DE4013997A1 - Gleichstrom-steuerschaltung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Gleichstrom-Steuerschaltung zum
Ein- und Ausschalten des Stromflusses in einem induktivitäts
behafteten Laststromkreis durch Ansteuern eines Halbleiter
schalters. Der Begriff "induktivitätsbehafteter Laststrom
kreis" ist hier weitreichend zu verstehen. Die Induktivität
kann allein durch die Induktivität von Leitungen des Strom
kreises verursacht sein, aber auch durch Lastwiderstände mit
induktivem Anteil oder durch induktive Bauteile oder durch
eine Kombination derartiger Induktivitäten.
Zum Ein- und Ausschalten von Gleichstrom muß eine Reihen
schaltung von Spannungsversorgung, Halbleiterschalter und
Last vorhanden sein. Ist die Last induktivitätsbehaftet, wird
eine Freilaufdiode parallel zum induktivitätsbehafteten Teil
des Stromkreises geschaltet, wenn zu befürchten ist, daß ohne
eine solche Diode beim Schalten unerwünschte Effekte auftre
ten.
Zum Veranschaulichen von Problemen, die beim Ein- und Aus
schalten des Stromes auftreten, sei angenommen, daß der Halb
leiterschalter durch einen N-Kanal-MOSFET gebildet ist. Ein
solcher wird mit Hilfe der Gate-Source-Spannung gesteuert.
Solange ein solcher Transistor leitet, liegt bei der o. g.
Reihenschaltung der Verbindungspunkt zwischen dem Transistor
und der Last, und demgemäß auch der Freilaufdiode, im wesent
lichen auf Versorgungspotential, d. h. z. B. fast auf +24 V
bei einer Versorgungsspannung von +24 V. Wird nun die Gate-
Source-Spannung zum Sperren des Transistors erniedrigt, wird
der Innenwiderstand des Transistors immer höher, was dazu
führt, daß die in ihm in Wärme umgewandelte Leistung immer
größer wird, da der Strom aufgrund der Wirkung der Induktivi
tät im Laststromkreis nur wenig abnimmt. Es ist daher erfor
derlich, daß die Freilaufdiode den Stromfluß übernimmt, bevor
im Transistor so viel Wärme entwickelt wird, daß dieser zer
stört wird. Da die Diode nicht schlagartig durchschaltet, muß
die Gate-Source-Steuerspannung ausreichend langsam erniedrigt
werden, damit dann, wenn die Spannung am Verbindungspunkt
zwischen transistor und Freilaufdiode einen Wert erreicht, ab
dem die Freilaufdiode durchschalten muß, genügend Zeit für
ein solches Durchschalten besteht bevor der Widerstand des
transistors aufgrund weiter verringerter Gate-Source-Spannung
so hoch geworden ist, daß er bei nach wie vor im wesentlichen
unverändertem Stromfluß durch ihn zerstört würde.
Beim Einschalten des Stromes besteht ein anderes Problem,
nämlich dasjenige der Gefahr eines Kurzschlusses. Erfolgte
erst kurz vor einem Wiedereinschalten ein Ausschalten, fließt
noch Strom im Laststromkreis, der mit Hilfe der Freilaufdiode
geschlossen wird. Sinkt der Widerstand des transistors mit
zunehmender Gate-Source-Spannung zum Einschalten des Transis
tors, wird das Potential am Verbindungspunkt zwischen Tran
sistor und Freilaufdiode positiv, so daß die Diode sperrt.
Jedoch erfolgt auch dieses Sperren nicht schlagartig, so daß
die Gefahr besteht, daß bei schnellem Erhöhen der Gate-Sour
ce-Spannung des Transistors dieser bereits voll leitet, wenn
die Diode noch nicht gesperrt hat. Dies hätte offensichtlich
einen Kurzschluß zur Folge, mit der Gefahr des Zerstörens des
transistors und/oder der Diode. Es muß daher auch beim Ein
schalten die Gate-Source-Spannung langsam geändert werden, um
der Freilaufdiode genügend Zeit zum Sperren zu geben.
