DE4010075C2 - Werkzeug für eine beidseitig gefaste Durchgangs-Gewindebohrung in einem dünnwandigen Werkstück - Google Patents
Werkzeug für eine beidseitig gefaste Durchgangs-Gewindebohrung in einem dünnwandigen WerkstückInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Werkzeug für eine beidseitig gefaste
Durchgangs-Gewindebohrung in einem dünnwandigen Werkstück, das
am vorderen Ende stirnseitig mit Bohrschneiden und umfangsseitig
mit Gewindefrässchneiden versehen ist, das axial dahinter an
einem Schaft eine einstückig angeordnete Wandung mit
Fasenschneiden aufweist, bei dem Spannuten auch die Fasen
schneiden-Wandung durchqueren und das zur Gewindeerzeugung
entlang einer Kreisbahn bewegt dreh-antreibbar ist.
Bei einem bekannten (DE-OS 36 27 798; Zeitschrift "Werkstatt und
Betrieb" 120 (1987) 10 Seite 467 Bild 4) Werkzeug dieser Art ist mit
Abstand hinter dem Bohr/Fräskopf eine schräg radial nach außen
vorspringende Stufe gebildet, an der die Fasenschneide vorgese
hen ist. Am Ende einer axialen Vorschubbewegung für einen Bohr
vorgang wird an dem einen Ende der Durchgangsbohrung eine Ein
laufform durch Ansenken erzeugt. Sollte das andere Ende der
Durchgangsbohrung mit demselben Werkzeug gefast werden, so muß
das Werkstück um 180° gewendet werden, um der Fasenschneide das
andere Ende der Durchgangsbohrung zuzuwenden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Werkzeug der eingangs
genannten Art zu schaffen, mit dem beide Fasen der Durchgangs-
Gewindebohrung ohne Wenden des Werkstücks auch im Falle einer
durch Kreisbahnantrieb des Werkzeugs mittels der Gewindefräs
schneiden aufgeweiteten Durchgangs-Gewindebohrung erzeugbar
sind. Das erfindungsgemäße Werkzeug ist, diese Aufgabe lösend,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Fasenschneiden zum
Schaft hin eine umlaufende halsartige Einschnürung gebildet ist,
die von zwei radial weisenden, Abstand voneinander aufweisenden,
die Fasenschneiden bildenden Wandungen begrenzt ist, wobei der
Abstand der Fasenschneiden-Wandungen voneinander in etwa gleich
der oder größer als die Werkstückdicke bei der Durchgangs-Gewin
debohrung ist und die einander zugewendeten Fasenschneiden für
die beiden Enden der Durchgangs-Gewindebohrung vorgesehen sind,
und daß auch für die Fasenerzeugung die Bewegung auf einer
Kreisbahn vorgesehen ist.
Es wird mittels des zum Bohren tauglichen Bohr/Fräskopfes unter
axialem Vorschub des Werkzeugs in dem dünnwandigen Werkstück in
herkömmlicher Weise die Durchgangsbohrung erzeugt. Sodann wird
die umlaufende Einschnürung in die Durchgangsbohrung geschoben.
Wenn das rotierende Werkzeug nun eine Kreisbewegung durchführt,
wird zumindest eine Fase erzeugt. Die bei der Fasenerzeugung an
fallenden Späne gehen durch die Spannuten ab. Ist der Abstand
der beiden Schneidwandungen bzw. der beiden Fasenschneiden von
einander gleich der Werkstückdicke, so werden beide Fasen
gleichzeitig erzeugt. Ist die Dicke des Werkstückes kleiner als
der Abstand der beiden Fasenschneiden voneinander, so braucht
nach der Erzeugung der einen Fase nur das Werkzeug axial etwas
verschoben zu werden, um dann mittels einer weiteren Kreisbewe
gung die zweite Fase zu erzeugen. Es wird mittels des rotieren
den und kreisenden Werkzeugs auch auf der dem Schaft abgewende
ten Seite der Durchgangsbohrung die Fase erzeugt.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn im Grund der
Einschnürung zum Bearbeiten der Wandung der Durchgangsbohrung
eine axial verlaufende Frässchneide gebildet ist. Es ist zum Be
arbeiten der Wandung der Durchgangsbohrung mittels der axialen
Frässchneide Kreisbahnantrieb vorgesehen. Es läßt sich nun nach
der Bohrungserzeugung mittels des Bohr-/Fräskopfes durch kreis
förmiges bzw. zirkulares Fräsen die Durchgangsbohrung auf ein
bestimmtes genaues Kernmaß erweitern. Dabei wird gleichzeitig
zumindest eine Fase erzeugt und werden gleichzeitig beide Fasen
erzeugt, wenn die Dicke des Werkstücks gleich dem Abstand der
beiden Fasenschneiden voneinander ist. Die Spannuten erstrecken
sich hier auch auf den Grund der Einschnürung.
