DE4010763A1 - Verfahren zur fuellstands- und dichtemessung in drucklosen fluessigkeitsbehaeltern - Google Patents
Verfahren zur fuellstands- und dichtemessung in drucklosen fluessigkeitsbehaelternInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung des Füllstandes und der
Dichte in drucklosen Flüssigkeitsbehältern, vorzugsweise in Rührwerks
apparaten.
Die bekannten, kontinuierlich arbeitenden Füllstandsmeßeinrichtungen in
Flüssigkeitsbehältern beruhen auf der Verwendung von in die Flüssigkeit
eintauchenden Sonden, an denen in Abhängigkeit von der Eintauchtiefe meß
technisch erfaßbare Änderungen von physikalischen Größen auftreten. Typi
sche Vertreter dieser Füllstandsmeßverfahren sind kapazitive Verfahren und
Verfahren, bei denen sich der Auftrieb eines in die Flüssigkeit eintauchen
den Auftriebskörpers in Abhängigkeit von der Eintauchtiefe ändert. Bei
letzterem Verfahren kommt es zu Fehlmessungen, die nicht erkannt werden,
wenn sich die Stoffeigenschaften der Flüssigkeiten ändern. Bei der Verwen
dung von Sonden kann durch das Anbacken von Feststoffen das Meßergebnis
verfälscht werden.
Weiterhin ist aus den DD-PS 1 26 747 und 2 63 586 bekannt, den Füllstand und
die Dichte von Flüssigkeiten zu bestimmen, indem in definierten Abständen
im Meßbehälter der hydrostatische Druck mittels Sprudelstandsmessung oder
Druckmeßumformer gemessen wird. Bei dieser Methode müssen die beiden Meß
stellen unter der Flüssigkeitsoberfläche liegen, so daß nur ab einem be
stimmten Füllstand gemessen werden kann. Fehler der Druckmessungen sind
nicht erkennbar.
Bei den bekannten Meßmethoden tauchen die Meßwertaufnehmer in das Meßme
dium ein oder werden von diesem durchströmt, so daß Instandhaltungsmaß
nahmen oder Funktions- und Nullpunktkontrollen schwierig zu handhaben sind.
Ziel der Erfindung ist es, den Füllstand von Behältern oder die Dichte von
Flüssigkeiten oder beides mit einem minimalen Aufwand zu bestimmen, wobei
prinzipbedingt eine ständige Funktionskontrolle der Meßeinrichtung vorge
nommen wird. Die verschiedenen Störgrößen, wie Hilfsenergieschwankung,
Dichte-, Viskositäts- oder Füllstandsänderung sollen keinen Einfluß auf das
Meßergebnis haben.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine kombinierte Füllstands- und
Dichtemessung zu realisieren, bei der die empfindlichen Bauteile, wie Druck
meßstellen und Grenzwertschalter außerhalb des Behälters installiert und pe
riodisch Funktions- und Nullpunktkontrollen ohne Schwierigkeiten durchge
führt werden können.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß ein Steigrohr in die
zu messende Flüssigkeit taucht und in diesem mittels Vakuum oder Druck
periodisch die Meßflüssigkeit vom momentanen Flüssigkeitsstand bis zu einer
oberen Meßmarke gefördert wird, wobei durch die Messung der Zeitdauer des
Bewegungsablaufes und durch die Messung von Zeitdifferenzen während des Be
wegungsablaufes oder durch Messung von Druckwerten und Druckdifferenzen
die Füllstandshöhe und/oder die Dichte der Flüssigkeit ermittelt wird.
Für die Ermittlung der Füllstandshöhe im Flüssigkeitsbehälter werden die
Zeiten erfaßt, die die Flüssigkeit bis zum Erreichen einer unteren und
einer oberen Meßmarke benötigt. Aus den Meßergebnissen ist die Füllstands
höhe unabhängig vom Vakuum bzw. Druck, von der Viskosität und Dichte der
Flüssigkeit berechenbar.
Für die Ermittlung der Dichte und der Füllstandshöhe werden die Drücke er
faßt, die sich in dem Steigrohr beim Erreichen einer unteren und beim Er
reichen einer oberen Meßmarke einstellen. In dem Volumen über dem Flüssig
keitsspiegel baut sich ein Unterdruck auf, der der augenblicklichen Höhe
der angesaugten Flüssigkeitssäule proportional ist. Die jeweils zum Zeit
punkt des Erreichens der Meßmarken vorliegenden Unterdruckwerte werden mit
einer schnellen Druckmeßeinrichtung erfaßt und daraus der Behälterfüllstand
und die Dichte der Flüssigkeit berechnet.
Weiterhin ist es möglich, am Steigrohr in definierten Abständen in Reihe
geschaltete Induktionsspulen zu installieren und im Steigrohr einen Schwim
mer mit Magnet zu plazieren, so daß aus der Anzahl der Induktionsspannungs
impulse bei einem Förderhub ebenfalls auf den Behälterfüllstand geschlossen
werden kann.
