DE4041204C2 - Verfahren zur adaptiven Schwellwerteinstellung - Google Patents
Verfahren zur adaptiven SchwellwerteinstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, wie es aus der DE-C2-31 12 323 bekannt
ist.
Bei dem dort beschriebenen Verfahren wird ein zu überwa
chendes Gebiet, insbesondere eine Schiffahrtsstraße, durch
ein Raster in Teilgebiete, die im folgenden auch als Ein
zelfelder bezeichnet werden, unterteilt. Mehrere Einzel
felder sind zu einem Rahmen, der im folgenden auch als
Meßfenster bezeichnet wird, zusammengefaßt. Zur Schwell
wertbildung wird zunächst für alle Einzelfelder des Meß
fensters ein erster Mittelwert der Echointensität gebil
det. Dieser wird gegebenenfalls mit einem Bewertungsfaktor
größer eins multipliziert. Dann werden diejenigen Einzelfelder
von der Weiterbearbeitung ausgeschlossen, deren Intensität grö
ßer als der bewertete erste Mittelwert ist. Für die verbleiben
den Einzelfelder wird ein zweiter Mittelwert gebildet. Dieser
bildet den gesuchten Schwellwert.
Darüber hinaus ist aus der US 4,845,500 ein Verfahren für ein
Überwachungsradar bekannt, bei dem für ein aus mehreren Einzel
feldern bestehendes Meßfenster ein adaptiver Schwellwert gebil
det wird. Dabei wird dieser Schwellwert aus einer Linearkombi
nation von Mittelwert und Standardabweichung der Echoamplituden
erzeugt.
Es hat sich nun herausgestellt, daß dieses Verfahren vor allem
im Nahbereich einer Radaranlage zu Fehlinformation führt. Auch
Zielanhäufungen im Fernbereich führen zu falschen Informationen
über die tatsächliche Zielinformation. Es hat sich nun weiter
herausgestellt, daß diese Probleme einerseits auf einem zu
kleinen Meßfenster beruhen. Andererseits ist der dort implemen
tierte Algorithmus nicht in der Lage zu verhindern, daß auch
Zielinformation bei schwer zu entscheidenden Grenzfällen
fälschlicherweise als Clutter interpretiert wird. Damit wird
eine falsche Clutterverteilung vorgetäuscht und die entspre
chenden Schwellen im allgemeinen zu hoch angesetzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Verfahren
dahingehend zu verbessern, daß mit großer Sicherheit eine
Fehlinterpretation von Zielinformation ausgeschlossen wird.
Die Lösung dieser Aufgabe ist im kennzeichnenden Teil des Pa
tentanspruchs 1 beschrieben. Die weiteren Ansprüche beinhalten
vorteilhafte Ausführungen und/oder Weiterbildungen des erfin
dungsgemäßen Verfahrens.
Ein erster Vorteil der Erfindung besteht darin, daß es möglich
ist, für den Clutter einen Schwellwert anzugeben, der sowohl
örtlich als auch zeitlich adaptiv ist.
Ein zweiter Vorteil besteht darin, daß es sehr zuverlässig
möglich ist, insbesondere bei dem Anwendungsgebiet Schiff
fahrt, zur Bildung des Schwellwertes Zielinformation aus
zuschließen und lediglich aus der verbleibenden (Clutter-)
Information den örtlich und zeitlich adaptiven Schwellwert
für Clutter zu bestimmen.
Ein dritter Vorteil besteht darin, daß zu der Bestimmung
des Schwellwertes sowohl ein fest vorgebbares Meßfenster,
das aus einer fest vorgebbaren Anzahl von Einzelfeldern
besteht, verwendbar ist als auch ein variables Meßfenster,
dessen Anzahl der Einzelfelder örtlich und/oder zeitlich
veränderlich ist. Dadurch ist eine sehr flexible Anpassung
an die vorhandene Ziel- und/oder Cluttersituation möglich.
