Die Erfindung betrifft einen Sensor zur Erzeugung von elektrischen Signalen, welche
die Stellung eines Objektes wiedergeben, gemäß dem Oberbegriff des Patent
anspruchs 1
Zur Messung der Stellung eines Objekts, beispielsweise der Drehlage einer Welle, ist
es bekannt, auf einer mit der Welle verbundenen Scheibe, sogenannte Codebahnen
aufzubringen, die beispielsweise optisch oder magnetisch abgetastet werden und
codierte Signale liefern, die der jeweiligen Winkelstellung entsprechen. Dabei
beinhalten die entstehenden digitalen Signale jeweils einen Absolutwert der
Winkelstellung. Je größer dabei die gewünschte Auflösung ist, um so mehr parallele
Spuren sind erforderlich. So erfordert beispielsweise eine Auflösung von 48
Stellungen bereits sechs Binärstellen, also sechs Spuren, und sechs optische bzw.
magnetische Abtastelemente.
Um eine hohe Auflösung bei einer geringen Anzahl von Spuren und Abtastelemente
zu erzielen, sind sogenannte Inkrementalgeber bekanntgeworden, bei denen pro
Stellungs-Inkrement ein Impuls erzeugt wird, der einem Zähler zugeführt wird. Zur
Unterscheidung der Bewegungsrichtung ist es bei diesen Inkrementalgebern
bekannt, zwei phasenverschobene Spuren anzuordnen, die mit je einem Abtast
element abgetastet werden. Eine einfache Auswertung ergibt dann die Zählimpulse
und zusätzlich eine Richtungsinformation für den Zähler.
Bei diesen bekannten Inkrementalgebern macht sich jedoch das Fehlen einer
Information über die absolute Stellung nachteilig bemerkbar. So liegt beispielsweise
nach dem Einschalten einer mit einem derartigen Inkrementalgeber versehenen
Einrichtung keine Information über die absolute Stellung vor, wenn das Objekt beim
Einschalten eine beliebige Stellung aufweist. Außerdem können durch Zählfehler
Fehler bezüglich der absoluten Stellung auftreten. Insbesondere bei sicherheits
relevanten Anwendungen in Kraftfahrzeugen können jedoch derartige Fehler nicht
zugelassen werden.
Gemäß der US-PS 4 736 187 ist ein Sensor zur Erzeugung von elektrischen
Signalen bekannt, bei welchen ein Inkrementalgeber durch Abtastung von periodisch
wiederkehrenden Markierungen Zählimpulse .und eine Richtungsinformation
erzeugen, wobei Mittel zur Abtastung weiterer Markierungen vorgesehen sind, die
bei der Bewegung des Objektes serielle Signale erzeugen, welche einen Absolutwert
der Stellung beinhalten. Dabei sind die periodisch wiederkehrenden Markierungen
auf zwei Spuren aufgebracht, wobei eine Markierung der einen Spur um im
wesentlichen eine halbe Markierungsbreite gegenüber der zweiten Markierung auf
der anderen Spur phasenverschoben ist.
Die den Absolutwert beinhaltenden Markierungen und Stützpunktmarkierungen sind
auf einer weiteren Spur enthalten. Die Stützpunktmarkierungen kennzeichnen dabei
den Wortanfang bzw. das Wortende der seriellen Signale.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Sensor zur Erzeugung von
elektrischen Signalen, welche die Stellung eines Objekts wiedergeben,
vorzuschlagen, bei welchem mit einer geringen Anzahl von Spuren und Abtast
elementen eine hohe Auflösung möglich ist und bei dem in genügendem Ausmaß
Informationen über die absolute Stellung erzeugt werden.
Der erfindungsgemäße Sensor ist durch die Merkmale des Kennzeichens des
Patentanspruchs 1 charakterisiert.
Der erfindungsgemäße Sensor ermöglicht in geringen Abständen bei der Relativ
bewegung zwischen der Codebahn und dem Abtastelement die Gewinnung einer
Information über den Absolutwert, womit ein vorhandener Inkrementalzähler
korrigiert werden kann.
Bei Erreichen einer Stützpunktmarkierung wird der seriell codierte Absolutwert der
Stellung bei der Stützpunktmarkierung zugeordnet. Je weiter die Stützpunkte aus
einander liegen, um so mehr Binärstellen können zur Bildung des Zahlenwertes
herangezogen werden, und um so genauer läßt sich der Absolutwert auflösen.
