DE4000163A1 - Verfahren zur herstellung von alpha-omega-alkandicarbonsaeuren, ausgehend von cycloalkenen - Google Patents
Verfahren zur herstellung von alpha-omega-alkandicarbonsaeuren, ausgehend von cycloalkenenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C45/00—Preparation of compounds having >C = O groups bound only to carbon or hydrogen atoms; Preparation of chelates of such compounds
- C07C45/40—Preparation of compounds having >C = O groups bound only to carbon or hydrogen atoms; Preparation of chelates of such compounds by oxidation with ozone; by ozonolysis
-
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- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C51/00—Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
- C07C51/34—Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides by oxidation with ozone; by hydrolysis of ozonides
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Description
Die Erfindung betrifft eine Verfahren zur Herstellung von alpha-
omega-Alkandicarbonsäuren ausgehend von Cycloalkenen.
Alpha-omega-Alkandicarbonsäuren sind wertvolle Ausgangsprodukte
in der chemischen Industrie und finden beispielsweise bei der
Herstellung von Pharmazeutika, Kosmetika, Schmiermittel u. dgl.
Verwendung.
Es sind bereits Verfahren zur Herstellung von alpha-omega-Alkandicarbonsäuren
bekannt.
So ist beispielsweise in Chemical Abstracts Vol 96, (1982)
199107 a die Herstellung von alpha-omega-Alkandicarbonsäuren
durch oxidative Ringspaltung der entsprechenden Cycloalkene mit
Hilfe von Ozon in Gegenwart von Methanol und Schwefelsäure,
Oxidation der Peroxidlösung mit H₂O₂ und anschließende Verseifung
der entstandenen Dimethylester beschrieben, worauf die
entstandene Dicarbonsäure durch Umkristallisieren gereinigt
werden muß.
Ferner ist aus Chemical Abstracts Vol 97 (1982) 216903× die
Ozonisierung von Cycloocten in Propionsäure zu Acyloxyhydroperoxid,
das sich zu omega-Formylcarbonsäure umlagert und anschließende
Oxidation dieser Lösung mit H₂O₂ in Gegenwart einer
organischen Säure zur Dicarbonsäure bekannt, die ebenfalls
umkristallisiert werden muß.
Ein gravierender Nachteil bei diesen beiden Verfahren besteht
darin, daß eine peroxidhaltige Lösung mit einem Oxidationsmittel
versetzt werden muß. Eine Reaktionsmischung bestehend aus
einem Peroxid und einem weiteren Oxidationsmittel stellt eine
Kombination dar, die sich sehr leicht explosionsartig zersetzen
kann. Die Anwendung eines solchen Verfahrens im größeren Maßstab
ist daher aus sicherheitstechnischen Aspekten bedenklich.
Es konnte nun ein gefahrloses Verfahren zur Herstellung von
alpha-omega-Alkandicarbonsäuren gefunden werden, bei dem ausgehend
von Cycloalkenen Alkandicarbonsäuren in hoher Reinheit erhalten
werden. Dabei werden die als Ausgangsverbindungen dienenden
Cycloalkene mit Ozon behandelt, die bei der Ozonisierung
entstandene peroxidhaltige Ozonidlösung katalytisch hydriert
und der entstandene Dialdehyd anschließend zur Disäure oxidiert.
Die gefährlichen Peroxide bei der Reduktion der peroxidhältigen
Lösung werden zerstört, die Oxidation findet in peroxidfreier
Lösung statt, wodurch keine Explosionsgefahr mehr
besteht.
Gegenstand der Erfindung ist daher eine Verfahren zur Herstellung
von alpha-omega-Alkandicarbonsäuren der allgemeinen Formel I,
in der A einen Alkylenrest mit 4-14 C-Atomen bedeutet, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein Cycloalken der allgemeinen
Formel II,
in der A die oben genannte Bedeutung hat, mit Ozon in Gegenwart
eines Lösungsmittels umsetzt, die entstandene Peroxidlösung katalytisch
hydriert, worauf der entstandene Dialdehyd in Gegenwart
eines inerten aprotischen Lösungsmittels zur Disäure der
Formel I oxidiert wird.
