DE4017634A1 - Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von geschweisstem metallrohr - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von geschweisstem metallrohrInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrich
tung zur kontinuierlichen Herstellung von geschweißtem
Metallrohr. Dieses Verfahren kombiniert einen Hochfre
quenz-Vorwärmvorgang mit einem Hochenergiedichte-An
schmelz- und -Schweißvorgang für die mit hoher Leistung
und Wirtschaftlichkeit erfolgende Herstellung eines
eine Schweißnaht hoher Güte aufweisenden geschweißten
Rohrs aus einem vergleichsweise schwierig zu schweißen
den Werkstoff, wie rostfreier (d. h. nichtrostender)
Stahl oder Titan.
Wenn ein Metallband(material) aus z. B. rostfreiem Stahl
oder Titan kontinuierlich bzw. fortlaufend zu einem
Rohrelement gerollt wird und dessen (Stoß-) Kanten für
die Herstellung von geschweißtem Rohr geschweißt wer
den, wird üblicherweise ein Schweißverfahren angewandt,
das - im Gegensatz zum Hochfrequenzschweißen - einen
Einzel- oder Doppelschweißbrennerreihen-Schweißvorgang,
z. B. einen Wolfram-Inertgas- bzw. TIG-Schweißvorgang
mit Lichtbogenenergie hoher Dichte, oder einen Ver
bundschweißvorgang, bei dem die TIG-Schweißmethode mit
einer Plasmaschweißmethode kombiniert ist, umfaßt.
Als mit hoher Energiedichte arbeitende Schweißver
fahren sind auch eine Laser(strahl)- und eine Elek
tronenstrahlschweißmethode bekannt; diese Methoden wer
den aber derzeit lediglich in begrenztem Umfang für
Spezialzwecke bei der Herstellung von geschweißtem
Metallrohr angewandt.
Von den genannten Schweißverfahren arbeitet die Hoch
frequenzschweißmethode grundsätzlich mit Wärme-Preß
kontaktschweißung für die Herstellung einer Schweiß
naht, wobei in einer Stufe vor dem Verbinden, d. h. der
Schweißnahtherstellung, ein großer Bereich der Stoß
kante eines Rohrelements auf hohe Temperatur erwärmt
werden muß.
Ein schwierig zu schweißender (not-weldable) Werkstoff
hoher Oxidationsneigung, ein dicker Werkstoff oder ein
harter Werkstoff kann dabei auch nach erfolgter Ver
bindung vom Erwärmungsvorgang herrührende Oxide zwi
schen den Stoßflächen enthalten, so daß die Schweiß
naht möglicherweise nicht zuverlässig oder haltbar ist.
Das derzeitige Hochfrequenzschweißverfahren ist daher
bei der Herstellung von geschweißten Rohren aus z. B.
rostfreiem Stahl o. dgl. nur für Erzeugnisse, bei denen
die Zuverlässigkeit der Schweißnaht nicht so wesent
lich ist, oder für Rohre einer geringeren Wanddicke,
die leichter mit hoher Geschwindigkeit zu schweißen
sind, einsetzbar.
Andererseits sind das TIG-Schweißverfahren oder das
Plasmaschweißverfahren unter Anwendung einer hohen
Lichtbogenenergiedichte (high density arc energy) für
das Anschmelzen und Schweißen insofern vorteilhaft,
als eine Schweißnaht hoher Güte erzielbar ist, die im
Vergleich zum genannten Hochfrequenzschweißverfahren
wesentlich zuverlässiger (haltbarer) ist.
Diese letztgenannten Verfahren werden daher derzeit
allgemein für die Herstellung von hochwertigen ge
schweißten Rohren aus z. B. rostfreiem Stahl eingesetzt.
Nachteilig an diesen Schweißverfahren ist aber, daß
die Schweißgeschwindigkeit äußerst niedrig ist.
