
einen Messerrost 311 bewegt, wobei Schmutzteilchen und Staub
aus den so geförderten Flocken herausgelöst werden. Die ge
reinigten Flocken werden dann über die Transportleitung 312
weitertransportiert, beispielsweise zu einer weiteren Reini
gungsmaschine oder zu dem Füllschacht einer Kardenspeisung.
Der aus den Flocken herausgelöste Schmutz fällt durch den
Rost hindurch in die Abgangkammer 313 hinein, und wird von
dort über die Abgangtransportleitung 314 pneumatisch abtrans
portiert.
Unterhalb der Reinigungswalze befindet sich ein Kämmsegment
155.1, das genau so ausgebildet ist wie das Kämmsegment
155 in der Ausführung nach Fig. 1 und daher auch mit
dem gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet ist, jedoch
mit dem Zusatz .1, um darauf hinzudeuten, daß es
sich hier um eine andere Maschine handelt. Diese Kon
vention wird auch bei allen anderen Teilen der Ausfüh
rung gemäß Fig. 5 angewandt, sofern die dort beschrie
benen Teile Teilen der Ausführung gemäß Fig. 1 und 2
entsprechen.
Für den Antrieb der Reinigungswalze 308 ist ein Regel
kreis 315 vorgesehen, welcher in Übereinstimmung mit
dem Regelkreis der Ausführung nach Fig. 1 ebenfalls
einen Computer 151.1, einen Speicher 154.1 und einen
Vergleicher 155.1 enthält. Auch hier ist eine Tastatur
168.1 vorgesehen.
Über die Tastatur 168.1 werden in Tabellenform die
maximal zulässigen Drehzahlwerte der Reinigungswalze
als Funktion der verschiedenen von der Reinigungsma
schine zu reinigenden Fasern und Fasermischungen ange
geben.
Im Betrieb wird die auf das Kämmsegment wirkende Kraft,
entsprechend der Kardierkraft gemäß der Ausführung nach
Fig. 1 über die an beiden Enden des Kämmsegments vorge
sehenen Dehnmeßstreifenaufnehmer erfaßt. Die Signale
der Dehnmeßstreifenaufnehmer werden über die Leitungen
158.1, 159.1 dem Meßwertwertverstärker 160.1 zugeführt,
welcher einen verstärkten gemittelten Meßwert über die
Leitung 161.1 dem Speicher 154.1 zuführt. Diese Werte
werden im Speicher 154. 1 in genau der gleichen Art und
Weise gespeichert wie bei dem Speicher 154 der Ausfüh
rung gemäß Fig. 1. Auch hier werden vom Mikrocomputer
151.1 ständig Mittelwerte gebildet und im Speicher
154.1 vorübergehend gespeichert. Auch hier führt der
Vergleicher 155.1 einen Vergleich zwischen dem zuletzt
über die Signalleitung 161.1 erhaltenen Wert und dem
aktuellen Mittelwert dieser Signale durch, und das
Ergebnis wird über die Leitung 165.1 dem Multiplikator
166 zugeführt.
Ein Soll-Drehzahlsignal für die Reinigungswalze, welches wie
bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1, eine Grundeinstel
lung darstellt und unterhalb der Obergrenze liegt, wird über
die Leitung 176.1 ebenfalls dem Multiplikator 166.1
zugeführt, wo es mit dem über die Leitung 165.1 zugeführten
Signal multipliziert und als korrigiertes Soll-Signal an den
Antriebsmotor 316 der Reinigungswalze angelegt wird.
Die Ist-Drehzahl des Antriebsmotors wird über die
Leitung 171.1 dem Mikrocomputer 151.1 zugeführt und
hier ständig mit dem Wert verglichen, der die zulässige
Obergrenze der Drehzahl der Reinigungswalze darstellt.
