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Mechanischer Röstofen. Die Erfindung bezieht sich auf einen. Industrieofen
zum Rösten von Erzen oder ähnliche Vorgänge, und zwar besonders auf solche C ifen,
bei welchen kreisscheibenförmige Herde übereinander angeordnet sind, auf welchen
Verfahren zum Rösten, Vitriolisieren, Entwässern u. dgl. stattfinden können.
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Öfen mit übereinander angeordneten Herdsohlen, über welchen Rührarme
kreisen, wurden bisher mit einer mittleren säulenartigen Welle ausgebildet, welche
die Tragarme für die rechenartigen Rührzähne tragen. Durch diese Rührwerke wird
das in Behandlung, befindliche Gut auf dem einen Herd von der Mitte nach dem Umkreis
und auf dem nächstfolgenden Herd von außen nach innen und so fort im Zickzack fortgeschoben,
wobei durch das Rühren immer neue Oberflächen der Erzteile den Ofengasen ausgesetzt
werden. Um das Fassungsvermögen der einzelnen Herdsohlen zu vergrößern, begnügte
man sich bisher, den Durchmesser des Ofens zu vergrößern oder man vermehrte auch
nur die Zahl der vorhandenen Herdsohlen; aus praktischen Gründen gelangt man aber
bald an eine Grenze, jenseits deren die Wirtschaftlichkeit Schaden litt. Besonders
brachte jede Vergrößerung des Durchmessers und Fassungsvermögens des Ofens eine
entsprechende Vergrößerung der Rührwelle und der Länge der Rührarmemitsich. Hierdurch-wiederwurde
eine erhebliche Erhöhung der einzelnen Röstkammern nötig, besonders wenn man ein
Kühlmittel durch die Rührarme strömen lassen wollte. Es ist aber jedem Hüttenmann
bekannt, daß. im allgemeinen die Röstkammern so niedrig wie möglich angeordnet werden
müssen, um Hitze zu sparen und `eine innige Berührung der Erzteile mit den Ofengasen
zu sichern. Besonders wichtig ist dies dann, wenn die Gase für die Herstellung von
Schwefelsäure oder für ähnliche Zwecke verwendet werden sollen.
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Weiterhin ergibt sich aus dem Durchströmen der Arme durch ein Kühlmittel
mancher metallurgische und mechanische Nachteil; besonders isst es bei vielen Ofenvorgängen
unerwünscht, von einigen der Röstkammern Wärme abzuführen, selbst wenn diese Wärme
an irgendeiner Stelle dem Ofen wieder zugeführt werden kann. Natürlich sind auch
die komplizierten Anordnungen unerwünscht, um die abnehmbaren Arme an der Säule
zu befestigen und gleichzeitig an die Kühlmittelleitung anzuschließen.
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Ein besonderer Nachteil der Verwendung langer Rührarme besteht außer
ihrer Unhandlichkeit in der verhältnismäßig hohen Geschwindigkeit am äußeren Umfang,
durch welche eine ungleichmäßige Verteilung der Erzmassen über die Sohle bewirkt
wird.
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Schwierigkeiten machte auch die Anbringung
der Absturzöffnungen
am äußeren Umfang der Rührerbahn zur überführung des Erzes nach dem nächstfolgenden
Herd. Es entstand dort meistens eine ringförmige Fläche, die verhältnismäßig leer
von Röstgut war und deshalb die wirksame Fläche verringerte. Ferner haben gewisse
Erze, besonders Zink- und Bleierze, die Eigenschaft, daß ungenügend bewegte Erzmassen
zu harten Kuchen erstarren, wenn. sie den Ofengasen ausgesetzt werden. Die Entfernung
dieser Kuchen erfordert harte Arbeit, ja unter Umständen vorübergehende Stille,
des Ofens.
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Weitere Nachteile ergeben sich aus der Vergrößerung der Fläche und
des Fassungsvermögens ringförmiger Ofen der bekannten Art in Verbindung mit der
Strömung der Ofengase, für welche weite Öffnungen angeordnet sein müssen, welche
infolgedessen die Nutzfläche der Herdsohle verkleinern.
