DE4015178A1 - Vorrichtung zur zugpruefung von werkstoffen - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Zugprüfung von Werkstoffproben
mit einer Kraft- und Formänderungsmeßvorrichtung, wobei die Enden der
Werkstoffproben jeweils mit einem in Achsrichtung der Werkstoffprobe
verschiebbaren Antriebselement und mit einem ortsfesten Einspannelement
verbunden sind.
Es sind Prüfmaschinen für die Zugbeanspruchung von Werkstoffproben bekannt,
die jeweils ein Maschinengestell, Einspannelemente zum Fassen der Werkstoffproben,
einen Krafterzeuger sowie eine Kraftmeßeinrichtung und eine
Formänderungsmeßeinrichtung enthalten. Die Einspannelemente sind je nach der
Form der Werkstoffproben verschieden ausgebildet. Der Krafterzeuger vergrößert
bei der Zugprüfung den Abstand zwischen den Einspannelementen, so
daß eine von diesen gehaltene Werkstoffprobe gereckt wird. Als Krafterzeuger
können Schraubenantriebe oder hydraulische Antriebe verwendet werden. Mit
Schrauben können große Kräfte bei geringen axialen Geschwindigkeiten
übertragen werden. Eine Schraubspindel oder deren Mutter wird über ein
Getriebe an einen Elektromotor angeschlossen. Bekannt ist die Verwendung von
Gleichstrom und Kurzschlußläufermotoren für den Antrieb der Getriebe. Die
Antriebsgeschwindigkeit muß verstellbar sein. Die Drehzahl eines Gleichstrommotors
läßt sich auf relativ einfache Weise ändern. Bei Verwendung
eines Kurzschlußläufermotors wird das Getriebe drehzahlverstellbar ausgebildet.
Zur Erfassung der Formänderung wird meistens ein Verschiebungsmeßgerät
verwendet, mit dem die Bewegung eines Meßpunktes auf der Werkstoffprobe
gegen einen festen Bezugspunkt, also die relative Verschiebung, gemessen
wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
beschriebenen Gattung derart weiterzuentwickeln, daß Verschiebungen mit
hoher Genauigkeit und weitem Anzeigebereich unabhängig von Drift- und
Alterungserscheinungen gemessen werden können und der Antrieb für den
Krafterzeuger auf möglichst einfache Weise und mit großer Genauigkeit auf
verschiedene Geschwindigkeiten eingestellt werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an die jeweilige
Werkstoffprobe eine digital-inkremental arbeitende Wegmeßeinrichtung
angekoppelt ist, die mit einem Prozessor verbunden ist, an den über eine
Schrittmotorsteuerung Schrittmotore angeschlossen sind, die über mindestens
ein Untersetzungsgetriebe mit dem Antriebselement verbunden sind. Bei dieser
Vorrichtung treten bei Dehnungen der Werkstoffproben in dem Detektor der
digital-inkremental arbeitenden Wegmeßeinrichtung Impulse auf, die z. B. in
der Wegmeßeinrichtung so geformt werden, daß sie ohne großen Aufwand in
einer Datenverarbeitungsanlage verarbeitet werden können. Die Verschiebung
wird z. B. durch Zählung der Impulse festgestellt. Die Länge der jeweiligen
Werkstoffprobe kann durch Ausgabe des Zahlenwerts auf einem mit dem Prozessor
verbundenen Monitor auf einfache Weise angezeigt werden. Die Meßgenauigkeit
wird durch Bauelementealterung und Bauelementedrift nicht beeinflußt. Nach
der Einstellung der Meßvorrichtung sind keine aufwendigen Nachkalibriermaßnahmen
mehr erforderlich. Die Antriebsgeschwindigkeit läßt sich durch
die Frequenz der dem Schrittmotor zugeführten Impulse auf einfache Weise
steuern. Jedem Impuls entspricht ein festgelegter Drehwinkel des Schrittmotors
und im Zusammenhang damit ein bestimmter Verschiebeweg des Antriebselements.