In den Formeln I und II bedeutet A einen Alkylrest mit 4 bis
14 C-Atomen, beispielsweise einen Butylen-, Pentylen-, Hexylen-,
Heptylen-, Octylen-, Nonylen-, Decylen-, Undecylen-,
Dodecylen-, Tridecylen oder Tetradecylenrest. Vorzugsweise
bedeutet A einen Pentylen-, einen Hexylen- oder Decylenrest.
Die Ozonisierung und anschließende Hydrierung kann auf übliche
Weise durchgeführt werden. Dazu werden die Ausgangsverbindungen
in einem geeigneten organischen Lösungsmittel gelöst und mit
Ozon behandelt. Die Lösung der Ozonolyseprodukte wird anschließend
katalytisch mit Hilfe von Wasserstoff hydriert. Als
Katalysatoren eignen sich für Hydrierungen üblicherweise eingesetzte
Edelmetallkatalysatoren, die in Form von Pulverkontakten
mit Trägermaterialien oder ohne Trägermaterial eingesetzt werden
können, beispielsweise Pd-, Pt-, Ru-, Rh-, Ni-Katalysatoren.
Als Trägermaterial eignen sich beispielsweise Aktivkohle
gegebenenfalls mit einem Erdalkalimetallcarbonat,
Aluminiumoxide, Silikagel und Kieselgur. Vorzugsweise wird Pt
oder Pd/C mit CaCO₃ als Katalysator eingesetzt.
Vorzugsweise werden Ozonisierung und anschließende Hydrierung
nach dem in EP-A-01 47 593 beschriebenen Verfahren durchgeführt.
Dabei wird zur Durchführung der Reaktion des Cycloalken
in einem organischen Lösungsmittel, in dem es gut löslich ist,
beispielsweise in einem niedrigen aliphatischen Alkohol, vorzugsweise
in Methanol gelöst und mit der äquivalenten Menge
Ozon behandelt. Die Ozonisierung wird bei Temperaturen von etwa
-30 bis 0°C, vorzugsweise etwa -20 bis 0°C durchgeführt.
Die an die Ozonisierung anschließende katalytische Hydrierung
der Ozonolyseprodukte wird in verdünnter Lösung durchgeführt,
wobei vorzugsweise während der Hydrierung ein kontrollierter
Peroxidgehalt von höchstens 0,1 mol/l eingehalten wird. Dazu
wird eine Suspension des Katalysators im Lösungsmittel und Wasserstoff
vorgelegt und die Ozonolyselösung kontinuierlich eingespeist.
Durch den durch diese Maßnahme niedrig gehaltenen
Peroxidgehalt des Reaktionsmediums wird eine Vergiftung und ein
Aktivitätsverlust des Katalysators verhindert.
Die Hydrierung erfolgt unter praktisch drucklosen Bedingungen,
das sind Drücke von 1 bis 3 bar, die üblicherweise angewendet
werden, um das Eindringen von Luft in den Hydrierreaktor zu
verhindern.
Die Reaktionstemperatur bei der Hydrierung beträgt etwa 20-40°C.
Der pH-Wert wird während der Hydrierung in einem Bereich
von 2-7 gehalten. Da während der Hydrierung geringe Mengen an
sauren Nebenprodukten entstehen können, kann der pH-Wert
gegebenenfalls durch Zugabe einer Base, vorzugsweise verdünnter
Natronlauge oder Kalilauge im gewünschten Bereich gehalten werden.
Der Katalysator wird anschließend abfiltriert und das Lösungsmittel
entfernt. Der Rückstand wird in einem für den anschließenden
Oxidationsschritt geeigneten inerten Lösungsmittel
gelöst und mit Hilfe eines Oxidationsmittels oxidiert.