Zur Erzielung einer hohen Schweißgeschwindigkeit werden
dabei Schweißbrenner oder Schweißdrahthalter (welding
torches) in Doppelreihen eingesetzt, oder es wird ein
"Verbund"-Schweißverfahren aus einer Kombination ver
schiedener Schweißmethoden, wie TIG- und Plasmaschweißen,
angewandt. Mit diesen Verfahren läßt sich jedoch eine
ausreichend hohe Fertigungsgeschwindigkeit nicht er
zielen.
Derzeit erfordert bereits jede geringfügige Erhöhung
der Fertigungsgeschwindigkeit einen unverhältnismäßig
hohen Aufwand an Investitionskosten für die Fertigungs
straße.
Im Hinblick auf die geschilderten Probleme beim Stand
der Technik liegt damit der Erfindung die Aufgabe zu
grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur konti
nuierlichen Herstellung von geschweißtem Metallrohr zu
schaffen, mit denen auch im Fall der Herstellung von
geschweißtem Rohr aus einem vergleichsweise schwierig
zu schweißenden Werkstoff, wie rostfreier Stahl oder
Titan, eine ausgezeichnete Schweißnahtgüte erzielbar
ist, welche der nach dem mit hoher Energiedichte ar
beitenden Schmelz- und Schweißverfahren, repräsen
tiert durch das TIG-, Plasma- und Laser(strahl) schweiß
verfahren, erzielbaren Schweißnahtgüte vergleichbar
ist, wobei auch eine hohe Schweißgeschwindigkeit ent
sprechend derjenigen beim Hochfrequenzschweißver
fahren erzielbar sein soll, um damit dem in jüngster
Zeit zunehmenden Bedarf nach hochwertigen geschweißten
Rohren, wie solchen aus rostfreiem (d. h. nicht
rostendem) Stahl, entsprechen zu können.
Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen
1 und 2 gekennzeichneten Maßnahmen bzw. Merkmale gelöst.
Erfindungsgemäß durchläuft ein Metallband von einem
Coil zunächst fortlaufend Formwalzen (mold rollers)
zur Bildung eines Rohrelements, das zu Schließ- oder
Stoßwalzen bzw. Kaliberwalzen (abutting rollers) ge
führt wird und dessen Stoßkanten in leichte Berührung
miteinander gebracht werden, so daß an der Stomauf
seite der Stoßwalzen eine V-förmige Kehlnaht (V-throat)
entsteht, an deren Spitze oder Scheitel die Stoßkanten
einander berühren.
Am Außenumfang des Rohrelements ist vor der Stoßstelle
der V-förmigen Kehlnaht eine Induktorspule einer zur
Kantenvorwärmung dienenden Hochfrequenz-Vorwärmeinheit
angeordnet, während nach Bedarf auch eine Induktorspule
an der Innenfläche der V-förmigen Kehlnaht angeordnet
ist. An der Stromaufseite der Stoßwalzen mit einer ihre
Zentren verbindenden Linie sind ferner in einer Einzel
oder Doppelreihe Schweißbrenner (welding torches) einer
mit hoher Energiedichte schweißenden Anschmelz- und
Schweißeinheit angeordnet.
Die beschriebene Verbund-Schweißvorrichtung verbindet
die Stoßkanten des Rohrelements zur Herstellung eines
geschweißten Rohrs in der Weise, daß die Induktorspule
der Hochfrequenz-Vorwärmeinheit mit Spannung beschickt
wird, wobei das Rohrelement mittels des Näherungs
effekts selektiv nur an den Kanten der V-förmigen
Kehlnaht vorgewärmt wird, während ein mit einem
Oszillator für hohe Schweißenergiedichte verbundener
Schweißbrenner an der die Zentren der Stoßwalzen
verbindenden Linie oder stromauf derselben angeordnet
ist und zum Anschmelzen und Verschweißen der stumpf
zusammenstoßenden Kanten des Rohrelements über dessen
gesamte Dicke hinweg benutzt wird.
