DE4042305A1 - Verfahren zur umwandlung von verbrennungswaerme in mechanische arbeit - Google Patents
Verfahren zur umwandlung von verbrennungswaerme in mechanische arbeitInfo
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Description
Es gibt zahlreiche Wärmekraftmaschinen, die auf unterschiedlichen Kreisprozessen
beruhen, wie beispielsweise dem Carnotschen oder dem Stirlingschen
Kreisprozeß (Literatur: Wilfried Kuhn, Physik, Band IIIB, Georg Westermann
Verlag, Erscheinungsjahr 1976, Seiten 112-121). Dabei gilt für den Wirkungsgrad
η von beliebigen Wärmekraftmaschinen, die dadurch mechanische Arbeit
verrichten, daß sie den Temperaturunterschied zwischen einem Wärmereservoir
mit der Temperatur TI und einem Wärmereservoir mit der niedrigeren Temperatur
TII ausnutzen:
Für Wärmekraftmaschinen, die nur Wärme an ein Wärmereservoir abgeben können,
ohne dabei Wärme aus einem heißeren Wärmereservoir zu entnehmen, muß Ausdruck
(1) nicht gelten.
Zu der Gruppe von Wärmekraftmaschinen, für die Ausdruck (1) nicht gelten muß,
gehören die Verbrennungskraftmaschinen, deren Wirkungsgrade bisher aber noch
weit vom Wert η=1 (bzw. 100%) entfernt sind. Ein Wirkungsgrad von η≃0,4
(bzw. 40%) gilt als guter Wert. Ein Grund dafür ist die Abwärme der Verbrennungsprodukte,
die nicht optimal genutzt wird. Hinzu kommt, daß bei den
bisher bekannten Verfahren zur Umwandlung von Verbrennungswärme in mechanische
Arbeit auch die Wärmeenergie, die bei der katalytischen Abgasreinigung frei
wird, nicht in mechanische Arbeit umgewandelt wird.
Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, den
Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Verbrennungswärme in mechanische Arbeit
zu verbessern.
Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile sind der hohe Wirkungsgrad, der
dem Grenzwert von 100% entgegenstrebt, wenn die Wärmekapazität des Brennstoff-
Luft-Gemisches näherungsweise so groß ist, wie die seiner Verbrennungsprodukte,
wenn außerdem sowohl Kompression als auch Ausdehnung des Arbeitsgases
adiabatisch verlaufen, wenn weiter im Wärmetauscher ein möglichst idealer
Wärmeaustausch stattfindet und wenn schließlich die Kompression auf immer
höhere Werte gesteigert wird. Da die Kompression und die Ausdehnung des
Arbeitsgases nicht isotherm, sondern adiabatisch verlaufen sollen, kann der
Kreisprozeß schnell ablaufen.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben.
Die Weiterbildung nach Anspruch 2 ermöglicht es, den Wirkungsgrad dieses
Verfahrens noch zu steigern, wenn die Verbrennung im Wärmetauscher nach
Anspruch 1 nicht vollständig zu den thermodynamisch stabilsten Verbrennungsprodukten
führt, weil die bei der katalytischen Abgasreinigung gebildete
Wärme zur zusätzlichen Erwärmung des Arbeitsgases im Wärmetauscher genutzt
werden kann.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 3
angegeben. Die Weiterbildung nach Anspruch 3 ermöglicht es, einerseits ein
anderes Arbeitsgas als Luft zu verwenden, wie beispielsweise Edelgas, das
auch bei der hohen Temperatur T3 zu keiner Korrosion der Wärmekraftmaschine
führt. Andererseits läßt sich die Erzeugung mechanischer Arbeit für einen
Durchlauf des Kreisprozesses durch Erhöhung des Druckes P1 steigern.
Die letzte vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 4 angegeben.
Die Weiterbildung nach Anspruch 4 ermöglicht es, den Wirkungsgrad
dieses Verfahrens noch weiter zu steigern. Dabei dürften gasförmige Brennstoffe
keine Probleme machen.
Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden im folgenden näher beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel nach Anspruch 1. Die auf der linken und rechten
Seite der Zeichnung dargestellten Hubkolbenkonstruktionen sind nur ein denkbares
Mittel zur Kompression bzw. Expansion des Arbeitsgases unter Verrichtung
mechanischer Arbeit. In den Wärmetauscher, der sich in der Mitte der Zeichnung
von unten nach oben erstreckt, ist der Brenner integriert. In dem Brenner
werden die auf die Temperatur T5 vorgewärmte Luft und der nicht vorgewärmte
Brennstoff vermischt und entzündet. Über dem Brenner am unteren Ende des
Wärmetauschers ist eine Flamme dargestellt, die die Verbrennung symbolisieren
soll. Die höchste Temperatur in der Verbrennungszone ist T6. Nach oben hin
nimmt die Temperatur der Verbrennungsprodukte bis auf die Temperatur T8 ab,
bevor sie den Wärmetauscher verlassen. Die Pfeile geben die Strömungsrichtungen
von Arbeitsgas, Luft, Brennstoff und Verbrennungsprodukten an;
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel nach Ansprüchen 1 und 3. Die Zeichnung unterscheidet
sich von der in Fig. 1 nur durch den geschlossenen Kreislauf für das
Arbeitsgas, wobei als weiterer Verfahrensschritt noch die Kühlung des Arbeitsgases
durch das umgebende Medium der Wärmekraftmaschine hinzukommt;
Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel nach Ansprüchen 1, 3 und 4. Die Zeichnung unterscheidet
sich von der in Fig. 2 nur dadurch, daß auch der Brennstoff im Wärmetauscher
auf die Temperatur T9 vorgewärmt wird;
Fig. 4 einen Sonderfall des Ausführungsbeispiels nach Ansprüchen 1, 3 und 4,
wie es in Fig. 3 für den allgemeinen Fall angegeben ist. Dieser Sonderfall
tritt ein, wenn die Wärmekapazität des Brennstoff-Luft-Gemisches näherungsweise
so groß ist, wie die seiner Verbrennungsprodukte. In einem Wärmetauscher,
in dem die Wärmeleitung in Strömungsrichtung vernachlässigbar ist
und nur senkrecht zu den parallel, aber entgegengerichtet strömenden wärmetauschenden
Medien stattfindet, ist dann bei ausreichend langsamen Strömungsgeschwindigkeiten
die Temperatur senkrecht zur Strömungsrichtung in beiden
Medien gleich. Analoge Überlegungen sollen auch für den Wärmeaustausch
zwischen Arbeitsgas und Verbrennungsprodukten gelten.
Nachfolgend soll der Wirkungsgrad für die Wärmekraftmaschine in Fig. 4 berechnet
werden. In ihr sollen Kompression und Expansion adiabatisch, also ohne
Austausch von Wärme mit der Umgebung, verlaufen. Zur Brechnung gibt es
zwei Wege.
Es wird davon ausgegangen, daß die erzeugte mechanische Arbeit gleich der
zugeführten Verbrennungswärme, ΔQVerbr, abzüglich der Abwärme, ΔQAbw, ist,
so daß für den Wirkungsgrad gilt:
Die zugeführte Verbrennungswärme wird vollständig auf das Arbeitsgas, das
bei konstantem Druck die Molwärme Cm,p besitzt, übertragen, weil die Verbrennungsprodukte
beim Verlassen der Wärmekraftmaschine ja die Temperatur
T1, also die Umgebungstemperatur, besitzen. Für 1 Mol Arbeitsgas gilt wegen
der Erwärmung bei konstantem Druck
ΔQVerbr = Cm,p · (T3-T2) (3)
Auch die Abwärme wird durch Abkühlung des Arbeitsgases bei konstantem Druck
an die Umgebung abgegeben. Es gilt:
ΔQAbw = Cm,p · (T4-T1) (4)
Einsetzen der Gleichungen (3) und (4) in Gleichung (2) ergibt:
Wegen der Adiabatengleichung
konstant = (6)
mit der universellen Gaskonstanten R gilt:
Aus Gleichungen (7) und (8) folgt:
Löst man Gleichung (9) nach T4 auf und setzt den so erhaltenen Ausdruck in Gleichung (5)
ein, dann ergibt sich für den Wirkungsgrad:
Die Druckabhängigkeit des Wirkungsgrades ergibt sich durch Einsetzen von
Gleichung (7) in (10):
Ließe sich die Kompression unendlich steigern, so daß P1/P2=0 wäre, dann
würde sich ein Wirkungsgrad von 100% ergeben.
Es wird von Gleichung (12) ausgegangen:
Der Betrag der von der Wärmekraftmaschine verrichteten Arbeit, | -ΔW |, ist
die Summe aller mechanischen Arbeiten, die von außen zugeführt (positives
Vorzeichen) bzw. nach außen abgegeben (negatives Vorzeichen) werden.