Die vorstehend genannten Probleme bestehen nicht nur im Fall
von N-Kanal-MOSFETs, sondern auch bei P-Kanal-MOSFETs oder
bei bipolaren Transistoren, seien es NPN- oder PNP-Transisto
ren. Die bipolaren Transistoren werden allerdings nicht über
eine Gate-Source-Spannung gesteuert, sondern über einen Ba
sisstrom. Dieser darf im Fall des Abschaltens nicht schlagar
tig unterbrochen und im Fall des Einschaltens nicht schlagar
tig auf den gewünschten Endwert geschaltet werden.
Es sind besondere Steuerschaltungen erforderlich, die dafür
sorgen, daß der Steuerstrom zum Laden oder Entladen der Gate-
Source-Kapazität, im Falle eines MOSFETs, oder zum Einstellen
des Basisstroms im Falle eines bipolaren Transistors, nur so
groß ist, daß sich die Öffnungs- bzw. Sperreigenschaften des
Transistors nur so langsam ändern, daß die Freilaufdiode aus
reichend Zeit zum Sperren bzw. zum Öffnen hat. Das Begrenzen
der Steuerströme, im Fall von MOSFETs, bzw. das begrenzen der
Steuerstromänderungen, im Fall von bipolaren Transistoren,
bringt jedoch den Nachteil mit sich, daß die Gesamtschaltzei
ten ansteigen. Die Steuerströme bzw. Steuerstromänderungen
werden daher so gewählt, daß die Gesamtschaltzeiten zwar mög
lichst kurz werden, aber andererseits unerwünschte Effekte
beim Schalten so weit wie möglich verringert werden, also die
Beschädigungsgefahr der Halbleiterbauteile so niedrig wie
möglich ist und das Entstehen von Störspannungen so gut wie
möglich unterdrückt wird.
Allgemein gesprochen besteht seit langem das Problem, eine
Gleichstrom-Steuerschaltung zum Ein- und Ausschalten des
Stromflusses in einem induktivitätsbehafteten Laststromkreis
durch Ansteuern eines Halbleiterschalters anzugeben, die ein
möglichst schnelles Schalten gewährleistet, bei bestmöglichem
Unterdrücken unerwünschter Schalteffekte.
Die erfindungsgemäße Gleichstrom-Steuerschaltung zum Ein- und
Ausschalten des Stromflusses in einem induktivitätsbehafteten
Laststromkreis durch Ansteuern eines Halbleiterschalters, mit
dem ein Freilauf-Halbleiterbauteil in Reihe geschaltet ist,
zu dem der Laststromkreis parallel liegt, weist folgende
Funktionsmittelauf:
- - ein Mittel zum Messen und Auswerten einer Größe, die an zeigt, ob das Freilauf-Halbleiterbauteil in Schaltpunktnähe ist, und zum Ausgeben eines entsprechenden Auswertesignales,
- - und ein Mittel zum Steuern des Steuerstromes für den Halb leiterschalter so, daß
- - beim Ausschalten des Halbleiterschalters der Steuerstrom, im Fall eines MOSFET, oder die Steuerstromänderung, im Fall eines bipolaren Transistors, in Ausschaltrichtung solange auf einem hohen Wert gehalten wird, bis das Auswertesignal einen ersten Schwellenwert erreicht, der anzeigt, daß das Freilauf- Halbleiterbauteil durchschalten muß, und dann der Steuerstrom bzw. die Steuerstromänderung in Ausschaltrichtung auf einen niedrigeren Wert geschaltet wird,
- - und beim Einschalten des Halbleiterbauteils der Steuer strom bzw. die Steuerstromänderung in Einschaltrichtung so lange langsam geändert wird bis das Auswertesignal einen zweiten Schwellenwert erreicht, der anzeigt, daß das Frei lauf-Halbleiterbauteil gesperrt hat und dann der Steuerstrom bzw. die Steuerstromänderung auf einen höheren Wert geschal tet wird.