In der Regel sind die Fasenschneiden und die axialen Frässchnei
den mittels der Spannuten gebildet. Die Ausführungsform, bei der
beide Fasen gleichzeitig erzeugt werden, ist bevorzugt. Die Ein
schnürung läßt sich unmittelbar anschließend an den
Bohr-/Fräskopf anordnen. In der Regel ist das Werkzeug zusätzlich
mit einem Gewindefrästeil zur Erzeugung eines Innengewindes der
Durchgangsbohrung versehen.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn sich die Ein
schnürung axial hinter den Gewindefrässchneiden anschließt. Es
schließt sich dann die Einschnürung axial hinter dem Gewinde
frästeil an. Wenn bei einem hohen Umschließungswinkel Kerndurch
messer gefräst wird und beidseitig gefast wird, so greifen am
Werkzeug hohe Biegekräfte an. Diese werden besser aufgenommen,
wenn die Einschnürung sich näher beim Schaft befindet.
Die Fasenschneiden verlaufen z. B. zunächst rechtwinkelig zur
Mittelachse und radial außen in axialer Richtung, wobei sie eine
bohrungsartige Ansenkung erzeugen. In der Regel verlaufen die
Fasenschneiden jedoch schräg zur Mittelachse. Dabei ist es be
sonders zweckmäßig und vorteilhaft, wenn die Fasenschneiden
schräg zur Mittelachse verlaufen und wenn die Fasenschneiden-
Wandungen kegelstumpfmantelartig ausgebildet sind. Dabei ist der
axiale Abstand der jeweils größten Radien der schrägen Fasen
schneiden größer als die Werkstückdicke bei der Durchgangsboh
rung. Es lassen sich zwei kegelstumpfmantelartige beidseitige
Ansenkungen der Durchgangsbohrung vereinfacht erzeugen.
In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfin
dung dargestellt und zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Werkzeugs für eine beidseitig
gefaste Durchgangsbohrung,
Fig. 2 eine Ansicht der Stirnseite des Werkzeugs gemäß Fig. 1
und
Fig. 3 einen Schnitt gemäß Linie III-III in Fig. 1.
Bei dem Werkzeug gemäß Zeichnung sitzt an einem Schaft 1 ein
Spanteil 2, das vorne einen Bohr-/Fräskopf 3 bildet, der radiale
Stirnschneiden 4 und axiale Mantelschneiden 5 bildet. Gemäß Fig.
2 ist der Fräsbohrer mit einem Zahn über Mitte ausgelegt. An den
Bohr-/Fräskopf 3 schließt sich ein Gewinde
frästeil 6 an, dessen Gewindegänge durch Spannuten 7 in Zähne
8 untergliedert sind. Zum Schaft 1 hin schließt sich eine um
laufende, halsartige Einschnürung 9 an, die eine Art Umfangs-Nut ist
und deren Grund näher bei der Mittelachse 18 liegt als der
Grund der Gewindegänge. Die Einschnürung bzw. Einsenkung 9
ist begrenzt von zwei schräg zur Mittelachse verlaufenden
Schneidwandungen 10, 11. Am Grund der Einschnürung 9 sind axial
verlaufende Frässchneiden 14 vorgesehen und an den beiden
Schneidwandungen 10, 11 sind mit einer radialen Komponente
schräg nach außen weisende Fasenschneiden 12, 13 vorgesehen.