Weiterhin ist eine einfache Trennung der Stützpunktmarkierungen und der den
Absolutwert beinhaltenden Markierungen möglich.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin,
daß die Inkrementalgeber bei Bewegung des Objekts zwei
gegeneinander phasenverschobene Impulsreihen erzeugen, daß
die Mittel zur Abtastung der weiteren Markierungen den
Absolutwert beinhaltende Signale erzeugen, wenn eine
logische Verknüpfung der Impulsreihen einen ersten Wert
ergibt und daß die Mittel zur Abtastung der weiteren
Markierungen Stützpunktimpulse erzeugen, wenn eine logische
Verknüpfung der Impulsreihen einen zweiten Wert ergibt.
Eine einfache schaltungstechnische Realisierung des
erfindungsgemäßen Sensors wird dadurch ermöglicht, daß mit
Ausgängen der Inkrementalgeber und der Mittel zur Abtastung
weiterer Markierungen eine an sich bekannte Codierschaltung
verbunden ist, welche aus den Impulsreihen Zählimpulse und
eine Richtungsinformation ableitet, die einem Zähler
zuführbar sind, und daß ferner die Impulsreihen und die von
den Mitteln zur Abtastung weiterer Markierungen erzeugten
Signale einer Logikschaltung zuführbar sind, welche unter
Auswertung der Impulsreihen die Stützpunktimpulse von den
den Absolutwert beinhaltenden Signalen trennt, und daß die
den Absolutwert beinhaltenden Signale einem
Seriell-parallel-Wandler zuführbar sind, der von den
Stützpunktimpulsen synchronisiert wird.
Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Eine
davon ist schematisch in der Zeichnung anhand mehrerer
Figuren dargestellt und nachfolgend beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der bei dem
erfindungsgemäßen Sensor erzeugten Impulse und
Fig. 2 ein Blockschaltbild eines Beispiels einer
Auswerteschaltung für den erfindungsgemäßen Sensor.
Gleiche Teile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
Da Einrichtungen zur Abtastung von Codebahnen durch die
bekannten Inkrementalgeber und Winkelcodierer hinreichend
bekannt sind, wird auf eine Darstellung und Erläuterung
dieser bekannten Einrichtungen verzichtet. Das beschriebene
Ausführungsbeispiel geht von drei Spuren aus, die von je
einem Abtastelement abgetastet werden. Unter der
Voraussetzung, daß die Abtastelemente wie üblich in einer
Reihe quer zur Bewegungsrichtung angeordnet sind, ergeben
sich die in Fig. i dargestellten Impulse, deren Lage der
Anordnung der zugehörigen Markierungen entspricht.
Die Impulsreihen A und B entsprechen denjenigen der
bekannten Inkrementalgeber und sind gegeneinander um etwa
90° phasenverschoben. Die Impulse einer dieser Impulsreihen
können unmittelbar zur Bildung eines angenommenen
Absolutwertes gezählt werden, während die Zählrichtung
dadurch bestimmt wird, daß mit vorgegebenen Flanken einer
der Impulsreihen der jeweilige logische Pegel der anderen
Impulsreihen abgetastet wird. Ist beispielsweise während der
Vorderflanken der Impulsreihe B der logische Pegel der
Impulsreihe A gleich H, so liegt eine der
Bewegungsrichtungen vor, während bei einer entgegengesetzten
Bewegung die in Fig. 1 als Rückflanken dargestellten Flanken
der Impulsreihe B Sprünge von L auf H darstellen - also
Vorderflanken sind. Während dieser Flanken ist jedoch der
Wert der Impulsreihe A gleich L, was als Information für die
umgekehrte Bewegungsrichtung gewertet wird.
Auf einer dritten Spur ist bei dem erfindungsgemäßen Sensor
durch entsprechende Markierungen ein Codesignal C
aufgebracht. Dieses enthält in serieller Form mehrere
Impulse CA, welche die Binärstellen der absoluten Stellung
darstellen - in dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel, also
den Wert 1010. Dieser Wert gilt für eine Stellung, die durch
eine Stützpunktmarkierung CS gegeben ist, welche
gleichzeitig für die folgende Auswertung der Codesignale den
Wortanfang markiert.
Zur Unterscheidung zwischen Impulsen CS, welche einen
Stützpunkt markieren, und der Codierung CA des Absolutwertes
ist vorgesehen, daß die Stützpunktmarkierungen CS an Stellen
der dritten Spur aufgezeichnet werden, neben denen die
Markierungen für die Signale A und B beide den Wert H
aufweisen. Die Codesignale CA sind auf der dritten Spur an
denjenigen Stellen aufgezeichnet, neben denen die
Markierungen für die Signale A und B die Werte L einnehmen.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel wurde
der Übersichtlichkeit halber ein Codesignal zur Markierung
der absoluten Stellung von wenigen, nämlich vier
Binärstellen dargestellt. Bei der praktischen Ausführung der
Erfindung wird jedoch eine Optimierung der Zahl der
Binärstellen vorgenommen. Das Ergebnis ist abhängig von der
Anzahl der Inkremente, die den gesamten Verstellbereich
bilden. Werden beispielsweise für den Stellbereich einer
Drosselklappe von etwa 90° 128 Inkremente vorgesehen,
entspricht ein Inkrement einer Winkeländerung von weniger
als 1°.