Beim beschriebenen Schweißverfahren erfolgt die Kanten
erwärmung durch die Hochfrequenz-Vorwärmeinheit auf
einen Temperaturbereich, in welchem keine Gefahr
für eine schnelle Oxidation des Werkstoffs, so daß Oxide
an den zusammenstoßenden Schweißflächen zurückbleiben
würden, besteht. Dabei muß zudem der durch die Stoß
walzen auf die Stoßkanten ausgeübte Druck zweckmäßig
geregelt werden, um eine einwandfreie Schweißwulstform
zu erhalten. Dies bedeutet, daß eine optimale Größe
(dieses Drucks), die von Güte und Größe des Rohrs,
Vorwärmtemperatur, Art und Zahl der Schweißbrenner so
wie Schweißgeschwindigkeit abhängt, experimentell be
stimmt wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung, welche die Stoßkanten
des Metall-Rohrelements unter Trennung der Hochfre
quenzvorwärmung vom Anschmelzen und Schweißen mit hoher
Energiedichte vereinigt, wendet das Hochfrequenzvor
wärmen in einem Hochtemperaturbereich, in welchem keine
schnelle Oxidation des Metalls stattfindet, an, so daß
ein Temperaturgefälle vorliegt, bei dem der größte Teil
der hohen Schweißenergie(dichte) für das Anschmelzen
und Schweißen genutzt wird. Entsprechend der Vorwärm
temperatur ist damit ein Schweißen mit hoher Geschwin
digkeit unter Vermeidung von Schweißfehlern möglich.
Im folgenden sind bevorzugte Ausführungsbeispiele der
Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zei
gen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Anlage zur
kontinuierlichen Herstellung von geschweißtem
Metallrohr nach dem erfindungsgemäßen Verfahren,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung einer Vorwärm-
und Schweißeinheit gemäß der Erfindung, bei
welcher eine Induktorspule, ein Schweißbrenner
(oder Schweißdrahthalter), Hilfs-Schließ- oder
-Stoßwalzen und eine Schweißwulst-Glättungs
einheit nacheinander angeordnet sind,
Fig. 3 eine schematische Darstellung der Vorwärm- so
wie Anschmelz- und Schweißvorgänge bei der
erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einer Kühl
einrichtung für eine Induktorspule, einem
Lichtbogenprotektor und einer Inertgaszuführ
einrichtung, wobei insbesondere die Schließ-
oder Stoßwalzen und der Schweißbrenner an der
Stromaufseite der Hilfs-Stoßwalzen angeordnet
bzw. diesen vorgeschaltet sind,
Fig. 4 eine Fig. 3 ähnliche Darstellung der Kühlein
richtung und der Inertgaszuführeinrichtung,
wobei insbesondere die Stoßwalzen und der
Schweißbrenner an der Stromabseite der Hilfs-
Stoßwalzen angeordnet bzw. diesen nachgeschal
tet sind,
Fig. 5 einen Schnitt längs der Linie A-A in Fig. 3
und 4,
Fig. 6 einen Schnitt längs der Linie B-B in Fig. 3
und 4 und
Fig. 7 einen Schnitt längs der Linie C-C in Fig. 3
und 4.
Fig. 1 veranschaulicht ein Verfahren zur Herstellung
von geschweißtem Metallrohr, bei dem ein Metallband
von einem Coil 1 abgespult wird, eine Bandschweißein
heit (relay welder) 2 die Enden aufeinanderfolgender
Coils verbindet, das Band vom Coil 1 über einlaßsei
tige Klemmwalzen 3 zu einem Schlingenspanner 4 gelei
tet und über auslaßseitige Klemmwalzen 5 fortlaufend
abgeführt wird und das Band durch mehrere Rohrwalz-
oder Formwalzen 6, 7 und 8 zu einem Rohrelement 21 ge
formt wird.
