DE4011011A1 - Stufenlos stellbares kettengetriebe - Google Patents
Stufenlos stellbares kettengetriebeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein stufenlos stellbares Ketten
getriebe nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Kettengetriebe mit mindestens einem Satz planetenartig um
laufender Kettenräder, die eine, die Antriebskraft übertra
gende, Kette aufnehmen und in einem stufenlos stellbaren
radialen Abstand zur Achse der Antriebs- bzw. Abtriebswelle
stehen, sind bekannt.
So wird z. B. mit der Anmeldung DE-OS 24 12 664 ein Kettengetriebe
vorgeschlagen, das diese Merkmale enthält und das darüber
hinaus auch während der Übersetzungsänderung Kraft in An
triebsrichtung übertragen kann. Als wesentliches Mittel sind
dafür mechanische Freilauf-Bauteile vorgesehen, die unmittel
bar an der Achse der einzelnen Kettenräder ansetzen und diese
permanent gegen einen Rücklauf sperren, gegenüber einem ab
triebsseitigen Vorlauf jedoch freigeben.
Diese Eigenschaft sowie die in DE-OS 24 12 664 dargestellte
Ausführung des Stellmechanismus (mit Hilfe einer spiralförmig
abgesetzten Kurvenscheibe) beziehen sich vor allem auf die
Anwendung als Kettengetriebe für ein Fahrrad, wobei die Frei
lauffunktion erwünscht ist und relativ geringe Drehmomente
und geringe Drehzahlen auftreten. Für andere Anwendungen,
insbesondere für den Maschinenbau oder für Kraftfahrzeuge,
ist dieses Getriebe - aus denselben Gründen - nicht
ausreichend.
Zwar wäre es möglich, das Freilauf-Konzept - mit dem Vorteil
der selbsttätig schaltenden Sperrwirkung gegenüber dem Rück
lauf der Kette - mit stabileren Mitteln zu realisieren.
Typische Nachteile dieses Lösungsansatzes blieben jedoch
ebenso erhalten. So ist die ausgleichende Eigendrehung der
freien (d. h. während des Umlauf jeweils nicht mit der Kette
im Eingriff stehenden) Kettenräder bei der Übersetzungsände
rung ebenfalls nur nach einer Seite, nämlich in Antriebs
richtung, möglich, was die Anpassung an die Kettenteilung
besonders bei höheren Drehzahlen beeinträchtigt. Ein freier
Vorlauf der Abtriebswelle ist (außer beim Fahrrad) in kaum
einem Anwendungsfall erwünscht, sondern müßte mit zusätzlichen
Einrichtungen - separat schaltbar - für den überwiegenden
Einsatzbereich eigens unterbunden werden, so daß der ursprüng
liche Vorteil der selbstschaltenden Sperrwirkung insgesamt
neutralisiert wäre. Hinzu kommt, daß die Anmeldung DE-OS
24 12 664 noch keinen Hinweis auf das Hauptproblem derartiger
Kettengetriebe in bezug auf die Übersetzungsänderung enthält:
Diese Kettengetriebe, die die Antriebskraft formschlüssig
übertragen - gleichgültig, auf welche Weise die einzelnen
Kettenräder gesperrt oder für die Übersetzungsänderung frei
gegeben werden -, sind zwar stufenlos stellbar, und dies
auch während der Bewegung und unter Last, sie sind jedoch
nicht in jedem beliebigen Übersetzungsverhältnis bei vollstän
dig drehfesten Kettenrädern lauffähig. Die einzelnen Ketten
räder können jeweils nur bei bestimmten radialen Abständen
von der Hauptachse während des Umlaufs völlig drehfest, d. h.
ohne ausgleichende Eigendrehung, bleiben. Dies ist, verkürzt
festgestellt, nur dann möglich, wenn der effektive, segment
weise zusammengesetzte, Umfang des Antriebs- bzw. Abtriebs
rades ein ganzzahliges Vielfaches einer Kettenglied-Länge
beträgt - m. a. W.: wenn sich ein Teil der Kette, aus vollstän
digen Gliedern bestehend, vollständig über alle Kettenräder
eines Hauptrades spannen ließe.
Dies ist nur für eine diskrete Folge radialer Abstände bzw.
Übersetzungsverhältnisse möglich, und insofern erreichen
diese Getriebe - zumindest bei hoher Belastung bzw. im Dauer
betrieb - nur in festen Stufen ihren vollen Wirkungsgrad.
