DE4011398A1 - Vorrichtung und verfahren zum aufbringen von schraubverschluessen auf behaelter - Google Patents
Vorrichtung und verfahren zum aufbringen von schraubverschluessen auf behaelterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Drehvorrichtung für
Schraubverschlüsse gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie Verfahren zum Aufbringen von Schraubver
schlüssen auf Behälter nach der Gattung des An
spruchs 10 sowie des Anspruchs 15.
Es sind Vorrichtungen und Verfahren zum Ver
schließen von Behältern, insbesondere von Flaschen,
mit Schraubverschlüssen bekannt. Dabei wird ein
Verschluß auf einen Behälter aufgesetzt und festge
schraubt. Die Drehbewegung zwischen Verschluß und
Behälter wird beendet, wenn ein vorgegebenes Dreh
moment erreicht ist. Die Anzugsmomentbegrenzung er
folgt mittels einer durch Feder- oder Magnetkraft
wirkenden Kupplung. Durch das beim Verschließen des
Behälters vorgegebene Anzugsmoment soll einerseits
die Dichtheit des Verschlusses gewährleistet, ande
rerseits das zum ersten Öffnen Verschlusses erfor
derliche Öffnungsmoment festgelegt werden. Es hat
sich herausgestellt, daß in einigen Fällen, insbe
sondere bei der Verwendung von Vollkunststoff
verschlüssen, auch bei Vorgabe eines bestimmten
Verschließmoments eine sichere Abdichtung der Be
hälter nicht zu erzielen ist, insbesondere bei un
ter Überdruck stehenden Flaschen. Überdies kann der
Mündungsbereich von Glasflaschen beschädigt werden,
was zu einer Gefährdung der Verbraucher führt. Häu
fig ist auch das Öffnungsmoment wesentlich größer,
als erwünscht.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Drehvor
richtung sowie ein Verfahren zu schaffen, mit dem
sich Behälter mit Schraubverschlüssen, insbesondere
auch mit solchen aus Kunststoff, verschließen las
sen, wobei unter einem Überdruck stehende Behälter
druckdicht abgeschlossen, jedoch im Mündungsbereich
nicht beschädigt werden und ein bestimmtes Öff
nungsmoment eingestellt wird.
Diese Aufgabe wird bei einer Drehvorrichtung der
eingangs genannten Art mit Hilfe der in Anspruch 1
genannten Merkmale gelöst. Dadurch, daß eine als
Drehmomentbegrenzungseinrichtung dienende Steuer
einrichtung vorgesehen ist, die beim Verschließen
des Behälters den Drehwinkel und/oder das Ver
schließmoment erfaßt, ist eine sehr präzise Ab
schaltung des Antriebs der Verschließeinrichtung
möglich und damit eine sehr genaue Einstellung
nicht nur des Verschließ- bzw. Anzugsmoments son
dern auch des Öffnungsmoments. Auf diese Weise wer
den auch unter Druck stehende Behälter sicher ver
schlossen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Drehvor
richtung wird das auf den Schraubverschluß wirkende
Drehmoment mit Hilfe der als Drehmomentbegren
zungseinrichtung dienenden Steuereinrichtung er
faßt. Dabei wird der dem Antrieb der Drehvorrich
tung zugeführte Strom bzw. die am Antrieb anlie
gende Spannung erfaßt. Da die vom Antrieb aufgenom
mene Leistung proportional zur Spannung oder zum
Strom ist, kann das momentane Drehmoment aus den
momentanen Werten des Stroms bzw. der Spannung er
mittelt werden. Diese Momentenerfassung ist beson
ders einfach durchführbar.
