DE4009742C2 - Anordnung zum Abstreifen des Kühlwassers von langgestrecktem Walzgut - Google Patents
Anordnung zum Abstreifen des Kühlwassers von langgestrecktem WalzgutInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Abstrei
fen des Kühlwassers von langgestrecktem Walzgut, die
in Feinstahl- und Drahtwalzanlagen zur Anwendung
kommt.
In Walzwerken für Feinstahl und Draht werden un
mittelbar nach dem letzten Walzgerüst verstärkt Wasser
kühlstrecken eingesetzt. Sie bestehen üblicherweise
aus mehreren hintereinander angeordneten Kühlroh
ren, durch die das Walzgut läuft. Den Kühlrohren wird
Kühlwasser unter Druck zugeführt, welches in den
Kühlrohren in Walzrichtung oder auch umgekehrt flie
ßen kann. Es bewirkt eine schnelle Reduzierung der
Walzguttemperatur, wobei bestimmte Gefügeausbil
dungen und Materialeigenschaften erreicht werden. Zur
Erzielung einer gleichmäßigen und kontrollierten Ab
kühlung ist es erforderlich, das Kühlwasser, zumindest
nach dem letzten aktiven Kühlrohr, auf kürzester Strecke
vom Walzgut zu entfernen, ohne dabei eine unzuläs
sig hohe Bremskraft auf das Walzgut auszuüben.
Zum Entfernen des aus dem Kühlrohr austretenden
Kühlwasserstrahles vom Walzgut werden verschiedene
Methoden angewandt. Nach SU-UR 2 05 860 wird der
Kühlwasserstrahl nach Austritt aus dem Kühlrohr durch
einen unter 60-90° zur Kühlrohrachse wirkenden
Wasser-Querstrahl abgelenkt.
Nach DE-OS 17 77 343 erfolgt die Ablenkung durch
zwei um 180° versetzte Wasser-Querstrahle.
Nach SU-UR 2 05 860 besitzt das Kühlrohr am Ende
ein gebogenes Endstück. Durch dieses soll der Kühlwas
serstrom abgelenkt werden. Das Walzgut tritt durch
eine Öffnung im gebogenen Endstück geradeaus hin
durch.
Nach DE-AS 23 15 482 wird ein Teil des Kühlrohr
kühlwassers abgezweigt, seitlich umgelenkt und schräg
von unten auf das Walzgut zum Abweisen des Kühl
rohrwasserstrahles gespritzt. Nach DD-WP 92 216 ist
bekannt, daß das Abstreifen erreicht wird, indem das
Kühlrohr aus einem Gleich- und Gegenstromteil be
steht.
Im DD-WP 2 53 581 wird eine Anordnung zum Ab
streifen des Kühlwassers vom Walzgut beschrieben, die
aus einer Kombination einer luft- und wasserbetriebe
nen Wasserabstreifdüse, einer wasserbetriebenen Saug
abstreifdüse und Abstreifrinnen besteht. Schließlich ist
die bereits aus dem Jahr 1928 stammende US-Anmel
dung 18 44 135 bekannt, die sich auf die Behandlung von
Metalldrähten mittels hintereinander angeordneten,
stundenglasförmige Öffnungen aufweisenden Ringele
menten bezieht. Jegliche Angaben zu den Anordnungs
bedingungen und zur Form der Erweiterungen der
Ringelemente fehlen aber.
Die Nachteile der beschriebenen Methoden bestehen
in ihrer Summe aus einer unzureichenden Abstreifwir
kung, aus einem zusätzlichen Wasser- und Luftver
brauch, verbunden mit zusätzlichen Leitungen und Ven
tilen bzw. aus einer großen Baulänge.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, den einmaligen Auf
wand für die Einrichtung von Wasserkühlstrecken in
Feinstahl- und Drahtwalzanlagen und die kontinuierli
chen Aufwendungen für den Betrieb derartiger Anla
gen, insbesondere den Verbrauch an Elektroenergie, zu
senken.