Die Erfindung bezieht sich auf die Überwachung eines
größeren Gebietes, insbesondere bei der Schiffahrt. Das
Gebiet ist rasterförmig in Einzelfelder, die aus mehreren
Radarauflösungszellen bestehen, aufgeteilt. Mehrere Ein
zelfelder sind zu einem Meßfenster zusammengefaßt. Die
Größe des Meßfensters sowie diejenige des Einzelfeldes ist
beispielsweise entsprechend dem zu überwachenden Gebiet
sowie der gewünschten örtlichen Auflösung wählbar. Dabei
kann die Größe des Meßfensters fest oder variabel gewählt
werden. Beispielsweise besteht ein Meßfenster aus einund
zwanzig Einzelfeldern. Die Erfindung betrifft eine Auswer
tung der Radarsignale im Videobereich. Dabei ist jedem
Einzelfeld ein Amplitudenwert zugeordnet, welcher der
Echointensität entspricht. Die Erfindung beruht darauf,
daß für jedes Meßfenster ein (Amplituden-) Schwellwert ge
bildet wird. Besonders vorteilhaft ist es, wenn dieser
Schwellwert nur in einem bestimmten Einzelfeld gilt, das
auch Meßfeld oder Zentralfeld genannt wird. Dieses Meßfeld
wird im allgemeinen im Mittelpunkt oder Schwerpunkt des
Meßfensters angeordnet. Zu benachbarten Meßfeldern gehören
daher sich überlappende Meßfenster. Jedes Meßfenster kann
daher einen anderen Schwellwert besitzen. Auf diese Weise
können unterschiedliche Clutterarten berücksichtigt wer
den, z. B. Nah- oder Fernfeldclutter, See- und/oder Wol
kenclutter. Für jede Clutterart wird ein Schwellwert be
stimmt, der in vorteilhafter Weise außer der beschriebenen
Ortsabhängigkeit zusätzlich noch eine Zeitabhängigkeit be
sitzt. Dadurch ist auch zeitabhängiger Clutter, z. B. sich
ändernder Seegang während eines Sturmes, sehr zuverlässig
erfaßbar. Die Schwellwerte werden in überraschender Weise
nur aus der in einem Meßfenster vorhandenen Clutterinfor
mation gebildet, Zielinformation wird zuverlässig ausge
schlossen.
Anschließend an die Schwellwertbildung wird innerhalb ei
nes Meßfensters, insbesondere innerhalb eines ausgewählten
Einzelfeldes, dem sogenannten Meßfeld (Zentralfeld), jeder
Amplitudenwert einer Radarauflösungszelle mit dem zu dem
Meßfenster gehörenden Schwellwert verglichen. Eine Zielin
formation liegt vor, wenn der Amplitudenwert größer als
dieser Schwellwert ist.
Da nun in einem Meßfenster sowohl Clutter- als auch Ziel
information vorhanden sein kann, ist es zur Bildung des
Schwellwertes erforderlich, zunächst alle Zielinformation
von der Weiterverarbeitung auszuschließen. Dieses erfolgt
dadurch, daß innerhalb des Meßfensters zunächst diejenigen
Einzelfelder, in denen Zielinformation vorhanden ist, von
der Weiterverarbeitung ausgeschlossen werden. Der Schwell
wert wird dann auf der Grundlage der verbleibenden Einzel
felder, die dann nur noch Clutterinformation enthalten,
ermittelt. Die Bestimmung dieser Einzelfelder erfolgt
durch
1. eine Vorselektion, bei der alle Einzelfelder, in
denen mit hoher Wahrscheinlichkeit Zielinformation
vorhanden ist, ausgeschieden werden und
2. mindestens einen daran anschließenden Durchlauf,
in dem auch noch diejenigen Einzelfelder, die stö
rende Reste von Zielinformation enthalten, ausge
schieden werden.
Anschließend wird auf der Grundlage der verbleibenden Ein
zelfelder der Schwellwert gebildet und dann insbesondere
die Amplituden der Radarauflösungszellen innerhalb des
Meßfeldes oder alle Amplituden der Radarauflösungszellen
innerhalb des Meßfensters mit dem zu diesem gehörenden
Schwellwert verglichen. In dem Meßfeld oder einem anderen
Einzelfeld liegt Zielinformaton vor, wenn die zugehörige
Amplitude größer als der Schwellwert ist. Dieses Verfahren
wird im folgenden näher erläutert.