Für die Darstellung der absoluten Stellung ist hierbei eine
Zahl mit sieben Binärstellen erforderlich; das Codesignal CA
ist also sieben Impulse A bzw. B lang. Daraus ergibt sich
ein Abstand der Stützpunkte von mindestens
α = 90°·7/128 = 4,92°. Dieser Winkel reicht bei vielen
Anwendungen aus, um genügend häufig einen Absolutwert zu
erhalten. Durch kleinere Inkremente läßt sich dieser Winkel
verkleinern. Bei 256 Inkrementen ergibt sich beispielsweise
α = 2,8°, bei 512 Inkrementen α = 1,6°.
Bei der Schaltungsanordnung nach Fig. 2 gibt der Sensor 1
wie ein bekannter Inkrementalgeber die phasenverschobenen
Impulsreihen A und B ab. Außerdem wird von einer dritten
Spur das Codesignal C gelesen. Die Signale A, B und C werden
einem an sich bekannten Encoder 2 zugeführt, der an seinen
Ausgängen 3, 4 Zählimpulse und ein Richtungssignal abgibt.
Die Zählimpulse werden in einem Zähler 5 gezählt, wobei
entsprechend dem Richtungssignal der Zähler aufwärts oder
abwärts zählt. Mit jedem Zählimpuls wird das m Bit breite
Ausgangssignal des Zählers in ein Register 6 geladen, dessen
Ausgang mit einem Prozessor 7 verbunden ist, der die
Auswertung des Zählerstandes für Steuerungs- bzw.
Regelzwecke, beispielsweise für einen Soll/Istwertvergleich,
vornimmt.
An weiteren Ausgängen des Encoders stehen direkt die Signale
A, B und C sowie die invertierten Signale A und B an. Eine
erste Und-Schaltung 8 verknüpft die Signale A und B. Am
Ausgang dieser Und-Schaltung stehen damit Impulse an, welche
die in Fig. 1 dargestellten H-Fenster kennzeichnen.
In entsprechender Weise werden die Signale A und B mit einer
weiteren Und-Schaltung 9 verknüpft, an deren Ausgang Impulse
zur Kennzeichnung der L-Fenster anliegen. Eine weitere
Und-Schaltung 10 verknüpft das Ausgangssignal der
Und-Schaltung 8 mit dem Codesignal C, wodurch Impulse
entstehen, die den Stützpunktmarkierungen entsprechen. Diese
Impulse werden einer Schaltung 11 zur Steuerung der Register
zugeführt, von welcher der Zähler 5 zurückgesetzt wird, so
daß im Zähler 5 und im Register 6 lediglich die Zählimpulse
gezählt bzw. gespeichert werden, die seit dem letzten
Abtasten einer Stützpunktmarkierung erzeugt werden. Dadurch werden
vorangegangene Zählfehler annulliert.
Das Ausgangssignal der Und-Schaltung 9, das die L-Fenster darstellt,
wird einem weiteren Zähler 12 zugeführt, dessen Ausgänge mit einem
Demultiplexer 13 verbunden sind. Die Richtung des Zählers ist ebenfalls
mit Hilfe des Richtungssignals steuerbar. Die Ausgangssignale des Demul
tiplexers 13 und das Codesignal C werden einem weiteren Register 14
zugeführt, das von der Schaltung 11 zur Steuerung der Register zurück
gesetzt wird. Entsprechend dem aktuellen Wert des Zählers 12 steuert
der Demultiplexer 13 jeweils eine Zelle des Registers 14 an, die mit dem
aktuellen Wert des Codesignals C geladen wird. In dem Register 14
werden damit die einzelnen Binärstellen des seriellen Codesignals
"gesammelt" und liegen dort als paralleles Codesignal vor.
Die Schaltung 11 zur Steuerung der Register gibt an den Takteingang
eines weiteren Registers 15 einen Impuls zum Laden der im Register 14
stehenden Daten ab. Damit steht der jeweilige Wert des Codesignals
zur Abfrage durch den Prozessor 7 bereit. Im Prozessor wird die genaue
Stellung des zu messenden Objekts durch Addition der Inhalte der
Register 15 und 6 berechnet.