Sodann werden die Kanten des Rohrelements durch eine
Nahtführung 32 zu Schließ- oder Stoßwalzen (oder auch
Kaliberwalzen) (abutting rollers) 13 geführt, an denen
an einer ihre Zentren verbindenden Mittellinie 22 eine
oberseitige V-förmige Kehlnaht (V-throat) geformt wird.
Die V-förmige, d. h. V-förmig zusammenlaufende Kehlnaht
umfaßt einen Vorwärmbereich und einen Anschmelz- und
Schweißbereich für die Ränder bzw. Stoßkanten des
Rohrelements, in welchem eine Induktorspule 10 einer
Hochfrequenz-Vorwärmeinheit 12 angeordnet ist, während
ggf. ein(e) weitere(r) Induktor(spule) 9 an der Innen
fläche des Rohrelements in einem der Induktorspule 10
entsprechenden Bereich angeordnet ist.
Ein zum Anschmelzen und Verschweißen der vorgewärmten
Stoßkantenflächen dienender Schweißbrenner 14 einer
Schweißeinheit 15 ist auf der die Zentren der Stoß
walzen verbindenden Mittellinie 22 oder an deren Strom
aufseite bzw. einer ihr vorgeschalteten Stelle ange
ordnet.
Nachdem der Schweißwulst durch eine Glättungseinheit
18 behandelt worden ist, wird das an den Stoßkanten
stumpfgeschweißte, auf die beschriebene Weise erhaltene
geschweißte Metallrohr 20 durch Abzugswalzen 19 in
Rückwärtsrichtung ausgetragen bzw. abgezogen.
Fig. 2 veranschaulicht die Hauptbauteile der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung, nämlich Vorwärm-Induktor
spule 10, Schweißbrenner 14 und inneren Induktor
(impeder) 9.
Die Schließ- oder Stoßwalzen 13 erfassen zwischen sich
das Rohrelement 21, das aus dem durch die Formwalzen
6, 7 und 8 hindurchgelaufenen Metallband vom Coil 1
geformt worden ist. Die Aufgabe der Stoßwalzen 13 be
steht darin, die (Stoß-)Kanten des Rohrelements unter
leichtem Druck in gegenseitige Berührung zu bringen
und im Zusammenwirken mit der Nahtführung 32 eine V-för
mige Kehlnaht, deren Spitze oder Scheitel an der die
Zentren der Stoßwalzen 13 verbindenden Mittellinie 22
liegt, zu bilden, um damit den Vorwärmbereich sowie
den Anschmelz- und Schweißbereich zu bestimmen; dabei
soll eine mäßige Druckspannung auf den Anschmelz- und
Schweißteil oder -bereich ausgeübt werden, um eine
einwandfreie Schweißwulstform ohne Schweißfehler, wie
Hinterschneidung bzw. Schweißlunker (under cut), zu
gewährleisten.
Durch einen an die Induktorspule 10 der Hochfrequenz-
Vorwärmeinheit angelegten Strom wird ein verengter oder
begrenzter Bereich zwischen den beiden Kanten der V-för
migen Kehlnaht selektiv mittels des Näherungseffekts
erwärmt. Der Schweißbrenner (bzw. Schweißdrahthalter)
14 einer Lichtbogenerzeugungseinheit 15 zum Anschmelzen
und Verschweißen der vorgewärmten (Stoß-)Kanten befin
det sich auf der (genannten) Mittellinie 22 oder an der
Stromaufseite derselben und an einer Stelle, an wel
cher die Stoßwalzen 13 eine(n) mäßige(n) Druck(spannung)
auf den Schweißbereich ausüben.
Die optimale Stellung des Schweißbrenners 14 wird in
Abhängigkeit von Güte und Maßen des Metallwerkstoffs,
der Vorwärmtemperatur, der Art und Zahl der Schweiß
brenner, der Schweißgeschwindigkeit, der Schweißwulst
form und dgl. experimentell bestimmt.