Die erfindungsgemäße Steuerschaltung sorgt dafür, daß sich in
demjenigen Betriebsbereich, in dem das Freilauf-Halbleiter
bauteil schalten muß, das Widerstandsverhalten des Halblei
terschalters nur so langsam ändert, daß es nicht zu uner
wünschten Effekten kommt, daß sich aber das Widerstandsver
halten des Halbleiterschalters dann sehr schnell ändert, wenn
er vom durchgeschalteten Zustand sich dem vorstehend genann
ten kritischen bereich nähert, oder wenn er nach Durchlaufen
des genannten kritischen Bereichs beim Einschalten noch voll
ständig durchschalten soll. Hierzu benutzt die Schaltung zum
Ansteuern des Halbleiterschalters in denjenigen Zeitspannen,
in denen das Freilauf-Halbleiterbauteil schalten muß, die
herkömmlichen niedrigen Steuerstromstärken bzw. Steuerstrom
änderungen, dagegen in den anderen Zeitspannen höhere Werte.
Um den Aufbau der Steuerschaltung möglichst einfach zu
halten, ist es von Vorteil, wenn der zweite Schwellenwert mit
dem ersten Schwellenwert übereinstimmt. Die gewünschten un
terschiedlichen Stromwerte bzw. Stromänderungswerte werden
vorteilhafterweise über steuerbare Stromquellen eingestellt.
Bei Ausführungsbeispielen mit einem N-Kanal-MOSFET wurde als
Auswertesignal eine am Verbindungspunkt zwischen Halbleiter
schalter und Freilauf-Halbleiterbauteil abgegriffene Spannung
verwendet. Die erste und die zweite Schwellenspannung wiesen
jeweils einen Wert von einigen hundert Millivolt auf. Der ho
he Wert des Steuerstroms wurde größtmöglich gewählt. Der nie
drige Wert des Steuerstroms wurde in Anpassung an die Eigen
schaften des jeweils zu schaltenden Stromkreises so einge
stellt, daß die Schaltvorgänge mit gewünschtem geringen Aus
maß von Störeffekten abliefen, insbesondere ohne jede Beschä
digungsgefahr des N-Kanal-MOSFET.
Beim eben beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde eine Frei
laufdiode verwendet, die zwischen Masse und den Transistor
geschaltet war bei einem Ausführungsbeispiel mit einer Frei
laufdiode zwischen dem Transistor und einer Versorgungsspan
nung von +24 V wurde eine Steuerschaltung eingesetzt, die bei
Schwellenwerten von +23 V ein Umschalten der Stromstärken be
werkstelligte.
Entsprechende Schwellenwerte wurden für eine Schaltung mit
einem NPN- bzw. einem PNP-Transistor verwendet. Bei diesen
Schaltungen wurde der große Wert der Stromstärkeänderung so
groß wie möglich gewählt, während der niedrige Wert wieder in
Anpassung an das Verhalten des jeweils zu schaltenden induk
tivitätsbehafteten Stromkreises so eingestellt wurde, daß
störende Schalteffekte unter vorgegebenen Werten blieben.
Die niedrigen Werte von Steuerstrom bzw. Steuerstromänderung
entsprechen somit den Werten, wie sie von herkömmlichen
Steuerschaltungen über den gesamten Schaltbereich ausgegeben
werden. Die bekannten Schaltungen schalten jedoch nicht auf
hohe Werte um.
Es sei darauf hingewiesen, daß beim Ausschalten ein Umschal
ten des Wertes von Steuerstrom bzw. Steuerstromänderung be
reits erfolgt, wenn die Spannung am Verbindungspunkt anzeigt,
daß das Freilauf-Halbleiterbauteil durchschalten muß, daß
aber beim Einschalten das Umschalten der Werte erst erfolgt,
wenn festgestellt wird, daß das Freilauf-Halbleiterbauteil
bereits gesperrt hat. Dadurch ist gewährleistet, daß die
Schaltvorgänge am Freilauf-Halbleiterbauteil immer während
der Dauer der niedrigen Werte von Steuerstrom bzw. Steuer
stromänderung ablaufen.