Gleichzeitig ist es die Aufgabe der Erfindung, eine
Anordnung zum Abstreifen des Kühlwassers von lang
gestrecktem Walzgut zu schaffen, die ohne zusätzliche
Betriebsmedien, wie Druckluft oder Druckwasser, aus
kommt und eine kurze Baulänge aufweist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Anord
nung zum Abstreifen des Kühlwassers von langge
strecktem Walzgut gelöst, wobei das Kühlwasser im
Gleichstrom mit dem Walzgut in Kühlrohren geführt
wird, die sich dadurch auszeichnet, daß hinter dem letz
ten Kühlrohr der Wasserkühlstrecke, das mit einem
Kühlrohraustrittsdiffusor ausgebildet ist im Abstand a
beginnend, hintereinander zwei bis sechs Abstreifbuch
sen mit jeweiligen Zwischenabständen b, c, d, e und f
angeordnet sind. Der Abstand a ist mindestens so groß
wie der kleinste Durchmesser d₁ des Kühlrohraustritts
diffusors. Die Zwischenabstände b, c, d, e bzw. f sind
jeweils mindestens 1,25mal so groß wie der Durchmes
ser d₂, d₃, d₄, d₅ bzw. d₆ des Führungszylinders der je
weils davor angeordneten Abstreifbuchse.
Die Halterungen der Abstreifbuchsen sind als Blen
den ausgebildet und stehen jeweils quer zur Walzrich
tung. Die Abstreifbuchsen besitzen jeweils einen Ein
laufkonus. Der Durchmesser d₂ des Führungszylinders
der ersten Abstreifbuchse ist höchstens so groß wie der
kleinste Durchmesser d₁ des Kühlrohraustrittsdiffusors.
Die Durchmesser d₃ bis d₇ der Führungszylinder der
nachfolgenden Abstreifbuchsen sind höchstens so groß
wie die kleinste lichte Weite des Kühlrohres. Die Schrä
gungswinkel β₁ bis β₆ der Auslaufkonen der Abstreif
buchsen sind größer als der Schrägungswinkel α des
Kühlrohraustrittsdiffusors.
Es gehört ebenfalls zur Erfindung, daß der Raum zwi
schen dem Kühlrohr und der Halterung der nachfolgen
den Abstreifbuchse sowie die Räume zwischen den Ab
streifbuchsen und den jeweils dahinter angeordneten
Halterungen in einem Bereich von mindestens 50% ih
res Umfanges radial offen sind.
Anhand der Figur soll die Erfindung näher erläutert
werden. In einem ausgeführten Beispiel für die Anwen
dung der Erfindung durchströmt das unter Druck zuge
führte Kühlwasser das Kühlrohr 1 in gleicher Richtung
mit dem Walzgut und tritt als kräftiger Strahl aus dem
Kühlrohr 1 aus. Um den Strahl beim Austritt aus dem
Kühlrohr 1 aufzuweiten, besitzt dieses am Ende einen
Kühlrohraustrittsdiffusor 2. Die trichterförmige Erwei
terung des Kühlrohraustrittsdiffusors 2 bildet mit der
Kühlrohrlängsachse den Winkel α. Der Winkel α ist nach
dem Diffusorkriterium ausgewählt. Der so aufgeweitete
Kühlwasserstrahl trifft im Abstand a, der mindestens so
groß ist wie der kleinste Durchmesser d₁ des Kühlrohr
austrittsdiffusors 2, auf die die erste Abstreifbuchse 3
tragende Halterung 9. Ein Teil des aufgeweiteten Kühl
wasserstrahles wird an der Halterung 9 abgefangen und
abgeleitet. Der nicht abgefangene Kühlwasserstrahl
kommt gemeinsam mit dem Walzgut in die erste Ab
streifbuchse 3. Die Abstreifbuchse 3 hat am Anfang ei
nen Einlaufkonus 15. Danach folgt ein Führungszylinder
16 mit dem Durchmesser d₂. Der Durchmesser d₂ ist
höchstens so groß wie der kleinste Durchmesser d₁ des
Kühlrohraustrittsdiffusors 2. An den Führungszylinder
16 schließt sich ein Auslaufkonus 17 mit einem Schrä
gungswinkel β₁ an. Der Schrägungswinkel β₁ ist hierbei
größer als der Winkel α des Kühlrohraustrittsdiffusors
2. Er bewirkt wiederum ein Aufweiten des durch die
erste Abstreifbuchse 3 noch durchfließenden Wasser
stromes unter gleichzeitigem Ablösen des Wassers vom
Walzgut. Dieser Kühlwasserstrom trifft im Abstand b
auf die Halterung 10 der zweiten Abstreifbuchse 4. Da
bei wird wiederum ein Teil des aufgeweiteten Kühlwas
serstromes abgefangen und fließt ab. Das restliche Was
ser fließt durch die zweite Abstreifbuchse 4. In ihr, wie
auch in den weiteren Abstreifbuchsen 5, 6, 7 und 8,
wiederholt sich der Vorgang wie für die erste Abstreif
buchse 3 beschrieben. Der Durchmesser d₃, d₄, d₅, d₆
bzw. d₇ des Führungszylinders 16 der zweiten bis sechs
ten Abstreifbuchse 4, 5, 6, 7, 8 ist höchstens so groß wie
die kleinste lichte Weite des Kühlrohres 1. Die Schrä
gungswinkel β₂ bis β₆ der Auslaufkonen der Abstreif
buchsen 4, 5, 6, 7, 8 sind ebenfalls größer als der Winkel
α des Kühlrohraustrittsdiffusors 2.