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Gegenstand der Erfindung ist eine verbesserte Ofenanordnung der gezeigten
Art mit übereinander angeordneten kreisscheibenförmigen Herdsohlen, bei welcher
gemäß der Erfindung eine erhebliche Vergrößerung des Durchmessers und des Fassungsvermögens
erzielt werden kann unter Vermeidung des wesentlichsten Teils der oben geschilderten
Mißstände, wobei gleichzeitig eine besonders wirksame Röstung erzielt werden kann.
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Zu diesem Zweck ist nach der Erfindung ein im wesentlichen kreiszylindrischer
Ofen angeordnet, dessen übereinander angeordnete Herdsohlen mit je einer Mehrzahl
von senkrechten Rührwellen versehen sind, die symmetrisch um die senkrechte Mittelachse
des Ofens angeordnet und mit Rührarmen ausgerüstet sind, deren Länge erheblich geringer
ist als der Ofenhalbmesser; diese Rührarme sollen in einander überdeckenden Kreisbahnen
bewegt werden, wobei das Röstgut wirksam bewegt und durch den Ofen fortgeschoben
werden soll.
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Die Anordnung der Rührwellen und Rührarme ist derartig, daß gewisse
Teile der Herdsohle zwischen den Kreisbahnen der Rührarme und der Innenwand des
Ofens außerhalb der von den Rührarmen bestrichenen Teile der Herdsohle frei bleiben,
in welchen die Absturzöffnungen angeordnet werden können. Diese unbestrichenen Herdteile
stellen sich als Bogendreiecke dar. Durch diese Anordnung werden die meisten der
aufgezeigten Mißstände beseitigt und eine besonders günstige Betriebsbedingung für
die verschiedensten Arten von Rührgut geschaffen.
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Ein besonderer Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß ein großer
Ofendurchmesser unter Verwendung kurzer kührarme aufgebaut «-erden kann, wobei die
Rührarme einen geringen senkrechten Querschnitt erhalten, so daß die Röstkammern
eine verhältnismäßig geringe Höhe erhalten können. Wenn man solche Rührarme aus
entsprechenden Baustoffen herstellt, ist eine besondere Kühlung überflüssig, so
daß die aus der Kühlung sich ergebenden Nachteile fortfallen.
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Die symmetrische Anordnung von um die Ofenmitte angeordneten kurzarmigen
Rührwerken läßt die Ofenmitte frei für die Anordnung einer mittleren festen Röhre,
durch welche Luft oder Gase von der einen Herdkammer zur anderen geleitet werden
können. Auch können durch diese mittlere Röhre besondere Kühl- oder Heizmittel einzelnen
Kammern unabhängig von den anderen zugeführt werden.
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Einige Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind in der Zeichnung
dar@gestellt; es zeigen Abb. i und 2 einen Ofen der neuen Art in schaubildlicher
Darstellung, zum Teil abgebrochen, Abb.3 einen senkrechten Schnitt durch die Mitte
des Ofens, Abb.,1, 5 und 6 Schnitte nach 3-3 und 4.--. der Abb. 3 sowie einen solchen
unterhalb der letzten Herdsohle, Abb. 7 und 8 in schematischer Darstellung zwei
aufeinanderfolgende Herdsohlen bei einer besonderen Ausführungsform. A>>b. c) eine
Ausführungsform mit vier Rührwerken und zusätzlichen Gasdurchlässen, Abb. ca einen
Schnitt nach 9"-9" der Abb. 9, Abb. i o eine Ausführungsform mit drei Rührwerken,
wobei die rechte Seite der Abbildung eine Herdsohle und die linke. Seite die darauffolgende
Herdsohle zeigt, Abb'. i i eine Anordnung mit fünf Rührwerken in ähnlicher Darstellung,
Abb. 12 eine ähnliche Anordnung mit drei großen und drei kleinen Rührwerken, Abb.