Nach einer Weiterbildung der Verschließeinrichtung
ist die Steuereinrichtung so ausgelegt, daß der
Drehwinkel erst nach Erreichen eines bestimmten
vorgebbaren Anzugsmoments erfaßt wird. Das heißt,
der Verschluß wird so lange auf den Behälter aufge
schraubt, bis ein bestimmtes Moment, das Anlegemo
ment, erreicht ist. Dann wird der Verschluß nur
noch um einen vorgebbaren Winkel verdreht. Dadurch
werden eine besondere feinfühlige Einstellung des
Anzugsmoments erreicht und Beschädigungen des Mün
dungsbereichs des Behälters mit besonders hoher Si
cherheit vermieden. Auch läßt sich so das Öffnungs
moment sehr genau einstellen.
Bei einer weiteren bevorzugten Verschließeinrich
tung wird die zeitliche Änderung des Anzugsmoments
erfaßt. Wenn also der Verschluß beim Festschrauben
sich plötzlich verhakt oder verkantet, was durch
einen raschen Anstieg des Moments pro Zeiteinheit
erkannt wird, kann der Verschließvorgang abgebro
chen werden, damit der Mündungsbereich des Behäl
ters nicht beschädigt wird.
Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Drehvor
richtung ergeben sich aus den Untersprüchen.
Die genannte Aufgabe wird auch durch ein Verfahren
der eingangs genannten Art mit Hilfe der in An
spruch 10 genannten Merkmale gelöst. Um eine beson
ders feinfühlige Ansteuerung des gewünschten Ver
schließmoments zu erreichen, wird der Verschluß
zunächst bis zum Erreichen eines vorgegebenen An
zugsmoments, dem Anlegemoment, auf den Behälter
aufgeschraubt. Damit ist ein definierter Ausgangs
zustand des Verschließvorgangs erreicht. Danach
wird der Verschluß um einen vorgebbaren Drehwinkel
weiterhin gegenüber dem Behälter verdreht. Dies
führt zu einer sicheren Einstellung des gewünschten
Verschließmoments, wobei Mündungsschäden praktisch
ausgeschlossen sind.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des Verfah
rens wird nach Erreichen des Anlegemoments überdies
die zeitliche Änderung des Anzugsmoments erfaßt.
Störungen des Verfahrens während dieser Phase, bei
spielsweise ein Verkanten des Verschlusses auf dem
Behälter, können so sicher erfaßt werden.
Diese Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zum
Aufbringen von Schraubverschlüssen, insbesondere
aus Kunststoff, auf Behälter gelöst, bei dem der
Schraubverschluß bis zum Erreichen eines hohen,
über dem Verschließmoment liegenden Grenzmoments
zugeschraubt wird. Anschließend wird der Verschluß
um einen vorgebbaren Drehwinkel in entgegengesetz
ter Richtung gedreht, um das gewünschte Verschließ
moment - aber auch ein bestimmtes Öffnungsmoment -
einzustellen. Besonders vorteilhaft ist bei diesem
Verfahren, daß auch Behälter verschlossen werden
können, deren Gewinde kleinere Schäden aufweisen.
Auch wenn der Verschluß beispielsweise mit einem
Garantiering ausgestattet ist, wird häufig schon
das Verschließmoment erreicht, bevor der Schraub
verschluß sich in seiner endgültigen Position be
findet. Durch das zunächst gewählte hohe Grenzmo
ment wird auch eine besonders gute Anpressung der
Dichtung an den Mündungsbereich des Behälters ge
währleistet, so daß diese kleinere Schäden ausglei
chen kann. Auf diese Weise wird eine besonders gute
Abdichtung des Behälters erreicht.
Weitere Ausführungsformen des Verfahrens und deren
Vorteile ergeben sich aus den übrigen Unteransprü
chen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figur
näher erläutert. Diese zeigt eine Prinzipskizze der
erfindungsgemäßen Drehvorrichtung.
Der Darstellung ist ein Behälter 1, hier eine Fla
sche, zu entnehmen, auf die ein Schraubverschluß 3
aus Kunststoff aufgesetzt werden soll. Der Ver
schluß wird von einem skizzierten Verschließkonus 5
der Drehvorrichtung 7 erfaßt und auf den Behälter 1
aufgesetzt. Dabei ist es für die Erfindung unerheb
lich, ob der Verschließkonus 5 gegenüber dem Behäl
ter 1 verdreht wird, oder ob der Verschließkonus
feststeht und sich der Behälter 1 dreht.