Der Vorteil dieser Getriebe gegenüber den echten Stufen-
Getrieben besteht - außer in der stufenlosen Stellbarkeit
und der bedingten Lauffähigkeit in allen Übersetzungsver
hältnissen - vor allem darin, daß hiermit eine sehr hohe
Anzahl unbedingt lauffähiger Stufen bei homogenem Aufbau
realisiert werden kann, wodurch für wesentliche Anwendungs
fälle, insbesondere für den Kraftfahrzeugbereich, der Vorteil
echter stufenloser Getriebe nahezu erreicht wird, ohne den
system-bedingten Nachteil der bekannten stufenlosen mecha
nischen Getriebe (relativ geringe Drehmomente sowie Verschleiß
durch reibschlüssige Kraftübertragung) in Kauf nehmen zu
müssen.
In DE-OS 26 52 030 wird ein stufenlos stellbares Kettengetriebe
dargestellt, das die erforderlichen stufenlosen Übergänge
der Übersetzungsverhältnisse berücksichtigt und mit rein
mechanischen Mitteln behandelt.
Dieses Kettengetriebe arbeitet mit je einem einzelnen dreh
festen, führenden Kettenrad und mehreren zeitweise arretierten
und zeitweise gelösten Kettenrädern sowie mit einer Anzahl
loser Rollen, die die Kette lediglich abstützen, ohne an
der Kraftstoffübertragung (in tangentialer Richtung) aktiv betei
ligt zu sein. Die zeitweise drehfest gehaltenen und zeitweise
freilaufenden Kettenräder werden mit Hilfe von Kegelrädern,
Spineln, schraubenförmig abgesetzten Buchsen usw. bei der
Übersetzungsänderung so geschaltet, daß die Phase, in der
sie freigegeben sind, jeweils möglichst kurz gehalten wird,
so daß die Übergänge von Stufe zu Stufe sprungartig erfolgen.
Das heißt, das Kettengetriebe nach der Anmeldung DE-OS 26 52 030
hat im Prinzip keine permanente Kraftübertragung, auch wenn
die Phase der Entkopplung weitgehend verkürzt ist.
Diese angestrebte Verkürzung bzw. die Sprünge, die sich daraus
ergeben, führen andererseits zu ruckartigen Bewegungsände
rungen der Kette, die den Lauf des Getriebes system-spezifisch
beeinträchtigen.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein
stufenlos stellbares Kettengetriebe nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 zu konzipieren, das eine selbstschaltende
permanente Sperrwirkung gegenüber dem Rücklauf und dem Vorlauf
der Kette aufweist und das zugleich eine ruckfreie Änderung
des Übersetzungsverhältnisses ohne Unterbrechung der Kraft
übertragung bei einer Ausgleichsbewegung der Kettenräder
in beiden Richtungen zuläßt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den in Anspruch 1
angegebenen Mitteln gelöst.
Der Lösungsansatz beruht auf einer Kombination mechanischer
Bauteile (für eine formschlüssige Kraftübertragung) mit
hydraulischen Sperrelementen (zur hydrostatischen Arretierung
der umlaufenden Kettenräder, stufenlos in ihrer jeweiligen
Position gegenüber der Kette), verbunden mit einer speziellen
Anordnung und Abgrenzung der hydraulischen Förderstrecken.
Dadurch, daß für mindestens eine Förderseite eine eigene
Kammer vorgesehen ist, in der jeweils nur Verbindungsleitungen
zu Sperrelementen bzw. Hydropumpen münden, die während des
Umlaufs gerade mit der Kette im Eingriff stehen, können die
zugehörigen Kettenräder nicht alle in dieselbe Richtung aus
weichen, weder rückwärts noch vorwärts: Der einheitlich an
geordnete Förderstrom blockiert über die gemeinsame Druck
kammer eine solche vollständig gleichgerichtete Ausweich
bewegung.
Andererseits läßt dieselbe Anordnung eine ausweichende Eigen
drehung der betreffenden Kettenäder im einzelnen zu, sowohl
vorwärts als auch rückwärts, vorausgesetzt, der Förderstrom
aller beteiligter Hydropumpen verschwindet insgesamt, d. h.
die Summe der Winkelgeschwindigkeiten aller betreffender
Kettenräder ist Null.