13 eine Anordnung mit einem mittleren und mehreren um dieses angeordneten kührwerken
mit mittlerer Absturzöffnung, Abb. 14 die gleiche Anordnung mit äußeren Absturzöffnungen,
Abb. 15 und i 6 eine besondere Anordnung der Gasdurchlässe bei aufeinanderfolgendenHerden,
Abb. 17 im senkrechten Schnitt eine Anordnung mit einem mittleren senkrechten Rohr,
Abb. i 8 einen Schnitt nach 18- 18 in Abb. 17, Abb. 19 einen
senkrechten Schnitt durch eine weitere Ausführungsform mit einer mittleren Säule
und davon ausgehenden Heizmuffeln, Abb. 2o einen Schnitt nach 2o-2o der Abb. 19,
Abb. 2 i und 22 eine abgeänderte Ausführungsform der Heizmuffeln von oben und von
der Seite.
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Der Ofen umfaßt bei den gezeigten Ausführungsformen eine zylindrische
Wand 3o, die eine Reihe übereinander angeordneter Herdsohlen 31 umschließt. Auf
diesen Herdsohlen wird das Röstgut durch mechanisch angetriebene Rührwerke unter
gleichzeitigem Umwenden in Kreisbahnen geführt. Jedes Rührwerk besitzt eine senkrechte
Rührwelle 32, welche alle Herdsohlen durchdringt und mit
kurzen
Rührarmen 33 besetzt ist. Die Rührwellen sind symmetrisch um die Ofenmitte herum
angeordnet. Es ergibt sich aus der nun folgenden Beschreibung der einzelnen Anordnungen
der Rührwerke, daß, um die Vorteile der neuen Anordnung zu erzielen, zum mindesten
drei Rührwerke symmetrisch um die Ofenmitte angeordnet werden müssen.
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Die Rührwellen 32 werden durch geeignete Vorgelege 32" von oben oder
vorzugsweise von unten angetrieben. Das Rührgut wird am oberen Ende des Ofens eingeführt
und am unteren Ende ausgestoßen.
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,Die Arme 33 der Rührwerke sind so angeordnet, daß sie über einander
mehr oder weniger überdeckenden Kreisbahnen bewegt werden können; sie sind mit Zähnen
3.1 (Abb.3) ausgerüstet, welche das Gut rühren und über die Herdsohlen führen.
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Die Rührwellen 32 können, wie in Abb 3 gezeigt, mit hitzebeständigen
Ueberzügen ausgerüstet und mit kippbaren Rührarmen 33 versehen sein, die sich durch
ihr Eigengewicht in der Welle verankern. Im übrigen sind die Rührwellen und Rührarme
in bereits bekannterWeiseausgebildet, nur von geringemDurchmesser und kürzer als
sonst üblich. Wenn aus besonderen Gründen die Arme durch Durchfluß eines Kühlmittels
gekühlt werden sollen, kann dies in bekannter Weise bewirkt werden.
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Zwischen den äußeren Teilen der Rührerkreisbahnen verbleiben, auf
der dritten Seite von der Ofenwand 30 begrenzt, freie Bogendreiecke 35, in
welchen Durchtrittsöffnungen oder Kanäle 36 angeordnet werden können, durch welche
die Ofengase und Gutmassen, von einer Röstkammer zur anderen gelangen. Die Anordnung
der Kanäle 36 in der gezeigten Weise ermöglicht es einerseits, die nötigen Querschnitte
für den Durchtritt der Gase zu sichern, und zum anderen, die Zahl und den Querschnitt
der Öffnungen für den Absturz , der Erzmassen zu ändern, ohne die wirksame Herdfläche
zu verringern.
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Die Anordnung der Erzdurchtrittskanäle innerhalb der Bogendreiecke
gestattet die Anordnung dieser Öffnungen im wesentlichen außerhalb der Kreisbahnen
der Rührwerke. Wenn die Durchtrittsöffnung innerhalb der Kreisbahnen gelegen sind,
erfolgt meistens eine ungleichmäßige Verteilung*der Erzmassen auf den Herdsohlen,
weil durch das Abstürzen der Erze an bestimmten Stellen dort die Erzschicht verringert
wird. Die Anordnung der Durchtrittsöffnungen gemäß der Erfindung sichert die Aufrechterhaltung
einer gleichmäßigen Erzschicht, erhöht die Röstwirkung des Ofens und verhindert
die Bildung von zusammenbackenden Erzkuchen auf der Herdsohle.