Der Verschließkonus wird hier von einem als Antrieb
dienenden Motor 9 in Rotation versetzt, der über
eine Schalteinrichtung 11 mit Strom bzw. Spannung
versorgt wird. Zwischen der Energieversorgung und
der Schalteinrichtung ist ein Sensor 13 vorgesehen,
der beispielsweise den Strom oder die Spannung er
faßt. Es ist grundsätzlich auch möglich, den Sensor
13 zwischen der Schalteinrichtung 11 und dem Motor
9 vorzusehen.
Dem Motor 9 bzw. dem Verschließkonus 5 ist ein das
Drehmoment erfassender Momentensensor 15 zugeord
net, der das auf den Schraubverschluß 3 wirkende
Verschließmoment erfaßt. Überdies ist dem Ver
schließkonus 5 ein Drehwinkelsensor 17 zugeordnet,
der die Winkelstellung des Konus erfaßt.
Als Momentensensor wird vorzugsweise ein in die in
der Figur nicht explizit dargestellte Spindel des
Motors 5 integriertes Dehnungsmeßstreifensystem
(DMS) verwendet. Zur Winkelmessung wird bevorzugt
ein in die Spindel integrierter opto-elektronischer
Inkrementalgeber eingesetzt.
Die Signale des Strom- bzw. Spannungs-Sensors 13,
des Momentensensors 15 und die des Drehwinkelsen
sors 17 werden einer Steuereinrichtung 19 zuge
führt, die diese auswertet und verarbeitet. Über
dies werden diese Signale einer Komparatorschaltung
21 zugeleitet. Diese erhält auch über geeignete
Stellglieder feste Werte M1, M2, M3, M7 und Mö für
vorgegebene Anzugsmomente sowie feste Werte W und
W1 für vorgegebene Drehwinkel. Die Ausgangssignale
der Komparatorschaltung 21 werden der Steuerein
richtung 19 zugeleitet.
Die Steuereinrichtung 19 ist über eine Steuerlei
tung 23 mit der Schalteinrichtung 11 des Motors 9
verbunden. Sie ist überdies mit einem Differenzier
glied 25 versehen, dem die Ausgangssignale des Mo
menten- und Drehwinkelsensors zugeleitet werden.
Der die Versorgungsspannung und/oder den Ver
sorgungsstrom des Motors 9 erfassende Sensor 13
dient dazu, das vom Motor momentan aufgebrachte
Drehmoment zu bestimmen, wobei davon ausgegangen
wird, daß das Moment proportional zur Spannung bzw.
zum Strom ist. Durch die Erfassung der zeitlichen
Änderungen der Versorgungsspannung bzw. des Versor
gungsstroms des Motors können auch zeitliche Ände
rungen des Drehmoments ermittelt werden. Auf diese
Weise kann der Momentensensor 15, der oben be
schrieben wurde, entfallen.
Im folgenden werden die Funktion der Drehvorrich
tung 7 sowie die Verfahren zum Verschließen von Be
hältern näher erläutert.
Grundsätzlich eignen sich die Vorrichtung und die
Verfahren zum Verschließen beliebiger Behälter. Be
vorzugt wird der Einsatz der Vorrichtung bzw. der
Verfahren zum Verschließen von Flaschen mit Hilfe
von Kunststoffverschlüssen. Die Flaschen können da
bei aus Glas oder ihrerseits aus Kunststoff, bei
spielweise aus PET, bestehen.
Der Schraubverschluß 3 wird auf beliebige Weise in
den Verschließkonus 5 eingebracht, beispielsweise
in einem sogenannten Pick-Verfahren. Anschließend
wird der Verschließkonus 5 mit dem darin festge
klemmten Schraubverschluß 3 über einem zu ver
schließenden Behälter 1 angeordnet. Dabei dreht
sich hier der Verschließkonus 5 gegenüber dem fest
stehenden Behälter 1.