Der Computer veranlaßt nach der Inbetriebnahme der
Reinigungsmaschine eine Erhöhung der Solldrehzahl der
Reinigungswalze und ermittelt dann entsprechend dem
bisher im Zusammenhang mit der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 beschriebenen Vorgehen anhand der über die
Leitung 171.1 erhaltenen Signale, ob die Ist-Drehzahl
höher liegt als die Soll-Drehzahl und ob gleichzeitig
das Ausgangssignal des Vergleichers 155.1 hierfür
verantwortlich ist. Bejahendenfalls wird das Drehsignal
für den Antriebsmotor 316 erhöht, damit auch hier die
Drehgeschwindigkeit der Reinigungswalze erhöht wird.
Sollte die Kardierkraft, so wie vom Kämmsegment 155.1
gemessen, bereits vor dem Erreichen der Obergrenze
wieder zunehmen, so kann man schließen, daß die
Auflösung durch die Reinigungswalze eher verschlechtert
wird, und der Computer kann die Betriebsgeschwindigkeit
zurückschalten bis zu dem Wert, wo die Kardierkraft ihr
Minimum hat.
Aus der vorstehenden Beschreibung sieht man, daß sowohl
der Computer 151 als auch der Computer 151.1 program
miert sein müssen, um die verschiedenen Vergleiche
durchzuführen. Es ist durchwegs möglich, den kleinen
Mikrocomputer 151 bzw. 151.1 durch einen etwas
leistungsfähigeren Mikrocomputer zu ersetzen, welcher
auch die Funktionen des Speichers, des Vergleichers,
des Multiplikators und sogar auch des Meßverstärkers
durchführt. Auch ist es ohne weiteres möglich, die
Steuerung 117 der Fig. 1 vom gleichen Mikrocomputer
durchführen zu lassen. In der Praxis wird so eine
Lösung eher anzutreffen sein; die Teilung in verschie
dene Funktionsblöcke dient vor allem der Erläuterung
der Erfindung, könnte aber durchaus softwaremäßig
realisiert werden.
Die Reinigungswalze 308 der Fig. 3 könnte auch entsprechend
der schweiz. Patentanmeldung CH-00 878/90-0 der vorliegenden
Anmelderin ausgebildet werden, d. h. eine Garnitur aufweisen,
welche während des Betriebes zur Veränderung des Auflöse
grades veränderbar ist. Beispielsweise könnte die Garnitur
Nadeln umfassen, die in ihrer Lage, d. h. Winkelstellung
und/oder wirksame Länge veränderbar sind. Eine Möglichkeit
für die konkrete Ausbildung einer solchen Reinigungswalze
ist den Fig. 6 und 7 zu entnehmen. Hier weist eine
Auflösewalze 308 (Fig. 6) einen Walzenkörper 2 auf, welcher
mit fest damit verbundenen Stirnwänden 3 resp. 4 versehen
ist. Die Stirnwand 3 ist mit einem Wellenlager 16 und die
Stirnwand 4 mit Achslager 15 versehen. Das Achslager 15 wie
auch das Wellenlager 16 werden ihrerseits je durch ein
Wälzlager 17 drehbar gelagert, welches fest in einem
Maschinengehäuseteil 18 resp. 19 eingelassen ist. Dadurch
ist die Auflösewalze 1 in einem an sich stationären
Maschinengehäuse drehbar gelagert.
Für den Antrieb dieser Auflösewalze ist auf das Wellenlager
316 eine Antriebsscheibe 20 aufgezogen, welche durch einen
Antriebsriemen 21 angetrieben wird.
Das Achslager 15 dient zur drehbaren Aufnahme einer Achse 13
und das Wellenlager 16 zur Aufnahme einer Welle 14, welche
beide Bestandteil einer Garniturtragwalze 5 sind. Diese
Garniturtragwalze weist einen Tragzylinder 8 auf, welcher
fest mit den Stirnseiten 11 und 12 verbunden ist, wobei die
Stirnseite 11 ihrerseits fest mit der Welle 13 und die
Stirnseite 12 fest mit der Welle 14 verbunden ist.
Im Tragzylinder 8 sind halbkugelförmige Vertiefungen 9
vorgesehen, welche die Aufnahme von kugelförmigen Nadelfüßen
7 dienen, welche je eine Garniturnadel 6 aufweisen. Mittels
diesen kugelförmigen Füßen 7 ist jede Garniturnadel 6
schwenkbar in der entsprechenden halbkugelförmigen Lagerver
tiefung 9 gelagert. Um die Nadelfüße in den Vertiefungen 33
zu halten, sind diese mit einer Abdeckplatte 10 überdeckt,
jedoch derart, daß die Schwenkbarkeit der Garniturnadeln 6
erhalten bleibt.