Erfindungsgemäß kann der Füllstand auch dadurch festgestellt werden, daß
die Zeit bestimmt wird, die notwendig ist, um beim Ansaugen des gasförmigen
Volumenanteils im Saugrohr einen bestimmten Druckwert zu erreichen, denn
das Volumen oberhalb des Flüssigkeitsspiegels ist je nach Füllstand unter
schiedlich. Bei dieser Verfahrensweise muß lediglich im Saugrohr ein Boden
ventil geschlossen werden, wenn Vakuum angeschlossen wird.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird prinzipbedingt eine Funktions
kontrolle durchgeführt, indem der Ausfall der Meßeinrichtung sofort gemeldet
wird, wenn nach einer voreingestellten Zeit ein Signal von den Meßstellen
ausbleibt.
Die Erfindung soll nachstehend an Beispielen näher erläutert werden.
Die Zeichnungen zeigen
Fig. 1 Bewegung der Flüssigkeit durch Anwendung des Saugprinzips,
Fig. 2 Bewegung der Flüssigkeit durch Anwendung des Druckprinzips,
Fig. 3 Erzeugung von lnduktionsspannungsimpulsen durch Vorbeibewegen
eines Permanentmagneten an Induktionsspulen bei der Bewegung der
Flüssigkeit,
Fig. 4 Bewegung des gasförmigen Volumenanteils im Saugrohr durch Anwen
dung des Saugprinzips.
Bestimmung der Füllstandshöhe in einem Flüssigkeitsbehälter
In Fig. 1 wird das Verfahren unter Anwendung von Vakuum gezeigt: In einen
Flüssigkeitsbehälter 1 taucht ein am unteren Ende offenes Saugrohr 2 ein,
das über ein automatisch betätigtes Ventil 8 an eine Vakuumpumpe angeschlos
sen ist. Über ein anderes automatisch betätigtes Ventil 6 kann eine Verbin
dung zur Atmosphäre hergestellt werden. Bei Auslösung des Meßvorganges wird
Ventil 6 geschlossen und Ventil 8 geöffnet. Im Volumen über dem Flüssig
keitsspiegel im Saugrohr wird ein Vakuum aufgebaut, wodurch die Flüssigkeit
im Saugrohr nach oben steigt. Während des Ansteigens werden zwei Zeitmes
sungen ausgelöst, von denen die erste t 1 bei Erreichen des Grenzwertschal
ters 3 und die zweite t 2 bei Erreichen des Grenzwertschalters 4 beendet
wird. Aus den Ergebnissen der Zeitmessungen wird mittels mikroelektroni
scher Schaltungen bzw. durch Anwendung mikrorechentechnischer Gerätetech
nik der Quotient
errechnet. Dieser Quotient ist ein Maß der Höhe des Flüssigkeitsniveaus
im Flüssigkeitsbehälter. Durch die Quotientenbildung werden Fehler, die
aus Veränderungen der Förderleistung der Vakuumpumpe, Dichte- oder Vis
kositätsänderungen der Flüssigkeit resultieren, eliminiert.
In Fig. 2 wird das Verfahren unter Anwendung von Druck gezeigt: In ein
Tauchrohr 10 ist ein Steigrohr eingezogen. Am unteren Ende des Tauchrohres
ist ein Bodenventil 11 angebracht. Wird mittels eines Ventils 9 das Tauch
rohr mit Druck beaufschlagt, schließt sich das Bodenventil 11 und die
Flüssigkeit steigt im Steigrohr nach oben. Analog zum Beispiel 1 werden
die Zeiten bewertet die bis zum Erreichen der Grenzwertmarken 3 und 4
vergehen.
In Fig. 3 wird eine Variante des Verfahrens unter Anwendung von Vakuum
gezeigt: Über die gesamte Länge des Saugrohres 2 sind viele, in gleichen
Abständen dicht nebeneinanderliegende Marken in Form von lnduktionsspulen
14 angebracht. In das Saugrohr ist ein Schwimmkörper 13, der mit einem
Permanentmagneten 12 versehen ist, eingebracht.
Wird an das Saugrohr Vakuum angelegt, bewegt sich der Schwimmkörper mit
der angesaugten Flüssigkeit an den Induktionsspulen vorbei nach oben. Beim
Passieren jeder Induktionsspule wird ein elektrischer Impuls erzeugt. Die
Anzahl der mit einer geeigneten elektronischen Anordnung gezählten Impulse
entspricht dann der Strecke zwischen Flüssigkeitsniveau und einer oberen
Grenzmarke, die z.B. durch einen Näherungsschalter realisiert ist, aus
der der Behälterfüllstand ermittelt werden kann.
Ein weiteres vorteilhaftes Verfahren, bei dem keine Flüssigkeiten bewegt
werden müssen, wird in Fig. 4 gezeigt: Beim Anlegen des Vakuums an das
Saugrohr 2 schließt sich das Bodenventil 12, so daß keine Flüssigkeit
nachfließen kann. Als Maß für den Füllstand wird bewertet, wie schnell
in dem Saugrohr oberhalb des Flüssigkeitsspiegels nach Schließen von
Ventil 6 und gleichzeitigem Öffnen von Ventil 8 ein vorgegebener Druck
wert, der an dem Monometer 5 eingestellt ist, erreicht wird.