Der sich drehende Schraubverschluß 3 wird nun auf
den Behälter 1 aufgesetzt. Dazu wird von der
Steuereinrichtung 19 über die Steuerleitung 23 ein
entsprechendes Schaltsignal an die Schalteinrich
tung 11, die beispielsweise einen elektronischen
Schalter oder ein Relais aufweist, abgegeben, so
daß der Motor 9 mit Energie versorgt wird. Während
des Festschraubens des Verschlusses 3 auf dem Be
hälter 1 wird das vom Motor 9 auf den Verschließ
konus 5 bzw. den Schraubverschluß 3 ausgeübte Ver
schließmoment bzw. Anzugsmoment erfaßt. Das momen
tane Moment kann zum einen mit Hilfe des Sensors 13
erfaßt werden, der den von der Energieversorgung an
den Motor 9 gelieferten Strom bzw. die angelegte
Spannung erfaßt. Es ist auch möglich, unmittelbar
das vom Motor 9 auf den Verschließkonus 5 übertra
gene Moment mit Hilfe des Momentensensors 15 zu er
fassen. Das Ausgangssignal des Sensors 13 bzw. des
Momentensensors 15 wird der Steuereinrichtung 19
aber auch dem Komparator 21 zugeleitet. Dieser ver
gleicht den aktuellen Momentenwert mit einem vor
gebbaren Anzugsmoment M1, dem sogenannten Anlegemo
ment. Sobald dieses Moment erreicht ist, wird der
Drehwinkelsensor 17 über die Steuereinrichtung 19
aktiviert. Die Steuereinrichtung wertet nun die Si
gnale des Drehwinkelsensors aus. Der aktuelle Dreh
winkel des Verschließkonus 5 bzw. des Verschlusses
3 wird mittels des Komparators 21 mit einem vorge
gebenen Winkelwert W verglichen. Sobald der Ver
schluß nach Erreichen des Anlegemoments um den ge
wünschten Drehwinkel W weiter zugeschraubt wurde,
gibt die Steuereinrichtung 19 über die Leitung 23
ein Signal an die Schalteinrichtung 11 ab, so daß
diese die Energiezufuhr zum Motor 9 unterbricht.
Damit wird eine weitere Verdrehung des Verschlusses
unterbunden.
Wenn der Strom- bzw. Spannungs-Sensor 13 eingesetzt
wird, kann auf den Drehwinkelsensor 17 verzichtet
werden. Das vom Motor 9 aufgebrachte Moment ist so
genau ermittelbar, daß bei Erreichen des vorgebba
ren Verschließmoments M2 über die Steuereinrichtung
19 und die Steuerleitung 23 die Schalteinrichtung
11 so betätigt wird, daß der Motor 9 abgeschaltet
wird. Bei einem Gleichstrommotor ist das Drehmoment
proportional zu dem an dem Motor angelegten Strom
bzw. der Spannung. Wenn lediglich eine niedrige Ge
nauigkeit bei der Erreichung des Verschließmoments
M2 gewünscht ist, reicht dieses Verfahren zur Ver
schließung von Behältern aus.
Werden das Anlegemoment M1 bzw. das Verschließmo
ment nicht erreicht, so kann daraus folgende
Schlußfolgerung gezogen werden: Der Verschluß ist
vor Erreichen des Behälters aus dem Verschließkonus
herausgefallen, durch einen Steuerungsfehler ist
kein Behälter unter den Verschließkonus gefahren
worden oder aber das Gewinde auf dem Behälter oder
das auf der Innenwand des Verschlusses vorgesehene
Gewinde ist zerstört.