Bei der Erfindung wird innerhalb eines Meßfensters jedem
Einzelfeld i, mit i = 1 bis N (N = Anzahl der Einzelfelder
innerhalb des Meßfensters), ein Amplitudenwert Müi und
eine Standardabweichung σi zugeordnet, gemäß den Formeln
und
Dabei bedeuten M, z. B. M ≧ 64, die Anzahl der Radarauf
lösungszellen innerhalb eines Einzelfeldes und ax die zu
der Radarauflösungsszelle x gehörende lineare Amplitude
der Echointensität im Videobereich einer Radaranlage.
Nach dem ersten oben genannten Durchlauf entstehen für das
Meßfenster ein vorläufiger linearer Gesamtmittelwert MW
für die Amplituden Müi und eine vorläufige Gesamtstandard
abweichung SIGMA gemäß den Formeln
und
Die beiden Werte können, sofern aus technischen und/oder
statistischen Gründen erforderlich, noch mit einem Bewer
tungsfaktor multipliziert werden. Diese sind dann bewer
tete Vergleichswerte für Müi und σi der Einzelfelder.
Diese werden von der Weiterverarbeitung ausgeschlossen,
wenn Müi und/oder σi größer als MW bzw. SIGMA sind.
Ein zweiter oder mehrere weitere Durchläufe bewirken le
diglich, daß MW und SIGMA zuverlässiger werden. Nach dem
letzten Durchlauf entstehen endgültige Werte für MW und
SIGMA, aus denen dann der gesuchte Schwellwert bestimmt
wird, was weiter unten noch näher erläutert wird.
Die oben erwähnte Vorselektion verhindert bereits vor der
Bildung des vorläufigen Gesamtmittelwertes MW, daß starke
Amplituden, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Ziel
echos, z. B. Schiffechos, darstellen, zu einem falschen
Gesamtmittelwert MW führen und damit auch zu falschen
Schwellwerten für die Meßfenster. Zielinformation, z. B.
Schiffechos, die den vorläufigen Gesamtmittelwert MW er
höht, bewirkt, daß eventuell noch solche Einzelfelder zur
Clutterbestimmung zugelassen werden, die keine reine Clut
terinformation sondern auch noch störende Zielinformation
enthalten. Dadurch wären Entscheidungsschwellen für Nutz-
oder Störinformation nicht mehr rein clutteradaptiv son
dern könnten aufgrund fehlinterpretierter Zielechos zu
hoch angesetzt sein.
Bei der Vorselektion werden für das Meßfenster zunächst
feste Werte vorgegeben, z. B. Mü1 bis Mü4 für den Amplitu
denmittelwert Müi und S1 bis S4 für die Standardabweichung
σi. Diese festen Werte basieren auf Meß- und/oder Erfah
rungswerten. Beispielsweise kann man nur die von einer
Schiffsschraube verursachte Wellenbildung, die sogenannte
Hecksee, erfassen und aus den zugehörigen Amplituden der
Einzelfelder die festen Werte bestimmen. Demjenigen Meß
fenster, das im wesentlichen die Hecksee erfaßt, können
auf diese Weise zunächst feste (Erfahrungs-) Werte für MW
und SIGMA vorgegeben werden. Analog kann beispielsweise
mit einem Meßfenster, das im wesentlichen Wolken umfaßt,
verfahren werden. Es ist ersichtlich, daß zu diesen ört
lich verschiedenen Meßfenstern auch unterschiedliche vor
gebbare MW- und SIGMA-Werte gehören können. Auf diese
Weise können zunächst jedem Meßfenster feste, vorgebbare
MW- und SIGMA-Werte, die nur dem in diesem Meßfenster vor
handenen Clutter entsprechen, zugeordnet werden. Bei der
Vorselektion werden die zu den Einzelfeldern gehörenden
Werte Müi und σi mit den zunächst vorgegebenen MW- bzw.