Die Garniturnadeln 6 durchdringen den Walzenkörper 2 durch
darin vorgesehene Rundlöcher (nicht gekennzeichnet), denen
je, vom Garniturfuß aus gesehen, trichterförmige Vertiefun
gen 33 vorgelagert sind. Diese Vertiefungen 33 erlauben das
Schwenken der Garniturnadeln, um die Lage der Garniturnadeln
und damit deren Intensität zu verändern.
Dieses Schwenken der Garniturnadeln 6 geschieht durch das
axiale Verschieben der Welle 14 in den Verschieberichtungen
34 resp. 35. Das axiale Verschieben der Welle 14 ihrerseits
geschieht durch das Verschieben eines Verschiebeelements 25,
indem ein zum Verschiebeelement 25 gehörender Nutenstein 24
in eine ringförmige Führungsnute 23 eines mit der Welle 14
verbundenen Führungsrades 22 ragt und damit das Führungsrad
22 in axialer Richtung verschiebt.
Das Verschiebeelement 25 ist seinerseits von einer Verschie
bewelle 26 aufgenommen, welche in einem Lagersupport 27
drehbar gelagert ist. Das Drehen der Verschiebewelle 26
geschieht an einer Radscheibe 29, welche mit einer zum
Gewinde 26 gehörenden Welle 28 verbunden ist. Das Verschie
begewinde 26 ist mittels Splintscheiben 44 gegen axiale
Verschiebung gesichert.
Der Lagersupport 27 ist fest einem Maschinengehäuseteil 36
zugeordnet.
Damit die Garniturwalze 5 zusammen mit dem Walzenkörper 2
dreht, ist die Welle 14 mit einem Führungskeil 31 versehen,
welcher in einer im Wellenlager 16 vorgesehenen, axial
gerichteten Führungsnute 30 geführt ist. Die Führungsnute
330 erlaubt das Verschieben der Welle 14 in der Verschiebe
richtung 34 resp. 35.
Durch das Verschieben der Welle 14 und damit der Garnitur
walze 5 in den Verschieberichtungen 34 resp. 35 verändert
sich der Winkel α, welcher eine gedachte Symmetrielinie s
der Garniturnadel und eine die Symmetrielinie kreuzende
Mantellinie (nicht gekennzeichnet) des Umfanges des
Walzenkörpers 2 einschließt.
Das genannte Verschieben verursacht eine Veränderung des
Winkels α, d. h. verursacht, daß die Nadelspitzen der Nadel
garnituren 6 gegenüber der Umfangsfläche des Walzenkörpers 2
unterschiedliche Winkel α einnehmen, wodurch ihre Intensität
gegenüber den aufzulösenden Faserflocken ändern wird.
In Fig. 2 ist einerseits die erwähnte Führungsnute 30 mit
gestrichelten Linien und andererseits noch eine Schrägnute
32 mit strichpunktierten Linien halbschematisch dargestellt,
wobei in Wirklichkeit eine solche Schrägnute spiralförmig
angeordnet ist, so daß bei Verschieben der Welle 14 in der
Richtung 34 resp. 35 gleichzeitig noch ein Verdrehen dieser
Welle stattfindet, so daß die Winkellage der Garniturnadel
in Umfangsrichtung der Walzen auch veränderbar ist. Diese
Winkellage wird einerseits durch die genannte Symmetrielinie
s und einer Umfangslinie (nicht gekennzeichnet) des
Walzenkörperumfanges eingeschlossen. Durch diese zusätzliche
Veränderungsrichtung der Nadeln 6 besteht die Möglichkeit,
deren Intensität noch weiter zu variieren. Die Änderung der
Winkellage beinhaltet auch eine Veränderung der wirksamen
Länge der Nadeln.