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Bei dem in Abb. r bis 6 gezeigten Ofen sind vier Rührwellen gezeigt,
die senkrecht durch sämtliche Herdsohlen hindurchgehen und von unten durch ein Vorgelege
32a von einer Antriebswelle 38 (Abb. r) aus angetrieben werden.
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Die obere Decke 3 i' des Ofens kann als Trockenherd für das Behandlungsgut
verwendet werden, welches durch nicht dargestellte Rührarme oder Rechen auf den
Rührwellen über den Trockenherd geführt und durch eine Öffnung oder mehrere Öffnungen
39 in den Ofen abgestürzt wird. Das am äußeren Umfang der ersten Herdsohle
31 von dem Trockenherd oder aus einem besonderen Füllrumpf aus aufgelieferte
Erz wird von den Rührarmen einer mittleren Absturzöffnung 40 zugeführt, so daß es
auf die Mitte der zweiten Herdsohle herabfällt. Die Rührwerke dieser Herdsohle verschieben
das Röst= gut nach außen bis zu den Öffnungen 36, durch welche es nahe der Außenwand
auf die dritte Herdsohle fällt, und so fort durch die ganze Höhe des Ofens. Auf
diese Weise wandert das Röstgut von der Mitte des einen' Herdes nach seinem äußeren
Umfang, gelangt dort auf die nächst untere Herdsohle und wird von dort aus radial
nach der Mitte verschoben, um auf die dritte Herdsohle zu fallen, auf der es wieder
nach außen verschoben wird.
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Es ergibt sich ohne weiteres, daß durch diese Art des Rührens und
Bewegens des Röstguts eine eingehende Durchmischung des Guts erfolgt, welche auf
dem Wege durch den Ofen alle Teile des Guts den Ofengasen aussetzt. Das fertig behandelte
Gut wird. durch Auslässe 41 (Abb. 2) im unteren Teil des Ofens ausgestoßen und mittels
Karren oder ähnlicher Einrichtungen abgeführt.
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Die Ofengase steigen aufwärts und gehen abwechselnd durch die mittleren
Öffnungen 40 und die äußeren Öffnungen 36 im Gegenstrom zu dem Röstgut. Am oberen
Ende des Ofens ist ein Auslaßrohr 42 angeordnet, welches die Ofengase abführt. Das
Auslaßrohr 42 wird vorzugsweise in einem der Bogendreiecke des oberen. Gewölbes
3 i' angeordnet und kann dann ohne Schwierigkeit einen Querschnitt erhalten, der
dem Gesamtquerschnitt der Durchtrittsöffnungen entspricht, ohne daß es nötig wäre,
mit den Bahnen der auf der Decke angebrachten Rührwerke in Kollision zu geraten.
Diese Anordnung hat noch einen weiteren Vorteil insofern, als hierbei die Mündung
des Auslaßrohres eine kompakte Form besitzt, die dann nicht möglich wäre, wenn man
den Gasabzug in den schmalen Raum einmünden lassen würde, der zwischen den Erzmassen
und dem Gewölbe verbleibt.
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Die Rührwerke führen das Erz durch den Ofen, wobei man die verschiedensten
Einwirkungen auf das Erz anordnen kann. Alle Vorgänge in dem Ofen können ohne Unterbrechung
des
Betriebes bewirkt werden, so daß, während die Produkte in stetigem Lauf durch den
Ofen geführt werden, die Betriebsbedingungen jeder Stufe konstant bleiben und ein
dauernd gleichmäßiges Produkt erzielt wird. Die Außenwand des Ofens ist unmittelbar
gegenüber den Rührwellen mit Öffnungen .13 versehen, durch welche die Arme 33 in
die Rührwellen eingesetzt werden können. Diese Öffnungen .13 geben Zutritt zum Inneren
jeder Röstkammer, um Ausbesserungen zu bewirken, sind aber gewöhnlich dicht verschlossen.