SIGMA-Werten MÜ1 bis Mü4 bzw. S1 bis S4 verglichen. Es
wird nun vorläufig angenommen, daß Zielinformation in ei
nem Einzelfeld vorliegt, wenn Müi und/oder σi größer sind
als die zugehörigen zunächst fest vorgegebenen Werte. Ein
zelfelder, in denen auf diese Weise bestimmte Zielinforma
tion vorliegt, werden nun von der weiteren Bearbeitung
ausgeschlossen. Durch diese Vorselektion wird vorteilhaf
terweise vorab eine störende Beeinflussung der später noch
genauer erläuterten Bildung des örtlich und zeitlich adap
tiven Schwellwertes erheblich vermindert. Bei dieser Vor
selektion können z. B. Einzelfelder, in denen eindeutige
Zielinformation von Schiffen vorliegt, von der weiteren
Bearbeitung ausgeschlossen werden. Allerdings können mit
einer geringen Wahrscheinlichkeit immer noch Einzelfelder,
die störende Reste der Zielinformation enthalten, vorkom
men. Nach dieser Vorselektion sind in dem Meßfenster zur
Bestimmung des Schwellwertes nur noch Einzelfelder zuge
lassen, die im wesentlichen Clutter und eventuell geringe,
aber störende Reste der Zielinformation enthalten. Um auch
diese störende Reste zu entfernen, schließt sich nun eine
weitere Selektion der Einzelfelder an. Diese Selektion be
steht, entsprechend der erforderlichen Zuverlässigkeit,
aus mindestens einem Durchlauf, der folgende Verfahrens
schritte enthält:
- a) aus den (nach der Vorselektion) verbleibenden Ein zelfeldern werden MW- und SIGMA-Werte ermittelt, gemäß den eingangs genannten Formeln (3) und (4). Dieser Amplitudenmittelwert MW und damit auch der davon abhängige SIGMA-Wert wird noch mit einem Bewertungsfaktor multipliziert, sofern dieses aus technischen und/oder statistischen Gründen erfor derlich ist.
- b) bei den (nach der Vorselektion) verbleibenden Ein zelfeldern werden die Müi- und σi-Werte mit den gemäß Verfahrensschritt a) ermittelten MW- bzw. SIGMA-Werten verglichen,
- c) es wird angenommen, daß in einem Einzelfeld noch störende Reste von Zielinformation vorliegen, wenn die Müi- und/oder σi-Werte größer sind als die ge mäß Verfahrensschritt a) ermittelten MW- bzw. SIGMA-Werte. Ein solches Einzelfeld wird von der Weiterverarbeitung ausgeschlossen,
- d) Verfahrensschritt a) wird wiederholt, jedoch nur für die nach Verfahrensschritt c) verbleibenden Einzelfelder.
An diesen Durchlauf können sich weitere Durchläufe, welche
die Verfahrensschritte b) bis d) enthalten, anschließen.
Die Anzahl dieser zusätzlichen Durchläufe ist abhängig von
der geforderten Zuverlässigkeit der MW- und SIGMA-Werte.
Es wurde festgestellt, daß in der Praxis zwei Durchläufe
ausreichend sind. Am Ende dieser Durchläufe sind endgül
tige MW- und SIGMA-Werte vorhanden. Aus diesen wird der
gesuchte Schwellwert a berechnet, gemäß der Formel
a = f1 . MW + f2 . SIGMA,
wobei f1, f2 Bewertungsfaktoren oder Bewertungsfunktionen
darstellen, in denen technische und/oder statistische Ge
gebenheiten berücksichtigt werden. f1, f2 können als Eich
faktoren oder Eichfunktionen, die empirisch oder meßtech
nisch ermittelt werden, betrachtet werden.
Dieser Schwellwert a, der für jedes Meßfenster verschieden
sein kann, ist in zuverlässiger Weise lediglich von dem
sich zeitlich und örtlich ändernden Clutter abhängig.
Innerhalb eines Meßfensters werden nun alle Amplituden
werte ax, zumindest derjenige des Meßfeldes, mit dem zu
dem Meßfenster gehörenden Schwellwert a verglichen.
Amplitudenwerte ax, die größer als dieser Schwellwert a
sind, werden als Zielinformation weiter ausgewertet. Um
zusätzlich noch eine weitere Sicherheit zu bekommen, daß
die Schwellen unabhängig von Zielinformation und nur von
Clutter erzeugt werden, wird eine Langzeitintegration der
jeweiligen Schwelle durchgeführt. Damit erreicht man eine
weitgehende Glättung sowie Konstanz der Schwellen.
Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht darin, die bei der
Vorselektion vorhandenen festen Werte Mü1 bis Mü4 bzw. S1
bis S4 für MW und SIGMA fortlaufend zu ersetzen durch va
riable MW- und SIGMA-Werte, die eine Funktion der nach den
erwähnten Durchläufen berechneten MW- und SIGMA-Werten
sind. Diese Funktion beruht auf empirischen Erfahrungswer
ten und/oder Messungen sowie auf statistischen Berech
nungen. Auf diese Weise können bereits bei der Vorselek
tion zeitlich und örtlich adaptive MW- und SIGMA-Werte
verwendet werden. Dadurch ist es möglich, die Anzahl der
erwähnten Durchläufe zu verringern, so daß der gesuchte
Schwellwert a in kürzerer Zeit ermittelt werden kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungs
beispiels näher erläutert. Die Figur zeigt ein Block
schaltbild, das sich lediglich auf die Durchführung der
Vorselektion bezieht. Für die übrigen Verfahrensschritte,
z. B. Bildung des Schwellwertes a, sind lediglich Schal
tungsanordnungen, z. B. Addier- sowie Multiplizierstufen,
erforderlich, die einem Fachmann geläufig sind und/oder
von der vorstehenden Beschreibung ableitbar sind.
Bei einer bevorzugten Anwendung der Erfindung auf das zu
verlässige Erkennen von Schiffen (Schiffszielen) und daher
auch auf die zuverlässige Erkennung von See- und/oder Wol
kenclutter werden für die Vorselektion als feste Werte
beispielsweise vier Werte, Mü1 bis Mü4, für den Amplitu
denmittelwert MW gewählt. Diese Vergleichswerte beziehen
sich z. B. auf unterschiedliche räumliche Bereiche, z. B.
Nah- oder Fernbereich, und/oder unterschiedliche Arten des
Clutters, z. B. Wolken- oder Seeclutter, und/oder unter
schiedliche Clutterintensitäten. So kann z. B. der feste
Vergleichswert Mü1 dem Fernbereich bei ruhiger See ohne
Wolken zugeordnet sein. Diese festen Vergleichswerte beru
hen z. B. auf Meß- und/oder Erfahrungswerten. In ähnlicher
Weise werden für die Standardabweichung SIGMA z. B. eben
falls vier feste Werte S1 bis S4 ermittelt. Es muß keine
Zuordnung zwischen den festen MW- und SIGMA-Werten vorhan
den sein. Diese festen MW- und SIGMA-Werte werden für die
weitere Verarbeitung gespeichert in PROM 1 bzw. PROM2
("Programable Read Only Memory").
PROM1, in welchem die erwähnten beispielhaften Vergleichs
werte Mü1 bis Mü4 für die linearen Amplitudenmittelwerte
der vier Bereiche gespeichert sind, wird vom linearen
Amplitudenmittelwert MÜ eines (aktuellen) Einzelfeldes des
Meßfensters angesteuert und erzeugt zunächst den zugehöri
gen quadratischen Mittelwert (Mü)2. Dieser Wert und der
Mittelwert der Quadrate Mü2 adressieren PROM2, das die
Standardabweichung SIGMA erzeugt, gemäß Formel (4). SIGMA
und MÜ adressieren dann zwei Schwellen-PROMs und erzeugen
RED- und ZEK-Schwellen (Reduktions- und Zielerkennungs
schwellen). Zur Vorselektion der Einzelfelder innerhalb
des Meßfensters werden die zugehörigen linearen Amplitu
denmittelwerte mit den entsprechenden Vergleichswerten
verglichen. Wenn das zu einem (aktuellen) Einzelfeld gehö
rende Mü größer ist als der gespeicherte Vergleichswert,
d. h., wenn das Mü zu einem Zielecho gehört, wird am Aus
gang von PROM1 eine logische "0" erzeugt, die das betref
fende (aktuelle) Einzelfeld von der Bildung eines (vorläu
figen) ersten Gesamtmittelwertes MW gemäß Formel (3) aus
schließt. Ist Mü kleiner als der gespeicherte Ver
gleichswert, d. h., wenn das Mü wahrscheinlich zu Clutter
gehört, so wird eine logische "1" erzeugt und das betref
fende (aktuelle) Einzelfeld zur Weiterverarbeitung zuge
lassen.