Eine derartige Ausweichbewegung wird dann benötigt, wenn
der radiale Abstand der Kettenräder von der Achse Zentral
rades (zur Änderung des Übersetzungsverhältnisses) geändert
wird. Analog dazu können sich die Kettenräder, die während
des Umlaufs jeweils mit der Kette im Eingriff stehen,
einzeln frei bewegen und, wenn erforderlich, ihre Winkel
stellung der Kette anpassen.
Die Randbedingung, daß die Summe der Winkelgeschwindigkeiten
aller Kettenräder Null ist, wird für ein Hauptrad durch die
vorgesehene Trennung der beiden Förderseiten erfüllt.
Erfindungsgemäß sind ferner Ventile vorgesehen, die den För
derstrom während des Umlaufs der Hydropumpen entsprechend
freischalten oder sperren. Vorteilhaft ist hierfür ein zentral
angeordnetes, selbstschaltendes Drehschieber-Ventil geeignet,
dessen Leitungsanschlüsse ringförmig um die Achse des betref
fenden Zentralrades rotieren, während, darin eingelassen,
ein ruhender, mit dem Getriebe-Gehäuse fest verbundener,
Drehschieber zwei stationäre Kammern gegeneinander abgrenzt.
Die Ausrichtung des Drehschiebers ist dabei symmetrisch zur
Verbindungslinie zwischen Antriebs- und Abtriebsrad fest
gehalten, mit der vorteilhaften Wirkung einer sicheren Abgren
zung von aktiven und inaktiven Kettenrädern sowie einer weit
gehend gleichmäßigen Ausgleichsbewegung der Kettenräder bei
Übersetzungsänderungen.
Für die Feinregulierung der Übersetzungsverhältnisse sind
ferner Einrichtungen vorgesehen, die den radialen Abstand
der Kettenräder-Achsen von der Achse des betreffenden Zentral
rades - bei kontinuierlichen Übergängen - stufenweise stabili
sieren, so daß die einzelnen Kettenräder im laufenden Betrieb
(außer bei der Übersetzungsänderung) vollständig drehfest
gehalten sind.
Dies wird am einfachsten dadurch erreicht, daß der Vorgang
einer Übersetzungsänderung als Intervall gesteuert wird und
jeweils nur in einem Stand abgeschlossen und dann zeitweise
stabil gehalten wird, in dem der segmentweise zusammengesetz
te, von der Kette vollständig aufgespannt angenommene, Umfang
des Zentralrades ein ganzzahliges Vielfaches der Kettenglied-
Länge beträgt.
Wegen der schlupffreien Kraftübertragung in beiden Richtungen
kann ein Umkehrgetriebe sowohl vor- als auch nachgeschaltet
werden.
Insgesamt ergibt sich damit außer den bautechnischen Vorteilen
eines variablen Kettengetriebes ohne aufwendig gesteuerte
mechanische Nachführung der einzelnen Kettenräder-Drehungen
der Vorteil einer vielfältigen Anwendbarkeit, sowohl für
den stationären als auch für den mobilen Betrieb, insbesondere
auch für Kraftfahrzeuge.
Die Erfindung ist in den beiliegenden Skizzen dargestellt.
Anhand der Fig. 1-3 wird das Lösungsprinzip nachstehend näher
erläutert.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung die Anordnung des
Kettengetriebes, mit einem Antriebsrad und einem
Abtriebsrad, mit je einem zentralen Drehschieber-Ventil
(11), je einem Satz hydrostatischer Sperrelemente
(12), Kettenrädern (13) und der Kette (14), die die
Antriebskraft überträgt.
Fig. 2 zeigt ein zentrales Drehschieber-Ventil bevorzugter
Ausführung im Querschnitt, koaxial zur Welle (20)
eines Zentralrades angeordnet, mit einem Schieber,
dessen Flügel (21) symmetrisch über der Verbindungs
linie zur Achse (20*) des anderen Zentralrades fest
angeordnet sind, mit einer Druckkammer (211) und einer
Ausgleichskammer (212) sowie mit dem rotierenden
Ventilkörper (22) und den darin eingelassenen hydrau
lischen Leitungsanschlüssen (23).
Fig. 3 zeigt die Deklination α der Kettenräder bei
verschiedenen effektiven Umfängen des Zentralrades,
nämlich für die - gestreckt dargestellten - Umfänge
U = n · l,
mit n=16, . . ., 20 bei 8 Kettenrädern (K1-K8) des
Zentralrades und der Länge l eines Kettengliedes.