Je nach Maßen und Güte des geschweißten Werkstoffs oder
Schweißmaterials und Schweißgeschwindigkeit besteht
dabei die Gefahr, daß sich die bereits angeschmolzenen
und geschweißten Stoßflächen durch Rückfederung wieder
öffnen bzw. voneinander trennen. Zur Vermeidung eines
solchen Vorkommnisses werden erforderlichenfalls zwei
zusätzliche (Hilfs-)Schließ- oder Stoßwalzen 16 dicht
hinter den (eigentlichen) Schließ- oder Stoßwalzen 13
angeordnet.
Fig. 3 veranschaulicht im einzelnen die Anordnung des
inneren Induktors (impeder) 9 und eines mit diesem
stromabseitig verbundenen Lichtbogenprotektors 27, die
im Inneren des Rohrelements angeordnet sind.
Wenn die Induktorspule 10 der Hochfrequenz-Vorwärmein
heit 12 aktiviert ist, bewirkt der Induktor (impeder)
9, daß im Zusammenwirken mit der Induktorspule 10 nur
die Kanten der V-Kehlnaht erwärmt werden.
Ein den Induktor bzw. das Impedanzelement (impeder) 9
bildender Ferritkern 25 ist in einem aus glasfaser
verstärktem Kunstharz bestehenden Induktor-Gehäuse 26
angeordnet, an dessen Vorder- und Rückseite Gehäuse-
Tragelemente 35 in das Rohrelement eingesetzt sind.
Im vorderen und hinteren Bereich der Anschmelz- und
Schweißzone an der Stromabseite des Induktors (impeder)
9 im Rohrelement 21 ist der z. B. aus Kupfer bestehende
Lichtbogenprotektor 27 mit dem Induktor (impeder) 9
verbunden, um eine Beschädigung der Innenfläche des
Metallrohrs unter dem Einfluß der hohen Energie vom
Schweißbrenner zu verhindern.
Kühlwasser strömt von einer Kühlwasser-Speiseleitung
28 zunächst durch das Innere des Induktors (impeder)
9 und des Lichtbogenprotektors 27 und wird dann über
eine Kühlwasser-Rückführleitung 30 abgeführt, nachdem
das Kühlwasser über ein Verbindungs- bzw. Umlenkrohr
29 durch den Lichtbogenprotektor 27 und den Ferritkern
im Induktor-Gehäuse 26 geleitet worden ist.
Inertgas für vollständigen oder teilweisen Gaseinschluß
des Vorwärmbereichs sowie des Anschmelz- und Schweiß
bereichs wird über ein Inertgas-Speiserohr 23 in das
Rohrelement 21 eingeführt und über eine Düse 33 am
äußersten Ende des Speiserohrs 23 ausgeblasen, um damit
einen durch eine Einschluß-Trennwand 31 abgetrennten
Bereich unter einer nichtoxidierenden Atmosphäre zu
halten.
Fig. 4 veranschaulicht im einzelnen den Induktor (impeder)
9, den Lichtbogenprotektor 27 und die Einrichtungen
zum Einspeisen von Kühlwasser oder Inertgas in das Me
tallrohr bzw. Rohrelement.
Die Fig. 5, 6 und 7 sind Schnitte längs der Linien
A-A, B-B bzw. C-C in Fig. 3 und 4.
Bei der Anordnung nach Fig. 4 sind die Schließ- oder
Stoßwalzen 13, der Schweißbrenner 14 und die Hilfs-
Schließ- oder -Stoßwalzen 16 in gegenüber Fig. 3 umge
kehrter Anordnung vorgesehen. Mit anderen Worten: die
Stoßwalzen (abutting rollers) 13 und der Schweißbrenner
14 sind zur Stromabseite der Hilfs-Stoßwalzen 16 ver
legt; damit wird beim Schweißen dieselbe Wirkung wie
im Fall von Fig. 3 erzielt.
