-
Steuerung für Reibscheibenspindelpressen. Für diese Anmeldung ist
gemäß dem Unionsvertrage vom 2. Juni igii die Priorität auf Grund der Anmeldung
in Österreich vom i..luni 1922 beansprucht. Die Erfindung betrifft eine Steuerung
für Reibscheibenspindelpressen und bezweckt, bei derartigen finit selbsttätiger
Steuerung versehenen 'Maschinen eine Einrichtung zu treffen, welche gestattet, das
Werkzeug in jedem Augenblick außer @Vaeitsstellung zu bringen urd solann die Maschine
abzustellen, ohne lie Triebwelle der Maschine stillsetzen 711 müssen.
-
Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß in das die Bewegungsrichtung
des Preßstenipels an jedem Hubende selbsttätig umkehrende Steuergestänge eine willkürlich
ein-und ausrückbare Kraftquelle (z. B. ein Druckinittelzvlinder oder eine Feder)
eingeschaltet ist, welche eingeruckt den Antrieb der Maschine derart steuert, daß
dieser das Werkzeug außer Arbeitsstellung bringt. Zweckmäßig wird nebst dieser ersten
Kraftquelle noch eine zweite willkürlich ein- und ausrückbare in das Steuergestänge
eingeschaltet, welche an kraft die erste ül:ci-wiegt und ihr entgegenwirkt, so ilaß
durch Einrücken der zweiten Kraftquelle die Wirkung der ersten von Hand eingerückten
Kraftquelle atifgehoben wird.
-
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung veranschaulicht.
Abb. i und 2 zeigen eine Vorderansicht der wesentlichen Teile der Presse und der
Steuerung bei verschiedenen Stellungen.
-
Die Spindel i, die einerseits den Bären und anderseits die Reibscheibe
3 trägt, hat ini Gestell bei .1 ihr Muttergewinde. Die durch den Kuppelliebel 5
in ihren Lagern hin und her schiebbare Welle o trägt die Reibscheiben 7, B. Zwei
Anschläge 9, io am Bären wirken mit einem Steuerhebel 12 und einer Verriegelungsknagge
i i für denselben in der an sich bekannten Weise zusammen, daß bei der tiefsten
Stellung des Bären (Abb. 2) der Hebel 12 durch den oberen Anschlag io herabgedrückt
und in dieser Lage durch die unter Feder druck stehende Knagge i i v erriesrelt
wird, ivobei durch das Gestänge 15 und den 1sutapelhebel 5 die Reibscheibe
8 gegen die Reibscheibe 3 gedrückt wird, um die Spindel t eniporz111;ewegen, während
bei dir Höchstlage des Bären (Abb. i) sein oberer Anschlag io die Verriegelungsknagge
i i außer Eingriff mit dein Steuerhebel 12 setzt, der durch den unteren Anschlag
9 des Bären gehoben wird, uni durch das Gestänge 15 und den Kuppelhebel 5 die Reibscheibe
7 gegen die Reibscheibe 3 zu drücken und so die Spindel wieder herabzubewegen. In
den Zwischenstellungen des Bären während des Arbeitsganges (Arbeitsbewegung der
Spindel) kann der Steuerhebel 12 mit dem den Anschlägen 9, io zugekehrten Ende frei
abwärts und mit dem entgegengesetzten am Gestänge 15 angreifendenEnde frei aufwärts
bewegt werden.
-
Um nun das Werkzeug oder den Bären von jeder Stellung aus sofort außer
Arbeitsstellung bringen zu können, ist auf dem Gestänge 15 zwischen einem am Gestell
festen Teller ig und einer auf dem Gestänge gegen Längsverschiebung gesicherten
Stütze 2d. eine willkürlich ein- und ausrückbare Kraftquelle, z. B. ein Druckluftzylinder
oder, wie in der Zeichnung angeno nnen, eine Feder 17, eingespannt, welche eingerückt
das Gestänge 15 derart verschiebt, daß die Spindel i . nebst Werkzeug (Bär) außer
Arbeitsstellung, nach der 7eichnung in die Höchstlage gebracht wird, indem bei dem
angenommenen Ausführungsbeispiel dasGestänge 15 durch dieKraftcitielle 17 gehoben
wird, um die Reibscheibe 8 gegen die Reibscheibe 3 zu drücken und den Bären zu heben.