Für eine schlupffreie Kraftübertragung mit Hilfe der Kette
(14) ist es erforderlich, daß zumindest diejenigen Kettenräder
(13) des Antriebsrades und des Abtriebsrades, die mit der
Kette im Eingriff stehen, drehfest gehalten bleiben.
Diese Anforderung ist gleichbedeutend mit der Bedingung,
gleichgerichtete Ausgleichsbewegungen dieser Kettenräder
- rückwärts und vorwärts - zu sperren. Erfüllt wird die Bedin
gung erfindungsgemäß vor allem durch die einheitliche Anord
nung der hydraulischen Verbindungsleitungen, insbesondere
(121), die alle zu dem Drehschieber-Ventil (11) führen, teils
zur Druckkammer (211), teils zur Ausgleichskammer (212),
wie in Fig. 1 bzw. in Fig. 2 schematisch dargestellt.
(Die Anschlüsse (122) münden alle in einer nicht dargestellten
gemeinsamen Kammer oder in einem weiteren Drehschieber-
Ventil.)
Ein potentiell einsetzender Förderstrom der angeschlossenen
Zahnradpumpen (12) über die Anschlüsse (121) blockiert sich
somit - über die Kammer (211) bereits im Ansatz einer gleich
gerichteten Drehung der formschlüssig damit verbundenen
Kettenräder (13) - selbst.
Andererseits läßt diese Anordnung ohne separaten Schalt-
Mechanismus jederzeit eine Ausgleichsbewegung auch derjenigen
Kettenräder zu, die während des Umlaufs jeweils gerade mit
der Kette im Eingriff stehen, sofern der Förderstrom von
und zu der Kammer (211) insgesamt verschwindet, d. h. sofern
die zugehörigen Kettenräder paarweise in entgegengesetzter
Richtung ausweichen.
Dadurch wird eine Änderung des tangentialen Abstandes der
Kettenräder voneinander, wie sie bei Übersetzungsänderungen
auftritt, unter Last ermöglicht. Die Kettenräder, die über
die Kammer (212) des Drehschieber-Ventils hydraulisch ge
koppelt sind, können sich dagegen relativ frei bewegen, da
sie von der Kette zumindest teilweise nicht erfaßt sind.
Die mit dem Getriebe-Gehäuse fest verbundenen Drehschieber-
Flügel (21) sind symmetrisch zur Verbindungslinie der beiden
Zentralräder angeordnet und derart abgewinkelt gestellt,
daß bei jedem Durchmesser und bei jeder Winkelstellung des
Zentralrades während des Umlaufs ausschließlich solche Ketten
räder mit der Druckkammer (211) gekoppelt sind, die mit der
Kette gerade im Eingriff stehen.
Dies gilt sowohl für eine Ausführung, bei der jedes Kettenrad
mit je einem hydraulischen Sperrelement gekoppelt ist, als
auch für den Fall, daß je zwei benachbarte Kettenräder einem
Sperrelement zugeordnet sind oder daß nur jedes zweite Ketten
rad hydraulisch gesperrt wird usw.
Das Drehschieber-Ventil in Fig. 2 liegt ringförmig auf der
Welle des Zentralrades, mit dem Vorteil, bei möglichst kleinem
Durchmesser des Ventils eine möglichst weitgehende konstruk
tive Freiheit, insbesondere für die Lagerung der Welle, zu
erhalten. Im Rahmen der Erfindung sind jedoch auch andere
bauliche Ausführungen möglich, sofern der beschriebene Zweck
erfüllt wird. (Die Teile des Ventils sind in Fig. 2 gegenüber
der Welle etwas vergrößert dargestellt, um die Anordnung
der Drehschieber-Flügel hervorzuheben.)
Die verwendeten, vorzugsweise innenverzahnten, Zahnradpumpen
mit den hydraulischen Verbindungsleitungen bleiben bei einer
Übersetzungsänderung aus konstruktiven Gründen in festem
radialem Abstand mit dem Zentralrad verbunden, während die
einzelnen Kettenräder - beispielsweise über schwenkbar gela
gerte Stirnräder oder mittels kardanischer Gelenke damit
gekoppelt - den variablen Durchmesser des Zentralrades
aufspannen.
Die Voraussetzung dafür, daß alle Kettenräder während des
Umlaufs drehfest gehalten bleiben können, wie bereits
ausgeführt, darin der effektive, von der Kette vollstän
dig aufgespannt angenommene, segmentweise zusammengesetzte,
Umfang eines Zentralrades ein ganzzahliges Vielfaches einer
Kettenglied-Länge beträgt.
Die gleichmäßige Teilung der Kette bewirkt dann, daß die
Differenz der Winkelstellungen zwischen je zwei benachbarten
Kettenrädern eines Hauptrades in diesem Zustand gleich ist.
Kette und Kettenräder sind andererseits so aufeinander ab
gestimmt, daß ein Kettenrad immer dann in einer äquivalenten
Winkelstellung zur Kette steht, wenn es um eine Strecke an
der Kette vorbei bewegt worden ist, die genau einer Ketten
glied-Länge oder einem ganzzahligen Vielfachen davon
entspricht.
Die Anzahl der Stufen bzw. Schalt-Intervalle, in denen dieser
Zustand vorliegt, hängt bei vorgegebener Kettenglied-Länge l
somit lediglich vom größten und vom kleinsten effektiven
Umfang U ab, wobei U=n · l ist,
mit n = k + 0, k + 1, . . .
und der Anzahl k der durch die Kettenräder
begrenzten Hauptrad-Segmente.
Für die maximale Anzahl i der verfügbaren Schalt-Intervalle
gilt
imax = nmax - nmin + 1
In Fig. 3 ist die relative Winkelstellung der Kettenräder
in bezug auf ihre Verzahnung - als einer Art Deklination
- anhand verschiedener Umfangszahlen, und zwar mit
n=16,. . .,20 schematisch dargestellt. Zur Vereinfachung ist
dabei der an der Kette gebildete Umfang gestreckt dargestellt.
Die Kettenräder sind (vor allem zur Veranschaulichung der
verschiedenen Kettenrad-Positionen) mit je z=4 Zähnen ver
sehen. Für alle Beispiele wurden je 8 Kettenräder (K1-K8)
zugrunde gelegt. Die Verzahnung des Kettenrades K1 sei dabei
jeweils orthogonal ausgerichtet. Der Umfang bestehe aus
mindestens 16 Kettengliedern.
Die Deklination α wächst dann mit der Anzahl (n-nmin) der
zusätzlichen Kettenglieder, in Fig. 3 von n-nmin=0 bis
n-nmin=4 skizziert, nach dem Algotithmus
Für n-nmin=0 ist also in den (gestreckt) dargestellten
Beispielen α=0, für n-nmin=1 ist α=90°/8=11,25°
usw..
Die Differenz der Winkelstellung zwischen allen benachbarten
Kettenrädern ist gleich groß; jedes Kettenrad steht in einer
Position zur Kette, die deren Teilung entspricht, und jedes
Kettenrad kann nach einem Umlauf des Zentralrades dieselbe
Winkelstellung beibehalten.
Beträgt z. B. der größte realisierte Umfang 32 Kettenglied-
Längen, so ergeben sich hieraus imax=32-16+1=17 Stufen
mit vollständig drehfest gehaltenen Kettenrädern, die im
Zuge der Übersetzungsänderung in einem einzigen, zusammen
hängenden Intervall oder in mehreren, nämlich bis zu 17 einzelnen,
Intervallen angesteuert werden können.
Bei einer Verdoppelung des Durchmessers und bei 2 variablen
Zentralrädern reicht der Übersetzungsbereich von 1 : 4 bis
1 : 1. Dieser Bereich kann je nach Anwendungsfall sowohl
durch eine größere Spannweite als auch durch die Kombination
mehrerer Getriebe-Einheiten weiter vergrößert werden.
Die konstruktive Gestaltung der Kettenrad-Führung ist eben
falls weitgehend frei und mit herkömmlichen mechanischen,
hydraulischen und elektronischen Mitteln realisierbar.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich zu Beispiel
- - aus einer parallelen Anordnung zweier oder mehrerer Ketten und Kettenrad-Sätze, vorzugsweise mit versetzt eingreifenden Kettenrädern, oder
- - aus einer anderen oder zusätzlichen radialen Abstützung der Kette zwischen den Kettenrädern der Hauptrad-Segmente.
Damit läßt sich die Kettenführung je nach Anwendungsfall
weiter abrunden, ohne auf den Vorteil einer formschlüssigen
Kraftübertragung bei stufenloser Stellbarkeit verzichten
zu müssen.
Eine vorteilhafte Anwendung für Kraftfahrzeuge besteht ins
besondere in einer Kombination des stufenlos stellbaren Ket
tengetriebes nach der Erfindung mit einer aerostatischen
Kupplung (und integrierter mechanischer Aufladung des Motors)
nach DE-PS 36 11 171 zu einem stufenlosen Überlagerungsgetriebe.
Claims (3)
1. Kettengetriebe, mit einer Antriebswelle und einer
Abtriebswelle, mit einem antriebsseitigen und/oder einem
abtriebsseitigen Satz planetenartig umlaufender, drehbar
gelagerter Kettenräder, mit einer Kette, die die Kettenräder
umfaßt und die Antriebskraft auf die Abtriebswelle überträgt,
ferner mit einer Vorrichtung zur stufenlos stellbaren,
einheitlichen Änderung des radialen Abstandes der
Kettenräder-Achsen von der Achse der Antriebs- bzw. der
Abtriebswelle zur Änderung des Übersetzungsverhältnisses,
mit einer Einrichtung zur Synchronisation dieser Änderung
zwischen den beiden Wellen bzw. zur Regulierung der
Kettenspannung im laufenden Betrieb sowie mit Einrichtungen,
die eine ausgleichende Eigendrehung der umlaufenden Ketten
räder während der radialen Verschiebung ihrer Achsen zulassen,
dadurch gekennzeichnet,
- a) daß zumindest ein Teil der umlaufenden Kettenräder mit einem hydrostatischen Sperrelement, beispielsweise einer Zahnradpumpe, formschlüssig gekoppelt ist, und zwar derart, daß die Eigendrehung eines Kettenrades zwingend einen Förderstrom des zugehörigen Sperrelementes erzeugt und daß (umgekehrt) die Drosselung dieses Förderstromes die Eigendrehung des Kettenrades zwingend reduziert bzw. sperrt,
- b) daß die Anschlüsse aller gemäß (a) vorgesehenen hydrostatischen Sperrelemente je Antriebs- oder Abtriebs welle, die bei rechts gerichteter Eigendrehung der zugehörigen Kettenräder auf der Förderseite liegen, über Leitungen miteinander verbunden sind und daß andererseits die Anschlüsse aller hydrostatischen Sperrelemente, die bei links gerichteter Eigendrehung der zugehörigen Kettenräder auf der Förderseite liegen, über Leitungen miteinander verbunden sind, daß die Förderströme verschiedener Seite jedoch ständig getrennt gehalten sind,
- c) daß mindestens einer der beiden in (b) definierten Förderräume je Antriebs- bzw. Abtriebswelle mit strömungs technischen Mitteln, beispielsweise Ventilen, weiter unter teilt ist, wobei jeweils die Kettenräder, die mit der Kette im Eingriff stehen, in ihrer Wirkung getrennt gehalten sind von den Kettenrädern, die währenddessen nicht mit der Kette im Eingriff stehen.
2. Kettengetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die im Merkmal (c) aufgeführte Abgrenzung der Förderräume
durch ein zentral angeordnetes Drehschieber-Ventil erfolgt,
dessen Schieber fest mit dem Getriebe-Gehäuse verbunden ist,
während der Ventilkörper und die hydraulischen Leitungs
anschlüsse im laufenden Betrieb mit dem betreffenden Zentral
rad um den Schieber rotieren.
3. Kettengetriebe nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß Steuer-Einrichtungen und Stellglieder
vorgesehen sind, die den radialen Abstand der Kettenräder-
Achsen von der Achse des zugehörigen Zentralrades in Inter
vallen ändern, und zwar derart, daß der Vorgang einer Über
setzungsänderung jeweils nur in einem Stand abgeschlossen
wird, in dem der segmentweise zusammengesetzte, von der Kette
vollständig aufgespannt angenommene, Umfang des Zentralrades
ein ganzzahliges Vielfaches der Kettenglied-Länge beträgt.
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|---|---|---|---|
| DE19904011011 DE4011011A1 (de) | 1990-04-02 | 1990-04-02 | Stufenlos stellbares kettengetriebe |
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Publications (2)
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|---|---|
| DE4011011A1 true DE4011011A1 (de) | 1991-10-10 |
| DE4011011C2 DE4011011C2 (de) | 1992-01-16 |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4011011A1 (de) |
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