Die Abstände b, c, d, e und f zwischen den Abstreif
buchsen 3, 4, 5, 6, 7 und 8 sind mindestens 1,25 mal so
groß wie die Durchmesser d₃, d₄, d₅, d₆ und d₇ der Füh
rungszylinder der jeweilig davorliegenden Abstreif
buchse. Damit das zwischen den Abstreifbuchsen 3 bis 8
abgestreifte Wasser ungehindert abfließen kann, ist der
die Halterungen 9 bis 14 umgebende Raum in einem
Bereich von mindestens 50% seines Umfanges radial
offen.
Bezugszeichenliste
1 - Kühlrohr
2 - Kühlrohraustrittsdiffusor
3 - Abstreifbuchse
4 - Abstreifbuchse
5 - Abstreifbuchse
6 - Abstreifbuchse
7 - Abstreifbuchse
8 - Abstreifbuchse
9 - Halterung
10 - Halterung
11 - Halterung
12 - Halterung
13 - Halterung
14 - Halterung
15 - Einlaufkonus
16 - Führungszylinder
17 - Auslaufkonus
2 - Kühlrohraustrittsdiffusor
3 - Abstreifbuchse
4 - Abstreifbuchse
5 - Abstreifbuchse
6 - Abstreifbuchse
7 - Abstreifbuchse
8 - Abstreifbuchse
9 - Halterung
10 - Halterung
11 - Halterung
12 - Halterung
13 - Halterung
14 - Halterung
15 - Einlaufkonus
16 - Führungszylinder
17 - Auslaufkonus
Claims (2)
1. Anordnung zum Abstreifen des Kühlwassers von
langgestrecktem Walzgut, wobei das Kühlwasser
im Gleichstrom mit dem Walzgut in Kühlrohren
geführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß hinter
dem letzten Kühlrohr (1) der Wasserkühlstrecke,
das mit einem Kühlrohraustrittsdiffusor (2) ausge
bildet ist, im Abstand a, der mindestens so groß ist
wie der kleinste Durchmesser d₁ des Kühlrohraus
trittsdiffusors (2), beginnend, hintereinander zwei
bis sechs Abstreifbuchsen (3, 4, 5, 6, 7 und 8) mit
jeweils gegenseitigen Zwischenabständen b, c, d, e
und f, die jeweils mindestens 1,25mal so groß sind
wie der Durchmesser d₂, d₃, d₄, d₅ bzw. d₆ des Füh
rungszylinders (16) der jeweils davor angeordneten
Abstreifbuchse (3, 4, 5, 6 bzw. 7), in Halterungen (9,
10, 11, 12, 13 und 14), die als Blenden ausgebildet
und quer zur Walzrichtung stehen, angeordnet sind,
die jeweils einen Einlaufkonus (15) besitzen, wobei
der Durchmesser d des Führungszylinders (16) der
ersten Abstreifbuchse (3) höchstens so groß ist wie
der kleinste Durchmesser d₁ des Kühlrohraustritts
diffusors (2) und die Durchmesser d₃ bis d₇ der
Führungszylinder (16) der nachfolgenden Abstreif
buchsen (4, 5, 6, 7 und 8) höchstens so groß sind wie
die kleinste lichte Weite des Kühlrohres (1) und daß
die Schrägungswinkel β₁ bis β₆ der Auslaufkonen
(17) der Abstreifbuchsen (3, 4, 5, 6, 7 und 8) größer
sind als der Schrägungswinkel α des Kühlrohraus
trittsdiffusors (2).
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Raum zwischen dem Kühlrohr (1)
und der Halterung (9) der nachfolgenden Abstreif
buchsen (3) sowie die Räume zwischen den Ab
streifbuchsen (3, 4, 5, 6 und 7) und den jeweils da
hinterliegenden Halterungen (10, 11, 12, 13 und 14)
in einem Bereich von mindestens 50% ihres Um
fanges radial offen sind.
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