Die Steuereinrichtung 19 kann beispielsweise mit
einem Zeitglied versehen werden, das eine bestimmte
Zeit vorgibt innerhalb derer das Anlege- bzw. das
Verschießmoment erreicht sein müssen. Ist das nicht
der Fall, wird über eine Signalleitung S ein Steu
ersignal abgegeben und der momentan unterhalb des
Verschließkonus 5 angeordnete Behälter 1 aus der
Verschließanlage ausgesondert.
Statt der Vorgabe einer bestimmten Zeit, die ma
ximal verstreichen darf, bis das Anlegemoment M1
erreicht ist, kann auch ein bestimmter Drehwinkel
vorgegeben werden. Das heißt, der Verschluß wird
beispielsweise um eine volle Umdrehung auf den Be
hälter aufgeschraubt. Danach muß das Anlegemoment
erreicht sein. Sollte dies nicht der Fall sein, so
wird daraus geschlossen, daß Schäden am Behälter
oder am Verschluß gegeben sind. Der entsprechende
Behälter wird ausgesondert.
Wenn aber andererseits das Anlegemoment M1 erreicht
wird und der Drehwinkelsensor 17 durch die Steuer
einrichtung 19 aktiviert wurde, wird der Ver
schließkonus 5 weitergedreht, bis der momentane
Drehwinkel den dem Komparator 21 eingegebenen Wert
W erreicht. Aufgrund von Versuchen wird der vorge
gebene Drehwinkel W festgelegt. Es ist damit si
chergestellt, daß das gewünschte Verschließmoment
M2 erreicht ist. Bei einem derartig vorbestimmten
Verschließmoment ist einerseits gewährleistet, daß
der Behälter druckdicht von dem Schraubverschluß 3
verschlossen ist. Andererseits ist sichergestellt,
daß das Öffnungsmoment Mö, das zum ersten Öffnen
des Behälters erforderliche Moment, ebenfalls ein
gehalten wird.
Während der Schraubverschluß 3 um den vorgegebenen
Drehwinkel W weitergedreht wird, kann mit Hilfe des
Momentensensors 15 das momentane Anzugsmoment wei
ter überwacht und in der Komparatorschaltung 21 mit
einem zweiten Momentenwert, einem vorgegebenen Ma
ximalwert M3, verglichen werden. Wird dieser Ma
ximalwert M3 während der weiteren Drehung des Ver
schlusses erreicht, so kann daraus auf einen Mün
dungsfehler geschlossen werden. Wenn beispielsweise
das Gewinde auf der Behälteraußenseite schartig
ist, so schneidet sich dieses in die Innenwand bzw.
in das Gewinde des Kunststoff-Schraubverschlusses 3
ein. Das erforderliche Moment zum Weiterdrehen des
Verschlusses wächst damit so stark an, daß der vor
gegebene Maximalwert M3 überschritten wird.
Wird während der Weiterdrehung des Verschließkonus
5 bis zum Erreichen des vorgegebenen Drehwinkels W
der Maximalwert des gewünschten Anzugsmoments M3
überschritten, so kann das auch daran liegen, daß
das Innengewinde in seinem weiteren Verlauf inner
halb des Schraubverschlusses 3 beschädigt ist. Da
durch kann der Verschluß nicht weit genug zuge
schraubt werden, so daß die dort vorgesehene Dich
tung nicht in ausreichenden Eingriff mit dem Mün
dungsbereich des Behälters 1 tritt. Ein im Behälter
vorhandener Innendruck kann ungehindert entweichen.
Deswegen wird auch in einem derartigen Fall über
die Steuerleitung S der Steuereinrichtung 19 ein
Signal abgegeben, so daß dieser Behälter aus der
Verschließeinrichtung ausgesondert wird.
Außerdem wird jedesmal, wenn das Maximalmoment M3
überschritten wird, bevor der vorgegebene Drehwin
kel W erreicht ist, über die Steuerleitung 23 die
Schalteinrichtung 11 so betätigt, daß der Motor 9
den Verschließkonus 5 nicht weiter antreibt. Damit
wird das Verschließmoment sehr genau eingehalten.