Die digitale Steuerung der Antriebsgeschwindigkeit bringt eine
wesentliche Reduzierung des Aufwands für die Krafterzeugung mit sich.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind in einem Maschinengestell
mindestens zwei Einspannelemente und zugeordnete Antriebselemente vorgesehen,
die über ihre Schrittmotore an die Schrittmotorsteuerung angeschlossen sind,
wobei die Schrittmotorsteuerung und mindestens zwei digital-inkremental
arbeitende Wegmeßeinrichtungen mit dem einen Prozessor verbunden sind. Diese
Vorrichtung zeichnet sich durch die Mehrfachausnutzung des Maschinengestells
und des Prozessors für die Zugprüfung von wenigstens zwei Werkstoffproben
aus. Der Prozessor steuert bzw. regelt die Zugbeanspruchung über die
Verstellbewegungen des Antriebs und die Längenänderungsmessung. Weiterhin ist
der Prozessor für die Dokumentation programmiert. Im Prozessor sind verschiedene
Routinen gespeichert, z. B. für die Kalibrierung der Kraft- und
Wegmeßeinrichtungen, das Nullstellen der Wegmeßeinrichtung, das Hochfahren
der Antriebe, das Halten auf vorgebbaren Positionen oder Lasten und das
Abfahren. Unterprogramme beinhalten die Aufnahme von vorgebbaren Werten über
den Verfahrweg, die aufzubringenden Kräfte sowie Weg- und Kraftänderungen
nach einem vorgebbaren Plan.
Die Vorrichtung kann nach dem Einspannen der Werkstoffproben nach einem
gespeicherten Programm mit jeweils an die Form und Material der Werkstoffproben
angepaßten Einstellwerten selbsttätig die Prüfung durchführen, was
eine erhebliche Aufwandreduzierung bedeutet. Insbesondere können Zugprüfungen
mit verschiedenen Einstellwerten zugleich an den verschiedenen
Werkstoffproben ausgeführt werden.
Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine temperaturregelbare Kammer auf, in
der die Werkstoffproben angeordnet sind, die mit den außerhalb der Kammer
angeordneten Schrittmotoren und Wegmeßeinrichtungen verbunden sind. Diese
Vorrichtung erlaubt die Prüfung unter vorgebbaren Temperaturbedingungen. Die
Temperaturen liegen im allgemeinen über oder unter der Raumtemperatur. Da die
Kammer im Bereich der Werkstoffproben angebracht ist, weist sie ein relativ
geringes Volumen auf, so daß der Aufwand für die Regelung der Temperatur
relativ gering ist.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 4
bis 8 beschrieben.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in einer Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher beschrieben, aus dem sich weitere Einzelheiten,
Merkmale und Vorteile ergeben.
Die Zeichnung zeigt eine Vorrichtung zur Zugprüfung von Werkstoffproben
schematisch und teilweise im Längsschnitt. Die Vorrichtung ist für die
gleichzeitige Zugprüfung zweier Werkstoffproben 1, 2 vorgesehen. Die
Werkstoffproben 1, 2 sind mit ihren Enden 3, 4 bzw. 5, 6, die z. B. als
Schulterköpfe ausgebildet sind, jeweils mit einem ortsfesten Einspannelement
7, 8 verbunden, das als Spannkopf ausgebildet ist. Die ortsfesten Einspannelemente
7, 8 sind über Schäfte 9, 10 mit einem unteren Maschinenträger 11
des Maschinengestells verbunden. Die anderen Enden 4, 5 der Werkstoffproben
1, 2, die ebenfalls als Schulterköpfe ausgebildet sein können, sind in
Antriebselementen 14, 15 gehalten, die auch als Spannköpfe ausgebildet sein
können. Die Antriebselemente 14, 15 sind jeweils an den Enden von Zugstangen
16, 17 drehbar gelagert die in Bohrungen von nicht näher bezeichneten Lagern
in einem oberen Maschinenträger 18 des Maschinengestells axial verschiebbar
sind. An den Zugstangen 16, 17 sind jeweils Federpakete 34 und Kardangelenke
35 befestigt. Über Zwischenstücke 36 sind die Kardangelenke 35 je mit einer
Kraftmeßzelle 12, 13 verbunden. An den Kraftmeßzellen 12, 13 sind Wellen
37, 38 befestigt, die zu Untersetzungsgetrieben 19, 20 gehören, die an einem
oberen Maschinenträger 18 befestigt sind. Die Antriebe der Untersetzungsgetriebe
19, 20 sind jeweils Schrittmotore 21, 22. Die Wicklungen der Schrittmotore
21, 22 sind an eine Schrittmotorsteuerung 23 angeschlossen, die
handelsüblich sein kann. Der Aufbau kann auch so sein, daß die Lastmeßzellen
unterhalb der Kardangelenke außerhalb der Kammer angeordnet sind.