Zusätzlich können Ueberwachungsvorrichtungen :1.l in der Ofenwand zwischen den Öffnungen
,13 angeordnet sein, um einen Zutritt zu den Erz- und Gaszutrittsöftnungen in den
Bogendreiecken zu haben. Diese L'berwachungsöffnungen können mit losem Mauerwerk
ausgefüllt werden, um Wärmeverluste zu verhindern.
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Zur Zuführung von Wärme können eine .oder mehrere Feuerstellen in
bekannter Weise angeordnet werden.
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Bei einer abgeänderten Ausführungsform kann man die mittleren Absturzöffnungen
4o fortlassen und die äußeren Öffnungen 36 so anordnen, daß das Röstgut und die
Gase'quer über die ganze Herdsohle geführt werden.
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Diese Anordnung der Erz- und Gasführung ist in Abb. 7, 8 und 9 gezeigt,
welche Schnitte durch aufeinanderfolgende Röstkammern mit vier Rührwerken zeigen.
Hierbei sind die Durchtrittsöffnungen 36 in den Bogendreiecken der einen Ofenseite
abwechselnd mit solchen in der entgegengesetzten Ofenseite angeordnet. Jede Herdsohle
besitzt also nur auf einer Seite Öffnungen, während die darauftolgende an der entgegengesetzten
Seite solche aufweist.
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Bei dieser Anordnung verschieben die Rührwerke das Röstgut quer über
jede Herdsohle, und zwar mit in jeder folgenden Röstkammer umkehrender Bewegung.
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Die Absturzöffnungen 36 sind so angeordnet, daß die Erze nur so viel
Durchlaßöffnungen finden, daß kein Teil des Röstguts zu kurze Zeit auf jeder Herdsohle
verweilt. Es können aber besondere Gasdurchtrittsöffnungen zusätzlich in den Bogendreiecken
angeordnet sein.
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Derartige zusätzliche Gasdurchlaßöffnungen 37 werden in den Bogendreiecken
entfernt von den Kreisbahnen der Rührwerke angeordnet, und zwar derart, daß praktisch
keinerlei Erz durch diese Kanäle gehen kann (vgl. Abb. 9 und 9a der Zeichnung).
Am besten legt man diese Gasdurchlässe etwa in die 1Iitte der Bogendreiecke ;5 soweit
wie möglich von den Rührwerken entfernt und kann sie aut')erdem über die Oberfläche
der Erzmassen legen. Hierdurch wird ein Eindringen der Erzmassen in diese Kanäle
vermieden, durch das der normale Vorschub durch den Ofen gestört werden könnte.
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Wenn die Gasabzüge 37 vollständig außerhalb der Bahnen der Rührame
33 angelegt sind, so fällt nur selten Erz hindurch, selbst wenn ihre Mündung nicht
überhöht ist.
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Die Grundform des Ofens läßt sich in verschiedener Weise ausführen,
wie in Abb. io bis 18 der Zeichnung in mehreren Ausführungsbeispielen gezeigt ist.
Bei diesen Abbildungen ist die Führung der Erze durch starklinige Pfeile, die Strömung
der Gase durch schwachlinige Pfeile gekennzeichnet. Bei der Ausführungsform gemäß
Abb. i o und i i sind Anordnungen mit drei und fünf Rührwerken gezeigt; die beiden
Hälften jeder Abbildung zeigen aufeinanderfolgende Herdsohlen.
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Bei Abb.1z sind sechs Rührwerke angeordnet, wobei immer Rührwerke
32 mit verhältnismäßig langen Rührarmen mit Rührwerken ,15 abwechseln, `deren Rührarme
wesentlich kürzer sind. Hier sind die Durchtrittsöffnungen 36 so angeordnet, daß
Erzmassen und Gase quer über die Herdsohle geführt werden; doch könnten natürlich
die Durchtrittsöffnungen auch nach Art der Abb. a bis 5 angeordnet sein, derart,
daß Erz und Gas radial über die Herdsohlen bewegt werden, und zwar abwechselnd von
der Mitte nach außen und umgekehrt.