Gleichzeitig wird vermieden, daß ein zu großes
Drehmoment auf den Mündungsbereich des Behälters 1
wirkt und Schäden eintreten.
Schließlich könnte das maximale Anzugsmoment M3
auch dann überschritten werden, bevor der ge
wünschte Drehwinkel W erreicht ist, wenn der Ver
schluß 3 sich nach Erreichen des Anlegemoments M1
auf dem Gewinde des Behälters verkantet. Auch dann
wäre einerseits nicht sichergestellt, daß die im
Verschluß vorgesehene Dichtung den Behälterdruck
dicht abschließt, andererseits könnte ein zu großes
Moment auf den Mündungsbereich des Behälters ein
wirken und zu Schäden führen.
Innerhalb der Steuereinrichtung 19 ist hier ein
Differenzierglied 25 vorgesehen, das die zeitliche
Ableitung des Ausgangssignals des Momentensensors
15 aber auch des Ausgangssignals des Drehwinkelsen
sors 17 bestimmt.
Aus einer mit Hilfe dieses Differenzierglieds 25
festgestellten zu großen zeitlichen Änderung des
Drehwinkels kann geschlossen werden, daß der Ver
schließkonus 5 plötzlich durchdreht, daß also der
Schraubverschluß 3 keinen Halt mehr auf dem Be
hälter 1 hat. Dies kann beispielsweise daran lie
gen, daß die Seitenwand des Verschlusses geplatzt
oder das Gewinde auf dem Behälter eingebrochen ist.
In einem derartigen Fall wird über die Steuerlei
tung S ein Signal abgegeben und der entsprechende
Behälter ausgesondert.
Stellt sich heraus, daß der Anstieg des Drehmoments
nach Erreichen des Anlegemoments M1 und vor dem Er
reichen des gewünschten Drehwinkels W zu gering
ist, so kann daraus gefolgert werden, daß entweder
die Dichtung im Verschluß defekt ist, daß der Ver
schluß schon vor dem Aufbringen auf dem Behälter
eingerissen war oder daß das Flaschengewinde nicht
sauber ausgeformt ist. Jedenfalls kann daraus ge
schlossen werden, daß der Verschluß auf dem Be
hälter durchdreht. Auch in diesem Fall wird durch
ein Signal auf der Steuerleitung S der entspre
chende Behälter ausgesondert.
Wenn andererseits nach Erreichen des Anlegemoments
M1 der Anstieg des Drehmoments zu rasch erfolgt,
bevor der gewünschte Drehwinkel W erreicht ist, so
kann daraus geschlossen werden, daß Schäden am Ge
winde, des Verschlusses oder am Behälter aufgetre
ten sind oder daß der Verschluß sich auf dem Behäl
ter verkantet hat. Auch in diesem Fall wird ein Si
gnal über die Steuerleitung S abgegeben und der zu
gehörige Behälter ausgesondert.
Dadurch, daß ein maximales Drehmoment M3 für den
Verschließvorgang vorgegeben wird, läßt sich das
Öffnungsmoment, das zum ersten Öffnen des Behälters
erforderliche Moment Mö, auf einen gewünschten Wert
einstellen. Andererseits wird auch hierdurch zu
sätzliche Sicherheit erreicht, indem ein Verkanten
des Verschlusses oder Schäden am Gewinde des Ver
schlusses bzw. des Behälters erkannt und die be
troffenen Behälter ausgesondert werden können.
Dadurch, daß das Drehmoment und andererseits der
Drehwinkel nach Erreichen eines vorgegebenen Anle
gemoments vorbestimmt werden, lassen sich die beim
Verschließen eines Behälters mit Hilfe eines
Schraubverschlusses auftretenden Momente begrenzen.
Einerseits werden dadurch Mündungsschäden ausge
schlossen, andererseits wird aber auch eine Überla
stung der Verschließeinrichtung sichergestellt, so
daß deren Verschleiß minimiert werden kann. Die
Standzeit dieser Einrichtung wird daraufhin sehr
verlängert.