Nahe an den oberen Enden 4, 5 der Werkstoffproben 1, 2 sind jeweils Gestänge
24, 25 befestigt. Die Gestänge 24, 25 enthalten jeweils zwei vertikale
Stangen 39, 40 die durch nicht näher bezeichnete Öffnungen im unteren
Maschinenträger 11 hindurchragen. Die Stangen 39, 40 verlaufen symmetrisch
zur Längsachse der jeweiligen Werkstoffprobe 1, 2. Nahe an den unteren Enden
3, 6 der Werkstoffproben 1, 2 sind jeweils weitere Gestänge 41, 42 befestigt,
die jeweils ebenfalls zwei vertikale Stangen 43, 44 enthalten, die durch die
gleichen Öffnungen des Maschinenträgers 11 hindurchragen. Die Stangen 43, 44
sind hohl und kürzer als die Stangen 39, 40. In den Hohlräumen der Stangen
43, 44 sind die Stangen 39, 40 axial verschiebbar angeordnet. Die Enden der
Stangen 39, 40 ragen jeweils oben und unten über die Enden der Stangen 43, 44
hinaus.
Die unteren Enden der Stangen 39, 40 sind durch eine Strebe 26 miteinander
verbunden. Entsprechend sind die unteren Enden der Stangen 43, 44 durch eine
Strebe 27 miteinander verbunden. Zwischen den Streben 26, 27 befinden sich
für die Werkstoffproben 1, 2 digital-inkrementale Wegmeßeinrichtungen 28,
29, die z. B. aus Stichgittern und fotoelektrischen Abtastern mit nachgeschalteten
Impulsformerstufen bestehen. Die relative Verschiebung der
Gestänge 24, 25 und 41, 42 bei Längenänderungen der Werkstoffproben 1, 2
bewirken Lageänderungen zwischen den Stichgittern, die von den Wegmeßeinrichtungen
28, 29 erfaßt werden. Die Wegmeßeinrichtungen 28, 29 sind mit
Eingabeschaltungen eines Prozessors 30 verbunden. Die Schrittmotorsteuerung
23 und die Kraftmeßeinrichtungen 12, 13 sind ebenfalls an Eingabeschaltungen
des Prozessors 30 angeschlossen, der weiterhin mit einer Eingabetastatur 31
und einem Monitor 32 verbunden ist.
Im Prozessor 30 sind Prüfungsprogramme für die Zugprüfung der Werkstoffproben
1, 2 gespeichert. Diese Prüfprogramme beinhalten die Ansteuerung der
Schrittmotorsteuerung 23, das Einlesen der Meßwerte von den Wegmeßeinrichtungen
12, 13 und die Dokumentation.
Zwischen den Maschinenträgern 11 und 18 befindet sich eine über einer Tür
zugängliche Kammer 33, die Durchlaßöffnungen für die Gewindespindeln 16, 17
und die Trägerstangen 24, 25 aufweist. Die Kammer 33 ist mit einem nicht
dargestellten Temperaturregelgerät verbunden, das die Temperatur in der
Kammer 33 auf vorgebbare Sollwerte regelt.
Die Antriebsgeschwindigkeiten der Antriebselemente 14, 15 werden durch die
Frequenzen der den Schrittmotoren 21, 22 zugeführten Impulse eingestellt. Da
die Schrittmotore 21, 22 binäre Signale verarbeiten und mit diesen genau
lage- und drehzahlgesteuert werden können, entfällt der Aufwand für analog
arbeitende Antriebe. Die Wegmeßeinrichtungen 28, 29 erzeugen binäre Signale,
die ohne großen Aufwand im Prozessor 30 für die Feststellung der Längenänderung
der Proben 1, 2 gezählt werden.
