DE404189C - Verfahren zur Herstellung von ueberfetteten Seifen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von ueberfetteten SeifenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von überfetteten Seifen. Den Gegenstand des vorliegenden Patentes bildet ein -'erfahren zur Herstellung eines Wollfettproduktes, das als Zusatz für Fettseifen aller Art geeignet ist, und zwar durch @'erseifung von Rohwollfett.
- Es ist l:ekannt, daß die Wachsarten und ebenso das Rohwollfett sich nur schwer vollkommen verseifen lassen. Der Gehalt an freien Fettsäuren im Wollfett wird bei der V:erseifungsoperation sehr schnell und mit großer Reaktionswärme verseift. Um so schwerer ist es, den sogenannten schwer verseifbaren Anteil zu spalten, der aus den wachsartigen,hochniolekularenEstern besteht. Daher verläuft der \'erseifungsprozeß nach dem Absättigen der freien Fettsäure sehr träge und muß mit hochkonzentrierten und im größeren Überschuß angewendeten Laugen durchgeführt werden. lein technisch macht diese Art der @'erseifung ziemliche Schwierigkeiten. Arbeitet mati finit konzentrierten Alkalien, so verdampft bei der zunächst eintretenden stürmischen Absättigung der freien Säuren infolge der über oo" hinausgehenden Temperatursteigerung unter starkem Schäumen ein großer Teil des Wassers, und der Erfolg ist, daß das unbe-;lingt notwendige Durchmischen des Ansatzes praktisch undurchführbar ist. Arbeitet man wiederum mit v erdünnteren Laugen, so hat es sich als unmöglich erwiesen, den schwer verseifbaren Anteil restlos zu spalten.
- Man kann aber ohne große technische Schwierigkeiten eine völlige Spaltung des Wollfettes dadurch erreichen, daß man das Wollfett im geschlossenen Gefäß mit der entsprechenden Menge Alkalien beiTemperaturen bis zu L+5 ° bei Gegenwart von Wasser verseift. Im geschlossenen Gefäß hat man e@s in der Hand, die Konzentration der Lauge konstant zu erhalten und auch ohneLaugenüberschuß zu arbeiten. Das Resultat dieser Arbeitsweise ist ein Gemisch der Alkalisalze der Wollfettsäuren mit den freien Alkoholen, die als solche mit ihren wertvollen Eigenschaften erhalten sind und nicht, wie es z. B. bei dem ebenfalls vorgeschlagenen Verfahren, Wollfett mit trockenem Alkali im Autoklav en zu erhitzen, in die korrespondierenden Säuren übergeführt sind.
- Man hat bisher in .der Seifenfabrikation es für wichtig gehalten, das Wollfett möglichst nur auf Säuren zu verarbeiten, um diese Säuren als Seifenbestandteile zu verwenden. Die Wollfettsäuren mit ihrem durchschnittlichen Molekulargewicht von 323 sind aber für die Seifenherstellung an sich nicht gut brauchbar. Wohl aber haben sie die wichtige Eigenschaft, im Gemisch mit anderen Fettsäuren härtend zu wirken, so :daß der Seifensieder in der Lage ist, feste Seifen mit verhältnismäßig hohen Anteilen weicherer Fettsäuren herzustellen.
- Wollte man aber die Wollfettsäure, wie es bereits vorgeschlagen ist, im Gemisch mit anderen Fettsäuren zu Seifen verarbeiten, so steht man wieder vor der Frage, aus dem Verseifungsprodukt des Wollfettes die höheren Fettsäuren von den höheren Alkoholen zu trennen, was technisch recht schwierig ist. Es existieren eine ganze Reihe von Vorschlägen, diese Trennung auf nassem Wege vorzunehinen oder auch auf dem Wege der Destillation, aber diese Versuche, .die im übrigen bei den bisher unvollkommen verseiften Produkten noch ganz besonders kompliziert sind, verteuern das Pr(xlukt in hohem Maße und verschlechtern es auch beispielsweise, soweit die Isolierung durch Destillation geschehen soll.