Bei einer anderen Ausführungsform des Verfahrens
wird der Schraubverschluß 3 durch den Motor 9 so
lange zugeschraubt, bis mittels des Drehmomentsen
sors 15 und des Komparators 21 das Erreichen eines
Drehmoment-Grenzwerts Mg festgestellt wird. Dieses
Grenzmoment Mg liegt über dem Verschließmoment M2.
Durch dieses erhöhte Anzugsmoment können auch Be
hälter 1 mit kleinen Gewindeschäden sicher ver
schlossen werden. Grundsätzlich ist festzustellen,
daß bei einem Gewindeschaden das Verschließmoment
schon erreicht wird, bevor der Verschluß seine end
gültige Position auf dem Behältergewinde eingenom
men hat.
Auch bei der Verwendung von Verschlüssen mit einem
Garantiering, der das erste Öffnen des Verschlusses
anzeigen soll, wird häufig das Verschließmoment
schon erreicht, bevor der Verschluß seine endgül
tige Position auf dem Behälter erreicht hat, weil
durch den Garantiering ein zusätzliches Reibmoment
entsteht.
Durch das erhöhte Anzugsmoment wird auch eine opti
male Anpressung der Dichtung an dem Mündungsbereich
des Behälters erreicht. Dadurch formt sich diese
auch bei kleineren Schäden so an die Mündung an,
daß eine optimale Abdichtung des Behälters auch bei
einem unter Überdruck stehenden Inhalt gewährlei
stet ist.
Um zu vermeiden, daß durch die Verschließung mit
erhöhtem Anzugsmoment sich überhöhte Öffnungsmo
mente einstellen, wird nach dem Zuschrauben des
Verschlusses bis zum Grenzmoment Mg durch ein Steu
ersignal der Steuereinrichtung 19, welches über die
Leitung 23 der Schalteinrichtung 11 zugeleitet
wird, eine Umkehrung der Energiezufuhr zum Motor 9
erreicht. Dieser dreht sich daraufhin in entgegen
gesetzter Richtung. Gleichzeitig mit diesem Steuer
signal wird der Drehwinkelsensor 17 aktiviert. Des
sen Ausgangssignale werden im Komparator 21 mit ei
nem der Linksdrehung bzw. der Öffnungsbewegung zu
geordneten Winkelwert W1 verglichen. Sobald der
vorgegebene Drehwinkel, der beispielsweise im Be
reich von 10° bis 15° liegen kann, erreicht ist,
sobald also der aktuelle Drehwinkel den im Kompara
tor 21 vorliegenden Grenzwert W1 erreicht, wird
durch ein Steuersignal der Steuereinrichtung 19
über die Steuerleitung 23 die Schalteinrichtung 11
so angesteuert, daß der Motor 9 von der Energiezu
fuhr getrennt wird. Dadurch wird die Öffnungsbewe
gung des Verschlusses 3 beendet.
Durch Versuche wird festgestellt, wie weit der Ver
schluß nach dem Festschrauben bis zum Grenzmoment
Mg in Gegenrichtung gedreht werden muß, bis sich
das gewünschte Öffnungsmoment Mö einstellt.
Dadurch, daß die Schalteinrichtung 11 so angesteu
ert werden kann, daß eine Energieumkehr bzw. Umpo
lung der Energiezufuhr zum Motor 9 erreicht wird,
ist es möglich, daß bei einer weiteren Ausführungs
form des Verfahrens der Verschluß 3 nach dem ersten
Aufsetzen auf den Behälter 1 entgegen der Ver
schlußrichtung gedreht wird.
Auf diese Weise kann eine optimale Ausrichtung des
im Verschluß vorgesehenen Gewindes gegenüber dem
Behältergewinde erfolgen. Nach einer gewissen
Linksdrehung rastet der Verschluß auf dem Behälter
ein, was beispielsweise dadurch festgestellt werden
kann, daß eine Axialbewegung des Verschlusses ge
genüber dem Behälter erfolgt. Diese Bewegung kann
durch einen geeigneten Wegsensor abgetastet werden.