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Bei der Anordnung gemäß :ebb. 13 und 1.1 sind sechs äußere Rührwerke
um eine mittlere Rührwelle 32' angeordnet, wobei die Bahnen aller Rührwerke übereinandergreifen.
Die Durchtrittsöffnungen in der Herdsohle sind so angeordnet, daß Erz und Gas radial
von der Mitte nach außen und umgekehrt abwechselnd geführt werden. In Abb. 15 und
16 ist eine abgeänderte Ausführungsform der Durchtrittsöffnungen gezeigt, wobei
das Erz immer abwechselnd von der Mitte jedes Rührwerks nach seinem Unikreis und
umgekehrt geführt wird. Hierbei sind abwechselnd finit den Durchtrittsöffnungen
36, .17 mittlere Durchtrittsöfinungen .16 angeordnet, welche ringförmig jede Rührwelle
umgeben.
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Die Menge des von dem einen Rührwerk nach dem anderen übergeschobenen
und zurückgeschobenen Gutes gleicht sich ungefähr aus, so daß eine vollkommen gleichmäßige
Schichtdicke und Behandlung erzielt wird. Natürlich kann bei dem Ausführungsbeispiel
15 und 16 statt der vier Rührwellen eine abweichende Zahl solcher Wellen angeordnet
werden.
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Falls das besondere in Ausführung begriffene Verfahren eine Anzahl
der Durchtrittöffnungen überflüssig erscheinen läßt, können diese natürlich verstopft
werden. Der von
den Erzdurchlässen nicht eingenommene Teil der Bogendreiecke
kann, da er von Erzen im wesentlichen frei bleibt, für Gas- oder Luftkanäle und
Leitungen beliebiger Art ausgenutzt werden.
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Zusätzlich kann man ein mittleres Rohr 49 anwenden, welches zur Zuführung
von Luft, Gasen oder von Wärmeaustauschmitteln benutzt werden kann. Verwendet man
ein solches Mittelrohr, so ordnet man vorzugsweise sechs Rührwerke an, während bei
den Anordnungen ohne Mittelrohr die Anordnung mit vier Rührwellen 32 vorgezogen
wird. In beiden Fällen kann man aber auch gelegentlich nur drei Rührwellen oder
mehr als sechs solcher Wellen verwenden.
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Bei Anwendung des Mittelrohres 49 werden, wie etwa die Ausführungsform
gemäß Abb. 17 und 18 zeigt, die sechs oder mehr Rührwellen 32 um das Mittelrohr
angeordnet. Das Mittelrohr kann sich nach der Außenluft öffnen, und es können Mittel,
-wie beispielsweise Rohrschieber 5o, angeordnet werden, um Durchtrittsöffnungen
51 nach einer oder mehreren Röstkammern zu steuern.
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Zur Einstellung de? Rohrschieber 5o können biegsame Mittel, beispielsweise
die Schnüre 52, dienen, welche an Schieberstangen 53 angreifen und über Führungsrollen
54 geführt sind. In manchen Fällen kann das Rohr 49 so angeordnet sein, daß Luft
oder ein anderes Gas in das Rohr oder die Kanäle 5 i durch Gebläse o. dgl. eingedrückt
wird. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel werden zwei Röstkammern durch gesteuerte
Kanäle 5 i mit Luft oder Gas beschickt.
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In Abb. 19 und 2o dient das Mittelrohr 49 dazu, eine Mehrzahl
von flachen Heiz- oder Kühlkörpern 55 zu speisen, die abnehmbar an dem Mittelrohr
befestigt sind. Der dort gezeigte Ofen arbeitet mit sechs Rührwerken, und die Heizkörper
sind in der zweiten und dritten Röstkammer angeordnet, und zwar unmittelbar unter
dem betreffenden Gewölbe, so daß der Umlauf der Rührarme nicht ,gestört wird. Die
Heizkörper sind aus Me: tall gefertigt und haben die Gestalt hohler Arme. Die inneren
Kanten sind abgeschrägt, um in entsprechende Löcher des Mittelrohrs eingepaßt zu
werden. Um eine genügende Abdichtung zu erzielen, können Schraubenbolzen 56 angeordnet
sein, welche durch die Ofenwände gehen, um in geeigneten Trägern 57 außerhalb des
Ofens verankert zu werden. Durch das Mittelrohr kann eine Leitung 58 angeordnet
sein, von welcher Zweigleitungen 59 in die Heizkörper abgezweigt sind. Diese führen
das Wärmeaustauschmittel bis nahe dem äußeren Ende jedes Heizkörpers, von wo aus
das Wärmeaustauschmittel nach dem Mittelrohr zurückkehrt. Die Heizkörper dienen
dem Wärmeaustausch und können sowohl zum Beheizen wie zum Kühlen dienen.
