DE4008226A1 - Laserdioden-gepumpter festkoerper-ringlaser - Google Patents
Laserdioden-gepumpter festkoerper-ringlaserInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen von Laserdioden gepumpten Festkör
perlaser mit longitudinalem Einmodenbetrieb gemäß dem Gattungsbegriff
des Anspruchs 1.
Durch die Druckschrift "T.J. Kane, R.L. Byer - Opt. Lett. 10, 2 (1985)
65" ist ein solcher Festkörperlaser bekanntgeworden. Solche laserdioden
gepumpte Festkörperlaser bieten neben hoher Effizienz - die das 10-fache
gegenüber herkömmlichen Technologien erbringt - Kompaktheit und War
tungsfreiheit, zudem noch die Möglichkeit, einen longitudinalen Einmo
denbetrieb (single frequency) mit hoher Stabilität zu erzeugen. Solche
Laser werden insbesondere in der Laserkommunikation - sei es über Glas
faser oder im Weltraum zwischen den Satelliten - sowie für alle Arten
von Meßzwecken, wie beispielsweise für Abstand, Geschwindigkeit, LIDAR
und Holographie, benötigt.
Das Problem dieser "Single-Frequency-Laser" liegt jedoch in den Inhomo
genitäten im Laser-Verstärkungsprofil (spatial hole burning) durch die
Ausbildung von sogenannten "Knoten und Bäuchen" bei einer stehenden Wel
le. Um dies zu vermeiden wird beim allgemeinen Stand der Technik - wie
in der Fig. 1a skizziert - im Resonator eine umlaufende Welle mit unidi
rektionaler Ausbreitungsrichtung erzeugt. Diese Wellenausbreitung wird
im wesentlichen durch die Kombination eines Polarisators, eines
λ/2-Plättchens und eines Faraday-Rotators erreicht. Die Anregung bei
spielsweise eines Festkörpermaterials kann optisch erfolgen, insbesonde
re können Laserdioden Verwendung finden, welche eine gute Überlappung
von Emissions- und Absorptionsspektren ermöglichen, wie in Fig. 2 veran
schaulicht ist. Außerdem weisen sie eine gute räumliche Modenüberlappung
der Art auf, daß das Pumplicht longitudinal in die Resonatormode fokus
siert werden kann, wie die Fig. 3 veranschaulicht. In der eingangs ge
nannten Druckschrift ist solch ein System beschrieben, indem der Ringre
sonator monolithisch und nicht-planar ausgeführt worden ist, wodurch ei
ne zusätzliche mechanische Stabilität des Aufbaus als gewährleistet an
gesehen wird, die beim Betrieb von solchen Lasern erforderlich ist. In
diesem hier vorliegenden Falle bedeutet die Aussage "monolithisch", daß
der Laserresonator allein durch eine geeignete Formung und Beschichtung
des laseraktiven Mediums gebildet wird. Durch die nichtplanare Ausbrei
tung der Resonatormoden infolge entsprechender interner Reflexionen wird
zudem eine Polarisation des Laserlichtes erreicht. Die materialspezifi
sche Verdet-Konstante des ND:YAG-Kristalls ist als ausreichend zu be
zeichnen, um durch ein transversal angelegtes magnetisches Feld eine Ro
tation der Polarisation zu erzeugen. Der Kristall wirkt so selbst als
Faraday-Rotator. Dieser so ausgestaltete Kristall (Fig. 1b) wird von der
Frontseite her mit einer Laserdiode longitudinal optisch gepumpt. Wei
tergehende für Ein-Moden-Betrieb geeignete Pumpmöglichkeiten bestehen
aber in dieser Konzeption nicht.