Es leuchtet ein, daß die in Fig. 6 und 7 gezeigte Verstell
möglichkeit ebenfalls für die Zwecke der vorliegenden Erfin
dung herangezogen werden kann. Bei Veränderung der Einstel
lung der Nadeln wird das Kämmsegment 155.1 der Fig. 3 eine
sich ändernde Kraft feststellen, die zur Regelung der
Betriebslage der Nadeln der Garnitur entsprechend der
bereits mehrfach beschriebenen Art und Weise herangezogen
werden kann.
Eine weitere Entwicklung könnte darin bestehen, daß die
nächstfolgende Reinigungsmaschine den Auflösegrad der
Vorangehenden bestimmt, vorausgesetzt, daß diese Messung
nicht bereits in der eigentlichen Maschine geschehen kann.
Claims (15)
1. Verfahren zur Regelung eines Öffnungsvorganges, bei
spielsweise an einer Karde oder Reinigungsmaschine, bei
dem ein Auflöseelement an einer Faservorlage vorbeibe
wegt wird und aus dieser Faservorlage bei gleichzeitiger
Verdünnung der Faservorlage Fasern herauslöst, und
übernimmt, dadurch gekennzeichnet, daß der Auflösegrad
während des Öffnungsvorganges ermittelt und ein dem
Auflösegrad entsprechendes Ausgangssignal in die
Regelung eingespeist wird, daß die Regelung eine
Veränderung wenigstens eines die Auflösung
beeinflussenden Parameters, beispielsweise einen der
nachfolgenden Parameter vornimmt:
- a) die relative Geschwindigkeit des Auflöseelementes an der Faservorlage vorbei,
- b) der gegenseitige Abstand des Auflöseelementes und der Faservorlage, oder
- c) die Lage (Winkelstellung und/oder Länge) der Nadeln einer Garnitur,
und dabei anhand des Ausgangssignals prüft, ob diese
Veränderung zu einer erhöhten Auflösung geführt hat und
sich entsprechend dem Ergebnis dieser Prüfung entweder
für eine weitere Veränderung im gleichen Sinne oder für
eine Veränderung in entgegengesetztem Sinne oder für
keine weitere Änderung entscheidet, jedoch vorzugsweise
bei allen möglichen Veränderungen bereits festgelegte
Obergrenzen berücksichtigt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Obergrenze der maximalen relativen Geschwindigkeit
des Auflöseelementes an der Faservorlage vorbei ein Wert
in die Regelung eingegeben wird, bei dem Faserbeschädi
gungen oder Fehler in der nachfolgenden Garnproduktion
nicht oder nur in tolerierbarem Maße auftreten.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Auflösegrad mittels einer mit dem Auflöse
element selbst oder mit einer diesem nachgeschalteten
Auflöse- oder Transportelement zusammenwirkenden, den
Auflösungsgrad der vom jeweiligen Element getragenen
Fasern ermittelnden Meßeinrichtung ermittelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Auflösegrad durch ein stationäres, mit dem
jeweiligen Element zusammenarbeitendes Kämmsegment be
stimmt wird, welches in die vom jeweiligen Element getra
genen Fasern eingreift, wobei die auf das Kämmsegment
wirkende Kraft oder eine dieser proportionale Größe als
für den Auflösungsgrad repräsentatives Signal herange
zogen wird.