Die Drehung des Verschlusses entgegen der Ver
schließrichtung führt bei Schraubverschlüssen mit
einem Garantiering dazu, daß letzterer optimal aus
gerichtet wird. Dadurch wird ein Verklemmen des Ga
rantierings während des nachfolgenden Zuschraubens
des Verschlusses vermieden.
Claims (15)
1. Drehvorrichtung für Schraubverschlüsse, insbe
sondere aus Kunststoff, für Behälter, mit einem An
trieb und mit einer Drehmomentbegrenzungseinrich
tung, dadurch gekennzeichnet, daß als Drehmomentbe
grenzungseinrichtung eine die Energiezufuhr zum
Antrieb in Abhängigkeit vom Verschließmoment
und/oder von dem mittels eines Drehwinkelsensors
erfaßten Drehwinkel des Verschlusses steuernden
Steuereinrichtung (19) verwendet wird.
2. Drehvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Steuereinrichtung (19) zur Erfas
sung des momentanen Drehmoments mindestens eine der
Energiezufuhr des Antriebs zugeordnete Strom-
und/oder Spannungserfassungseinrichtung aufweist.
3. Drehvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (19) den
Drehwinkel erst nach Erreichen eines bestimmten
Verschließmoments (Anlegemoment M1) erfaßt.
4. Drehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerein
richtung (19) die zeitliche Änderung des Ver
schließmoments erfaßt.
5. Drehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerein
richtung (19) zur Erfassung des Verschließmoments
und/oder der zeitlichen Änderung des Verschließmo
ments mindestens einen Sensor (13) zur Ermittlung
des Versorgungsstroms und/oder der Versorgungsspan
nung des Antriebs der Verschließeinrichtung (7)
aufweist.
6. Drehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerein
richtung (19) mindestens eine Komparatorschaltung
(21) aufweist, die das momentan erreichte Ver
schließmoment mit einem vorgebbaren Wert für das
Moment (M1, M2, M3) vergleicht.
7. Drehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerein
richtung eine Energiezufuhrumkehrschaltung zugeord
net ist.
8. Drehvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Energiezufuhrumkehrschaltung ein
das Öffnungsmoment erfassender Drehmomentsensor zu
geordnet ist.
9. Drehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung
als Regelschaltung ausgelegt ist.
10. Verfahren zum Aufbringen von Schraubverschlüs
sen, insbesondere aus Kunststoff, auf Behälter ins
besondere mittels einer Drehvorrichtung gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schraubverschluß (3) bis zum Erreichen eines
vorgegebenen Verschließmoments (Anlegemoment M1)
zugeschraubt, dann der Drehwinkel und/oder die
zeitliche Änderung des Verschließmoments erfaßt
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß das am Schraubverschluß wirkende
Drehmoment mit Hilfe eines Drehmomentsensors oder
mittels einer der Energiezufuhr des Antriebs der
Drehvorrichtung zugeordneten Strom- und/oder Span
nungserfassungseinrichtung erfaßt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß das momentane Ver
schließmoment mit einem vorgebbaren Momentenwert
(M2) verglichen wird und/oder der momentane Dreh
winkel mit einem vorgebbaren Drehwinkel (W) vergli
chen wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß nach einer Energiezu
fuhrumkehrung das momentane Öffnungsmoment erfaßt
wird, sobald der Drehwinkel < 0° ist.
14. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schraubverschluß (3) bis zum Er
reichen eines vorgebbaren, über dem Verschließmo
ment liegende Grenzmoment zugeschraubt und dann um
einen vorgebbaren Drehwinkel zur Einstellung des
gewünschten Schließmoments in entgegengesetzter
Richtung aufgedreht wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß Behälter (1), bei denen
fehlerhafte Winkel- und/oder Momentenwerte festge
stellt wurden, aussortiert werden.
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