Laser der vorbeschriebenen Art können derzeit jedoch nur mit einer Aus
gangsleistung von wenigen 100 mW betrieben werden. Der Grund für diese
Beschränkung ist einerseits die begrenzte Leistungsdichte der verfügba
ren Halbleiterdioden, welche das Medium optisch pumpen, wobei nur eine
einzige Pumpdiode longitudinal angekoppelt werden kann, anderseits ist
die zum Einfrequenzbetrieb erforderliche Polarisations-Rotation bei ho
hen Laserleistungen nicht mehr ausreichend, um eine unidirektionale Mo
denausbreitung zu erreichen.
Die bei der vorgegebenen lasermaterialspezifischen Verdet-Konstante not
wendigen magnetischen Felder müßten unpraktikabel groß gemacht werden,
um eine hinreichende Rotation und damit Resonatorverluste für die uner
wünschte Ausbreitungsrichtung zu erzeugen.
Diskrete Aufbauten herkömmlicher Technologie gemäß dem Ausführungsbei
spiel nach Fig. 1 sind mechanisch instabil und nur sehr aufwendig zu
realisieren. Hinzu kommt noch, daß alle Teile eines solchen Aufbaus sehr
genau justiert werden müssen, was sich natürlich sehr nachteilig auf die
Wirtschaftlichkeit solcher Einrichtungen - besonders bei der Fertigung
großer Stückzahlen - auswirkt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen laserdio
dengepumpten Festkörperlaser der eingangs genannten Art zu schaffen, der
die vorbeschriebenen Machteile nicht mehr aufweist und einen Festkör
per-Ringlaser ergibt, der sowohl mit mehreren Halbleiter-Laserdioden op
tisch longitudinal angeregt werden kann, als auch durch die geschaffene
Möglichkeit einer Anbringung weiterer fest verbundener optischer Elemen
te eine unidirektionale Modenausbreitung im Resonator ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 aufgezeigten Maßnahmen ge
löst. In den Unteransprüchen sind Ausgestaltungen und Weiterbildungen
angegeben. In der nachfolgenden Beschreibung sind Ausführungsbeispiele
erläutert. Diese Erläuterungen werden durch die Figuren der Zeichnung
ergänzt. Es zeigen
Fig. 1a eine Ringlaser-Konzeption gemäß dem Stand der Technik in sche
matischer Darstellung der diskreten Aufbauweise;
Fig. 1b eine perspektivische Ansicht und eine schematische Draufsicht
mit entsprechender Seitenansicht eines zum Stand der Technik
zählenden Ringresonators, der monolithisch nichtplanar ausge
führt ist;
Fig. 2 ein Diagramm der spektralen Überlappung von Pumplaserdioden-
Emission und Lasermaterial-Absorption;
Fig. 3 ein Schemabild bezüglich der Modenüberlappung der Pumplicht
strahlung und der Laser-Resonatormode bei longitudinalem opti
schen Pumpen;
Fig. 4 eine Draufsicht auf die geschliffenen, zusammenzufügenden Kri
stallkomponenten zur Bildung des planaren quasi-monolithischen
Ringlasers;
Fig. 5 eine Draufsicht des zusammengesetzten planaren quasi-monolithi
schen Ringlasers mit seinem Strahlengang.
Wie die Fig. 4 veranschaulicht, werden drei ND:YAG-Kristalle 10a, 10b,
10c in der dargestellten Flächenform geschliffen. Insbesondere die zur
Anlage kommenden Flächen 12 werden so poliert, daß beim Zusammenfügen
der Kristallteile 10a, 10b und 10c diese allein durch Adhäsion aneinan
der haften und miteinander untrennbar verbunden sind. Im Falle eines so
genannten "optischen Kontaktes" entstehen keine optischen Grenzflächen,
da zwischen den jeweils beiden Kristallschichten keine Luft eingeschlos
sen ist. Damit aber entfällt die sonst erforderliche Entspiegelung die
ser Flächen. Es entsteht weder ein Strahlversatz noch ergeben sich Re
flexionsverluste.