In PROM2 wird eine entsprechende Vorselektion der zu den
Einzelfeldern gehörenden SIGMA-Werten gemäß Formel (4)
durchgeführt. Dabei werden die zu den Einzelfeldern gehö
renden σi-Werte mit den in PROM2 gespeicherten S1 bis S4-
Werten verglichen. Wenn der zu dem (aktuellen) Einzelfeld
gehörende σi-Wert größer ist als der Vergleichs-Festwert,
wird am Ausgang von PROM2 eine logische "0" erzeugt, die
das betreffende Einzelfeld von der weiteren Verarbeitung
ausschließt. Diese Vorselektion verhindert bereits vor der
Bildung der zu dem Meßfenster gehörenden (vorläufigen) er
sten Gesamtstandardabweichung, daß Amplituden von stören
den Resten von Zielechos eine zu hohe Standardabweichung
(SIGMA) ergeben. Diese störenden Reste bewirken eine
Clutterverteilung, die nicht der Wirklichkeit entspricht
und die daher zur Bildung falscher endgültiger Erkennungs-
Schwellen führt.
Dieser Vergleich der zu den Einzelfeldern gehörenden Müi-
und σi-Werten mit den entsprechenden festen Werten Mü1 bis
Mü4 bzw. S1 bis S4 ist nur eine Betriebsart, die auch als
eine Art Einschwingvorgang bezeichnet werden kann, der be
schriebenen Anordnung. Eine vorteilhafte Weiterbildung be
steht nun darin, die mit Hilfe von PROM1 und PROM2 ermit
telten Werte für den vorläufigen Mittelwert MW und die
vorläufigen Standardabweichung SIGMA als Vergleichswerte,
die nun zeitlich und örtlich variabel sind, für die be
schriebene Vorselektion zu verwenden. Weil nun die zum
Vergleich benötigten Parameter Müi und σi des aktuellen
Einzelfeldes zu spät entstehen, müssen Mü und σi in einem
Register T für die Dauer eines Entfernungs-Grobrasters,
das z. B. 8 Entfernungs-Einzelraster beträgt, verzögert
werden, um zeitlich passend zum Vergleich mit den
Vergleichswerten zur Verfügung zu stehen. MW und SIGMA
müssen dazu vom in Entfernungsrichtung vorhergehenden
Cluttermeßfeld herangezogen werden. Die verzögerten Para
meter MW und SIGMA erzeugen über einen Zuordner für Ver
gleichswerte zwei 2-bit Adressen zur Adressierung von
PROM1 sowie PROM2.
Die so gebildeten vorläufigen Werte für den linearen Ge
samtmittelwert MW und die Gesamtstandardabweichung SIGMA
können noch mit Bewertungsfaktoren, die z. B. im Bereich
zwischen 1 und 2 liegen, multipliziert werden, sofern die
ses erfahrungsgemäß zweckmäßig ist. Diese (bewerteten) MW-
und SIGMA-Werte sind Vergleichswerte für die mit RED-
Schwelle (Reduktionsschwelle) und ZEK-Schwelle (Zielerken
nungsschwelle) bezeichneten Blöcke. Bei diesem ersten
Durchlauf der Selektion werden nur diejenigen Einzelfelder
zur Clutterbestimmung zugelassen, bei denen die Müi
und/oder σi-Werte kleiner sind als die MW- bzw. SIGMA-
Werte.
Dieser Durchlauf kann mehrmals wiederholt werden. Es hat
sich jedoch in der Praxis herausgestellt, daß nach der
Vorselektion zwei derartige Durchläufe ausreichend sind.