5. Vorrichtung zur Regelung eines Öffnungsvorganges an
einer Öffnungsmaschine, beispielsweise an einer Karde
oder Reinigungsmaschine, bei dem ein Auflöseelement an
einer Faservorlage vorbeibewegt wird und aus dieser
Faservorlage kleinere Fasermengen bzw. einzelne Fasern
herauslöst, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch einen die relative Geschwindigkeit des
Auflöseelementes an der Faservorlage vorbei regelnden
Regelkreis,
durch eine mit dem Auflöseelement selbst oder einem nach
folgenden Auflöse- oder Transportelement zusammenwirken
de, den Auflösegrad der vom jeweiligen Element getrage
nen Fasern messende Einrichtung, deren Ausgangssignal
einem im Regelkreis vorgesehenen Speicher zugeführt ist,
durch eine im Regelkreis eine Erhöhung der relativen
Geschwindigkeit verursachende Einrichtung, durch einen
den im Speicher gespeicherten historischen Wert bzw. die
im Speicher gespeicherten historischen Werte des Aus
gangssignals vor der Erhöhung mit dem Ausgangssignal
nach der Erhöhung vergleichende Einrichtung und durch
eine den Ausgang des Vergleiches berücksichtigende und
die relative Geschwindigkeit beeinflussende Einrichtung.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen
dem Regelkreis zugeordneten Speicher für die Obergrenze
der maximalen relativen Geschwindigkeit, bei der Faden
beschädigungen oder Fehler bei der nachfolgenden
Garnproduktion nicht oder nur in tolerierbarem Maße
auftreten.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die den Auflösegrad messende Einrichtung ein Kämmsegment
ist, dessen Arbeitsspitzen in die vom jeweiligen gegen
überliegenden Element getragenen Fasern eingreifen und
Meßsensoren für die auf das Kämmsegment einwirkende
Kräfte umfaßt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Öffnungsmaschine eine Karde ist,
daß das Auflöseelement der Vorreißer der Karde ist, daß
die Regelung die Umlaufgeschwindigkeit des Vorreißers
bestimmt, und daß die Meßeinrichtung mit dem Tambour der
Karde zusammenarbeitet.
9. Vorrichtung nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, daß es sich bei der Öffnungsmaschine um
eine Reinigungsmaschine handelt, bei der das
Auflöseelement eine mit Spitzgarnituren versehene Walze
ist, wobei die Meßeinrichtung direkt mit dieser Walze
zusammenarbeitet.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
das Kämmsegment mehrere Spitzengarnituren aufweist, wel
che wahlweise in Berührung mit den herausgelösten
Fasermengen bzw. mit den vereinzelten Fasern bringbar
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kämmsegment verschwenk- oder drehbar angeordnet
ist und wenigstens zwei verschiedene Spitzengarnituren
trägt.
12. Vorrichtung zur Regelung des Öffnungsvorganges an einer
Öffnungsmaschine, beispielsweise an einer Karde oder
Reinigungsmaschine, bei der ein Auflöseelement an einer
Faservorlage vorbeibewegt wird und aus dieser Faservor
lage kleinere Fasermengen bzw. einzelne Fasern heraus
löst, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Veränderung des Auflösegrades
bei einer Karde eine Einrichtung zum Verschieben der
Muldenplatte um die Drehachse der Speisewalze vorgesehen
und zur Veränderung des Auflösegrades einstellbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die den Auflösegrad messende Einrichtung ein
Kämmsegment ist, das entweder mit dem Briseur oder mit
dem Tambour zusammenarbeitet.
14. Vorrichtung zur Regelung des Öffnungsvorganges an einer
Öffnungsmaschine, beispielsweise an einer Karde oder
Reinigungsmaschine, bei der ein Auflöseelement an einer
Faservorlage vorbeibewegt wird und aus dieser Faservor
lage kleinere Fasermengen bzw. einzelne Fasern heraus
löst, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Auflöseelement eine Garnitur
aufweist, die während des Betriebes veränderbar ist,
beispielsweise dadurch, daß die Garnitur Nadeln
aufweist, die in ihrer Lage (Winkelstellung und/oder
Länge) zur Einstellung der Auflösewirkung während des
Betriebes veränderbar sind, daß eine mit dem
Auflöseelement selbst oder mit einem nachfolgenden
Auflöse- oder Transportelement zusammenwirkende, den
Auflösegrad der vom jeweiligen Element getragenen Fasern
messende Einrichtung, deren Ausgangssignal einem im
Regelkreis vorgesehenen Speicher zugeführt ist, daß eine
Einrichtung vorgesehen ist, welche eine Veränderung der
Einstellung der Garnitur veranlaßt und einen Vergleich
des Ausgangssignals der Meßeinrichtung nach der
Veränderung mit dem gespeicherten historischen Wert bzw.
mit den gespeicherten historischen Werten vor der
Veränderung durchführt und hieraus schließt, ob eine
weitere Veränderung angebracht ist oder ob die
Einstellung beibehalten oder rückgängig gemacht werden
soll und dies dann auch veranlaßt.
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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