Die beiden Flächen 14 der Kristalle 10a und 10c, welche den Luftspalt
10d zum Einbringen der Intra-Cavity-Elemente begrenzen, sind dagegen zu
entspiegeln. Zum einen ist die Kristallgeometrie nun so gewählt, daß
dies problemlos durchgeführt werden kann und zum anderen ist der zusam
mengesetzte Kristall als Resonator 10 so geformt, daß die Resonatormode
22 senkrecht zur Kristallfläche 14 in das Medium (Luft) eintreten kann,
womit ein Strahlversatz ebenfalls vermieden wird.
Mach der optischen Kontaktierung der Kristalle 10a, 10b, 10c ist die Re
sonatormode 22 allein durch die kristallinternen Reflexionen festgelegt.
Der sich durch die vorgeschlagene Kristallform ergebende Winkel δ be
trägt 90° und führt neben der Strahlreflexion auch zu einer Polarisation
des Strahles, welche für eine unidirektionale Modenausbreitung in Ver
bindung mit einem Faraday-Rotator 17 (mit seinem Magnet 18 für die Fara
day-Rotation) erforderlich ist. Sollte nun die auftretende Polarisa
tionsselektion nicht ausreichend sein, so kann in den Luftspalt 10d pro
blemlos ein weiteres Polarisationselement in den Freiraum bei 20 einge
fügt werden. Hieraus ergeben sich die Winkel β und γ. Die Resonator
mode 22 bildet somit ein rechtwinkliges Dreieck, womit der Winkel Φ
ebenfalls bestimmt ist.
Hieraus folgt, daß die Resonatormode 22 den Winkel ξ bezüglich der
Kristallfläche einschließt. Verspiegelt man eine der Flächen - hier in
Fig. 5 ist es die mit einem bestimmten Radius 15 versehene Fläche 13c -
als Resonator-Auskoppelspiegel, so kann in den Richtungen B, C, D Pump
lichtstrahlung longitudinal unter einem Winkel ψ in den Resonator 10
fokussiert werden, wobei die einzelnen Strahlenbündel über Fokussierop
tiken 23 von Pumplaserdioden 24 kommen. Da eine solche Strahlung in ho
hem Maße polarisiert ist, wird bei geeigneter Lage der Polarisations
richtung gemäß der Fresnel′schen Formeln nahezu 95% der Laserdioden
strahlung in den Kristall bzw. den Resonator 10 fokussiert werden. Dies
setzt aber voraus, daß die Kristalloberflächen zusätzlich antireflektie
end beschichtet sind.
Als Ausführungsbeispiel für die Beschichtungen der in Fig. 4 gezeigten
Flächen, seien folgende Werte angegeben:
die Beschichtung für die Fläche 13a soll bei 1064 nm hochreflektie rend und bei 810 nm antireflektierend sein,
die Beschichtung der Flächen 14 soll bei 1064 nm antireflektierend sein und
die Beschichtung der Fläche 13c soll bei 1064 nm eine Reflektivität von 98% haben und bei 810 nm antireflektierend sein.
die Beschichtung für die Fläche 13a soll bei 1064 nm hochreflektie rend und bei 810 nm antireflektierend sein,
die Beschichtung der Flächen 14 soll bei 1064 nm antireflektierend sein und
die Beschichtung der Fläche 13c soll bei 1064 nm eine Reflektivität von 98% haben und bei 810 nm antireflektierend sein.
In den Luftspalt 10d kann ein λ/2-Plättchen 16 und ein Faraday-Rotator
18 - ggf. auch ein zusätzlicher Polarisator - eingesetzt werden, wobei
der Rotator 18 mit einem Material 17 hoher Verdet-Konstante, welche ver
gleichsweise nur eine geringe Magnetfeldstärke bei hoher Laserleistung
erfordert, versehen ist. Die Justage dieser externen, entspiegelten Ele
mente ist im wesentlichen unkritisch. Zusätzlich können zu den vorge
nannten Elementen - die wie bereits erwähnt auch als Intra-Cavity-Ele
mente bezeichnet werden - weitere solcher Elemente 20 in den Freiraum
des Luftspaltes 10d eingesetzt und optisch kontaktiert werden. Solche
Elemente können beispielsweise schnelle Modulatoren, Güteschalter oder
Frequenzverdopplungskristalle zur Erzeugung anderer Wellenlängen sein.