Als Lösungsmittel kommen unter Reaktionsbedingungen inerte
aprotische, organische Lösungsmittel, beispielsweise aromatische
Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Chlorbenzol, Dichlorbenzol
und dergleichen in Betracht. Als Oxidationsmittel
wird Sauerstoff oder Luft, vorzugsweise Sauerstoff eingesetzt.
Die Oxidation wird vorzugsweise unter Druck durchgeführt, wobei
Drücke von 3-10 bar bevorzugt sind. Die Reaktion wird bei
Temperaturen von 50-100°C, vorzugsweise bei 70-90°C durchgeführt.
Nach beendeter Reaktion wird die Reaktionslösung abgekühlt, auf
ein bestimmtes Volumen eingeengt oder das Lösungsmittel
entfernt, wobei die Dicarbonsäure in kristalliner Form anfällt.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden alpha-omega-Dicarbonsäuren
in hoher Reinheit und mit ausgezeichneten Ausbeuten
erhalten. In der Regel werden Ausbeuten von 65-85%,
nach Aufarbeitung der Mutterlauge von 75-95% erreicht. Die
Dicarbonsäuren werden mit mindestens 95%iger Reinheit erhalten,
wodurch üblicherweise eine weitere Reinigung des Endproduktes
nicht nötig ist.
130,1 g (1 mol) Cyclododecen (Reinheit 95%) wurden in 1500 ml
Methanol gelöst, auf -20°C gekühlt und ein O₂/O₃-Gemisch, das 4 Gew.-%
Ozon enthält eingeleitet, bis 2 mol Ozon in die Lösung
eingebracht worden sind.
Anschließend wurden in einem Hydrierreaktor, in dem 5 g Pd/C
mit CaCO₃ (Lindlar Katalysator) vorgelegt wurden und der mit
Wasserstoff gefüllt wurde, die erhaltene Ozonisierungslösung
über ein Dosiergefäß kontinuierlich eingespeist, daß der
Peroxidgehalt 0,02 mol/l nicht übersteigt. Unter kräftigen Rühren
und Wasserstoffzugabe wurde bis zu negativen Peroxidprobe
hydriert.
Die erhaltene Hydrierlösung enthielt 72,96% Dodecandial (GC).
Aus der Hydrierlösung wurde das Lösungsmittel abgedampft und
der Rückstand in 1000 ml Chlorbenzol gelöst. Die Lösung wurde
in einem Autoklaven mit Sauerstoff bei einem Druck von 5 bar
unter Rühren versetzt und auf 80°C erwärmt. Nach beendeter
Reaktion wurde der Autoklav entspannt, die Lösung auf
Raumtemperatur abgekühlt und die Lösungen auf etwa 300 ml
eingeengt.
Der sich bildende kristalline Niederschlag wurde abfiltriert
und mit Wasser gewaschen. Es wurden 151 g (0,655 mol) Dodecandisäure
(65% bezogen auf Cyclododecen) mit einer Reinheit von
96% erhalten.
110,2 g (1 mol) Cycloocten (Reinheit 95%) wurden in 1500 ml
Methanol gelöst auf -20°C gekühlt und ein O₂/O₃-Gemisch, das 4 Gew.-%
Ozon enthält, eingeleitet, bis 2 mol Ozon in die Lösung
eingebracht worden sind.
Anschließend wurden in einem Hydrierreaktor, in dem 5,0 g
Lindlar-Katalysator (Pd/C mit CaCO₃) vorgelegt wurden, und der
mit Wasserstoff gefüllt wurde, die erhaltene Ozonisierungslösung
über ein Dosiergerät kontinuierlich eingespeist, daß der
Peroxidgehalt 0,02 mol/l nicht übersteigt. Unter kräftigem Rühren
und Wasserstoffzugabe wurde bis zur negativen Peroxidprobe
hydriert. Der pH-Wert fiel von 7 auf 5,4. Die erhaltene Hydrierlösung
enthielt 78,75% Octandial.