Bei den Ausführungsbeispielen wurde, wie erwähnt, eine Diode
als Freilauf-Halbleiterbauteil verwendet. Es kann jedoch auch
ein weiterer Transistor verwendet werden, der dann von der
Steuerschaltung mit Steuerströmen versorgt wird, die zeitlich
so mit den Strömen zum Steuern des Ein/Ausschalt-Transistors
korreliert sind, daß durch ihn der Strom weiterfließen kann,
der aufgrund der Wirkung der Induktivität im induktivitätsbe
hafteten Stromkreis weiterfließen muß, wenn es nicht zu einem
Beschädigen des Ein/Ausschalt-Transistors kommen soll oder
unerwünscht starke Schalteffekte auftreten sollen.
Das Auswertesignal muß nicht notwendigerweise durch die Span
nung am Verbindungspunkt zwischen Halbleiterschalter und
Freilauf-Halbleiterbauteil gegeben sein. Auch eine andere
Spannung, die sich entsprechend wie die genannte Spannung än
dert, kann verwendet werden. Auch ist es möglich, Spannungs
änderung, bei konstantem Ladestrom, zu messen. So ist es be
kannt, daß bei allen MOSFETs der zeitliche Verlauf der Gate
spannung, bei konstantem Strom zum Laden der Gate-Source-Ka
pazität, sich dann stark ändert, wenn die Gatespannnung in
die Nähe der Drainspannung gelangt. Das Änderungssignal be
treffend die Gatespannung kann leicht z. B. durch einen Kon
densator oder eine Induktivität als Auswertesignal ausgekop
pelt werden.
Claims (3)
1. Gleichstrom-Steuerschaltung zum Ein- und Ausschalten des
Stromflusses in einem induktivitätsbehafteten Laststrom
kreis durch Ansteuern eines Halbleiterschalters, mit dem
ein Freilauf-Halbleiterbauteil in Reihe geschaltet ist,
zu dem der Laststromkreis parallel liegt,
gekennzeichnet durch
- - ein Mittel zum Messen und Auswerten einer Größe, die anzeigt, ob das Freilauf-Halbleiterbauteil in Schalt punktnähe ist, und zum Ausgeben eines entsprechenden Aus wertesignales, und
- - ein Mittel zum Steuern des Steuerstromes für den Halb leiterschalter so, daß
- - beim Ausschalten des Halbleiterschalters der Steuer strom, im Fall eines MOSFET, oder die Steuerstromände rung, im Fall eines bipolaren Transistors, in Ausschalt richtung solange auf einem hohen Wert gehalten wird, bis das Auswertesignal einen ersten Schwellenwert erreicht, der anzeigt, daß das Freilauf-Halbleiterbauteil durch schalten muß, und dann der Steuerstrom bzw. die Steuer stromänderung in Ausschaltrichtung auf einen niedrigeren Wert geschaltet wird,
- - und beim Einschalten des Halbleiterbauteils der Steu erstrom bzw. die Steuerstromänderung in Einschaltrichtung so lange langsam geändert wird bis das Auswertesignal einen zweiten Schwellenwert erreicht, der anzeigt, daß das Freilauf-Halbleiterbauteil gesperrt hat und dann der Steuerstrom bzw die Steuerstromänderung auf einen höheren Wert geschaltet wird.
2. Steuerschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der erste Schwellenwert und der zweite Schwellenwert
übereinstimmen.
3. Steuerschaltung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
gekennzeichnet durch
steuerbare Stromquellen zum Einstellen der unterschiedli
chen Werte der Steuerströme bzw. der Steuerstromänderun
gen.
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