Dies ist bei den bisher bekannten monolithisch aufgebauten Lasern nicht
möglich.
Diese Resonatorgeometrie ist somit gut geeignet, hohe Laserleistung
durch Verwendung mehrerer Pump-Dioden zu erzeugen.
Claims (6)
1. Laserdioden-gepumpter Festkörperlaser mit longitudinalem Ein-Mo
den-Betrieb und unidirektionaler Wellenausbreitung, dessen Festkörperma
terial optisch angeregt wird und das Pumplicht longitudinal in die Reso
natormode fokussiert wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Resonator
(10) des Festkörper-Ringlasers (100) aus drei Laser-Kristallen, bei
spielsweise Nd:YAG-Kristallen (10a, 10b, 10c) gebildet wird, deren Kri
stallflächen geschliffen und deren zur Anlage kommenden Flächen hochpo
liert sind, so daß eine adhäsive Kontaktierung bei der Zusammenfügung ge
währleistet ist, wobei diese Zusammenfügung so erfolgt, daß ein Luftspalt
(10d) zum Einbringen von Intra-Cavity-Elementen - wie Polarisator, Fara
day-Rotator-Material, Magnet für Faraday-Rotation, Modenblende etc. - (16
bis 20) entsteht, dessen beide Endflächen (14) entspiegelt werden und die
sich aus der Zusammenfügung ergebende Kristallgeometrie gewährleistet,
daß die Resonatormode (22) senkrecht zur Kristallfläche (14) in das ande
re Medium (Luft) eintritt.
2. Festkörperlaser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Laser-Kristalle (10a, 10b, 10c) nach Schliff und Kontaktierung die Aus
bildung einer Resonatormode (22) gewährleisten.
3. Festkörperlaser nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß eine (13c) der Kristallflächen mit einem Radius (15) versehen ist und
als Resonator-Auskoppelspiegel ausgebildet ist.
4. Festkörperlaser nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeich
net, daß die Flächen (13a) des ND:YAG-Kristalls (10a) mit einer bei 1064
nm hochreflektierenden und einer bei 810 nm antireflektierenden Beschich
tung versehen sind, während die Flächen (14) der Kristalle (10a und 10c)
bei 1064 nm antireflektierend und die mit einem Radius (15) versehene
Fläche (13c) des Nd:YAG-Kristalls (10c) bei 1064 nm teilreflektierend und
bei 810 nm antireflektierend beschichtet sind.
5. Festkörperlaser nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeich
net, daß an den Flächen (13a und 13c) über Fokussieroptiken (23) mehrere
Pumplicht-Laserdioden Pumplichtstrahlung longitudinal unter einem Winkel
ψ in das Resonator-Modenvolumen (22) einkoppeln.
6. Festkörperlaser nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeich
net, daß in den Luftspalt (10d) des Resonators (10) zusätzlich zu den
Intra-Cavity-Elementen (16 bis 19) weitere solcher Elemente 20 - wie Po
larisator, Frequenzverdoppler, Modulator und Güteschalter - einsetzbar
und kontaktierbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904008226 DE4008226A1 (de) | 1990-03-15 | 1990-03-15 | Laserdioden-gepumpter festkoerper-ringlaser |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904008226 DE4008226A1 (de) | 1990-03-15 | 1990-03-15 | Laserdioden-gepumpter festkoerper-ringlaser |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4008226A1 true DE4008226A1 (de) | 1991-09-19 |
| DE4008226C2 DE4008226C2 (de) | 1992-01-02 |
Family
ID=6402233
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904008226 Granted DE4008226A1 (de) | 1990-03-15 | 1990-03-15 | Laserdioden-gepumpter festkoerper-ringlaser |
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| DE (1) | DE4008226A1 (de) |
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