Ist
so das Werkzeug außer Arbeitsstellung (in die Höchstlage) gelangt, so wird zwar
das Gestänge durch den Steuerhebel, wie bereits angegeben, wieder verschoben, um
den Arbeitshub des Werkzeuges (die Abwärtsbewegung des Bären) einzuleiten; allein
es wird schon nach kurzer Bewegung des Werkzeuges in dieser Richtung der Steuerhebel
12 von dein Anschlag g entfernt, wodurch dieser Hebel der Kraftquelle 17 wieder
frei folgen kann, um den Arbeitshub zu unterbrechen, so daß schließlich die Reibscheiben
8 und 3 mit bloß so geringem Druck gegeneinandergepreßt werden, daß sie, ohne eine
Bewegung des Werkzeuges hervorzurufen, aneinander gleiten. Die Maschine ist abgestellt,
trotzdem die Welle G weiterläuft. Um die Maschine wieder einzurücken, braucht man
bloß die Kraftquelle (Feder 17) außer Tätigkeit zu setzen. Die Kraftquelle (Feder
17) kann in beliebiger Weise von Hand in und außer Tätigkeit gesetzt werden. Nach
der Zeichnung wird ein Federteller 18 durch die Kraftquelle gegen die auf dein Gestänge
15 gegen Längsverschiebung gesicherte, als ein um dieses Gestänge mittels Handgriffes
27 frei drehbarer Daumen ausgeführte Stütze 24 gedrückt, welche so Beinessen ist,
daß sie in einer Stellung die Feder 17 spannt, in einer anderen dagegen entspannt.
Es kann in dein Gestänge 15 eine der ersten Kraftquelle (Feder 17) entgegenwirkende
und sie an Kraft übertreffende Kraftquelle angeordnet sein, die nach der Zeichnung
als zwischen Tellern 25, 26 auf dein Gestänge eingespannte Feder 20 ausgeführt ist.
Gegen den einen in der Längsrichtung der Stange 5 frei beweglichen Teller 25 vermag
ein im Gestell gelagerter Hand- oder Fußhebel 21 gedrückt und in dieser Lage durch
eine Klinke 22 festgehalten zu werden. Der andere Teller 26 ist zwecks Nachspannens
der Feder durch Muttern 23 einstellbar. Ist der Hebel 21, wie Abb. i und #_, zeigen,
gegen den Teller 25 gedrückt, so ist die zweite Kraftquelle (Feder 20) unter Spannung,
und da sie an Kraft die Feder 17 überwiegt, so ist letztere unwirksam gemacht: die
Maschine wird also selbsttätig von dem Bären 2 aus gesteuert, wie oben geschildert.
Setzt man dagegen die zweite Kraftquelle (Feder 2o) außer Tätigkeit, indem man mit
dem Druck auf den Handhebel -21 aufhört oder ihn durch Öffnen der Klinke 22 auslöst,
so tritt die erste Kraftduelle (l,-eder 17) in Wirkung, sofer.i sie, wie vorstehend
angegeben, durch den Daumen 2.1. eingerückt ist, um das Werkzeug außer Arbeitsstellung,
d. i. die Höchstlage, zu bringen.
-
Durch Regelung des Druckes der zweiten Kraftquelle , (Feder 2o), sei
es mittels der Stellmuttern 23 oder mittels des Hebels 2i, kann man den Anpressungsdruck
der Reibscheiben 7 und 3 und damit die auf das Werkzeug ausgeübte Kraft sehr fein
einstellen.
-
Um zu starke Stöße zu vermeiden, kann der Steuerhebel zwischen Puffern
13, 14 auf dem Gestänge spielen.
-
Statt der im dargestellten Ausführungsbeispiel verwendeten Federn
17, 20 können beliebige Kraftquellen verwendet werden, z. B. im Gestell feste Druckluft-
oder Flüssigkeitszylinder, die von Hand gesteuerte Ventile haben, und in denen an
der Stange 15 feste Kolben spielen, oder auch Solenoide oder Elektromagnete.
-
Dadurch, daß die Steuerung gestattet, den hin und her gehenden Bären
oder das Werkzeug sofort außer Arbeitsstellung zu bringen und in zweiter Linie erst
die Maschine abzustellen, wird der wesentliche Vorteil erreicht, daß die Maschine
stets bei einer bestimmten, für die Bedienungsleute ungefährlichen Stellung des
Bären zum Stillstand kommt, «-ährend bei den üblichen Ausrückvorrichtungen, z. B.
mittels Riemenverschiebung oder Kupplung, die Stellung des Bären in dem Augenblick,
w o er zum Stillstand kommt, nicht vorher bestimmt werden kann, womit nicht die
gewünschte Sicherheit erreicht ist.