- 1. Adiabatische Kompression: W1 = +Cm,v · (T2-T1) (13)
- 2. Isobare Expansion: W2 = -R · (T3-T2) (14)
- 3. Adiabatische Expansion: W3 = -Cm,v · (T3-T4) (15)
- 4. Isobare Kompression: W4 = +R · (T4-T1) (16)
Darin ist Cm,v die Molwärme des Gases bei konstantem Volumen. Die Arbeit
ΔW, die ein Mol eines Gases beim Durchlauf des Kreisprozesses verrichtet,
ist also
ΔW = W1 + W2 + W3 + W4 (17)
Damit gilt:
Mit Cm,v=Cm,p-R ergibt sich aus Gleichung (18):
Da T3<T2, läßt sich Gleichung (20) auch so schreiben:
Der Ausdruck zwischen den Betragszeichen in Gleichung (21) ist bis auf das Vorzeichen
mit dem Ausdruck von Gleichung (5) identisch. Da Gleichung (5) nur positive Werte
liefern kann, liefert der Term zwischen den Betragszeichen von Gleichung (21) nur
negative Werte. Es folgt also
Ab Gleichung (22) unterscheiden sich Weg 1 und Weg 2 zur Herleitung von Gleichungen (10)
und (11) nicht mehr.
Claims (4)
1. Verfahren zur Umwandlung von Verbrennungswärme in mechanische Arbeit,
dadurch gekennzeichnet, daß
- 1.1 ein Arbeitsgas mit der Temperatur T1 und dem Druck P1 angesaugt und komprimiert wird, bis es die Temperatur T2 und den Druck P2 erreicht hat,
- 1.2 das Arbeitsgas dann durch ein Wärmetauschverfahren auf die Temperatur
T3 erwärmt wird, was dadurch erreicht wird, daß
- 1.2.1 die Temperatur der zur Verbrennung benötigten Luft in einem Wärmetauscher auf die Temperatur T5 erhöht wird, bedingt durch eine der Strömungsrichtung der Verbrennungsprodukte entgegengesetzte Strömungsrichtung der zur Verbrennung benötigten Luft, wobei T1≦T5≦T7 gilt, während sich im Wärmetauscher dadurch die Temperatur der Verbrennungsprodukte von der Temperatur T7 auf die Temperatur T8 verringert, wobei T1≦T8≦T7 und T2≦T7≦T6 gilt, bevor mit dieser Luft dann
- 1.2.2 ein Brennstoff verbrannt wird, wobei die Verbrennungsprodukte, die die Temperatur T6 besitzen,
- 1.2.3 dann das Arbeitsgas mit der Anfangstemperatur T2 in einem Wärmetauscher auf die Temperatur T3 erwärmen, bedingt durch eine der Strömungsrichtung des Arbeitsgases entgegengesetzte Strömungsrichtung der Verbrennungsprodukte, während sich dadurch im Wärmetauscher die Temperatur der Verbrennungsprodukte von der Temperatur T6 auf die Temperatur T7 verringert und schließlich
- 1.3 das Arbeitsgas durch seine Ausdehnung mechanische Arbeit verrichtet und danach die Temperatur T4 und den Druck P1 besitzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher
zusätzlich Substanzen enthält, die den Zweck der katalytischen
Reinigung der bei der Verbrennung entstehenden Abgase haben, so daß
die dabei gebildete Wärme zur zusätzlichen Erwärmung des Arbeitsgases
im Wärmetauscher genutzt werden kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsgas
nach seiner Expansion unter Abkühlung von der Temperatur T4 auf die
Temperatur T0 bei dem Druck P1 wieder dem Kompressor zugeführt wird,
wobei T1≦T0<T4 gilt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auch der Brennstoff,
ebenso wie die zur Verbrennung benötigte Luft, im Wärmetauscher
erwärmt wird, wobei für diese Temperatur T9 dann T1≦T9≦T7 gilt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4042305A DE4042305A1 (de) | 1990-12-31 | 1990-12-31 | Verfahren zur umwandlung von verbrennungswaerme in mechanische arbeit |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE4042305A DE4042305A1 (de) | 1990-12-31 | 1990-12-31 | Verfahren zur umwandlung von verbrennungswaerme in mechanische arbeit |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4042305A1 true DE4042305A1 (de) | 1992-07-02 |
Family
ID=6421735
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4042305A Withdrawn DE4042305A1 (de) | 1990-12-31 | 1990-12-31 | Verfahren zur umwandlung von verbrennungswaerme in mechanische arbeit |
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