Es liegen dann endgültige MW- und SIGMA-Werte vor. Für
eine zuverlässige Zielerkennung ist es nun vorteilhaft,
diese endgültigen MW- und SIGMA-Werte zu glätten. Dabei
werden die aus den aktuellen Meßwerten erzeugten ZEK- und
RED-Schwellen durch eine Langzeitintegration geglättet. Es
erfolgt eine zusätzliche Verbesserung für den Verlauf bei
der Schwellen. Dadurch wird für die Schwellwerterzeugung
der Einfluß von Einzelfeldern, die trotz der bereits ge
schilderten Maßnahmen immer noch Zielinformation ent
halten, auf ein im allgemeinen vernachlässigbares Maß ver
ringert. Die Langzeitintegration wirkt rekursiv über meh
rere Antennenumläufe und erfährt in jedem Antennenumlauf
eine Datenerneuerung. Zur Durchführung der Rekursion wird
ein Umlaufspeicher für die Schwellwerte eines gesamten
Antennenumlaufs verwendet. Die jeweiligen Ergebnisse des
rekursiven Integrations-Verfahrens werden wieder in dem
Umlaufspeicher abgelegt. Das abgelegte Ergebnis sowie die
für die Zielerkennung relevanten Schwellwerte, die beim
folgenden Umlauf wieder als Vergangenheitsinformation
herangezogen werden, werden zur Erreichung der erforderli
chen Genauigkeit, z. B. mit insgesamt 8 Binärstellen, ge
speichert. Bei einem Ansteigen oder Abfallen der Schwell
werte können jeweils voneinander unabhängige Abklingzeit
konstanten ALFA bzw. BETA gewählt werden. Die Zeitkon
stante ALFA, die bei einem Ansteigen der jeweiligen
Schwellwerte in aufeinanderfolgenden Umläufen zugrunde ge
legt wird, ist vorzugsweise langzeitig bemessen. Damit
wird der jeweils aktuell ermittelte Schwellwert vorteil
hafterweise nur zu einem einstellbaren Bruchteil gegenüber
dem vergangenen bei der endgültigen Schwellwertbestimmung
berücksichtigt.
Die Zeitkonstante BETA, die bei einem Abfallen der jewei
ligen Schwellwerte in aufeinanderfolgenden Umläufen zu
grunde gelegt wird, kann größere Werte als ALFA annehmen.
Aus den nun vorliegenden endgültigen Werten für den Ge
samtmittelwert MW und die Gesamtstandardabweichung wird
dann für das Meßfeld der gesuchte Schwellwert a gebildet,
gemäß der Formel
a = f1 . MW + f2 . SIGMA,
wobei f1, f2 Bewertungsfaktoren oder Bewertungsfunktionen
darstellen. Mit diesem Schwellwert a wird jede (Video-)
Amplitude des Radarechosignals verglichen: Es wird auf
Zielinformation erkannt, wenn die (Video-) Amplitude
größer ist als der Schwellwert a. Das Meßfenster hat z. B.
eine feste Ausdehnung in Entfernungs-Richtung von drei und
in Azimut-Richtung von sieben Einzelfeldern. Die Länge (E)
und die Breite (AZ) eines Einzelfeldes entspricht z. B.
jeweils der bereits in einer vorhandenen Radaranlage im
plementierten. Die Reichweite wird, wie derzeit üblich,
beispielsweise in drei äquidistante Entfernungsbereiche
aufgeteilt. Beim Übergang von einem E-Bereich zum nächsten
wird die AZ-Breite jeweils verdoppelt. Das zentrale Meß
feld, für das die Schwellwerte durch Auswertung der Umge
bung bestimmt werden sollen, liegt im allgemeinen im
Schwerpunkt des Meßfensters. Eine Ausnahme besteht im er
sten Entfernungsdrittel. Aus Gründender begrenzten AZ-
Breite des Sektorspeichers muß das zentrale Meßfeld, für
das die Schwellwerte durch Auswertung der Umgebung be
stimmt werden sollen, asymmetrisch zum Meßfenster positio
niert werden. Es liegt in AZ-Richtung z. B. um ein Einzel
feld nach rechts verschoben.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungs
beispiel beschränkt, sondern sinngemäß auf weitere anwend
bar. So ist es beispielsweise möglich, alle anhand der Fi
gur beschriebenen ("Hardware-")Bausteine, z. B. PROM1,
PROM2 usw., durch entsprechende ("Software-") Programm-Bau
steine einer Datenverarbeitungsanlage zu ersetzen.