Aus der Hydrierlösung wurde das Lösungsmittel entfernt und der
Rückstand in 1000 ml Chlorbenzol gelöst. Diese Lösung wurde in
einem Autoklaven mit Sauerstoff bei einem Druck von 5 bar unter
Rühren versetzt und die Temperatur auf etwa 80°C gehalten. Nach
beendeter Reaktion wurde der Autoklav entspannt, die Lösung auf
Raumtemperatur gekühlt und das Lösungsmittel bis auf etwa 300 ml
entfernt. Der sich bei Kühlung auf etwa 7°C bildende
Niederschlag wurde abfiltriert und mit Wasser gewaschen.
Es wurden 116,2 g (0,702 mol) Octandisäure (70,2%) bezogen auf
eingesetztes 95%iges Cycloocten mit einer Reinheit von 98,5%
erhalten.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung von alpha-omega-Alkandicarbonsäuren
der allgemeinen Formel I,
in der A einen Alkylenrest mit 4-14 C-Atomen bedeutet, dadurch
gekennzeichnet, daß man ein Cycloalken der allgemeinen
Formel II
in der A die oben genannte Bedeutung hat, mit Ozon in Gegenwart
eines inerten Lösungsmittels umsetzt, die entstandene
Peroxidlösung katalytisch hydriert, worauf der entstandene
Dialdehyd in Gegenwart eines inerten aprotischen Lösungsmittels
zur Disäure der Formel I oxidiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
Ausgangsprodukt Cyclohepten, Cycloocten oder Cyclododecen
eingesetzt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 12 dadurch gekennzeichnet,
daß die Umsetzung mit Ozon in Gegenwart eines
niedrigen aliphatischen Alkohols durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Umsetzung mit der äquivalenten Menge Ozon durchgeführt
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß während der Hydrierung der Ozonolyseprodukte
ein Peroxidgehalt von höchstens 0,1 mol/l eingehalten wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
pH-Wert während der katalytischen Hydrierung im Bereich von
2-7 gehalten wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß als Katalysator Pd auf Aktivkohle mit CaCO₃,
oder Pt eingesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß im an die Hydrierung anschließenden Oxidationsschritt
Sauerstoff oder Luft als Oxidationsmittel verwendet
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Oxidation bei einem Druck von 3-10 bar und bei einer Temperatur
von 70 bis 90°C durchgeführt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904000163 DE4000163A1 (de) | 1990-01-04 | 1990-01-04 | Verfahren zur herstellung von alpha-omega-alkandicarbonsaeuren, ausgehend von cycloalkenen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904000163 DE4000163A1 (de) | 1990-01-04 | 1990-01-04 | Verfahren zur herstellung von alpha-omega-alkandicarbonsaeuren, ausgehend von cycloalkenen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4000163A1 true DE4000163A1 (de) | 1991-07-11 |
Family
ID=6397635
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904000163 Withdrawn DE4000163A1 (de) | 1990-01-04 | 1990-01-04 | Verfahren zur herstellung von alpha-omega-alkandicarbonsaeuren, ausgehend von cycloalkenen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4000163A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE4435332A1 (de) * | 1994-10-01 | 1996-04-04 | Chemie Linz Deutschland | Verfahren zur Herstellung von Mono- oder Dicarbonsäuren aus Aldehyden, deren Vollacetalen oder Halbacetalen, sowie aus Gemischen davon |
| AT402293B (de) * | 1994-09-06 | 1997-03-25 | Chemie Linz Gmbh | Verfahren zur herstellung von mono- oder dicarbonsäuren aus aldehyden, deren vollacetalen oder halbacetalen, sowie aus gemischen davon |
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-
1990
- 1990-01-04 DE DE19904000163 patent/DE4000163A1/de not_active Withdrawn
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