Für das erfindungsgemäß vorgenommene Vorwärmen eignen
sich als Induktorspule 10 der Hochfrequenz-Vorwärmeinheit
Induktionsspulen und Kontaktspitzen (contact tips) be
liebiger Ausgestaltungen, mit denen die Stoßkanten des
Rohrelements selektiv erwärmbar sind.
Die optimale Frequenz des Hochfrequenzstroms kann be
liebig im Bereich von 10 Hz bis 10 kHz gewählt werden,
und zwar in Abhängigkeit von den Schweißbedingungen,
wie Güte und Dicke des Werkstoffs sowie Schweißge
schwindigkeit.
Für das Anschmelzen und Schweißen der vorgewärmten
Stoßkanten sind neben dem Plasmaschweißverfahren auch
Laser- und Elektronenschweißverfahren, das Einzel
reihen-TIG-Schweißverfahren, das Doppelreihen-Schweiß
brennerverfahren sowie ein "Verbund"-Schweißverfahren
in Form einer Kombination des TIG-Schweißverfahrens
mit dem Plasmaschweißverfahren anwendbar.
Zur Verhinderung einer Oxidation beim Vorwärmen sowie
Anschmelzen und Verschweißen der Stoßkanten des Me
tallwerkstoffs ist erfindungsgemäß vorgesehen, den
V-förmigen Kehlnahtbereich vollständig oder teilweise
mittels eines Inertgases von der Außenfläche des Rohrs
abzuschirmen.
Bei Anwendung auf die Herstellung von geschweißten
Rohren aus einem schlecht schweißbaren (non-weldable)
Werkstoff, wie rostfreier Stahl oder Titan, bieten das
Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung die
folgenden Vorteile:
- 1. Bei der Herstellung des geschweißten Metallrohrs sind die Schritte oder Stufen des Vorwärmens und Anschmelzens/Schweißens des Rohrelements voneinander getrennt, wobei die Kantenvorwärmung mittels einer Hochfrequenzerwärmung mit überlegener bzw. sehr hoher Erwärmungsleistung erfolgt. Da hierbei die hohe Lichtbogenenergie hauptsächlich für das An schmelzen und Schweißen der vorgewärmten Stoßkanten herangezogen wird, kann das Schweißen nach dem er findungsgemäßen Verfahren schneller durchgeführt werden als beim herkömmlichen reinen Lichtbogen schweißen.
- 2. Aufgrund der erhöhten Schweißgeschwindigkeit ist die Fertigungsleistung pro Schweißstraße auf mindestens das Doppelte erhöht. Infolgedessen können Produk tions- und Lieferzeit verkürzt und aufgrund der ver besserten Produktionsleistung Kosteneinsparungen realisiert werden.
- 3. Da die Hochfrequenz-Vorwärmung der Stoßkanten des
Rohrelements auf eine unterhalb des Schmelzpunkts
des Metalls liegende Temperatur, bei welcher (noch)
keine nennenswerte Kantenoxidation auftritt, begrenzt
ist, wird eine Oxidablagerung oder -bildung an den
verschweißten Stoßflächen nach dem Anschmelzen und
Schweißen sicher vermieden.
Erfindungsgemäß können daher höchst zuverlässige bzw. einwandfreie geschweißte Stahlrohre mit hoher Schweißgeschwindigkeit auch aus Metall einer hohen Oxidationsneigung oder aus einem schwer schweißbaren Werkstoff hergestellt werden. - 4. Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfin
dung unterscheiden sich von dem Fall, in welchem
lediglich die Hochfrequenzschweißung zur Herstellung
eines geschweißten Rohrs durch Wärmeandruckberührung
oder -kontakt angewandt wird, indem die hohe
Energiedichte (high density energy) grundsätzlich
bzw. hauptsächlich für das Anschmelzen und Ver
schweißen der stumpf aneinander anstoßenden Flächen
benutzt wird; dabei ist keine große Stauch- oder An
druckkraft zum Herausquetschen von Oxiden an den
Stoßkantenflächen nötig.