Claims (12)
1. Verfahren zur adaptiven Schwellwerteinstellung für ein
Meßfenster, das aus mehreren Einzelfeldern besteht und in dem
sowohl Ziel- als auch Clutterinformation vorhanden ist, eines
Überwachungsgebietes einer Radaranlage, bei welchem
- 1. für das Meßfenster zunächst ein vorläufiger Gesamtmittelwert gebildet wird,
- 2. alle Einzelfelder, deren gemittelter Amplitudenwert größer ist als der des vorläufigen Gesamtmittelwertes, von einer weiteren Mittelwertsbildung ausgeschlossen werden, und
- 3. aus den gemittelten Amplitudenwerten der verbleibenden Ein zelfelder ein endgültiger Gesamtmittelwert und daraus der Schwellwert für das Meßfenster gebildet wird, dadurch ge kennzeichnet,
- 4. daß für jedes in dem Meßfenster enthaltene Einzelfeld (i) aus den Echoamplituden der zugehörigen Radarauflösungszellen ein linearer Amplitudenmittelwert (Müi) und eine Standardab weichung (σi) gebildet werden,
- 5. daß eine Vorselektion erfolgt, bei welcher ein Einzelfeld (i), dessen linearer Amplitudenmittelwert (Müi) und/oder dessen Standardabweichung (σi) größer als zugehörige Vergleichswerte sind, von der weiteren Berücksichtigung zur Bildung des Schwellwertes ausgeschlossen wird,
- 6. daß anschließend an die Vorselektion mindestens ein Durch lauf erfolgt, bei dem für die verbleibenden Einzelfelder des Meßfensters ein linearer Gesamtmittelwert (MW) und eine Gesamt standardabweichung (SIGMA) gebildet werden,
- 7. daß Einzelfelder, deren linearer Amplitudenmittelwert (Müi) und/oder deren Standardabweichung (σi) größer als der lineare Gesamtmittelwert (MW) bzw. die Gesamtstandardabweichung (SIGMA) sind, von der weiteren Berücksichtigung zur Bildung des Schwellwertes ausgeschlossen werden, und
- 8. daß anschließend an den mindestens einen Durchlauf der
Schwellwert a anhand einer erneuten Ermittlung des linearen
Gesamtmittelwerts (MW) und der Gesamtstandardabweichung (SIGMA)
gebildet wird, gemäß der Formel
a = f1 . MW + f2 . SIGMA,
wobei f1, f2 Bewertungsfaktoren oder Gewichtungsfunktionen sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei
der Vorselektion feste Vergleichswerte verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß mehrere Meßfenster vorhanden sind und daß für die
Meßfenster unterschiedliche feste Vergleichswerte für die Vor
selektion verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß bei der Vorselektion die festen Vergleichs
werte entsprechend dem in dem Meßfenster zu erwartenden Clutter
gewählt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß bei der Vorselektion variable Vergleichs
werte, die eine Funktion der nach dem mindestens einem Durch
lauf entstandenen Werte für den linearen Gesamtmittelwert (MW)
und die Gesamtstandardabweichung (SIGMA) sind, gewählt werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der nach der Vorselektion ermittelte vor
läufige lineare Gesamtmittelwert (MW) und die davon abhängige
Gesamtstandardabweichung (SIGMA) mit Bewertungsfaktoren multi
pliziert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewertungsfaktoren aus dem Wertebereich von 1 bis 2,0 gewählt
werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Werte des linearen Gesamtmittelwertes
(MW) und der Gesamtstandardabweichung (SIGMA) durch eine Lang
zeitintegration geglättet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Langzeitintegration über mehrere Antennenumläufe durchgeführt
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß für ein Überwachungsgebiet, das insbesonde
re Schiffsinformation enthält, ein Meßfenster, das mindestens
zwanzig Einzelfelder enthält, gewählt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß aus dem Meßfenster ein Einzelfeld, das Meß-
oder Zentralfeld genannt wird, ausgewählt wird und daß der
Schwellwert a lediglich für das Meßfeld gilt.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Meßfeld in der Mitte des Meßfensters
angeordnet wird.
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|---|---|---|---|
| DE19904041204 DE4041204C2 (de) | 1990-12-21 | 1990-12-21 | Verfahren zur adaptiven Schwellwerteinstellung |
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904041204 DE4041204C2 (de) | 1990-12-21 | 1990-12-21 | Verfahren zur adaptiven Schwellwerteinstellung |
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-
1990
- 1990-12-21 DE DE19904041204 patent/DE4041204C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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