- Nach der vorliegenden Erfindung soll nun die Verwendung der Wollfettsäuren zur Seifenfabrikatio:i in der Weise geschehen, daß Seifen weicherer Fettsäuren dem Verseifungsprodukt zugesetzt werden, das dadurch entsteht, daß nach dem vorliegenden Verfahren Wollfett vollständig verseift, (las Verseifungsprodtikt ausgesalzen und dieses ververwendet wird. 1)as Verseifungsprodukt enthält neben der reinen @@"ollfettseife auch die Wollfettalkohole, und diese dienen gleichzeitig in den fertigen Seifen als Überfettungsmittel.
- Es hat sich gezeigt, claß dieses \'erseifungsgenlisch wider Erwarten sich mit anderen Seifen bei ihrer Herstellung glatt verbindet und insbesondere auch die Wollfettalkohole ohne jede Schwierigkeit in den Seifenkern aufgenommen werden. Dieses ist um so beinerkenswerter, als beispielsweise rohes oder in der bisher üblichen Weise nur unvollkominen verseiftes Wollfett sich sehr schwer und unvollkommen finit Seifen verbindet und minderwertige Mischseifen ergibt. Man ist genötigt, anzunehmen, daß hier die schwer verseifbaren Ester des Wollfettes das Hindernis für die homogene Aufnahme in den Fettseifenkern bilden.
- Der Zusatz des Wollfett-Seifen-Alkohol-Gemisches zu anderen Seifen hat selbstverständlich, wie der Zusatz jeden überfettungsmittels, seine Grenze.
- Irrfinder hat festgestellt, daß das Optimum dieses Zusatzes etwa bei einer Menge des GeinischeS liegt, die 20 Prozent lZohwollfett eiltspricht. Dieser Zusatz enthält etwa 3,7 Prozent Wollfettalkohol, und diese Zahl stellt in der Voraussetzung, daß nicht noch andere L?berfettungsinittel verwendet sind, den Überfettungsgrad der fertigen Seife dar.
- Es soll im folgenden ein Beispiel für die Arbeitsweise gegeben werden: In einem Autoklaven werden iooo kg Roh-Wollfett finit der entsprechenden Menge Alkali unter Druck bei etwa 145° verseift. Nach der mehrere Stunden dauernden Verseifung wird sodann die Seife ausgesalzen und ergibt je nach der Reinheit des angewandten Wollfettes einen Kern von ungefähr i5oo bis i ooo kg Ausbeute. Den 16oo kg Wollfettseifenkern, also dem Gemisch von Wollfett-:=eife und Wollfettalkohol, werden 4ooo kg Tranfettsäure oder sonstige Fette beigefügt und das Ganze bei etwa io5° in homogene Mischung bzw. Lösung gebracht. Sodann «erden boo kg technisches Ätznatron, (las in i 8oo kg Wasser gelöst ist, zugegeben und die Verseifung in bekannter Weise zu Ende geführt.
- Die Masse wird sodann ausgesalzen und ergibt einen Kern von etwa 63 Prozent Fettgehalt, von dein etwa 3,7 auf die Überfettung (huch die Wollfettalkohole kommen.
- Bei dieseln Verfahren ist eine ü1 erfettete, feste Seife entstanden, die einerseits einen verhältnismäßig sehr hohen Prozentsatz weicher Fettsäuren enthält, und bei deren Herstellung anderseits das zugesetzte Wollfettpräparat nicht verteuert und verschlechtert ist durch dieTrennung derWollfettsäuren von den Wollfetta.lkoholen. Letztere haben sich dabei als vorzügliche @'l)erfettungsmittel ergeben.
Claims (1)
- PATENT-ANsPRUcn. `"erfahren zur Herstellung von überfetteten Seifen, dadurch gekennzeichnet, (iaß man Rohwollfett in bekannter Weise im Autosklaven mittels Alkalien verseift, die Seife ohne Abtrennung der Wollfettalkohole aussalzt und den so erhaltenen Seifenkern bei .der üblichen Herstellung von Seifen aus anderen Fetten mit verwendet.
Priority Applications (1)
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| DE404189C true DE404189C (de) | 1924-10-14 |
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