Als Ergebnis können dabei die Schweißwulste so ge steuert werden, daß sie klein bleiben und gleich mäßig sind, wobei gleichzeitig ein einwandfrei ge schweißtes Rohr ohne Hinterschnitte (oder Schweiß lunker) erhalten wird. - 5. Da die Metall-Stoßkanten vor dem Verschweißen vor gewärmt werden, kann ein üblicherweise nicht oder schwer schweißbarer Werkstoff ohne die bisher üb liche Fugen- oder Rillenvorwärmung als Vorbereitungs schritt vor dem (eigentlichen) Schweißvorgang sicher geschweißt werden. Aufgrund der Vorwärmung mittels der Hochfrequenz-Vorwärmeinheit kann außerdem auf das Anlassen oder Glühen der Schweißzone nach dem Schweißvorgang verzichtet werden.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von geschweißtem Metall
rohr, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rohrelement
fortlaufend durch Hindurchleiten eines von einem
Metallbandcoil abgespulten Metallbands durch
mehrere Formwalzen geformt wird, die gegenüberlie
genden (Stoß-)Kanten des Rohrelements zwischen
Schließ- oder Stoßwalzen eingeführt werden, während
sie durch eine Induktorspule einer Hochfrequenz-
Vorwärmeinheit und erforderlichenfalls durch einen
Induktor (impeder), der innerhalb des Rohrelements
mit der Induktorspule korrespondierend angeordnet
ist, auf eine unterhalb der Schweißtemperatur des
Metallbands liegende Temperatur vorgewärmt werden,
und ein Schweißbrenner einer mit hoher Energie
dichte arbeitenden Anschmelz- und Schweißeinheit
an der Stromaufseite der Stoßwalzen, einschließlich
einer deren Zentren miteinander verbindenden Linie,
angeordnet wird und damit die vorgewärmten Stoß
kantenflächen des Rohrelements zur Herstellung des
geschweißten Rohrs angeschmolzen und verschweißt
werden.
2. Vorrichtung zur Herstellung von geschweißtem Metall
rohr, bei der ein Rohrelement fortlaufend durch Hin
durchleiten eines von einem Metallband abgespulten
Metallbands durch mehrere Formwalzen geformt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Einrichtung zum
Vorwärmen der gegenüberliegenden (Stoß-)Kanten des
zwischen Schließ- oder Stoßwalzen eingeführten Rohr
elements auf eine unterhalb der Schweißtemperatur
des Metallbands liegende Temperatur mittels einer
Induktorspule einer Hochfrequenz-Vorwärmeinheit und
erforderlichenfalls mittels eines Induktors (impeder),
der innerhalb des Rohrelements mit der Induktorspule
korrespondierend angeordnet ist, vorgesehen ist und
daß ein Schweißbrenner einer mit hoher Energie
dichte arbeitenden Anschmelz- und Schweißeinheit
an der Stromaufseite der Stoßwalzen, einschließlich
einer deren Zentren miteinander verbindenden Linie,
angeordnet ist, um damit die vorgewärmten Stoßkan
tenflächen des Rohrelements zur Herstellung des ge
schweißten Metallrohrs anzuschmelzen und zu schweißen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4017634A DE4017634A1 (de) | 1990-05-31 | 1990-05-31 | Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von geschweisstem metallrohr |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4017634A DE4017634A1 (de) | 1990-05-31 | 1990-05-31 | Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von geschweisstem metallrohr |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4017634A1 true DE4017634A1 (de) | 1991-12-05 |
Family
ID=6407597
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4017634A Ceased DE4017634A1 (de) | 1990-05-31 | 1990-05-31 | Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von geschweisstem metallrohr |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4017634A1 (de) |
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