Die digital-inkrementalen Meßeinrichtungen 28, 29 werden gegebenenfalls
mittels eines entsprechenden Programms kalibriert. Diese Nachkalibrierung ist
normalerweise nicht erforderlich, da die Genauigkeit der Messungen durch
Temperaturänderungen und Bauelementealterung nicht beeinflußt wird. Mittels
des Programms werden über die Verschiebung der Gewindespindeln 37, 38
geforderte Kräfte in den Werkstoffproben 1, 2 durch Hochfahren erzeugt. Die
Kalibration der Kraftmessung wird mit Hilfe eines speziellen Programmteils
ausgeführt; softwaremäßig wird der günstigste Meßbereich für die Prüfung
ausgewählt. Das Programm kann ein Regelverfahren zum Aufrechterhalten der
Kräfte oder der Formänderung oder der Formänderungsgeschwindigkeit nach einem
vorgegebenen Führungsplan aufweisen. Weiterhin hat das Programm einen
Bestandteil zum Beenden der Prüfung. Die für die jeweiligen Werkstoffproben
1, 2 geforderten Prüfbedingungen werden über die Tastatur 31 eingegeben. Die
Meßwerte der Längenänderungen und der Kräfte können auf dem Monitor 32
angezeigt werden. Nach dem Aktivieren der Vorrichtung führt diese rechnergesteuert
das Prüfprogramm selbsttätig durch.
Die Temperatur in der Kammer 33 und damit die Temperatur der Werkstoffproben
1, 2 kann auf geforderte Werte eingestellt werden, so daß die Prüfung bei
bestimmten Temperaturen abläuft. Es ist möglich, in der Kammer 33 einen mit
dem Prozessor 30 verbundenen Temperatursensor vorzusehen, wenn die Temperatur
ebenfalls selbsttätig dokumentiert werden soll.
Die Federpakete 34 und die Kardangelenke 35 sorgen dafür, daß bei Ausfall
der Elektronik die auf die Werkstoffproben 1, 2 einwirkenden Kräfte erhalten
bleiben.
Claims (8)
- . Vorrichtung zur Zugprüfung von Werkstoffproben mit einer Kraft- und Formänderungsmeßvorrichtung, wobei die Enden der Werkstoffproben jeweils mit einem in Achsrichtung der Werkstoffprobe verschiebbaren Antriebselement und mit einem ortsfesten Einspannelement verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß an die jeweiligen Werkstoffproben (1, 2) eine digital-inkremental arbeitende Wegmeßeinrichtung (28, 29) angekoppelt ist, die mit einem Prozessor (30) verbunden ist, an den über eine Schrittmotorsteuerung (23) Schrittmotore (21, 22) angeschlossen sind, die über mindestens ein Untersetzungsgetriebe (19, 20) mit dem Antriebselement (14, 15) verbunden sind.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Maschinengestell mindestens zwei Einspannelemente (7, 8) und zugeordnete Antriebselemente (14, 15) vorgesehen sind, die über ihre Schrittmotoren (21, 22) an die Schrittmotorsteuerung (23) angeschlossen sind, und daß die Schrittmotorsteuerung (23) sowie mindestens zwei an die Werkstoffproben (1, 2) angekoppelte Wegmeßeinrichtungen (28, 29) mit dem einen Prozessor (30) verbunden sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine temperaturregelbare Kammer (33) vorgesehen ist, in der die Werkstoffproben (1, 2) angeordnet sind, die mit den außerhalb der Kammer (33) angeordneten Schrittmotoren (21, 22) und Wegmeßeinrichtungen (28, 29) verbunden sind.
- 4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweilige Werkstoffprobe (1, 2) an je einem Ende (3, 4; 6, 5) mit einem Gestänge (24, 41; 25, 43) verbunden ist, das mindestens zwei symmetrisch zur Probenlängsachse angeordnete vertikale Stangen (39, 40; 41, 44) aufweist, deren untere Enden über Träger (26, 27) miteinander verbunden sind, und daß zwischen den Trägern (26, 27) die digital arbeitenden Wegmeßeinrichtungen (28, 29) angeordnet sind.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikalen Stangen (39, 40) der mit den oberen Enden (4, 5) der Werkstoffproben verbundenen Gestänge (24, 25) jeweils in den vertikalen Stangen (43, 44) der mit den unteren Enden (3, 6) der Werkstoffproben (1, 2) verbundenen Gestänge (41, 42) geführt sind.
- 6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Zugstangen (16, 17), die an den Werkstoffproben (1, 2) befestigt sind, und den Untersetzungsgetrieben (19, 20) Federpakete (34) und Kardangelenke (35) angeordnet sind.
- 7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Kardangelenken (35) und den Untersetzungsgetrieben (19, 20) jeweils Kraftmeßzellen (12, 13) angeordnet sind.
- 8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Lastmeßzellen zwischen Kardangelenken und Federplatte angeordnet sind.
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