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Ist eine Kühlung beabsichtigt, so führt das Wärmeaustauschmittel eine
bestimmte Wärmemenge aus der betreffenden Röstkammer ab. Die erwärmte Luft geht
in dem Mittelrohr 49 herab und wird durch hohle Arme 62 dem unteren Teil des Ofens
zugeführt. Am äußeren Ende besitzen zu diesem Zweck die "Arme 6z Ausströmungsöff=nungen
63. Wenn bei dem unteren Herd das Gut von außen nach innen wandert, können diese
Arme 62 weggelassen und die warme Luft unmittelbar aus dem Mittelrohr in den Ofen
eingeführt werden.
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Die Kühlkörper 55 sind vorzugsweise über solchen Teilen der Herdsohle
angeordnet, auf denen ein doppeltes Rühren stattfindet, weil hier die Reaktion besonders
stark ist. An dieser Stelle haben die Rührarme auch den größten Abstand von der
Kammerdecke. Wenn eine Kühlung beabsichtigt ist, können die Kühlkörper ; 5 5 außen
nach dem Luftraum durch die Ofenwand hindurch offen sein, während sich ihr inneres
Ende nach dem Mittelrohr 49 öffnet. Die Kühlluft kann dann durch ein Gebläse oder
natürlichen Zug hindurchgesaugt werden.
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Bei der oben gezeigten Ausführungsform können die Wärmeaustauschkörper
leicht eingesetzt und ausgewechselt werden. Die Wärmeaustauschräume können statt
in Metallkörper auch unmittelbar in die Kammerdecken eingebaut sein; in diesem Fall
ist die obere Wand 64 des Luftraumes 65 vorzugsweise dicker hergestellt als die
untere Wand 66, die gewissermaßen als an der Hauptdecke aufgehängte Zwischendecke
ausgebildet ist. Die mittlere Röhre 49 geht in diesem Fall senkrecht durch die Ofenmitte
und besitzt eine senkrechte radiale Scheidewand 67, welche sie in zwei Räume 68
und 69 zerlegt. Von diesen Räumen führen Kanäle 7o beiderseits der Wand 67 in Kanäle
7 i und 72, die `z-%vischen drei senkrechten radialen Scheidewänden 73 in dem W,ärmeaustauschraum
einmünden. Die inneren Enden der radialen Wände 73 stoßen gegen den Umfang des Mittelrohres,
während die beiden äußeren radialen Wände Durchtrittsöffnungen an der Außenwand
frei. lassen. Wenn Luft in die Kammer 68 eingelassen wird, fließt sie durch den
Kanal 71 in den Wärmeaustauschraum, von wo aus sie durch die Öffnung 72 und den
Kanal 69 nach außen oder nach einer anderen Röstkammer abgeführt wird. Die Wärmeaustauschräume
65 sind vorzugsweise von geringerem Durchmesser als die Herdgewölbe.
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Das Mittelrohr kann aus Metall, Gemäuer oder ähnlichen Stoffen bestehen;
es kann den ganzen Ofen durchsetzen oder nur einen Teil davon. Wenn das Rohr nur
durch einen
Teil des Ofens geht, kann es von den Gewölben der Röstkammern
oder am unteren Ende von dem Ofengestell getragen werden oder kann auch am oberen
Ende aufgehängt sein. Die Überführung von Luft von einer Stelle zur anderen oder
die Einführung von Luft in die Röstkammern durch die Mitte des Ofens ist nur möglich
bei der Ofenanordnung nach der Erfindung.