In ein blechartig dünnes Werkstück 18 wird zunächst mittels
des Bohr-/Fräskopfes 3 unter axialem Vorschub des um seine Mittel
achse 20 rotierenden Fräsbohrers eine Durchgangsbohrung 15
gebohrt, deren Durchmesser durch den Durchmesser des Bohr-/Fräs
kopfes 3 bestimmt ist. Sodann wird der Fräsbohrer mit der Ein
schnürung 9 in die Durchgangsbohrung 15 gefahren und gemäß
einem Pfeil 19 auf einer Kreisbahn um die Mittelachse der Durch
gangsbohrung 15 bewegt. Dabei wird der Durchmesser der Durch
gangsbohrung 15 mittels der axialen Frässchneiden 14 etwas
vergrößert und werden mittels der schräg radialen Fasenschnei
den 12, 13 gleichzeitig zwei endseitige kegelstumpfmantelar
tige Fasen 16, 17 der Durchgangsbohrung 15 erzeugt. Anschlie
ßend wird das Gewindeschneidteil 6 in die Durchgangsbohrung
15 gefahren, um ein Innengewinde zu erzeugen.
Claims (4)
1. Werkzeug für eine beidseitig gefaste Durchgangs-Gewinde
bohrung in einem dünnwandigen Werkstück,
das am vorderen Ende stirnseitig mit Bohrschneiden und um fangsseitig mit Gewindefrässchneiden versehen ist, das axial dahinter an einem Schaft eine einstückig ange ordnete Wandung mit Fasenschneiden aufweist,
bei dem Spannuten auch die Fasenschneiden-Wandung durch queren und
das zur Gewindeerzeugung entlang einer Kreisbahn bewegt dreh-antreibbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Fasenschneiden (12, 13) zum Schaft (1) hin eine umlaufende halsartige Ein schnürung (9) gebildet ist, die von zwei radial weisenden, Abstand voneinander aufweisenden, die Fasenschneiden (12, 13) bildenden Wandungen (10, 11) begrenzt ist,
wobei der Abstand der Fasenschneiden-Wandungen (10, 11) voneinander in etwa gleich der oder größer als die Werk stückdicke bei der Durchgangs-Gewindebohrung (15) ist und die einander zugewendeten Fasenschneiden (12, 13) für die beiden Enden der Durchgangs-Gewindebohrung (15) vorgesehen sind, und
das auch für die Fasenerzeugung die Bewegung auf einer Kreisbahn vorgesehen ist.
das am vorderen Ende stirnseitig mit Bohrschneiden und um fangsseitig mit Gewindefrässchneiden versehen ist, das axial dahinter an einem Schaft eine einstückig ange ordnete Wandung mit Fasenschneiden aufweist,
bei dem Spannuten auch die Fasenschneiden-Wandung durch queren und
das zur Gewindeerzeugung entlang einer Kreisbahn bewegt dreh-antreibbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Fasenschneiden (12, 13) zum Schaft (1) hin eine umlaufende halsartige Ein schnürung (9) gebildet ist, die von zwei radial weisenden, Abstand voneinander aufweisenden, die Fasenschneiden (12, 13) bildenden Wandungen (10, 11) begrenzt ist,
wobei der Abstand der Fasenschneiden-Wandungen (10, 11) voneinander in etwa gleich der oder größer als die Werk stückdicke bei der Durchgangs-Gewindebohrung (15) ist und die einander zugewendeten Fasenschneiden (12, 13) für die beiden Enden der Durchgangs-Gewindebohrung (15) vorgesehen sind, und
das auch für die Fasenerzeugung die Bewegung auf einer Kreisbahn vorgesehen ist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im
Grund der Einschnürung (9) zum Bearbeiten der Wandung der Durchgangsbohrung (15) eine axial verlaufende Fräs
schneide (14) gebildet ist.
3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Einschnürung (9) axial hinter den Gewindefräs
schneiden (6) anschließt.
4. Werkzeug nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei die Fasenschnei
den schräg zur Mittelachse verlaufen, dadurch gekennzeich
net, daß die Fasenschneiden-Wandungen (10, 11) kegelstumpf
mantelartig ausgebildet sind.
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| DE19904010075 DE4010075C2 (de) | 1990-03-29 | 1990-03-29 | Werkzeug für eine beidseitig gefaste Durchgangs-Gewindebohrung in einem dünnwandigen Werkstück |
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