Bestimmung der Füllstandshöhe und der Dichte einer Flüssigkeit in einem
Flüssigkeitsbehälter.
Unter Wahrung des Grundprinzips kann mit einer besonders einfachen Meß
einrichtung, wie sie in Fig. 1 gezeigt wird, sowohl die Füllstandshöhe
als auch die Dichte bestimmt werden.
An das Saugrohr 2 wird mit dem Ventil 8, das durch eine Taktsteuerung be
tätigt wird, periodisch über das Drosselventil 7 Vakuum angelegt. Es baut
sich in dem Volumen über dem Flüssigkeitsspiegel ein Unterdruck auf, der
der augenblicklichen Höhe der angesaugten Flüssigkeitssäule proportional
ist. Mittels schaltungs- und rechentechnischer Mittel werden die Unter
druckwerte, die zum Zeitpunkt der Erreichung der Grenzwertmarken 3 und 4
vorliegen, mit einer schnellen Druckmeßeinrichtung 5 erfaßt und daraus
der Behälterfüllstand und die Dichte der Flüssigkeit entsprechend nachfol
gender Gleichungen berechnet: Sind p 1 und p 2 die jeweiligen Unterdrücke
bei Erreichen der Grenzkontakte 3 und 4 und ist Δ h der Abstand beider
Grenzkontakte, so kann die Dichte aus
berechnet werden.
Die absolute Höhe h 1 der angesaugten Flüssigkeitssäule vom momentanen
Behälterstand h bis zum Grenzwertschalter 3 berechnet sich zu
Ist h 10 die Höhe des Grenzwertschalters 3 über dem Behälterboden, so gilt
für den gesuchten Füllstand h des Behälters
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
1 Flüssigkeitsbehälter
2 Saugrohr
3 Grenzwertschalter (unterer)
4 Grenzwertschalter (oberer)
5 Druckmeßeinrichtung
6 Ventil
7 Drosselventil
8 Ventil
9 Ventil
10 Tauchrohr
11 Bodenventil
12 Magnet
13 Schwimmer
14 Induktionsspule
2 Saugrohr
3 Grenzwertschalter (unterer)
4 Grenzwertschalter (oberer)
5 Druckmeßeinrichtung
6 Ventil
7 Drosselventil
8 Ventil
9 Ventil
10 Tauchrohr
11 Bodenventil
12 Magnet
13 Schwimmer
14 Induktionsspule
Claims (2)
1. Verfahren zur Füllstands- und Dichtemessung in drucklosen Flüssigkeits
behältern, dadurch gekennzeichnet, daß mittels Vakuum oder Druck die
Flüssigkeit durch ein in den Flüssigkeitsbehälter (1) eintauchendes
Steigrohr (2) von dem momentanen Flüssigkeitsstand gefördert wird, die
Zeitdifferenzen während des Bewegungsablaufes oder die Druckdifferenzen
zwischen den Grenzwertschaltern (3; 4) gemessen und daraus die Füll
standshöhe und/oder die Dichte der Flüssigkeit ermittelt werden, oder
daß in dem Steigrohr über ein Drosselventil (7) ein Unterdruck erzeugt
und gleichzeitig ein Bodenventil (11) geschlossen wird, die Zeit bis
zum Erreichen eines vorgegebenen Druckwertes gemessen und daran die
Füllstandshöhe ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Ansaugen
der Flüssigkeit ein mit einem Magneten (12) versehener Schwimmer (13)
in dem Saugrohr an in definierten Abständen elektrisch isoliert ange
brachten Induktionsspulen (14) vorbeibewegt wird und die elektrischen
Impulse in einer elektrischen Schaltung zum Maß des Füllstandes im
Flüssigkeitsbehälter werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD32873389A DD300614A7 (de) | 1989-05-19 | 1989-05-19 | Verfahren und vorrichtung zur fuellstands- und dichtemessung in drucklosen fluessigkeitsbehaeltern |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4010763A1 true DE4010763A1 (de) | 1990-11-29 |
Family
ID=5609274
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904010763 Withdrawn DE4010763A1 (de) | 1989-05-19 | 1990-04-04 | Verfahren zur fuellstands- und dichtemessung in drucklosen fluessigkeitsbehaeltern |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD300614A7 (de) |
| DE (1) | DE4010763A1 (de) |
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1989
- 1989-05-19 DD DD32873389A patent/DD300614A7/de not_active IP Right Cessation
-
1990
- 1990-04-04 DE DE19904010763 patent/DE4010763A1/de not_active Withdrawn
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DD300614A7 (de) | 1992-06-25 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: CHEMIE AG BITTERFELD-WOLFEN, O-4400 BITTERFELD, DE |
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |